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Hans-Peter Porzner
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2017–2025
Museum für Moderne Kunst München und die Ikonologie der Moderne

Zum --- Thema Kunst-Betriebskunst 2017–2025

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#Kunst #Museum
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Mit Beiträgen von: Karl Ruhrberg, Raimund Stecker, Thomas Wagner, ... In Zusammenarbeit mit http://www.kommaundpaul.de/ #Kunst #Museum #art
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Frank Thadeusz, Sehnsucht nach rosa Rauschen. Ein US-Forscher spürte einen universellen Rhythmus in Spielfilmen auf, der dem menschlichen Geist schmeichelt – eine Erfolgsgarantie für künftige Blockbuster? In: Der Spiegel, 18/2010, S. 135.

http://www.spiegel.de/spiegel/a-692883.html

Dem Kinospektakel "Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith" wurde unter Kritikern wenig Gnade zuteil. Wegen seiner mauen Handlung wurde der kommerziell durchaus erfolgreiche Spielfilm sogar von Fans der Serie kritisiert.
Dem kann sich der Psychologe James Cutting von der Cornell University in Ithaca, New York, nur anschließen: "Einfach schauderhaft", urteilt er. Dennoch musste der Wissenschaftler nach eingehender Begutachtung einräumen, dass Regisseur George Lucas wohl doch erstaunlich viel richtig gemacht hat.
Der US-Forscher hat eine Art Rangliste psychologischer Gefälligkeit erstellt – und diese hält allerlei Überraschungen bereit. Manch Filmklassiker wird verdammt, während moderne Machwerke eine unverhoffte Aufwertung erfahren: "Catch-22" etwa, eine einst gefeierte Literaturverfilmung aus dem Jahr 1970, dümpelt in Cuttings Liste am unteren Ende. Die eher schwachbrüstige Neuverfilmung "3 Engel für Charlie" von 2000 hingegen rangiert auf einer Spitzenposition.
Cutting glaubt erklären zu können, warum auch mediokre Regiearbeiten von heute mitunter ein Vielfaches ihres Budgets wieder einspielen, während die Wiederholungen gerühmter Werke von einst im Fernsehen eher einschläfernd wirken.
Das Erfolgsmuster heißt "rosa Rauschen" und ist Physikern und Ingenieuren auch als "1/f-Rauschen" bekannt. "Wenn wir an einer Aufgabe sitzen, sind wir manchmal sehr aufmerksam, manchmal dagegen schweifen unsere Gedanken ab. Überträgt man dieses Auf und Ab der Konzentration in ein oszillierendes Muster, erhalten wir das, was man 1/f-Rauschen nennt", erklärt Cutting. Die Formel beschreibt, wie die Intensität des Rauschens mit steigender Frequenz abnimmt.
In den Neunzigern untersuchten Wissenschaftler der University of Texas in Austin die Aufmerksamkeitsspanne von Probanden während diverser Testvorführungen. Nach Hunderten Versuchen gelang es ihnen, die Messergebnisse mit Hilfe mathematischer Formeln in Form von Wellenbewegungen darzustellen. Auf diese Weise enträtselten sie das Geheimnis gedanklicher Konzentration: Offenkundig arbeitet der menschliche Geist ähnlich wie Ebbe und Flut. Im Takt von Millisekunden, Sekunden oder Minuten prescht er vor, um sich bald wieder zurückzuziehen.
Kundige finden die für das Gehirn doch so harmonischen Abfolgen auch in vielen Musikstücken wieder, in der Strömung von Flüssen oder gar im Verlauf von Börsenkursen. Cutting zerlegte nun 150 Spielfilme aus dem Zeitraum von 1935 bis 2005 in ihre Einzelteile, um dem universellen Rhythmus kinematografisch nachzuspüren. Demnach gelingt es Regisseuren erst seit den achtziger Jahren im großen Stil, Filme zu drehen, welche die menschliche Sehnsucht nach dem rosa Rauschen befriedigen.
Unzweifelhaft und für jedermann wahrnehmbar hat sich die Zahl der Schnitte drastisch erhöht. Der jüngste James Bond "Ein Quantum Trost" von 2008 etwa bombardiert den Zuschauer im Durchschnitt alle 1,7 Sekunden mit einer neuen Kameraeinstellung. Dennoch erwies sich das jüngste Abenteuer des ewigen Doppelnull-Agenten eher als Flop.
Denn ausschlaggebend für die Gefälligkeit eines Films ist keineswegs allein der rasante Bildwechsel.
Cuttings Analyse offenbart nun, warum Regisseur Marc Forster patzte: Der wahre Zeremonienmeister des 1/f-Musters muss kurze und lange Einstellungen im richtigen Rhythmus kombinieren. Eine Regel, die für alle Genres gilt.
Aus heutiger Sicht verheddert sich etwa Billy Wilders Beziehungskomödie "Das verflixte 7. Jahr" mit Marilyn Monroe (1955) in der Symmetrie der Schnittkunst und landet eine entsprechend schwache Platzierung. Ganz anders das Liebesmärchen "Pretty Woman" aus dem Jahr 1990, für das Psychologe Cutting einen Spitzenwert ermittelt hat.
Höchst gelungen sei auch Robert Zemeckis Science-Fiction-Komödie "Zurück in die Zukunft" aus dem Jahr 1985. Und der eigentlich eher spröde Thriller "Jagd auf Roter Oktober" (1990) mit Sean Connery entwickelte sich möglicherweise ebendeshalb zum Kassenschlager, weil er so vorbildlich rosa rauscht.
Nur: Woher wissen eigentlich manche Regisseure um die mysteriöse Erfolgsformel? "Alles Zufall", meldet Experte Cutting. Die Filmemacher, meint er, kopierten eher unbewusst die Machart bekannter Blockbuster.
Beinahe hätte ein Regisseur die filmhistorische Evolution schon vor 75 Jahren vorweggenommen: Alfred Hitchcocks "Die 39 Stufen" aus dem Jahr 1935 belegt in Cuttings 1/f-Hitparade einen Spitzenplatz. Doch das cineastische Genie war seiner Zeit zu weit voraus. Niemand nahm sich seine Schnitttechnik zum Vorbild; stattdessen setzten die Filmleute vornehmlich auf eine packende Dramaturgie und überzeugende Darsteller.
Cutting warnt denn auch davor, auf diese bewährten Ingredienzen ganz zu verzichten: "Das 1/f-Muster allein macht aus einem schlechten Film noch keinen guten!"

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