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Ulrich Schödlbauer
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Man muss sich nicht allein in der Musik, sondern auch in der Philosophie und in allem vom Orchester emanzipieren. - E.M. Cioran
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Repost 13 y ago: New York Times Op-Ed 2005 “ Be French or Die Trying “. In my very early years I was told by my very mother that Santa Claus, who is due to reappear soon this days, didn’t exist: the parents were buying the presents.

It was in November 13 y ago, violence burst out in the streets of Paris, today we are on the very early of December and we are back into the same cycle, and it hardly matter if it is or not labeled for exactly the same reasons . This prouves that not much…

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Regierungen, die nicht rechtzeitig abgewählt werden, nähren sich vom Zerfall. Der Bürgerblick wendet sich von ihnen ab und einer ungewissen Zukunft zu: Was ist dort zu sehen? ›Nichts‹, verkünden die Klugen, Spötter und Resignierte in einem, ›Umbrüche‹, große Umbrüche die Vorsichtigen, die kühn sein wollen und das Unvermeidliche als überlebensgroßen Schatten an der Wand buchstabieren. Der große Rest wartet ab und vertreibt sich die Zeit damit, vor ›sich abzeichnenden‹ Tendenzen zu warnen, der Tendenz zur wachsenden Demokratiefeindlichkeit etwa – ein Dauerbrenner des politischen Geschäfts. Man könnte ihn das Geschäft der Meinungsblockierer nennen, derjenigen Leute also, die sich blendend in der politischen Gegenwart eingerichtet haben und unruhige Blicke auf alles richten, was ihrem behäbigen Dasein gefährlich werden könnte. Die Dinge laufen doch bestens, so der Refrain ihrer medialen Zuarbeiter, wer daran etwas ändern will, kann nur verdächtig sein...

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Clandestino stand am Ufer des trägen Flusses und blickte hinüber aufs Land No-Ku-La.
»Was erwartet mich dort drüben? Wird etwas darunter sein, was ich hier noch nicht kannte?«
So dachte er, neben anderem mehr.
Es erwarteten ihn aber
– ein dürres Weiblein,
– eine Spinne beiderlei Geschlechts und
– ein großes Huhn, das aus einem Topfe zu picken versuchte, den das dürre Weiblein auf dem Rücken hinter sich herschleppte.
Unruhig lief Clandestino, dem die Gene seiner Vorgestrigen den Blick in die Zukunft verwehrten, am Ufer des trägen Flusses hin und her, her und hin, hin und her.
Nach und nach bemächtigte sich seiner die große Stille.
»Das ist die Stille der Kaha, die eintritt, wenn der Mond über die Ufer tritt und die Felder des mächtigen Fleißes bewässert. Das geschieht nur, wenn viele einer Meinung sind, was nicht oft vorkommt und meist nichts Gutes bedeutet, es sei denn, die große Kaha weilt unter ihnen. Dann aber ist es ein göttliches Zeichen und es bedeutet: Die Zeit ist reif.«
Reif wofür? Er betrachtete die Zeichen. Die Zeichen schwiegen, nicht anders als er, der gern geredet hätte.
Er wusste aber nicht, wen er hätte ansprechen sollen...
Clandestino
Clandestino
iablis.de

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Fac ten Chek oder Die Parole
Erzählung

General Pe Ting lag auf dem Sterbebett.
Fac ten Chek betrachtete seine rissigen Hände.
»Der Westen ist etwas, das überwunden werden muss«, dozierte die brüchige Stimme des Generals bar jeder Überzeugungskraft.
Fast machte es sie unwiderlegbar.
– Warum ist etwas und nicht nichts? brütete Fac ten Chek.
Der Westen ist nichts, das überwunden werden sollte.
Sprach so der weise Pe Ting? Nein, so sprach er nicht. Seine Lippen zitterten leicht, für Sprechakte standen sie, wie es schien, nicht mehr zur Verfügung.

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Gunter Weißgerber und Roger Letsch
Das Bundesverdienstkreuz für Vera Lengsfeld!

"Vera Lengsfelds politischer Weg bis heute gibt Zeugnis ihrer Motivation für Freiheit und Selbstbestimmung in der Demokratie der Bundesrepublik. Jüngstes und bisher erfolgreichstes Beispiel ihres Wirkens sind die »Erklärung 2018« mit über 160 000 Unterschriften und die »Petition 2018« mit inzwischen mehr als 50 000 Unterstützern. Nach Helmut Schmidt gibt es die Verantwortung der Regierenden und die Verantwortung der Regierten. Vera Lengsfeld nimmt ihre Verantwortung als Regierte wahr und belebt auf diese Weise das Gemeinwesen. Aus diesem Grund schlagen wir dem Bundespräsidenten vor, Vera Lengsfeld mit dem »Bundesverdienstkreuz 1. Klasse« zu würdigen.
Wir haben heute unseren Vorschlag an den Bundespräsidenten und den Regierenden Bürgermeister von Berlin übermittelt. Wir sind der Meinung, dass die Öffentlichkeit von unserem Vorschlag erfahren sollte und machen ihn aus diesem Grunde bekannt. Das Verfahren zur Verleihung ist transparent, wie es sich für diese Demokratie ziemt." Die Autoren

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+Lucius Garganelli +Ulrich Siebgeber

(50) Trumponomics 3: Miracle building für Anfänger

– Wer sind denn Sie?
– Ihr American investor.
– Verstehe. Was muss ich tun?
– Herumblöken. Soviel wie möglich. Die Trumps sind unser Unglück und so. Das werden Sie doch noch können?

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Dass über Rechte erst dort sinnvoll verhandelt werden kann, wo Rechtsverhältnisse sich Respekt verschaffen und respektiert werden, ist eines der stehenden Themen dieses Buches. Ein anderes, nicht minder bedeutsames, ist die kulturelle Prägung der Zuwanderer, soweit sie gerade nicht als Asylberechtigte und Flüchtlinge einen zeitlich begrenzten Aufenthalt – und einen entsprechenden Status – anstreben: neben der beruflichen Qualifikation und dem individuellen Zufall ist vor allem sie es, die über Erfolg oder Misserfolg von Integration entscheidet – falls sie überhaupt gewünscht wird. Unterschiedliche kulturelle Muster können zueinander passen oder auch nicht. Deutlich ausgesprochen werden Vorbehalte gegenüber muslimisch geprägten Herkunftsregionen und dem in ihnen anzutreffenden religiös-kulturellen Mix, auch wenn die Autoren sich gegen den Vorwurf der ›Islamophobie‹ zu wappnen versuchen – kein leichtes Vorhaben angesichts eines Kampfbegriffs, der geeignet scheint, jede sachliche Unterscheidung in Grund und Boden zu reden. Der Leser ist Eva Quistorp dankbar, wenn sie als Flüchtlingshelferin über den Fall des von ihr betreuten afghanischen Flüchtlingskindes Modina berichtet:

Modina war fröhlich und lernbegierig geworden, hatte wunderbar Deutsch und Singen bei mir gelernt, suchte meine Nähe. Das zerstörte den Männerstolz des Vaters, dem sein Ansehen in seinem Clan wichtiger war. Es ist fatal, wenn diese Haltungen von Sozialarbeitern und der Schulleiterin unterstützt werden. Es fehlen Väter- und Mütterkurse, in denen demokratische Erziehungskultur vermittelt wird. Wir sollten die weltoffene, europäische Kindererziehung Migranten nahebringen, statt ihnen diese vorzuenthalten durch faule Toleranz des sogenannten ›Anderen‹. (113f.)

Ist der clash of cultures, der Zusammenprall der Kulturen, wie er hier beschrieben wird, durch mehr ›Kurse‹ abzuwenden? Zweifel sind erlaubt. Das liegt nicht allein an ›fauler Toleranz‹ seitens der Aufnehmenden, es liegt an den Besonderheiten kultureller Prägung selbst, über die ebenso viele Missverständnisse kursieren, wie sozialwissenschaftliche Ansätze um die Gunst des Publikums buhlen. Man wundert sich, warum an den Universitäten dieses Landes noch Kulturwissenschaften gelehrt werden, ihr Beitrag zu dieser Debatte tendiert gegen Null. Wer Kultur für etwas Angelerntes hält, das man durch (möglichst lebenslanges) Lernen gegen eine andere eintauschen kann, der hat nicht verstanden, dass es die Kulturen selbst sind, also umfassende Lernkollektive, die das lernende Individuum erst hervorbringen und seine Lernmöglichkeiten nicht determinieren (welch hässliches Wort!), sondern vorbereiten, so wie jedes Urteil ein Vor-Urteil weiterträgt oder modifiziert, selbst wenn es ihm entsagt. Ob eine Gesellschaft ihre Zuwanderer assimiliert, ob sie durch Zuwanderung ›bunter‹ wird oder ob sich ihr Grundcharakter verschiebt, liegt neben den bloßen Quantitäten auch daran, welche kulturellen Schnittmengen gegeben sind und ob es der Gesellschaft gelingt, beiderseits der Linie, die Einheimische und Zuwanderer voneinander trennt, ein effizientes Prämiensystem für gesellschaftlich erwünschtes Verhalten zu etablieren...
+Ulrich Schödlbauer
Rezension zu:
Eva Quistorp, Richard Schröder und Gunter Weißgerber: Weltoffenes Deutschland? Zehn Thesen, die unser Land verändern

Im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten zwei Sozialdemokraten und eine ehemalige Europa-Abgeordnete der Grünen in der Welt ihre 10 Thesen für ein weltoffenes Deutschland (Globkult, 18.10.2017). In ihnen forderten sie von der Bundesregierung, vor allem jedoch von ihren eigenen Parteien Respekt für die deutsche und europäische Rechtslage mit ihren klaren Unterscheidungen zwischen Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migranten unterschiedlicher Motivation sowie einen realistischen Blick auf die ökonomischen, lebensgeschichtlichen und kulturellen Problemzonen und Grenzen von Masseneinwanderung insbesondere aus traditionell muslimisch geprägten Gesellschaften. Vor allem warnten sie vor den politischen Verwerfungen, die sich im Ergebnis der Wahlen zum 19. Deutschen Bundestag vom 24. September 2017 bereits eindrucksvoll bekundeten und seither durch die fortschreitende Erosion der Volksparteien, vor allem der SPD, weiter an Dramatik gewonnen haben, und verlangten Remedur.
Inzwischen dämmert es den politischen Akteuren, dass hier nicht eine der mit den üblichen Mitteln beizulegenden Krisen im politischen System ihren Lauf nimmt, sondern das System selbst seinen Aggregatzustand ändert. Richard Schröder und Gunter Weißgerber, zusammen mit Eva Quistorp die Verfasser jener mittlerweile zur Buchform angewachsenen zehn Thesen, haben das politische Handwerk in der Umbruchzeit der DDR und in der frühen parlamentarischen Arbeit des wiedervereinigten Deutschland gelernt. Ihren Beiträgen ist das unübersehbar eingeschrieben: Sie machen nicht nur keinen Hehl daraus, sondern erinnern eindringlich daran, dass Freiheits- und Rechtsbewusstsein zusammen die Bedingungen für die Schleifung machtfixierter ideologischer Barrieren schufen und den Weg in den gemeinsamen Staat bereiteten. In einem Land, dessen Kanzlerin Grenzkontrollen zeitweise in den Bereich des nicht Machbaren verwies und in dem eine frenetische Minderheit innerhalb wie außerhalb der Parteien nach wie vor der bedingungslosen Aufnahme von pauschal als ›Flüchtlinge‹ oder ›Flüchtende‹ apostrophierten Zeitgenossen das Wort redet, kann dergleichen nicht als selbstverständlich angesehen werden. Auch dürfte, wer zu den Organisatoren des Abgangs eines Staates von der historischen Bühne zählte, ein wacheres Bewusstsein für die Grundlagen von Staatlichkeit und ihre Gefährdungen mitbringen als Politiker, die, wie mittlerweile üblich, wenig mehr durchlaufen haben als ein geisteswissenschaftliches Schmalspurstudium mit anschließender oder parallel verlaufender Parteikarriere...

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Schon früh zeigt sich in den Quellen, dass den Intellektuellen in der SPD in den Parteigliederungen ein spürbares anti-intellektuelles Misstrauen entgegenschlug, dem ein eher handfestes und geselliges Organisationsverständnis der traditionellen Arbeiterpartei entsprach. Erst die enttäuschten Erwartungen der SPD bei den ersten freien Wahlen in der BRD ließen die Erkenntnis reifen, dass die Partei mehr denn je auf Kader aus dem Wissenschaftsbetrieb und junge Menschen angewiesen sei, die ein eigenes Vorfeld zu entwickeln und Mitglieder zu rekrutieren in der Lage wären. Angesichts der schon damals spürbaren, allerdings auf einem anderen Niveau anzusiedelnden strukturellen Krise beschloss daher der Bezirk Hannover eine Art ›Jugend-Quote‹, der zufolge jedem Vorstand auf jeder Parteiebene ab Januar 1950 mindestens zwei Mitglieder angehören, die nicht über dreißig Jahre alt sind (S. 144). Damit war stets die typisch sozialdemokratische ›Kärrnerarbeit‹ aufs Engste verbunden. Doch der nunmehr Freigeist Peter von Oertzen sympathisierte angesichts der nach der doppelten Staatsgründung in der BRD einsetzenden Debatte um einen ›Wehrbeitrag‹ schnell mit der auch in Göttingen aktiven pazifistischen ›Ohne-mich-Bewegung‹, die seine Linksentwicklung spürbar forcierte (S.144ff)...
Holger Czitrich-Stahl
Rezension zu:
Philipp Kufferath: Peter von Oertzen (1924-2008). Eine politische und intellektuelle Biographie

Wer also war Peter von Oertzen? Sein Lebensweg und und seine politisch-geistige Entwicklung zeichnen die großen politischen und kulturellen Brüche zwischen dem Ende der Weimarer Republik, dem Hitlerreich und dem ›Erwachsenwerden‹ der Bundesrepublik Deutschland nach. Dass sich seine Persönlichkeit im Kontext eines nationalkonservativen, preußisch geprägten Elternhauses vollzog, den Nationalsozialismus und den Krieg zunächst bejahend in sich aufnahm, um dann nach der Befreiung vom Faschismus den Platz an der Seite der Arbeiterbewegung zu suchen, rekonstruiert Kufferath im ersten Kapitel seiner Arbeit (S. 55-171). Der am 2. September 1924 in Frankfurt am Main Geborene wuchs in Berlin auf, zunächst im Arbeiterbezirk Neukölln, später im mondänen Charlottenburg; die Eltern hatten sich getrennt. Ein weiterer Umzug führte nach Wilmersdorf in die Nähe des Kurfürstendammes. In Wilmersdorf lebten im Schnitt 13,5 Prozent jüdische Berliner, in ›Kudamm-Nähe‹ sogar rund 25 Prozent, deren Deportation dem zeitweiligen HJ-Mitglied und seit Ende 1941 Soldaten kaum verborgen geblieben sein dürfte. Als Soldat wurde von Oertzen zwei Mal verwundet und erfuhr überdies vom Tod seines Vaters im Juli 1944. Im Lazarett erlebte er das Kriegsende, die bedingungslose Kapitualtion und den Untergang des Hitlerreiches und der Ideale, an die er lange geglaubt hatte...

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Weil's so schön war.
+Lucius Garganelli +Ulrich Siebgeber
Die Uneinigen Staaten von Europa erklären den USA den Handelskrieg

– Euer Handelsdefizit hat uns die besten Jahre unserer Geschichte gestohlen.
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