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Sirius Verlag

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Leseprobe:

Der Weg zur Toilette führt an der Bar vorbei. Die Tür steht ein Stück offen und angenehme, leise Klavierklänge sind zu hören. Offensichtlich ist ein Könner am Werk.
Emelie beschließt, auf dem Rückweg einen Zwischenstopp an der Bar einzulegen und sich noch etwas richtig Gutes zu gönnen.
 
Ein abgedunkelter Raum mit Ebenholzvertäfelung, die Luft geschwängert von Moschus und Zitrusaromen, Kerzenschein, ein offener Kamin und natürlich die wunderbaren Klavierklänge, die vom großen Flügel in der Ecke kommen, begrüßen Emelie beim Eintreten.
Hier fühlt sie sich sofort wohl.
Zielstrebig geht sie zur großen, geschwungenen Bar, die wohl alles bietet, was es an Alkoholsorten auf dieser Welt gibt. Bewundernd schaut sich Emelie um, als plötzlich eine warme Stimme mit ausländischem Akzent ertönt.
»Ich würde Ihnen gerne einen Platz anbieten, Madam. Setzen Sie sich doch.«
Emelie dreht sich um und schaut in zwei blaue Augen. Sie sind so blau wie das Meer an der Riviera. Der Rest ist auch nicht zu verachten.
Sie mustert den Mann mit unverhohlenen, neugierigen Blicken und was sie sieht, gefällt ihr. Sehr gutaussehend, mittleren Alters, dunkelblond, Dreitagebart und eine verdammt gut durchtrainierte Figur, in einem dunkelgrauen Maßanzug mit weißem Hemd.
Er hat ein bisschen was von Gerard Butler, denkt sie, wow!, bei dem Typ könnte man schwach werden.
Gut, dass es in der Bar so dunkel ist, so kann ihr Gegenüber nicht sehen, wie sie langsam rot wird.
Emelie nickt freundlich.
»Sehr gerne, danke!«
 
Sie setzt sich auf den Barhocker neben dem freundlichen Unbekannten, der jede ihrer Bewegungen wohlwollend schmunzelnd registriert.
Während sie die überlange Getränkekarte aufmerksam liest, lässt sie der Fremde keinen Moment aus den Augen. Endlich fragt er mit gefährlich sanfter Stimme.
»Nun ... was darf ich Ihnen bestellen, Madam?«
»Ein Glas Whisky bitte, Whisky mit Eis.«
Er runzelt die Stirn und wiederholt etwas erstaunt:
»Whisky … Sie trinken Whisky?«
Um mit ihren Kenntnissen zu brillieren, antwortet Emelie wie aus der Pistole geschossen:
»Ja, bitte einen schottischen Single Malt oder noch lieber einen irischen Blended Whisky.«
Der gutaussehende Mann mustert Emelie mit erstauntem und zugleich bewunderndem Blick.
»Whisky trinkt man aber pur, ohne Eis. So kann er sein Aroma besser entfalten. Ihn mit Eis zu trinken ist bei mir zu Hause eine Todsünde.«
»Ich trink in trotzdem gerne mit Eis«, antwortet sie trotzig.
Er lächelt.
»Sie haben einen außergewöhnlich guten Geschmack, Madam“, sagt er anerkennend und seine blauen Augen beginnen zu leuchten. „Bevorzugen sie eine besondere Marke?«
»Wenn ich die Wahl habe, am liebsten einen Jameson. Ich bin keine Whisky-Kennerin, ich weiß nur, was mir schmeckt!«
 
Ein Zeichen, und schon ist der Barkeeper bei ihm. Er führt nach einem kurzen, leisen Gespräch hektisch ein Telefonat.
„Dauert leider einen Moment«, entschuldigt sich der Barkeeper mit zerknirschtem Gesicht.
 
»Oh, ich glaube, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. John Mac Kinny ist mein Name.«
Emelie sieht ihn erstaunt an.
»Mac Kinny … ist das schottisch?«, fragt sie etwas überrascht.
»Ja, und Sie wundern sich sicherlich, warum ich so gut deutsch spreche. Meine Großmutter war Deutsche, und es wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass ich die deutsche Sprache erlerne, ich wurde sogar zwei Jahre in ein deutsches Internat gesteckt.«
 
Ein Page, der etwas gehetzt mit einem Karton zur Tür herein kommt, erregt ihre Aufmerksamkeit. Er stellt den Karton auf der Bar ab, grüßt freundlich und verschwindet so schnell wieder, wie er gekommen ist.
 
Der Barkeeper öffnet den Karton, entnimmt ihm eine Flasche Jameson Whisky, schüttet den Whisky in zwei Kristall-Tumbler und gibt in ein Glas Eis hinzu. Fast ehrfürchtig stellte er die Gläser vor Emelie und John Mac Kinny ab. Ein schüchternes Lächeln fliegt über sein Gesicht.
 
»Also dann, auf Ihr Wohl, hübsche Lady.«
John Mac Kinny nimmt das Glas, schwenkt es leicht im Kreis, schließt die Augen und saugt das weiche Malzaroma in sich auf. Anschließend nimmt er einen kleinen Schluck aus dem Tumbler und erwärmt die Flüssigkeit in seinem Mund, um alle Aromen zu schmecken. Mit entspannter Miene lächelt er Emelie an.
»Eine gute Wahl, sehr gute Wahl – mild und angenehm, wie die Frau, die ihn trinkt.«
Seine sanfte Stimme lässt ein Knistern in der Luft zurück, das Emelie erfühlen kann.
»Nun, Sie kennen jetzt meinen Namen, darf ich auch denn Ihren erfahren?« Erwartungsvoll sieht er sie an.
»Ich stamme vom Clan der Mac Leods ab.“ Emelie schmunzelt schelmisch.
»Eine Mac Leod«, wiederholt er lächelnd.
»Nein, aber so etwas wollte ich immer schon mal sagen.“ Emelie prustet vor Lachen. Als sie sich wieder beruhigt hat, sagt sie mitgespielt ernster Stimme.
»Gestatten, Fischer, Emelie Fischer, ohne Mac, einfach nur Fischer. Aus Deutschland.«
 
Mit einem nachsichtigen Gesichtsausdruck sieht John Mac Kinny sie an.
»Und warum das mit den Mac Leods?«, erkundigt er sich.
Emelie seufzt.
»Ich liebe Schottland und alles, was mit diesem wunderbaren Land zu tun hat. Die Highlands, den Whisky, die gemütlichen Pubs und natürlich die Musik. Pipes & Drums! Bei Highland Cathedral bekomme ich jedes Mal Gänsehaut. La Boum und Scotland the Brave …« Emelie seufzt. »Gott, ich könnte noch ewig schwärmen, nur das Essen finde ich nicht so gut. Fleisch mit Mintsoße … und erst das Frühstück!« Sie schüttelt sich. »Nein das Essen find ich gar nicht so toll, da lob ich mir doch meinen guten deutschen Schweinebraten.«
John Mac Kinny hört ihr die ganze Zeit fasziniert zu, hängt förmlich an ihren Lippen.
Emelie merkt es nicht, weil sie so mit Schwärmen beschäftigt ist.
 
Es gibt sie also wirklich, die Liebe auf den ersten Blick, sinniert er.
Er hat sich verliebt. Hals über Kopf verliebt in dieses Persönchen.
John Mac Kinny nippt an seinem Glas, als ihn der Barkeeper aus den Gedanken reißt.
»Nachschenken, Sir John?«
»Gerne.«
Er wendet sich wieder Emelie zu, die ihn anstarrt.
»Sir John«, wiederholt sie und lächelt.
»Ja, meine Liebe. Zu allem Übel hat mich die Queen auch noch geadelt. Wahrscheinlich, weil ich einen verdammt guten Whisky herstelle.« Er zwinkert Emelie mit seinen wunderschönen blauen Augen zu.
 
Plötzlich kommt ihr Michael in den Sinn, sie schaut auf ihre Armbanduhr.
Was, schon so spät! Michael wird mich bestimmt schon vermissen.
Widerwillig, weil sie sich gerne noch länger über Schottland mit Sir John unterhalten hätte, tritt sie den Rückzug an.
»Sorry, aber für mich wird es Zeit zu gehen.«
 
Mit einem gequälten Lächeln steht Sir John auf und fragt vorsichtig, ob vielleicht die Möglichkeit eines Wiedersehens bestehe.
In erwartungsvoller Vorfreude, noch mehr über Schottland erfahren zu können, willigt Emelie ein. Sie verspricht, am nächsten Abend um die gleiche Zeit hier zu sein. Mit Schmetterlingen im Bauch und einem wohligen Gefühl vom Whisky verlässt sie die Bar.
 
Doch Michael hatte sie offensichtlich noch gar nicht vermisst. Er sitzt immer noch an dem gleichen Tisch und unterhält sich angeregt.
Emelie setzt sich neben ihn.
Als Michael sie bemerkt, flüstert er ihr zu:
»Na wieder da, geht’s dir jetzt besser?« Er gibt ihr einen flüchtigen Kuss. „Du riechst nach Whisky!«
»Und du nach Bier.«
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Auf einem Betriebsausflug trifft Emelie, eine Kindergärtnerin aus München, den charmanten Sir John Mac Kinny. Der attraktive Schotte verliebt sich in Emelie. Sir John ist es gewohnt, mit Macht und Geld alles zu bekommen, was ...
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Neuerscheinung, weitere E-Book-Formate folgen
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Eckhard Lietz, der Autor des in diesem Verlag erschienenen Romans INSOLVENZ, hat seinen vierten Roman vollendet. Die Bewohner des beschaulichen Dorfes Ödbruch sollen ihren Heimatort verlassen. Schuld daran ist die geplante Au...
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Bisher sind erschienen:

›Ödbruch  oder Die Vertreibung aus dem Dorfe‹  von Eckhard Lietz, ein Roman

›Insolvenz‹  von Eckhard Lietz, ein Roman

›Sprich mein Herz‹ von Christine Lackner, ein Ratgeber

›Die Hunde des Todes‹ von Anke Kaminsky, ein Fantasyroman

›Hör auf die Amsel‹ von Christine Weiß, Gedichte

›Wurzeln der Hoffnung‹ von Miluna Tuani, ein Korsikaroman

›Olivers Reisen‹ von Sigrid Lenz, ein Jugendroman

›Leben ist ein Nebenjob‹ von Uwe Prink, ein Lebensroman

›Nur geträumt?‹ von Christine Lackner, ein Liebesroman

›Sonne, Mond und Männer‹  - Dieser Titel ist nicht mehr erhältlich.


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