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Oskar Quengels Auftrag, oder aus der KPD Geschichte lernen

Das Buch von Max Brym „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher“ ist sehr lehrreich. Vergangenes aber wichtiges wird dem Vergessen entrissen. Der politisch historische Roman von Max Brym spielt zwischen 1927 und 1937. Alle Figuren sind historisch verbürgt. Willi Münzenberg war tatsächlich mit seiner damaligen „ Arbeiter Illustrierten Zeitung“ einmalig. Der wichtige KPD Funktionär führte zuerst das Stilmittel der Reportage in die deutsche Presselandschaft ein. Der Abwehr- Apparat der KPD unter Hans Kippenberger leistete viel an Aufklärung und Zersetzungsarbeit. Aber dennoch war es nicht ausreichend. Die damalige Linie der KPD vor 33 war falsch und erleichterte es den Sozialdemokraten die notwendige Einheitsfront gegen den Hitlerfaschismus zu hintertreiben. Falsch war auch die damalige Propaganda vom Zentrumsfaschismus, Sozialfaschismus und Hitlerfaschismus. Aus dem Roman geht hervor wie wichtig eine richtige Faschismusanalyse ist. Gezeigt wird der heldenhafte Kampf gerade des Abwehr- Apparates der KPD gegen die Nazidiktatur. Unterschiedliche Personen wie Heinrich Brandler, Ernst Meyer, Werner Scholem, Ruth Fischer, Richard Scheringer, Hans Kippenberger, Leo Roth werden wieder lebendig. Überrascht hat mich die Beschreibung der letzten geheimen Opposition gegen den stalinistischen Kurs in Deutschland unter Heinz Neumann und Hermann Remmele. Nachdem der Autor viele Quellen angab konnte ich die mir bis dato nicht bekannte Opposition der Neumann Gruppe gegen Stalin nachvollziehen. Es viel mir Anfangs schwer daran zu glauben, denn Neumann richtete als Jünger Stalins viel Unheil in der KPD an. Aber Menschen können sich ändern. Für heute scheint mir besonders aktuell den Verbalradikalismus der KPD zu vor 33 zu vermeiden ohne ins sozialdemokratische Fahrwasser abzudriften. Mir viel auch auf, dass das damalige kommunistische Lager real in der Arbeiterbewegung verankert war und trotz einiger nationalistischer Schnitzer wesentlich immuner gegen rechte nationalistische Querfrontkonzeptionen- u.a. des Generals Schleicher- war als Teile der heutigen Linken. Lesenswert

Jutta Schulz München

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Wer sich des Vergangenen nicht erinnert“

Hallo Max zu deinem Buch „ Oskar Quengels Auftrag – Für Kippenberger bei General von Schleicher“ möchte ich dir gratulieren. Wir kennen uns ja ziemlich gut. Wie du weißt hab ich als Kind den Holocaust überlebt. Auch deinen verstorbenen Vater als Überlebenden der Shoah kannte ich. Dich lässt die Geschichte nicht los. Du bist und bleibst ein linker deutscher Jude und das ist gut so. Die Fehler der Vergangenheit im Kampf gegen Nazis und Faschismus dürfen sich nicht wiederholen. Die KPD wollte einst gegen den Faschismus kämpfen und viele Mitglieder der KPD taten dies auch. Allein in Bayern wurden 5.000 Kommunisten nach dem Reichstagsbrand im März -April 1933 inhaftiert. Das waren die Hälfte der damaligen Mitglieder. Du zeigst in deinem Buch ganz wunderbar den verzweifelten Kampf vieler ehrlicher Arbeiter gegen den Faschismus. Aber die Linie der KPD war falsch. Dein Buch ist auch sehr aktuell. Auch heute gibt es Querfronten und einen falsch verstandenen Antikapitalismus. Neu war mir, dass neben der Linken KPD Opposition (Trotzkisten) und den damaligen sogenannten „Rechten“ um Brandler und Thalheimer (KPDO) auch letztendlich, der ehemalige Jünger Stalins Heinz Neumann und Hermann Remmele, einen entschiedenen Kampf gegen den Faschismus forderten statt einfach in die Illegalität abzutauchen. Beim lesen des Buches kahm mir immer wieder der Gedanke ob sich wohl heute soviel „Linke“ finden würden welche aktiven Widerstand betreiben würden. Ich denke eher nicht. Hoffnung macht mir allerdings ein Teil der Antifajugend. Ich wünsche dir alles GUTE und deinem Buch viele Leser

Alexandra Cohen

Danke und Shalom liebe Alexandra
Max

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Buchempfehlung -Geschichte ist geronnene Erfahrung

Sehr geehrter Herr Brym, ich bin 80 Jahre alt und habe ihr Buch „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher“ gelesen. Kompliment. Ich wurde im Osten Deutschlands groß, ihr Buch hat mir neue Zugänge zur Geschichte des deutschen Kommunismus, sowie des Kampfes gegen den Faschismus verschafft. Ihr Roman ist ein historisches Dokument ohne jegliche Heldenverehrung. Sie zeigen tapfere Klassenkämpfer in ihrem Widerspruch, Klar benennen Sie Fehler und Irrtümer bei deutschen Kommunisten. Die Verantwortung der damaligen Komintern Führung für die falsche Politik der KPD wird deutlich gemacht. Neu war mir ihre Darstellung der Neumann – Remmele Opposition, gegen die falsche Politik Stalins. Ich musste einiges nachlesen um Ihnen zu glauben. Aber es war wirklich so- Neumann wollte den Faschismus militant bekämpfen selbst auf die Gefahr einer Niederlage hin. Das war mir neu. Vielen Dank für ihre Ausführungen in dem Buch. Grundsätzlich finde ich Ihre Idee gelungen einen fiktiven Helden im Rahmen realer Geschehnisse wirken zu lassen. Ich finde es auch gelungen die Brandler Thalheimer Gruppe (KPO), die Versöhnler und die Trotzkisten in dem Buch vorkommen zu lassen. Alle hatten eine klarere Vorstellung über den Kampf gegen den Faschismus als die letzte KPD Führung in der Weimarer Republik. Dennoch findet bei Ihnen keine Negation der Person Ernst Thälmanns statt. Sie schildern ihn als ehrlich und kämpferisch. Allerdings gehorchte er zu stark der damaligen Moskauer Führung. Geschichte ist geronnene Erfahrung. Sie muss gekannt werden. Ihr Buch ist ein wertvoller Beitrag dazu. Ich befürchte nur, dass das Buch in ihrer Partei „ Die Linke“ wenig Leser finden wird. Diese Partei bezieht sich nicht mehr positiv auf den Klassenkampf sondern ist in weiten Teilen „ pragmatisch“ auf das Parlament fixiert. Wie Klassenbewusstsein entwickelt werden kann interessiert nur noch wenige. Viele wähnen sich in einer sogenannten „Zivilgesellschaft“ ohne Orientierung auf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Paul L Fürstenwalde ( geläutertes Ex SED Mitglied und Parteilehrer aber immer noch Revolutionär)

Ma Brym Den schönen Text habe ich privat beantwortet. Ihr dürft jetzt auch etwas lernen und mich noch reicher machen. PS: Ich schreib schon wieder ein neues Buch- Titel „ Mao und Ulbricht in Südbayern“. Bis es fertig ist im Januar 2018 bestellt das oben rezensierte Buch Viele Grüße

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Zu Brandler Thalheimer Trotzki Thälmann Neumann

Hallo Herr Brym ich habe Ihr Buch „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General Schleicher“ gelesen. Das Buch hat mich sehr beschäftigt. Neben den oben genannten Personen kommen noch eine Menge anderer Personen vor. Besonders interessierte mich das was Sie über Richard Scheringer aus Kösching bei Ingolstadt geschrieben haben. Den legendären Leutnant, welcher 1931 zur KPD übertrat kannte ich noch persönlich. Hoffentlich habe ich es richtig verstanden, dass die damalige KPD wesentlich weniger für Querfrontendenzen anfällig war als die heutige Teile der „ Linken“. Dies trotz nationalistischer Fehler und der verehrenden „Sozialfaschismustheorie“ damals. Wichtig find ich Ihren Ansatz Personen dem Vergessen zu entreißen und Ihnen Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Ihre Personen sind eingebettet in eine dramatische Zeit und Entwicklungen unterworfen. Hervorragend finde ich wie sie die verschiedenen Strömungen in der KPD in dem Agentenroman beschreiben. Sie zeigen sehr gut wie eine ehemals ultralinke Ruth Fischer, die ehemaligen „ Rechten“ um Brandler mal in der einen Frage richtig und dann wieder falsch lagen. Spannend fand ich auch wie Heinz Neumann sich als gewesener Jünger Stalins sich von diesem unter dem Eindruck der faschistischen Massenbewegung löste. Auch Ihre Darstellung von Ernst Thälmann finde ich ziemlich gelungen. Thälmann war für den Einfluss der KPD als typischer Arbeiter und Klassenkämpfer wichtig. Er wird für mich in der Geschichtsschreibung von den einen überschätzt und von den anderen unterschätzt. Ihr Buch ist auch ein realer Krimi. Die Verschwörungen gegen die Republik und die Arbeiterbewegung werden ausgezeichnet beschrieben . Der General von Schleicher war am Schluss mit seiner Querfronkonzeption, der betrogene Betrüger. Viele Fragen mussten Sie aber auch unbeantwortet lassen. Es gibt immer noch schwarze Löcher in der historischen Forschung. Beispielsweise warum ein Befreiungsversuch für Ernst Thälmann, nach dem anderen abgesagt wurde..

Erich W. Ingolstadt

Buch von Max Brym

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Oskar Quengels Lebensbeichte in einer blutigen und opportunistischen Zeit
Ziemlich gute Rezension zu meinem neuen Buch in der „ Leipziger Internetzeitung“. Ihr dürft das Buch ruhig bestellen, mir die Meinung geigen aber auch Rezensionen schreiben. Viele Grüße Max Brym
Dokumentation
Oskar Quengels Lebensbeichte in einer blutigen und opportunistischen Zeit
Im Leipziger Bookra Verlag passiert eine Menge Geschichte. Und Geschichtsaufarbeitung. Auch auf Feldern, um die sich sonst eher wenige Leute kümmern, weil es irgendwie nicht opportun ist, nicht zeitgemäß. Wer beschäftigt sich denn noch mit der Geschichte der kommunistischen Partei in Deutschland? Gar mit ihrem fatalen Scheitern beim Machtantritt der Nazis. Max Brym tut’s. Denn da gibt es einiges abzurechnen. Er ist Journalist, Autor, Politiker, ein Linker sowieso. Aber er ist auch ein Münchener, also der westdeutschen Linken entwachsen und damit um Vieles unabhängiger als die Linken im Osten. Er muss sich für kein gescheitertes sozialistisches Experiment entschuldigen. Und entschuldigen. Und entschuldigen. Die Linken im Osten kommen ja aus dem Kotau gar nicht mehr heraus. Und deswegen gibt es auch von ihnen eher nicht die kritischen Bücher zur eigenen Geschichte, die nun einmal nicht 1949 begann oder 1946. Leser von Wolfgang Leonhards „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ wissen das. Das Dilemma der Kommunisten begann spätestens 1923, dem Jahr, in dem nicht nur der völlig verpeilte Hamburger Aufstand scheiterte, sondern auch die Radikalisierung und vor allem Stalinisierung der KPD begann. Alles Dinge, die auch in ostdeutschen Schulbüchern nicht standen, schon gar nicht die Entwicklung, die von den 1919 ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zur radikalen Ruth Schmidt und zum moskautreuen Ernst Thälman führte. Und zu dem, was dann 1933 passierte, als beide deutschen Arbeiterparteien vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte scheiterten. Die eine – die SPD – brachte es nicht fertig, zum Generalstreik aufzurufen, obwohl sie sämtliche Gewerkschaften 1/3 dominierte. Und die anderen brachten nicht mal den bewaffneten Aufstand hin, den selbst die Nazis fürchteten. Denn im Januar 1933 war ganz und gar nichts entschieden. Man lese nach bei William Shirer. Aber das beeindruckendste Phänomen am Faschismus ist, wie bereitwillig Amtsträger, Funktionäre und Bürokraten vor diesem großmäuligen Radikalismus einknicken, scheuen, zögern, kneifen. Aber wie beschreibt man den Untergang einer Partei? Einige Literatur gibt es dazu ja schon – Etliches davon hat Brym auch direkt aufgegriffen. Er schickt mit Oskar Quengel eine Art Ersatzmann ins Rennen, den er in eine Position versetzt, in der Quengel zwar selbst kein aktiv Handelnder ist, aber zumindest wissen kann, was da tatsächlich passierte in dieser Partei, die sich ab 1923 immer mehr radikalisierte und vor allem in erbarmungslosen Flügelkämpfen zerrieb. Sie stalinisierte sich zusehends und beugte sich immer mehr dem Diktat des roten Zaren in Moskau. Was Leonhardt in seinem Buch schildert und was spätere Autoren an der SED so fürchterlich fanden, ist alles in dieser Zeit entstanden. Da rollten Köpfe, wurden die klügsten Funktionäre ausgeschlossen, abserviert, des Trotzkismus oder anderer Verfehlungen beschuldigt. Schon mit Auftakt dieses Buches, das wie ein langer Erklärungsbrief von Oskar Quengel an seinen Vater geschrieben ist, begegnet Quengel 1928 einer Führungsriege in der KPD, die von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Es ist schon die vierte, fünfte Funktionärsgeneration seit Gründung dieser Partei. Und sie wird im Laufe des Buches nicht nur in Moskau landen, sondern auch in die Mühlen des stalinschen Terrors geraten. Zu diesen – in der langen Perspektive betrachtet noch sehr kritischen – Köpfen gehören der für die militärische Aufklärung bei der KPD zuständige Hans Kippenberger, zu dessen Spion Oskar Quengel wird, genauso wie Willy Münzenberg, der Herausgeber der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“, oder Heinz Neumann, Chefredakteur der „Roten Fahne“. Mit allen bekommt es Quengel zu tun. Von Kippenberger wird er sogar aufgefordert, mit Kurt von Schleicher, dem späteren Reichskanzler, Kontakt aufzunehmen, der ihn wiederum als Agenten bei den Kommunisten gewinnen will. So ist Quengel zwar zwischen allen Fronten – andererseits aber auch so eine Art Mittelsmann, denn für den intriganten von Schleicher sind die Kommunisten ja auch eine Art nützliche Idioten. Denn wer – wie die KPD – im Stalinschen Auftrag vor allem die SPD als Feind sieht und die Sozialdemokraten als „Sozialfaschisten“ bekämpft, der lähmt natürlich alle politischen Möglichkeiten im linken Spektrum. Das schuf die Freiräume für Leute wie von Schleicher und von Papen, die Weimarer Republik sturmreif zu regieren. Man bekommt also einen recht umfassenden Blick in diese Zeit. Und da mit von Schleicher ein unabhängiger konservativer Beobachter da ist, versinkt man auch nicht im Propagandamulch der linken Interpretationen. Brym hat seinen von Schleicher zu einem ziemlich klarsichtigen Politiker gemacht – zumindest, was die Dummheiten der Kommunisten betrifft, die letztlich ganz auf Stalins Kurs einschwenkten. Nur: Der Preis für diese Anpassung war die komplette Niederlage im Jahr 1933. Und wie das so ist in einer stalinistischen Partei: Es gibt keine Fehleranalyse, man lernt nichts aus der Vergangenheit. Man lässt nur ein paar Köpfe rollen und sorgt dafür, dass eine neue Garde nachrückt, die erst recht keine Skrupel mehr kennt. Womit der Leser dann auch den Herren Pieck, Ulbricht und Wehner begegnet, die ja im Nachkriegsdeutschland so eine herausragende Rolle spielen sollten. Dumm nur für Quengel, dass die Leute, mit denen er durch seine Agententätigkeit verbunden ist, allesamt zu Opfern der stalinschen Säuberung werden. Damit ist auch er irgendwann dran. Das weiß er schon, auch wenn er sich in den ersten Jahren der NS-Herrschaft versucht, mit einer Aufgabe zwischen den Fronten durchzuschlagen. Anfangs scheinbar wie ein echter Spion – ohne Schramme und Kratzer. Aber die Geschichte kann nicht gut ausgehen. Der Brief an den Vater wird zu einer Lebensbeichte. Auch wenn Quengel das Persönliche doch meistens eher außen vor lässt. So gesehen steht das Buch doch wieder in einer ganzen Tradition von Romanen über das linke Parteimilieu: Die „Sache“ steht im Vordergrund und alles andere ordnet sich unter. (Auch wenn selbst die Betroffenen oft nicht wissen, welche „Sache“ augenblicklich die richtige ist – und für welche man vorm Erschießungskommando landet.) Auch Quengel findet sich da meist in ganz linken Zwickmühlen. Aber in diesem Fall ist es der notwendige Verzicht des Autors, dem es sichtlich darum ging, diese entscheidende Phase in der Geschichte der Linken mit Namen und Funktionen zu beschreiben und aus der Sicht eines eher kleinen Rädchens 2/3 zu schildern, wie diese Verschiebung vonstatten ging, die aus einer radikalen linken Partei eine Partei von stalinistischen Funktionären machte. Und er zeigt damit auch, welche entscheidende Rolle dabei die stalinschen Säuberungen spielten. Was dann in der Summe eben nicht nur die Tragik der kompletten Linken im 20. Jahrhundert bedeutete, ihren Vertrauensverlust und ihren wortlosen Niedergang. Es ist eben auch Teil der deutschen Tragik, denn der Riss zwischen KPD und SPD hat die komplette Linke gelähmt, als die Nazis in Deutschland nach der Macht griffen. Dieses Schisma ist die deutsche Linke bis heute nicht losgeworden. Man merkt schon, welchen Rochus Brym auf Typen wie Ulbricht, Pieck und eben auch Wehner hat. In der Geschichte aus der Stalinzeit spiegeln sich die Risse der Nachkriegszeit – und eigentlich auch die ausgebliebenen Debatten. Die meisten Personen, denen Oskar Quengel begegnet, gab es wirklich, auch wenn dieses Kapitel der deutschen Geschichte meist ignoriert wird. Auch die bundesdeutschen Historiker fokussieren sich lieber auf den Aufstieg Hitlers, schreiben die dominierende NS-Geschichte fort und wagen sich selten in die Niederungen der „alternativen“ Politik. Denn was auf die verkorkste Politik der KPD zutrifft, trifft ja ganz ähnlich auf das schweigende Scheitern der SPD zu und den klanglosen Untergang der Reste eines liberalen und demokratischen Bürgertums. Es gibt keine eindeutige Antwort, warum der Nazismus ausgerechnet in Deutschland so passieren musste. Es gibt viele verschiedene Antworten, zu denen das stalinsche Versagen der deutschen KPD eben auch dazu gehörte. Von diesem (angeordneten) Versagen erzählt Quengels Geschichte, in der man auch anderen Zeitgenossen begegnet, die man nicht unbedingt erwartet, die aber deutlich machen, wie eng das alles verfitzt war in dieser Zeit – vom SAChef Röhm über Trotzkis Sohn Lew Sedow und die ehemalige KPD-Vorsitzende Ruth Fischer bis zum Schriftsteller Joseph Roth, dem Quengel in Paris begegnet. Ein kleines Kaleidoskop der Zeit, aber auch ein Ensemble der Gescheiterten. Denn die 1930er Jahre werden nur Typen wie Ulbricht und Pieck überleben. Quengel erwischt es in Berlin – aber nicht ganz so, wie der Leser erwartet. Und augenscheinlich hat er genug Zeit, die ganze Geschichte (mit einigen Flüchtigkeitsfehlern) in die Schreibmaschine zu hacken, bevor es zu Ende geht. Max Brym Oskar Quengels Auftrag , Bookra Verlag, Leipzig 2017, 11,90 Euro.
Aus http://www.l-iz.de/…/Oskar-Quengels-Lebensbeichte-in-einer-…
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Ein Brief an mich- „Hallo Herr Brym, Sie können es nicht lassen. Ihr Buch „ -Oskar Quengels Auftrag Für Kippenberger bei General von Schleicher- vermittelt ein einfaches Geschichtsbild. Ihre Helden Kippenberger, Münzenberg, Neumann usw. haben dazu beigetragen die Weimarer Republik zu zerstören. Auch ihre Kritik an vielen Aspekten der KPD Politik ändert daran nichts. Aber in Ihrem Alter muss man wohl bei seiner Meinung bleiben. Albert H. Hannover. PS: Es wäre jetzt mal Zeit einige vernünftige Zuschriften zu erhalten. Wer eine gute Rezension schreibt bekommt von mir eine gute Flasche des Likörs Skanderbeg . Ein Sortiment des Likörs brachte ich aus Albanien mit. Ich hab keine Lust mehr immer wieder nach solchen Briefen einen Schluck des Likörs zu saufen. Viele Grüße Max Brym

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