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KONZEPT 2017
Inhaltsverzeichnis
1 Darstellung der Einrichtung .
1.1 Rahmenbedingungen und Umfeld der Kinder 3
1.2 Die Geschichte der Kita....................................3
1.3 Der Träger .........................................................4
1.4 Räumlichkeiten .................................................4
1.5 Personelle Besetzung........................................5
1.6 Gruppenformen..................................................6
1.7 Tagesablauf........................................................6
1.8 Aktivitäten...........................................................7
2 Pädagogisches Profil der Einrichtung................. 8
2.1 Bild vom Kind .....................................................8
2.2 Rolle der Erzieherinnen .....................................8
2.3 Das besondere Profil der Kita............................8
2.3.1 Zweisprachige Erziehung................................8
2.3.2 Montessori-Pädagogik .................................. 9
2.4 Integration von Kindern mit Behinderung .......10
3 Bildungsbereiche und ihre Umsetzung im Alltag 11
3.1 Gesundheit .......................................................11
3.2 Soziales und kulturelles Leben .......................12
3.3 Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel .................................................................................13
3.4 Mathematik......................................................13
3.5 Natur-Umwelt-Technik ....................................14
3.6 Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien....................................................................14
4 Methodische Umsetzung...................................17
4.1 Projektarbeit.....................................................17
4.2 Beobachtung und Dokumentation .................17
4.3 Sprachlerntagebuch.........................................18
4.4 Fortbildungen der Erzieherinnen .....................19
5 Gestaltung von Übergängen ...............................20
5.1 Eingewöhnung...................................................20
5.2 Vorbereitung auf den Schuleintritt...................22
6 Elternarbeit ...........................................................23


1 Darstellung der Einrichtung
1.1 Rahmenbedingungen und Umfeld der Kinder
Unser Kinderladen Maluch befindet sich in einem ruhigen und gepflegten Bereich im Bezirk Moabit in der Stephanstraße. Der Stephan-Kiez ist ein dicht besiedelter Einzugs-bereich mit teilweise sehr repräsentativen Altbauhäusern und bietet eine verkehrssi-chere Umgebung für unsere täglichen Spaziergänge zu nahegelegenen Spielplätzen. In der Nähe befinden sich ein großer Park mit Schwimmbad und zwei Spielplätze, die re-gelmäßig von uns besucht werden. In unserer Einrichtung betreuen wir Kinder, die sowohl im Tiergarten als auch in weiter entfernten Stadtteilen wohnen.
Da wir eine deutsch-polnische Kindertagesstätte sind, kommen in unsere Einrichtung viele Kinder mit polnischer bzw. deutsch-polnischer Herkunft. Kinder deutscher oder anderer Nationalitäten machen etwa 50% aus. Die Dauer der Betreuung eines Kindes richtet sich nach den von den Eltern und vom Amt genehmigten Betreuungsumfang.
Gemäß der Betriebserlaubnis betreut der Kinderladen Maluch in der Regel 28 bis maxi-mal 30 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren, die in zwei Gruppen aufgeteilt sind.

1.2 Die Geschichte der Kita
Der deutsch-polnische Kinderladen Maluch wurde als Kita im Jahr 1986 von engagierten deutschen und polnischen Eltern sowie Erzieherinnen ins Leben gerufen. Ziel war es, die Integration polnischer Kinder in die Wahlheimat zu erleichtern und zu fördern sowie die noch nicht lange in Deutschland lebenden Eltern zu unterstützen. Vorausgegangen war die Gründung des Vereins zur Förderung und Integration polnischer Kinder in der Berliner Gesellschaft e.V., der bis heute der Träger des Kin-derladens ist. Mit viel Mühe und Kraft seitens der engagierten Eltern entstand der Kindergarten. Es dauerte über ein Jahr bis die Idee der deutsch-polnischen Einrichtung umgesetzt war. Vom Juni 1986 bis Mitte der 90-er Jahren befand sich der Kindergarten in der Perleberger Straße 31, dann zog der Laden in die größeren Räume in der Stephanstraße 17 um, in der er sich bis heute befindet.
1.3 Der Träger
Der Verein zur Förderung und Integration polnischer Kinder in die Berliner Gesellschaft e.V. ist der Träger der Kita ‚Maluch‘.
Der Verein besteht aus der Mitgliederversammlung und dem Vorstand. Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung auf zwei Jahre gewählt und übernimmt alle Trä-gerfunktionen der Kita Maluch. Dieser besteht aus mindestens drei, höchstens fünf Per-sonen. Konkret setzt sich der Vorstand aus dem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und gegebenenfalls ein oder zwei weiteren Mitgliedern zusammen. In ihm sind Eltern und Erzieher vertreten. Alle sechs Wochen finden Vorstandssitzungen statt, bei denen wich-tige Tagespunkte besprochen und Entscheidungen getroffen werden. Mit dem Abschluss des Betreuungsvertrages erklären die Eltern gleichzeitig ihren Beitritt als Mitglied in den o.g. Verein und erkennen die Satzung an. Die Mitgliedschaft endet automatisch mit der Beendigung des Vertrages.

1.4 Räumlichkeiten
Der Kinderladen befindet sich im Erdgeschoss und verfügt über eine Fläche von insge-samt 170 qm, die in ihrer Aufteilung optimale Bewegungsfreiheit für die Kindergruppen bietet, bestehend aus drei Gruppenräumen, einem Vorzimmer mit Sandtischkasten, einem großen Flur, Büro, Küche, Bad, WC, sowie Abstellkammer und Keller. Die Räume überzeugen durch außergewöhnliche Deckenhöhe. Dadurch war es uns möglich zwei Hochebenen zu bauen, die den Kindern kleine und gemütliche Rückzugsbereiche mit niedriger Deckenhöhe bieten.
Die Räume sind so gestaltet, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen sammeln und ihren Bedürfnissen nachgehen können. Folgende Bereiche und Funktionen stehen zur Verfü-gung:
- Kreativbereich
- Rollenspielbereiche, z.B. Puppenecke, Bauecke, Verkleidungsecke
- Kuschelecken
- Leseecke
- Gesellschaftsspielecke
- Forscherecke
- ‚Mal-Ort‘
- Montessori-Bereich
- Sandtischecke
- Sport- und Bewegungsecke (mit Sprossenwand)

Die unterschiedlichen Bereiche sind mit offenen Regalen ausgestattet, die den Kindern freien Zugang zu diversen Materialien ermöglichen und die Lust zum Vergleichen, Füh-len, Gestalten und Experimentieren fördern. Spiegel und Spiegelkacheln geben den Kin-dern die Möglichkeit sich selbst und andere zu beobachten.
Neben dem Büro und der Küche, steht den Kindern ein großes Bad mit Fenster zur Verfügung. Das ist auch der Treffpunkt für das gemeinsame Zähneputzen. Hier haben sie auch die Möglichkeit mit Wasser zu experimentieren.

1.5 Personelle Besetzung
Das pädagogische Team besteht aus zwei deutschen und drei polnischen Erzieherinnen. An Ausflugstagen werden wir meistens noch durch eine polnische Erzieherhelferin un-terstützt. Einmal pro Woche übernimmt ein Musikpädagoge die musikalische Früherzie-hung in unserem Kinderladen. Das Essen wird von einer polnischen Köchin täglich frisch in unserem Kinderladen zubereitet, die die Kinder immer wieder mit gesunder Kost zu überraschen weiß. Für die Sauberkeit sorgt eine Reinigungskraft. Darüber hinaus organisieren wir zwei Mal im Jahr einen Putztag, an dem uns ebenfalls die Eltern unterstützen. Unsere Einrichtung bietet auch einen Platz für ein/einen Praktikanten/in oder andere projektbezogene Helferin. Durch die hohe Zahl an Mitarbeitern/-innen sorgen wir für einen weit über die Anforderungen des Senats hinausgehenden Personalschlüssel.
Eine der Erzieherinnen übernimmt die Rolle der Kita-Leitung und ist für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit, Organisation und Verwaltung der finanziellen Mittel zustän-dig.
Teamsitzungen finden alle zwei Wochen statt und geben die Möglichkeit zum Bespre-chen von fachlichen Themen und organisatorischen Aufgaben.
Wir bemühen uns um eine offene Arbeitsatmosphäre. Lösungen für ausstehende Prob-lembereiche finden wir gemeinsam, weitreichende Entscheidungen werden von allen Mitarbeiterinnen diskutiert und im Konsens verabschiedet. Kollegiale Beratung und gegenseitige Unterstützung (z.B. bei Personalausfall, gruppenübergreifende Aktionen) sind stetiger Bestandteil unserer Teamentwicklung.

1.6 Gruppenformen
Wir betreuen und begleiten 28 bis maximal 30 Kinder im Alter von einem bis sechs Jah-ren in zwei Gruppen (Bärchen und Katzengruppe) und bieten mit unseren fünf Pädagoginnen einen optimalen Betreuungsschlüssel an. Die Kinder werden altersentsprechend und in Teilgruppen mit passenden Angeboten gefördert.
Wir arbeiten nach dem Konzept der halboffenen Gruppen, d.h. die Flächen und Räume der Kita stehen allen Kindern zur Verfügung. Nur bei gezielten pädagogischen Aktivitä-ten (täglich von 10.00 bis 11.15) werden die Kinder in drei altershomogene Gruppen aufgeteilt und durch passende Angebote gefördert.

1.7 Tagesablauf
Um den Kindern Sicherheit und Orientierung zu bieten, ist unser Tag durch eine feste Struktur und wiederkehrender Rituale geprägt. Hier die Darstellung eines typischen Tagesablaufes im Kinderladen ‚Maluch‘:
07.30-08.55 Ankunft der allermeisten Kinder, freie Beschäftigung, Frühstücksvorbereitung
08.30-09.00 Montag und Mittwoch Sprachförderung: Polnisch
08.30-09.00 Dienstag, Donnerstag und Freitag Sprachförderung: Deutsch für Kinder nicht deutscher Herkunft
09.00-09.40 Frühstück, Zähneputzen
09.40-09.50 Ankunft der Kinder, die zu Hause gefrühstückt haben
10.00-11.00 Morgenkreis und Beschäftigungsangebot
11.00-11.20 Obstpause, Anziehen
11.20-12.30 Spielplatzbesuch
12.30-13.30 Tischdienst der älteren Kinder, Mittagessen
13.30-13.50 Abholzeiten der „Halbtagskinder“, Zähneputzen
13.50-14.30 Mittagsruhe: Vorlesen, Hörspiel, Schlaf für müde Kinder
14.30-15.30 Abholzeiten, freies, ruhiges Beschäftigen, kreatives Gestalten, Wecken der schlafenden Kinder um 15.15 Uhr
15.15-15.30 Nachmittagsimbiss: Obst, Gemüse
15.30-16.30 Freies Beschäftigen

Die regelmäßigen Öffnungszeiten des Kinderladens sind:
Montag bis Donnerstag: 07.30 – 16.30 Uhr sowie Freitag: 07.30 – 16.00 Uhr
Donnerstags bringen die Kinder ihr eigenes Frühstück von zu Hause mit.
1.8 Aktivitäten
Sofern es die äußeren Umstände zulassen, gibt es neben dem regulären Tagesablauf in regelmäßigen Abständen natürlich auch andere Aktivitäten:
- Waldtag und Sommerschwimmen
- einmal im Jahr Maluch-Kita-Reise für Kinder ab fünf Jahren für zwei bis vier Tage
- Besuch von: Theater, Zoo, Aquarium, Museum, Botanischer Garten, Schulgarten
- alljährliche Feste: Geburtstage, Faschingsfest, Sommerfest, Laternenfest, Weih-nachtsfest



2 Pädagogisches Profil der Einrichtung
2.1 Bild vom Kind
Unser Bild des Kindes entspricht dem eines eigenständigen Wesens, mit einem großen Willen die Welt zu erkunden. All sein Tun erfährt es im Spiel, hierbei versuchen wir den Lernprozess spielerisch zu gestalten, geben ihnen jedoch auch Freiraum für eigene Ideen. Dadurch erfährt und lernt es nach und nach seine Umwelt zu erkunden und er-schließt die logischen Zusammenhänge auf seine ureigene spielerische Art für sich. Es ist dabei wissbegierig, offen und kreativ. Wir als Erzieherinnen versuchen das Kind da-bei zu unterstützen, seine Fähigkeiten, Stärken und Rechte zu entwickeln und dem Bedürfnis nach liebevoller und ehrlicher Zuwendung Rechnung zu tragen.
2.2 Rolle der Erzieherinnen
Wir als Erzieherinnen sehen uns als Begleiterinnen der Kinder. Wir versuchen basierend auf unseren Beobachtungen durch gezielte Angebote den Kindern einen möglichst großen Erfahrungsraum zu geben.
Wir stehen helfend und beratend zur Seite mit der Intention, die Kinder in ihrer Selbst-ständigkeit, ihrem Ausdruck und ihrer Sprache zu fördern. Wir vertrauen auf die Selbstentfaltungskräfte der Kinder und gestehen jedem Kind ein individuelles Lerntempo zu.
Wir bieten den Kindern Rahmenbedingen wie Sicherheit, Akzeptanz, Regeln, Grenzen und Herausforderungen, die förderlich für ihre Entwicklung sind.

2.3 Das besondere Profil der Kita
2.3.1 Zweisprachige Erziehung
Als deutsch-polnische Kita fühlen wir uns neben der deutschen Sprache, besonders der polnischen Sprache verbunden. Ziel dieser Einrichtung war und ist es ein gleichberech-tigtes Nebeneinander von Polnisch und Deutsch zu schaffen, sodass Eltern und deren Kindern die Möglichkeit geboten wird, neben der deutschen Sprache, welche von jedem Kind erlernt wird, auch Polnisch-Kenntnisse zu vermitteln.
Beide Sprachen sind stets präsent. Deutsche und polnische Spiele, Lieder und Gedichte zu verschiedenen Themen fließen im gemeinsamen Morgenkreis ein. Darüber hinaus versammeln sich zweimal wöchentlich Kinder, die die polnische Sprache vertiefen wol-len. In diesem Kreis werden ihnen klassische polnische Kinderliteratur und traditionelle Lieder näher gebracht. Die polnischen Erzieherinnen sind dabei als Vermittler/innen und Förderer/-innen der polnischen Sprache und Tradition zu verstehen.
Alle nicht polnisch sprechenden Kinder haben bei uns die Möglichkeit die Grundzüge der polnischen Sprache auf spielerische Art und Weise zu lernen.
Darüber hinaus findet drei Mal wöchentlich speziell für Kinder nicht deutscher Herkunft eine Sprachförderung, die durch eine Sprachtherapeutin geführt wird, statt. Dadurch wird den Kindern die Möglichkeit gegeben die deutsche Sprache noch besser zu erlernen.


2.3.2 Montessori-Pädagogik
Die Elemente der Montessori-Pädagogik fließen seit 2007 in unsere Arbeit mit ein. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung der Montessori-Arbeitsmaterialien. Aus ihren Beobachtungen von Kindern im Kita-Alter entwickelte Maria Montessori ab 1870 ein nach ihr benanntes pädagogisches Bildungskonzept. Es beruht auf der Form des offenen Unterrichts und der Freiarbeit in einer Bildungseinrichtung. Der Montessori Ansatz kann insofern als experimentell bezeichnet werden, als die Beobachtung des Kindes den Lehrenden dazu führen soll, geeignete didaktische Techniken anzuwenden, um den Lernprozess der Kinder maximal zu unterstützen und zu fördern. Als Grundgedanke der Montessoripädagogik gilt die Aufforderung an die Lehrenden: „Hilf mir, es selbst zu tun“.
Das Entwicklungsmaterial
Maria Montessori teilte die von Ihr entwickelten Arbeits und Lernmaterialien in ver-schiedene Bereiche.
Das Sinnesmaterial
Mit dem Sinnesmaterial werden verschiedene Sinne wie der Sehsinn, Gehörsinn, Tast-sinn, Wärmesinn, Geschmackssinn und der Geruchsinn angesprochen. Das Ziel dieses Materials ist es die Ordnung, Bewusstmachung und Anwendung auf andere Gebiete zu ermöglichen. Das Sinnesmaterial ist das Material der Abstraktion. In ihm werden die Eigenschaften isoliert und zudem abgestuft dargestellt. Das Besondere an diesem Mate-rial ist, dass es abstrakte Begriffe, wie z.B. Größe und Gewicht, konkret erlebbar macht, sie werden im wörtlichen Sinne BE-GRIFFEN.
Materialien für Mathematik
Ab dem Alter von etwa drei Jahren beginnen Kinder sich mit dem Aufbau des Zahlensystems und den Materialien, die die vier Grundrechenarten beinhalten, zu beschäftigen. Das Mathematikmaterial ist wie alle anderen Materialien auf das Handeln ausgerichtet.
Materialien für Sprache
Das Sprachmaterial orientiert sich an dem Bedürfnis der Kinder, sich in Schrift auszu-drücken und mit der (Schrift-) Sprache zu spielen. Das strukturierende Material hilft dem Kind, die Welt der unterschiedlich geformten Buchstaben zu erkennen und zu ord-nen. Über die äußere Ordnung gelangt das Kind zu einer neuen inneren Ordnung.
Wir bieten den Kindern im Freispiel und unter Anleitung Materialien, die die Reihenbil-dung und Ordnungsstrukturen fördern und Material zur Vorbereitung auf die Mathematik mit Perlen, Stangen und Zahlen. Als Vorübung zum Lesen und Schreiben sind Buchstabenformen vorhanden.
Beliebt sind auch die Tabletts zur Auge-Hand-Koordination und Übungen des prakti-schen Lebens.

2.4 Integration von Kindern mit Behinderung
Unsere Einrichtung verfügt über die Möglichkeit, Kinder mit Beeinträchtigungen nach Bedarf zu betreuen. Die Qualifikation hierfür haben zwei Erzieherinnen durch eine mehrmonatige Zusatzausbildung erworben. Mit den zuständigen Psychologen und The-rapeuten erstellen wir gemeinsam einen individuellen Förderplan für das jeweilige Kind. Dieser Förderplan ermöglicht uns die Reflektion und genaue Beobachtung der Entwicklung von Kindern mit Behinderungen.
3 Bildungsbereiche und ihre Umsetzung im Alltag
Die Ziele unserer Arbeit richten sich nach dem Berliner Bildungsprogramm und spiegeln sich in unserem Alltag wieder. Basierend auf dem Berliner Bildungsprogramm haben wir unsere Arbeitsziele diskutiert und definiert. Die sechs Bildungsbereiche bilden die Grundlage unseres Konzepts.

3.1 Gesundheit
Jedes Kind wird mit dem Grundbedürfnis geboren, seine Umwelt zu entdecken. Die Kin-der sind dabei sehr neugierig, erfinderisch und mit einem hohen Maß an Freude, Kreativität und Fantasie ausgestattet.
Bewegung schafft jedoch nicht nur die Grundlage für eine gesunde körperliche Entwicklung, sie bildet zugleich auch die Basis für die geistige Entwicklung der Kinder. Kinder müssen ihren Körper wahrnehmen, um Zusammenhänge zwischen Körper und Bewegung, Ernährung und Gesundheit erkennen und begreifen zu können.
Die Kinder unserer Einrichtung erhalten sowohl innerhalb des Kinderladens als auch in unserem naturnahen Außenbereich vielfältige Bewegungsimpulse.
Wir sind bemüht unseren Kindern diverse Bewegungserfahrungen zu eröffnen. Unsere Räume bieten zahlreiche Kletter-, Balancier- und Schaukelmöglichkeiten, sodass die Kinder selbstbestimmt ihren Bewegungsbedürfnissen nachgehen können. Einmal wö-chentlich werden Bewegungsspiele für jede Gruppe angeboten.
Rollbretter, Roller und Dreiräder werden von allen Kindern regelmäßig auf dem Spiel-platz genutzt. Die Kinder können auf diesem Weg ihren Körper kennenlernen, seine Fähigkeiten, Kräfte und Grenzen erfahren. Dies passiert neben den grobmotorischen Aktivitäten aber auch bei Rollen-, Kuschel- und Entspannungsspielen.
Über Bücher, Spiele und Lieder vermitteln wir Wissen über den eigenen Körper und regen die Kinder an, ihre Körperempfindungen mitzuteilen. Wir bieten den Kindern Gespräche zu den Themen Gesundheit und Körperpflege, sprechen über Zahnhygiene und Kranksein. Wir stellen Materialien, wie z.B. ausrangierte Erste-Hilfe-Kästen für Rollenspiele zur Verfügung. Dreimal jährlich wird den Kindern im Rahmen der Zahnprophylaxe auf spielerische Art der Umgang mit der Zahnbürste nahegebracht. Im Kinderladen führen wir dies fort, die Kinder putzen sich zweimal täglich unter Beaufsichtigung die Zähne. Die Piktogramme an der Wand im Bad unterstützen unser gemeinsames Tun.
Die Ernährung ist gleichzeitig ein wichtiges Thema des Bereiches Gesundheit. Wir bieten den Kindern zwei bis dreimal täglich frisches Obst und Gemüse an. Zudem wird jeden Tag in unserem Kinderladen frisch gekocht. Vom Bioladen erhalten wir wöchentlich Grundnahrungsmittel geliefert.
Die Einbeziehung der Kinder in die gesunde Zubereitung der Speisen ist ein Bestandteil in unserer Ernährungserziehung. Ausflüge in den Schulgarten und die dortige Verarbeitung von Obst und Gemüse verschaffen unseren Kindern zahlreiche Einblicke und Erfahrungen in Welten, die ihnen als Stadtkinder häufig nicht oder nur mit enga-gierten Eltern zugänglich gemacht werden können.

3.2 Soziales und kulturelles Leben
Voraussetzung für ein funktionierendes und gelungenes Zusammenleben sind gesell-schaftliche und kulturelle Strukturen, Regeln und Werte. Beim Eintritt in den Kinderla-den erfährt sich das Kind als Mitglied einer Gruppe, in der es soziale und kulturelle Schlüsselprozesse kennen und verstehen lernt.
In unserem Kinderladen lernen die Kinder, sich der eigenen Interessen, Bedürfnissen und Gefühlen bewusst zu werden und diese sprachlich mitzuteilen. Sie lernen ihrem Alter entsprechend die Interessen ihrer Mitmenschen zu akzeptieren und mit Menschen und Gegenständen angemessen umzugehen. Wir versuchen im täglichen Umgang miteinander die Kinder zu fördern, ihr Gegenüber zu verstehen und das Gemeinschaftsgefühl durch Spiele, gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Reisen und Rollenspiele zu entwickeln.
Regeln für den fairen Umgang in unserer Gemeinschaft legen wir zusammen mit den Kindern fest. Da sich unsere Einrichtung multikulturell entwickelt hat, lernen die Kinder andere Kulturen und Sprachen kennen und stellen Vergleiche zu ihrer Herkunftskultur und Familie her. So erhalten sie eine differenzierte Wahrnehmung ihres soziokulturellen Umfeldes.

3.3 Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel
Durch die räumliche Neugestaltung unseres Kinderladens haben die Kinder leichten Zugriff auf unterschiedliche Materialien zum Zeichnen, Malen, Kleben, Tonen und Wer-ken. Sie können sich mit den verschiedenen Materialien vertraut machen und werden angeregt, sich bildnerisch auszudrücken. Zum Bildnerischen Gestalten gehört auch das Kennenlernen von Künstlern, Malern und Architekten, die wir den Kindern anhand von Büchern und Bildern vorstellen und nahebringen.
Perlen, Federn, Glitzerndes, Reststoffe und Naturmaterialien werden von uns für gestalterische Arbeiten bereitgestellt. Diese bieten eine gute Quelle für neue und kreative Ideen zum freien oder themabezogenen Schaffen der Kinder.
Im Rahmen unseres Kunstangebotes lernen die Kinder einmal wöchentlich neue Tech-niken im Umgang mit Farben und Materialien kennen, z.B. Marmorieren, Wachskratz-technik und andere. Die Werke der Kinder präsentieren wir im Kinderladen in Bilder-rahmen oder auf Tonkartons in Augenhöhe.
Der Malort wird von den Erziehern und Kindern als Rückzugsraum wahrgenommen. Hier haben sie die Möglichkeit sich zurückzuziehen und kreativ auszudrücken und fantasivolle Bilder zu gestalten, ohne dabei zeitlich eingegrenzt zu sein, abseits des regulären Kindergartengeschehens.
Die Materialien Ton und Knete sind den Kindern jederzeit zugänglich. Freier oder the-menbezogener Umgang mit Ton oder Salzteig wird darüber hinaus einmal wöchentlich angeboten.
Die Begegnung mit Musik erfahren schon die meisten Kinder im Mutterleib und dann später durch Vorsingen, Musikhören und anderes. Ein Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist es, die Musikalität der Kinder zu fördern und das Rhythmus- und Harmoniegefühl zu stärken. Durch regelmäßiges Singen im Morgenkreis vermitteln wir unseren Kindern stimmungs-, jahreszeit- und themenbezogene Lieder, rhythmische Reime und Fingerspiele. Während der Angebote unseres musikalischen Musikpädagogen kommen regelmäßig unterschiedliche Instrumente zum Einsatz. Die Kinder lernen diverse Instrumente kennen und werden in verschiedene Musikstile eingeführt.
Während des Tagesablaufs haben unsere Kinder darüber hinaus die Möglichkeit, CDs zu hören, zu tanzen, Spiele zur Musik zu veranstalten und mit Instrumenten zu experimentieren. Lieder aus den Herkunftskulturen unserer Kinder sind auch im Repertoire unseres Kinderladens.

3.4 Mathematik
Wir möchten in unserer Einrichtung dafür sorgen, dass Kinder früh erste mathemati-sche Erfahrungen machen können.
In unserem Kinderladen bieten wir den Kindern Materialien an, um mathematische Grunderfahrungen zu sammeln. Hierzu gehören einfache Sortier-, Türm- und Steckspiele. Der Zahlenbereich 1-20 wird in Alltagssituationen erlernt und wiederholt. Auch über unseren Geburtstagskalender vermitteln wir regelmäßig Zeit- und Mengenbegriffe. Geometrische Formen werden in Lege- und Bewegungsspielen (mit Seilen) dargestellt. In der Naturecke erhalten die Kinder die Möglichkeit, mit natürlichen Formen (Muscheln, Hölzern, Tannenzapfen und Mineralien etc.) zu spielen und zu experimentieren, d.h. sie ordnen, vergleichen und klassifizieren. Der Sandspieltisch erweitert hierzu noch das Spiel- und Experimentierangebot.
Die ältesten Kinder werden zusätzlich in einem Zahlenprojekt ihren Neigungen und Interessen entsprechend gefördert.

3.5 Natur-Umwelt-Technik
Wir ermöglichen unseren Kindern Grunderfahrungen im naturwissenschaftlichen Be-reich, indem wir altersentsprechende Experimente durchführen und ihnen die Gelegen-heit geben, sich in unserer Forscherecke mit unterschiedlichen Materialien auszuprobieren. Durch Bilderbücher über Naturerscheinungen, Wachstum und Technik schaffen wir Anregungen und erweitern den Rahmen, die Umwelt besser zu begreifen.
Ausflüge in den Wald, Schulgarten und Museen bieten unseren Kindern vielseitige An-reize und Erfahrungen.
Aber auch alltägliche Erlebnisse mit Käfern und Schnecken vom Spielplatz ermuntern die Kinder zu ausführlichen Beobachtung und Beschäftigung im Kinderladen. Hieraus entwickeln sich kleine Projekte, z.B. eine Schneckenbetrachtung, die den Kindern zahl-reiche Einblicke und einen einfacheren Einstieg in die Natur und deren Zusammenhänge ermöglichen.
Unser großes Badezimmer wird auch in das Experimentieren und Spielen mit Wasser einbezogen.

3.6 Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
Die Förderung der deutschen Sprache hat in unserer Einrichtung oberste Priorität, denn nur diejenigen, die sich sprachlich auszudrücken vermögen, haben die Möglichkeit mit anderen in Kontakt zu treten, Freundschaften aufzubauen, Gefühle und Gedanken mitzuteilen.
In unserer Kita werden Kinder verschiedenster Nationalitäten betreut. Neben der deut-schen Sprache werden Kinder auf Wunsch auch in der polnischen Sprache gefördert.
Sprachförderung in unserer Einrichtung bedeutet:
- Sprache lernen im persönlichen Kontakt, Gespräch und beim alltäglichen Mitei-nander
- Handlungsbegleitendes Sprechen, um Satzstrukturen aufzubauen und zu verfes-tigen bzw. den Wortschatz zu erweitern
- Freude an der Sprache zu wecken mit Reimen, Spielen und Liedern
- Gesprächskultur in kleinen Gruppen und bei Mahlzeiten
- Sprachförderung dreimal wöchentlich zum Erwerb des Grundwortschatzes für Sprachanfänger mit Handpuppen, Rollenspielen, Bildkarten und Materialien zur Sprachförderung von Zwi Penner.
In unserer Einrichtung werden die polnischen Kinder in beiden Sprachen gefördert, d.h. die polnischen Erzieherinnen pflegen die Muttersprache im täglichen Gespräch, in Vorlesegruppen und zweimal wöchentlich in Sprachfördergruppen für polnische und interessierte andere Kinder.
In unseren Morgenkreisen fließt die polnische Sprache und Kultur durch Reime, Lieder und Spiele ein, so haben alle Kinder die Chance mit der polnischen Sprache vertraut zu machen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer sprachlichen Bildung ist die Literacy-Erziehung, d.h. die Kinder werden mit der Welt der Bücher, Buchstaben und Zahlen vertraut gemacht und entwickeln dadurch Kompetenzen und Vorfreude auf die Schule.
Die ältesten Kinder werden verstärkt mit Spielen und Übungen zur Förderung des pho-nologischen Bewusstsein vertraut gemacht, d.h. die spätere Lese- und Rechtschreib-kompetenz wird entwickelt.
In unserem Kinderladen ist insbesondere unsere Leseecke ein vielgenutzter Bereich und Bücher bilden einen festen Bestandteil unseres Kitalebens.

4 Methodische Umsetzung
4.1 Projektarbeit
Häufig arbeiten wir in unserer Einrichtung an Projekten, die einige Wochen andauern. Dabei arbeiten wir situationsorientiert und beziehen die Jahreszeiten und traditioneller Feste ein, was uns sehr wichtig ist. Die Kinder sollen mit Hilfe der Projekte ihre Lebens-welt besser kennenlernen, sie soll für die Kinder greifbar gemacht werden und ihnen ermöglichen, sich sprachlich zu verschiedenen Themen auszudrücken.
Daran arbeiten wir täglich ca. eine Stunde im Morgenkreis und je nach Möglichkeit zu-sätzlich nachmittags. Wir versuchen bei der Auswahl der Projekte uns am aktuellen Interesse der Kinder zu orientieren.
Mit Aktivitäten innerhalb der Projekte sollen möglichst viele Bildungsbereiche abge-deckt werden, um die Kinder ganzheitlich zu fördern. Es werden Gespräche geführt, Lieder und Fingerspiele kennengelernt, Bewegungseinheiten durchgeführt, gebastelt und künstlerische Techniken ausprobiert sowie Ausflüge angeboten.
Anhand von Fotos, Texten und Bildern werden die erarbeiteten Projekte dokumentiert.

4.2 Beobachtung und Dokumentation
Das Beobachten gehört zu den wichtigsten Instrumenten des pädagogischen Personals. Wir beobachten die Kinder gezielt, dokumentieren die Beobachtungen schriftlich und tauschen uns regelmäßig aus. Durch das systematische und zielgerichtete Beobachten der Kinder erkennen wir ihre sprachlichen, körperlichen, motorischen und kognitiven Entwicklungen sowie sozialen und emotionalen Kompetenzen und unterstützen uns bei der individuellen pädagogischen Arbeit mit ihnen.
In regelmäßigen Abständen wird jedes Kind durch seine Erzieherin nach bestimmten Kriterien beobachtet und die Ergebnisse werden in einem standardisierten Bogen zu-sammengefasst.
Einmal jährlich werden die Entwicklungsbögen, die den Entwicklungsstand des jeweili-gen Kindes dokumentieren, den Eltern vorgestellt.
Bei Entwicklungsverzögerungen informieren wir die Eltern, schlagen konkrete und spe-zielle Beratungsstellen oder externe Fachkräfte vor und fördern betroffene Kinder ge-zielt.
Die Dokumentation unserer Arbeit bezieht sich auf alle Aktivitäten mit den Kindern. Wir dokumentieren unsere Arbeit darüber hinaus durch Fotos, Pläne, Werke und Projektmappen.

4.3 Sprachlerntagebuch
Zu Dokumentationszwecken benutzen wir in unserer Einrichtung auch die vom Senat zur Verfügung gestellten Sprachlerntagebücher. Jedes Kind bekommt sein persönliches Exemplar, wenn es in die Kita kommt bzw. bringt es aus einer vorigen Einrichtung mit.
Es ist persönliches Eigentum des Kindes, kann nach Hause ausgeliehen und mit den Eltern betrachtet werden. Auch im Kinderladen hat das Kind jederzeit Zugang zu seinem Tagebuch.
Das Sprachlerntagebuch begleitet jedes Kind in seiner gesamten Kindergartenzeit und wird bei dem Austritt aus der Einrichtung (auch vor dem Schuleintritt) mitgenommen.
Der erste Teil stellt die Lebenswelt des Kindes dar und die Fragen richten sich an die Eltern. Diese können den Abschnitt gemeinsam mit der Erzieherin ausfüllen, wenn das Kind neu in die Einrichtung kommt.
Im zweiten Teil beginnt das Kind mit drei Jahren darin Bilder zu bestimmten Themen zu malen, um sich so mit seiner Lebenswelt konkret auseinander zu setzen.
Der dritte und vierte Teil beinhalten Bildungsinterviews, die die Erzieherin mit den Kin-dern durchführt, wenn das Kind das 4. bzw. 5. Lebensjahr überschritten hat. Sie wertet anschließend die Interviews aus und schätzt den aktuellen Sprachstand des Kindes ein.
Wir versehen die Sprachlerntagebücher zusätzlich mit Bildern und mit Fotos aus dem Kinderladen und von der Familie des Kindes.
Am Ende des Sprachlerntagebuchs füllt die Erzieherin die „Lerndokumentation“ aus, in den Beobachtungen zur Sprachlernentwicklung vor dem Schuleintritt dokumentiert sind.
Dieser Teil des Buches wird mit Zustimmung der Eltern der zuständigen Schule ausge-händigt. Die Lerntagebücher sind lediglich für das Kind und deren Eltern gedacht. Alle darin enthaltenen Informationen und Notizen werden lediglich ihnen ausgehändigt, sofern nicht anders und explizit abgesprochen wird.

4.4 Fortbildungen der Erzieherinnen
Die Erzieherinnen sind „Lehrende und Lernende“ zugleich. Um den vielfältigen Aufgaben und den immer neuen Fragen, die mit der täglichen Arbeit verbunden sind, gerecht zu werden, ergibt sich die Notwendigkeit und das Bedürfnis zu regelmäßigen Erfahrungsaustauschen und Fortbildungen. Dazu nutzen wir folgende Möglichkeiten:
- regelmäßige Teamfortbildungen
- individuelle Fortbildungen
- Fachliteratur
- Erste-Hilfe-Kurse (alle zwei Jahre)

Für die Team- und Individuelle Fortbildung wird ein jährlicher Plan erstellt.

5 Gestaltung von Übergängen
5.1 Eingewöhnung
Die Eingewöhnung eines Kindes bedarf einer besonderen Beachtung, da der Übergang aus der Familie in die Einrichtung für jedes Kind eine große Herausforderung ist. Die Eingewöhnung ist ein individueller Prozess, der behutsam gestaltet werden muss. Die Kinder sollen sich an die neue Umgebung anpassen und Beziehungen zu fremden Men-schen aufbauen. Sie sollen sich an eine neue Situation, einen anderen Tagesablauf und an die mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Um den Kindern diesen Übergang zu erleichtern und problematischen Entwicklungen vorzubeugen, legen wir großen Wert auf die Eingewöhnungsphase.
Vorbereitungsgeschpräch
Bevor das Kind in unsere Einrichtung kommt, wird mit den Eltern ein Gespräch über den Betreuungsvertrag und die bevorstehende Eingewöhnung geführt. Hier werden die Eltern konkret über den Ablauf der Eingewöhnung informiert. Darüber hinaus erfragt die Erzieherin grundlegende Informationen zu Themen wie Schlafen, Essen, Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen des Kindes. Hierbei kommen folgende Punkte zur Sprache:
- wer übernimmt die Eingewöhnung von Seiten der Einrichtung?
- wer übernimmt die Eingewöhnung von Seite der Familie?
Es ist wichtig, dass genügend Zeit (zwei bis vier Wochen) zur Verfügung steht. Das Wohl des Kindes hat hierbei absolute Priorität.
Voraussetzung für eine gelungene Eingewöhnung ist, dass ein Kind während der Über-gangsphase von einem vertrauten Familienmitglied begleitet wird und sich ganz allmäh-lich an die neue Umgebung und die neue Bezugsperson gewöhnen kann. Die Eingewöh-nung sollte nicht zeitgleich mit anderen bedeutenden Veränderungen stattfinden. Das birgt die Gefahr der Überforderung für das Kind.
Mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu dem Kind geht eine stetige, fein-fühlige Zuwendung durch die Bezugserzieherin einher. Ist eine tragfähige Beziehung zum Kind etabliert, wird diese emotionale Bindung als Basis für alle weiteren vertrau-ensvollen Beziehungen zu anderen Kindern, anderen Erzieherinnen und zur neuen Um-gebung.

Durchführung der Eingewöhnung:
1.Tag: Ein Elternteil begleitet das Kind und hält sich zusammen mit ihm für ca.
eine Stunde in seiner Gruppe auf. Ankunft gegen 9.45
2.Tag: Die Bezugsperson bleibt in der Gruppe bei dem Kind, verhält sich aber eher Zurückhaltend und überlässt möglichst den Erzieherinnen den Um-gang mit dem Kind, soweit dieses es zulässt. Günstig erweist sich für die Eltern ein Buch zu lesen, zu stricken etc. Die Erzieherinnen haben es dann leichter, Kontakt zum Kind über das Spiel aufzunehmen.
3.Tag: An diesem Tag versucht die Mutter/ der Vater, sich für einige Zeit in das Büro zurückzuziehen, um dort zu lesen. Das Kind spielt in dieser Zeit in seiner Gruppe und wird von der Bezugserzieherin betreut. Nach ca. 1,5 Stunden (nach befinden des Kindes) verabschiedet sich die Mutter/ der Vater für kurze Zeit von dem Kind.
4.Tag: Zweite Trennungsversuch: auch am diesen Tag kommen die Eltern mit dem Kind gegen 9.45 Uhr. Nach ca. nachdem die Erzieherin mit dem Kind das Spiel aufgenommen hat, verabschiedet sich die Mutter/der Vater. Sie/er verlässt den Laden. Wenn das Kind sich von der Bezugserzieherin beruhigen lässt, bleibt die Mutter 15-20 Min. weg. Wenn es sich aber sehr vehement wehrt und lässt sich nicht beruhigen, kommt die Mutter/ der Vater nach ein paar Minuten zurück.

Ende der Eingewöhnung:
Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich zwischen dem Kind und der Bezugserzieherin
eine emotionale Bindung aufgebaut hat. Das Kind protestiert eventuell beim Weggang der Mutter / des Vaters, lässt sich aber von der Bezugserzieherin trösten und geht da-nach in guter Stimmung auf Entdeckungsreise.
Die Eingewöhnung wird in jeden Fall individuell gestaltet und dem Alter und den Be-dürfnissen der Kinder angepasst.




5.2 Vorbereitung auf den Schuleintritt
Für die ältesten Kinder stellt der Übergang in die Grundschule einen großen und aufre-genden Schritt in ihrem Leben dar. Mit Freude und Aufregung, selten mit Furcht, fiebern sie der Schule entgegen.
Dem Übergang von der Kita zur Schule wird noch einmal in den letzten zwei bzw. drei Monaten vor Schulbeginn eine besondere Beachtung gewidmet. Das bedeutet für die Erzieherinnen mit den Kindern über deren Wissen, Erfahrungen, Ängste und Vorurteile zu sprechen, aber auch ein realistisches Bild von ihnen und ihren Kompetenzen zu ent-wickeln.
Zum Ende des letzten Kitajahres besuchen wir gemeinsam unsere Kooperationsschul um den Kindern einen Einblick über die bevorstehende Schulzeit zu ermöglichen.

6 Elternarbeit
Eltern spielen bei der Entwicklung des Kindes eine enorm wichtige Rolle und sie sind für uns die wichtigsten Partner bei der Bildung und Erziehung der Kinder. Transparenz und ständiger Austausch von Informationen sind erforderlich, um diese Erziehungspartnerschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten. Wir achten auf eine positive Beziehung und Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Kinder, die uns optimale Entwicklungsbedingungen für jedes einzelne Kind ermöglichen.
Um mit den Eltern ungezwungen in Kontakt zu treten und uns näher kennen zu lernen, veranstalten wir zwei- bis dreimal im Jahr Elternabende sowie Jahresfeste (Sommer-, Laternen- und Weihnachtsfest). Die Elterngespräche sind durch gegenseitigen Respekt und Wertschätzung gekennzeichnet. Hier besteht die Möglichkeit, neben den bereits vorher bestimmten Terminen zu Anregungen / Fragen und Wünsche zu äußern.
Wir bieten unseren Eltern regelmäßige Gespräche über die Entwicklung und Interessen sowie Erlebnisse ihres Kindes mit der Absicht an, die beobachteten Entwicklungsschrit-te mitzuteilen. Bei Kindern mit Förderbedarf schlagen wir gezielte, gemeinsame För-dermaßnahmen vor, unter anderem auch die gezielte Betreuung und Förderung durch Fachkräfte außerhalb des Kinderladens.
Die wichtigsten Punkte der Elternarbeit sind folgende:
- Regelmäßige Entwicklungsgespräche
- Tür- und Angelgespräche
- Aushänge (mit pädagogischen und organisatorischen Informationen)
- Dokumentationen über das Gruppengeschehen
- Austausch über das Intern Netzwerk (Gmail)

Wir freuen uns immer über Ideen, Impulse und die Beteiligung der Eltern an unserem Kita-Leben.
Forderungen der Kinder an Erzieherinnen und Eltern

Verwöhne mich nicht!
Ich will dich ja nur auf die Probe stellen. Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann-
Sei nicht ängstlich, im Umgang mit mir standhaft zu bleiben!
Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicher fühle.
Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt!
Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir leise und unter 4 Augen sprichst.
Sei nicht fassungslos, wenn ich zu dir sage „ich hasse dich“
Ich hasse dich nicht, sondern deine Macht meine Pläne zu durchkreuzen.
Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tuns!
Ich muss auch unangenehme Erfahrungen machen, um innerlich zu reifen.
Schimpf nicht ständig mit mir!
Andernfalls schütze ich mich davor, indem ich mich taub stelle.
Sei nicht inkonsequent!
Das macht mich unsicher, und ich verliere mein Vertrauen zu dir.
Mach keine vorschnellen Versprechungen!
Wenn du dich nicht an deine Versprechungen hältst, fühle ich mich schrecklich im Stich gelassen.
Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!
Ich wende mich sonst an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.
Lache nicht über meine Ängste!
Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst, mich ernst zu nehmen.
Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen!
Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.
Versuche nicht, so zu tun als seist du perfekt und unfehlbar!
Der schock ist groß, wenn ich herausfinde, wenn du es doch bist.

Ich wachse so schnell auf, und es ist sicher schwer für dich, mit mir Schritt zu halten.
Aber jeder Tag ist wertvoll an dem du es versuchst.

(vgl. Entdeckungskiste März 2002 )


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