Schutzkonzept 2018

1. Vorwort
2. Kinderrechte
3. Unsere pädagogischen Prinzipien .
4. Partizipation .
4.1. Beteiligung von Kindern
4.2. Die Frage der Macht im Kontext der Partizipation .
4.3. Prinzipien der Partizipation .
4.3.1. Prinzip der Information .
4.3.2. Prinzip der Transparenz .
4.3.3. Prinzip der Freiwilligkeit.
4.3.4. Prinzip der Verlässlichkeit .
4.3.5. Prinzip der individuellen Beteiligung .
4.4. Partizipation in unserem Alltag .
4.4.1. Konkrete Handlungs- und Rahmenbedingungen für die Partizipation in unserem Alltag .
4.4.2. Aufbau und Verlauf der Kinderkonferenzen .
4.4.3. Entscheidungsbereiche und Mitbestimmungsrechte
4.4.4. Beteiligung unter Dreijährigen Kinder .
4.5. Grenzen der Partizipation .
5. Beschwerdemanagement.
5.1. Beschwerden und Kritik im EKT ‚Maluch‘ .
5.2. Definition
5.3. Beschwerdemanagement für Eltern
5.4. Beschwerdemanagement für Kinder
5.5. Beschwerdemanagement für Beschäftigte
5.6. Trägerverantwortung bei Beschwerdeverfahren
6. Kindeswohlgefährdung
6.1. Gesetzliche Grundlage
6.2. Definition .
6.3. Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
6.3.1. Indikatoren .
6.3.2. Vernachlässigung
6.3.3. Misshandlung
6.3.4. Häusliche Gewalt
6.3.5. Sexueller Missbrauch
6.4. Erscheinungsbild des gefährdeten Kindes
6.4.1. Familiäre Risikofaktoren
6.4.2. Ressourcen und Potenziale
6.4.3. Beratung und Vermittlung.
6.5. Konkretes Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
6.5.1. Dokumentation
6.5.2. Austausch mit dem Team / Leitung (4 Augen Prinzip)
6.5.3. Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft (IeFK)


1. Vorwort
Dieses Konzept über die Beteiligung von Kindern und Eltern und deren Beschwerdemöglichkeiten wurde gemeinsam vom EKT ‚Maluch‘ Team und einem Vorstandsmitglied erarbeitet.
Der Absatz zum Schutzkonzept des Kindes wurde zum größten Teil aus dem Leitfaden zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes bzw. Handlungsleitfaden Kinder fördern und schützen übernommen. Diese wurden von der BAGE – Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiative e.V. bzw. der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung herausgegeben.
Wir haben uns der Einfachheit halber, bei der Anrede des pädagogischen Personals für die weibliche Form entschieden, da diese den größeren Teil der Mitarbeiter darstellt.
Alle Formulierungen beziehen sich sowohl auf männliche, als auch auf weibliche bzw. männliche Kollegen. Wir stehen für Gleichberechtigung aller ein, weshalb wir ausdrücklich gegen eine Diskriminierung dem Geschlecht nach sind.
2. Kinderrechte
Die Betrachtung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit ist im historischen Zeitverlauf gesehen, ist relativ neu. Bis zum Ersten Weltkrieg, galten Kinder allgemein als nicht vollwertige Menschen, die den Erwachsenen in jeder Hinsicht unterlegen waren. Die Kindheit wurde als Übergangsphase angesehen, die es so schnell wie möglich zu überwinden galt.
Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten sich erste international Initiativen (1920, Großbritannien, ‚Save the Childeren International Union‘), die sich für Kinderrechte einsetzte. In etwa zur gleichen Zeit forderte der polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak, ein Recht jedes Kindes auf unbedingt Achtung seiner Persönlichkeit als Grundlage sämtlicher Kinderrechte. Diese beinhalteten unter anderem umfassende Mitwirkungsrechte für Kinder, Kinderversammlungen und den Kindergerichtshof. Diese Maßnahmen hatten die Loslösung des Abhängigkeitsverhältnisses von Kindern zum Ziel.
Die Beteiligungsrechte der Kinder finden sich unter anderem in der UN Konvention vom November 1989 – Artikel 12 und 13, welche besagt, dass sowohl der Kinderwille, als auch die Meinungs- und Informationsfreiheit der Kinder dem Alter und der Reife des Kindes entsprechen sollen.
Dies wurde auch in den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt und gemäß §1 SGB VIII hat jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung, auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit, sowie den auf Schutz vor Gefahren für sein Wohl.
Wir verstehen die Rechte von Kindern, wie folgt. Kinder haben das Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht ist für unsere Arbeit uneingeschränkt gültig. Sie haben das Recht von uns geschützt, versorgt und betreut zu werden. Dazu haben sie das Recht auf Ihre eigene Persönlichkeit und die Förderung ihrer eigenen Stärken und Talente. Sie haben ein natürliches Recht auf Achtung und Respekt gegenüber ihrer Person. Sie haben das Recht „Fehler“ zu machen und eigene Ideen zu entwickeln. Sie haben das Recht auf eigenen Besitz. Sie haben ein Recht auf Bildung und Betreuung, die ihrem Entwicklungsstand und ihren Fähigkeiten entspricht. Für diese und andere Rechte stehen wir mit unserer Konzeption und unserer täglichen Arbeit ein.
3. Unsere pädagogischen Prinzipien
Die Akzeptanz von Kinderrechten und die Beteiligung der Kinder sind seit Gründung der Eltern-Kinder-Tagesstätte ‚Maluch‘ ein fundamentaler Teil unserer pädagogischen Arbeit.
Die Partizipation ist kein neues Thema in der Pädagogik und wurde unter anderem von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zu Beginn des letzten Jahrhunderts vertreten.
Die Ansätze ihrer pädagogischen Prinzipien fließen seit dem Jahr 2007 in unsere Arbeit mit ein. Ihr Motto: ‚Hilf mir, es selbst zu tun‘ und ihre Haltung dem Kind als Individuum, das über vielfältige Weltaneignungskompetenzen verfügt, prägt auch unsere Einstellung dem Kind gegenüber.
In der Praxis bedeutet dies, nicht vorschnell einzugreifen, mit gesundem Abstand abzuwarten und sich auf das Tempo des Kindes einzulassen. Darüber hinaus sollten, sowohl angenehme, als auch unangenehme Erfahrungen zugelassen werden. Jede pädagogische Mitarbeiterin muss sich ihrer Stellung bewusst sein. Diese umspannt eine Gratwanderung, zwischen Macht- und Verantwortungsabgabe einerseits und Manipulation andererseits. Diese Handlung ist und wird immer wieder im Gespräch mit Kolleginnen thematisiert und reflektiert.
4. Partizipation
Das Wort Partizipation (lat. participatio) bedeutet so viel, wie Teilnahme, Beteiligung, Mitsprache oder Einbeziehung. In der Soziologie beschreibt der Begriff die Einbeziehung von Individuen und Organisation in Entscheidungsprozesse sowie Gestaltung einer gemeinsamen ‚Gesellschaft‘. Diese ist anstrebenswert, da sich durch den Prozess soziales Kapital und Vertrauen herausbildet. Durch die kritische Auseinandersetzung im Dialog können neue Ideen und Konzepte unter Berücksichtigung der Meinung und Wünsche aller herausgearbeitet werden.
4.1. Beteiligung von Kindern
Kindertagesstätten gelten als die ‚Kinderstube der Demokratie‘. Hier treffen sie zum ersten Mal auf Gleichaltrige, mit denen sie meistens vorher keinen Kontakt hatten. Hier erlernen sie die Struktur und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, die von festen Rahmenbedingungen geprägt sind. Kernelement des Alltags der Kinder und der Arbeit mit diesen ist es, sie an einige Regeln heranzuführen, diese gemeinschaftlich zu formen und zu diskutieren.
Partizipation im Kindergarten meint, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag stattfindet. Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, dass die Kinder lernen, ihre eignen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.
Wer Kindern die Partizipation ermöglichen will, kommt um eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Macht in Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern- aber auch von Kindern untereinander- nicht herum.
4.2. Die Frage der Macht im Kontext der Partizipation
Die Frage der Verteilung von Macht ist für Partizipation enorm wichtig, da es eine nicht eindeutige Grenze in einer Kindertagesstätte Machtverteilung gibt. Hieraus erwachsen weitere Fragen, wer Entscheidungen und in welchem Umfang trifft bzw. treffen sollte. Macht und ihre Verteilung spielen in jedem sozialen Konstrukt eine Rolle, ob wissentlich oder unwissentlich bewegen und agieren wir in festen Strukturen. Macht ist eine Struktureigentümlichkeit aller menschlichen Beziehungen. Sie ist überall dort vorhanden, wo Beziehungen zwischen Menschen be- und entstehen aufgrund gegenseitiger
Abhängigkeit. Im Zusammenleben ist sollten/werden Entscheidungen gemeinsam gefällt, was bedeutet die Entscheidungsmacht zu teilen und in einem gemeinsam herausgearbeiteten Prozess Lösungen für Herausforderungen zu finden. Herausforderungen sind im weiteren Sinne bestehende sowie neue Situationen, die einer kritischen Würdigung und Auseinandersetzung bedürfen. Diese gilt es gemeinsam zu lösen. Hierin begründet sich die Partizipation aller Betroffenen, eben auch der Kinder. Denn durch einen gemeinsamen und ergebnisoffenen Dialog und Auseinandersetzung ist es möglich Ansätze und Lösungen zu finden. Es bedeutet weder die Abgabe aller Entscheidungsmacht an die Kinder, noch die Eröffnung von „Beteiligungsspielwiesen“, auf denen Kinder zwar ihre Meinung sagen dürfen, die Entscheidungen letztlich aber doch von Erwachsenen gefällt werden. Es ist ein Prozess der zwar von ungleichen, aber gleichwertigen Partnern gestaltet wird. Zusammenfassend meint Partizipation das Recht aller Beteiligten die eigenen Interessen auszudrücken, sie in gemeinsame Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubringen, Lösungsvorschläge zu prüfen und zu diskutieren, um letztlich zu Entscheidungen zu kommen, vielen die von allen möglichst Beteiligten mitgetragen werden.
4.3. Prinzipien der Partizipation
Um die Partizipation der Kinder im Alltag erfolgreich zu bewältigen müssen einige Regeln beachtet werden. Die Prinzipien der Partizipation sind aus dem Buch ‚Partizipation in Kindertageseinrichtungen‘ (R.Hansen, R.Knauer, B.Sturzenhecker, 2015) übernommen und dem Alltag und Leitfaden unserer Einrichtung und pädagogischen Arbeit angepasst.
4.3.1. Prinzip der Information
Die Kinder müssen über bevorstehende Entscheidungen informiert werden. Nur so können sie sich selbst eine Meinung bilden. Darüber hinaus müssen sie einen Bezug zu dem Thema haben, was heißt, dass sie sich damit kritische auseinandersetzen können. Dieser ist nur dann gegeben, wenn Themen von den Kindern selbst eingebracht oder gemeinsam mit ihnen aus ihren alltäglichen Erleben heraus entwickelt werden. Beteiligungsthemen, die von Erwachsenen kommen, müssen den Kindern so nahegebracht werden, dass sie mit ihren bisherigen Lebenserfahrungen verknüpfen können. Die Kinder müssen erkennen können, inwiefern ihre Interessen von der Entscheidung betroffen sind und was für und gegen die jeweiligen Optionen spricht und müssen sich ihre Rechte bewusst sein. Der Rahmen für die Mitbestimmungsrechte muss klar definiert sein, sie müssen wissen worüber sie mitentscheiden dürfen und worüber nicht.
4.3.2. Prinzip der Transparenz
Dieser Punkt ist mit der Information eng verknüpft. Die Kinder müssen wissen, wie es geht, welche Organe, Strukturen und Verfahren nutzbar sind, damit sie sich an Entscheidungsprozessen aktiv beteiligen können. Die Prozesse, in denen Partizipation stattfindet, müssen für alle Beteiligte transparent und überschaubar sein. Es muss sichergestellt werden, dass auch die Kinder gut darüber informiert sind was wann und mit welchem Ziel geschehen wird, welche Handlungsmöglichkeiten sie haben und welche Anforderungen an sie gestellt werden. Es hilft ihnen, wenn gemeinsame Entscheidungen in wiederkehrenden Strukturen mit ritualisierten Verfahren getroffen werden, so können sie sich viel unbefangener den Inhalten der Entscheidungen widmen.
4.3.3. Prinzip der Freiwilligkeit
Die Kinder müssen selbst entscheiden dürfen, ob und in welchen Umfang sie von ihren Rechten Gebrauch machen. Die können nicht zu demokratischen Beteiligung gezwungen werden. Partizipation muss freiwillig erfolgen. Das bedeutet, dass jedes Kind jederzeit bewusst für oder gegen Beteiligung entscheiden kann. Das Recht auf Partizipation schließt auch das Recht ein, sich zu Entscheidung nicht zu Äußern und sich nicht zu beteiligen.
4.3.4. Prinzip der Verlässlichkeit
Die Kinder müssen sich auf Erwachsene verlassen können. Das bedeutet zum einen, dass die Kinder sich sicher sein müssen, dass die Erwachsenen sie im Partizipationsprozess begleiten und nicht allein lassen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Erwachsene ihnen zutrauen, sich zu beteiligen und fähig sind ihnen bei Problemen zu helfen.
4.3.5. Prinzip der individuellen Beteiligung
Die Kinder müssen von Erwachsenen individuell begleitet und unterstützt werden. Sie müssen auch aktiv dabei unterstützt werden, beteiligungsfähig zu werden. Oft fehlen Kinder notwendige Informationen um eine abgewogene Entscheidung fällen zu können, oft mangelt ihnen an verbalen Ausdrucksmöglichkeiten, oder sie finden alleine nicht den Mut sich in Gruppengespräch sich einzumischen.
4.4. Partizipation in unserem Alltag
Grundsätzlich beteiligen wir unsere Kinder in allen Themen, die in der Kindertageseinrichtung aufkommen.
Themen, die unsere Kinder individuell betreffen:
Darf ich selbst mitentscheiden was ich esse und wieviel ich esse? Darf ich selbst oder mitentscheiden, ob ich eine Jacke anziehe, wenn ich rausgehe? Darf ich selbst- oder mitentscheiden, ob ich drinnen Hausschuhe trage? Darf ich selbst- oder mitentscheiden was ich spiele oder mit wem ich spiele?
Themen, die im Alltag mehrere Kinder betreffen:
Was gibt es zum Mittagsessen? Wie wird der Tisch gedeckt? Unter welchem Motto steht das Faschingsfest? Warum ist Maja so traurig?
Komplexe und grundsätzliche Themen:
Umgestaltung eines Gruppenraumes, Planung von Ausflügen, Anschaffung von Spiel- und Verbrauchsmaterialien können zu Beteiligungsthemen werden.
4.4.1. Konkrete Handlungs- und Rahmenbedingungen für die Partizipation in unserem Alltag
In Kinderversammlungen, Erzähl-und Morgenkreisen können die Kinder ihre Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse einbringen.
4.4.2. Aufbau und Verlauf der Kinderkonferenzen
Hierfür wird speziell einmal im Monat eine Kinderkonferenz für beide Gruppen (Bärchen und Katzengruppe) getrennt einberufen. Die Gruppenkonferenzen setzen sich aus allen Kindern und pädagogischen Mitarbeiterinnen der jeweiligen Gruppen zusammen. Die Teilnahme an der Gruppenkonferenz ist freiwillig. Bei der Entscheidungsfindung wird ein Konsens angestrebt. Der Ablauf der Konferenz wird von der pädagogischen Mitarbeiterin betreut und falls notwendig in die richtige Spur gelenkt, jedoch nur soweit wie nötig, ohne die Inhalte der Gespräche zu beeinflussen. Im Zweifel entscheidet eine einfache Mehrheit aller Anwesenden Konferenzmitglieder, jedoch nie gegen die Stimme aller Erwachsenen. Darüber hinaus werden aus jeder Gruppe zwei Vertreter bestimmt, welche die Interessen ihrer Gruppe repräsentieren. Die Wahl der Delegierten erfolgt per Handzeichen. Anschließend treffen sich die Vertreter der jeweiligen Gruppe im Rahmen des Kinderparlaments und diskutieren ihre Anliegen. Ebenfalls wird auch hier ein Konsen
angestrebt. Eine pädagogische Mitarbeiterin begleitet diesen Prozess und fügt sich in die Rolle einer Mediatorin. Die Gruppensitzungen und alle getroffenen Entscheidungen werden in Worte und Symbole oder Bilder, in einem eigens dafür angelegten Ordner protokolliert.
Die Protokolle können von jedem Konferenzteilnehmer eingesehen werden und nur mit Zustimmung der Kinder den Eltern zur Einsicht vorgelegt werden. Die pädagogischen Mitarbeiter sind der Verschwiegenheit verpflichtet, können jedoch mit Zustimmung einer einfachen Mehrheit der Kinderkonferenz von dieser entbunden werden.
4.4.3. Entscheidungsbereiche und Mitbestimmungsrechte
Die Kinder dürfen selbst entscheiden
 was, wo und mit wem sie in der Zeit des „Freies Spiel“ spielen
 welche Person sich wickeln darf (nach Möglichkeiten)
 was und wie viel sie essen und trinken
Die Kinder dürfen in bestimmten Grenzen mitentscheiden über
 die Auswahl der Speisen und Getränke
 die Regeln des Zusammenlebens
 die Gestaltung der Innenräume
 die Raumtemperatur und die Lüftung der Räume
 Anschaffungen
 die Nutzung von Spielmaterial sowie Einrichtungsgegenständen
 die inhaltliche Gestaltung von Projekten und Angeboten
 die Frage, ob und wie Feste gestaltet werden
 wie sie sich im Innen bzw. Außenbereich der Kita kleiden
Die Kinder dürfen nicht mitbestimmen
 ob und unter welchen Umständen private Gegenstände in die Kita mitgebracht werden dürfen
 über Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge (z.B. Zähneputzen, Händewaschen)
 über Tischkultur
 über Personalfragen
 über den Dienstplan und Öffnungszeiten
 bei Gefahr im Verzug aus Sicht der pädagogischen Kräfte
 über Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe
 über den Tagesablauf

4.4.4. Beteiligung unter Dreijährigen Kinder
Kleine Kinder (unter drei Jahren) können nur im begrenzten Umfang an solchen Verfahren teilnehmen. Daher müssen wir Pädagogen besonders acht- und einfühlsam mit ihren Bedürfnissen umgehen. Sie werden dennoch, um sie in die Prozesse einzubinden und ihnen diese näherzubringen nach Möglichkeit an den Konferenzen teilnehmen.
4.5. Grenzen der Partizipation
Partizipation bedeutet für uns nicht, dass Kinder alles machen dürfen, oder dass sie in Einzelfall die Mitarbeiter überstimmen können. Im Alltag obliegt die Verantwortung immer uns der Erwachsenen, wir sind für den Schutz der Kinder zuständig und müssen im Einzelfall auch gegen den Willen anderer Kinder oder der Gruppe sich durchsetzen.
Wichtig ist, dass wir als pädagogische Fachkräfte unsere Haltung den Kindern gegenüber immer wieder reflektieren. Wir nehmen, die uns anvertrauten Kinder in ihrer Persönlichkeit sehr ernst und erkennen sie als vollwertige Persönlichkeiten an. Wir möchten Entscheidungen mit und nicht in ihrem Namen treffen.
5. Beschwerdemanagement
5.1. Beschwerden und Kritik im EKT ‚Maluch‘
Kritikkultur ist ein wesentlicher Bestandteil des Betriebs, die besonders bei selbstorganisierten Kindergärten, wie unserer Einrichtung, ohne einen übergeordneten Verwaltungsapparat große Mitwirkungsmöglichkeiten bietet. Besonders wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass in unserer Einrichtung, welche die Form eines eingetragenen Vereins hat (e.V.) Eltern einerseits eine hohe Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeit haben. Andererseits hat der Träger eine große Verantwortung eigenständige Instanz, die die Interessen des Kindergartens und den Fortbestand vertreten und sichern muss, sowie dafür Sorge tragen muss, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Durch diese Struktur, welche sehr viele Vorteile mit sich bringt, besteht ein struktureller Konflikt, den man sich immer wieder vor Augen führen und reflektieren muss. Die Kita ‚Maluch‘ und deren Mitarbeiter sind in erster Linie dem Wohl der Kinder verpflichtet. Jedoch besteht diese Organisation bereits seit mehr als 30 Jahren und wir sind stets darum bemüht den Fortbestand in gleich hoher Qualität zu sichern, um nachfolgenden Kindern eine ebenfalls sehr gute Betreuung anbieten zu können. Daher ist es notwendig in regelmäßigen Abständen Raum für konstruktive Kritik und Austausch zu schaffen.
Dabei muss man sich bewusstmachen, dass freundschaftliche Beziehungen, die in vielen Verhältnissen unseren Alltag prägen, den professionellen Umgang mit Beschwerden belasten, oder sogar verhindern können. Umso wichtiger ist für uns ist, dass wir den Blick von außen durch die Fachberatung, Supervision, neue Mitarbeiterinnen/ Eltern/ Kinder in Betracht nehmen und sich damit in regelmäßigen Vorstands- und Teamsitzungen auseinandersetzen. Denn es regelt sich nichts von alleine. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass eine gute Beschwerdekultur, neben einer offenen Haltung auch verlässliche Strukturen erfordert. Ein professionelles Beschwerdemanagement ist eine äußerst wichtige Grundlage für das Zusammenleben und arbeiten in der Kita.
Daher nehmen wir die Beschwerden und Anregungen immer sehr ernst, da wir in diesen die Chance zur Qualitätssteigerung sehen. Denn nur durch einen konstruktiven Dialog und eine kritische Auseinandersetzung und Würdigung von notwendigen Veränderungen, kann man sich entwickeln. Also gehen wir davon aus, dass in jeder Beschwerde nicht nur ein Hinweis auf verbesserungswürdiges steckt, sondern auch ein Entwicklungspotenzial: für Kinder, die Fachkräfte und die gesamte Einrichtung sich verbirgt.
5.2. Definition
Was ist eine Beschwerde?
Der Duden definiert eine Beschwerde als „Klage, mit der man sich (an höhere Stellen) über jemanden, etwas beschwert.“ (www.duden.de)
Die Beschwerde kann auch als eine Unzufriedenheitsäußerung an eine Institution oder deren Vertreter definiert werden.
Wir verstehen unter dem Begriff ‚Beschwerde‘ alle schriftlichen und mündlichen kritischen Äußerungen von Kindern oder deren Eltern, die den Einrichtungsalltag, insbesondere das Verhalten der Fachkräfte oder Kinder, das Zusammenleben in der Einrichtung oder Entscheidungen des Trägers betreffen.
5.3. Beschwerdemanagement für Eltern
Kinder spüren, ob ihre Eltern mit der Einrichtung zufrieden sind. Deshalb ist es besonders wichtig mit den Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sie als verlässlichen Partner zu sehen, denn beide Parteien haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: das Wohl des Kindes.
Es können sich in unserer Einrichtung alle Eltern mit Ihren Anliegen an jene Erzieherinnen wenden, denen sie vertrauen und als hilfreich empfinden.
Innerhalb der Einrichtung steht auch:
• der Vorstand und
• die Leitung
• die Meinungsabfrage

für Sorgen und Anregungen der Eltern zu Verfügung.
Wenn Eltern ihre Kritik geäußert haben, ist es uns besonders wichtig ein schnelles Feedback zu geben. Wir versuchen den Sachverhalt zeitnah intern zu klären und gemeinsame Verbesseruns
und Lösungsmöglichkeiten im direkten Gespräch mit den Eltern zu finden. Wie die Erfahrung bei uns zeigt, wenden sich die Eltern gerne mit vielen Angelegenheiten direkt an das Personal und haben keine großen Hemmschwellen, ihren Anliegen mit uns zu besprechen.
Trotzdem besteht die Möglichkeit eigene Kritik anonym zu äußern. In unseren Eingangsbereich hängt der sogenannte „Kummerkasten“. In diesem können Eltern ihre Beschwerden oder Vorschläge einwerfen. Die Bearbeitung einer anonym geäußerten Kritik wird innerhalb einer Woche an die Infotafel ausgehängt, oder beim Elternabend besprochen, falls solche zeitnah stattfinden soll (bis 3 Wochen).
5.4. Beschwerdemanagement für Kinder
Unsere kleine Einrichtung bietet den Kindern einen überschaubaren Rahmen und familiäre Atmosphäre in der sich die kleinen wohl und sicher fühlen. Das erleichtert und gibt den Kindern Mut offen über ihre Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen. Uns ist bewusst, dass die Beschwerden vor allem dem Schutz von Kindern dienen. Denn Kinder, die selbstbewusst sind können sich für ihre Rechte einsetzen und sich wertgeschätzt fühlen, sind besser geschützt. Trotzdem müssen wir uns, als Pädagogen bewusstmachen, dass besonders kleine Kinder ihre Beschwerden oft nicht direkt äußern können und wir daher, sehr sensibel und einfühlsam auf ihr Verhalten eingehen und dementsprechend reagieren müssen. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Beschwerden der Kinder führt zur Reflexion in Team und erhöht die fachlichen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen aller Beteiligten.
Wir bieten den Kindern die Möglichkeit sich zu jeder Zeit
 im Alltagssituationen
 im Morgenkreisen
 im Gruppenkonferenzen
 durch die Beschwerdekiste (Knetfigur, gemaltes Bild, kaputtes Spielzeug)
über Erzieher, Kinder oder andere Bezugspersonen zu beschweren.
Die Kinder brauchen uns, als zuverlässige Personen, den sie vertrauen können und sich sicher sein müssen, dass sie nicht mit negativen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie ihre Meinung offen an uns richten. Sie brauchen vor allem unseren Zuspruch und Akzeptanz, auch wenn wir nicht jeden Wunsch der Kinder entsprechen können.
5.5. Beschwerdemanagement für Beschäftigte
Die demokratische Kultur prägt unseren gemeinsamen Alltag. Eine offene, wertschätzende Haltung des Zusammenseins ermöglicht uns offen über alle Probleme und Meinungsunterschiede zu sprechen und eine Lösung zu finden. Die regelmäßigen Teamsitzungen (alle zwei Wochen) ermöglichen uns den fachlichen und pädagogischen Austausch. Auch die Supervision, die wir unseren Mitarbeiten bei Bedarf anbieten, hat sich als sehr bewehrtes Mittel erwiesen, die unsere Arbeit reflektieren lässt und einen Blick von außen gewährleistet.
Trotzdem besteht immer die Möglichkeit für Beschäftigte sich
 bei der Leitung
 beim Vorstand
zu beschweren.
Wir als Pädagogen und Mitarbeiter sind am häufigsten mit den Beschwerden konfrontiert und verpflichtet, sich mit diesen professionell auseinanderzusetzten. Aber auch wir Pädagogen haben Veränderungswünsche, wenn wir z.B. unzufrieden oder einfach unsere Rechte besorgt sind. Deshalb ist uns es wichtig, dass wir offen über alle Angelegenheiten reden können. Zu den regelmäßigen Vorstandsitzungen, die alle sechs Wochen stattfinden, werden auch bei Bedarf alle Teammitglieder eingeladen. Hier können sie in direktem Austausch mit den Eltern über alle Angelegenheiten offen sprechen.
5.6. Trägerverantwortung bei Beschwerdeverfahren
Bei der Einführung des Beschwerdeverfahrens trägt der Vorstand als Trägervertreter eine besondere Verantwortung und hat dafür Sorge zu tragen, dass die Zuständigkeiten und der Umgang mit den Beschwerden klar geregelt sind.
6. Kindeswohlgefährdung
6.1. Gesetzliche Grundlage
Dem Schutz des Kindes sind alle in unserem Haus arbeitenden Fachkräfte verpflichtet. Aber auch der ehrenamtliche Elternvorstand trägt die volle Verantwortung und soll professionell und im Sinne des Kindeswohles handeln, ihm zur Seite stehen und auch bei Bedarf aktiv eingreifen können. Denn der Kinderschutz ist ein gesetzlicher Auftrag und wir als Gemeinschaft aus Mitarbeitern, Vorstand und Träger tragen im Sinne des Bundeskinderschutzgesetzes (BKiSchG) zum 01.01.2012 eine erhöhte Verantwortung.
6.2. Definition
Folgendes wurde aus dem ‚Handlungsleitfaden zum Kinderschutz‘ (Senatsverwaltung für Bildung, Wissen und Forschung, 2010).
„Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt dann vor, wenn begründete Besorgnis besteht, dass bei Nichteingreifen das Wohl des Kindes beeinträchtigt wird oder eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr besteht, dass sich bei der weiteren Entwicklung des Kindes eine erhebliche Schädigung mit großer Sicherheit voraussehen lässt. Dabei entsteht die begründete Besorgnis in aller Regel aus Vorfällen in der Vergangenheit. Aufgrund des gesamten Verhaltens des Sorgeberechtigten muss Anlass zur Besorgnis bestehen. Die zu besorgende erhebliche Schädigung, die mit ziemlicher Sicherheit vorauszusehen sein muss, macht es erforderlich, in dem konkreten Fall das Kindeswohl zu definieren".
Das heißt, eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn Kinder in ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Entwicklung gegenwärtig gefährdet sind bzw. wenn Verletzungen und Schädigungen des Kindeswohls bereits eingetreten sind und die schädigenden Einflüsse fortdauern. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn die Grundbedürfnisse des Kindes in einem erheblichen Umfang durch elterliches Fehlverhalten bzw. Unterlassen angemessener Fürsorge oder durch das Verhalten Dritter vernachlässigt werden. Dies stellt sich als Vernachlässigung (schuldhaftes oder schuldloses Unterlassen), Missbrauch des Sorgerechts (schuldhaftes oder schuldloses Handeln der Eltern) oder wenn die Eltern nicht bereit oder nicht in der Lage sind, ein kindesgefährdendes Verhalten Dritter wirksam zu unterbinden, dar. Die nachfolgend aufgeführten Anzeichen sind beispielhaft für die Bewertung und nicht abschließend oder generell gültig. Es ist immer die konkrete Situation des Einzelfalls und die altersspezifische Entwicklung des Kindes/Jugendlichen zu berücksichtigen.
6.3. Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Für einen differenzierten Einschätzungsprozess ist es wichtig folgende Aspekte zu berücksichtigen.
6.3.1. Indikatoren
Die Indikatoren für eine Kindeswohlgefährdung:
 Erscheinungsbild des Kindes
 die familiären Risikofaktoren
 die Ressourcen und Potenziale
Folgendes wurde aus dem ‚Handlungsleitfaden zum Kinderschutz‘ (Senatsverwaltung für Bildung, Wissen und Forschung, 2010).
6.3.2. Vernachlässigung
Die Vernachlässigung des körperlichen Wohls - durch mangelhafte Versorgung und Pflege, wie unzureichender Ernährung, Pflege, Gesundheitsfürsorge, Unterlassen ärztlicher Behandlung oder unzureichender Schutz vor Risiken und Gefahren des seelischen und geistigen Wohls - durch ein unzureichendes oder ständig wechselndes und dadurch nicht verlässliches, tragfähiges emotionales Beziehungsangebot, Mangel an Aufmerksamkeit und emotionaler Zuwendung, Nichteingehen auf Bedürfnisse des Kindes, Unterlassen einer angemessenen alters-und entwicklungsgerechten Betreuung, Erziehung und Förderung, u.a. auch das Desinteresse der Eltern am regelmäßigen Kitabesuch des Kindes.
6.3.3. Misshandlung
Körperliche Misshandlung - durch direkte Gewalteinwirkung auf das Kind, wobei die Mehrzahl der körperlichen Misshandlungen sichtbare Spuren auf der Haut hinterlässt, insbesondere Schlagen, Treten, Schütteln, Verbrennen, Würgen, Verätzen, Stichverletzungen zufügen, der Kälte aussetzen etc. psychische Misshandlung - durch Zurückweisung, Ablehnung und Herabsetzung des Kindes; Anschreien, Beschimpfen, Verspotten, Ausdruck von Hassgefühlen dem Kind gegenüber, Aufforderungen an das Kind andere zu vernachlässigen oder zu misshandeln, Überforderung durch unangemessene Erwartungen, soziale Isolierung, Einschüchterung, Ängstigung des Kindesdurch Drohungen, symbiotische Bindung des Kindes durch einen Elternteil.
6.3.4. Häusliche Gewalt
Durch Gewaltstraftaten zwischen Erwachsenen, die in einer partnerschaftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung zueinanderstehen oder standen. Das Miterleben der Gewaltgefährdet eine gesunde seelische Entwicklung, beeinträchtigt die Beziehungsfähigkeit und kann Traumatisierungen auslösen.
6.3.5. Sexueller Missbrauch
Durch sexuelle Handlungen mit und ohne Körperkontakt, Vorzeigen pornografischen Materials durch eine erwachsene oder wesentlich ältere, jugendliche Person, oft unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen und in Kombination mit anderen Formen der Misshandlung.
6.4. Erscheinungsbild des gefährdeten Kindes
Körperlich: Unterernährt, unangenehmer Geruch, unversorgte Wunden, chronische Müdigkeit, nicht witterungsgemäße Kleidung, Hämatome, Narben, Krankheitsanfälligkeit, Knochenbrüche, auffällige Rötungen oder Entzündungen im Anal oder Genitalbereich, körperliche Entwicklungsverzögerungen usw.
 Kognitiv: eingeschränkte Reaktionen auf optische und akustische Reize, Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Verzögerung der Sprach oder Intelligenz
 Entwicklung, usw.
 Psychisch: apathisch, traurig, aggressiv, schreck, unruhig, schüchtern, verschlossen usw.
 Sozial: Hält keine Grenzen und Regeln ein, distanzlos, Blickkontakt fehlt, beteiligt sich nicht
 Auffälligkeiten: Schlafstörungen, Jaktationen, Essstörungen, Einnässen, Einknoten, Stottern, Konsum psychoaktiver Substanzen, Selbstverletzung, sexualisiertes Verhalten, Schulddistanz, Streunen, Delinquenz, Lügen usw.
6.4.1. Familiäre Risikofaktoren
Eigene Deprivationserfahrung, Sucht, psychische Krankheit, geistige Behinderung, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Analphabetismus, Kinderreichtum, Frühgeburten, angespannte finanzielle Situation, Schulden, Arbeitslosigkeit, beengte Wohnverhältnisse, Eltern- oder Partnerkonflikte, minderjährige Mutter, unerwünschte Elternschaft, kulturell bedingte Konflikte, dominante Familienangehörige, mangelnde Integration in die eigenen Familie oder soziales Umfeld usw.
6.4.2. Ressourcen und Potenziale
 Persönliche Ressourcen und Potenziale
 Soziale Ressourcen (Beziehungen)
 Materielle Ressourcen
 Infrastrukturelle/institutionelle Ressourcen
Sollte der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bestehen, sind die Pädagogen und der Träger (Vorstand) verpflichtet zu handeln. Es muss festgestellt werden, wer in der Einrichtung die Fallverantwortung übernimmt und an der Bewertung der Hinweise beteiligt wird. Zu berücksichtigen sind natürlich die freundschaftlichen Beziehungen von Pädagogen oder Vorstandsmitglieder zu den betroffenen Personen, die unsere Objektivität stark beeinflussen können. In diesen muss unbedingt eine Rollenklarheit geschaffen werden. Es gilt die Regeln: Kinderschutz steht vor Datenschutz, also sollten die Vorstandsmitglieder je nach Situationslage informiert werden. Ob wir den Eltern-Vorstand miteinbeziehen oder auch nicht, wird nach der Fallbesprechung in der Teamsitzung entschieden. In akuten Situationen, in denen schneller Handlungsbedarf gefragt ist, handeln wir nach dem vier Augenprinzip. Die Pädagogen sind berechtigt notwendige Schritte in die Wege zu leiten und im Zweifelsfall alleine darüber zu entscheiden.
Wir gehen immer davon aus, dass die Eltern die wichtigsten Personen im Leben des Kindes sind und bemühen uns immer als erstes die Eltern „ins Boot zu holen“, um den vertrauensvollen Kontakt zu den Eltern/Personenberechtigten aufrechtzuerhalten. Wir streben einen gemeinsamen, kooperativen Prozess an. Sodass wir einer Kindeswohlgefährdung entgegenwirken können. Unsere Erfahrung nach, ist dies die beste Möglichkeit, für das Kind eine möglichst stabile Hilfesituation zu schaffen .
6.4.3. Beratung und Vermittlung
In einer solchen Situation ist die Beratung durch
 eine Supervision
 insoweit interne erfahrene Fachkraft
Sandra Ohl vom DaKS Tel.: 030 7009 425 10
externe Institutionen wie
 Regionaler sozialpädagogischer Dienst tel.: 9018 34342
 Kind im Zentrum Tel.: 282 80 77
 Jugendamt Erziehungs- und Familienberatung Tel.: 901834646
 Kinderschutz-Hotline Tel.: 90182-55555
je nach Einzelfall durchzuführen.
6.5. Konkretes Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Schritte des Verfahrens nach § 8 a SGB VIII
6.5.1. Dokumentation
Ab dem Moment der ersten Vermutung, dass etwas nicht in Ordnung ist, kann alles, was zum „Fall“ gehört, für den weiteren Verlauf hilfreich sein und sollte der jeweiligen Fachkraft unbedingt schriftlich, und datenschutzrechtlich korrekt, festgehalten werden. Speziell die Details müssen sorgfältig protokolliert werden. Die Dokumentation ist die Grundlage für das gesamte Verfahren und ggf. auch für Nachfragen durch externe Institutionen wie z.B. das Jugendamt, die Polizei oder das Familiengericht wichtig. Gleichzeitig dient sie als Nachweis, dem gesetzlichen Auftrag nachgekommen zu sein.
Folgendes wird dokumentiert:
 Aussagen des Kindes, direkte oder indirekte Äußerungen
 Sichtbare körperliche Anzeichen
 Verhalten des Kindes, auch in der Interaktion mit anderen Kindern, den Eltern oder anderen Erwachsenen
 Andere Auffälligkeiten
 Aussagen, Äußerungen der Eltern
 Andere Beobachtungen, Informationen
 Eigenes Handeln der fallführenden Fachkraft (Team / Leitung), Gespräche (auch telefonisch), Maßnahmen etc.
Unbedingt zu beachten ist dabei die Trennung von Fakten und Interpretationen.
Gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen und
Grundlage für die Überprüfung des Verdachts sind – immer bezogen auf den Einzelfall – alle Anhaltspunkte, Beobachtungen und Äußerungen die wahrgenommen werden.
6.5.2. Austausch mit dem Team / Leitung (4 Augen Prinzip)
Im kollegialen Gespräch, Teamgespräch oder Gespräch mit der Leitung (je nach Einrichtungsstruktur und vereinbartem Handlungsablauf) erfolgt die zeitnahe Überprüfung der eigenen Wahrnehmungen oder Unsicherheiten (siehe Orientierungshilfe 1 „Indikatoren als mögliche Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung" und Orientierungshilfe 2 „familiäre Risikofaktoren". Auch soll in dem Gespräch die „fallführende Fachkraft" benannt werden, die Person also, die den Fall begleiten wird und dafür Ansprechpartnerin ist. Wenn im Anschluss an dieses Gespräch eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann bzw. sich Anhaltspunkte für eine Gefährdung verdichten, ist die Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft sicherzustellen.
6.5.3. Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft (IeFK)
Regionale Zuständigkeiten sollten im Vorfeld geklärt und Kontaktadressen bereitgehalten werden. Die Verantwortlichkeit für das weitere Vorgehen bleibt bei der fallführenden Fachkraft der Kita. Diese Fachkraft kann sich auch gegen die Empfehlung der ieFK entscheiden, sollte aber in jedem Fall ihre Entscheidung dokumentieren und fachlich begründen können.
6.5.4. Gemeinsame Gefährdungs- / Risikoeinschätzung
Die ieFK berät und unterstützt die fallführende Fachkraft bei der Problemdefinition und Gefährdungseinschätzung unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen und Risikofaktoren in der Familie. Die Anhaltspunkte für eine Gefährdung werden in sachlicher und in zeitlicher Hinsicht gemeinsam bewertet und das weitere Vorgehen wird erwogen. Es wird überprüft ob Einrichtung und/oder Träger eigene Ressourcen zur Verfügung stellen kann um einer Gefährdung entgegen zu wirken oder ob eine
Inanspruchnahme anderer geeigneter Hilfen durch die Eltern/Personensorgeberechtigten (PSB) notwendig erscheint. Zunächst gilt es zu bewerten, ob eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben des Kindes besteht und welche Maßnahmen zum sofortigen Schutz des Kindes notwendig sind. Dabei wird geplant, wie der weitere Prozess gestaltet werden soll, um mit den Eltern/PSB die festgestellten Probleme zu besprechen und auf ihre Behebung hinzuwirken.
6.5.5. Gespräch mit den Eltern / Personenberechtigten, Gemeinsam Hilfeplan / Vereinbarungen / Verabredungen entwickeln
Hier geht es darum, die Kooperationsbereitschaft, das Problembewusstsein der Eltern und die Problem Übereinstimmung (Problemkongruenz) mit ihnen zu überprüfen. Mit den Eltern gemeinsam sollen hier Möglichkeiten der Entlastung formuliert und evtl. vorhandene Ressourcen und Potentiale (Verwandte, Freunde, Eltern der Kita, andere Unterstützungsmöglichkeiten — auch durch die Kita) herausgefunden werden. In einem gemeinsam entwickelten Hilfeplan werden Beratungsangebote (intern/extern) festgehalten, Handlungsveränderungen und Folgetreffen verabredet.
6.5.6.1. Überprüfung der Verabredungen / Vereinbarungen / Empfehlungen
Bei verabredeten Folgetreffen werden Kooperationswille und Kooperationsfähigkeit überprüft. Haben die Eltern/PSB die Verabredungen/Vereinbarungen eingehalten. Haben sie etwas verändert bzw. ist ein Bemühen zu erkennen?
6.5.6.2. Ggf. erneute Gefährdungseinschätzung
Zur erneuten Gefährdungseinschätzung wird ein weiterer Termin mit der ieFK vereinbart. Das Ergebnis ist Grundlage für die weiteren Schritte.
6.5.6.3. Ggf. Vorbereitung der Fallübergabe an das Jugendamt
Wenn keinerlei Entwicklung zu erkennen ist bzw. eine Kooperation nicht gelingt, wird die Fallübergabe an das Jugendamt vorbereitet. Dazu sind in der Regel regionale Formulare zu übermitteln (Risikoeinschätzungsbögen). Diese sind Grundlage für das tätig werden des Jugendamts.
6.6. Fallübergabe an das Jugendamt
Im bedauerlichen Umstand einer Nicht-Einigung, wird der Fall an das zuständige Jugendamt weitergegeben. Hier werden die Eltern unbedingt informiert.
6.7. Präventionskonzept gegen interne Grenzüberschreitungen
6.7.1. Beteiligte
Um die Sicherheit und Prävention zu gewährleisten müssen Arbeitnehmer ein erweitertes Führungszeugnis alle vier Jahre erneuern. Falls die Eltern, regelmäßige Dienste übernehmen, müssen sie ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
6.7.2. Unregelmäßige Mitarbeit
Eltern, die unregelmäßige Dienste übernehmen haben eine Selbstverpflichtungserklärung zu unterschreiben.
6.7.3. Fortbildungen für alle Teilnehmenden
Um unser Wissen ständig auszubauen bilden wir uns extern weiter. Hier ist es wichtig eine Sensibilität zu ent- bzw. weiterzuentwickeln.
6.7.4. Informationsabende
Diese werden speziell für Eltern abgehalten, um sie ebenfalls für dieses Thema zu sensibilisieren.
6.7.5. Sensibilisierung für Kinder
Regelmäßiges Vorlesen passender Kinderliteratur, die das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.
Quellen:
Fachliteratur und Zeitschriften:
Partizipation in Kindertageseinrichtungen: So gelingt Demokratiebildung mit Kindern! (Rüdiger Hansen, Raingard Knauer, Benedikt Sturzenhecker) 2015
Kinderrechte in der Kita, Kinder schützen, fördern, beteiligen (Jörg Maywald) 2016
Beschwerdeverfahren für Kinder: Kindergarten heute, Praxis kompakt (Franziska Schubert-Suffrain, Michael Regner) 2014
Recht & Sicherheit in der Kita, Themenheft: Umgang mit Beschwerden (Judith Barth) Februar 2018
Kinderschutz, Leitfaden zur Umsetzung des Bundesgesetzes in Elterninitiativen, Kinderläden und Selbstorganisierter Kinderbetreuung (BAGE – Bundesgemeinschaft Elterninitiativen e.V.) 2015
Kinder in Berlin, Kinder fördern und schützen! Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Gesundheits- und Jugendämtern (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung)
Internetquellen:
http://www.daks-berlin.de/index.html
http://duden.de

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Warum sollen wir den Winter immer mit dem Fasching verjagen? Wir haben ihn dieses Jahr einfach zu uns eingeladen.
Der Schneemann und der Eisbär waren unsere stillen Begleiter und Hinqucker. Draußen lief keiner einfach vorbei, alle bleiben Kurz stehen und bewundesten sie.
Zum Frühstück gab es lecker Pinguine aus Oliven und Mozzerella.
Unsere Kinder kamen von der Schneekönigin, Schneemann, bis zum Badman ganz verschieden verkleidet am  Faschingstag zu uns in den Kinderladen.
Im Morgenkreis wurden alle Faschingsleute mit einem Lied bergüßt.
Auch die Spiele: das Eiskugellaufen oder das Dosen werfen mit dem Schneeball unter dem eisigen Himmel, waren für die Kinder eine Atraktion.
Tolle Preise gab  es selbstverständlich auch Süße Leckerbissen so durschsichtig wie das Meer und auch einen tollen Kleinen Bruder von unserem Eisbären.
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2016-03-05
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               Die Legende von Sankt Martin ist wieder lebendig.
Am Sankt Martinstag erinnern wir uns an den Heiligen Martin von Tours, der Anfang des vierten Jahrhunderts lebte.
      Die Eltern und die Kinder haben sich im Dunkel mit selbstgebastelten Laternen vor dem Kindergarten versammelt und an einem Sankt Martinsumzug tei haben teilgenommen. Wir sind durch die Straßen gezogen und haben die Martinslieder auf deutsch und polnisch gesungen.
Im Anschluss haben wir uns auf dem Quizow-Spielplatz im Kreis zusammengefunden. Die Kinder nahmen Platz und die Eltern stellten sich dahinter auf. Mit musikalischer Begleitung stimmten wir alle das Lied "Sank Martin ritt durch Schnee und Wind..." an und zum Gesang wurde das St. Martinsspiel vorgespielt. Wir sangen das Lied auf Wunsch der Kinder, noch einmal und sahen auch die Szene wieder parallel zum gesungenen Text. Danach konnten wir uns mit leckerem Essen wieder stärken. Das Klassische Gebäck für den Sankt Martinstag ist die Martingsbrezel. Diese wurde aus süßen Hefeteig gebacken und geteilt  gegessen.
      Unseren Kindern hat der schöne Abend mit den Laternen, den Martinsliedern und der St. Martinsgeschichte viel Spaß gemacht.
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