Am 09.03.18 lud die DGSM Regionalgruppe Hamburg zur Vortragsveranstaltung Marineehrenmal Laboe in die Führungsakademie der Bundeswehr. Leider war der Referent aus dringenden Gründen verhindert, so dass der Regionalleiter und Militärhistoriker, Herr Dr. Schulze-Wegener kurzentschlossen einsprang und den zweiten Teil seines Vortrages zum Thema Der Erste Weltkrieg zur See. Eine Bilanz hielt, damit die Veranstaltung nicht ausfallen musste.
Der vorangegange Vortrag (vom Oktober 2017) endete thematisch unmittelbar vor der Seeschlacht am Skagerrak und Herr Dr. Schulze-Wegener eröffnete seinen Vortrag mit einer Schilderung der stratetischen Lage im Frühjahr 1916 und zitierte die damalige Forderung von Erich von Falkenhayn https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_Falkenhayn , dass die Marine Druck auf England ausüben solle. Die Kaiserliche Marine nahm also einen festen Platz in der Gesamtstrategie des 1. Weltkrieges ein und die Royal Navy sollte zu einer Entscheidungsschlacht gedrängt werden, damit Deutschland Seeherrschaft ausüben kann.
Am 31. Mai 1916 war es dann schließlich soweit, begünstigt durch diverse Umstände kam es zur Skagerrakschlacht, in der sich 244 deutsche Rohre (die größten Kaliber: 28cm und 30,5 cm) und 344 britische Rohre (die größten Kaliber 30,5 cm, 34,3 cm und 38,1 cm) gegenüber standen. Die Schlacht nahm eine Schlachtkreuzergefechtsphase, eine Verfolgungsphase der Schlachtkreuzer, eine Flottenschlachtphase und eine Nachtgefechtphase an, in dessen Verlauf elf deutsche Schiffe mit 2551 Personen (darunter auch der Schriftsteller Gorch Fock) und vierzehn britische Schiffe mit 6094 Personen verloren gingen. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Skagerrakschlacht
Die deutsche Seite zog damals eine positiv-euphorische Bilanz der Schlacht und wertete diese als vollen Erfolg, auch wenn Historiker heute feststellen müssen, dass die deutsche Hochseeflotte letztlich den Bestand der britischen Grand Fleet und somit die britische Seeherrschaft auf lange Sicht nicht gefährden konnte, zumal Deutschland sich in einer für Seeherrschaft ungünstigen geografischen Ausgangsposition befand.
Herr Dr. Schulze -Wegener lenkte die Aufmerksamkeit des Autitoriums dann auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg https://de.wikipedia.org/wiki/Seekrieg_im_Ersten_Weltkrieg#U-Boot-Krieg und beleuchtete die politischen und militärischen Positionen vor dem Hintergrund des drohenden Kriegseintritts der USA. Als weiteren Eckpunkt des Ersten Weltkrieges mit Marinebezug thematisierte er noch den Kieler Matrosenaufstand https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand, dem eine Meuterei von Teilen der Hochseeflotte vorausgegangen war und der der Initialfunke für die deutsche Novemberrevolution https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution sein sollte, die bis zum 2. Weltkrieg aber einen Makel im Ansehen der Marine hinterließ.
Im Anschluss an den Vortrag setzte eine lebhafte Diskussion ein, die nochmals besondere Aspekte der Skagerrakschlacht beleuchtete. Auch die Ausrichtung der Marine nach dem Ersten Weltkrieg (bis 1928 defensiv, danach offensiv) und die Folgen der Skagerrakschlacht für die Befehlshaber beider Marinen wurden vom Auditorium diskutiert.

Sollten auch Sie Interesse an maritimen Themen mit historischen Bezügen haben, kommen Sie gerne zu unseren kostenlosen Vorträgen vorbei. Sie müssen übrigens kein DGSM-Mitglied sein.

Eine Anmeldung für Nichtmitglieder/Gäste sollte im Idealfall bis ca. 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn erfolgen. Bitte nehmen Sie hierfür Kontakt mit unserem Regionalleiter, Herrn Dr. Schulze-Wegener, auf: http://www.marinegeschichte.de/regionalgruppen/hamburg/

Ihre DGSM e.V. Regionalgruppe Hamburg
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