Nach Organtransplantation
Frau mit Mukoviszidose stirbt an Krebs in Spender-Lunge
MONTPELLIER. Anderthalb Jahre nachdem ihr die Lunge einer starken Raucherin transplantiert worden war, ist eine 39-jährige Mukoviszidose-Patientin gestorben, berichten die behandelnden Ärzte um Professor Jean-Louis Pujol vom Hôptital Arnaud Villeneuve in Montpellier in Frankreich (Lung Cancer 2018; 124:291).

Die 57-jährige Organspenderin habe 30 Jahre lang täglich etwa 20 Zigaretten geraucht, heißt es in französischen Presseberichten. Der Krebs sei bei der Frau nicht erkannt worden. Bei der Organempfängerin habe sich der Tumor nach der Transplantation durch die immunsuppressive Therapie rapide entwickelt. Die Ärzte raten daher zu Vorsicht bei Verpflanzung einer Lunge von Rauchern oder kürzlich entwöhnten Rauchern.

Idiopathische Lungenfibrose IPF
Lungenfibrose: Gene sagen den Krankheitsverlauf vorher


Nach einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift ‚American Journal of Respiratory and Critical Care‘ kann die Aktivität von nur sechs Genen den Verlauf einer idiopathischen Lungenfibrose vorhersagen. Die Studie trage zu einem besseren Verständnis dieser schweren Lungenkrankheit bei, so die Autoren.

Die idiopathische Lungenfibrose, kurz IPF, gibt Forschenden noch immer viele Rätsel auf. Die Ursachen der oft sehr aggressiv verlaufenden Lungenkrankheit sind nicht bekannt. Der Verlauf der IPF ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und nicht allgemein vorhersagbar. Ein internationales Wissenschaftsteam hat nun untersucht, ob sich mit der Aktivität verschiedener Gene (Genexpression) der Krankheitsverlauf und damit das Sterberisiko vorhersagen lässt. Die Forschenden untersuchten dafür Lungenzellen, die aus einer bronchoalveolären Lavage (BAL) von 212 IPF-Betroffenen gewonnen wurden. Die Genaktivitätsmuster dieser Zellen verglichen sie mit dem von Zellen von Gesunden sowie von COPD- und Sarkoidose-Betroffenen.

Durch den Vergleich mit den Kontrollzellen konnten zunächst weit über 1.500 Gene identifiziert werden, die bei IPF-Patienten mit der voraussichtlichen Überlebensperspektive zusammenhängen. Mit Hilfe statistischer Vorhersagemodelle identifizierten die Wissenschaftler schließlich sechs Gene, mit denen eine stabile Risikoeinstufung vorgenommen werden konnten. Diese sechs Gene allein waren ausreichend, um die Überlebensperspektive besser vorherzusagen als der üblicherweise verwendete sogenannte GAP-Index. Für diesen Index werden bisher ausschließlich klinische Parameter berücksichtigt, um den Krankheitsverlauf der IPF vorherzusagen.

Idiopathische Lungenfibrose besser verstehen
Durch die Kombination aus GAP-Index und der neuen Risikoeinstufung mit Hilfe der Genaktivität könne der Krankheitsverlauf nun mit einer deutlich höheren Genauigkeit vorhergesagt werden, so die Autoren der Studie. Auch für die Patienten biete dies ihrer Ansicht nach einen erheblichen Mehrwert.

Durch die Studie wisse man nun auch mehr über die molekularen Veränderungen in den Lungenzellen, heißt es in der Pressemeldung zur Studie. Zusätzlich zeigen die Ergebnisse erstmals, dass bronchiale Basalzellen, aus denen sich das Atemwegsepithel entwickelt, maßgeblich an der Entwicklung der idiopathischen Lungenfibrose beteiligt sind. Diese Erkenntnis könnte langfristig zu einer besseren Behandlung dieser insgesamt noch wenig verstanden Erkrankung führen.

Quellen:

Prasse, A. et al.: BAL Cell Gene Expression is Indicative of Outcome and Airway Basal Cell Involvement in IPF. In: American Journal of Respiratory and Critical Care, 24.8.2018

BREATH – Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung: Sechs Gene sagen den Verlauf der Lungenfibrose vorher. Pressemitteilung vom 29.10.2018

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Rückenschmerzen bei COPD nicht auf die leichte Schulter nehmen!
Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden oft unter Rückenschmerzen, die ihre Atemprobleme noch vergrößern können. Hilfreich sein kann hier ein Atemtraining, das zum einen die Atemmuskulatur stärkt und zum anderen die Körperhaltung verbessert und somit die Rückenschmerzen lindern kann. Das empfehlen Experten der Deutschen Lungenstiftung und erklären, wie Atemtraining durchgeführt werden kann.

Weiterer Schritt im Kampf gegen Lungenkrebs
Forscher aus Erlangen-Nürnberg haben herausgefunden, dass ein Transkriptionsfaktor namens NFATc1 die Entstehung von zytotoxischen Molekülen fördert und so den Zelltod von Tumorzellen einleiten kann.

Mehr als eine Million Menschen sterben jährlich weltweit an Lungenkrebs. Als neue Behandlungsmöglichkeit setzen Onkologen auf Immuntherapien. Diese nutzen das körpereigene Abwehrsystem und stimulieren Immunreaktionen, die das Wachstum von Krebszellen verlangsamen oder sogar stoppen. Nun ist Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der Nachweis gelungen, dass ein bestimmtes Protein im Zellkern (der Transkriptionsfaktor NFATc1) die Immunantwort steuert und wesentlich zur Bekämpfung von Lungenkarzinomen beiträgt (siehe Cancer Research, Online-Veröffentlichung am 24.4.2018).

In früheren Untersuchungen hatte das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Susetta Finotto, Leiterin der Molekular-Pneumologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, bereits nachgewiesen, dass Lungentumore fähig sind, die Immunantwort mit Hilfe eines speziellen Proteins umzuprogrammieren. Dabei werden genau jene Zellen ausgeschaltet, die für die Immunabwehr zuständig sind: Die Tumorzellen entziehen sich der Bekämpfung durch das Immunsystem.

Nun haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass ein Protein namens NFATc1 bei der Tumorabwehr eine wichtige Rolle spielt: Dieser Transkriptionsfaktor steuert im Zellkern die Ausprägung verschiedener Gene, die wiederum die Funktion sogenannter zytotoxischer T-Zellen bestimmen. „NFATc1 fördert die Entstehung von zytotoxischen Molekülen und kann deshalb den Zelltod von Tumorzellen einleiten“, erklärt die Doktorandin Lisanne Heim.

Bei Lungenkrebspatienten in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium beobachtete die Arbeitsgruppe eine progressive Abnahme von NFATc1 im Lungentumorgewebe von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass NFATc1 bei der funktionellen Wiederherstellung von T-Zellen, die während der Tumorentwicklung gehemmt wurden, bedeutsam ist.

In der Studie untersuchte Lisanne Heim auf Anregung von Prof. Dr. Susetta Finotto auch sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, die in der Immuntherapie gegen Krebs eingesetzt werden. Anstatt gegen Krebszellen direkt vorzugehen, greifen die Moleküle an wichtigen Stellen des Immunsystems an und fördern körpereigene Abwehrmechanismen. Lisanne Heim erforschte den Signalweg von Anti-PD1-Antikörpern im Zusammenhang mit NFATc1. „Unter Verwendung von Anti-PD1-Antikörpern ist der NFATc1-Anteil in T-Zellen höher, was zu einer verstärkten antitumoralen Immunantwort führte“, erläutert die Nachwuchswissenschaftlerin. Die Forscher zeigten, dass es bei einer konditionellen Inaktivierung von NFATc1 in T Zellen zu einem verstärkten Lungentumorwachstum kommt. „Dies konnte mit einer beeinträchtigten Aktivierung und Funktion von T Zellen assoziiert werden."

Das aktuelle Forschungsergebnis trägt zum Verständnis der Wirkungsmechanismen von Anti-PD1-Antikörpern bei und kann so klinische Immuntherapien, die das Wachstum von Lungenkrebs bekämpfen, möglicherweise erfolgreicher machen.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Reha bei COPD: So finden Sie die richtige Klinik

Infektionsschutz
Lungenentzündung: Übertragungswege der Erreger


Pneumokokken, die Erreger der Lungenentzündung (Pneumonie) können auch durch den Kontakt zwischen Nase und Hand übertragen werden. Das zeigt jetzt erstmals eine Studie im ‚European Respiratory Journal‘. Die Ergebnisse unterstreichen nochmals, wie wichtig saubere Hände für den Infektionsschutz sind.

Lungenentzündung durch Nasebohren? Bild: Mädchen popelt in der Nase.


Pneumokokken kommen im Nasenrachenraum von vielen Menschen vor. So finden sich die Erreger der Lungenentzündung in der Nasenschleimhaut von etwa 40 bis 90 Prozent der Kinder unter fünf Jahren. Bei Erwachsenen sind es etwa 10 Prozent, deren Nasenrachenraum mit Pneumokokken besiedelt ist. Das Vorhandensein der Bakterien bedeutet jedoch noch nicht, dass es auch zu einer Erkrankung kommt. Besonders für Risikogruppen wie Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die Keime aber ein Risiko darstellen.

Bisher ging man davon aus, dass sich die Pneumonie-Erreger durch Tröpfchen, also über den Luftweg verbreiten. Britische Forschende zeigen in einer aktuellen Studie nun erstmals, dass sie auch durch den Kontakt zwischen Nase und Hand übertragen werden können. Vierzig gesunde Erwachsene wurden für die Studie zufällig in vier Gruppen aufgeteilt, in der je eine mögliche Übertragungsmethode getestet werden sollte. Überprüft wurde, ob Bakterien aus einer frischen bzw. angetrockneten Pneumokokken-Lösung durch Einatmen von der Handfläche oder durch Nasebohren verbreitet werden können.

Übertragung auch durch Reiben an der Nase
Das Ergebnis: Durch alle vier Methoden siedelten sich die Keime in der Nasenschleimhaut der Probanden an. Besonders viele Bakterien fanden die Forschenden in den beiden Gruppen mit frischer Pneumokokken-Lösung. Die generelle Wahrscheinlichkeit für eine Besiedelung war jedoch für getrocknete Bakterien genauso groß, wie für die frische Bakterien-Lösung, so die Autoren. Zudem schien es keinen Unterschied zu machen, ob die Probanden tatsächlich in der Nase bohrten oder nur mit der Rückseite ihrer Hand über die Nase rieben.

Durch die Ergebnisse werde nochmals deutlich, wie wichtig eine gute Handhygiene für den Schutz vor Infektionen sei, betonen die Autoren. Natürlich könne man nicht verhindern, dass Kinder in der Nase bohren oder an ihr reiben. In jungen Jahren können Bakterien sogar wichtig sein, um das Immunsystem zu trainieren. Für bestimmte Situationen könnten die neuen Erkenntnisse nach Ansicht der Forschenden aber hilfreich sein. Zum Beispiel wenn Kinder Kontakt mit älteren Verwandten oder Angehörigen mit schwachem Immunsystem haben.

In weiteren Tests wollen sie herausfinden, ob Händewaschen die Übertragung und damit das Risiko für eine Lungenentzündung verringern kann.

Quellen:

Connor, V. et al.: Hands are vehicles for transmission of Streptococcus pneumoniae in novel controlled human infection study. In: European Respiratory Journal, Vol. 52 No. 4, online publiziert am 10. Oktober 2018

European Lung Foundation: Pneumonia-causing bacteria can be spread by nose picking an rubbing. Meldung vom 11.10.2018

Wie richtiges Atmen uns stärker macht
Was passiert, wenn wir husten, kurzatmig sind oder schnarchen? Was steckt hinter Allergie, Asthma und COPD? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie die besten Tipps für eine lebenslang gesunde Lunge gibt ein Lungenfacharzt in seinem Buch „Luft nach oben“.


Ob wir nun schlafen oder Marathon laufen, die Sauerstoffzufuhr beim Atmen klappt normalerweise völlig reibungslos. Jeden Tag pumpen wir den Inhalt eines großen Heißluftballons durch unsere Lungen, schaufeln wir hektoliterweise Sauerstoff in unseren Körper hinein und verbrauchtes Kohlendioxid hinaus, kurzum: Unsere Lunge ist ein Meisterwerk der Evolution, geschaffen dafür, dass wir alle unsere Organe ausreichend mit Sauerstoff versorgen können – und ohne Sauerstoff geht nun mal gar nichts. Unser Atemorgan spüren wir bloß, wenn etwas nicht stimmt.

In seinem neuesten populärwissenschaftlichen Buch „Luft nach oben“ möchte der Lungenfacharzt, Internist und Arzt für Allergologie sowie Sozial-, Schlaf- und Umweltmedizin, Dr. Michael Barczok, die Wahrnehmung der Leser für das Atmen schärfen, Ihnen zeigen, wie man die Kraft einer ruhigen Atmung freisetzen kann, aber natürlich auch, wie kleine und große Probleme mit unserer Lunge rechtzeitig erkannt und erfolgreich beseitigt werden können.

Als ambulant tätiger Lungenspezialist hat Barczok in den letzten Jahrzehnten mehr als 40.000 Menschen mit Erkrankungen der Atemwege, der Bronchien und der Lunge untersucht und behandelt, Schulungsprogramme entwickelt und zahllose Fragen rund um das geflügelte Powerorgan in unserem Brustkorb beantwortet. Das alles ist in dieses Buch eingeflossen.

Jeder zwanzigste Mensch, der dieses Buch in die Hand nimmt, leidet unter Asthma und jeder zehnte an COPD, das heißt, alleine in Deutschland sind etwa zwölf Millionen Menschen von dem einen oder dem anderen betroffen. Weltweit ist die COPD drauf und dran, die dritthäufigste Todesursache zu werden. Dieses Buch beschäftigt sich daher besonders ausführlich mit diesen beiden Krankheitsbildern. Dabei geht es Barczok natürlich weniger um die Vermittlung von Fachwissen im Einzelfall (dieses Buch kann schließlich keinen Arztbesuch ersetzen!) als vielmehr um ein grundsätzliches Verständnis, das die Leser bewusster und besser atmen lassen soll. Denn die meisten Menschen haben, was ihre Lunge betrifft, noch Luft nach oben.

Am Buch mitgearbeitet hat auch Barczoks Frau, Susanne Menrad-Barczok, die als Atemtherapeutin an seiner Seite tätig ist und für Kranke wie Gesunde im letzten Kapitel ganz konkrete Übungen und Ratschläge zur Optimierung der Atmung bereithält.

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Hygienisch Husten und Niesen in der Erkältungssaison
Sich beim #Husten oder #Niesen die Hand vor den Mund zu halten gilt als höflich. Allerdings ist es aus gesundheitlicher Sicht nicht sinnvoll, denn bei vorgehaltener Hand gelangen Krankheitserreger an die Hände. Beim Händeschütteln oder Anfassen von Gegenstände werden die Bakterien und Viren weitergereicht. Die Folge ist eine schnelle Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder #Grippe (#Influenza).
Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, hat das Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Husten-Etiquette veröffentlicht, die auch beim Niesen gilt: https://bit.ly/2hdFpYE
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Ärzte wollen Kinder und Schwangere vor Zigarettenrauch im Auto schützen
Um Ungeborene und Kinder besser als heute vor schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden durch #Passivrauchen zu schützen, schließt sich die Bundesärztekammer der Forderung der Gesundheitsministerkonferenz der Länder an und fordert ein bundesweiter #Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen und Schwangeren. Zugleich spricht sich die Kammer erneut für ein Verbot von Kino- und Außenwerbung für Tabakprodukte aus. In vielen anderen europäischen Ländern ist der Schutz vor Tabakrauch in Fahrzeugen bereits gesetzlich geregelt, berichtet u. a. das Deutsche Ärzteblatt: https://bit.ly/2D9mdYp
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