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Mojo Mendiola
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Die renommierte Krefelder Galeristin Marie-Luise Fellner von Feldegg hat unter dem Titel „Wahrnehmung des Anderen – Wechselwirkungen“ ein künstlerisches Dreierpack zusammengestellt.

Frank-Jakob Esser und Cornelia Korsch sind mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zur Malerei vertreten, ich selbst steuere diesmal mit meinen Medi-made Art-Objekten Skulpturales bei.

Gemeinsam eröffnen wir unsere Ausstellung in der Galerie Fellner von Feldegg, Tiergartenstraße 81 in Krefeld am Sonntag, den 14. Mai (nach der Stimmabgabe) um 15 Uhr und freuen uns auf viel Besuch.
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Mein Kunstverständnis - My Concept Of Art

Alle Kultur stammt aus dem Kultus, also aus der gemeinsamen ritualisierten Gottes- bzw. Götterverehrung. Zwar hat sich die Kunst im sog. christlichen Abendland aus dem Korsett kirchlicher Ge- und Verbote befreit, damit auch die Beschränkung auf religiöse Themen hinter sich gelassen und sich stattdessen immer mehr der erlebten Realität der Welt zugewandt. Um die Beschränkung zu überwinden, muss man aber den religiösen – oder philosophischer formuliert: den mythischen – Bezug der Kunst keineswegs völlig aufgeben, im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass das mal unterschwellig wirkende, mal deutlich sichtbare Bewusstsein von der ungebrochenen „Gegenwärtigkeit des Mythos“ (Leszek Kolakowski) zu den ergiebigsten Inspirationsquellen zählt.

Und deshalb glaube ich auch an die Überlegenheit der gegenständlichen und konkreten Kunst gegenüber der gegenstandslosen. Natürlich möchte ich die innovativen Leistungen von Pionieren wie Kandinsky und Mondrian nicht schmälern, von den Gegenwärtigen aber erscheint mir inzwischen das meiste schal und unbefriedigend.

In ähnlicher Weise halte ich auch die Entpolitisierung des künstlerischen Schaffens, die wir in den letzten Jahrzehnten erleben, für einen Trend, der als Gegenbewegung zur hochpolitischen Phase in den 1950er, 60er und 70er Jahren zwar verständlich sein mag, nun aber seinerseits dringend revidiert gehört. Schon in ihrem Ursprung des gemeinsam ausgeübten Ritus ist die Kunst eine Angelegenheit, die ihre Kraft und Wirksamkeit aus der Gemeinschaft bezieht, in der sie ausgeübt wird. Kunst heute muss also zwangsläufig kraft- und wirkungslos bleiben, wenn sie sich mit der Lebensrealität dieser Gemeinschaft nicht auseinandersetzt. Wenn sie es aber tut, dann ist sie eben politisch in des Wortes ursprünglicher Bedeutung.

Das muss sich keineswegs in seichtem Agitprop erschöpfen – ein Begriff, der heute von den Rittern und Ritterinnen der Unverbindlichkeit allzu gern und leichtfertig als Schimpfwort auf künstlerische Arbeiten mit politischer Aussage geheftet wird. Wie dumm! Gibt es doch den Surrealismus, der sich seinerseits keineswegs darauf beschränkt, eine Taschenuhr schlaff wie ein Spiegelei über einem toten Ast hängend zu malen. Andrè Breton, der Vordenker des Surrealismus, formulierte sein „Zweites surrealistisches Manifest“ auch ganz klar als Appell zum künstlerischen Widerstand gegen den Faschismus. Und wenn nun der Surrealist der erlebten Realität nicht nur seine Traum- und Rauschbilder entgegensetzt, wenn er vielmehr beide Ebenen der Wahrnehmung, das real Gesehene und das innerlich Gesehene, auf eine solche Weise miteinander legiert, dass sichtbar wird, dass die erlebte Realität in viel höherem Maße absurd ist als z.B. die Vision „Imagine“ eines John Lennon, dann kann diese Kunst bei aller Phantasie-Entwicklung Bodenständigkeit, Verbindlichkeit, gesellschaftlichen Bezug und mithin auch politische Kraft erreichen.

Genau in diesem Sinne verstehe ich Surrealismus, und das geht auch ganz ohne gewisse Substanzen. Ich persönlich arbeite meist mit zuvor sorgsam ausgewählter Musik, inzwischen immer öfter aber auch mit dem süßen Reiz der Stille, die in unserer rücksichtslos lärmvermüllten Welt immer kostbarer wird. Manchmal obsiegt dabei die reine Freude daran, der unvernünftigen Wirklichkeit mit der Phantasie ein Schnippchen zu schlagen. Manchmal vermischen sich die Ebenen in der eben beschriebenen Weise. Manchmal trägt es mich bei der Suche nach Antworten auf Friedrich Schillers alte Frage: „Das Zeitalter ist aufgeklärt, warum sind wir (immer noch) Barbaren?“ Und manchmal hilft es mir auch, in der Empörung meinen Humor zu bewahren. Humor beginnt ja bekanntlich da, wo der Spaß aufhört – sagte jedenfalls Werner Finck, und ich glaube, der wusste, wovon er sprach.


All culture comes from the cultus, i.e. from the collective ritualized worship of God respectively the Gods. In the so called Christian Occident the arts may have liberated themselves from the corset of ecclesiastical regulations and prohibitions, left behind the restriction to religious subjects and dedicated themselves ever more to the experienced reality of the world.

Yet, to overcome these limitations one must not necessarily give up the religious – or philosophically speaking: the mythological – context of art completely, on the contrary. I'm convinced, this sometimes subliminally working, sometimes very obvious consciousness of the unbroken “Presence of Myth“ (Leszek Kolakowski) is one of the most fruitful sources of inspiration.

Because of this I also believe in the superiority of the representational and concrete in art over the nonobjective. Of course, I have no intention to belittle the innovative achievements of pioneers like Kandinsky and Mondrian, but as for the present ones, most of their works seem stale and shallow to me. Similar is my view on the de-politicization of the artists' creative activities, which we have been observing during recent decades. This trend can be explained as a counter reaction to the highly political phase in the 1950s, 60s and 70s, but now this trend itself definitely and urgently needs to be reversed. In its very origin from the collectively performed rite art is a matter drawing its power and efficiency from the community in which it is practiced. Vice versa: art today is bound to remain weak and ineffective if not addressing the realities of life of this community. But if it does then art is political in the original sense of the word.

That doesn't mean at all, the artist should reduce himself to simple Agitprop – a label, which today's knights of detachment very quickly and very thoughtlessly fix on art works with a political statement. How stupid! As if there wasn't Surrealism which goes a lot further than just painting a pocket watch sagging like a fried egg over a dead branch. Andrè Breton, the progressive thinker of Surrealism, designed his "Second Manifesto Of Surrealism“ very clearly as a call for artists' resistance against Fascism. And if the Surrealist not only counters the experienced reality by his dream and jag pictures, but merges both levels of perception, that what he observes outside and that what he comprehends inside, and thus makes visible that the experienced reality is absurd to a much higher degree than for instance John Lennon's vision “Imagine“ could ever be, then his art in all blooming fantasy can achieve down-to-earthishness, commitment, social reference and therefore also political significance.

Precisely this way I understand Surrealism, and it flows very well even without using certain substances. Personally I mostly work with carefully chosen music, and meanwhile ever more often with the sweet appeal of silence which becomes increasingly precious in our ruthlessly noise polluted world. Sometimes sheer joy of outwitting unreasonable reality by meaningful fantasy wins the battle, sometimes the levels merge in the above described sense, sometimes it carries me in my search for answers to Friedrich Schiller's old question: “Our times are enlightened, why are we (still) barbarians?“ And sometimes it simply helps me to keep my humor intact even in indignation. As we know: Humor begins where fun is ending – that's what Werner Finck said anyway, and I guess he knew what he was talking about.
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Rückpfiff für Sibylle Berg
Als Kommentar zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Bob Dylan war am 14. Oktober 2016 auf der Titelseite der „Rheinischen Post“ folgendes Zitat der „Schriftstellerin“ Sibylle Berg zu lesen: „Die Chancen für mich, den Nobelpreis in Physik zu bekommen, haben sich gerade dramatisch erhöht.“

Frau Berg verfügt offenbar nicht über hinreichend Bildung, um zu erkennen, dass Bob Dylan nicht nur ein Sänger ist, der seine Lieder selbst schreibt, sondern dass er vielmehr in allererster Linie ein hochkarätiger Dichter ist, der seine Verse singend zum Publikum bringt. Und damit steht er – und übrigens auch Leonard Cohen und Joni Mitchell – in einer langen literarischen Tradition, die in Nordwesteuropa bis ins Mittelalter und gesamteuropäisch bis in die Antike zurückreicht, und ohne die europäische Literatur kaum denkbar wäre.

Ich schlage deshalb vor, dass die Entscheidungsgremien des „Marburger Literaturpreises“, des „Wolfgang-Koeppen-Preises, der Auszeichnung der Stadt Zürich, der Auszeichnung der Zeitschrift „Theater heute“, des „Friedrich-Luft-Preises“, des „Hörspielpreises der Kriegsblinden“ und des „Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises“ beschließen, Frau Sibylle Berg die ihr bereits verliehenen Ehrungen wieder abzuerkennen wegen eklatanten Mangels an literarischem Grundverständnis und wegen unerträglicher Gehässigkeit gegenüber einem verdienten Kollegen.


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Ausstellung "Demokratische Provokationen"
Vernissage: 3. Oktober 11.00 Uhr
zu sehen 03. – 29. Oktober 2016
Josef-Hellenbrock-Haus
Südwall 38, 47798 Krefeld
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"So viele Titel möglich - So Many Titles Possible" Mojo Mendiola, August 2016
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