Profile cover photo
Profile photo
Peter Graf
About
Posts

Post has attachment
Multiple Familiäre Lipome

Das Auftreten zahlreicher Lipome ist eine seltene, erbliche Erkrankung, die bei Männern häufiger als bei Frauen auftritt. Die konventionelle Lipomentfernung mit Schnitten führt bei dieser Erkrankung zu zahlreichen, verunstaltenden Narben. Eine elegante, narbenlose Alternative ist die Absaugung dieser Fettwucherungen.

Post has attachment

Post has attachment
Kurios!
Bei Soldaten in einerm Berliner Wachbatallon wurde eine auffällige Häufung von linksseitigen Gynäkomastien gefunden.
Eine chronische, mechanische Irritation der Brust (durch Paraden, bzw. Training zur Präsentation des Gewehres) könnte dabei eine Rolle bei der Entwicklung einer Gynäkomastie spielen.

Post has attachment

Post has attachment
Neue Studie zum Thema:

Gibt es eine maximale Absaugmenge bei Liposuction?

Ein nach wie vor diskutierter Aspekt im Zusammenhang mit der Methode der Fettabsaugung ist die Frage: Wieviel darf/sollte höchstens abgesaugt werden? Bis heute gibt es hierzu keine klaren, durch Studien bewiesenen Richtlinien. Die Amerikanische Gesellschaft der Plastischen Chirurgen definiert eine Absaugmenge ab 5000ml als "large volume liposuction" die mit größeren Operationsrisiken einhergeht.
Die Autoren empfehlen 100ml je Einheit des BMI als Grenze zu betrachten, jenseits der mit einem höheren Risiko bei einer Fettabsaugung zu rechnen ist.
Nehmen wir ein Beispiel: Eine 165cm große und 70kg schwere Frau hat einen BMI von 25,7. Gemäß dieser Empfehlung müsste ab einer Absaugmenge von mehr als 2570ml (25,7*100) mit einem erhöhten Risiko gerechnet werden.

Is There a Safe Lipoaspirate Volume? A Risk Assessment Model of Liposuction Volume as a Function of Body Mass Index Chow, Ian B.A. und Mitarb.
Plastic & Reconstructive Surgery: September 2015 - Volume 136 - Issue 3 - p 474–483

Post has attachment
www.professor-graf.de erhält HONcode Zertifizierung

Ich freue mich sehr, dass ich kürzlich eine positive Zertifizierung der Stiftung Health On the Net erhalten habe. "Die Stiftung Health On the Net (HON) setzt sich für eine Verbesserung der Qualität von gesundheitsbezogenen Informationen im Internet ein, sowie für deren angemessene und effiziente Nutzung. HON wurde 1995 gegründet und ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die vom Wirtschafts - und Sozialrat der Vereinten Nationen anerkannt wird. HON möchte den Bürgern den Zugang zu vertrauenswürdigen Informationen erleichtern. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass ethische Normen eingehalten werden und hat hierfür einen Verhaltenskodex, den HONcode, entwickelt. Er bietet Webseitenherausgebern Anhaltspunkte um qualitativ hochwertige Seiten zu erstellen und schützt gleichzeitig die Bürger vor unseriösen medizinischen Informationen."

Post has attachment
Wie groß sollten die Implantate im Rahmen einer Brustvergrößerung gewählt werden?

Das ist eine häufige Frage vor Brustvergrößerungen. Manche Frauen bringen Fotos oder Zeitungsausschnitte mit, andere geben gewünschte BH-Cupgrößen an.

Ich persönlich bitte meine Patienten immer einen BH ohne Schalen oder Einlagen zum Beratungsgespräch mitzubringen. In diesen können dann Testimplantate verschiedener Größe eingelegt werden. Die Patientin bekommt damit einen guten Eindruck über die zukünftige Brustgröße und kann dann individuell selbst entscheiden, welche Implantatgröße ihr zusagt.
Wie groß bzw. wie schwer können oder sollten nun Implantate maximal sein?

In einer Studie haben nun kürzlich italienische Kollegen untersucht, wie sich unterschiedlich schwere Implantate auf die Körperhaltung und Statik auswirken können.
Als Schlussfolgerung ihrer Untersuchungen stellten sie fest: "Heavy breast implants proved to induce reversible alterations in the spinal curves, and 400 g is the cutoff for functional physiologic compensation in the short term. Such a weight might be considered the safety limit for the use of breast implants for cosmetic purposes. Further experimental studies are warranted to investigate the effects of the mammary prosthesis load on spine curves in the long term, in a larger sample size, and with the use of a wider breast implant size span."
 
D. h. die Autoren schließen aus ihren Untersuchungen, dass Brustimplantatgrößen über 400 ml zu gesundheitsschädigenden Haltungsveränderungen der Wirbelsäule führen können.
 
Die Studie ist abrufbar unter Studie:
Objective Clinical Assessment of Posture Patterns after Implant Breast Augmentation
Nicoletti, G. et al.
Plastic & Reconstructive Surgery: Aug 2015 - Vol 136 - Issue 2 - p 162e–170e

Post has attachment
Häufiger Komplikationen und höhere Kosten nach ambulanten Schönheitsoperationen bei Fettleibigkeit

Übergewicht bzw. Fettleibigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit eines nicht optimalen Operationsergebnisses nach ambulant durchgeführten plastisch-chirurgischen Operationen. Zahlreiche Studien haben bereits darauf hingewiesen. Treten etwa Komplikationen nach einer ambulant durchgeführten Schönheitsoperation auf, können diese unter Umständen zu notfallmäßigen, stationären Aufnahmen in einem Krankenhaus führen.
Die Autoren eine neuen Studie (siehe Link), die in der Maiausgabe der Zeitschrift Plastic Reconstructive Surgery erschienen ist, untersuchten die Daten von 47741 Patienten nach ambulant durchgeführten Schönheitsoperationen. 2052 (4,3%) dieser Patienten waren übergewichtig oder adipös. Innerhalb von 30 Tagen nach der ambulant durchgeführten ästhetischen Operation stellten sich 7,3% der adipösen Patienten notfallmäßig nochmals vor bzw. wurden stationär in ein Krankenhaus aufgenommen. Im Vergleich dazu waren dies nur 3,9% der normalgewichtigen Patienten. Allgemein hatten übergewichtige Patienten in dieser Studie ein 35% höheres Risiko als normalgewichtige Patienten. Fettleibige Patienten hatten ferner ein deutlich höheres Risiko, innerhalb der ersten 30 Tage nach der Operation eine ernste Komplikation zu erleiden (3,2% gegenüber 0,9%). Dieses erhöhte Risiko bei übergewichtigen Patienten führte auch zu höheren Kosten für diese Patienten.
 
Die Verhältnisse in den USA sind sicher nicht eins zu eins auf unsere Verhältnisse zu übertragen. Im Gegensatz zu den USA werden bei uns in Deutschland meistens die ambulant operierten Patienten nach Schönheitsoperationen vom Operateur regelmäßig bis zum Behandlungsende nachkontrolliert. Im Gegensatz zu den USA bleiben bei uns (zumindest bei mir) Patienten nach z. B. Bauchdeckenstraffung, Facelift oder Brustverkleinerung in der Regel kurz (1-2 Tage) stationär Jedoch sind die Kernaussagen dieser Arbeit sicher auch bei uns gültig: 
 
1. Übergewichtige bzw. fettleibige Patienten haben nach Schönheitsoperationen statistisch betrachtet häufiger Probleme bzw. Komplikationen als normalgewichtige Patienten.
2. Diese können durchaus zu erheblichen Mehrkosten führen.
 
Obesity Is Associated with Increased Health Care Charges in Patients Undergoing Outpatient Plastic Surgery Sieffert, Michelle R.; Fox, Justin P.; Abbott, Lindsay E.; Johnson, R. Michael
Plastic & Reconstructive Surgery: May 2015 - Volume 135 - Issue 5 - p 1396–1404

Post has attachment
Update: ALCL und Brustimplantate

Kürzlich hatte das nationale französische Krebsinstitut bzw. das französische Gesundheitsministerium mit einem Statement zum anaplastischen großzelligen Lymphom (ALCL) bei Frauen mit Brustimplantaten große Resonanz in den lokalen Medien ausgelöst und Frauen mit Brustimplantaten verunsichert. In der Stellungnahme heißt es: "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten von ALCL und dem Tragen eines Brustimplantates obwohl diese Erkrankung sehr selten ist". Vielleicht war ein möglicher Auslöser für diese Stellungnahmen die ebenfalls im März veröffentlichte, neueste Studie zum Thema: "Anaplastic Large Cell Lymphoma Occurring in Women with Breast Implants: Analysis of 173 Cases". Mittlerweile haben sich mehrere internationale Fachgesellschaften und Behörden dazu geäußert: D, F, GB, USA.
Empfehlenswert ist auch nochmals der Bericht aus dem Jahr 2011 zu dem Thema des US-amerikanischen Gesundheitsministerium FDA. Diese schreibt darin unter anderem dazu: "Weil das Risiko an einem ALCL zu erkranken sehr gering ist glaubt die FDA dass aufgrund der Gesamtheit der Belege auch weiterhin versichert werden kann, dass von der FDA zugelassene Brustimplantate sicher und gewinnbringend sind, wenn diese wie empfohlen verwendet werden."
 
Das Fazit ist:
-Das Brustimplantat assoziierte ALCL ist eine neue Gattung von Lymphomen (bösartigen Tumoren des Lymphgewebes). Der Tumor tritt im Bereich der Kapsel, welche das Implantat umhüllt auf.
-Frauen mit Brustimplantaten haben wahrscheinlich ein sehr kleines aber höheres Risiko als die Normalbevölkerung an diesem Tumor (ALCL) zu erkranken.
-ALCL tritt extrem selten auf. Weltweit wurden bislang 174 Fälle von ALCL dokumentiert. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der Brustimplantate weltweit wird auf ca. 5-10 Millionen geschätzt. Das Risiko an einem ALCL mit Brustimplantat zu erkranken liegt laut der neuesten Studie (s. o.) bei ca. 1:500000 - 1:3000000.
-Weil ALCL so selten vorkommt, erscheint ein diesbezügliches Screening asymptomatischer Patienten nicht erforderlich. Eine prophylaktisch Implantatentfernung bei Patientinnen mit uncharakteristischen Beschwerden erscheint nicht erforderlich.

Post has attachment
Eine kleine Studie ist im Februar in der Zeitschrift Plastic Reconstructive Surgery erschienen. Es muss nicht immer um großartige medizinische Fragen gehen. Manchmal sind simple, praktisch relevante Problemstellungen ebenso interessant wie z. B.:
Welchen Effekt hat es, die Augen nach einer Lidstraffungsoperation zu kühlen?
Man kann den Effekt einer Kühlung, wie es die Autoren der Studie getan haben, ganz einfach testen, wenn man nur ein Auge kühlt, das andere nicht. Ein Kritikpunkt ist vielleicht die kleine Probandenzahl von nur 38 untersuchten Patienten.
Auf alle Fälle konnen die Autoren bei ihren Untersuchungen finden, dass Kühlung zwar Schmerzen am 1. postoperativen Tag reduziert, aber nicht Schwellungen, Rötungen bzw. Blutergüsse.
 
Zusammengefasst: Kühlung mit Eisbeutel nach Lidstraffungsoperationen wird sicher von vielen Patienten angenehm empfunden und lindert auch etwas die sowieso von Hause aus leichten, postoperativen Schmerzen. Man muss allerdings das Ganze (z. B. in der Nacht) nicht übertreiben.
aus:
The Effect of Eyelid Cooling on Pain, Edema, Erythema, and Hematoma after Upper Blepharoplasty: A Randomized, Controlled, Observer-Blinded Evaluation Study Pool, Shariselle M. W. et. al.
Plastic & Reconstructive Surgery: February 2015 - Volume 135 - Issue 2 - p 277e–281e
Wait while more posts are being loaded