Profile cover photo
Profile photo
U. Harm
44 followers
44 followers
About
U.'s posts

Post has attachment
Ein schöner und treffender Kommentar zu wesentlichen Hintergründen des Brexit und dessen Folgen, dem man eigentlich nicht mehr viel hinzufügen muss !

Post has attachment
Public
Energiewende heute in schwierigem Fahrwasser

Derzeit ist es nicht einfach, beim Thema Ernergiewende in Deutschland für die kommenden Jahre den optimalen Weg zu finden. Das spiegelt sich auch in den oft kontroversen politischen Diskussionen zwischen verschiedenen Entscheidungsträgern der Länder und im Bund wieder.
Nach dem Beschluss aus dem Jahr 2011, bis zum Jahre 2022 ganz aus der Nutzung der Kernkraft auszusteigen und bis 2050 die Stromversorgung weitgehend (ca. 80%) auf erneuerbare Energien umzustellen, ging der Ausbau der Erneuerbaren, insbesonder der Windkraft und der Photovoltaik (PV) in rasantem Tempo voran (auch dank großer technischer Fortschritte in diesen Bereichen).
Inzwischen wird durchschnittlich bereits rund ein Drittel unseres Strombedarfs aus den Erneuerbaren (EE) gedeckt, was sicher ein guter (wenn auch vielleicht an einzelnen Stellen unnötig teurer) Start der deutschen Energiewende ist.
Doch nun bestehen zunehmend Probleme, diesen eingeschlagenen Weg des schnellen weiteren Ausbaues der EE so weiter fortzusetzen:

1. Zum einen wurden von den großen Stromkonzernen  (neben den schon länger laufenden AKW's) in den letzten Jahren und Jahrzehnten vor allem Kohlekraftwerke (Braun- und Steinkohle) gebaut, weil diese bisher (neben den AKW's) die einfachste und billigste Stromversorgung gewährleisten konnten. Der in den letzten ca. 5 Jahren forcierte Umbau unserer Stromversorgung in Richtung EE stellt nun aber die Stromversorger (und damit auch uns alle) vor das Problem, dass bei einem weiteren schnellen Ausbau von Windkraft und PV bald zunehmend viele dieser Kohlekraftwerke nicht mehr gebraucht werden (bzw. unwirtschaftlich werden) und damit vorzeitig stillgelegt werden müssten mit den daraus resultierenden hohen finanziellen Verlusten für die Volkswirtschaft (Milliarden-Verluste duch Abschreibungen der hohen Investitionskosten dieser Kraftwerke). Zusammen mit der zusätzlichen vorzeitigen Abschaltung der AKW's bringt dies die großen Stromversorger bereits heute in teilweise große wirtschaftliche Bedrängnis.. . Auch mit Rücksicht darauf muss die Bundesregierung derzeit das Tempo beim Ausbau der EE heute bremsen, da sie kein Interesse an so großen volkswirtschaftlichen Verlusten haben kann. Hinzu kommt, dass die Regierung an dieser Misere teilweise auch ein Mitschuld hat, da sie den Stromkonzernen noch vor ein paar Jahren (z.B. noch im Jahre 2010 !) signalisiert hat, dass die AKW's noch teilweise bis 2035 laufen dürfen und auch neue Kohlekraftwerke weiter benötigt werden etc. ). So wäre es jetzt ggü. diesen Stromkonzernen unfair, bereits 6 Jahre später fast genau das Gegenteil zu behaupten und damit die Stromkonzerne beinahe in die Pleite zu treiben (wenn man bedenkt dass für solche Großkraftwerke bei den Investitionsentscheidungen von Laufzeiten von 40 Jahren und mehr ausgegangen wurde... ).
 So bleibt der Bundesregierung nun wohl kaum etwas anderes übrig, als auch den meisten Kohlekraftwerken noch einige Jahre Laufzeit zu sichern um so den finanziellen Schaden zu begrenzen ... .

2. Der dringend nötige Netzausbau, der bereits spätesten seit 2011 als dringend erkennbar war, kommt nach wie vor nur viel zu schleppend voran. Hieran müssen sich auch die Regierungen von Bund und Ländern Kritik gefallen lassen. Dies hätte sicher besser forciert werden können, wenn man sich hier einig gewesen wäre; z.B.  durch die Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel und dazu auch der nötigen gesetzgeberischer Maßnahmen etc. .
So entsteht schon bald der Eindruck, dass die Bundesregierung (und hier besonders Herr Gabriel) die beschlossene Ernergiewende in Wirklichkeit gar nicht zügig weiter voranbringen will. Ohne den entsprechenden Netzausbau macht natürlich auch der weitere Ausbau von Windkraft und PV wenig Sinn, da der Ökostrom dann bald immer weniger über die gesamte Republik geleitet werden kann, um die jeweiligen Verbraucher auch zu erreichen.

3.  Schliesslich gibt neben anderen technischen Herausforderungen der weiteren Energiewende besonders noch das sog. Langzeit-Speicherproblem.
Da die Stromeinspeisung von Windkraft + PV je nach Wetterlage, Tages- und Jahreszeit  zeitlich sehr stark schwankt, werden heute bereits große sog. Back-Up-Kapazitäten an konventionellen Kraftwerken (hauptsächlich flexibel gefahrene Kohle- und Gaskraftwerke) benötigt und eingesetzt, um die unzureichende Ökostromproduktion in windschwachen Zeiten (=> besonders im Winter bei gleichzeitig geringer PV-Leistung !) auszugleichen.
Dies lässt sich auf diesem Wege auch noch bis zu einem EE-Stromanteil von ca. 60-70% so weiter betreiben (entsprechende Kapazitäten an flexiblen Kohle- und Gaskraftwerken sowie an Kurzzeitspeichern wie Batterien, Pumpspeicher-Kraftwerken etc. vorausgesetzt..). Sollte diese Grenze aber in 10-20 Jahren überschritten und dann weniger als ein Drittel fossile Brennstoffe (Kohle und Erdgas) für die gesamten Stromproduktion angestrebt werden, müsste dieses System von konventionellen Back-Up-Kapazitäten zunehmend durch Langzeitspeicher von (zeitweise überschüssigem) EE-Strom ersetzt werden. Hierzu gibt es derzeit als technisch machbare Lösung in Deutschland eigentlich nur die Wasserelektrolyse mit der Herstellung von EE-Wasserstoff (und ggf. chemischen Folgeprodukten). Dies ist derzeit aber noch unwirtschaftlich, weil wesentlich teuerer als z.B. die Nutzung von fossilen Brennstoffen (Kohle und Erdgas) oder die Nutzung von Strom aus AKW’s. Somit ist derzeit noch unklar, ob die begonnene Energiewende in D. über einen EE-Stromanteil von 60-70% hinaus überhaupt volkswirtschaftlich vertretbar weitergeführt werden kann. Dies wird vermutlich erst dann möglich werden, wenn die Speicherkosten für EE-Strom noch deutlich gesenkt werden können. Ob dies in 10-20 Jahren aber bereits der Fall ist, ist heute noch nicht absehbar  .. .
Auch deshalb macht esheute wohl keinen Sinn, wenn der Ausbau von Windkraft + PV  weiter mit Vollgas läuft wie in den letzten 5 Jahren und dann plötzlich gestoppt werden muss. Wenn wir nämlich bei einer solchen Entwicklung in 15 oder 20 Jahren die Grenze von 60-70% Ökostrom überschreiten sollten, müsste der weitere Ausbau von Windkraft und PV möglicherweise ganz eingestellt werden, um nochmals weitere massive Preissteigerungen beim Strom zu vermeiden (dann unausweichlich wegen des dazu nötigen massiven Ausbaues von sehr teuren Langzeitspeichern für EE-Strom).
Solche noch höheren Strompreise werden dann volkswirtschaftlich sicher nicht mehr vertretbar sein, weder für die Industrie, noch für die privaten Verbraucher in Deutschland.  
Auch aus aus diesen Gründen scheint heute also ein (etwas) gebremster weiterer Ausbau von Windkraft und PV  als Kompromiss volkswirtschaftlich am sinnvollsten zu sein.

Eine totale Kürzung der Förderung von Biomasse/Biogas erscheint mir allerdings nicht sinnvoll, da diese biogenen Brennstoffe zur grundlastfähigen Stromproduktion zusammen mit den fossilen Brennstoffen gut genutzt werden können (solange der Kostenrahmen nicht gesprengt wird). So kann der Verbrauch an fossilen Brennstoffen damit in gewissem Umfang reduziert werden (klima- und umweltfreundlich);  für die Zukunft besonders auch im Hinblick auf die weiter zunehmend benötigten Back-Up-Kapazitäten. 




    

Post has attachment
Strompreisbremse - besser gemacht!

Die desaströsen Vorschläge der Herren Altmaier und Rösler zu
ihrer "Strompreisbremse", würden bei einem Inkrafttreten als Gesetz
praktisch die gesamte EE-Branche in D. vor den Kopf stossen und ein
effektives Vorankommen bei der begonnenen Energiewende mit einem
starken Ausbau der EE-Stromproduktion praktisch unmöglich machen.

Allein die nun eintretende massive Verunsicherung von Investoren und
Banken bei der Finanzierung künftiger EE-Anlagen durch das Infragestellen bisheriger gesetzlicher Garantien für den EE-Strom (inkl. dem Infragestellen des Bestandsschutzes von bereits gesetzlich zugesagten Förderungen gebauter Anlagen) wird nun wohl so massiv sein, dass der gesamte Zubau neuer Ökostromanlagen in D. bald in die Knie gehen wird.
Selbst der grosse Energieversorger EnBW äussert sich inzwischen besorgt zu diesen neuen Gedankenspielen der Bundesregierung (vgl. Artikel unten) :

==================================================

"Auch der Energieversorger EnBW kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Mit Blick auf den Ausbau erneuerbarer Energien seien die Pläne "kontraproduktiv, machen Planungssicherheit zunichte und entwerten bereits getroffene Investitionen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem internen Papier des Konzerns. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien käme damit in weiten Teilen zum Erliegen", hieß es darin. Zudem werde der Ruf Deutschlands als sicherer Investitionsstandort belastet."

================================================== 

Wenn also schon großen Energiekonzernen wie EnBW  "Angst und Bange wird"  bezüglich der destruktiven Folgen dieser  "neuesten Ideen der Bundesregierung" in Sachen "politischer Steuerung der Energiewende", muss da inzwischen wohl so manches schief liegen!

Da scheinen mir die Vorschläge aus Bayern (vgl. Artikel unten) zur Anpassung der Ökostromförderung an die heutigen Gegebenheiten  (Modernisierung des EEG etc.) wesentlich konstruktiver und sinnvoller zu sein, um den künftigen Herausforderungen hier erfolgreich begegnen zu können.


 U. H.  

Post has attachment
Kostenexplosion durch die Energiewende ??

Derzeit schiessen sich gerade die Politiker derjenigen
Bundesregierung auf die Energiewende (mit weiterem starkem
Ausbau der EE etc.) ein, die sich noch vor knapp 2 Jahren
(nach Fukoshima) damit hervorgetan haben, genau diesen
Weg erfolgreich beschreiten zu wollen. Selbst Frau Merkel
hatte das Voranbringen und Gelingen der Energiewende zu ihrer
eigenen "Chefsache" erklärt. Und nun das! Man versteht die
Welt nicht mehr, wenn nun ausgerechnet der Bundesumwelt-
minister vor dem zügigen Voranschreiten der Energiewende inkl. 
weiterem starkem Zubau der EE  warnt, um sich dann im gleichen
Artikel besorgt darüber zu äussern, dass die Klimaschutzziele
in weite Ferne rücken. Das ist absurd.
Es ist richtig, dass die Energiewende mit dem geplanten starken Ausbau
der EE, dem Netzausbau, dem Zubau moderner, flexibler Back-Up -
Kapazitäten und dem Zubau von Speichern usw. in den kommenden
20-30 Jahren vermutlich Gesamtkosten in der Größenordnung von
400 - 800 Mrd. Euro verursachen wird. Das ist natürlich viel Geld,
aber dabei sind sicher einige Dinge zu bedenken :

Der in D. in großen Teilen veraltete Kraftwerkspark (AKW's, Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke) sowie das ebenso meist stark veraltete Stromnetz müssen ohnehin in großen Teilen innerhalb der kommenden 20 Jahre erneuert oder modernisiert werden. Diese Investitionskosten von mehreren Hundert Mrd. Euro fallen also sowieso an (auch ohne die Energiewende mit einem starken Ausbau der EE) und es ist daher unredlich, alle Kosten für neue Stromerzeugungsanlagen speziell der Energiewende oder dem Ausbau der EE in Rechnung zu stellen!
Seriös ist es, die Kosten eines erneuerten konventionellen Kraftwerksparks (zahlreiche neue Kohle- und Gaskraftwerke etc.) einschliesslich der ohnehin nötigen Modernisierungen des Stromnetzes auf der einen Seite den Investitionskosten des anders aufgestellten "Kraftwerksparks der Energiewende" (=> Mix aus den  verschiedenen EE-Stromerzeugungsanlagen plus Back-Up-Kraftwerke plus Speicher plus nötigem Netzausbau) auf der anderen Seite gegenüberzustellen.
Weiter muss in diese Rechnung/Gegenüberstellung die zu erwartende Einsparung am Import fossiler Brennstoffe in den kommenden 30 Jahren durch die Energiewende mit einfliessen. Dazu sollte man wissen, dass die Kosten für den Import fossiler Brennstoffe in den vergangenen 10 Jahren massiv gestiegen sind und D. derzeit insgesamt jährlich ca. 80 Mrd. Euro für den Import fossiler Brennstoffe aufwenden muss (=> Tendenz weiter steigend, insbesondere sehr stark beim Öl und bei Ölprodukten)!
Nehmen wir vereinfachend an, wir könnten in den kommenden 30 Jahren durch die Energiewende auch nur ein Drittel dieser Importkosten für Brennstoffe einsparen, dann kommen wir damit allein auf ein geschätztes Einsparpotential (Brennstoffkosten) von bis zu 800 Mrd. Euro !

Angesichts solcher Zahlen wird schnell klar, dass das von Herrn Altmaier ausgemalte "Schreckensszenario" von "bis zu 1 Billion Euro Kosten für die  Energiewende" eine unseriöse Milchmädchenrechnung darstellt. Diese abschreckend wirkende Zahl soll offensichtlich im Wahlkampfjahr auf eine etwas populistische Art und Weise den weniger fachkundigen Bürgern suggerieren, dass die Energiewende bzw. der starke weitere Ausbau der EE unbedingt gestoppt (oder zumindest stark ausgebremst) werden muss, weil sonst angeblich der volkswirtschaftliche Ruin droht.
Ich bin heute eher geneigt, das Gegenteil anzunehmen : 
Würden wir heute weiter auf weitgehend fossile Energieträger für die Zukunft setzen, dann bekommen wir langfristig tatsächlich ruinöse Kosten für unsere Volkswirtschaft, erst Recht, wenn man die Neben- und Folgekosten fossiler Kraftwerke im Hinblick auf den den Umweltschutz und den Klimaschutz mit einbezieht (=> welche allerdings derzeit in D. hauptsächlich vom Steuerzahler getragen werden und nicht im Strompreis enthalten sind)!

Sicher richtig ist, dass die Energiewende an manchen Stellen besser geplant, organisiert und umgesetzt werden muss als bisher, aber das ist natürlich ein anderes Thema! Dazu sind auch erhebliche Reformen und Anpassungen beim EEG und bei anderen Fördermaßnahmen und Gesetzen nötig. Was aber sicher kontraproduktiv ist, ist die derzeit von den Herren Rösler und Altmaier geplante "Vollbremsung" beim Ausbau der EE, etwa indem man nun jegliche Investitionssicherheit bei der Planung neuer EE-Anlagen abschafft. Damit schadet man nur dem nötigen Voranschreiten der Energiewende und produziert so auf längere Sicht nur noch unnötige zusätzliche Kosten. Darüber hinaus werden so ganze Branchen mit vielen Arbeitsplätzen in D. (z.B. Windkraft- und PV- Industrie) schwer beschädigt mit vermutlich längerfristig sehr unglück-lichen Folgen für unsere gesamte Volkswirtschaft.

So bleibt wohl nur zu hoffen, dass es die nächste Bundesregierung nach der Wahl im Herbst hier besser machen wird als das, was derzeit läuft.


U. H.

Post has attachment

Post has attachment
Pläne zur weiteren Entwicklung der Energiewende den Realitäten anpassen!

Angesichts dieser dramatischen Entwicklung hin zu einer Renaissance fossiler Brennstoffe in den USA und anderen Teilen der Welt aufgrund verbesserter Fördertechniken (Förderung von Ölsänden, Fracking etc.) sowie einiger neu entdeckter riesiger Gas- und Ölfelder werden wir uns bei der weiteren Ausgestaltung der Energiewende diesen neuen Entwicklungen sinnvoll anpassen müssen, um massive ökonomische Standort-Nachteile für D. und Europa zu vermeiden.
Wenn heute z.B. in den USA ein Gaskraftwerk nach dem anderen in Betrieb geht (=> teilweise sogar als Ersatz für Kohlekraftwerke!), welche Strom einfach zu Preisen von 4-5 Cent/kWh mit Hilfe von billigem Erdgas produzieren, dann werden wir uns z.B. einfach bald keine riesigen Ausbauten von Offshore-Windparks mehr leisten können, welche Strom zu 12-15 Cent/kWh produzieren und dabei ausserdem noch superteure Seekabel- und Netzausbauten erfordern plus riesige weitere teure Stromspeicher-Zubauten etc. (=> was alles ebenfalls noch auf den Strompreis mit umgelegt werden muss und damit zu weiteren Verteuerungen führt ...). Am Ende kommt ein so produzierter Offshore-Windstrom im Mittel (über die gesamte Jahreszeit) vermutlich dann auf ca. 20 Cent/kWh Gesamtkosten, was schlichtweg künftig international nicht mehr konkurrenzfähig sein kann (vgl. Artikel unten).
Wenn also eine "ökonomische Bauchlandung" bei der (grundsätzlich richtigen) Energiewende vermieden werden soll, muss hier bald gegengesteuert werden :

1.) Nur noch die kostengünstigsten und nachhaltigsten Erzeugungsarten von EE-Strom sollten in großem Umfang weiter gefördert und ausgebaut werden; derzeit in D. also vor allem die Onshore-Windenergie in allen Teilen der Republik (günstige Windstandorte)! Danach kann die PV nach weiteren Kostensenkungen in den kommenden Jahren (=> auf Gestehungskosten deutlich unter 10 Cent/kWh) dann noch stark mit ausgebaut werden (dezentral mit möglichst ortsnahem Verbrauch des erzeugten PV-Stroms).

2) Vermutlich ist es sinnvoll, die Ausbauziele für die EE und für den EE-Strom insgesamt merklich nach unten zu korrigieren, also z.B. bis zum Jahr 2050 doch nur einen ca. 70% EE-Strom-Anteil anzustreben und noch knapp ein Drittel fossile Brennstoffe wie Gas und Kohle (mit effizienten flexiblen Kraftwerken verstromt) dazuzunehmen. Zusammen mit 5-10% Biomasse (inkl. Biomethan), produziertem EE-Wasserstoff (aus zeitweise überschüssigem EE-Strom hergestellt) und Müll (+Wasserkraft) etc. könnten so leicht genügend flexible, grundlastfähige Reservekraftwerke und KWK-Anlagen (Back-Up) betrieben werden (mit geeigneten Förderungen...), dass gar kein so gewaltiger Bedarf an sonstigen teuren Stromspeichern (Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicher oder gar teure Batterien !) mehr bestehen wird. Das wird helfen, die Kosten der Energiewende im Rahmen zu halten und dennoch immerhin noch gut zwei Drittel EE-Strom mit einem entsprechend stark reduzierten Verbrauch an Gas und Kohle zu realisieren.
Dies scheint mir hier ein sinnvoller Kompromiss zu sein aus den ökologisch und im Hinblick auf den Klimaschutz wünschenswerten Zielen auf der einen Seite und dem ökonomisch sinnvoll Machbaren auf der anderen Seite.

U. H.

         

Post has attachment
Gefährden neue Quellen an Öl und Gas die globale Energiewende?

Der derzeitige neue Boom (besonders auch in den USA) bei der Förderung riesiger (teilweise neu entdeckter) fossiler Lagerstätten mit neuen Fördermethoden (z.B. Fracking zur Erschliessung großer Erdgasvorkommen ...) etc. wird zweifellos bald schon gewaltige Auswirkungen auf die globale Energiewirtschaft haben. Wenn nun tatsächlich noch über mehrere Jahrzehnte ausreichende Mengen billiges Erdgas und Erdöl für die Menschheit dadurch verfügbar wird (=> was bis vor wenigen Jahren noch nicht absehbar war ...) mit einem bereits heute einsetzenden Preisverfall für Gas und Öl, dann ist klar, dass wir uns in Deutschland und Europa beim heutigen globalen marktwirtschaftlichen System diesen Entwicklungen mit allen ihren Folgen nicht werden entziehen können. Ja, ich denke sogar, dass die Vorteile dieser Entwicklungen die potentiellen Nachteile auch bei uns hier deutlich übertreffen werden. Sie können (bei sinnvollem Umgang mit dieser neuen Situation) durchaus als "Good news" für alle betrachtet werden, auch wenn das evtl. einigen Umweltfreaks in unserem Land nicht so ganz in ihr ideologisches Konzept passen wird.
Die Folgen von künftig noch jahrzehntelangem gut verfügbarem und preisgünstigen Erdgas und Öl sind natürlich für die technologische und ökonomische Entwicklung dramatisch:

1.)  Verkehr
Beim Verkehr werden weltweit weiter verbesserte und sparsamere Verbrennungsmotoren, welche mit Benzin, Diesel oder Erdgas betrieben werden, noch eine lange Zukunft haben, zumindest in Form moderner sparsamer Mini- oder Mildhybridfahrzeuge oder auch noch als Range-Extender in künftigen Elektrofahrzeugen (PKW, LKW oder Fernbusse etc.). Reine Elektrofahrzeuge werden vorläufig unter diesen Umständen wohl nur in Form kleiner City- oder Nahbereichsfahrzeuge (Zweitwagen, Seniorenmobile, Stadtbusse etc.) Sinn machen, wo die Reichweiten-begrenzung kein großes Problem darstellt. Ansonsten werden wohl für den breiten Massenmarkt bald Mini- und Mild- hybridfahrzeuge mit sparsamen Motoren und weiteren  Spritspartechnologien (u.a. Rekuperation der Bremsenergie mittels  Superkondensatoren + leistungsstarken Akkus etc. ) das Rennen machen für die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte ! Das kann man jetzt als Ökofreak evtl. bedauern oder man kann es insgesamt begrüßen, weil es uns allen eine insgesamt preiswertere und flexiblere Mobilität in den kommenden Jahren/ Jahrzehnten ermöglichen wird (=> einfaches Tanken wie bisher mit großer Reichweite etc.). Mir persönlich scheinen hier klar die Vorteile dieser Entwicklung zu überwiegen (=> auch wegen der günstigen ökonomischen und sozialen Folgen!), solange man das Ganze mit okonomischer und ökologischer Vernunft kombiniert. Dazu gehören umweltschonende Frackingverfahren ohne giftige Chemikalien, welche das Grundwasser gefährden könnten, nachhaltiges Wirtschaften, sparsamer Umgang mit Ressourcen / fossilen Brennstoffen usw. .

2.) Strom- und Wärmewirtschaft  
Auf die in D. eingeleitete "Energiewende" wird diese neue globale Entwicklung zwangsläufig erhebliche Folgen haben und (wie ich meine) große ökonomische und soziale Vorteile ermöglichen, wenn man das Ganze vernünftig und etwas pragmatischer als bisher angeht!
Grundsätzlich fand ich das politische Ziel der Bundesregierung, die Stromversorgung bis zum Jahr 2050 auf mindestens 80% EE-Strom umzustellen, richtig und zielführend, um verschiedenen Heraus-forderungen der Zukunft gerecht zu werden (=> Umwelt- und Klima-schutz, Resourcenschonung bei fossilen Brennstoffen, drohende weitere Verknappung fossiler Brennstoffe mit starkem weiteren Preisanstieg ... ). Gerade beim letzten Punkt scheint sich nun aber die globale Situation für die nächsten Jahrzehnte deutlich zu verbessern durch die noch deutlich längere Verfügbarkeit von preisgünstigem Erdgas (und Öl) !
Für den Umbau unserer Stromwirtschaft in D. bedeutet dies, dass auch wir den geplanten Umstieg auf eine überwiegend erneuerbare Strom-versorgung zwar grundsätzlich weiterverfolgen sollten, das Ganze dabei aber "etwas entspannter" angehen können bzw. dürfen ! Wenn z.B. Erdgas in den kommenden Jahrzehnten noch weiterhin in vielen Ländern (teilweise auch in Europa und D. !) preisgünstig und gut verfügbar sein sollte, werden auch beim begonnenen Umbau unserer Stromversorgung verschiedene flexible Gaskraftwerke (hocheffiziente, flexible GuD-Kraftwerke, einfache Gasturbinen als Notreserve bei langen Windflauten im Winter ..) sowie meist dezentrale KWK-Anlagen eine größere Rolle spielen können als bislang gedacht. Ökonomisch wird dies (Erdgas) neben dem weiteren starken Ausbau der Erneuerbaren (=> insbesondere Onshore-Windkraft und auch der PV nach weiteren Kostensenkungen ...) dann wohl zu einer wesentlichen Komponente der künftigen Stromversorgung (=> und teilweise auch Wärmeversorgung mittels Kraftwärmekopplung) werden. Dies wird auch unserer Energiewende erhebliche Kosteneinsparungen bescheren und damit für uns als Verbraucher den künftigen Strom in D. und Europa deutlich billiger verfügbar machen als noch vor kurzem gedacht.
Hochflexible Gaskraftwerke (+KWK-Anlagen) werden (neben wenigen modernen flexiblen Kohlekraftwerken) als Ergänzung zur zeitlich stark schwankenden Wind- und PV-Stromleistung ideal sein, um jederzeit die benötigte Leistungskapazität einfach und sicher bereitzustellen (=> Nutzung als Back-Up- bzw. Reservekraftwerke).
Dies wird wohl auf absehbare Zeit (kommende Jahrzehnte) viel billiger sein, als erst gigantische Speicherkapaziäten (für EE-Strom) aufzubauen (Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Power-to-Gas Systemen, Unmengen an teueren Batterie-speichern etc.
... ) plus einer Überkapazität an EE-Strom, was für eine Versorgung mit nahezu reinem EE-Strom (>> 80 % EE) erforderlich wäre.
Somit wird unsere Energiewende (über mehrere Jahrzehnte!) erheblich preisgünstiger werden können mit entsprechenden ökonomischen Vorteilen für die gesamte Wirtschaft und auch unsoziale Überbelastungen des kleinen Mannes können so besser vermieden werden (=> billigerer Strom;  billigere Heizenergie für Altbauten etc.). Weiter hat dies auch einen geringeren Bedarf an den oft teuren energetischen Sanierungs-maßnahmen (=> besonders bei den oft teuren und nicht unumstrittenen massiven nachträglichen Häuserdämmungen) zur Folge, insbesondere wenn hier (Altbauten) die vorteilhafte KWK effektiv mit genutzt werden kann! Die Kombination aus einigen kostengünstigen teilweisen Häuserdämmungen von Altbauten (z.B. nur die nicht von der Sonne beschienenen Hauswände zusätzlich von außen dämmen plus ggf. neuere Isolierfenster etc. ...) und dem Einbau einer modernen effektiven KWK-Heizungsanlage kann in vielen Fällen sicher nachhaltiger (ökonomisch wie ökologisch!) sein als den "Dämmwahn" unter teilweise nicht mehr tragbaren Kosten auf die Spitze zu treiben ...! Auch hier kommt es also auf ein langfristig sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis im Einzelfall an.

Als Trostpflaster für den Klima- und Umweltschutz ergibt sich weiter, dass einige ältere, wenig effektive / flexible Kohlekraftwerke so wohl schon früher vom Netz gehen könnten mit entsprechenden ökologischen Vorteilen. Neubauten von Kohlekraftwerken werden unter diesen Umständen gar nicht oder nur noch in geringer Zahl benötigt, da  Gaskraftwerke nicht nur billiger und flexibler (Reserve-) Strom produzieren können, sondern dabei auch deutlich weniger CO2 und sonstige Schadstoffe produzieren/freisetzen.

So dürfen wir uns also trotz der sicher aufkommenden "Bedenken mancher Ökofans" über diese Entwicklung wohl überwiegend freuen, da sie auch uns nicht unerhebliche ökonomische Vorteile über Jahrzehnte bescheren wird, sowohl für die Wirtschaft als auch für den "kleinen Mann" !
Und wenn wir dann bis im Jahre 2050 evtl. "nur" ca. 60% EE-Strom-Anteil in D. erreicht haben sollten mit z.B. noch ca.  20% Stromanteil aus Erdgas (=> erhebliche Kapazitäten flexibler Gaskraftwerke und KWK-Anlagen, welche natürlich zusätzlich auch noch Biomethan und EE-Wasserstoff mit verstromen können ...) und noch ca. 20% Kohlestrom (=> moderne effiziente und flexible Kohlekraftwerke), dann bricht deswegen die Welt ganz bestimmt auch nicht zusammen! Eine derartige  Kombination verschiedener Reservekraftwerke (Back-Up) bringt erhebliche  ökonomische Vorteile, besonders auch wegen des hier deutlich geringeren Bedarfes an den sonst erforderlichen riesigen und teuren Strom-Speicherkapazitäten !
Ein solcher etwas pragmatischerer Umgang mit der Energiewende erspart uns vielleicht den derzeit wohl etwas zu extremen deutschen Sonderweg (=> Ziel, fast nur noch erneuerbare Energien nutzen zu wollen) mit unsinnig hohen Kosten und Lasten für unsere gesamte Volkswirtschaft! 


U. H.          
 

Post has attachment
Neue Entwicklungen bei Elektroautos

So langsam zeichnen sich spannende neue Optionen bei der
weiteren Entwicklung der Elektromobilität ab.

Da sind zum einen die Entwicklung einheitlicher Normsysteme
(Stecker mit verschiedenen möglichen Anschlussgeräten) zu nennen
(z.B. das als internationaler Standard vorgesehene "Combined
Charging System"), mit dem Elektroautos künftig sowohl an öffentlichen
Ladestationen eine Schnellaufladung in 15-20 Minuten (Gleichstrom hoher Leistung) vornehmen können oder auch eine (relativ) schnelle Aufladung über einen Drehstromanschluss oder natürlich auch die einfache Aufladung an der Haushaltssteckdose (220V / Wechselstrom) daheim über Nacht.
Bei der heutigen Entwicklung hin zu schnellladefähigen Lithium-ionenakkus und Supercaps (z.B. auch Lithiumionenkondensatoren) mit verbesserten Energiedichten und hoher Lebensdauer/ Cyclenfestigkeit könnte diese Flexibilität dann in ein paar Jahren den Elektroautos zum Durchbruch auf dem Massenmarkt verhelfen (=> also nicht mehr die Beschränkung auf den City- bzw. Nahbereichsverkehr, welche die meisten Elektroautos heute und in den nächsten Jahren noch haben bei einer langsamen Aufladung über Stunden und einer begrenzten Reichweite von unter 150 km).
Dazu passt z.B. auch eine Meldung von Renault über die Möglichkeit der Schnellaufladung seiner künftigen Elektroautos in 15 Minuten (vgl. Artikel unten).
Für Leute, die mit ihrem Elektroauto in Zukunft oft über weite Strecken fahren wollen bzw. nicht alle 200 km eine 15 Minuten - Pause zum Wiederaufladen des Akkus einlegen wollen (=> was bei einem dichten Netz von Ladestationen über die gesamte Republik bei nur gelegentlichen Langstreckenfahrten durchaus möglich ist ...) wird es dann immer noch die Möglichkeit geben, einen Range-Extender zu verwenden.
Dieser kann z.B. in einem kleinen eingebauten (..oder in einem Mini-Anhänger mitgeführten ...) kompakten Verbrennungsmotor (+ Tank mit Benzin, Diesel etc.) bestehen, der lediglich im optimalen Drehzahlbereich als Stromgenerator betrieben wird während der Fahrt und so die Batterie (+ evtl. Supercap) sinnvoll zur Reichweitesteigerung ergänzt.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich ein in den Kofferraum einbaubarer (oder als Minianhänger mitzuführender) schnelladefähiger Zusatzakku, der die Reichweite pro Aufladung des Elektroautos für weite Fahrten dann z.B. verdoppeln könnte (Erhöhung von ca. 200 km auf dann ca. 400 km bis zur nächsten Aufladung).

Weitere Alternativen wären Minianhänger mit einem preisgünstigen zusätzlichen Zink-Luft-Akku als Range Extender. Dieser ist zwar nicht schnellladefähig, hat nur ca. 60% el. Wirkungsgrad und hat nur eine moderate Leistung (z.B. 23 PS beim angekündigten Eos - System, vgl. unten), soll aber aber eine hohe Reichweite (bis zu 500 km !) bringen mit einer hohen Lebensdauer (bzw. Zyclenfestigkeit), was ihn z.B. für einen solchen mietbaren Zusatzanhänger gut geeignet erscheinen lässt (=> Range Extender), da er selbst bei längeren Fahrten unterwegs nicht mehr nachgeladen werden müsste (vgl. Firma Eos Energy storage bzw.  eosenergystorage.com ).

Und schliesslich sind natürlich auch Brennstoffzellen als Range-Extender (=> am besten mit Methanol oder Kohlenwasserstoffen betrieben ...) eine weitere Alternative (eingebaut oder in ähnlich gebautem Mini-Anhängern ...).

So scheint das Reichweitenproblem bei den Elektroautos zumindest mittelfristig (innerhalb der kommenden 5-10 Jahre) lösbar zu sein und damit sollte auch der Durchbruch der Elektroautos auf breiter Front nur noch eine Frage von ein paar Jahren sein (=> teilweise in Kombination mit verschiedenen Range-Extender-Systemen bei Bedarf, s.o.).

U. H.

Post has attachment

Post has attachment
Wäre schön, wenn es hier bald international einen einheitlichen Standard gibt mit der Möglichkeit für verschiedene Stromanschlüsse (vom 220 V Wechselstrom-Haushaltsstecker über Drehstromstecker bis hin zu leistungsstarken Gleichstromanschlüssen zur Schnellaufladung an öffentlichen Ladestationen.
Wenn dann noch leistungsstarke Akkus und/oder Supercaps (z.B. auch Lithiumionenkondensatoren) entwickelt sind, die erschwinglich sind und per Schnellaufladung in 15-20 Minuten (oder weniger) geladen werden können, könnte dies den Elektroautos zu einem breiten Durchbruch verhelfen, auch bei einer begrenzten Reichweite von 150-200 km pro Aufladung (den Aufbau eines dichten Netzes an öffentlichen Aufladestellen an Parkplätzen, Autobahnraststätten, Tankstellen etc. etc. vorrausgesetzt.).
Vermutlich wären dann sogar für den Massenmarkt (PKW) Brennstoff-zellenautos mit einem dichten Netz von Wasserstofftankstellen unnötig, was mir ohnehin nicht sehr sympatisch wäre angesichts meiner Sicherheitsbedenken beim Thema Hochdruck- Wasserstofftanks auf der Straße (bzw. in Gebäuden, Tiefgaragen, Tunneln etc.). Ich denke, da sind dann künftig eher Investitionen in ein dichtes Netz von Strom-Aufladestationen sinnvoll.


U. H.
Wait while more posts are being loaded