Profile cover photo
Profile photo
ASICS Frontrunnner
34 followers
34 followers
About
Posts

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Moritz auf der Heide
- notiert von unserem rasenden Reporter Jens Bäss

Moritz auf der Heide beginnt im Jahr 2007 mit dem Laufen und beendet 3 Jahre später seinen ersten Marathon in 2:52:00. Seine Persönliche Bestzeit über die 42,195 km verbessert er in nur 3 Jahren auf 2:30:55 beim Australien Marathon in Melbourne.

Jens: Du startest deine Marathon Laufbahn mit einer Zeit deutlich unter 3 Stunden. Auf welche Zeit hast du dich eingestellt?
Moritz: Meine Eltern sind beide Marathons gelaufen. Die Bestzeit meiner Mutter lag bei einer Zeit von 3:18 Stunden. Daraufhin war mir klar, dass wenn ich jemals einen Marathon laufe, die Zeit meiner Mutter unterbieten möchte.

Jens: Und wie sah deine Vorbereitung für dieses Familienduell aus?
Moritz: Ich bin einen Halbmarathon gelaufen, meinen ersten Wettkampf überhaupt. Dann bin ich 4 Monate ca. 80 bis 90 km in der Woche gelaufen und habe dann in Detroit meinen ersten Marathon in 2:52:00 gefinisht. Das war dann mein zweiter Wettkampf.

Jens: Das Ziel deutlich unterboten, was waren deine nächsten Ziele?
Moritz: Eigentlich keins, ich bin nach dem Marathon in ein sportliches Loch gefallen und war 3 bis 4 Monate gar nicht laufen.

Jens: Wie hast du zurück ins Training gefunden?
Moritz: Nach dieser Zeit habe ich hier und da einen Lauf gemacht und dabei kam die Lust am Laufen wieder. 2012 bin ich dann in
meiner Heimat Bonn den Marathon in 2:43:31 gelaufen.

Jens: Wann hat es dich nun auf die Trails verschlagen?
Moritz: Das war 2012. Ein Kumpel hat mich auf den Transalpine Run
angesprochen und fasziniert von der Idee sind wir beide im gleichen Jahr in Ruhpoldingen an den Start gegangen?

Jens: Der Transalpine Run bietet mit steilen Auf-/Abstiegen auf unbefestigten Wegen andere Herausforderungen als Straßenmarathons. Wie seid ihr damit klargekommen?
Moritz: Es sind natürlich andere Belastungen als auf der Straße, mein Partner musste leider verletzt aussteigen. Ich kam sehr gut mit den Bedingungen klar und bin mit den Teams um Platz 3 bis 4 als Einzelläufer in die Etappenziele gekommen. Es war einfach ein Hammer-Event und so bin ich im Jahr drauf wieder an den Start gegangen.

Jens: Neben den Trails spielte auch der Triathlon in dieser Saison eine Rolle. Wie kam es dazu?
Moritz: Ich kam auf die bescheuerte Idee einen Ironman zu machen. Ich wollte was Neues ausprobieren und habe mich angemeldet.

Jens: Einfach so, so ohne die kürzeren Distanzen vorher erlebt zu haben?
Moritz: Im Grunde ja, ich habe daraufhin eine Olympische Distanz und einen 70.3 Ironman gemacht. Bei meinem ersten 70.3 habe ich mich dabei für die 70.3 Ironman WM in Kanada qualifiziert.

Jens: Wie ging der Ironman aus?
Moritz: Beim Ironman habe ich dann Lehrgeld gezahlt und bin unter meinen Erwartungen mit 10:17:44 ins Ziel gekommen.

Jens: Woran lag es, hast du Fehler in der Vorbereitung gemacht oder fehlte es an Erfahrung auf der Langdistanz?
Moritz: Ich habe zu wenig auf dem Rad und im Wasser trainiert. Vielleicht 80 bis 100 km Rad und 4 bis 5 km in der Woche im Wasser. Obwohl ich das Laufpensum hoch gehalten habe, so 130 bis 150 km in der Woche. Für Olympische und 70.3 Distanz mag das ausreichen, nicht aber für die volle Ironman Distanz.

Jens: Welche Maßnahmen hast du daraufhin ergriffen, die Umfänge vergrößert?
Moritz: Keine, ich habe seitdem nicht mehr auf dem Rennrad gesessen und bin keine Bahn mehr geschwommen, da es mir nicht besonders viel Spaß gemacht hat. Das Thema Triathlon ist abgeschlossen. Meine Passion ist das Laufen und nach dem kurzen aber intensiven Ausflug in den Triathlon war mir klar ich bleibe beim Laufen.

Jens: Nach der Deutschen Meisterschaft im Marathon in München bist du noch in Frankfurt gelaufen, deinen dritten Straßenmarathon in diesem Jahr. Wieso noch der Start in Frankfurt 2 Wochen nach München?
Moritz: Frankfurt bin ich gelaufen, weil ich mit den 2:32:15 aus München nicht zufrieden war. Mein Ziel für München war Sub 2:30:00.

Jens: Eine Zeit unter 2:30:00 läuft man nicht ohne entsprechende Planung und Vorbereitung. Woran hat es in München gelegen?
Moritz: Ich denke ich war nicht lang genug wieder im Training, bis Juli hatte ich Probleme mit dem Knie und der Achillessehne. Dazu habe ich das Carboloading vor München übertrieben und bin mit 2 bis 3 kg zu viel an den Start gegangen. Die warmen Bedingungen haben auch dazu beigetragen und ich bin die ersten 10 km mit 3:23 min/km 5 bis 6 Sekunden zu schnell angegangen. Ich war einfach zu geil auf eine Zeit unter 2:30:00 und am Ende kam „nur“ eine 2:32:15 dabei raus.

Jens: Die Bedingungen in Frankfurt waren perfekt, wie bist du mit der 2:31:42 in Frankfurt zufrieden?
Moritz: Frankfurt wollte ich eigentlich nur als Vorbereitung für einen Ultra laufen, aber nach München wollte ich einen erneuten Versuch starten. Ich bin zusammen mit ASICS Frontrunner Lukas Naegele gelaufen, der ein fantastisches Rennen lief und mit 2:28:40 in die Festhalle einlief. Ab km 35 konnte ich dem Tempo von Lukas nicht mehr folgen.

Jens: Wie sehen deine Pläne in dieser Saison aus?
Moritz: Ich habe mich auf den KoBoLT-Ultra am kommenden Samstag vorbereitet. Einem 140 km Ultra-Trail auf dem Rheinsteig von Koblenz nach Bonn. Einem Einladungslauf mit 80 bis 90 Teilnehmern.

Jens: Es gibt genug Ultras, wieso der KoBoLT?
Moritz: 2012 konnte ich den Lauf in 17:28 Stunden bereits gewinnen. Abgesehen vom Transalpine Run war es mein erster Trail Run. Ich fühle mich mit dem KoBoLT verbunden, da es für mich ein Heimspiel in meiner alten Heimat ist und ich die Organisatoren und die lokale Szene kenne.

Jens: Ende November kann es ungemütlich werden, welche Rolle spielt dabei das Wetter bei 140 km und 4500 Höhenmetern?
Moritz: Es kann ziemlich unterschiedlich ausfallen. 2011 lagen 20 cm Schnee und 2012 waren es + 8 °C. Ich hoffe dass es trocken bleibt, weil ich die ganze Nacht durchlaufen muss und es dann ungemütlich wird.

Jens: Auf welche Trainingsphilosophie vertraust du? Hast du einen Trainer der dich in Planung und Umsetzung unterstützt?
Moritz: Auf meine eigene! Ich habe noch keinen Trainer gehabt und genieße die Freiheit mein Training selbst zu steuern. Am wichtigsten
dabei ist mir dass der Spass nicht verloren geht.

Jens: Wie bereitest du dich auf einen 140 km Ultra vor?
Moritz: Es kommt weniger auf die Kilometer an, mehr auf die Zeit. Ich bin bis 6 Stunden nur auf Trails unterwegs. Ich lebe seit diesem Jahr in Annecy in Frankreich, vor meiner Haustür beginnen die schönsten Trails. Hier ist es leicht mehrere Stunden Trails zu laufen ohne einen Weg 2-mal zu nutzen. Wenn man einen 40 bis 50 km Lauf machen kann, hat man die physische Stärke einen 140 km Ultra zu machen. Man kommt körperlich und mental an seine Grenzen. Man wird definitiv leiden.

Jens: Wie schaffst du es in solch einem Moment durchzuhalten?
Moritz: Um mental nicht zu brechen, lege ich mir bestimmte Szenarien zurecht. Zum Beispiel Situationen in denen es mir extrem
schlecht ging und ich es dennoch erfolgreich bis ins Ziel geschafft habe.

Jens: Wie erholt man sich nach einer solch extremen Belastung?
Moritz: Nach einem Halbmarathon trainiere ich bereits am nächsten Tag wieder, nach einem Marathon nach 3 bis 4 Tagen. Nach einem Ultra braucht es schon mindestens 7 Tage.

Jens: Deine Ziele für 2015?
Moritz: Am 19.04.2015 will ich beim Bonn Marathon versuchen, Stadtmeister zu werden, und unter 2:30:00 zu bleiben. Am 30.05.2015 starte ich in Annecy beim Maxi Race bei den Ultra-Trail Weltmeisterschaften. Am 04.07.2015 steht der Zermatt Marathon auf dem Plan, das ist die WM der World Mountain Running Association (WMRA). Die 4 Trails ebenfalls im Juli nicht zu vergessen. Und zum Abschluss einen 100 km Straßenlauf, bei dem ich mich für die Deutsche Nationalmannschaft qualifizieren möchte.

Jens: Was sind deine langfristigen Ziele?
Moritz: Den Transalpine Run unter den Top 3 Teams zu beenden und 2016 bei den 100 km Weltmeisterschaften in Japan starten zu dürfen.

Jens: Was machst du wenn du nicht auf Trails unterwegs bist?
Moritz: Ich reise gerne. Ich habe über 50 Länder bereist, darunter Nepal, Myanmar, Mongolei. Meist alleine oder mit einem guten Freund. Low Budget mit dem Rucksack. Auf diese Weise sieht man viel von der Welt. Um diese Leidenschaft zu finanzieren arbeite ich als Senior Projekt Manager für die Ultra-Trail® World Tour, eine Tour von 10 Ultra-Trails von mindestens 100 km Länge überall auf der
Welt. So werde ich weitere 2 bis 3 Monate im Jahr unterwegs sein.

Jens: Was darf auf den Trails dieser Welt nie fehlen?
Moritz: Mein iPod! Ich höre bei fast jedem Lauf Musik, weil ich mich damit richtig pushen kann.

Jens: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim KoBoLT.

Weitere Infos zu Moritz findet ihr hier:
http://asicsfrontrunner.runnersworld.de/drupal/users/moritz-auf-der-heide

Foto: IDFOTOGRAFIE - Inger Diederich
Photo
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Dirk Froberg
- notiert von unserem rasenden Reporter Jens Bäss

ASICS Frontrunner Dirk ist Sportjournalist und begleitet die Zuschauer bei zahlreichen Veranstaltungen durch die Sendung. Seit viele Jahren ist er hinter dem Mikrofon aktiv bei Sportveranstaltungen tätig, so berichtet er zum Teil im Laufschritt z.B. beim Marathon in Frankfurt live von der Strecke. Heute Abend ab 18:30Uhr wird er für den Hessischen Rundfunk den Ironman auf Hawaii kommentieren.

Jens:    Wie bist du zum Laufen gekommen?
Dirk:     Ich hab Eishockey gespielt bis zur zweiten Liga, Sport in Köln studiert und dann von 1990-2000 mal komplett den Sport aus der den Augen verloren, bin aber dann Anfang des neuen Jahrtausend den Köln Marathon gelaufen, um danach wieder zu feiern, trinken, rauchen, alles ohne Sport...
 
Jens:    Wann hast du die Laufschuhe wieder für dich entdeckt?
Dirk:     Am 1.7.2006 hat es bei mir klick gemacht, ich habe das Rauchen eingestellt, meine letzten  Zigaretten verschenkt und mich der Midlife Crisis tapfer in den Weg geworfen.
 
Jens:    Wie hat sich das geäussert?
Dirk:     Als Sportjournalist berichtet man mehr über den Sport und hat selbst kaum Zeit dazu, also hab ich mir mal ein kleines Ziel vorgenommen. Da mir von 0 auf 42 zu oft dokumentiert und umgesetzt wurde, klang in zehn Monaten von 0 auf Ironman als Herausforderung, der ich mich stellen wollte....
 
Jens:    Ironman, d.h. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einen Marathon laufen. Das erfordert eine umfangreiche Vorbereitung. Wie hat sich dein Alltag verändert?
Dirk:     Von jetzt auf gleich hat sich mein Leben radikal geändert, die Bewegung ist seit dem unverzichtbar geworden. Ich bin Vater von zwei Kindern aus erster Ehe, lebe in Duisburg und arbeite in Frankfurt, das bedeutete damals wie heute, Verzicht auf vieles für viele Menschen, die mit mir durchs Leben laufen....
 
Jens:    Wie sah dein Training neben Job und Familie aus?
Dirk:     Es war sehr schwer zu kombinieren, die Familie, den Job und das umfangreiche Training unter einen Hut zu bekommen. Meine Familie, Freunde und Arbeitgeber haben mich sehr unterstützt in dieser Phase, ohne sie hätte ich es direkt sein lassen können.
 
Jens:    Wer hat dich in deiner Trainingsgestaltung unterstützt?
Dirk:     Franzi von Almsick unterstützte mich im Wasser, Ex-Radprofi Kai Hundertmarck auf dem Rennrad und Lothar Leder in den Laufschuhen. Lothar gestaltete das Gesamttrainingskonzept, wir telefonierten täglich und passten die Einheiten an meinen Alltag mit Job und Familie an. Einen festen Plan hatte ich ihn diesem Jahr nicht, dafür eine hohe Telefonrechnung.
 
Jens:    Gab es Rückschläge in der Vorbereitung?
Dirk:     Eigentlich gab es keine Rückschläge, da ich von meinen drei Beratern optimal betreut wurde und dadurch viele Fehler erst gar nicht gemacht habe. Verletzungen oder Überlastungen blieben mir erspart. Ein kleines Missgeschick ist mir dann doch passiert, ein Sturz mit dem Rad kostete mich zwei Schneidezähne.
 
Jens:    Das Ziel hast du am 01.07.2007 in 11:07:38 erreicht. Was hast du auf den letzten Metern auf dem Römer empfunden?
Dirk:     Es war einfach unfassbar, nach einem Jahr Vorbereitung habe ich mein Ziel tatsächlich erreicht. Als meine beiden Kinder Tim und Jette, die ein Jahr größtenteils auf Ihren Papa verzichtet haben, auf den letzten Metern meines härtesten Tages neben mir her liefen und mich anfeuerten wurde es perfekt. Es waren unbeschreibliche Eindrücke,
 
Jens:    Welche Ziele verfolgst du heute?
Dirk:     Mein Job im Bereich Sport erfordert zu dem häufige Reisen und lange Auslandsaufenthalte. In 2014 war ich in diversen unterschiedlichen Funktionen bei Olympia in Sotschi, bei WM in Rio, bei der Leichtathletik Europameisterschaft in Zürich, bei der Schwimm Europameisterschaft in Berlin, so dass in diesem Jahr nicht viel Zeit für Training und Wettkämpfe war und ist.
 
Jens:    Kommenden Samstag kommentierst du die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii. Was macht Hawaii so besonders?
Dirk:     Es ist eins der härtesten und prestigeträchtigsten Rennen überhaupt, es findet am anderen Ende der Welt statt und es sind die Weltmeisterschaften. Hawaii ist das ultimative Ziel im Triathlon, hier tummeln sich die Superstars der Szene und alle wollen gewinnen. Es ist wie Wimbledon.
 
Jens:    Die Übertragung läuft 9:00 Stunden, wie bereitest du dich für solch ein Event vor?
Dirk:     Ich bin das ganze Jahr in der Triathlon-Szene unterwegs und suche das persönliche Gespräch mit den Profis. Hier auf Hawaii sind die Top-Athleten überall und man kann sich mit ihnen austauschen. Wir schwimmen morgens gemeinsam am Pier, vom Bademeister bis zum Weltmeister, im Fußball unvorstellbar.
 
Jens:    Jan Frodeno hat 2014 mit dem zweiten Platz beim Ironman Frankfurt ein beindruckendes Debüt auf der Langdistanz gezeigt. Bei den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften konnte ihn nur Javier Gomez schlagen. Wie siehst du seine Chancen auf den Weltmeistertitel?
Dirk:     Hawaii ist sehr schwer, einen Sieg beim Debüt auf der Pazifikinsel haben nur sehr wenige geschafft. Aber wenn es ein Hawaii Rookie schafft, dann Frodo.
 
Jens:    Die Hawaii Teilnahme ist für Triathleten der Traum schlechthin. Welchen (sportlichen) Traum möchtest du dir noch erfüllen?
Dirk:     Die Hawaii Qualifikation.
 
Jens:    Nach der Rückkehr von der Pazifikinsel steht mit dem Frankfurt Marathon das nächste Event an. Was kommt nach Frankfurt?
Dirk:     Seit 2010 ist der FFM Marathon immer mein sportlicher Abschluss, aber auch der lustigste Job zugleich.
 
Jens:    Der Herbstmarathon läutet für viele Läufer die Saisonpause ein. Wie sieht deine Pause aus?
Dirk:     November und Dezember sind die Monate, in denen die Family und Freunde ihr Recht bekommen, das genau so intensiv, wie Sport und Job in den Monaten davor. Ab dem 1.Januar beginnt dann der schwere Weg und Kampf gegen die (in der Regel) 7 bis 9 kg Winterspeck...
Ich bin also ganz weit entfernt von Siegerehrungen und Siegen zu Fuß oder beim Triathlon, ein echter Bratwurst Sportler eben.
Photo
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Björn Meurer - notiert von Jens Bäss

Unser ASICS Frontrunner Björn erkundet heute abgelegene Pfade unserer Wälder im Laufschritt. Das war nicht immer so, bis zu seinem 22. Lebensjahr war er nur wenig sportlich aktiv, ging lieber feiern. Als ihn Nordic Walker beim Joggen überholen, kommen Zweifel an seiner Verfassung. Er hört mit dem Rauchen auf und nimmt an Volkslaufen teil, um seine Fitness zu verbessern. 10 km, Halbmarathon und Marathon sind schnell Geschichte. 2009 widmet er sich dem Triathlon.

Jens: Was hat dich zum Triathlon verschlagen?
Börn: Ich habe spontan bei einer Sprintdistanz mitgemacht und das hat mich für die Langdistanz motiviert. Ich habe mich zwei Jahre vorbereitet und habe ihn Köln die erste Langdistanz gefinisht.

Jens: Du bekommst einen Startplatz für den Ironman 2012 in Frankfurt geschenkt, warum bist du nicht angetreten?
Björn: Ich habe den Startplatz verkauft.

Jens: Die Startplätze sind begehrt und nicht unbedingt günstig, was hat dich dazu veranlasst ihn zu verkaufen?
Björn: Wir sind 2006 in den Taunus gezogen, die langen Einheiten mit dem Rennrad durch den Taunus mit all den Sonntagsfahrern und Motorädern machten mir nur bedingt Spaß. Innerhalb weniger Wochen nach Köln habe ich meine komplette Triathlon-Ausrüstung verkauft, der Triathlon war einfach nicht meins.

Jens: Und was hast du stattdessen gemacht?
Björn: In meiner Langdistanz Vorbereitung hatte ich immer Tempovorgaben im Blick, was bei uns im Taunus, wo man praktisch nicht flach laufen kann schwierig umzusetzen ist. Das öde Auf und Ab auf den befestigen Wegen auf den immer gleichen Runden war ich irgendwann leid und habe diese einfach verlassen.

Jens: Die Leidenschaft für das Trailrunning ist entdeckt?
Björn: Ja, darauf habe ich mich blauäugig beim Transalpine Run angemeldet, ohne zu wissen was auf mich zukommt.

Jens: Was macht das Trailrunning für dich aus?
Björn: Für mich ist Trailrunning die pure Entspannung. Es gibt keine Vorgaben, keine Regeln, keine festgelegten Strecken. Ich laufe einfach drauf los und entdecke ständig neue Trails. Zudem ist der Kopf vor allem in schwierigen Passagen gefordert. Ich kann alles um mich herum vergessen.

Jens: Was war dein härtester Trail?
Björn: Das war beim Transalpine Run 2012 auf der dritten Etappe von Kitzbühl zum Großvenediger. Es war sehr anspruchsvoll, das Wetter war schlecht und mein Teampartner musste nach der Etappe verletzt aussteigen. An diesen Tag muss ich oft denken.

Jens: Wer ist dein Idol?
Björn: Ich habe keine Vorbilder. Ich verfolge die Profiszene nicht, bin nicht der Wettkampftyp. Zeiten und Platzierungen spielen für mich keine Rolle.

Jens: Du kennst den Taunus wie deine Westentasche und organisierst geführte Trailläufe. Wie ist diese Idee entstanden?
Björn: Die Idee entstand aus der Nachfrage von Freunden und Bekannten. Es ist mein Hobby und ich muss damit kein Geld verdienen. Ich habe großen Spaß und Freude daran anderen die Möglichkeit zu bieten die Vielseitigkeit meines Reviers zu erleben. Die Resonanz auf die Läufe zeigt mir dass ich richtig liege.

Jens: Legendär sind deine geführten Stirnlampenläufe mit Start/Ziel in deiner Garage. Was motiviert dich mit einer bunten Horde bis spät in die Nacht abseits befestigter Wege durch die Dunkelheit zu rennen?
Björn: Die Nachtläufe sind in der Regel schnell ausgebucht, es freut mich andere zu motivieren von der Couch zu klettern und in der Gruppe in die Nacht durch die Natur zu flitzen.

Jens: Die Straßen- und Bahnläufer ermitteln akribisch jeden gelaufenen Kilometer, Zeiten und Pulswerte, auf welche Werte kommt es dir beim Trailrunning an?
Björn: Werte sind mir unwichtig, die Strecke muss schön sein. Einen Pulsgurt besitze ich nicht mehr. Neben der Zeit interessieren mich höchsten die gelaufenen Höhenmeter.

Jens: Was sind deine langfristigen Ziele?
Björn: Viele Läufer machen sich Events, Zeiten oder Platzierungen zum Ziel, für mich sind es Gegenden die ich noch kennenlernen möchte, zum Beispiel in Wales, Norwegen und Kanada.

Jens: Welchen Trail muss man mal gemacht haben?
Björn: Den Nächsten.

Jens: Welchen Tipp kannst du einem Trail Einsteiger mitgeben?
Björn: Langsam anzufangen, die Fußmuskulatur aufbauen, sich nicht an Topläufern aus Youtube orientieren. Um erste Trail-Erfahrung zu sammeln benötigt man nicht unbedingt eine Vollausstattung an Trailequipment.

Jens: Welche Rolle spielt die Ernährung für dich beim Trailrunning?
Björn: Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung, bin aber kein Asket. Esse hier und da auch mal Pizza oder Chips.

Jens: Bei all der Rennerei über Stock und Stein, gab es Rückschläge
durch Stürze oder Verletzungen durch Überlastungen?
Björn: Toi, Toi, Toi, ich hatte noch keine ernsthaften Probleme, die mich zu längeren Pausen gezwungen haben. Zwicken tut es natürlich auch bei mir zwischendurch, das gehört glaube ich einfach zum Laufen dazu.

Jens: Was macht das ASICS Frontrunner Projekt für dich aus?
Björn: Mein erstes Zusammentreffen mit den Frontrunnern war in Neuss. Anfangs etwas schüchtern, aber nach zwei Stunden war mir klar, dass es die Leidenschaft für das Laufen verbindet. Wir sind eine vielseitige Gemeinschaft, die sehr gut vernetzt ist und permanent Erfahrungen austauscht. Bei den gemeinsamen Events sind Freundschaften entstanden.

Jens: Was darf auf dem Trail nicht fehlen und was hast du bei deinen Touren dabei?
Björn: Das hängt von der Dauer und der geplanten Strecke ab. Ab 1 Stunde nehme ich meist einen Rucksack mit. Je nach Vorhaben enthält dieser Getränke, Jacke, Handy, Snack, GPS, Geld, Notfallset, ein Foto von Holger  … An die Witterung und Jahreszeit angepasste Kleidung sollte man grundsätzlich immer denken.

Jens: Was tust du zur Regeneration nach einer intensiven Trail-Einheit?
Björn: Ich lege mich in die Wanne mit Eiswasser und genieße dabei ein schönes Weizen.

Jens: Was ist dein Lieblingsschuh und warum?
Björn: Der ASICS GEL-Fuji Trabuco, einfach weil er mir bei meiner Größe von 2 Metern und entsprechendem Gewicht genügend Dämpfung und guten Grip gibt.

Jens: Was tust du wenn du nicht läufst oder deine Veranstaltungen planst?
Björn: Neben meinem Job betreibe ich seit 2013 zusammen mit Holger Lapp einen Blog in dem wir trailspezifische Ausrüstung & Equipment testen und darüber schreiben. Zusätzlich berichten wir von unseren gemeinsamen Trail-Events. (www.trampelpfadlauf.de)

Jens: Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Björn: Die Kinder sind aus dem Haus. Ich habe mir meine Wünsche erfüllt und bin in allen Gebieten unterwegs gewesen, die mich interessieren. Den Trails bleibe ich natürlich weiterhin treu

Vielen Dank für das Foto an: Stefan Lindauer
Photo
Add a comment...

Post has attachment
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Bastian Franz
- notiert von unserem rasenden Reporter Jens Bäss

Im Alter von nur 5 Jahren kommt Bastian Franz durch seine Eltern zur Leichtathletik. Zu Beginn liegt der Fokus beim Dreikampf und dem Waldlauf, mit der Zeit kommt seine Stärke auf der Mittelstrecke in den Vordergrund. Bis zu seinem 14. Lebensjahr spielt er zusätzlich aktiv Faustball und Badminton, richtet dann seine volle Aufmerksamkeit der Leichtathletik und nimmt als Schüler regelmäßig an Süddeutschen- und Württembergischen Meisterschaften teil. Es folgen Bronzemedaille bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften über 800 m, sowie Baden-Württembergischer Meistertitel über 800 m, 1500 m, Waldlauf, Crosslauf und 3000 m in der Jugend und später bei den Aktiven. Die Mitteldistanz lässt Basti hinter sich und ist heute auf der Langstrecke erfolgreich.

Jens: Du warst viele Jahre auf der Mittelstrecke unterwegs, was hat dich zum Wechsel auf die Langstrecke bewegt?
Basti: Ich wurde unerwartet Vierter beim Bietigheimer Silvesterlauf 2010, hinter Sebastian Hallmann, Christian Glatting und Musa Roba. Bei Schnee konnte ich auf der 11,2 km lange Strecke bis km 10 in der Spitze mitlaufen. Mir wurde klar dass auf der Langdistanz noch mehr möglich ist.

Jens: Wie ging es dann weiter? Auf welche Strecke hast du dich nach dieser Erfahrung konzentriert?
Basti: Ich habe mich für den Halbmarathon entschieden. Bei der Deutschen Meisterschaften in Griesheim 2010 ging ich mit hohen Erwartungen an den Start, wurde diesen nicht gerecht und bin bei
km 15 frustriert ausstiegen.

Jens: Dein Marathon Debüt in Freiburg 2012 beendest du in beeindruckenden 2:24 Stunden und neuem Streckenrekord. Der Ausstieg beim Halbmarathon, keine Wettkämpfe auf der Straße, wie passt das zusammen?
Basti: Die Vorbereitung verlief optimal ohne Krankheiten oder Verletzungen. Ich war top motiviert und an diesem Tag hat einfach alles gepasst, das Wetter, die Stimmung an der Strecke, der Kopf und die Beine.

Jens: Der Tag nach dem Marathon ist für viele Marathonis ein Ruhetag, welche Herausforderung wartete auf dich an nach deinem Debüt?
Basti: Zusammen mit einem Kumpel habe ich einen Laufladen in
Stuttgart übernommen.

Jens: Wer ist dein Idol?
Basti: Der Weltrekordler über 1500 m Hicham El Guerrouj.

Jens: Hicham beendet kurz nach seinen Siegen über 1500 m und 5000 m bei den Olympischen Spielen krankheitsbedingt seine Karriere. Im Jahr 2013 kämpfst du mit einer langwierigen Erkrankung und anschließend mit einer Knieverletzung. Was motiviert dich nach diesen Rückschlägen weiter an dir zu arbeiten?
Basti: Ich musste über 6 Monate lang Antibiotika einnehmen und an ambitioniertes Laufen war nicht zu denken. In dieser Zeit habe ich nichts gemacht außer ein wenig Jogging. Als die Sache überstanden war, begann ich wieder zu trainieren und seit Oktober bekam ich zunehmend Probleme mit dem Knie. Mich motiviert es besser zu werden und mich mit anderen zu messen, deshalb werde ich jetzt eine Laufpause einlegen und das Knie vollständig auskurieren.

Jens: Trotz Läuferknie bist du im März in Leverkusen beim Klassiker „Rund um das Bayer Kreuz“ gestartet und nach 8 km ausgestiegen. War das zu früh?
Basti: Das Knie hatte ich über den Winter einigermaßen im Griff. Ich konnte ganz gut trainieren, im Februar verschlechterte sich das Knie, ich fühlte mich gut vorbereitet und wollte eine gute Zeit auf der schnellen Strecke mit dem in der Regel starken Feld in Leverkusen versuchen. Bis km 5 ist mir das auch gelungen, dann verlor ich den Anschluss an die Spitze und bei km 8 bin ich raus.

Jens: Bei den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften in Freiburg in diesem Jahr beendest du in 71:35 deinen ersten Halbmarathon. Das Knie noch nicht wieder fit. Wie bist du mit deinem Ergebnis zufrieden?
Basti: Gar nicht! Ich hatte mir viel vorgenommen, wegen des Knies konnte ich nur eingeschränkt trainieren und hatte das Ziel 67 Minuten zu laufen. Über 10 km und Marathon kann ich es rollen lassen, beim Halbmarathon gelingt es mir bis dato nicht den Druck
über die kompletten 21,1 km zu halten. Daran muss ich arbeiten.

Jens: Was tust du aktuell gegen die Verletzung?
Basti: Pause und Alternativtraining, ich mache Krafttraining um muskuläre Defizite gezielt auszugleichen.

Jens: Was sind deine langfristigen Ziele?
Basti: Das Knie vollständig auskurieren und mich auf einen Marathon vorzubereiten. Diesen unter 2:20 zu beenden und meine 10 km Bestzeit unter 30 Minuten zu bringen. Schön wäre natürlich noch eine angemessene Halbmarathon Zeit.

Jens: Spielt das Thema Ernährung während der Vorbereitung eine Rolle für dich?
Basti: Eigentlich nicht, ich esse worauf ich Lust habe. Aber ein Hefeweizen nach dem Training darf schon sein, aber kein alkoholfreies.

Jens: Seit Januar gehörst du zu den ASICS Frontrunner. Was macht das Projekt für dich aus?
Basti: Für mich sind die ASICS Frontrunner eine große Familie, welche die Leidenschaft Laufen verbindet.

Jens: Dein Lieblingsschuh?
Basti: Der GEL-DS Racer 10.

Jens: Vielen Dank für das Interview und dem Knie gute Besserung!

Alle Infos zu Bastian findet ihr hier:
http://asicsfrontrunner.runnersworld.de/drupal/users/
Photo
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Sabine Reiner.
- notiert von ASICS Frontrunner Jens Bäss

Nach ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität in Wien kehrt Sabine Reiner 2009 zurück nach Vorarlberg. Sie beginnt mit dem Laufen und entdeckt dabei die wunderschöne Vorarlberger Bergwelt. Das Laufen und die Berge lassen sie nicht mehr los. Ihren ersten Wettkampf, die Landesmeisterschaften im Crosslauf im Jahr 2011, beendet sie als Siegerin. Das Lauftalent aus Dornbirn sichert sich im gleichen Jahr die Titel der Landesmeisterin Vorarlberg und Vize-Staatsmeisterin im Marathon bei den Österreichischen Staatsmeisterschaft am Bodensee. Sie qualifiziert sich für die Teilname bei den Europameisterschaft Berglauf in Bursa, die sie als beste Östereicherin und 17te im Gesamtergebnis beendet. Seitdem ist sie auf dem Podium nicht mehr wegzudenken und es folgen weitere Siege und Top Ergebnisse im Berg-, Cross und Straßenlauf.
Sabine hält derzeit drei Vorarlberger Landesrekorde über 10 km Straßenlauf (35:17) , Halbmarathon (1:16:21) und Marathon (2:43:09).

Jens: Was hast du gemacht bevor du gelaufen bist?
Sabine: Ich hab immer viel Sport gemacht. In meinen Kinder- und Jugendjahren war ich Kunstturnerin und war mit meiner Family häufig wandern. Danach hab ich in der Schule Faustball gespielt und während meinem Studium hab ich mit Freunden viele Mannschaftssportarten wie Volleyball, Badminton usw. gemacht und bin ins Fitnessstudio gegangen.

Jens: Wann hast du gemerkt dass dieses Talent in dir steckt?
Sabine: Eigentlich als ich die Cross Landesmeisterschaft gewonnen hab und dann bei der Berglauf Europameisterschaft beste Österreicherin wurde. Damals hatte ich noch ein Paar Turnschuhe für jeden Anlass und keine Ahnung von richtigem Training!

Jens: Du trainierst ohne Trainingsplan und entwickelst dich so erfolgreich, was macht dein Training aus?
Sabine: Da ich viel arbeite ist ein fixer Trainingsplan für mich mit sehr viel Stress verbunden. Aufgrund dessen habe ich mich dazu entschlossen zwar ein System in meinem Training zu haben, allerdings recht flexibel damit zu sein. Ich mache viel Alternativtraining in Form von Radtouren, Aquajogging und Krafttraining und nur die Qualitätseinheiten mit Lauftraining.

Jens: Hast du in deiner Planung auch schon daneben gelegen?
Sabine: Hmmm…mit meiner Planung eigentlich nicht. Eher nur, wenn ich versucht habe Pläne von anderen anzunehmen bzw. in mein Training zu integrieren. Meistens war die Folge dann eine Verletzung und längere Zwangspause. Das war jedes Mal eine mentale Zerreißprobe für mich.

Jens: Dein Marathon-Debüt beendest du 2011 in sehr starken 2:43:09. Planst du 2014 einen Marathon?
Sabine: Es ist ehrlich gesagt schon ein Traum von mir meine Marathon Bestzeit zu verbessern. Ich weiß auch, dass eine bessere Zeit durchaus realistisch ist. Allerdings erfordert das Training für einen flachen Marathon auch einiges an Laufkilometern auf Asphalt. Ich möchte im Moment aber nichts riskieren und mich vorerst voll auf die Berglaufsaison konzentrieren. Eventuell geht sich im Herbst oder nächstes Jahr im Frühjahr ein Marathon aus. Das möchte ich mir aber vorerst noch offen lassen.

Jens: 2012 qualifizierst du dich für die Weltmeisterschaften Langdistanz in Interlaken im Berglauf und bringst den Titel der Vizeweltmeisterin nach Dornbirn. Wie gelingt es dir, dich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen?
Sabine: Das hab ich mich damals ehrlich gesagt auch gefragt! Ich war genauso wie momentan in einer super Form und hatte vor der internationalen Konkurrenz zwar Respekt, aber keine Angst. Ich wusste was ich kann und war mir v.a. meiner Stärke bei längeren Distanzen bewusst. Diese mentale und körperliche Sicherheit habe ich dann im Wettkampf erfolgreich umsetzen können und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Jens: Was bedeutet dir dieser Erfolg?
Sabine: Der Erfolg bedeutet mir sehr viel und motiviert mich immer wieder aufs neue für all meine zukünftigen Ziele und Vorhaben. „Nichts ist unmöglich“!

Jens: Bei drei Vorarlberger Rekorden und so vielen Erfolgen, woher nimmst du die Motivation und Energie dich immer weiter zu verbessern?
Sabine: Da ich erst seit 2011 laufe und trotzdem schon einige Erfolge feiern durfte, bin ich mir sicher, dass ich noch Potential habe diese Rekorde und Erfolge noch weiter zu verbessern. Für mich ist „der Weg das Ziel“ – mir macht jedes Training Spass und motiviert bin ich ohnehin immer „Laufen bewegt“!

Jens: Du organisierst Trailrunning Laufcamps, wie bekommst du das neben deinem Job als Projektmanagerin und dem Training unter einen Hut?
Sabine: Das ist nicht immer so einfach, aber mein Zeitmanagement ist mittlerweile recht gut und ich versuche oft schon den Arbeitsweg als Radtrainingseinheit zu absolvieren. Die Qualitätstrainings mache ich meist an freien Tagen oder ganz in der Früh vor der Arbeit. Am Wochenende ist ohnehin immer Zeit für längere Trainingseinheiten. Wichtig ist allerdings auch die Regenerationseinheiten einzuplanen, denn ohne Regeneration auch keine Anpassung und kein Fortschritt.

Jens: Was erwartet deine Camp-Teilnehmer?
Sabine: In erster Linie viel Bewegung und noch mehr Spass. Die Laufcamps beinhalten Lauf-, Kraft-, Gymnastik-, und Stretchingeinheiten in der wunderschönen Bergwelt von Lech. Abgerundet wird dies mit leckerem Essen, gemütlichem Beisammensein und Vortrag und Fragestunde.

Jens: Was ist dein Lebensmotto?
Sabine: „L’essentiel est invisible pour les yeux“; „On ne voit bien qu’avec le coeur“, “Laufen bewegt”, “Nichts ist unmöglich”
Jens: Was machst du wenn du nicht läufst oder hohe Berge erklimmst?

Sabine: Ich liebe SPORT & BEWEGUNG in jeglichen Variationen wie Laufen, Rennradeln, Biken, Schitouren, Wandern,…Darüber hinaus interessiere ich mich sehr für Ernährung, Gesundheit, Fitness, Wellness, Reisen, Basteln und lese auch sehr gerne.
Jens: Wo liegt 2014 dein Fokus und welche Wettkämpfe stehen noch an?
Sabine: 2014 möchte ich mich, wie gesagt, voll auf die Berglaufsaison konzentrieren. Mein großes Saisonziel ist die Berglauf Weltmeisterschaft im September in der Toskana. Davor stehen einige Bergläufe an. Danach wäre ein großer Wunsch von mir endlich meine Halbmarathon Bestzeit noch im Herbst zu verbessern.

Jens: Welcher Schuh ist dein Favorit?
Sabine: Ich habe eigentlich mehrere Favoriten. In den Bergen laufe ich sehr gerne mit dem ASICS GEL-FUJI Trainer und die Wettkämpfe meistens mit dem ASICS GEL-DS Racer.

Jens: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel tolle Erfolge

Alle weiteren Infos zu Sabine findet ihr hier:
http://www.sabinereiner.com/
Photo
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Lukas Naegele.
-notiert vom rasenden Reporter Jens Bäss

Lukas Naegele entdeckt im Alter von 5 Jahren seine Leidenschaft für die Bergwelt, als ihn sein Vater mit zu seiner ersten Bergtour nimmt. Fußball und Tennis spielen kurze Zeit eine Rolle, bis Lukas mit 13 das Laufen entdeckt. Mit 15 Jahren widmet er seine volle Aufmerksamkeit dem Laufen und der Erfolg stellt sich schnell ein: Baden-Württembergische-, Badische- und Süddeutsche Meistertitel und Medaillen in der männlichen Jugend A und B. Sein Studium der Sportwissenschaften absolviert er an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Lukas richtet von da an sein Training auf die Mittelstrecke aus. Unter der Leitung des Bundestrainers Henning von Papen gelingt es ihm zweimal unter die besten 8 bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften über 1500 m zu laufen. 2010 wird er über diese Distanz Westdeutscher Meister. Nach dem Studium kehrt er 2013 zurück nach Freiburg und entdeckt das Laufen neu.
Im Juni wird er als einziger deutscher die weltweite Trailelite von ASICS beim Projekt Outrun The Sun unterstützen: http://outrunthesun.asics.com/de

Jens: Nach einer sehr erfolgreichen Saison 2011 mit Bestzeiten über 800 bis 5000 m folgte ein Jahr in dem es nicht so lief. Was war los?

Lukas: Richtig, 2012 lief es nach 2 hervorragenden Jahren in Köln leider nicht so gut. Das hatte teilweise persönliche Gründe, die mir psychisch nicht die Motivation und die Kraft für hartes und kontinuierliches Training gegeben haben, teilweise hatte ich immer wieder mit kleineren Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen, die mich nie richtig in Tritt kommen ließen. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass physische Beschwerden ganz häufig auch immer etwas mit der Psyche im Leistungssport zu tun haben. Ist der Wille und vor allen Dingen der Spaß am Training und an den Wettkämpfen da, ist der Körper nicht so anfällig für körperliche Beschwerden. 

Jens: Wie hast du wieder zurück zum Laufen gefunden?

Lukas: In Phasen, in denen es physisch und psychisch nicht sonderlich gut läuft, ist es enorm wichtig ein gutes soziales Umfeld zu haben. Extrinsisch hat die super Trainingsgruppe in Köln mir die nötige Motivation gegeben. Intrinsisch habe ich gleichzeitig versucht, wieder Freude im Laufen zu finden, nichts zu überstürzen und solide, ohne Druck, die Form wieder aufzubauen. In Köln gelang mir das allerdings nur bedingt gut...

Jens: Mit dem Sieg bei deinem Marathon-Debüt hast du dir einen großen Traum in deiner Heimatstadt Freiburg erfüllt. Von der Mittelstrecke zum Marathon in wenigen Monaten, wie kam es zu dieser Entscheidung?

Lukas: Als ich im Herbst 2013 nach Freiburg zurück kam, hatte ich eine Zeit hinter mir, in der ich so gut wie überhaut nicht gelaufen bin. Die Hallensaison lief nicht nach meinen Vorstellungen, der Ehrgeiz für hartes Training geriet in den Hintergrund. Die berufliche Ungewissheit veranlasste mich schließlich erst einmal eine Auszeit zu nehmen. Es folgten Reisen nach Ghana, Indien und schließlich ein Praktikum im hohen Norden an der Ostsee. Mit der Rückkehr nach Freiburg änderte sich das: Ich bekam wieder Spaß am Laufen, merkte, dass ich wieder fit werden wollte und vor allem machte ich mir keine Gedanken über irgendwelche Zeiten oder Intensitäten. Ich lief einfach aus Freude am Laufen. Außerdem übernahm ich in Freiburg eine Laufgruppe mit ambitionierten Freizeitläufern, die ich auf den Halbmarathon bzw. Marathon in Freiburg vorbereitete. Das Schreiben der einzelnen Trainingspläne, die Durchführung der Trainingseinheiten und die enormen Verbesserungsfortschritte gaben mir Motivation. Schlüsselerlebnis war dann sicherlich noch der Frankfurt Marathon: Ich stand mit dem ASICS Messe Team direkt an der Ziellinie um Schuhe zu zählen und die Stimmung in der Messehalle war phänomenal! Ich glaube jeder von uns hatte Gänsehaut und da dachte ich mir: „Was rennst du denn immer bei diesen stimmungslosen Bahnwettkämpfen rum?! Versuch doch einfach mal einen Marathon ambitioniert zu laufen...“

Jens: Was bedeutet dir dieser Erfolg?

Lukas: In erster Linie war es unglaublich, wie dieser Erfolg medial gepusht wurde und ich habe total viele Glückwünsche erhalten. Eine sportliche Leistung von mir wurde bis dato noch nie so gewürdigt und das, obwohl ich als Läufer die Leistung schon ganz gut einschätzen kann und der Meinung bin, dass ich im Verhältnis gesehen auf der Bahn schon deutlich „bessere“ Leistungen erbracht habe. Aber es ist eben Marathon... Insofern war ich natürlich stolz. Außerdem hat mich der Erfolg in meiner Trainingsplanung, die ich zum ersten Mal selbst in die Hand genommen habe, bestätigt.

Jens: Planst du einen Herbstmarathon in diesem Jahr zu laufen?

Lukas: Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Fest steht, dass ich Anfang September meine 10km-Straßen Bestleitung bei den Deutschen Meisterschaften gerne deutlich unterbieten möchte. Ich hoffe, dass wir mit dem ASV Köln ein ganz gutes Team stellen werden und eine vordere Platzierung erreichen können. Anschließend werde ich versuchen einen schnellen Halbmarathon zu laufen, ich bin mir allerdings noch unschlüssig wo. Und dann mal sehen, ob ich die volle Distanz noch in Angriff nehmen werde... Wenn, dann steht sicherlich Frankfurt ganz oben auf der Wunschliste.

Jens: Nach Freiburg gönnst du dir keineswegs eine Pause und stehst bereits nach drei Wochen beim Hermannslauf am Start und beendest diesen Klassiker nach 31,1 km auf dem 3. Platz. Zwei Wochen danach stehst du erneut auf dem Podium mit dem 3. Platz beim anspruchsvollen Schluchseelauf. Wie gelingt es dir bei dieser Belastungsdichte ausreichend Regeneration zu finden?

Lukas: Besonders die ersten Wochen nach dem Freiburg Marathon habe ich sehr viel Alternativ trainiert. Am liebsten gehe ich aufs Rad. Die Umgebung rund um Freiburg bietet beste Möglichkeiten für tolle Radausfahrten in jeglichem Gelände. Außerdem halte ich sehr viel vom Training im Wasser. In meinem Studium musste ich das Kraulschwimmen erlernen und es hat mir großen Spaß gemacht. Seitdem versuche ich das Schwimmbad als Trainingsstätte auch immer wieder in meinen Trainingsplan einzubauen, sei es zum Schwimmen oder ab und zu auch zum Aquajoggen. Ein weiterer, sehr entscheidender Aspekt ist, dass ich meine Form ganz langsam und über einen langen Zeitraum aufbauen konnte. Dazu kamen kontinuierliches Athletik-Training und Lauftechnik. All das zahlt sich jetzt aus.

Jens: Mit vielen Jahren Erfahrung im Leistungssport und als Sportwissenschaftler bist du heute dein eigener Trainer. Was macht dein eigenes Trainingskonzept so erfolgreich?

Lukas: Meines Erachtens ist das A und O im Laufsport eine gute Grundlage. Das heißt, ein breite GA1-Basis gepaart mit einem hohen Level an Stabilität und Technik. Das wiederrum braucht Zeit und somit ist das wichtigste ein frühzeitiger Formaufbau. Besonders im Grundlagentraining versuche ich viel Abwechslung in mein Training zu bringen. So gehören immer wieder schöne Berg- und Landschaftsläufe, lange Radausfahrten, Schwimmen oder sogar ab und zu Klettern (Stabilisationstraining) mit in meinen Trainingsplan. Das ist nicht nur für die Physis sondern auch für die Psyche extrem wichtig. Zudem versuche ich penibel auf meinen Körper zu hören, nichts erzwingen zu wollen und mit viel Spaß ins Training zu gehen. Wenn es an einem Tag mal nicht so läuft, dann stelle ich gerne kurzfristig den Plan etwas um. Das fällt mir als eigener Trainer deutlich leichter und bringt mir persönlich enorm viel. 

Jens: Teilst du deine Erfahrungen auch mit Anderen und gibst dein Wissen als Trainer weiter?

Lukas: Nach meiner Rückkehr nach Freiburg, habe ich für das Unternehmen leistungsdiagnostik.de angefangen als Trainer zu arbeiten. Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß. Die Schnittstelle zwischen sportlicher Leistung aus physiologischer Sicht in der Theorie und das Übertragen diagnostisch erhobener Daten in die Praxis in Form einer individuellen Trainingsplanung hat mich schon immer interessiert und fasziniert. Aus diesem Grund habe ich den Schwerpunkt Sport und Leistung studiert und bin sehr froh in diesem Bereich jetzt arbeiten zu können. 

Jens: Nach dem erfolgreichen Marathon-Debüt hast du dir jetzt für 2014 eine weitere Herausforderung gesucht. Mit dem ASICS Outrun the Sun zieht es dich nun wieder in Berge. Was wird dich im Juni erwarten?

Lukas: Es wird ein unglaublicher Event! Ich werde Teil einer internationalen 7ner Staffel sein, die neben einer 4er Staffel versuchen wird, das Mont-Blanc-Massiv in weniger als 16 Stunden bei Tageslicht am längsten Tag des Jahres zu umrunden. Es ist für mich eine große Ehre dabei sein und mit den weltbesten Trailläufern zusammen laufen zu dürfen. Das ganze Team wird insgesamt 5 Tage in Chamonix sein. Wir werden alle gemeinsam in einem Chalet wohnen und unzählige Pressevertreter und Händler aus ganz Europa werden da sein. Ich freue mich wahnsinnig auf diese Herausforderung!

Jens: Wie sieht deine Vorbereitung für dieses extreme Event aus?

Lukas: Der Schwarzwald bietet optimale Trainingsbedingungen. Während in der Marathonvorbereitung 1-2 mal pro Woche eine Bergeinheit Teil meines Trainingsplans war, versuche ich jetzt nahezu jeden Dauerlauf im hügeligen oder bergigen Gelände zu machen. Auch extensive und intensive Intervalle am Berg werde ich mit einstreuen. Außerdem gehören lange Radausfahrten über mehrere Stunden und mit einigen Höhenmetern mit zum Programm. Ziel ist es, die Kraftausdauer zu verbessern und den Muskel mechanisch an die Belastungen zu gewöhnen um die Berge nicht nur gut hoch-, sondern auch gut runter zu kommen. Ich habe einen enormen Respekt vor der hohen exzentrischen Belastung des Bergablaufens, die man als Straßen- und Bahnläufer nicht wirklich gewöhnt ist.

Jens: Auf welcher Distanz sehen wir dich nach dem ASICS Outrun the Sun?

Lukas: Stand der Dinge ist schon, dass ich gerne auf den längeren Distanzen bleiben möchte. Aber sicherlich will ich auch meine 5000 m Bestzeit noch weiter verbessern. Und wenn ich im Süden Deutschlands bleibe, in der Nähe der Berge, könnte ich mir sehr gut vorstellen mich langfristig auf Trail-Wettkämpfe zu fokussieren. Ich möchte da flexibel bleiben und in erster Linie weiter so viel Spaß haben.

Jens: Was machst du wenn du nicht läufst oder hohe Berge erklimmst?

Lukas: Eine große Leidenschaft von mir ist das Reisen. Oftmals zieht es mich dabei aber auch wieder in die Schönheit der Berge, aber neben tollen Landschaften faszinieren mich besonders die unterschiedlichen Kulturen. Auch wenn die Reisen häufig mit einer Trainingspause verbunden waren, so haben sie mir persönlich unglaublich viel gebracht. Wenn man in Afrika oder Asien gewesen ist und bloß mit den wichtigsten Gegenständen im Rucksack durch die verschiedenen Länder gereist ist, dann relativiert sich bei der Rückkehr nach Deutschland das Leben hier immens. Das hat mich persönlich immer gestärkt und gab mir besonders psychisch viel Kraft, sowohl im alltäglichen Leben wie auch im Sport. Man sieht die Dinge mit einer größeren Gelassenheit.

Jens: Als Technischer Repräsentant von ASICS bist du schuhtechnisch ein absoluter Fachmann. Welches Modell darf in deinem Schuhregal nie fehlen und warum?

Lukas: Ich halte extrem viel von der 33er Serie, besonders vom ASICS Gel 33 Lyte und ASICS Gel 33 SuperJ. Das Wichtigste, sowohl im Bezug auf die Laufökonomie, als auch im Bezug auf Verletzungsprävention sind starke anatomische Strukturen des Fußes. Um diese zu trainieren und zu kräftigen ist, neben dem Barfußlaufen, Training in den Natural Schuhen unerlässlich. Sie bieten durch die geringe Sprengung und die hohe Flexibilität in alle Richtungen (Fluid-Axis-Technologie), das absolut perfekte Trainingsgerät.

Jens: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim ASICS Outrun the Sun!
Photo
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview. Diese Woche: Korbinian Schönberger
- interviewt von ASICS Frontrunner Urgestein Jens Bäss

2013 stößt mit Korbinian Schönberger ein weiterer Läufer vom Team Salomon zu den ASICS Frontrunnern. Der Langstreckenspezialist aus Tännesberg in Ostbayern, Oberpfalz hat sich auf den Berglauf fokussiert. 2010 wird er in das Deutsche Nationalteam Berglauf aufgenommen, im gleichen Jahr sichert er sich den Bayrischen Berglauf-Meistertitel. Er qualifiziert sich für die Berglauf-Weltmeisterschaften in Slowenien, die er auf dem 58. Rang beendet. Es folgen zahlreiche Top-Platzierungen bei nationalen Bergläufen. Bei den Berglauf-Europameisterschaften 2011 in der Türkei überquert Korbinian als 37er die Ziellinie. Im Jahr 2013 holt er sich den Deutschen Vizemeistertitel im Berglauf und wird Gesamtsieger bei zahlreichen deutschen Bergläufen (u. a. Osterfelder, Nebelhorn). Den Karwendelberglauf und Dreizinnenlauf beendet er als bester Deutscher im gleichen Jahr.

Jens: Wie bist du zum Laufen gekommen?
Korbinian: Über meinen großen Bruder, den meine ganze Familie oft zu den verschiedenen Wettkämpfen begleitete. Irgendwann machte ich auch einfach mal bei einem Schülerlauf mit. Der Funke sprang über und das Feuer lodert heute noch.

Jens: Wann und wie hast du dein Talent für das Berglaufen entdeckt?
Korbinian: Zum Berglauf kam ich ebenfalls über meinen großen Bruder. Seine Berglaufwettkämpfe waren häufig mit Wochenenden in den Bergen verknüpft. Hier begann eigentlich meine Leidenschaft zu den Bergen und zum Berglauf. Vor dem Lauf wurde immer festgelegt wo sich die Familie auf der Berglaufstrecke zum Anfeuern aufteilt. Zusammen mit meinem kleinen Bruder ging es dann in flottem Wandertempo die Wettkampfstrecke hoch. Abschnitte wurden gelaufen, oder es wurde von Stein zu Stein gehüpft. Es war für mich faszinierend, wie die Läufer außer Atem an uns vorbei sind und wir sie anfeuerten. So was wollte ich auch mal probieren. Mit 15 lief ich meinen ersten Bergsprint. Den ersten Berglauf in den bayerischen Alpen absolvierte ich mit 17.

Jens: Was macht das Berglaufen für dich besonders?
Korbinian: Dein größter Gegner ist die Strecke, der Berg selbst. Sein Profil, das Wetter, die Steilheit, der Untergrund. Man durchlebt in einem Wettkampf alle Bodenbeschaffenheiten: Asphalt, Forstweg, verwurzelte und steinige Bergpfade, Geröllfelder, Schneefelder. Am Start im Tal kann es mild sein, im Ziel dagegen schneien. Das macht den Berglauf unheimlich interessant und vielfältig. Im Berglauf kann ich das Laufen und die große Leidenschaft für die Bergwelt am besten kombinieren. Der Gipfelrundblick im Ziel lässt alle Strapazen schnell vergessen. Und die Bergläufer – auch international gesehen – sind eine große Familie, in der ich mich sehr wohl fühle.

Jens: Du bist dein eigener Trainer, warum?
Korbinian: Das hat sich bei mir so entwickelt. Freilich hat man seine Ansprechpartner und Bezugspersonen, aber im Grunde habe ich noch nie nach einem Trainingsplan trainiert. Der Plan ist in meinem Kopf und den versuche ich bestmöglich zu verfolgen. Man redet mit anderen Läufern über Trainingsmethoden, liest auch hin und wieder mal Fachbeiträge. Man will sich ja weiterentwickeln, neue Reize setzen. Aber letztlich genieße ich die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie und was ich trainiere. Als selbständiger Landschaftsarchitekt ist es auch nicht leicht, immer alles unter einen Hut zu bekommen. Da will ich flexibel sein und so entscheide ich meistens erst kurz vor dem eigentlichen Training was heute ansteht.

Jens: Was muss man tun, um ein erfolgreicher Bergläufer zu sein?
Korbinian: Grundsätzlich sollte man sich als junger Läufer auch eine gewisse Schnelligkeit antrainieren, die einem auch im Berglauf weiterbringt. Um erfolgreicher Bergläufer zu sein, muss man auch an Berglaufwettkämpfen teilnehmen. Ich brauche jede Saison zwei bis drei Aufbauwettkämpfe, bis es wieder von selbst läuft. Das Training im alpinen Gelände ist wichtig, um auch mit den Gegebenheiten konfrontiert zu werden. Ein wichtiger Bestandteil einer Wettkampfvorbereitung ist für mich das Profilstudium der Berglaufstrecke. Und als Bergläufer muss man mental extrem stark sein und ein sehr guter Kämpfer, sonst kommt man gegen den Berg nur schlecht an.

Jens: Wie viele Wettkämpfe bestreitest du in einer Saison?
Korbinian: Um die 20, wobei ich immer wieder auch regionale Wettkämpfe als gute Trainingseinheiten mit einstreue.

Jens: Was war dein persönlich größter Erfolg?
Korbinian: Der deutsche Vizemeistertitel in Berglauf 2013 war schon klasse, eigentlich das komplette Berglaufjahr 2013.

Jens: Was sind deine Ziele für die Saison 2014?
Korbinian: Hauptziel wird sicherlich wieder die Deutsche Berglaufmeisterschaft am Hochfelln im Chiemgau sein. Außerdem möchte ich mich für die Berglauf-Weltmeisterschaft in Italien qualifizieren – und beim Zugspitzlauf im August vorne mitlaufen.

Jens: Was machst du, wenn du nicht läufst?
Korbinian: Mein Beruf als Landschaftsarchitekt ist schon zeitintensiv, so dass Leistungssport und Beruf oft zur Gratwanderung werden. Die übrige Freizeit verbringe ich eigentlich auch gerne sportlich, Mountainbiken, Ski Langlauf etc., am liebsten mit Freunden. Aber ich bin auch einfach gerne in der Natur unterwegs und engagiere mich im Naturschutz. 

Jens: Hast du noch Lampenfieber vor Wettkämpfen?
Korbinian: Vor Meisterschaften bin ich schon aufgeregt, das gehört aber dazu. Ansonsten bin ich mit fast 25 Jahren Wettkampferfahrung ein alter Hase. Als Kind war das anders. Meinen Maximalpuls hatte ich vorm Start und es war wie eine Erlösung als endlich der Startschuss fiel.

Jens: Hast du ein Vorbild?
Korbinian: Man kann sich von allen Sportlern was abschauen. Vorbilder sind mein großer Bruder, der Allgäuer Helmut Schießl (Berglauf-Weltmeister und Vizeeuropameister) sowie Kurt König.

Jens: Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Korbinian: Vielleicht laufe ich nach dem Ende meiner aktiven Sportkarriere zur Gaudi beim Transalpine Run mit. Mal schauen.

Jens: Vier Jahre Team Salomon, jetzt ASICS Frontrunner. Was hat dich zu dieser Entscheidung bewegt?
Korbinian: Zweifellos war meine Zeit im Salomon Berglaufteam unter Kurt König eine erfolgreiche Zeit. Insbesondere 2013 sorgte das gesamte Berglaufteam mit etlichen Erfolgen für Furore. Aber alles hat sein Ende. Salomon will sich auf City- und Ultratrails konzentrieren und somit wurde die Förderung des Berglaufsports eingestellt. Leider hatten hier persönliche Befindlichkeiten einen höheren Stellenwert als sportlicher Erfolg. Ich bin froh, dass ich ab 2014 zur ASICS Frontrunner Gemeinschaft gehöre. Damit schließt sich für mich der Kreis, schließlich konnte ich meinen bayerischen Jugendberglaufmeistertitel 2003 auch mit ASICS Laufschuhen erringen. Die Marke ASICS steht für erfolgreichen Laufsport und im Trailsektor ist ASICS mit der FUJI-Serie stark im Kommen. Diese Entwicklung möchte ich insbesondere mit überzeugenden Berglaufergebnissen unterstützen.

Jens: Welche Anforderungen muss ein guter Trail-Schuh gerecht werden?
Korbinian: Grundsätzlich sollte der Trailrunning Schuh leicht sein, gleichzeitig aber auch stabil, damit sich keine Steine durch die Sohle treten. Für mich ebenfalls wichtige Kriterien sind die Passform des Schuhs, eine griffige Sohle und ein gutes Handling bei Nässe.

Jens: Vielen Dank für das Interview!
 
Photo
Add a comment...

Post has attachment
Ein Wettlauf gegen die Sonne: Mit „Outrun the Sun“ startet ASICS ein einmaliges Trail-Event am Mont Blanc.

Eine Auswahl der besten Trailläufer der Welt unternehmen erstmalig gemeinsam in zwei Staffeln den spektakulären Versuch, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das Mont Blanc Massiv zu umrunden.
Alle Infos findet ihr hier: asics.de/outrunthesun
Add a comment...

Post has attachment
ASICS Frontrunner im Interview - Diese Woche: Rico Schwarz.

Die ASICS Frontrunner haben sich seit der Gründung des Projekts im Oktober 2010 stets weiterentwickelt. Zu den aktuellen Mitgliedern zählen neben ambitionierten Läufern aller Leistungs- & Altersklassen, sowie Laufexperten auch zahlreiche nationale Topläufer, wie z.B. Marathonläufer Sören Kah. Seit Herbst 2013 wird die Gemeinschaft durch durch einen weiteren nationalen Topläufer verstärkt: Rico Schwarz.

Langstreckler Rico Schwarz beginnt in seiner Jugend bei Trainer Andreas Möckel seine Lauf-Karriere. Das Talent aus Erfurt steigert schnell seine Leistungen und läuft bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2006 zum Meistertitel über 3000 m, ebenso in der Halle. 2007 wiederholt er seinen Erfolg aus dem Vorjahr über die 3000 m. Mit jungen 19 Jahren gelingt ihm eine starke 70:30 bei seinem Halbmarathon-Debüt. Rico behauptet sich auch im internationalen Top-Starterfeld über 5000 m und läuft bei den U23 Europameisterschaft im Jahr 2009 auf den fünften Rang. Seine Qualität im Crosslauf stellt er mit dem Sieg bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften unter Beweis.


Jens: 2013 setzt du mit dem Hindernislauf einen neuen Schwerpunkt und wechselst u.a. deinen Trainer. Wie kam es dazu und wie hat sich dein Training seitdem verändert?

Rico: Ich habe neun Jahre lang mit meinem alten Trainer Andreas Möckel zusammen gearbeitet und bei ihm wirklich schöne Erfolge gefeiert. Wir haben viel zusammen gewonnen und sind dabei in Bereiche vorgedrungen in denen es mit unserer Erfahrung nicht mehr so reibungslos weiter ging. Deshalb entschied ich mich zusammen mit Andreas ab der Saison 2013/2014 unter der Leitung von Dieter Hermann, ebenfalls aus Erfurt, zu trainieren. Sein Erfahrungsschatz ist einfach unglaublich groß und vielleicht einmalig in Deutschland, immerhin hat er Nils Schumann zum Olympiasieger gemacht und einige der schnellsten und erfolgreichsten 1500 m und 3000 m Hindernisläufer Deutschlands trainiert. Es war für mich die vielleicht größte Ehre in meiner sportlichen Laufbahn, dass Dieter sofort zugesagt hat und sich super um mich kümmert. Zusammen mit ihm habe ich schließlich auch den Wechsel auf die Hindernisstrecke entschieden, da er dort viel Potential für mich sieht. Um dort gut zu sein, muss ich mich natürlich automatisch auch über 1500 m, 5000 m und 10000 m verbessern. Dafür trainiere ich heute mehr Umfänge und Kraftausdauer in der Vorbereitung und lege in der Wettkampfausdauer-Phase viel Wert auf qualitativ hochwertige Tempoläufe. Am wichtigsten sind aber, speziell für mich, Hürdengymnastikübungen, Hürdentechniktraining und Hürdenüberläufe, da ich das leider nie gelernt habe. Dementsprechend holprig war meine Startsaison in dieser Disziplin, allerdings bin ich mir sicher, dass sich meine Mühen auszahlen werden, wie schon bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften 2013!


Jens: Wie viele Einheiten stehen in einer durchschnittlichen Woche auf dem Plan und woraus bestehen diese?

Rico: In der Vorbereitung trainiere ich etwa 12 Trainingseinheiten, im Trainingslager 14 bis 18 Trainingseinheiten in der Woche. Hier legen wir vor allem Wert auf hohe GA1- Umfänge mit GA2- und Kraftausdauerläufen an den Belastungstagen. In diesen Wochen laufe ich zwischen 130 und 190 km pro Woche. In der Regel habe ich nach solchen Blöcken alle drei Wochen eine Ruhewoche. In der Zeit der direkten Wettkampfvorbereitung laufe ich dann aber nur noch 90 bis 100 km pro Woche. Die Tempoläufe werden hier aber kürzer und deutlich schneller. Jetzt sind die Dauerläufe für die Regeneration da, damit die harten Läufe kompensiert werden und wirken können.


Jens: In Dessau hast du vergangenes Jahr mit 8:45,23 einen sehr starken Einstieg in den Hindernislauf über 3000 m. Ein Sturz in Regensburg und ein DNF bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm verhinderten weitere Top-Hindernis-Ergebnisse im letzten Jahr. Was sind deine Ziele für die 3000 m Hindernis?

Rico: Dieser Einstieg hat mir gezeigt, dass ich Talent auf dieser Strecke habe. Ich werde akribisch arbeiten und versuchen mich auf dieser Strecke national zu etablieren, damit ich bald auch an internationalen Läufen teilnehmen kann. Der beste Weg das zu verwirklichen ist es meiner Meinung nach nicht auf Platzierungen zu schielen, sondern in jedem Rennen zu versuchen das absolut Beste aus sich herauszuholen und so nach dem persönlich bestmöglichen Rennen zu streben. Auf diesem Weg möchte und muss ich natürlich auch auf den Flachstrecken schneller werden. Cross spielt mittlerweile aber nur noch eine untergeordnete Rolle, denn das würde zu viel Zeit und Kraft in den Vorbereitungswochen kosten.


Jens: Im September konnten dir in einem starken Rennen nur Simon Stützel und Julian Flügel bei den 10 km Deutschen Straßenlaufmeisterschaften folgen. Im Finale kannst du dich durchsetzen und holst den Deutschen Meistertitel in Bobingen. Was bedeutet dieser Titel für dich?

Rico: Dieser Titel war ein phantastisches Gefühl! Nach dem bitteren Aus bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm über die Hindernisse wegen Problemen mit Belastungsasthma wollte ich beweisen, dass ich ein guter Läufer bin und die Umstellung meines gesamten Umfeldes die richtige Entscheidung war. Glücklicherweise habe ich im August schnell gemerkt. dass die Form eigentlich richtig gut ist. In Bobingen haben dann zum ersten Mal seit sehr langer Zeit alle Zahnräder ineinander gegriffen. Die Ausdauer stimmte, die Tempohärte für den Spurt war da und die Beine hatten die nötige Frische. Es war sozusagen das für mich perfekte Rennen.


Jens: Deine beiden Kontrahenten bei der Straßenlaufmeisterschaft Simon Stützel und Julian Flügel blicken auf den Marathon. Spielt das Thema Marathon eine Rolle für dich?

Rico: Der Marathon spielt noch keine Rolle. Ich habe noch sehr viele Reserven auf der Bahn, die ich ausreizen will.


Jens: Deine 10 km Bestzeit auf der Straße liegt bei 29:09. Wirst du diese Zeit aus dem Jahr 2012 angreifen? Wenn ja, wann und wo?

Rico: Diese Saison finden die Deutschen Meisterschaften über 10 Kilometer auf der Düsseldorfer Kö statt. Das ist die schnellste Strecke in Deutschland und damit wohl perfekt für einen Bestzeitversuch. Auf so einer Strecke werden sicher die meisten Topläufer am Start stehen, das wird ein riesen Spaß!


Jens: Immer mehr Top-Athleten zieht es in die Höhe. Du kommst aus einem vierwöchigen Trainingslager in Flagstaff (Arizona) auf ca. 2100 m Höhe zurück. Wie trainiert man dort und wie fühlst du dich jetzt nach einigen Tagen in gewohnter Höhe?

Rico: Man trainiert dort in der Regel langsamer als im Flachland. Die ersten sieben Tage dienen der Eingewöhnung, danach habe ich hohe Kilometerumfänge absolviert mit zwei Belastungstagen in der Woche an denen ich morgens harte aber kurze Kraftausdauerläufe am Berg und Abends eine GA2- Intervalleinheit absolviert habe. Natürlich standen hier wieder Sprung- sowie einige Gymnastik- und Hürdeneinheiten auf dem Plan. Nach der Höhe brauche ich erst einmal zehn Tage in denen ich mich mit ruhigen Dauerläufen erholen muss. In dieser Zeit fühlen sich viele Läufer wirklich nicht gut. In meinem Fall hieß das, dass ich am Boden kleben geblieben bin. Meine Sprunggelenke haben einfach kaum gearbeitet und die Atmung war schwerer als in der Höhe. Erst danach steigere ich langsam wieder die Belastung. Nach etwa vier Wochen merke ich dann meistens, wie sich die Arbeit auszahlt. In dieser Phase befinde ich mich gerade :-)


Jens: Was motiviert Dich deine Leistungen weiter zu verbessern?

Rico: Ich habe einfach Spaß an dieser Sportart. Ich liebe es mich im Wettkampf mit anderen zu messen und dafür zu trainieren. Die Menschen, die ich auf meinem Weg kennen lernen durfte und die Länder, die ich gesehen habe sind einfach überragend. Für mich ist das Laufen die pure Freiheit und ich werde alles geben, um das weiter zu erleben.


Jens: Bei so vielen Erfolgen, welches war dein schönstes Lauferlebnis?

Rico: So etwas ist immer schwer zu sagen. Spontan fallen mir aber Läufe, wie die Cross- Weltmeisterschaften in Kenia oder die U23 Europameisterschaften in Litauen ein. Ich hatte die Ehre Weltklasse-Athleten hautnah zu erleben und bin an wunderschönen Orten gelaufen. Ein prägendes Erlebnis war definitiv auch das gemeinsame Trainingslager mit dem Hindernisläufer Filmon Ghirmai im Trainingslager in Südafrika 2012. Er ist für mich ein großes Vorbild und selten hat mich ein Sportler so motiviert. Ich denke Markus Weiß Latzko kann das bestätigen :-)


Jens: Die letzten 30 Minuten vor einem wichtigen Wettkampf, wie sehen die bei dir aus?

Rico: Ich höre sehr viel Musik vor einem Lauf, meistens Hip Hop. Ich mache letzte Abläufe und versuche die Aufregung in den Griff zu kriegen, denn die ist bei mir wirklich immer sehr groß.


Jens: Was darf bei einem Wettkampf nicht fehlen?

Rico: Der iPod und meine Spikes.


Jens: Mit wem würdest du gerne einmal trainieren?

Rico: Ich würde sehr gerne einmal mit Michael Schumacher trainieren. Wegen der traurigen Umstände ist das leider wohl sehr schwierig. Ansonsten habe ich schon mit klasse Sportlern, wie z.B. Filmon Ghirmai, Philipp Pflieger oder Jan Fitschen trainiert.


Jens: Hast Du Vorbilder? Was macht für dich einen „herausragenden“ Läufer aus?

Rico: Michael Schumacher war schon immer, wegen seiner professionellen aber gleichzeitig menschlichen Art ein Vorbild für mich. Filmon und Jan habe ich ja schon genannt. Als Erfurter darf der Olympiasieger über 800 m Nils Schumann natürlich nicht fehlen! Alle drei hatten dieses Talent zu Sensationen. Urplötzlich waren sie auf dem Punkt da und haben bei absoluten Großereignissen unfassbare Läufe abgeliefert. Diese Eigenschaft fasziniert mich wirklich bei allen Sportlern, ich glaube auch, dass wohl jeder von solchen Momenten träumt.


Jens: Was macht Rico Schwarz in zehn Jahren? 

Rico: Ein Haus bauen und überlegen, wie er bei Kilometer 40 noch 2195 Meter schaffen soll!
Photo
Add a comment...
Wait while more posts are being loaded