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Eva K. Kühn
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Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist, gelesen von Hans Hafen

Diese Novelle kann für vieles stehen: ein Exempel verzwickter Rechtssprechung, eine Studie von Vorgängen rund um die Bauernaufstände während der Reformation und die Geschichte eines rechtschaffenen Menschen, der wegen der schreienden Ungerechtigkeit, die ihm widerfährt, zum Rebell wird. Oder zum Verbrecher?
Wie immer klug und ausdrucksvoll von Hans Hafen gelesen. Aber man muss schon ziemlich viel Konzentration mitbringen. Dieses Buch ist wohl mehr für die Lektüre als fürs Hören geeignet.
Trotzdem eine schöne Erfahrung und zu empfehlen!
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"Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil, gelesen von Boris Greff

Ein sehr spezielles Hörbuch, alles in allem wohl der Versuch die Psyche eines Heranwachsenden auszuleuchten. Verwirrend ist die Zeit der Pubertät und verwirrend, eindringlich, zum Teil bestürzend wirkte das Buch auch auf mich. Da geht es um Sexualität und Gewalt genau so wie um die Grenzen rationalen Wissens. Da geraten die Gefühle durcheinander in einem Maße, dass sogar Mobbing (wie wir heute sagen würden) und Quälerei eine Rechtfertigung zu erhalten scheinen. Törleß beginnt seine Gedanken und Gefühle einzuordnen und wir ahnen einmal mehr, dass wir nur sehr wenig darüber wissen, was unsere jugendlichen Schützlinge so alles beschäftigt.
Vielen Dank, Boris, für die ausgezeichnete Lesung!
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Flametti oder Vom Dandyismus der Armen von Hugo Ball, gelesen von mir

Endlich kann ich Euch wieder ein Hörbuch präsentieren, das ich selbst eingelesen habe. Hugo Ball greift hier voll hinein ins wahre Leben der kleinen Leute, und zwar der vom Variete. Max Flametti ist in seinem Viertel eine schillernde Figur und in seiner Truppe der Patriarch, der sich fast schon rührend um alles kümmert, aber auch seine eigenen Regeln durchsetzt. Im Wettstreit mit der Konkurrenz und um das liebe Geld zu verdienen lässt er sich so einiges einfallen. Das Buch ist sehr humorvoll und manchmal auch melancholisch. Es spiegelt perfekt die Szene wider und war gar nicht so einfach zu lesen. Bin gespannt, wie es Euch gefällt!
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"Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff, gelesen von Hans Hafen

In dem westfälischen Dorf B. des 18. Jh. werden Recht und Gesetz und sogar die zehn Gebote zuweilen sehr kreativ ausgelegt. Auch Friedrich Mergel ist von Menschen umgeben, denen der eigene Vorteil am allerwichtigsten ist. Unter anderem geht es um die Frage, ob Holzdiebstahl zu tolerieren sei, weil Gott das Holz für alle wachsen lasse. So lernt auch Friedrich, auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein. Als er in Verdacht gerät, den Juden Aaron ermordet zu haben, flieht er mit seinem Cousin Johannes Niemand, der ihm sehr ähnlich, jedoch geistig unterlegen ist und den Friedrich wie einen Diener behandelt. Nach vielen Jahren ist der Mord eigentlich schon vergessen und verjährt, würde da nicht ein seltsamer Mann ins Dorf kommen und wäre da nicht die Judenbuche ... Sehr schön von Hans Hafen vorgelesen.
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"Sarrasine" von Honoré de Balzac, gelesen von Hokuspokus

Ein rätselhaftes uraltes Männchen taucht immer bei den Festen der legendären Pariser Familie Lauty auf und lässt die Gäste erschauern. Der Erzähler lernt auf einem solchen Fest eine junge Dame kennen und trifft sich noch einmal mit ihr. Bei dieser Gelegenheit erzählt er ihr eine Geschichte über den begnadeten Bildhauer Sarrasine, welche auch die Herkunft des Alten aufzudecken verspricht. Das Ende ist genial überraschend und tiefgründig. Wieder ein Schönes Hörbuch von Hokuspokus.
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"Der Hund von Baskerville" von Sir Arthur Conan Doyle, gelesen von Karlsson

Der junge Sir Henry Baskerville kehrt aus Kanada nach Dartmoor auf den Familienlandsitz zurück, um sein Erbe anzutreten, nachdem der alte Charles Baskerville auf mysteriöse Weise zu Tode gekommen ist. Dass er die Familienlegende von dem monströsen Wolfshund, der sich im Moor herumtreibt und bereits Menschen angefallen hat, mit erbt, ist Henry bewusst, nicht jedoch, dass das mehr als eine Legende sein könnte. Sherlok Holmes interessiert sich sofort für den Fall, nicht zuletzt weil auch ein entsprungener Schwerverbrecher sich im Moor zu verstecken und eine gewisse Rolle zu spielen scheint. Er schickt Dr. Watson nach Dartmoor um Sir Henry zu bewachen und die Nachbarn unter die Lupe zu nehmen. Als Watsons Beobachtungen mit den Recherchen Holmes' verknüpft werden, kommen erstaunliche Fakten zutage ...
Ein Genuss, Karlsson zuzuhören, auch wenn die Geschichte schon so oft erzählt wurde.
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"Der Horla" von Guy de Maupassant, gelesen von Hokuspokus

Vernunft oder Wahnsinn? Kann der Protagonist seinen Wahrnehmungen trauen? Können wir seinen Schilderungen trauen? Was für ein mitreißendes Spiel zwischen Schein und Sein! Eine Geschichte mit Gänsehautgarantie, die mich ein wenig an "Das verräterische Herz" von Poe erinnert hat, zumindest was die Anlage des Ich-Erzählers betrifft. Hokospokus' Qualität als Leserin kann ich nur immer wieder hervorheben.
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"Der Tee der drei alten Damen" von Friedrich Glauser, gelesen von Hokuspokus

Das war mal ein grandioser Krimi, ich mag die eigentlich sonst gar nicht, aber dieser hat mich gepackt - er ist intelligent, lädt zum Mitdenken ein und verrät immer genau im rechten Moment, ob man richtig kombiniert hat.
Mysteriöse Giftmorde, verübt an augenscheinlich geisteskrank gewordenen Opfern, halten die Stadt Genf der 30iger Jahre in Atem. Da es die Zeit des Völkerbundes ist, sind mit der Sache nicht nur Polizisten, sondern auch Agenten verschiedener Couleur sowie Politiker befasst. Auch Ärzte selbstverständlich. Aber geht es hier nun um Politik, Sektierertum, oder einfach um schnöden Wahnsinn? Die Lösung des Ganzen ist so überraschend wie einfach. Ich bin begeistert. Hokuspokus liest, wie immer, überragend.
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"Der Stechlin" von Theodor Fontane, gelesen von Hans Hafen

Es handelt sich um Fontanes letzten großen Roman, in dem, wie er selbst einmal gesagt haben soll, nicht besonders viel passiert, den man aber dennoch nicht verpassen sollte!
Er spielt kurz vor der Jahrhundertwende und dreht sich um das alte Adelsgeschlecht der Stechlins, vor allem um den alten Gutsbesitzer Dubslav von Stechlin und seinen Sohn Woldemar, den Gardeoffizier. Den Reiz des Romans machen die unterschiedlichen Haltungen der Menschen um Dubslav und den Stechlinsee aus: da sind zum Beispiel der Lehrer und Autodidakt Krippenstapel, der liberal gesinnte Pfarrer Lorenzen, der Oberförster Katzler, der eine Prinzessin geheiratet hat, deren höchstes Ideal die Pflichterfüllung ist, der treue Diener Engelke und schließlich die alte Buschen, eine arme Kräuterfrau, deren Hilfe Dubslav in seinen letzten Tagen in Anspruch nimmt und um deren uneheliche Enkelin er sich kümmert. Diese Stechliner Gesellschaft kontrastiert mit dem Umfeld der Schwiegerfamilie Woldemars, der Barbys aus Berlin, sowie auch mit Adelheid, der Schwester Dubslavs, ihres Zeichens Domina im Kloster Wutz (ein fiktiver Name, während es den Stechlinsee wirklich gibt). So pendelt die Handlung, oder vielmehr der Gedankenaustausch der Figuren, im Spannungsfeld zwischen Konservativismus, Liberalismus und sozialdemokratischen Ansichten, vermischt mit vielen, vielen persönlichen Befindlichkeiten der bis ins kleinste Detail ausgemalten Figuren. Empfehlenswert!
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Kalendergedanken

Da liegt mein Kalender,
erst frisch erstanden –
das ganze nächste Jahr
noch eingeschweißt,
dreihundertfünfundsechzig Tage.

Und ich grüble:
was sie wohl bringen?
Ob Gott mich alle Blätter
abreißen lässt
in Frieden mit mir selbst?

Wird da eins sein,
das ich hüte als Schatz
und einst meinem Enkelkind zeige
in ferner, leuchtender Zeit?

Copyright: Eva K. Kühn
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