In einem Gastkommentar für die #dapd habe ich unsere Position zum #Leistungsschutzrecht (#LSR) niedergeschrieben:

Ein Gesetz zum Schaden aller

Das Internet ist eine Querschnittstechnologie unserer Wirtschaft, laut BITKOM sind schon heute elf Prozent der deutschen Arbeitsplätze vom Internet abhängig, also rund vier Millionen Jobs. Dabei lebt das Netz von Milliarden von Menschen und Unternehmen, die sich miteinander vernetzen, ihr Wissen und ihre Informationen austauschen. Kernstück dessen sind Links und kurze Textausrisse, die den Kontext zu einem Link liefern. Sollten diese Mini-Texte künftig kostenpflichtig werden, würde deren Nutzung für jeden wirtschaftlich Tätigen zum Risiko. Das träfe Blogger, Medien, Start-Ups und jedes Unternehmen mit eigener Internetseite - und letztlich jeden einzelnen Internet-Nutzer.

Wie auch immer man versuchen mag, die Wirkung dieses “Leistungsschutzrechtes” zu begrenzen: Dieser systemfremde und weltweit beispiellose Eingriff in die Architektur des Internets würde dem Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland schweren Schaden zufügen. Auch deshalb lehnen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und mehr als 20 weitere Industrieverbände ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger rigoros ab. Selbst durch das Parlament geht ein tiefer Riss. Sie alle wissen: Schon jetzt kann sich jeder Verlag durch eine einfache Programmierungszeile aus der Google-Suche herausnehmen -dafür bedarf es keines neuen Gesetzes.

Auch profitieren Presseverlage in erheblichem Umfang von Suchmaschinen und anderen Online-Diensten. Alleine durch Google werden pro Minute (!) 100.000 Klicks auf Verlagsseiten weiter geleitet, die diese für sich nutzen können. Google sorgt mit seinem Dienst AdSense für Werbung auf Verlagsseiten und schüttete im Jahr 2011 über sieben Milliarden US-Dollar an diese Partner aus. Es ist absurd, dass nun ausgerechnet Suchmaschinen Adressaten des Gesetzes sein sollen. Solch ein Gesetz schützt niemanden und schadet allen - Nutzern, Verlagen, Suchmaschinen und der deutschen Wirtschaft.
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