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Tamaros Schreibraum
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Die Spannung steigt

Die Auswahl unter den eingereichten Geschichten für die Anthologie beim Kurzgeschichtenwettbewerb ist nun in die nächste Phase eingetreten.
Etwa ein Viertel der 431 eingesendeten Geschichten ist jetzt noch als Vorauswahl für die weitere Auswertung auf einer Shortlist übrig.

Man kann sich gut vorstellen, dass es jetzt erst recht immer schwieriger wird, die Geschichten gegeneinander abzuwägen, bis sich schließlich ein paar heraukristallisiert haben, die dann am Ende einen Platz in der Anthologie erhalten.

Für mich war es eine freudige Überrschung zu erfahren, dass es meine Kurzgeschichte auf die Shortlist geschafft hat. :)

Die kommenden Wochen werden jetzt also noch einmal sehr spannend für alle Beteiligten.

Das Komma vor dem Satz mit „und“

Bei der Rechtschreibreform ist die Kommaregel entfallen, dass bei zwei mit 'und' oder 'oder' verbundenen Hauptsätzen ein Komma gesetzt werden muss. Es ist jetzt eine #Kann-Regel. Es kann gesetzt werden, muss es aber nicht.

Dies ist nur gut für die Menschen, die grundsätzlich sagen: „Vor 'und' wird kein Komma gesetzt, da 'und' für eine Aufzählung steht“, und die auch gar nicht weiter nachfragen, ob dies sinnvoll ist oder nicht.

Im Prinzip ist es richtig, wenn eine Regel entfällt, bei der die meisten Menschen bei der Anwendung unsicher sind und häufig Fehler machen.
Es kann ihnen zum Beispiel nicht mehr in der Schule „als Fehler“ angekreidet werden, wenn sie das Komma nicht setzen. Auch in behördlichen Schreiben oder Geschäftsbriefen kann es nicht mehr als „schlechter Stil und mangelnde Kenntnis“ eingestuft werden.

Doch nun folgt das große „Aber“.
Es ergibt nämlich nach wie vor einen großen Sinn abzuwägen, wo es entfallen darf, und wo es besser wäre, es zugunsten einer besseren Klarheit zu setzen, und wo es sogar nach wie vor gesetzt werden muss.
Es ist nicht ohne Grund bei der Rechtschreibreform zu einer Kann-Regel gemacht worden, die beides erlaubt.

Die Tatsache, dass viele Menschen bei der Verwendung der Schriftsprache keine Nuancen bei der Bedeutung erkennen, heißt nicht, dass man sich als Autor auch keine Gedanken mehr um die Schreibweise zu machen braucht und einfach nur akribisch umsetzen muss, was der Duden als einfachste Variante zulässt.
Nein, gerade als Autor hat man es immer noch in der Hand, den Lesefluss so zu steuern, wie der Sinn des Textes vom Unterbewusstsein des Lesers erfasst werden kann.
Es ist vergleichbar mit non-verbalen Zäsuren und Betonungen beim Vorlesen. Auch da bemerkt der Zuhörer Unterschiede über das, was der Text sinngemäß ausdrückt. Und genau das versuchen die Zeichensetzungsregeln in der Schriftsprache, so weit es möglich ist, mit zu transportieren.

Meine Handhabung dieser Regel ist inzwischen, ich lasse das Komma vor dem verbindenden 'und' zweier Hauptsätze weg, wenn der Sinn bei direktem Lesen eindeutig erfasst werden kann, wenn also keine Frage entsteht, wofür das und dazwischen steht. Falls es eine Irritation geben könnte, weil z. B. das Objekt des ersten Satzes ein Substantiv ist und das Subjekt des zweiten ebenfalls, dann setze ich das Komma.

Beispiel:
„In der Schublade liegen sauber geordnet die Stifte und einige Notizbücher und mehrere Bücher stapeln sich ungeordnet auf dem Stuhl davor.“

Nach der heutigen Kann-Regel braucht bei diesem Satz überhaupt kein Komma gesetzt zu werden, weil es vor dem 'und' entfallen kann, das den zweiten Hauptsatz anschließt.

Doch zu welchem der Hauptsätze gehört „einige Notizbücher“?
Liegen sie wie die Stifte geordnet in der Schublade? Oder stapeln sie sich ungeordnet mit dem Büchern auf dem Stuhl?

An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass es eben nicht gleichgültig ist, wenn man das Komma vor dem 'und' grundsätzlich fortlässt.

Setzt man dagegen ein Komma an der ein oder anderen Stelle, wird klar, wo der zweite Hauptsatz beginnt.

„In der Schublade liegen sauber geordnet die Stifte, und einige Notizbücher und mehrere Bücher stapeln sich ungeordnet auf dem Stuhl davor.“
Die Notizbücher stapeln sich in diesem Fall ungeordnet mit auf dem Stuhl.

„In der Schublade liegen sauber geordnet die Stifte und einige Notizbücher, und mehrere Bücher stapeln sich ungeordnet auf dem Stuhl davor.“
Die Notizbücher liegen in diesem Fall geordnet mit in der Schublade.

Das Beispiel zeigt, dass im Duden einerseits die Regel angegeben ist, wie man die Zeichen setzt, und andererseits, was es mit einer Kann-Regel auf sich hat.
Wenn nämlich eine Regel als Kann-Regel ausgewiesen ist, dann muss derjenige, der etwas schreibt, mitdenken und überlegen, was er eigentlich ausdrücken möchte und danach die Entscheidung treffen.
Das liegt nämlich nicht in dem Bereich, den ein Wörterbuch von Schreibweisen und Konventionen über die Schriftsprache überhaupt erfassen kann. Denn dies ist Teil der Sprache selbst.

Für den alltäglichen Gebrauch mag es ausreichend sein, dass sich Menschen merken: Vor die Konjugation 'und' wird kein Komma gesetzt, was ja auch bei reinen Aufzählungen richtig ist.

In Büchern dagegen sollte Wert darauf gelegt werden, entsprechend der Textbedeutung Unterscheidungen zu treffen.
Denn nur dadurch kann die Sprache trotz der Möglichkeit zu Weiterentwicklung und Anpassung an die realen Gegebenheiten vor einer allzu schnellen Verflachung der Ausdrucksweisen bewahrt bleiben.

Davon unberührt bleibt allerdings auch die Regel, dass ein eingeschobener Nebensatz immer in Kommata eingeschlossen wird, auch wenn der zweite Hauptsatz mit einem 'und' weitergeführt wird.
In diesem Fall wäre das Komma nämlich von der Kann-Regel gar nicht betroffen, weil eine andere Regel greift.
Aber auch das zeigt, dass vor einem 'und' ein Komma nicht immer und grundsätzlich entfallen darf. Im zuletzt genannten Fall wäre es sogar ein Fehler es fortzulassen. Und der würde als solcher auch zu Recht als Fehler gewertet.

Im Grunde genommen war die alte Regelung, dass bei zwei mit 'und' bzw. 'oder' verbundenen Hauptsätzen ein Komma vor das Bindewort gesetzt werden muss, eine vereinfachende Vorschrift.
Denn dadurch konnte beim Schreiben (und beim Lesen) ein mögliches Missverständnis über den Sinn gar nicht erst entstehen.
Es ist nur dem immer weiter um sich greifenden Missverständnis geschuldet, dass ein 'und' ja eine Aufzählung bedeutet, bei der es „unlogisch“ ist, davor ein Komma zu setzen.

Aber ich wage zu bezweifeln, dass mit der Kann-Regel für das Komma die Zeichensetzung jetzt einfacher geworden ist.
Im Gegenteil. Denn viele Menschen haben es sich bereits zur Regel gemacht, den irrtümlich weitverbreiteten Satz stur anzuwenden, dass vor ein 'und' nie ein Komma gesetzt zu werden braucht. Was aber ja, wie beschrieben wurde, völlig falsch ist.

Die Sache mit dem „Sie“ und dem „du“

Vielen Menschen ist oft unklar, wie die Worte „sie/Sie“ oder „du/DU“ in Texten geschrieben werden, ob klein oder groß.

Zum Anredepronomen 'Sie' gibt es im Duden einen schönen Satz:
„Die Formen des Anredepronomens 'Sie' schreibt man immer und überall groß und auch die Formen des entsprechenden Possessivpronomens, d. h. auch in der wörtlichen Rede im Prosatext.“

Dies ist auch gut nachzuvollziehen, denn würde 'Sie' als Anrede im Text kleingeschrieben, könnte es nicht mehr vom 'sie' der dritten Person Plural unterschieden werden.
Das Gleiche gilt dementsprechend für alle Deklinationsformen (Beugeformen).

Nur durch den Unterschied bei der Groß- und Kleinschreibung im Text kann in einem Satz klar herausgestellt werden, ob es im Text eine Anrede ist oder eine andere Form des Possessivpronomens (besitzanzeigendes Fürwort), in der modernen Linguistik (Sprachwissenschaft) auch Possessivartikel genannt.

Anders verhält es sich mit der Anrede »du«.
Das Wort 'du' kann im Text nicht mit einer anderen Verwendung verwechselt werden, sondern bleibt stets eine Anrede.

Auch dafür steht im Duden eine klare Beschreibung.
„In der Regel werden die Formen des Anredepronomens 'du' kleingeschrieben, ebenso dann auch die der Mehrzahl 'ihr'. Die Kleinschreibung gilt darüber hinaus auch für die Formen der Possessivpronomen 'dein', 'euer' und auch für 'deinesgleichen', 'deinerseits' usw.“

Anders ist es bei der direkten Anrede in Briefen oder auf Mitteilungen usw.
„Allgemein gilt: In allen Textformen, in denen der Autor selbst den Leser persönlich anredet, kann man du/Du und ihr/Ihr und euch/Euch großschreiben.“

„Umgekehrt heißt dies aber auch: In der wörtlichen Rede (etwa in Erzählungen oder Romanen) werden 'du' und die anderen genannten Wörter nie großgeschrieben, da ja hier der Autor nicht den Leser anredet.“

Damit ist auch ganz klar geregelt, wie man die Anredeformen in Büchern verwendet.
Die Anrede 'du' und alle Formen der entsprechenden Possessivpronomen ('dein', 'euer' usw.) werden stets kleingeschrieben.
Die Anrede 'Sie' und alle Formen der entsprechenden Possessivpronomen ('Ihr', ['Euer'] usw.) werden stets großgeschrieben.
Eine Ausnahme bildet euer/Euer. Auch in der wörtlichen Rede bei Büchern sollte unterschieden werden, ob die Personen, von denen es abgeleitet ist, mit 'du' oder mit höflichem 'Sie' angesprochen werden.

Beispiel für unterschiedliche Schreibanwendung:
„Los jetzt! Räumt euer Spielzeug weg!“
„Eure Majestät, es wird Zeit, Eure Krone weiterzureichen.“

Letzten Endes wird bei genauerer Betrachtung des Textinhaltes immer sehr klar, ob die Groß- oder Kleinschreibung in einem konkreten Fall anzuwenden ist.

Ich finde, wenn jemand versucht, ein Buch selbst zu veröffentlichen und anzubieten, steht es ihm gut an, mit etwas Nach- und Mitdenken an die ganze Sache heranzugehen.

Und wenn irgendetwas nicht klappt, dann sollte man sich zunächst fragen, wo man einen Fehler gemacht haben könnte, oder was man vielleicht übersehen und nicht berücksichtigt hat.

Und wenn es nicht auf Anhieb so funktioniert, wie es in der Vorstellung war, dann braucht es einfach nur ein wenig Geduld und Besinnung darauf, was denn eigentlich gefragt war.

Und erst, wenn alles nichts nützt, dann sollte man sich an den Support einer Plattform wenden und das Problem, was man hat, 'eindeutig' formulieren und präzise Fragen stellen, was zu tun ist. Und zwar höflich und nicht arrogant.

Dann wird man auch umgehend Hilfe erhalten. :)

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Ich kann mich ja immer noch nicht an die Schreibweise „Nummerierung“ gewöhnen. Ich will immer noch das schöne Wort „Numerierung“ schreiben, was von dem Wort „Numerus“ (Zahl, Anzahl) abgeleitet war.

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Die Hörkontrolle als Korrekturhilfe

Beim Korrekturlesen der eigenen Texte bin ich häufig auf Flüchtigkeitsfehler gestoßen, über die man selbst immer wieder hinwegliest, weil das Unterbewusstsein dieses fehlerhafte Wort einfach nicht bemerkt und sich den Text ‚zurechtliest‘.
Ein menschlicher Vorleser würde solche Fehler oft gleichfalls überlesen, obwohl ein anderer Leser mit einer anderen Sicht an den Text herangehen würde.

Also überlegte ich mir, dass eine Sprachausgabe mit dem Computer sicherlich eine nützliche Hilfe wäre, da der Computer beim Lesen eben unbestechlich ist und solche Fehler eventuell akustisch deutlich machen würde.
Darüber hinaus stellte ich mir vor, dass das Vorlesen eine gute Kontrolle sein könnte, wie der Text generell wirkt, ob er zum Beispiel stimmig ist usw.

Um es gleich vorwegzunehmen. Es ist unglaublich, wie gut so eine Hörkontrolle durch die computergenerierte Sprachausgabe funktioniert.
Denn jeder noch so kleinste Buchstabendreher, jeder Flüchtigkeitsfehler durch fehlende oder zusätzliche Buchstaben, jedes Wort an falscher Stelle wird sofort deutlich gemacht und kann umgehend korrigiert werden.
Oft stellt man zum Beispiel einen Satz um und übersieht dann überflüssig gewordene Worte an der alten Stelle. Dies bemerkt man sofort durch die Hörkontrolle.

Ich hatte dann im Internet nach Programmen gesucht, mit denen eine Sprachausgabe möglich ist, und bin auf mehrere Programme gestoßen, die mir interessant erschienen.

Folgende Programme habe ich mir zugelegt:

Dragon NaturallySpeaking
NaturalReader Free
MWS Reader 5
Voice Reader Home 15
Voice Reader Studio 15

Mein Favorit für den täglichen, unkomplizierten Umgang ist das Programm Voice Reader Home 15 Direct und inzwischen Voice Reader Studio 15 Direct.
Und bei beiden Versionen die Stimme „Petra“, die sehr angenehm klingt.
Für die Hörkontrolle reicht Voice Reader Home 15.
Für die kommerzielle Nutzung der Sprachausgabe ist allerdings das teure Voice Reader Studio 15 nötig. Dies lohnt sich eigentlich nur, wenn man noch andere Ziele mit dem Programm verfolgt. Zum Beispiel gesprochene Werbung für seine Bücher auf der eigenen Homepage.

Ich werde sicher noch das ein oder andere zu den einzelnen Programmen schreiben.

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https://www.facebook.com/notes/tamaros-schreibraum/die-h%C3%B6rkontrolle-als-korrekturhilfe/1089518121120055
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