Am 12. Januar 2017 besuchte Wolfgang Kopitzsch, Historiker und Polizeipräsident a.D. die DGSM e.V. Regionalgruppe Hamburg und hielt einen Fachvortrag zum Thema Wasserschutzpolizei Hamburg - eine geschichtliche Betrachtung von 1900 bis 1950. Neben den Mitgliedern waren auch Gäste des Museumshafens Oevelgönne zugegen, die u.a. die ehemalige Polizeibarkasse Otto Lauffer unterhalten und dem Thema somit sehr zugewandt waren. Herr Kopitzsch begann seinen Vortrag mit einer allgemeinen Betrachtung der heutigen Polizei Hamburg, ihrer Organisationsstruktur und Personalzusammensetzung und leitete dann über zu einer Zustandsbeschreibung der Verhältnisse in Hamburg um 1900. So stand Hamburg zu diesem Zeitpunkt im Ranking der größten Städte der Welt auf Platz 13 (heute: Platz 138), hatte den größten Hafen des Kontinents und beschäftige ca. 20.000 Hafenarbeiter sowie 20.000 Werftarbeiter. Der Hafen war hochfrequentiert, musste sich somit aber auch mit diversen Kriminalitätsformen auseinandersetzen, so dass Hamburg eine gut aufgestellte Hafenpolizei unterhielt, die neben der Kriminalitätsbekämpfung auch den Schiffsverkehr zu überwachen hatte. 1896 wurde für die Hafenpolizei die erste Motorbarkasse (Dampfmaschine) angeschafft; die Leitung der in drei Distrikte unterteilten Behörde hatte ein Kapitän. Herr Kopitzsch zeigte anhand diverser Statistiken, dass die Hafenpolizei an Aufgaben und Personal stetig wuchs, im Jahr 1914 so z.B. bereits 212 Beamte umfasste, elf Dampfbarkassen unterhielt und Hamburg zu dieser Zeit bereits 1 Million Einwohner hatte. Er ging dann auf die größeren gesamtpolizeilichen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge im Rahmen der weiteren Entwicklung der Polizeibehörde in und vor den Kriegsjahren ein, zeigte Kasernierungen auf, verwies auf erhebliche personelle Aufstockungen und Strukturveränderungen in der Organisation und erläuterte schließlich die paramilitärische Bewaffnung von Einheiten innerhalb der Polizei vor dem Hintergrund der Machtübernahme. Herr Kopitzsch beleuchtete anschließend kurz die Reichswasserzuständigkeiten, zeigte die Beteiligung der Hafenpolizei und Gesamtpolizei bei der Niederschlagung von Aufständen in Hamburg auf und ging auch auf die 1937 einschlägige Aufgabenerweiterung der dann auch als solche bezeichneten Wasserschutzpolizei im Bereich der Unterelbe von Lauenburg bis zum hamburgischen Amt Ritzebüttel in Cuxhaven ein. Er zeigte die Folgen der Kriegsjahre (WK2) auf, in denen viele Beamte durch ehemalige Pensionäre ersetzt wurden, da erstere Dienst in die Marineküstenpolizei versehen mussten, einer Sicherungstruppe der deutschen Kriegsmarine zur Überwachung des Küstenvorfeldes, der Flussmündungen, Flüsse und schiffbaren Binnensee. Herr Kopitzsch riss noch kurz einige Eckpfeiler der Nachkriegsjahre an (z.B. die Kooperationen mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein) und ließ seinen Vortrag in der Herausstellung einiger Persönlichkeiten (z.B. Bruno Georges) enden, die eine maritime Karriere nachweisen konnten und später hohe Polizeifunktionäre wurden.

Sollten auch Sie Interesse an maritimen Themen mit historischen Bezügen haben, kommen Sie gerne zu unseren kostenlosen Vorträgen vorbei. Sie müssen kein DGSM-Mitglied sein. Eine Anmeldung für Nichtmitglieder/Gäste sollte bis ca. 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn erfolgen.

Bitte nehmen Sie hierfür Kontakt mit unserem Regionalleiter, Herrn Albrecht Stender, auf: http://www.marinegeschichte.de/regionalgruppen/hamburg/

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