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Hart wie Diamanten sind Aachener Printen zwar nicht. Dennoch schrecken manche von ihrem Verzehr zurück, weil sie einen Ruf haben, zu hart für die eigenen Beißwerkzeuge zu sein. Harte Zuckerbonbons werden doch auch gerne vernascht. Genau diese Härte des Zuckers findet sich auch in diesen braunen Gewürzlebkuchen mit lokaler Tradition wieder. Im Gegensatz zu anderen Lebkuchen wird hier zum einen Kristallzucker (Saccharose) verwendet, während in Honiglebkuchen eine Glucose/Fructose-Mischung vorkommt, die schlecht kristallisiert. Zum anderen ist ein Charakteristikum der Aachener Printe, dass sie auch Krümelkandis enthält, also Zuckerkristalle, die zu einer nennenswerten Größe gewachsen sind. Manche kennen Kandiszucker ja als Klüntjes zum Süßen von Tee. So groß sind die Stücke in Aachener Printen nun nicht. Deren kleineren Kandisstückchen prägen eben einen sensorischen Aspekt, wenn Aachener Printen langsam im Mund zergehen.

Ein weiterer Grund für die Härte von Aachener Printen ist, dass sie kein Fett enthalten, wie etwa Nürnberger Lebkuchen mit ihrem Mandel- bzw. Haselnussmehlanteil. Aachener Printen hingegen sind durch den Verzicht auf Fett lange haltbar - in alten Zeiten galten sie als Pilgerbrot.

Die Gründe für die Verwendung von Kristallzucker liegen in der Geschichte. Heutzutage setzen Aachener Bäcker und Konditoren auch andere Zutaten wie eben doch etwas Honig oder feingeschnittenes Orangeat oder Zitronat ein. Selten ist der Einsatz von Roggenmehl und Sauerteig, der ebenfalls zu einer etwas weicheren Printe führt. Oder sie setzen die Printen nach dem Backen einer Wasserdampfatmosphäre aus, die die Printen etwas weicher werden lässt. Als Tipp für daheim wird da immer wieder der angeschnittene Apfel genannt, der in die Dose mit Aachener Printen gelegt diese etwas weicher werden lässt. Manche schätzen auch das Eintunken in Tee oder Kaffee vor dem Biss. Aber meistens reicht es schon, einfach, die Printe im Mund langsam zu erweichen und dabei die Kandisstückchen und Gewürze nach und nach wahrzunehmen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte fragt einfach nach Weichprinten. Die Hersteller geben gerne Auskunft über ihr Angebot.
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Die knapp zweiminütige Animation "Die Printen-Evolution" des WDRs aus 2013 macht einen Schnelldurchlauf durch die rund 200jährige Geschichte der Aachenr Printe, einem besonderen braunen Lebkuchen. Ihre Grundzutaten sind quasi aus der Not der geschichtlichen Umstände geboren. Weder Eier noch Fett werden verwendet, statt Zucker aus überseeischem Zuckerrohr oder importiertem Honig kommen rheinisches Zuckerrübensirup und wenig raffinierter, grober Farinzucker zum Einsatz. Das Mehl ist das günstigere dunkle. Krümeliger Kandiszucker darf neben typischen Gewürzen wie Anis, Nelken, Piment, Koriander, Zimt und Kardamom nicht fehlen. Der durch den Sirup schwere zähe Teig macht die Verarbeitung zur Kraftprobe. Die ursprüngliche Vielfalt der Formen, Figuren und Dekore wird in die preiswerter herzustellenden und kleineren Täfelchen vereinfacht.

Seit 2012 kann die Aachener Printe das EU-Siegel der geschützten geografischen Angabe tragen - wenn sie denn tatsächlich in der Region Aachen hergestellt wird. Dieses Qualitätskennzeichen tragen bislang nicht viele regionaltypische Lebensmittel in NRW. Düsseldorfer Senf oder Kölsch wären da weitere Beispiele.

Im Jahr 2012 kommen rund viereinhalb tausend Tonnen Aachener Printen zusammen und machen damit einen Gutteil der bundesweit in alle Welt exportierten Lebkuchen aus (gesamt 14000t in 2012). Sie stellen damit einen nennenswerten Wirtschaftsfaktor für die Region dar.
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Zu ergänzen ist vielleicht, dass die Zutaten, Formen und Verzierungen heute durchaus variiert bzw. ergänzt werden - was dann allerdings wieder einen höheren Preis erfordert. Solche Verfeinerungen finden sich nur vor Ort in den experimentierfreudigen Handwerksbetrieben der Bäckers- und Konditorenzunft. Dort wird man mit einem besonderen Geschmack belohnt und erhält mitunter nahezu ein Unikat als charakteristisches Mitbringsel.

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Hinter Aachener Printen stehen Persönlichkeiten, die ihr schweres wie süßes Tagwerk mit sehr viel Liebe zur Sache und beinahe unbeschränktem Engagement verrichten. In diesem Portrait wird die in 2017 80jährige Geschichte von Café, Konditorei und Confiserie Lammerskötter in Aachen Burtscheid nachgezeichnet. Aktuell versuchen die beiden Enkelinnen des Gründers Alfons, Astrid Lammerskötter und Elke Heinhuis, die 200jährige Tradition der stadttypischen Köstlichkeiten in Lebkuchenform fortzuführen, obwohl sie ursprünglich andere Pläne hatten und bereits auf Pfaden jenseits des Handwerks wandelten. Mit viel Wagemut ist es ihnen gelungen, neue Wendungen nicht nur in ihr Leben, sondern auch in den Betrieb einzubringen. Die Aachener Printe erfährt dabei ebenfalls Verfeinerungen, deren Verkostung sich absolut lohnt und die Kreativität und Innovationsfähigkeit des Handwerks schätzen lässt.

Die ausgezeichnete Konditorei bietet natürlich nicht nur Aachener Printen. Viele weitere exquisite Leckereien machen einen Besuch auf jeden Fall zu einem die Sinne beeindruckenden Erlebnis.

Webseite des Betriebs:
https://www.lammerskoetter.de/

Lage des Betriebs:
Café:
Kapellenstraße 2, 52066 Aachen:
https://www.google.de/maps/place/Lammersk%C3%B6tter/@50.76186,6.09214,15z/data=!4m5!3m4!1s0x0:0x3f5403daca586958!8m2!3d50.76186!4d6.09214

Ladenverkauf:
Altdorfstraße 3-5 (in etwa gegenüber)
https://www.google.de/maps/place/Altdorfstra%C3%9Fe+5,+52066+Aachen/@50.76213,6.0903913,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47c09bdd080c83c1:0x378d6c5678306bbc!8m2!3d50.76213!4d6.09258

Die 43minütige Sendung aus 2013 kann in der ARD Mediathek noch bis zum 25.12.2016 angesehen werden. Wer den Film später oder offline ansehen möchte kann ihn mit dem kostenlosen PC-Programm "MediathekView" speichern:
http://zdfmediathk.sourceforge.net/ (gilt nicht nur für ZDF, sondern alle öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten)

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Wenn Aachener Printen von Hand gemacht werden, dann bekommt jede einzelne eine etwas andere Gestalt. Hingegen sind diese Gewürzlebkuchen nahzu gleichförmig, wenn sie aus industrieller Produktion stammen. Vielleicht fallen diese kleinen Gestaltabweichungen beim Verzehr gar nicht auf. Deutlich wird der Unterschied durch die Produktionsweise auf der Zunge. Geschmacklich lohnt es sich allemal die Vielfalt der Aachener Printen aus den Händen der Aachener Handwerksbäckereien und -konditoreien auszukosten. Guten Appetit.
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Wenn Aachener Printen in die Luft gehen bedeutet das nicht nur einen Süßigkeitenregen. Der Verein "Drachenfreunde Euregio" fährt mit seinen printenbeladenen Seilbahnen an Drachenschnüren 2016 bereits zum zwanzigsten mal Gelder über Sponsoren und Besuchereinnahmen ein, die der Kinderkrebsstation am Aachener Klinikum zugute kommen. Beinahe wäre 2016 zum Schlusspunkt geraten. Doch der Erfolg ermutigt zur Fortführung. Für die kleinen Patienten würde es sich schon lohnen, den nächsten Termin vorzumerken. So gesehen können Aachener Printen fast schon zu Gesundmachern werden.

Neben den Aktionen der fliegenden Printen können Kinder auch selbst das Basteln von Drachen erlernen... und für das leibliche Wohl wird nicht nur mit Aachener Printen gesorgt.

Bericht in den Aachener Nachrichten vom 17. November 2016:

http://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/aachen/drachenfreunde-unterstuetzung-mit-langer-tradition-1.1493787

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Achener Printen sind leicht verzehrt, doch schwer erarbeitet. Hier zeigt das traditionsreiche Cafe Müller aus Aachen Walheim, wie mit handwerklichem Schaffen unter tüchtigem Körpereinsatz die süße Nascherei aus einem schweren zähen Teig mit den Zutaten Zuckerrübensirup, Kandis- und Farinzucker, Mehl und vor allem typischen Gewürzen entsteht. Nur wenn Printen in der Aachener Region hergestellt werden dürfen sie das Siegel der geschützten geografischen Angabe tragen. Dieser Betrieb hat noch als Besonderheit den einzelnen Variationen ihrer Aachener Printen Eigennamen vergeben. Das macht sie zu einem persönlichen Freund. 

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In diesem kurzen Rundgang in stimmungsvoll erleuchteter Dunkelheit sowie in nüchternem Tageslicht über den Aachener Weihnachtsmarkt und die nächste Umgebung befragt die Deutsche Welle einige einheimische wie auswärtige Besucher und Produzenten. So erfährt man, dass es wohl auch in Japan etwas gibt, das der Aachener Printe ähnelt. Michael Nobis erläutert, dass Aachener Printe eben eine geschützte geografische Herkunftsbezeichnung ist und damit dieser besondere Lebkuchen an die Region um Aachen gebunden ist. Einem seiner Bäcker kann man in der Schaubäckerei über die Schulter sehen, wie und woraus Aachener Printen hergestellt werden. Dass sie keine leicht verderblichen Inhaltsstoffe wie etwa Fette oder Ei haben macht sie so haltbar. Der Kandis, einer der drei Zuckerarten, ist ein Charakteristikum, das man beim Verzehr deutlich spürt. Für jede Bäckerei speziell ist die Mischung und Auswahl der Gewürze. Daher lohnt es sich, einmal mehrere der an die fünfzig Handwerksbäckereien aufzusuchen und die geschmackliche Vielfalt der Aachener Printen auszuloten. Auch dem markanten Haus van den Daele mit dem Printendenkmal an der Ecke in der malerischen Altstatt wird ein Besuch abgestattet. Dort wird darauf hingewiesen, dass der Ursprung der Aachenere Printe in Belgien liegt und wie die Printe zu ihrem Namen kam. Der Blick streift hier über eine besondere Vielfalt an Modeln und die sehenswerten stilvollen Einrichtungen.

Ein schöner visueller Steckbrief, der Lust darauf macht, Aachen in einem Besuch selbst zu erkunden, durch die Krämergasse oder die Körbergasse zu schlendern, über den Katschhof zu ziehen und den Aachener Dom und das Aachener Rathaus in Augenschein nehmen - und natürlich die Aachener Printe selbst zu probieren. Wer Aachener Printen bislang nur aus dem Supermarkt kennt wird auf jeden Fall sehr positiv überrascht sein.

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Die Hauptsaison für Aachener Printen ist eingeleitet. Aber keine Sorge. Der Aachener Printenmann hat nicht immer die stattliche Größe wie auf dem Aachener Weihnachtsmarkt, sondern ist auch im taschenfreundlichen Format zu haben. Und wer es lieber beschaulich mag und das dichte Gedränge in der Aachener Innenstadt in der Vorweihnachtszeit scheut - auch in den unmittelbar umliegenden Orten gibt es Aachener Printen bei Handwerksbäckereien und -konditoreien. Und vor Ort ist sowieso das ganze Jahr Gelegenheit, das regionaltypische süße Gebäck zu kosten. Alsr viel Freude beim Kabbern.
Die Buden stehen, erste Lichter brennen, der Printenmann ist an seinem Platz... Morgen beginnt der Weihnachtsmarkt - wir freuen uns schon riesig! Guten Morgen vorweihnachtliches Aachen 😊🌲🌟!
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Aachener Printen sind geeignet, eine unmittelbare Verbindung über Kontinente und Kulturen hinweg herzustellen. Der Aachener Architekt Walter Wiese erfreut regelmäßig mit diesen Lebkuchen Kinder und Erwachsene eines langjährigen Entwicklungsprojektes in der indischen Bergregion "Melghat".

Zur deutschen Unterstützungsorganisation "Melghat Development Society of Germany": http://www.mdsog.de/

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Bei Aachener Printen muss man nicht traurig sein, wenn die Weihnachtszeit vorbei ist. Diese Leckerei verbinden zwar die meisten mit dieser erwartungsvollen Zeit in der das Jahr allmählich ausklingt. Aber tatsächlich steht dieses Naschwerk das ganz Jahr über auf den Produktionslisten der (meisten) Bäckereien und Konditoreien - in Aachen und der näheren Umgebung. Aber was tun, wenn man man nicht das Glück hat, in der Heimatstadt der Aachener Printen zu leben? Aachener Printen stehen bei den handwerklichen Produzenten zumeist auch zum Versand im Angebot. So brauchen Exil-Aachener und Liebhaber dieser Nascherei ihre Aachener Printen nicht entbehren.

Hier sind die Aachener Printen mal nicht in ihrer typischen länglichen Gestalt sondern kleiner geformt und mit verschiedenen Überzügen verfeinert oder mit Mandeln oder gespritzen Tupfern verziert.
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