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Challenge Nr. 1 - Kuhglocke

Der #Kronberg in den Appenzeller Alpen soll ganz seinem Namen gerecht werden und unsere Train The Schweiz Tournée zu einem krönenden Abschluss bringen. Idyllisch bettet er sich zwischen #Säntis und Bodensee ein. Hier verläuft ein Teil des alten Jakobsweges - des sogenannten Vorarlberger-Appenzeller-Weges. Der #Jakobsweg ist schon lange eine fixe Idee in unseren Köpfen und so erfüllen wir uns mit dieser Aufgabe ein kleines Stück eines grossen Traumes. 

Der Weg führt von Weissbad über Lehmen zum Leuenfall, von dort steil hinauf nach Ahorn und an die Warteggspitze wieder runter und rauf in die Scheidegg und über den Grat auf den Kronberg.

Auf der grossen Wanderkarte am Bahnhof #Weissbad zeigt Zeynep die Stelle, wo sie den ersten Nervenzusammenbruch erleiden wird. Eine wanderlustige Dame neben uns meint, das sei eine gute Stelle, so grad neben einem Restaurant.

Bis zu unserer ersten Zwischenstation dem #Leuenfall sind wir noch ganz munter, könnten Bäume mit unseren Zähnen ausreissen und fühlen uns unbesiegbar. Das ändert sich ganz schnell: Vor unseren Augen stürzt der #Berndlibach 35m in die Tiefe und wir sind auf einen Schlag sehr kleinlaut. Aus der sicheren Entfernung unserer Internetrecherchen sah der doch so romantisch aus. Und viel, viel, VIEL kleiner! Die ungebändigten Wassermassen dröhnen ohrenbetäubend den Felsen herab in ein dunkles Loch der Verdammnis. Die Gischt zischt uns ins Gesicht, wie der Atem des Todes. Sämtliche Selbsterhaltungstriebe schalten augenblicklich auf Flucht und das Gehirn sendet ein einziges Signal: „Kumpel, mal so ganz unter uns: Du drehst dich jetzt einfach um und siehst zu, dass du Land gewinnst. Wir möchten doch beide nicht, dass man uns in zerfetzten Einzelteilen aus dem Fluss fischt?“ 

Wir wären aber nicht so weit gekommen, wenn wir auf unser Gehirn gehört hätten. Also steigen wir brav einer nach dem anderen in Satans Duschkabine. Direkt beim Fall wirbelt das Wasser die Luft derart mächtig auf, dass man aufpassen muss, das Gleichgewicht nicht zu verlieren und es ist so laut, dass man immerhin das zum zerspringen klopfende Herz in der eigenen Brust nicht mehr hören muss. 
Aber Selbstüberwindung wird immer belohnt: Äusserst erfreut, dass wir uns nicht elendig ersäuft haben, jagt unser Gehirn sämtliche Botenstoffe auf einen Schlag raus und wir sind derart euphorisiert und so verdammt stolz auf uns, dass wir auf der Stelle eine Ode an uns selbst komponieren. 

Der weitere Weg nach Ahorn und auf die #Wartegg ist so steil, dass er schon fast hinüberkippt. Nach unendlich vielen agonischen Selbstmitleidausbrüchen erreichen wir das #Gipfelkreuz auf der Warteggspitze und brechen tränenüberströmt zusammen. Ja wir übertreiben oft, aber hier weinen wir wirklich. Der Ausblick ist ein Geschenk, das wir uns hart verdient haben. Für dieses Siegerfoto lässt es sich Zeynep nicht nehmen, mit ihren Lieblingsschuhen zu posieren. 

Jetzt fehlt noch die Kuhglocke. Für uns ist eine Kuhglocke allerdings erst DIE Kuhglocke, wenn auch eine Kuh dran hängt. Denn wir haben die ganze Wanderschaft unter das Motto der Selbstüberwindung gestellt und wir haben beide panische Angst vor den sanften Wiederkäuern. Stadtwaschlappen die wir sind, sehen wir nur pamplonesque Szenen eines qualvollen Trampeltodes vor unserem inneren Auge. Wann immer die Gehörnten unseren Weg kreuzen, ducken wir uns, warten bis sie an uns vorbei gezogen sind und schieben die Challenge mit fadenscheinigen Entschuldigungen immer weiter raus: „Die hat uns nicht gemocht.“ „Die schaut schon ganz gestresst.“ „Hier haben wir kein gutes Licht.“ Aber irgendwann versperrt uns eine kleine Herde den Weg. Wir nehmen es als ein Zeichen des Jakobsweges und uns eine Kuh ins Visier. Gustavo nähert sich vorsichtig, greift zitternd zu ihrer Glocke und läutet. Das Tier schaut uns mit seinen liebenswürdigen Augen an, schleckt über Gustavos Arm und scheint keinerlei Killerabsichten zu hegen. Es klingt furchtbar banal: Aber für uns Weichbecher war das eine wirkliche Herausforderung!

Es ist bereits 18:30 Uhr als wir das Bergrestaurant an der Scheidegg erreichen. Wir werden es nicht mehr zum Kronberg schaffen – wir hatten bisher schon 8 Stunden für eine Route, die mit 3.5 angegeben wurde. Learning: Um unsere Wandertrips korrekt zu berechnen, müssen wir die Zeitangaben auf der Karte mit Unendlich multiplizieren, dann haben wir die Hälfte unserer effektiven Wanderzeit. Das ist der Moment, wo wir uns gegen den Kronberg und für unser Leben entscheiden und kriechen die Strecke nach Jakobsbad, die mit einer Stunde angegeben ist auf unserem Zahnfleisch in knapp zwei runter. 

Unsere persönliche #Pilgerreise der letzten 10 Tage hat uns alles abverlangt und vieles geschenkt. „Auf dem Jakobsweg passieren wundersame Dinge“ berichten Pilger aus aller Zeit. Das grösste Wunder ist der Mensch, der zu so vielen Dingen in der Lage ist, wenn er nur vom Sofa aufsteht. In der Comfort Zone passieren keine Wunder. Geht raus und erlebt ein Abenteuer!
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The Package! lassen die Kuhglocke klingen.
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Challenge Nr. 3 - BBQ

Ein Grillfest mit Weltbürgern aus allen Kontinenten zu veranstalten wäre für uns ja ein leichtes Spiel, zumal wir beide ein Fuss im Ausland und viele Kontakte zu den lieben #Expats haben. Nur leider mangelt es uns manchmal an praktischem Verstand. Einfach Kollegen einladen? Näh, das wäre zu profan! Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass wir es uns selbst immer etwas schwer machen müssen. 

Wir laden die ausländischen Gäste nicht ein, nein, wir gehen zu ihnen. Mit Grill und Wurst, wie es sich für eine richtige 1. August Grillade gehört. Und wo finden wir sie? Natürlich am #Flughafen Zürich. 

Die hilfsbereite Terminal Managerin vom Flughafen erteilt uns hochoffiziell die Genehmigung, vor der Ankunft 2 einen kleinen Taschengrill aufzustellen und unsere Cervelats zu brutzeln. Die ungewohnte Szenerie und der leckere Duft zieht die Schaulustigen und Heisshungrigen schnell an. Wie erwartet, bestürmen uns die Kinder zuerst und zerren ihre zunächst skeptischen Eltern einfach mit. Wir teilen unsere Würste mit unseren Weltbrüdern und lernen auf diese Weise viele nette Leute kennen, die aus jedem erdenklichen Grund in Zürich gelandet sind. Wir sorgen für viele Lacher, als wir erklären, was das ganze Cabaret eigentlich soll. Wir führen spannende Gespräche und tauschen Weltansichten und Reiseerfahrungen aus, klären die Neuankömmlinge über den Schweizer Nationalfeiertag auf, schwingen gemeinsam Schweizer Fähnchen, geben Auskunft über den Zugfahrplan, erteilen #Ausflugstipps und tauschen Visitenkarten. 

Wir fühlen uns wie auf einer symbolischen Reise durch Chile, Peru, USA, Portugal, England, Indien, China, Südkorea, Uganda, Angola, Kamerun…Wurst verbindet eben. Aber wo zum knatternden Känguru bleiben die Australier? Stundenlang trappen wir verzweifelt durch den Flughafen auf der Suche nach Australiern, die wir in die Geheimnisse des Cervelat-Essens einweihen möchten. Wir gehen sogar auf die Toiletten und rufen: "Anyone from Australia/New Zealand in there?" Vergebens. Mögen Australier die Schweiz nicht?  

Wir hätten so gern mehr über dieses winzigkleine Land erfahren und unser Cosmopolitan #BBQ komplettiert. Das ist definitiv ein Grund mehr, das Land der Koalas und Riesenspinnen endlich zu besuchen, um unseren Kopfüber-Kollegen die Schweiz schmackhaft zu machen, so dass in Zukunft mehr Repräsentanten von Downunder in hiesigen Breitengraden gesichtet werden können. 
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Cervelats am Flughafen Zürich.
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Challenge Nr. 5 - Polonaise

Eine #Polonaise in einem Zug mit Wildfremden zu veranstalten ist ein schwieriges und zugegeben auch etwas peinliches Unterfangen. Tapfer entschliessen wir uns, unseren Ruf ein weiteres Mal für ein höheres Ideal zu ruinieren und unsere Würde auf dem Altar der Reisegötter zu opfern. 

Welcher Tag eignet sich besser für ein beklopptes Reihentänzchen als der Schweizer Nationalfeiertag? Da gibt es Grund zum Feiern und die Leute könnten etwas bereitwilliger sein, sich auf einen Streich einzulassen. 

Grössenwahnsinnig, wie wir sind, würden wir den Zug am liebsten mit einem kompletten #Sinfonieorchester stürmen. Allerdings reagiert das Tonhallen-Orchester etwas unflexibel auf unsere Anfrage. Gustavo aktiviert sein Network und schüttelt mal so nebenbei zwei Musiker aus dem Ärmel, die uns mit Kontrabass und Akkordeon begleiten werden. 

Schon auf dem Perron lauern wir unseren Opfern auf und leisten Überzeugungsarbeit. Doch schnell wird uns klar: Die Spontaneität des durchschnittlichen S-Bahnfahrers hat noch Spielraum nach oben. Mit einem beklommenen Gefühl besteigen wir die S12 im Stadelhofen nach Winterthur. 

In unseren überschwänglichen Visionen, springen sämtliche Zugpassagiere bei den ersten Akkorden von den Sitzplätzen auf und schunkeln euphorisch drauf los. Zeynep besteigt ein rosa Einhorn und führt die Polonaise an. Gustavo und die Musiker fahren in einem Streitwagen, der von 100 kläffenden Chihuahuas gezogen wird hinterher. Robbie Williams und Ricky Martin manifestieren sich in der Mitte des Zuges und reihen sich in die Polonaise ein. Die Caterer verteilen Champagner und Lachshäppchen. Es wird gelacht, die Leute umarmen sich spontan, singen, es ist der Moment, der nie vergehen dürfte. Wir tanzen, tanzen, tanzen...

Leider schlägt uns die Realität mit acht Fäusten brutal ins Gesicht: Wir reden mit Engelszungen auf die Reisenden ein, wir flehen, wir betteln, wir erklären und weinen sogar ein bisschen. Wir müssen ein so jämmerliches Bild abgegeben haben, dass sich tatsächlich ein paar wenige Menschen mit reinem Herzen unserer erbarmen. Die #Mini -Polonaise schwankt – ganz im Motto unserer Wunschreise -  zu osteuropäischen Klängen los. *Die Fahrgäste lachen, Kameras werden gezückt, einige klatschen im Takt mit und haben – man glaubt es kaum – wirklich Spass. *

Wir haben wieder etwas Wichtiges gelernt: Man kann vieles planen, aber nicht alles voraussehen. *Es ist an uns, jede Situation so anzunehmen, wie sie kommt, eine spontane Alternative zu erschaffen und einen Riesenspass dabei zu haben – Das ist die Essenz vom Reisen. *
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Polonaise im Zug.
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Challenge Nr. 2 - Strand

Als Strassenmusiker in #Zürich, muss man einiges über sich ergehen lassen. Aber wie sonst, kommt man an so viele verschiedene Währungen? Nach drei vergeigten Tagen hatten die Passanten neben leeren Petflaschen, gammligen Socken und verkauten Kaugummis tatsächlich auch genug Geld in den Geigenkoffer geworfen, dass wir endlich unseren Beach-Trip antreten konnten. 

Daniela, unsere Wassernymphe in #Kos wird so lange von uns mit SMS bombardiert, bis sie eine Flasche eigens für uns mit Meerwasser befüllt und nach Zürich mitbringt. Die griechischen Götter wissen, wie sie das Ding durch die Flughafen Security gebracht hat. 
Natürlich können wir das Wasser nicht einfach in einer mondänen Plastikflasche zu unserer Schatzinsel tragen. „Elegance is an attitude!“, meint Zeynep und so reisen wir quer durch die Schweiz, ein Glas Meerwasser balancierend. 

Der schönste Strand der Schweiz liegt am schönsten See der Schweiz und das ist ohne Zweifel der #Caumasee. Von Flims aus ist es nur ein kleiner Fussmarsch und wird zudem noch mit einer atemberaubenden Aussicht auf den See belohnt. Das Wasser schimmert wie ein flüssiger Saphir in der Sonne, es ist angenehm warm und kristallklar. 

Schwimmend schlagen wir uns zu unserem Schatzstrand durch. Gustavo schwimmt mit Geigenkoffer und Schaufel und trinkt den halben See leer, während er todesmutig Alligatoren und Anakondas in die Flucht schlägt. Währenddessen tauft Zeynep unseren Traumstrand mit dem Meerwasser und vergräbt den Schatz. Wir kichern noch ein wenig über das Gesicht des einstigen Finders, der einen Geigenkoffer mit kunterbunten Währungen entdecken wird. 

Anschliessend wandern wir gemächlich vom #Caumasee zum #Crestasee. Der Weg führt durch magische Wälder, an verwesenden Maulwurfleichen und brasilianischen Touristen vorbei. Nach dem Caumasee erscheint einem der Crestasee allerdings wie ein schlammiger Tümpel – findet Zeynep. Gustavo ist ganz entsetzt und jammert: „Waruuuum, der war doch ganz türkis, das war nur am Rand so braun.“

Unsere Füsse sind zu der Grösse von Dampfkochtöpfen angeschwollen und eine Milliarde Mücken haben sich an unserem Blut gelabt aber unser selig-mattes Grinsen kriegt so schnell keiner mehr aus unseren Gesichtern. 
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The Package vergraben einen Schatz im Caumasee.
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Challenge Nr. 4 - Himmelstor

Ok, #Mammut finden ist easy – so ein Kawenzmann ist ja kaum zu übersehen. Wir sind uns aber nicht sicher, ob das possierliche Tierchen denn auch wirklich handzahm ist, also beschliessen wir eines zu fangen. Hartgesottene Wildjäger die wir sind, haben wir razfaz eine professionelle Mammutfalle aufgestellt. Keiner weiss, was so ein Mammut gerne frisst, drum nehmen wir das Naheliegendste: Sushi! – Jeder mag Sushi. Nachdem Zeynep viermal aus der Falle befreit werden muss, weil sie den Köder selber essen will, klappt es endlich. Das Zotteltier trappt langsam heran, schnuppert neugierig und zackwumm ist die Falle zu – wir haben unser Mammut! 
 
Das völlig verstörte Tierchen ist allerdings nicht zu beruhigen. Wir ondulieren ihm die Haare, wir lackieren seine Fingernägel, Gustavo verpasst ihm sogar eine Anti-Age-Gesichtsmaske – nichts will helfen. Elvis, so heisst es nämlich, möchte nach Hause. „Blöde Zicke!“ denken wir uns, „Dann bringen wir dich halt heim.“ #Elvis hätt uns dann auch ruhig sagen können, dass es am Ende der Welt wohnt. Aber kein Grund hysterisch zu werden: Mit der #SBB App finden wir problemlos die richtige Verbindung. 
 
Tränenreich setzen wir das Tier an seinem Heimatbahnhof aus und blicken wehmütig zum Horizont, wo #Elvis fröhlich trompetend im Sonnenuntergang verschwindet. 
 
Leb wohl, Elvis. Du warst ein gutes #Mammut . Das beste #Mammut , das wir je kennen lernen durften. 
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The Package! bringen das Mammut ans Ende der Welt.
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The Package
Wer und wie wir sind zeigt euch unser Video...
Wir freuen uns riesig auf die Reise durch die Schweiz!
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