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Die piratige Empörungsliga empört sich mal wieder, diesmal trifft es +Michele Marsching, der in einem Interview mit dem Handeslblatt abgekündigt hat, sich eine Kandidatur als Spitzenkandidat zuzutrauen.

Für die gleiche Diskussiongrundlange, hier der entscheidenen Teil:
"Ich werde darüber heute noch ein Gespräch mit meiner Frau führen. Ich bin im Moment Vollzeitvater und wir können kein Kindermädchen anschaffen, nur weil Wahlkampf ist. Aber ich kann mir vorstellen, künftig Teilzeitvater zu werden. Ich glaube, ich werde es machen, wenn ich auf dem Parteitag gewählt werde."

Und ich sehe, ganz ernsthaft, nicht das Problem. Im Gegenteil, ich finde so eine Äußerung gut. Lösen wir uns doch endlich mal von der "Themen statt Köpfe" Illusion (die, nebenbei bemerkt, nicht mit der "Abgeordneten sind ausschließlich ihrem gewissen unterworfen und Fraktionszwang ist böse" Mentalität vereinbar ist.), auch in Berlin war es kein Themenwahlkampf, sondern ein Themenwahlkampf mit Köpfen, das sieht man schon, wenn man sich die Plakate ansieht. Menschen sind eben, ob das dem technisch denkenden Piraten passt oder nicht, emotionale Wesen, die auch persönlich von Personen angesprochen worden sind.

Und wenn wir erstmal darin übereinstimmen, dass Personen wichtig sind, dann kann man auch die Kultur bei Personenwahlen in der Piratenpartei ändern. Heute gilt es als fast selbstverständlich an, Ämter und Mandate, scheinbar nur widerwillig anzustreben, sich zu sträuben und erstmal kräftig bauchpinseln zu lassen. Das mag manchmal nötig sein, völlig ohne Frage, nicht jeder strebt von sich aus Ämter oder Mandate an. Aber verlangt das nicht von allen. Akzeptieren wir doch einfach mal, dass politisch aktive Menschen, auch ein Mandat oder Amt anstreben. Das ist nichts verwerfliches, sondern nur der Wunsch sich intensiver in die Politik einzubringen. Aber wir unterstellen lieber irgendwelche bösartigen Dinge. Darin sind Piraten gut.

Ich finde es gut, wenn jemand klar sagt, dass er ein Mandat anstrebt, die Fronten sind klar, ich kann mir ein Bild von ihm bilden, falls es meine Gliederung betrifft und kann ggf. selbst gegen ihn kandidieren oder andere Kandidaten motivieren das zu tun.

Dazu brauch es übrigens keine Wikikandidatenlisten oder Listenaufstellungspläne des BuVo.

Am Ende geht es hier nicht um euer Leben, sondern Politik. Und die Mehrheit derer, die in Parlamenten endet, die wird die Sache schon gut machen. Einfach mal entspannen.
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Wir sind doch nun mittlerweile lang genug dabei, um zu wissen, dass die Presse im Zweifel schreibt was ihr mehr Leser oder Diskussionspotential beschert. Da hatte Andre mit dem ZDF auch schon so seine Erfahrungen gemacht. Es wird gern mal das gesprochene Wort bis zur Unkenntlichkeit aus dem Kontext gerissen, nur um einen besseren Aufreger im Artikel/Beitrag/Whatever zu haben.

Grundsätzlich sollten wir Piraten lernen, zu erst mal bei $DEMJENIGEN nachzufragen bevor man ihn mit tieffliegender Scheiße konfrontiert. Die kostet nämlich so unendlich viel Kraft bei den Piraten.
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+Marco Hauke Selbst wenn der gemeint ist. Kay, er möchte also wirklich in das Parlament und nicht nur Listenfüller sein. Ich sehe immer noch kein Problem. Es mag unsympathisch sein und machtbewusst, daraus kann jeder seine Konsequenz ziehen. Aber akzeptieren wir einfach mal das wir Politik machen.

+Carsten Lenz So verdammt richtig.
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Und von der Kritik die ich hier formuliert habe, nehme ich mich auch nicht aus. Ich habe mich bis vor einigen Monaten auch gerne empört und dabei an manchen Piraten einen anderen Maßstab angelegt als an andere.
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So, jetzt am PC nochmal etwas ausführlicher: Ich gehöre nun nicht zu den Personen die jemanden sofort mit Dreck bewerfen und halte das generell auch für falsch weshalb ich mich an Shitstorms nicht beteilige. Ebenso richtig ist, dass die Presse manchmal Zitate im falschen Zusammenhang und komplett entstellt wiedergibt, darum habe ich ja in meinem ersten Kommentar auch "Wenn er das wirklich so gesagt hat" geschrieben.

ABER das vorrausgesetzt, dann ist der Satz: "„die hinteren Plätze auffüllen können andere“ für meinen Geschmack doch schon sehr arrogant und könnte eher von einem Politiker der Etablierten stammen als von einem Piraten. Natürlich ist es wichtig zu Wissen wer "ernsthaft" Interesse daran hat in ein Parlament einzuziehen und wer sich dazu weniger im Stande sieht und lieber auf einem sicheren Nichteinzugsplatz kandidieren möchte (Was auch ins Auge gehen kann, siehe Berlin). Die Aussage "Ich möchte auf einen der vorderen Listenplätze da ich gerne die Politik im Parlament mitgestalten möchte" reicht dafür aber aus, man muss nicht die anderen Mitpiraten als "Füllmaterial" für die Landesliste diskreditieren. Die Piraten sind nicht eine Partei, in welcher eine Parteielite sich vom Fußvolk ins Parlament tragen läßt, diese Lektion musste schon Christopher Lauer lernen und wieso Marsching jetzt dessen Fehler wiederholt ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.
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