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Steuerberater Quermann
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Wir sind verpflichtet, Steuern zu zahlen - aber wir sind berechtigt, die Zahllast niedrig zu gestalten.
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Steuerberater Quermann's posts

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Bitcoin mit ETF bald börsennotiert?
Genehmigt die SEC am 11. März 2017 die Börsenzulassung des Winklevoss Bitcoin Trust ETF (Börsenticker: COIN), betritt ein neues Wertpapier mit Bitcoinbezug den Markt. Der Börsenhandel eröffnet auch denen den Handel mit Coins, die bisher den Umgang mit speziellen Bitcoinbörsen und Wallets scheuen. Der Börsenhandel ändert neben den Handelsmöglichkeiten auch die steuerlichen Spielregeln.

Mehr lesen: Im Artikel

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Steuerliche Folgen von Smart contracts
Diese Besonderheiten sollten Sie kennen

Smart contracts zwingen zur Risikoanalyse der (steuer)­rechtlichen Fragen. Die Analyse der Fragestellungen erlaubt die risikogerechte Gestaltung der Kontrakte.

Sind bereits viele Fragen einer virtuellen Währung offen, satteln smart contracts noch einmal drauf.

Nun werden in der Blockchain Verträge ausgeführt. Mehr noch, in der Blockchain selbst kann eine Gesellschaft namens DAO gegründet werden, deren rechtlicher und physikalischer Sitz völlig ungeklärt ist. Entsprechend unsicher sind die zivilrechtlichen und steuerlichen Folgen.
Grund genug zu einer vorläufigen Analyse und Risikoeinschätzung

Schon immer erzwangen neue Technologien angepasste rechtliche Regelungen, die erst mit zeitlichem Abstand folgten. Die Verbreitung der Computer brachte Gesetze und Rechtsprechung zum Computerbetrug, bereits das Web 1.0 änderte mit Tauschbörsen und Torrents die Regelungen zum Copyright. Aktuell fordern die Blockchaintechnologie bzw. Smart contracts eindeutige rechtliche Regelungen.


Was sind smart contracts?
Smart contracts sind Programme, die auf einer Blockchain ausgeführt werden und nach dem Start ohne weitere Befehlseingabe weitere Ereignisse auslösen. Die Anwendungsszenarien reichen von einfachen automatisierten wenn-dann-Bedingungen bis zu eigenständigen Gesellschaftsformen in der Blockchain. Einfache Beispiele sind z. B. Termingeschäfte, die bei Eintritt vereinbarter Bedingungen selbständig Zahlungen leisten oder Geräte, die sich selbst vermieten. Am anderen Rand der Komplexität bewegt sich das Projekt »The DAO« als cloudbasiertes virtuelles Unternehmen, das mit der Blockchain von Ethereum arbeitet.

Eine DAO (Decentralized Autonomous Organization) ermöglicht u. a. den gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss und Gesellschaftsbeschlüsse in der Blockchain. Anteile an der DAO werden vereinfacht durch sog. Token verkörpert, die in der Zeichnungsphase durch Ether erworben werden konnten. Leitsatz der DAO ist »The Code is law«, zugleich eine Herausforderung an die deutsche Justiz.

Zivilrecht
Deren erste Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten und waren einhellig: Nada.
Juristen weisen einhellig darauf hin, das sämtliche Rechtsgeschäfte im Kontext der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen stehen. Ein smart contract sei keine eigene Rechtsquelle, sondern das binäre Äquivalent zum klassischen Vertragsschluss durch Angebot und Annahme. Wie auch hier, wird für einen smart contract die Geltung üblicher zivilrechtlicher Regelungen gefordert.

Damit gelten die Regelungen zu nicht nur Verbraucherschutz, Widerrufsklauseln, AGB, Fernabsatzgesetz und Schlichtungsstelle, die jeder Shop-Betreiber kennen wird. Gleichwohl bieten Gesetz und Rechtsprechung bislang keine Antworten auf die alten Fragen im Umfeld der neuen Technologie. Bocher rief daher im September 2016 auf dem 71. deutschen Juristentag zu einer eingehenden rechtlichen Erörterung der neuen Entwicklungen auf (AnwBl 8 + 9 / 2016).

In einer idealen Welt gehört die DAO einem einzigen deutschen Unternehmer. Sie ist dann rechtlich unselbständiger Betriebsteil. Was ist, wenn die Vertragspartner über die Blockchain anonym bleiben und die Ansässigkeit unbekannt ist? Genau dies kann bei einem smart contract in Form einer DAO geschehen. Die DAO kann Mitglieder unterschiedlicher Nationalität haben, hat keine Büroräume, ist in keinem Handelsregister eingetragen und existiert nur in der Blockchain, also weltweit überall und nirgends. Damit ist sogar das anzuwendende nationale Recht undefiniert.

Selbst bei Klarheit hierüber bleibt die Frage nach der Gesellschaftsform einer DAO. Haben wir eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft?

Last not least binden die Regelungen der DAO Dritte nicht. Auch bei Einigkeit zwischen den DAO-Beteiligten bleibt das Verhältnis gegenüber Dritten ungeklärt.

Steuerliche Fragen
Umsatzsteuer
Erste Antworten gaben das Bafin und der EuGH mit Urteil v. 22.10.2015. Nachdem das Bafin Bitcoin als Rechnungseinheit anerkannte, stellte der EuGH Bitcoin einer Währung gleich. Die Zahlung mit Bitcoin ist wie die Zahlung mit einer amtlichen Währung umsatzsteuerfrei.

Damit sind nicht automatisch alle Geschäfte auf der Blockchain umsatzsteuerfrei. Unklar bleibt die Behandlung von altcoin bzw. Token, die nicht nur Rechnungseinheiten verkörpern. Genau dies machen z. B. colored coins bzw. die einer DAO zu Grunde liegenden Token. Die verkörpern eher das Blockchain Gegenstück eines Gesellschaftsanteil. Der Umsatz eines Gesellschaftsanteils erfolgt nach § 4 Ziff. 8 UStG umsatzsteuerfrei, schließt aber den Vorsteuerabzug aus. Offen bleibt die Behandlung anderer Token.

Auch bei blockchain-basierten Geschäfte wird in der Regel eine Rechnung erforderlich sein. Dies auf jeden Fall, wenn für einen der Beteiligen Umsatzsteuer anfällt. Dann gelten die üblichen Anforderungen an eine Rechnung. Also: Benennung von Leistendem und Leistungsempfänger mit Anschrift, Steuernummer oder USt-ID des Leistenden etc. Bleibt ein Beteiligter eines smart contracts anonym, fehlen Pflichtangaben in der Rechnung. Dann entfällt der Vorsteuerabzug und die bezogene Leistung verteuert sich entsprechend. Nicht genug damit. Vor Rechnungsstellung sind die Eigenschaft des Leistungsempfängers als Unternehmer oder Privatmann und das Land seiner Ansässigkeit zu ermitteln. Dies entscheidet darüber, in welchem Land steuerliche Pflichten entstehen und damit über den Umsatzsteuersatz, also über die Höhe der Rechnung.

Ertragsteuern
Auch bei den Ertragsteuern Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer bringt die Anonymität eines Beteiligten Probleme.

Der Betriebsausgabenabzug erfordert die Benennung des Zahlungsempfängers (§ 160 der Abgabenordnung), was aus den genannten Gründen problematisch sein kann. Ohne Empfängernachweis kann die Finanzverwaltung den Kostenabzug verweigern. Im Extremfall verhindert die Anonymität eines Empfängers dann den Vorsteuer- und Betriebsausgabenabzug. Diesen Schaden wiegen die gesparten Transaktionskosten nicht auf.

Die ausschließliche elektronische Vertragsabwicklung zwingt zu einer sorgfältigen und revisionssicheren Aufzeichnung und Archivierung des Vorgangs. Alle Selbständigen müssen die steuerlichen Aufbewahrungspflichten kennen und befolgen diese auch weitgehend. Die Pflichten gelten ebenso für auf elektronischem Weg empfangene Dokumente. Hier zeigen sich in der Praxis regelmäßig erhebliche Mängel. Bei smart contracts werden die Folgen weit reichender sein, als bei Papier-basierten Verträgen. Neben der Archivierung ist selbstverständlich auf die spätere Lesbarmachung sicherzustellen.

Mit Wirkung zum Jahreswechsel 2014/2015 formulierte die Finanzverwaltung die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung auch unter dem Eindruck der steigenden Digitalisierung neu und verlangte im Bedarfsfall eine detaillierte Verfahrensdokumentation. Wie diese für blockchain-unkundige Beteiligte auszusehen hat, ist im Einzelfall zu entscheiden.

Smart contracts können eine Gesellschaft oder Gemeinschaft nach Art einer DAO verkörpern. Dann ist bereits für die Gewerbesteuer die Frage der Ansässigkeit zu klären, auch wenn alle Beteiligte Inländer sind. Die Ansässigkeit bestimmt über den unterschiedlichen Gewerbesteuer-Hebesatz der Kommunen die Höhe der Gewerbesteuer.

Fazit
Smart contracts sind rechtliches Neuland. Bestehende Unsicherheiten müssen vor Geschäftsbeginn analysiert und in das Geschäftsmodell einbezogen werden. Eine fehlende Risikoanalyse degradiert bei Einsatz eines smart contracts jeden Businessplan zu Altpapier.
Die vorausschauende Gestaltung der Transaktionen in der Blockchain entschärft rechtliche Fragen im Vorfeld und vermeidet spätere und teuere Überraschungen.


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Finanzgericht erleichtert Einsatz von Blockheizkraftwerken in WEG

Das Urteil des Finanzgerichts Neustadt 4 K 1102/14 schafft Hausverwaltern Sicherheit beim Einsatz von Blockheizkraftwerken in Wohnungseigentümergemeinschaften. Es klärt Formalien und Steuererklärungspflichten und beseitigt ein Hemmnis bei der Entscheidung für ein Energie sparendes BHKW in WEG.

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So beschleunigen Sie Ihre Steuererstattung

Die Finanzämter raten von Rückfragen ab. So kommen Sie trotzdem schneller zum Geld:

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Blockheizkraftwerk wird Gebäudebestandteil

Die Finanzverwaltung wird Blockheizkraftwerke ab dem 01.01.2016 als Gebäudebestandteil und nicht mehr als selbständig abschreibbare Einheit behandeln. 
Wegen der Vor- und Nachteile der Neuregelung erlaubt die Verwaltung ein zeitlich befristetes Wahlrecht. 

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So wird ihr Tablet zum kostenlosen Zweitbildschirm
Produktivitätssteigerung mit Steuervorteil


Erweitern Sie Ihr Tablet mit kostenloser Software zum Zweitbildschirm. Neben der Produktivitätssteigerung erhalten Sie bessere Argumente für den Werbungskostenabzug. 
Für Windows, Android und iOS gibt es Freeware und natürlich Bezahlversionen. 




Der Produktivitätsgewinn
Der Bildschirm kann nie groß genug sein. Viele schwören auf einen zweiten Bildschirm. Praktisch, wenn der auch noch eigene Rechenleistung mitbringt und im Hintergrund arbeiten kann. Eine maßgeschneiderte Aufgabe also für Tablets mit der richtigen Software. Und hier gibt es mittlerweile sogar einige Auswahl.


Und der Steuervorteil?
Der Steuervorteil beim Kauf eines Tablets kommt durch den erleichterten Werbungskostenabzug. Finanzämter sehen Tablets oft als Spielzeug an und fordern eine Begründung für die berufliche Nutzung. Die liefern Sie u. a. mit der Nutzung als Zweitbildschirm. Nützlich ist auch der Hinweis auf die eigene Rechenleistung des Tablets für Hintergrundaufgaben und die Kostenersparnis für den nun entfallenden Zweitmonitor.


Die Software
Als bekennender Nutzer eines Windows-Tablets bin ich über das kostenlose Mouse without Borders von Microsoft gestolpert. Die einfach zu installierende Software bedient mehrere Windows-Rechner mit Maus und Tastatur eines Rechners und erlaubt den Datenaustausch über die Zwischenlablage. Fenster lassen sich nicht auf einen anderen Desktop verschieben. Nicht wirklich Multi-Desktop, aber wirklich praktisch. IOS und Android werden nicht unterstützt. 

Dafür gibt es z. B. iDisplay für Mac Win iPad Android
oder die Kaufsoftware DuetDisplay für MAC und iPad. 
Ebenfalls für Win, Mac, Android und iPad ist Air Display verfügbar.


Ähnliche Software
Auch für die Arbeit mit Desktoprechnern gibt es Software, z. B. Synergy (Win Mac Linux) oder
Share Mouse (Win Mac) als Free- oder Bezahlversion mit erweitertem Funktionsumfang. 

Möchten Sie nur den Monitor spiegeln? Vielleicht hilft die Kaufsoftware Twomon google play, itunes (iPad android win). 


Bild: © Danilo Rizzuti     
freedititalphotos.net 

Artikel:
http://http://steuerberater-quermann.de/?c=So-wird-Ihr-Tablet-zum-kostenlosen-Zweitbildschirm
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Blockheizkraftwerk & Steuer
Was kommt 2015 auf Sie zu?

Die Besteuerung von Blockheizkraftwerken wandelt sich stetig. 
Nach dem Verwaltungserlass vom 19. September 2014 signalisieren neue Verfahren Chancen für Vermieter und Betreiber durch anstehende Rechtsänderungen.

Mehr im Artikel: http://steuerberater-quermann.de/?c=BHKW-Steuer-Ausblick-2015


Foto: stuart miles, freeditalphotos.net
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Steuerabzug von Scheidungskosten

Ab dem Jahr 2013 sind die außergewöhnlichen Belastungen neu geregelt. Seitdem herrscht Streit mit der Finanzverwaltung, ob und welche Anwaltskosten einer Scheidung außergewöhnliche Belastungen (agB) sind. Die Finanzverwaltung verweigert den Abzug. 

Nach dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz berücksichtigt nun auch das Finanzgericht Münster im Urteil vom 21.11.2014 - 4 K 1976/14 Scheidungskosten als agB. Nicht zwangsläufig sollen die Kosten von Scheidungsfolgesachen sein. Dies betrifft z. B. Verfahren betreffend Kindes- und Trennungsunterhalt und den Versorgungsausgleich. Gegen das Urteil des FG Rheinland-Pfalz ist Revision eingelegt (Az. beim BFH: III R 66/14). 
Verweigert das Finanzamt den Kostenabzug, sollten Sie Einspruch einlegen und unter Hinweis auf das anhängige Verfahren vor dem BFH die Ruhe des Verfahrens beantragen. 

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Ab sofort: Bitcoins accepted

Wir erweitern Ihre Zahlungsmöglichkeiten
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