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Dr. Strebel, Dudli + Fröhlich Steuerberatung und Treuhand AG
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Sie stehen bei uns als Mensch im Mittelpunkt unserer Beratung
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„Sorgen Sie sich nicht – aber sorgen Sie vor!“


Erstellen Sie rechtzeitig einen gültigen Vorsorgeauftrag. So vermeiden Sie, dass die KESB einen amtlichen Beistand für Sie auswählt, wenn Sie urteilsunfähig werden. Mit einer Bankvollmacht stellen Sie sicher, dass Ihr Geld verfügbar bleibt, bis Ihr Vorsorgeauftrag wirksam wird. Bankvollmachten eignen sich jedoch nicht als Dauerlösung bei Urteilsunfähigkeit. Dr. iur. Marc’Antonio Iten erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Vorsorgeauftrag in der Beratungspraxis.


Herr Dr. Iten, wie verbreitet sind Vorsorgeaufträge in der Schweiz?

Der Vorsorgeauftrag wurde vor fünf Jahren eingeführt, um das Recht auf Selbstbestimmung zu stärken. Von diesem Recht haben in dieser Zeit schon einige Schweizerinnen und Schweizer Gebrauch gemacht. Aktuelle Umfragen zeigen jedoch, dass erst eine von zehn Personen einen Vorsorgeauftrag und nur eine von fünf eine Patientenverfügung hat.


Wie erklären Sie sich dieses Resultat?

Den Vorsorgeauftrag gibt es erst seit 2013, darum ist diese Möglichkeit immer noch zu wenig bekannt. In unserer Beratung stellen wir aber ein grosses Interesse am Vorsorgeauftrag fest. Vor allem ältere Menschen haben selbst schon Erfahrung damit oder werden in ihrem Bekanntenkreis vermehrt darauf angesprochen. Gleichzeitig kursieren viele Gerüchte über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB. In diesem Zusammenhang gibt es viele Unsicherheiten und Ängste. Man kann fast sagen, in der Schweiz gehe ein KESB-Gespenst um. Dieser Umstand ist auf die diesbezügliche Verunsicherung im Umgang mit dieser neu geschaffenen Behörde und eine zum Teil einseitige negative Berichterstattung in den Medien zurück zu führen. Daher gehört es zur Pflicht eines Beraters Aufklärungsarbeit zu leisten, wozu der Hinweis gehört, dass die KESB - von Ausnahmefällen abgesehen - in der Praxis eine gute und vor allen Dingen auch kompetente Arbeit leistet.

Es ist unangenehm, sich mit den Folgen von Krankheit und Tod zu befassen. Deshalb schiebt man seine eigene Altersvorsorge gerne vor sich her – ähnlich wie die alljährliche Steuererklärung.

Was vielen nicht bewusst ist: Wenn jemand weder einen Vorsorgeauftrag noch eine Patientenverfügung hinterlegt hat und den ärztlichen Befund «urteilsunfähig» bekommt, muss ihm die KESB einen Beistand zur Seite stellen. Dieser Beistand ist mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet: Er entscheidet zum Beispiel über Ihre Wohnsituation und Ihre Betreuung, er bezahlt Ihre Rechnungen, entscheidet über Ihre geplanten Ausgaben und verwaltet Ihr Vermögen.


Brauche ich unbedingt einen Vorsorgeauftrag?

Sie können auch darauf verzichten, einen Vorsorgeauftrag zu erstellen: Wenn es Ihnen nicht wichtig ist, bestimmte Lebensbereiche selbstständig genau zu regeln (z.B. Ihre Finanzen und die rechtlichen Angelegenheiten), oder wenn es für Sie in Ordnung ist, dass die KESB involviert ist. Anders gesagt: Ein Vorsorgeauftrag empfiehlt sich für alle, die selber bestimmen möchten, wer für sie im Vorsorgefall entscheiden soll und was diese Person dabei zu beachten hat.

In der Beratung stellen wir fest, dass die gesetzliche Regelung vor allem bei Ehepaaren auf Unverständnis stösst. Sie empfinden es verständlicherweise als störend, wenn nach 40 Jahren Ehe der überlebende Partner für bestimmte Rechtshandlungen plötzlich die Zustimmung der KESB benötigt, oder wenn sogar ein Beistand eingesetzt wird, weil das Vertretungsrecht des Ehegatten nach dem neuen Erwachsenenschutzrecht nur für die grundlegendsten persönlichen und materiellen Bedürfnisse gilt. Deshalb empfehlen wir Ehepaaren unbedingt, sich in erster Linie gegenseitig als Vorsorgebeauftragte einzusetzen.

Ein amtlicher Beistand entscheidet wahrscheinlich nach anderen Kriterien als Sie oder die Person, die Sie selbst einsetzen. Dies zeigt ein Fall der erst kürzlich in den Medien publik geworden ist: Ein Onkel hatte im Tessin ein Rustico erworben und in jahrelanger Arbeit liebevoll umgebaut. Seine Nichte machte dort oft mit ihren kleinen Kindern Ferien, zur Freude des Onkels. Dann wurde er pflegebedürftig und musste sein Rustico verkaufen. Seine Nichte hätte es zu einem normalen Preis gerne übernommen. Doch der Beistand des Onkels, den die KESB eingesetzt hatte, liess das Ferienhaus an den Meistbietenden verkaufen, um einen möglichst hohen Beitrag an die Heimkosten des Onkels zu erzielen. Den Zuschlag erhielt ein Käufer, der einen völlig überhöhten Preis zu zahlen bereit war. Hätte der Onkel rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen getroffen, hätte dieses stossende Ergebnis gewiss verhindert werden können.


Wo bewahrt man seinen Vorsorgeauftrag am besten auf?

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung nützen nur etwas, wenn sie auch zur Hand sind, wenn sie gebraucht werden. Nach der Lancierung des Vorsorgeauftrages haben die Behörden des Kantons Zürich eine amtliche Hinterlegungsstelle eingerichtet. Neu können Vorsorgeaufträge auch direkt bei der KESB kostenpflichtig hinterlegt werden. Nicht geeignet ist die Hinterlegung in einem Bankschliessfach. Wer einen Vorsorgebeauftragten eingesetzt hat, kann das Original auch bei einem Treuhänder hinterlegen.


Wer eignet sich als Vorsorgebeauftragter?

Das hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab und davon, welche Bezugspersonen für diese Aufgabe in Frage kommen.
Mit der persönlichen Betreuung kann man auch eine andere Person beauftragen als mit der Vermögensverwaltung oder mit der Vertretung im Rechtsverkehr. Es zeigt sich, dass viele Menschen für die persönliche Betreuung eine Person aus dem nahen Bekanntenkreis auswählen, während sie die Vermögensverwaltung und die Vertretung im Rechtsverkehr einer unabhängigen Fachperson übertragen. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil sich diese Personen gegenseitig koordinieren und kontrollieren können, und weil die persönlichen Bezugspersonen eine fachkundige Ansprechperson an ihrer Seite haben, um schwierige Entscheide gemeinsam zu fällen.


Wie wird ein Vorsorgeauftrag eigentlich wirksam?

Ein Vorsorgeauftrag entfaltet erst Wirkung, wenn die auftraggebende Person urteilsunfähig wird und diese Urteilsunfähigkeit von einer gewissen Dauer ist. Es liegt nun am näheren Umfeld oder an den Personen, die im Vorsorgeauftrag aufgeführt sind, den Vorsorgeauftrag der Erwachsenenschutzbehörde am Wohnsitz der betroffenen Person einzureichen. Die KESB muss den Auftrag «validieren», damit er wirksam wird. Dabei prüft sie, ob die betroffene Person tatsächlich urteilsunfähig ist, ob der Vorsorgeauftrag durchführbar ist, und ob die beauftragte Person ihren Auftrag erfüllen kann und will. Wir stellen fest, dass die Validierung von Vorsorgeaufträgen im Kanton Zürich zum Teil mehrere Monate lange dauert. Solche Verzögerungen führen im täglichen Bankverkehr immer wieder zu Problemen.


Wie kann ich die Wartefrist verkürzen?

Um diese Wartefrist zu überbrücken empfehlen wir Ihnen zusätzlich zum Vorsorgeauftrag eine Bankvollmacht. Die Bankvollmacht kann allerdings nur ausgestellt werden, solange der Bankkunde noch urteilsfähig ist. Mit einer Bankvollmacht übertragen Sie dem Bevollmächtigten sehr weit reichende Befugnisse über Ihr Vermögen – auch wenn Sie bis zuletzt urteilsfähig bleiben. Das sollten Sie also nur tun, wenn Sie der beauftragten Person uneingeschränkt vertrauen. Sie können die Verfügungsmacht auch begrenzen, zum Beispiel indem Sie die Vollmacht nur auf ein bestimmtes Konto einräumen. Auf dieses Konto zahlen Sie dann etwa so viel Geld ein, dass damit die Ihre Lebenshaltungskosten hinreichend gedeckt sind, bis der Validierungsprozess abgeschlossen ist.


Wann ist jemand urteilsunfähig?

Dabei handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der im ZGB geregelt ist, dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch. Urteilsfähig zu sein heisst, dass ich mir in einer konkreten Situation einen eigenen Willen bilden und diesem entsprechend handeln kann. Jemand kann zum Beispiel durchaus urteilsfähig sein, wenn es um seine Ernährung geht, aber gleichzeitig nicht mehr vernünftig mit Geld umgehen, zum Beispiel weil er zu freigiebig ist oder sein Einkommen nicht mehr im Rahmen seines Budgets ausgeben und verwalten kann.

Die Wirksamkeit eines Vorsorgeauftrags ist wie gesagt an die fehlende Urteilsfähigkeit geknüpft. Ob jemand urteilsunfähig ist oder nicht, entscheidet im Zusammenhang mit einem Vorsorgeauftrag die KESB. Ihren Entscheid stützt sie auf ein ärztliches oder psychiatrisches Gutachten und eigene Beobachtungen. In der Praxis ist oft nicht klar, wann genau die Urteilsunfähigkeit beginnt, und ob sie von Dauer ist. Wenn jemand dauerhaft ins Koma fällt, ist die Sache klar. Oft zeichnet sich eine Urteilsunfähigkeit jedoch schleichend ab, zum Beispiel wenn der Komazustand nur von kurzer Dauer ist oder wenn eine Demenz oder eine andere Krankheit langsam fortschreitet.

Entscheidend ist, ob die betroffene Person so geschwächt ist, dass ihr Zustand eine Schutzmassnahme erforderlich macht. Diese Prüfung obliegt der KESB. Liegt ein Vorsorgeauftrag vor, überträgt die KESB die Schutzmassnahmen der Bezugsperson, die im Vorsorgeauftrag dafür vorgesehen ist. Ohne Vorsorgeauftrag ernennt sie einen Beistand.


Wird die KESB auch aktiv, wenn es einen Vorsorgeauftrag gibt?

Erfährt die KESB, dass jemand urteilsunfähig geworden ist, klärt sie ab, ob ein Vorsorgeauftrag vorliegt. Ist ein Vorsorgeauftrag hinterlegt worden, prüft sie, ob er gültig ist, ob die beauftragte Person geeignet scheint und auch bereit ist, den Auftrag anzunehmen. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, erklärt sie den Vorsorgeauftrag für wirksam (Validierung). Und schliesslich ist die KESB auch dafür verantwortlich zu kontrollieren, ob die beauftragte Person ihre Aufgaben sorgfältig, auftragsgemäss und persönlich ausführt.


Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Von einer Vorsorgevollmacht spricht man, wenn in einer Vollmacht ausdrücklich festgehalten wird, dass sie auch dann gültig bleiben soll, wenn der Vollmachtgeber urteilsunfähig geworden ist. Solche Vorsorgevollmachten bleiben auch nach dem neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht gültig. Nicht mehr zulässig sind nach dem neuen Recht Vollmachten, die erst ab dem Eintritt der Urteilsunfähigkeit wirksam werden, denn dafür gibt es heute den Vorsorgeauftrag.


Wie verlässlich sind solche Vorsorgevollmachten in der Praxis?

In der Praxis werden Vorsorgevollmachten von Behörden oder Banken häufig nicht erwartungsgemäss akzeptiert. Die Praxis der Banken ist uneinheitlich. Darum lohnt es sich, das Vorgehen Ihrer Bank im Vorfeld genau zu prüfen.


Wozu brauche ich eine Bankvollmacht?

Mit einer Bankvollmacht stellen Sie sicher, dass die zeitgerechte Abwicklung Ihrer Bankgeschäfte gewährleistet ist, falls Sie gewisse Arbeiten vorübergehend oder dauerhaft nicht selber erledigen können oder wollen, wie das beispielsweise bei körperlichen Beschwerden der Fall sein kann.
Viele Kontoinhaber geben einer Vertrauensperson eine Bankvollmacht. Sie gehen davon aus, dass die Vollmacht gültig bleibt, wenn sie urteilsunfähig werden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Besteht nämlich der Verdacht, dass der Vollmachtgeber urteilsunfähig ist, muss die bevollmächtigte Person diesen Verdacht der KESB melden – so sieht es eine neuere Bestimmung im Auftragsrecht vor (Art. 397a OR). Die KESB prüft dann Massnahmen, um den Vollmachtgeber zu schützen. Denn wer geistig eingeschränkt ist, kann die bevollmächtigten Personen nicht mehr wirkungsvoll kontrollieren und die Vollmachten nötigenfalls widerrufen. Wenn Sie als Bankkunde auf Nummer sicher gehen wollen, braucht es genau für diesen Fall zusätzlich zur Bankvollmacht einen Vorsorgeauftrag.


Genügt auch eine normale Vollmacht?

Mit einer persönlich ausgestellten Vollmacht können Sie jemanden als Vertreter bestimmen. Denken Sie bitte daran, dass Banken solche Vollmachten jedoch nicht akzeptieren, solange sie nicht auf dem Formular der Bank ausgestellt wurden (Bankvollmacht). Das gilt übrigens auch im Postverkehr: Die Schweizer Post verlangt heute ebenfalls eine spezielle Postvollmacht auf einem eigenen Formular.


Brauche ich zusätzlich zum Vorsorgeauftrag ein Testament?

Das Testament gilt als «letzter Wille», der Vorsorgeauftrag als «zweitletzter Wille». Der Vorsorgeauftrag entfaltet seine Wirkungen zu Lebzeiten. Er regelt, wer Sie in persönlichen, finanziellen und rechtlichen Dingen vertritt, wenn Sie das persönlich nicht mehr können. Mit einem Vorsorgeauftrag kann man also nicht eine Erbteilung zu Lebzeiten durchführen, da das Vermögen Eigentum der auftraggebenden Person bleibt, bis sie stirbt. Wenn die auftraggebende Person stirbt, erlischt der Vorsorgeauftrag, und damit endet auch das Amt des Vorsorgebeauftragten.

Demgegenüber wird ein Testament erst relevant, wenn jemand stirbt. Ihren Nachlass regeln Sie mit einem Testament oder einem Erbvertrag. Wir empfehlen Ihnen zudem die Einsetzung eines Willensvollstreckers, der sich um die Durchsetzung Ihres letzten Willens kümmert. Die Erbteilung im Sinne des Verstorbenen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Selbst wenn der Erblasser seinen Nachlass in einem Testament oder Erbvertrag geregelt hat, sind die Erben mit vielen Stolpersteinen konfrontiert. Das gilt besonders im Kanton Zürich und in anderen Kantonen ohne amtliche Erbteilungsbehörde. Ein Willensvollstrecker sorgt dafür, dass die Erbschaft reibungslos und steueroptimiert auf die Erben übertragen wird und der Familienfriede gewahrt bleibt.


Herr Dr. Iten, was empfehlen Sie mir für meine Altersvorsorge?

Sorgen Sie sich nicht – aber sorgen Sie vor!

Mit einem Testament und einer Willensvollstreckung machen Sie vor allem Ihren Hinterbliebenen einen Gefallen. Sie sollten aber unbedingt auch an sich denken: Damit meine ich Ihre Vorsorgevollmacht, Ihren Vorsorgeauftrag und Ihre Patientenverfügung.

Treffen Sie eine Ersatzverfügung für den Fall, dass die Person, die Sie in Ihrem Vorsorgeauftrag vorgesehen haben, Ihren Auftrag nicht annimmt, vor Ihnen stirbt, selbst urteilsunfähig wird oder Ihr Mandat nachträglich niederlegt.

Gerade im Zusammenhang mit Liegenschaften ist es wichtig, klar zu definieren, was damit zu Lebzeiten und im Todesfall geschehen soll. Vielleicht ist es Ihnen sehr wichtig, dass die geliebte Liegenschaft nicht verkauft wird, oder dass bestimmte Personen sie zu Vorzugskonditionen übernehmen können.

Planen Sie Ihre Altersvorsorge nicht im Alleingang. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, eine neutrale Fachperson beratend beizuziehen.
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Warum sollte man einen Willensvollstrecker einsetzen?

Die Erbteilung im Sinne des Verstorbenen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Selbst wenn der Erblasser seinen Nachlass in einem Testament oder Erbvertrag geregelt hat, sind die Erben mit vielen Stolpersteinen konfrontiert. Das gilt besonders im Kanton Zürich und in anderen Kantonen ohne amtliche Erbteilungsbehörde. Ein Willensvollstrecker sorgt dafür, dass die Erbschaft reibungslos und steueroptimiert auf die Erben übertragen wird und der Familienfriede gewahrt bleibt.


Wer ein Testament findet, muss es sofort der zuständigen Behörde einreichen, die es innert Monatsfrist eröffnet. 30 Tage nach der Zustellung an alle Beteiligten stellt die Behörde auf Verlangen der Erben einen Erbschein aus. Im Idealfall dauert es also 60 Tage, bis die Erben gemeinsam über die Erbschaft verfügen können. In der Praxis zieht sich die Testaments­eröffnung häufig über mehrere Wochen oder gar Monate hin, vor allem wenn einzelne Erben nicht auffindbar sind. Erst wenn die Erben den Erbschein haben, können sie über den Nachlass verfügen – und zwar nur gemeinsam. Ist die Verwaltung der Erbschaft blockiert, drohen Verluste für alle Beteiligten. Als Erblasser können Sie dem wirksam vorbeugen, indem Sie einen geeigneten Willensvollstrecker einsetzen. Er kann in der Regel schon 14 Tage nach der Einlieferung des Testaments über die Erbschaft verfügen.



Den passenden Willensvollstrecker auswählen

Ein erfahrener Willensvollstrecker ist mit den lokalen Gegebenheiten vertraut und mit den Steuer- und Grundbuchämtern bestens vernetzt. Er garantiert Neutralität und weiss, welche Massnahmen unmittelbar nach einem Todesfall nötig sind. Er sichert die Hinterlassenschaft, minimiert die laufenden Kosten und führt die Erben zuverlässig und sicher durch den Erbgang bis zur Erbteilung. Er kümmert sich um dringende administrative Aufgaben und entlastet die Erben, damit sie sich auf die emotionale Bewältigung ihrer Trauer konzentrieren können. Der Willensvollstrecker ist eine wertvolle Stütze für den überlebenden Ehegatten, indem er seine güterrechtlichen Interessen wahrt und ihm beratend und organisatorisch zur Seite steht.




Einen Erbenvertreter beauftragen, falls kein Willensvollstrecker ernannt worden ist

Wenn der Verstorbene in seinem Testament keinen Willensvollstrecker eingesetzt hat, müssen die Erben selbst dafür sorgen, dass das Erbe aufgeteilt und die Erbengemeinschaft aufgelöst wird. Am einfachsten ist es, wenn sie sich auf einen erfahrenen Erbenvertreter einigen, der diese Aufgabe übernimmt.

In Frage kommt ein Mitglied der Erbengemeinschaft oder ein professioneller Erbenvertreter ohne Eigeninteressen. Er sollte sich mit Erbschaftsangelegenheiten auskennen und das Vertrauen aller Erben gewinnen. Eine neutrale Bezugsperson kann die Interessen aller Beteiligten am besten wahrnehmen und ähnlich wie ein Mediator einen Konsens herbeiführen, der für alle tragbar ist. Das ist für die Erben vorteilhafter, als den Konflikt vor Gericht auszutragen. Erbteilungsprozesse sind sehr kostspielig und oft emotional zermürbend, und es dauert nicht selten mehrere Jahre, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.



Sie möchten Ihre Hinterbliebenen wirkungsvoll entlasten? Dann lohnt sich die fachmännische Beratung durch die Dr. Strebel, Dudli + Fröhlich Steuerberatung und Treuhand AG.

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Nachfolge im Unternehmen rechtzeitig planen!

Früher oder später muss sich jede Unternehmerin und jeder Unternehmer mit der persönlichen Nachfolge auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle, sondern auch um ideelle Werte. Denn der eigene Betrieb bedeutet den meisten Unternehmern weit mehr als eine reine Einkommensquelle. Eine Nachfolge betrifft nicht nur die Unternehmer, sondern auch ihre Familie, die Mitarbeitenden und Geschäftspartner (Kunden und Lieferanten). Deshalb ist die Unternehmensnachfolge für jeden Unternehmer und jede Unternehmerin eine zentrale strategische Herausforderung.

Aus einer breit angelegten Studie der Credit Suisse und der Universität St. Gallen von 2016 geht hervor, dass sich jedes fünfte KMU in der Schweiz innerhalb der nächsten fünf Jahre mit seinen Generationenwechsel befasst. Das trifft in besonderem Mass auf Familienbetriebe zu, die gemäss dieser Studie rund 75 Prozent aller KMU ausmachen. Das Alter und die Gesundheit sind die wichtigsten Gründe für den Rückzug von Unternehmern aus der Firma. Der Wunsch nach mehr Freizeit und finanzielle Aspekte sind in der Regel sekundär.

Nachfolgemodelle

Unternehmer können innerhalb oder ausserhalb der Familie geeignete Nachfolger finden.


Szenario I: Nachfolge in der eigenen Familie

Die meisten Unternehmer, die selbst Kinder haben oder eine enge Beziehung zu den Nachkommen der Geschwister pflegen, wollen das Unternehmen nach Möglichkeit in der Familie behalten.


Strategische Option: Family-Buy-Out (FBO)

In der Schweiz werden rund 40 Prozent der KMU an Nachfolger aus dem Kreis der Familie übertragen.


Leistungs- oder Gleichheitsprinzip

Zentral ist in diesem Fall die Frage, welche Nachkommen die Geschäftsführung und das Eigentum übernehmen sollen. Soll das Unternehmen an den fähigsten Nachkommen gehen (Leistungsprinzip) oder an alle zu gleichen Teilen (Gleichheitsprinzip)? Diese Entscheidung wird sich sehr stark auf die Performance des Unternehmens auswirken. Viele Unternehmer entscheiden sich für die Verteilung des Eigentums nach dem Gleichheitsprinzip und die Führung nach dem Leistungsprinzip. Auf diese Weise werden alle Nachkommen finanziell gleich beteiligt, während die Geschäftsführung der Person übertragen wird, die sich dafür am besten eignet.


Umsetzung

In der Praxis lässt sich so eine Lösung am besten mit einer Kombination von Aktionärs­bindungsverträgen, einem Ehe- und Erbvertrag sowie einem Testament umsetzen.



Szenario II: Externe Unternehmensnachfolge

Kommt eine familieninterne Nachfolge nicht in Frage, stehen mehrere strategische Optionen offen.


Strategische Option: Management-Buy-Out (MBO)

Rund 25 Prozent der Schweizer KMU werden an leitende Mitarbeitende verkauft.


Strategische Option: Management-Buy-In (MBI)

Viele Unternehmen werden an Aussenstehende verkauft, die es erfolgreich weiterführen.


Strategische Option: Fusion

Verbreitet ist auch der Verkauf an einen Mitbewerber als strategischen Investor, seltender die Überführung in eine Trägerstiftung.


Strategische Option: Verkauf an Finanzinvestoren

Der Verkauf an eine Private-Equity-Gesellschaft kann eine weitere prüfenswerte Option sein.



Preis

Bei jeder Nachfolgeregelung gilt es, einen Verkaufspreis für das Unternehmen festzulegen, den interessierte Nachfolger bezahlen wollen und können. Die Preisvorstellungen des abtretenden Unternehmers und der potenziellen Käufer stützen sich fast immer auf unterschiedliche Bewertungsmodelle: Der Inhaber stellt stärker auf die Vergangenheit ab, während Interessenten versuchen, das Potenzial für die Zukunft abzuschätzen. Für viele Unternehmer ist die Firma ein wichtiger Teil der Altersvorsorge. Dieser Aspekt sowie steuerliche Überlegungen beeinflussen seine Preisvorstellung. Die Erfahrung zeigt, dass der Verkaufspreis stark vom persönlichen Verhältnis zwischen dem alten und dem neuen Unternehmer abhängt. Den grössten Abschlag auf den Marktpreis erhalten in der Regel Nachfolger aus der Familie sowie Freunde des Unternehmers.



So oder so: Der Notfallplan

Unternehmer müssen in Szenarien denken und handeln. Denn es gibt keine Garantie dafür, dass ein Wunschkandidat den Betrieb letzten Endes tatsächlich übernimmt. Ein Plan B ist daher ebenso unerlässlich wie eine Strategie für einen gesundheitlichen Zwischenfall, bevor die Nachfolge abschliessend geregelt und umgesetzt worden ist. Zu einem Notfallplan gehören zum Beispiel Vollmachten, ein Vorsorgeauftrag und ein Testament.



Nachfolge als Prozess

Wenn die Ziele und die Umsetzung in den Grundzügen definiert sind, geht es darum, sie in rechtlicher und steuerlicher Hinsicht zu optimieren. Planen Sie Ihre Nachfolge nie im Alleingang. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, eine neutrale Fachperson beizuziehen. Wenn Sie einen potenziellen Nachfolger haben, sollten Sie möglichst früh die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Übergang gelingt. Es ist nicht selbstverständlich, in absehbarer Zeit wieder einen geeigneten Kandidaten zu finden.



Sie möchten Ihre Nachfolge nicht dem Zufall überlassen? Dann lohnt sich die fachmännische Beratung durch die Dr. Strebel, Dudli + Fröhlich Steuerberatung und Treuhand AG.






Ablösung der Person vom Unternehmen



Wenn Unternehmer den Zeitpunkt und die Folgen ihres Austritts aus der Firma den Umständen überlassen, führt das in der Regel früher oder später zur Liquidation des Unternehmens. Kommt ein Unternehmer jedoch zur Einsicht, sein Unternehmen in der Zukunft von seiner Person zu trennen und es von jemand anderem weiterführen zu lassen, stehen ihm mehrere Modelle zur Auswahl, um seine Nachfolge zu regeln. Eine Nachfolgeplanung ist dann erfolgreich, wenn das Unternehmen den Generationenwechsel schafft, statt liquidiert werden zu müssen.
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Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht bevormundet werden!

Welche Dokumente brauchen Sie?

Der Vorsorgeauftrag regelt, wer für Sie zuständig sein soll, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind.

In der Patientenverfügung halten Sie fest, welche medizinischen Massnahmen Sie möchten, und welche nicht.

Der Organspendeausweis gibt Auskunft, ob Sie mit einer Spende einverstanden sind.

Aus den Anordnungen für den Todesfall erfahren die Angehörigen, wie und wo Sie bestattet werden möchten.

Im Testament legen Sie fest, wem Sie was hinterlassen möchten.

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Es folgen Detailinfos zu Ihren Vorsorgedokumenten:
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Vorsorgeauftrag

«Wer betreut mich, und wer kümmert sich
um meine finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten,
wenn ich eines Tages nicht mehr selber entscheiden kann?»

Mit Ihrer eigenen Regelung kommen Sie behördlichen Anordnungen zuvor

Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie selbst, wer für Sie zuständig sein soll, falls Sie urteilsunfähig werden – zum Beispiel wegen einem Unfall oder einer Krankheit. Wenn Sie keinen solchen Auftrag aufsetzen, gilt das Gesetz: Es sieht vor, dass Sie durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) vertreten werden. Das ist nicht unbedingt das, was Sie und Ihre Angehörigen sich wünschen.


Eine Vollmacht reicht nicht

In einer Bank- oder Generalvollmacht können Sie zwar festschreiben, dass sie auch dann noch gelten soll, wenn Sie urteilsunfähig werden. Das ist im OR so vorgesehen (Art. 35 Abs. 1), Behörden und Banken anerkennen solche Vollmachten aber nur beschränkt oder gar nicht. Diese Unsicherheit können Sie mit einem Vorsorgeauftrag beheben. Darin legen Sie fest, wer Sie betreut, wer sich um die Verwaltung Ihres Vermögens kümmert und wer befugt ist, für Sie Rechtsgeschäfte abzuschliessen.


Bestandteile

Der Vorsorgeauftrag umfasst drei Teile: Ihre Personensorge, Ihre Vermögenssorge und Ihre Vertretung im Rechtsverkehr. Diese Teile kann man auf mehrere Personen aufteilen. So können zum Beispiel Angehörige für die Personensorge verantwortlich sein, während eine neutrale Fachperson (z.B. eine Treuhandgesellschaft) mit der Vermögenssorge und dem Rechtsverkehr beauftragt wird. Die Aufteilung verhindert Interessenkonflikte und ermöglicht eine gegenseitige Kontrolle.

Ihren Vorsorgeauftrag müssen Sie wie ein Testament von Hand schreiben, datieren und unterzeichnen. Ist das nicht mehr möglich oder ist der Vorsorgeauftrag zu umfangreich, muss er durch eine Urkundsperson öffentlich beurkundet werden.

Wichtig zu wissen: Ihr Vorsorgeauftrag entfaltet erst Wirkung, wenn Sie tatsächlich urteilsunfähig werden und die Urteilsunfähigkeit anhält.



Patientenverfügung

«Möchte ich alle lebensverlängernden Massnahmen ausschöpfen?
Wer soll für mich die notwendigen medizinischen Entscheidungen treffen?»

Wünsche und Anweisungen zu medizinischen Massnahmen für den Fall, dass Sie nicht mehr ansprechbar sind, halten Sie besser in einer separaten Patientenverfügung fest. Ohne eine solche Verfügung müssen die behandelnden Ärzte die Therapie wählen, die am ehesten dem Willen des Patienten entspricht. Damit es im Ernstfall zu keinem Rätselraten über Ihren Patientenwillen kommt, ist es wichtig, dass Sie eigene Antworten auf diese Fragen finden und diese schriftlich festhalten.

Alternativ können Sie in Ihrer Patientenverfügung auch eine Vertrauensperson einsetzen, die für Sie die notwendigen Entscheidungen treffen soll, wenn Sie diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selber treffen können. Wichtig ist, dass Sie Ihre diesbezüglichen Wünsche schon heute mit dieser Person besprechen.



Organspendeausweis

«Bin ich bereit, meine Organe zu spenden?»

Ihre Organe können Leben retten, wenn Ihr eigenes nicht mehr zu retten ist. Mit einem Spenderausweis nehmen Sie Ihren Angehörigen die Entscheidung für oder gegen eine Organentnahme ab. Diesen Ausweis tragen Sie am besten immer mit sich.

Ausweis online ausfüllen und ausdrucken: www.Swisstransplant.ch




Anordnungen für den Todesfall

«Wie und wo möchte ich bestattet werden?
Möchte ich eine Abdankung, und wenn ja:
Wie soll sie gestaltet werden?»

Es ist für Ihre Hinterbliebenen hilfreich, wenn Sie Ihre Wünsche für die Beerdigung selber festhalten. Sogar den Text der Todesanzeige und die Inschrift auf dem Grabstein können Sie vorbereiten. Wertvoll sind ferner Ihr Lebenslauf und eine Liste der wichtigsten Adressen. Halten Sie auch fest, wo Dokumente wie Testament und Ehevertrag aufbewahrt sind.



Praktische Tipps: So bewahren Sie Ihre Vorsorgedokumente richtig auf

Wenn Sie urteilsunfähig werden, sollte die Erwachsenenschutzbehörde (KESB) rasch von Ihrem Vorsorgeauftrag erfahren. Darum geben Sie das Original Ihres Vorsorgeauftrags am besten dem Vorsorgebeauftragten zur Aufbewahrung und eine Kopie davon an geeignete Angehörige.

Das Original der Patientenverfügung bewahren Sie zu Hause auf und geben je eine Kopie davon Ihrem Hausarzt, geeigneten Angehörigen und/oder einer neutralen Vertrauensperson. Auf der Versichertenkarte Ihrer Krankenkasse können Sie eintragen lassen, dass Sie eine Patientenverfügung aufgesetzt haben und wo sie hinterlegt ist.

Den Organspendeausweis sollten Sie bei sich tragen, zum Beispiel im Portemonnaie. Dort wird er im Notfall am schnellsten gefunden.

Ihre Anordnungen für den Todesfall sind bei Angehörigen, einer Vertrauensperson und/oder dem Willensvollstrecker am besten aufgehoben.

Sie möchten sicher sein, dass Ihre persönlichen Wünsche respektiert werden? Dann lohnt sich die fachmännische Beratung. Bei der Dr. Strebel, Dudli + Fröhlich Steuerberatung und Treuhand AG werden Sie gut beraten.

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