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Magen-Darm-Ärzte
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Der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen oder auch Magen-Darm-Ärzte
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Gute Ergänzung zur Darmkrebsvorsorge
(24.04.2017) Nach einem schleppenden Einführungsverfahren ist der immunologische Test auf verstecktes Blut im Stuhl seit 1.4.2017 endlich für Patienten ab 50 Jahren als Kassenleistung abrechenbar. „Das Verfahren ist eine Ergänzung für die Darmkrebs-Vorsorge, um Hemmschwellen in der Bevölkerung abzubauen“, sagt Dr. Franz Josef Heil vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte.
Der Berufsverband bleibt allerdings bei seiner Kritik an der Tatsache, dass sich die zuständigen Entscheidungsträger ausschließlich für den laborbasierten quantitativen Stuhltest entschieden haben. Der Arzt gibt den Test zwar an den Patienten ab und erklärt die Durchführung. Die Auswertung des Ergebnisses erfolgt dann im Labor. Bei positivem Testergebnis kann deshalb die unbedingt notwendige Beratung und Überweisung zur Darmspiegelung nicht mehr sofort erfolgen, sondern sie wird unnötig verzögert oder erfolgt nur noch schriftlich per Brief.
„Der Stuhltest eignet sich für Menschen, die schon vor dem Anspruchsalter von 55 Jahren für eine Darmspiegelung Vorsorge betreiben möchten. Das ist insofern sinnvoll, weil in der medizinischen Fachwelt schon lange darüber diskutiert wird, das Screening-Alter herabzusetzen“, erläutert der Vorsitzende des Berufsverbandes. „Der Test ist natürlich nicht so genau und nicht so gut wie die Darmspiegelung. Er ist aber ein niedrigschwelliges Angebot an Menschen, die zwar Vorsorge wünschen, aber eine Darmspiegelung scheuen. Nach einem positiven Testergebnis steht allerdings immer eine Darmspiegelung an, in deren Rahmen dann auch gleich alle Polypen und möglichen Darmkrebsvorstufen entfernt werden.“
"Wir bedauern, dass die Krankenkassen die zentrale Auswertung der Darmkrebsvorsorge nicht mehr finanzieren wollen, so dass die rechtlich vorgeschriebene Evaluierung des neuen Tests vermutlich nicht erfolgen wird", bemängelt Dr. Heil. „Im Sinne der Qualitätssicherung ist das in unseren Augen unabdingbar.“
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Weltgesundheitstag
Depression und Verdauungsstörungen
(27.3.2017) "Wir haben nicht nur ein Gehirn zum Denken, sondern auch ein Bauchhirn" berichtet Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Unser gesamter Verdauungstrakt ist mit einem Netzwerk aus Hunderten von Millionen von Neuronen ausgestattet. Da nimmt es nicht Wunder, dass psychische Erkrankungen oft mit Verdauungsstörungen einhergehen und umgekehrt."
Das gilt auch und ganz insbesondere für Patienten mit Depressionen. Im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 3. April, der dieses Jahr der Depression gewidmet ist, weist Dr. Mainz darauf hin, dass Verdauungsbeschwerden nicht selten sogar das erste Anzeichen einer sich entwickelnden Depression sind. Wenn die depressive Grunderkrankung nicht erkannt wird, kann es manchmal Jahre dauern, bis eine ursachenorientierte Therapie angeboten wird.
Umgekehrt können Patienten, die jahrelang unter den Schüben einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, eine Depression mit erschwerenden Konsequenzen für ihre sowieso schon schwierige soziale Situation entwickeln. Antidepressiva können bei ihnen nicht nur die psychische Verfassung aufhellen - sie lindern zudem die Darmbeschwerden.
Darüber hinaus ist bekannt, dass ein Teil der Patienten nach einer überstandenen Darmkrebsoperation mit Depressionen reagiert. Zwar schätzen Darmkrebspatienten laut einer Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums ihre Lebensqualität nach der Behandlung hoch ein, besonders wenn sie nur geringe körperliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Das Gefühls- und Sozialleben der Betroffenen kann aber über Jahre hinweg stark beeinträchtigt bleiben.
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Immer noch zu viele Darmkrebstote
Wann kommt endlich das Einladungsverfahren?
(21.03.2017) „Die Bilanz aus 15 Jahren Darmkrebs-Screening belegt den großen Erfolg der Darmspiegelung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge“, erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz, anlässlich des Darmkrebsmonats 2017. „Ein Einladungsverfahren für anspruchsberechtigte Versicherte ist längst beschlossene Sache. Die Umsetzung lässt immer noch auf sich warten.“
Die Analyse der Krebsregisterdaten durch das Robert Koch-Institut hat bestätigt, dass neben Gebärmutterhalskrebs vor allem Krebserkrankungen des Darms durch die Erkennung und die Behandlung von Vorstufen in größerem Umfang verhindert werden. Der Bericht der RKI-Experten lässt zudem aber auch erkennen, dass die gesetzlich vorgesehenen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung von den Anspruchsberechtigten unterschiedlich stark genutzt werden. Zwar kennen über 80 Prozent der Bevölkerung die Angebote. Doch im Schnitt nutzen sie nur 67 Prozent der Frauen ab 20 Jahren und 40 Prozent der Männer ab 35 Jahren regelmäßig.
„Der Erfolg im Kampf gegen den Darmkrebs hängt entscheidend davon ab, dass die Menschen die angebotenen Maßnahmen zur Verhinderung bzw. frühzeitigen Erkennung der bösartigen Tumorerkrankung annehmen“, betont Dr. Mainz. „Unbegründete Vorbehalte sollten niemanden von der Untersuchung fernhalten. Ein Einladungsverfahren ist nach Meinung aller Experten geeignet, solchen Ausreden den Wind aus den Segeln zu nehmen.“
Das Ausbleiben von frühzeitigen Warnsignalen, macht den Darmkrebs zu einer tückischen Erkrankung. Typische Warnsymptome wie Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl treten in manchen Fällen erst mit erheblicher Verzögerung auf. Sicherheit bietet nur eine effiziente Vorsorge. Die Darmkrebsvorsorge zahlt die Krankenkasse. Jeder 55-jährige gesetzlich Versicherte hat einen Anspruch darauf. Besondere Risikogruppen können auch schon vorher eine Darmuntersuchung erhalten. Insbesondere Angehörige von Darmkrebs-Betroffenen sind gut beraten, wenn sie sich früher untersuchen lassen.
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Magen-Darm-Ärzte informieren
Initiative Familiärer Darmkrebs
(13.03.2017) „Viele Menschen wissen nicht, dass Darmkrebsfälle in der engsten Familie das Erkrankungsrisiko für nahe Angehörige deutlich erhöhen“, sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Dabei kann es gerade für Menschen aus dieser Risikogruppe lebenswichtig sein, die Möglichkeiten der gesetzlichen Darmkrebs-Vorsorge voll auszuschöpfen.“
Im Rahmen ihrer Initiative Familiärer Darmkrebs stellen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Informationen auf dem Patientenportal www.magen-darm-aerzte.de zur Verfügung. Hier finden Interessenten darüber hinaus Flyer sowohl für betroffene Darmkrebspatienten als auch für deren Angehörige. „Wir werden die Patienten in unseren Praxen verstärkt auf das familiäre Risiko bei Darmkrebs hinweisen und appellieren dabei auch an deren Verantwortung gegenüber ihren Eltern, Geschwistern und Kindern. Sie müssen die Information über das nicht zu unterschätzende Risiko weitertragen“, so Dr. Mainz.
Darmkrebs gilt im Allgemeinen eher als eine Erkrankung des Alters. Die Erstdiagnose wird im Durchschnitt mit 65 Jahren gestellt. Wenn jedoch aufgrund der Familiengeschichte ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht, kann der Tumor auch schon sehr viel früher auftreten. Entsprechend empfehlen Magen-Darm-Ärzte im Einklang mit den wiederholten Hinweisen des Netzwerks gegen Darmkrebs wie der Felix-Burda-Stiftung Patienten mit Darmkrebs, Verwandte auf ihr erhöhtes Risiko hinzuweisen.
"Die erste Vorsorge-Darmspiegelung bei Menschen mit Darmkrebs in der Familie sollte zehn Jahre vor dem Erkrankungsbeginn des Angehörigen, spätestens aber im Alter von 40 bis 45 Jahren, erfolgen. D. h. wenn die Mutter mit 51 Jahren an Darmkrebs erkrankt ist, sollte die erste Darmspiegelung bei den Kindern mit 41 Jahren erfolgen", erklärt Dr. Mainz. "Das ist eine sehr effektive und zuverlässige Methode, mit der Darmkrebs weitgehend ausgeschlossen, potenzielle Vorstufen vorsorglich entfernt oder ein vielleicht doch schon vorliegender Tumor rechtzeitig erkannt werden können."
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Darmkrebsmonat März
15 Jahre Erfolgs-Screening
(06.03.2017) 2017 jährt sich das gesetzliche Screening-Programm zur Darmkrebs-Vorsorge zum 15. Mal. Damals gelang es der Felix Burda Stiftung und den medizinischen Fachgesellschaften, die Politik und die gesetzlichen Krankenkassen davon zu überzeugen, dass die Darmkrebsvorsorge intensiviert werden sollte. Am 1.10.2012 wurde die Vorsorge-Koloskopie in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen.
„Statistische Erhebungen belegen den Erfolg des Programms“, erläutert die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Die Zahl der Darmkrebserkrankungen geht zurück und die Sterblichkeit nimmt ab. Mit der Vorsorge-Koloskopie haben wir Ärzte erstmals ein Mittel in die Hand bekommen, um Krebs effektiv zu verhindern.“
Es gibt Risikogruppen, die besonders gefährdet sind, an Darmkrebs zu erkranken. Anlässlich des Darmkrebsmonats wollen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte im Rahmen einer Aufklärungsoffensive die Aufmerksamkeit vor allem auf den familiären Darmkrebs lenken. „Bei Angehörigen von Darmkrebserkrankten steigt das Risiko, ebenfalls zu erkranken, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung auf das Zwei- bis Vierfache“, erklärt Dr. Mainz. „Gerade für diese Menschen ist eine vorsorgliche Darmspiegelung dringend zu empfehlen.“
Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs sind auf dem Patientenportal der Magen-Darm-Ärzte unter www.magen-darm-aerzte.de hinterlegt. Dort finden alle diejenigen, die das Vorsorge-.Angebot der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen möchten auch einen qualifizierten Facharzt in Wohnortnähe.
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Versorgungssituation könnte besser sein
(27.02.2017) Die Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Meist verläuft sie harmlos, aber im Einzelfall kann sie zu Beschwerden führen, die Geschwüre oder sogar Magenkrebs nach sich ziehen können. „Es gibt klare Regeln für Diagnose und Therapie“, sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Dennoch finden immer noch nicht alle Betroffenen eine angemessene Versorgung.“
Dr. Mainz äußert sich vor dem Hintergrund der Veröffentlichung einer verbesserten Neuauflage der ärztlichen Leitlinie im Publikationsorgan der Fachgesellschaft der Magen-Darm-Ärzte (DGVS). Darin sind insbesondere Risiken aufgelistet, bei denen der Test auf eine mögliche Helicobacter-Infektion veranlasst werden soll. Eine Umfrage unter Hausärzten im Raum Aschaffenburg hat gezeigt, dass dieser Test im Befragungszeitraum beispielsweise nur bei 76 Prozent der Patienten mit Magengeschwüren und nur bei 55 Prozent der Patienten mit Magenkrebs in der Familie tatsächlich durchgeführt worden ist.
„Der Test ist eine wichtige Grundlage für das Abwägen der weiteren Maßnahmen in jedem Einzelfall“, betont die Magen-Darm-Ärztin. "Eine Eradikationstherapie kann im Falle einer Infektion nicht nur die akuten Beschwerden einer Magenschleimhautentzündung, eines Magen- oder eines Zwölffingerdarmgeschwürs lindern, sondern verhindert auch die erneute Bildung von Geschwüren und die Entstehung eines Magenkarzinoms. Bei nahen Verwandten von Magenkrebspatienten oder bei Menschen, die bereits eine Krebserkrankung in der Frühphase durchgemacht haben, sollte auch getestet werden, wenn die Betroffenen keine Beschwerden haben."
„Die Therapie kann im Grunde vom Hausarzt durchgeführt werden“, sagt Dr. Mainz. „Dies setzt allerdings eine genaue Kenntnis der ärztlichen Leitlinie und eine sorgfältige Berücksichtigung der dort beschriebenen Kriterien für die geeignete Therapieform voraus. Der Magen-Darm-Arzt kennt sich mit den Therapiealternativen bestens aus und unterstützt bei komplizierten Fällen, bei denen beispielsweise eine Therapieform versagt oder wenn Antibiotika-Resistenzen vorliegen.“
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Hepatitis B
Nachhaltiges Screening-Programm erforderlich
(20.2.2017) Vor zehn Monaten hat das Bundeskabinett eine Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen beschlossen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte setzen sich dafür ein, dass in diesem Rahmen ein nachhaltiges Screening-Programm für Hepatitis B-Erkrankte auf den Weg gebracht wird.
Bundesminister Hermann Gröhe hatte anlässlich der Vorstellung der Strategie im April 2016 die vergleichsweise gute Versorgungslage in Deutschland herausgestellt, zugleich aber mit Nachdruck auf die Notwendigkeit verwiesen, in den Anstrengungen nicht nachzulassen. Dabei mahnte er insbesondere an, alle sexuell und durch Blut übertragbaren Krankheiten in den Blick zu nehmen, um Gemeinsamkeiten in der Prävention, Testung, Diagnostik zur Verbesserung der Versorgungssituation zu nutzen.
„Ein Hepatitis B-Screening böte einen guten Hebel, um mit Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen anzusetzen“, erläutert der Hepatitis-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte“, Dr. Karl-Georg Simon. „denn die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus ist eine Indikatorerkrankung für Infektionen mit dem Aids-Virus und andere sexuell übertragene Erkrankungen. Einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts zufolge weisen in einigen Regionen Deutschlands bis zu ein Drittel der injizierenden Drogenkonsumenten Zeichen für einen chronifizierten Krankheitsverlauf auf.“
Die Hepatitis B ist eine durch eine Infektion mit Hepatitis B-Viren hervorgerufene Leberentzündung, die meist sexuell oder bei der Geburt übertragen wird. Bei Erwachsenen heilt sie in der Regel spontan aus. In bis zu zehn Prozent der Fälle kann die Krankheit chronisch werden und bei bestimmten Patientengruppen zur Leberzirrhose führen. Infektionen bei Kleinkindern werden oft chronisch.
Tests auf Antikörper haben gezeigt, dass bestenfalls die Hälfte aller intravenösen Drogennutzer gegen Hepatitis B geimpft ist. „Eine höhere Durchimpfungsrate dieser Risikogruppe ist sehr zu wünschen“, betont Dr. Simon.
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Kein Ersatz für die Darmspiegelung
Schutzeffekt durch Kein Ersatz für die Darmspiegelung
Schutzeffekt durch Nüsse
(15.02.2017) Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“
Die jüngst vorgelegten Untersuchungsergebnisse weisen keinen konkreten Bezug zum Darmkrebs nach, sondern belegen eher allgemein einen Effekt auf bestimmte Verdauungsenzyme, der die Entstehung von Sauerstoffradikalen im Organismus vermindert und so eher unspezifisch mögliche Schädigungen verringert. Hier im Zusammenhang mit Darmkrebs von einem „chemopräventiven Potential“ zu sprechen, erscheint sehr ambitioniert.
„Der wichtigste bekannte Risikofaktor für Darmkrebs ist eine familiäre Vorbelastung durch entsprechende Fälle in der nächsten Verwandtschaft“, erklärt Frau Dr. Mainz. „Der Einfluss von Nahrungsgewohnheiten wird seit vielen Jahren diskutiert. Eine ausgewogene Ernährung ist sicher von Vorteil, fettes Essen, zu viel Zucker und Übergewicht werden als riskant eingestuft. Wichtiger sind jedoch der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie eine ausreichende Bewegung.“
Ungesunde Ernährung kann Krebs begünstigen. Aber auf dem heutigen Stand der Erkenntnisse sollte sich niemand auf die Schutzwirkung von bestimmten Lebensmitteln verlassen. „Darmkrebs kann in vielen Fällen verhindert werden, wenn die Menschen das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen zur Darmkrebsvorsorge wahrnehmen“, betont Dr. Mainz. „Im Zuge der Darmspiegelung sucht der Magen-Darm-Arzt gezielt nach Polypen und entfernt diese möglichen Krebsvorstufen. So wie Rost entfernen vor Löchern schützt, unterbindet die Polypenentfernung die Entstehung von Krebs.“Nüsse
(15.02.2017) Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“
Die jüngst vorgelegten Untersuchungsergebnisse weisen keinen konkreten Bezug zum Darmkrebs nach, sondern belegen eher allgemein einen Effekt auf bestimmte Verdauungsenzyme, der die Entstehung von Sauerstoffradikalen im Organismus vermindert und so eher unspezifisch mögliche Schädigungen verringert. Hier im Zusammenhang mit Darmkrebs von einem „chemopräventiven Potential“ zu sprechen, erscheint sehr ambitioniert.
„Der wichtigste bekannte Risikofaktor für Darmkrebs ist eine familiäre Vorbelastung durch entsprechende Fälle in der nächsten Verwandtschaft“, erklärt Frau Dr. Mainz. „Der Einfluss von Nahrungsgewohnheiten wird seit vielen Jahren diskutiert. Eine ausgewogene Ernährung ist sicher von Vorteil, fettes Essen, zu viel Zucker und Übergewicht werden als riskant eingestuft. Wichtiger sind jedoch der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie eine ausreichende Bewegung.“
Ungesunde Ernährung kann Krebs begünstigen. Aber auf dem heutigen Stand der Erkenntnisse sollte sich niemand auf die Schutzwirkung von bestimmten Lebensmitteln verlassen. „Darmkrebs kann in vielen Fällen verhindert werden, wenn die Menschen das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen zur Darmkrebsvorsorge wahrnehmen“, betont Dr. Mainz. „Im Zuge der Darmspiegelung sucht der Magen-Darm-Arzt gezielt nach Polypen und entfernt diese möglichen Krebsvorstufen. So wie Rost entfernen vor Löchern schützt, unterbindet die Polypenentfernung die Entstehung von Krebs.“
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Schwerpunktpraxen im bng
Der Magen-Darm-Spezialist für chronisch kranke Menschen
(6.2.2017) Für Menschen mit chronischen Erkrankungen des Verdauungssystems gibt es keine Therapien, die zur Heilung führen. Dennoch kann der Magen-Darm-Arzt schubartig auftretende Symptome behandeln, Beschwerden lindern und kontrollierbar machen oder fortschreitende Krankheitsverläufe zum Teil erheblich verzögern.
„Besonders schwerwiegend betroffen sind beispielsweise Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die durch ihre Beschwerden erhebliche Einschränkungen im Alltag hinnehmen müssen, wenn sie nicht adäquat behandelt werden“, sagt die Sprecherin des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng), Dr. Dagmar Mainz. „Patienten mit chronischen Leberentzündungen müssen dagegen vor allem mit einer fortschreitenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes rechnen. Sie bedürfen der Therapie, um gravierende Folgeerkrankungen zu vermeiden bzw. zumindest so lange wie möglich hinauszuzögern.“
„Der Berufsverband engagiert sich seit Jahren, um die zum Teil schwierige Versorgungslage der Patienten zu verbessern“, betont der Verbandssprecherin. „Deshalb haben wir schon seit langem Zertifikate für »Schwerpunktpraxen im bng« eingeführt, die besondere Qualifikationen im Umgang mit den entsprechenden Patienten nachweisen können. Betroffene finden einen für sie geeigneten Arzt über den »Arzt-Finder« auf unserem Patientenportal unter www.magen-darm-aerzte.de im Internet.“
Darüber hinaus bemüht sich der Verband in jüngster Zeit mit Erfolg um Sondervereinbarungen mit den Gesetzlichen Krankenkassen, die für Kassenpatienten eine Verbesserung jenseits der bürokratischen Strukturen unseres Gesundheitswesens bringen. „Solche Strukturverträge sorgen für einen direkten Zugang zu innovativen Therapien und qualifizierten Ärzten“, so Dr. Mainz. „Patienten können sich bei ihren Hausärzten oder ihren Krankenkassen über entsprechende Angebote informieren.“
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Nicht alkoholische Fettleber
Magen-Darm-Ärzte befürworten die Einrichtung eines Registers
(23.01.2017) "Übergewicht, unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel führen zu Störungen des Fettstoffwechsels, in deren Folge auch die Leber nachhaltig geschädigt wird“, erklärt der Hepatitis-Experte vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Karl-Georg Simon. Die nicht alkoholbedingte Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Weil sie kaum spezifische Beschwerden macht, wird sie oft erst spät diagnostiziert und deshalb auf riskante Weise unterschätzt.
„Die Fettleber ist längst zu einer Volkskrankheit geworden, deren Folgen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung immer relevanter werden wird“, betont der Leberexperte. „In naher Zukunft werden neue, zunächst sicher teure Medikamente für die Behandlung zur Verfügung stehen. Daher wird es dringend Zeit, Kriterien zu entwickeln, an denen die künftige Versorgung der Patienten ausgerichtet werden kann.“
Bisher liegen nur retrospektive Daten für Risikofaktoren und besonders betroffene Patientengruppen vor, die Eingang in die Therapie-Empfehlungen der Fachgesellschaft gefunden haben. Der Nutzen ist unklar. „Wir benötigen dringend ein Register, in dem aktuelle Daten über die Versorgungssituation der an Fettleber erkrankten Patienten gesammelt werden“, sagt Dr. Simon. „Aus der Datenanalyse können dann Rückschlüsse über Risikofaktoren gezogen und Patientengruppen identifiziert werden, die von den demnächst verfügbaren medikamentösen Behandlungen profitieren.“
Das Ziel des Berufsverbandes ist es, eine Situation, wie sie bei der Einführung der neuen Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C entstanden ist, nicht wieder aufkommen zu lassen. Hier war die Finanzierung der teuren Wirkstoffe lange ungeklärt, was zu Verzögerungen der Patientenversorgung und zu erheblichen Regressrisiken für die versorgenden Fachärzte geführt hat. „Wir müssen vorausschauend handeln und rechtzeitig eine solide Datenbasis für künftige Strukturverträge zur raschen Einführung der neuen Therapien schaffen. Deshalb unterstützen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte den Aufbau eines Registers zur Erfassung der nicht alkoholischen Fettleber in Deutschland.“
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