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Alex Souza
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Ob in unserer Zeit ein "Anti-Dexter" Quotenerfolg haette - einer, der mittels Selbstjustiz Menschen hilft, die seiner Meinung nach zu hart oder ungerechtfertigt bestraft wurden?

(erste eigene Assoziation, wie das wohl ankaeme: "Gutmensch!". Oh my).

Wer über "zuviel Täterschutz" jammert, tut dies sehr selten aus Interesse an mehr Opferschutz...

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Schade, daß Baumgartner nicht mit den Gegenargumenten zu seiner Sicht der Marsforschung konfrontiert wurde. Schade, daß nicht nachgehakt wurde, was er mit seiner - möglicherweise nur ungeschickten - Aussage bzgl. "gemäßigte Diktatur" konkret meinte und wie er die Gefahren selbiger einschätzt. Schade, daß aus den Vorlagen, die er auf ungeschickte Weise gegeben hat, keine Diskussion entwickelt wurde, von der alle - die Zuschauer, die Interviewer und er selber - etwas lernen konnten. Schade, daß es stattdessen nur Hochjubeln/Bashen gibt. Schade, daß die Welt für so viele Leute so binär ist.

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Ich finde diese Anti-Baumgartner-Rants nicht so gut. Da werden (imho) allenthalben die falschen Sachen miteinander verglichen. Zum Beispiel die üblichen "mit dem Geld hätte man n hungernde Kinder in Afrika füttern können"-Bullenscheiße (no pun intended) - da werden doch Sachen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, in eine gut/böse-Dichotomie gezwängt, die keinerlei Substanz hat (man erlebt das auch bei dem Genöle über das Gehalt von Profifußballern). WENN man solche Vergleiche anbringen will, dann doch bitte mit Protagonisten auf der "bösen" Seite, die tatsächlich nur Schaden produzieren und keinerlei Mehrwert, und dazu noch auf weit größeren Skalen. Bankstern zum Beispiel. Die kann man gar nicht genug haten, Oliver Welke hat da schon genau die richtigen Worte gefunden.

Das hier ("Ich beziehe mich auf die allerorten zu beobachtende Aufregung und den Jubel über diese "technologische" Meisterleistung der Weltraumfahrt. Its only Marketing, das allerdings auf Steroiden. Zeitlich parallel dazu hat SpaceX ihre Dragon -Kapsel an die ISS angedockt und es hat kein Schwein interessiert. Verkehrte Welt. Schein und Sein.") ist zumindest inhaltlich als Vergleich ok... aber trotzdem. Der Sprung hat in meinen Augen positives Potenzial: zum Beispiel sind dadurch vielleicht Leute für wissenschaftliche Themen interessiert worden, die ansonsten keinerlei Draht dazu gefunden hätten. Ich sehe das eher aus der Pädagogenperspektive: wie macht man Nicht-Nerds Themenfelder interessant, für die sie sich qua sozialer Distanzierungsdynamik gar nicht interessieren wollen können? Die Assoziation zu etwas "Coolem" wie dem Stratos-Projekt ist da ein sehr dankbares Trägermedium.
 
Es wäre natürlich ebenfalls sehr dankbar gewesen, wenn Baumgartner die zeitliche Überschneidung mit SpaceX dazu genutzt hätte, für dieses Projekt etwas Crossmarketing zu betreiben (andererseits: hätte er das gedurft, oder wären da Betreiberinteressen kollidiert, weil man sich als Konkurrenz begreift?).

Vielleicht kann man Baumgartner ja nahebringen, daß er für zukünftige Projekte, die tatsächlich wissenschaftlichen Mehrwert bringen - wie immer man den nun genau definieren möchte - seinen Bekanntheitsgrad nutzt und sich öffentlich für sie einsetzt. Dann hätten fast alle was davon. Sogar die Hater, die können dann ja immer noch über die allgemeine Nutzlosigkeit bemannter Raumfahrt herziehen.

Einen Rekord hat #Baumgartner heute doch aufgestellt: 5000% mehr Hater in 24 Stunden. #RedBullStratos #aberdiehungrigenkinderinafrika

--> anscheinend neigen gerade sehr wissenschaftsskeptische Menschen einerseits zur Ablehnung jeglichen deterministischen Denkens ("das werden wir nie vorhersagen/berechnen können!"), was naturwissenschaftliche Fragestellungen angeht - andererseits aber zu extrem deterministischem Denken, was sozialwissenschaftliche Fragen angeht, insbesondere wenn sie mit irgendeiner Form technischen Fortschritts verknüpft sind ("das wird auf jeden Fall zu [beliebiges dystopisches Szenario einfügen] führen!").

(Notiz)

- wenn man von einem Thema, von dem was besprochen wird, nicht ausreichend Fachkenntnis besitzt, um die Richtigkeit der Aussagen einschätzen zu können (Beispiel: Klimawandel)

- und man sich, um dogmatische Verzerrungen, ad-hominem-Urteile und eine einfache Flucht auf eine Metaebene zu vermeiden, nicht darauf stützen will, wer etwas sagt (Beispiel: Broder, Maxeiner, Miersch hetzen gegen die "Klimakirche")

- bleibt einem als Hinweis auf den Realitätsgehalt der Aussagen nur noch, wie sie gesagt werden. 
Im Grunde halte ich die Position(en) der "Klimaskeptiker" also (auch/vorwiegend) deshalb für  die schwächeren, weil sie fast immer in einem persönlichen, schrillen, unsachlichen und hetzerischen Ton vorgebracht werden. 

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Badification

(inspiriert von diesem Text: http://www.scotthyoung.com/blog/2012/08/12/fake-wisdom/ )

(Notiz zum Thema #Alternativlosigkeit - kann sein, daß in unregelmäßigen Abständen noch mehr kommt, wenn mir was einfällt)

Kurz: wenn der größte Fehler auf der Suche nach "dem Wahren" mangelnde Falsifizierbarkeit der Aussagen ist, ist der größte Fehler auf der Suche nach "dem Guten" mangelnde badifiability  der Position - also die Unmöglichkeit, an einer bestimmten Sichtweise auf ein Problem sowohl die guten als auch die schlechten Seiten zu sehen.

Beispiel: sprich mit einem überzeugten Kommunisten, Rechtsnationalen oder Libertären über Gesellschaftssysteme, in denen diese Denkrichtungen mehr oder weniger erkennbar umgesetzt wurden. Wenn der Kommunist beim Thema "Stalin", der Rechtsnationale beim Thema "Hitler" oder der Libertäre beim Thema "Pinochet" antworten: "das war ja kein richtiger Kommunismus/Rechtsnationalismus/Libertarismus" , dann ist ihre Position nicht badifiable . Sie wird synonym mit "gut" gesetzt und verliert damit den größten Teil ihres Informationswertes, analog wird ein mögliches Gegenüber synonym mit "schlecht" gesetzt (besonders plakativ: Rechtsnationale/konservative, die versuchen zu konstruieren, daß Hitler "eigentlich ja ein Linker war" - denn links ist synonym mit schlecht).

Der Informations- und somit der Distinktionswert geht verloren, weil die Aussage "Denkrichtung X ist gut, weil sie die Eigenschaften 1,2,3...n hat, die sie von den Eigenschaften 1`,2`,3`...n` der Denrichtung Y unterscheidet" verkürzt wird auf den Zirkelschluss "Denkrichtung X ist ist gut, weil sie X ist und Denkrichtung Y schlecht, weil sie Y ist".

So entsteht "alternativloses" Denken.

Mir war früher, so als Teenager und junger Erwachsener unbegreiflich, wie jemand guten Gewissens NICHT "links" sein konnte - unter "links" fiel für mich alles, was ich als "gut" wahrnahm. Daß aber zB. grün nicht unbedingt identisch mit links ist, daß es unter Linken Widersprüche gibt, daß mein ganz persönlicher Technologie- und Fortschrittsoptimismus in mancher Hinsicht eher als etwas "Rechtes" definiert wird, und daß meine zumindest tendenzielle Bevorzugung der Reform gegenüber der Revolution in manchen Augen als "konservativ" gilt, war mir damals nicht bewußt - für mich war das alles zusammengefaßt "gut" und damit "links" - "Links-sein" war für mich nicht badifiable, es konnte per definition keine für mich schlechten Eigenschaften haben.

puh. Texte von Leuten wie Christian Füller lassen mich immer an "Crank" denken... als ob sie beständig einen Blutdruck von über 150 aufrechterhalten müßten, notfalls indem sie ihre Topfpflanzen anzicken, weil etwas ganz Schlimmes passiert, wenn sie mal entspannen.

Triviale Erkenntnis des Tages:
wenn du Leuten bei einem Thema widersprichst, von dem du zufällig Ahnung hast, weil es sich um dein berufliches Fachgebiet handelt, dann wirst du

a) entweder angeschnauzt, weil du NICHT auf diese Tatsache hingewiesen hast ("ach und was qualifiziert dich bitte, hier deinen unegalen Senf dazuzugeben?") oder

b) angeschnauzt, WEIL du auf diese Tatsache hingewiesen hast ("bah, voll der Fachidiot und Klugscheißer! Dabei sagt einem doch der gesunde Menschenverstand, daß das überhaupt nicht [bli bla blubb]!").
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