Da es gern viele unterschiedliche Interpretationen von Schirrmacher-Texten gibt, hier meine Lesart, was eigentlich der Kern des Textes ist. Habe mich mal mit Bleistift und Textmarker dran gemacht, old school sozusagen:
1. Wissen
"Google übernimmt nicht nur das Speichern faktischer Wissensinhalte; Google – und das hat es bei noch keiner Externalisierung gegeben – übernimmt auch die Berechnung, Organisation und Deutung der Assoziationen, die wir beim Gebrauch dieses Wissens haben." Das nennt er soziales und assoziatives Erinnern.
2. Ersatz
Das ist keine Auslagerung von Erinnerung mehr, sondern deren Ersatz.
3. Rückkoppelung auf Identität
Es geht ferner "Welche Identitäten entstehen, wenn auch unser soziales und assoziatives Erinnern ausgelagert ist?". Auf diesem Feld, so vermute ich, ist das eigentliche Problem anzusiedeln.
Ich denke, das ist das, was zu diskutieren wäre.

Sieht das jemand anders, der den Text gelesen hat?

(Zwei Nebenstränge:
1. Die Internet-Meinungsbildung, die sich von Fakten löst ("Talmud") - dazu kann ich nach zwei Jahren detaillierter Medienwahrnehmung nur sagen: Das ist ein Thema des gesamten Mediensystem, online wie offline (mir gruselt es inzwischen, wenn ich morgens den Broswer starte)
2. Einfluss auf amerikanische und private Organisationen.
3. Für mich hat das drittens eine Dimension wirtschaftlicher Unabhängigkeit, davon lese ich aber nichts.)
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