Neuer eBildband: „Bahnreise nach Epoche IV“

Lange hat es gedauert, seit einigen Wochen ist er endlich online: Der neue dwrweb.de-Bildband „Bahnreise nach Epoche IV“. Klar, der ist vorwiegend für Eisenbahnfans, aber nicht nur. Und er wartet auch nicht mit Fotos von vor 20 oder 30 Jahren auf, sondern hauptsächlich mit welchen aus den 2000er Jahren. Der Hauptteil entstand gar erst im Jahr 2011.

Wohin führt eine Reise, deren Ziel die Epoche IV ist? Das mit den Epochen stammt von den Modelleisenbahnern. dwrweb.de ist keine Modellbahnseite, dennoch bot es sich an, hier die Einteilung der Eisenbahngeschichte in Epochen zu übernehmen. Epoche IV – das sind die 1970er und 1980er Jahre.

Können Sie sich noch an die Eisenbahn dieser Zeit erinnern? Bahnhöfe mit Fahrkartenausgabe und örtlicher Aufsicht, Bahnhöfe mit individuellen Fassaden und nicht im Einheitsdesign (insbesondere östlich des Eisernen Vorhangs), Züge mit herunterschieb- oder -klappbaren Fenstern. Klimaanlagen hatten die Reisezüge damals nicht, aber durchs offene Fenster kam im Sommer angenehm frische Luft herein – und man hörte noch das Stufenschaltwerk einer Ellok hochschalten bzw. den Motor der Diesellok auf Touren kommen, wenn der Zug beschleunigte. Heute gibt der „Taurus“ (Baureihe 182) zum Beispiel auch typische Geräusche von sich beim Anfahren, aber die hört man in gut isolierten Wagen nicht mehr ...

Der Unterschied zwischen der Eisenbahn, sagen wir 1989, und der Eisenbahn heute kam schleichend, Stück für Stück, aber er wurde mit den Jahren immer größer. Östlich von Deutschland ging diese Entwicklung nicht ganz so schnell. Manchmal bekommt man gar den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben auf einigen Strecken in Tschechien und Polen.

Und so geht die virtuelle Bahnreise von Berlin über die frisch modernisiere Görlitzer Bahn nach Cottbus, weiter über die nicht modernisierte Görlitzer Bahn nach Görlitz, weiter nach Zittau und schließlich rüber nach Tschechien, in den Ústecký kraj. Rybniště – schon mal gehört? Sicher kaum. Aber so schnell geht das, nur ein paar Kilometer von dem deutschen Zittau entfernt, schon wähnt man sich 20 Jahre zurück versetzt. Dabei schrieben wir das Jahr 2011, als die Aufnahmen dort entstanden.

Die Weiterfahrt nach Liberec und der Abstecher in die Innenstadt – „Tatra“-Straßenbahn inklusive – lassen das Zeitgefühl auch so schnell nicht wieder auf die moderne Bahn zurück kommen. Das passiert erst, wenn in Liberec in den modernen „Desiro“ der Vogtlandbahn eingestiegen wird. Die „Trilex“-Züge, die Liberec, Zittau und eben Rybniště verbinden, gehören zur Vogtlandbahn. Die hat einen Sitz im tschechischen Grenzort Hrádek nad Nisou – Dienstort für die tschechischen Eisenbahner, Lokführer und Zugbegleiter, die den „Trilex“ fahren. In den Vor-„Triex“-Zeiten fuhren sie Fahrzeuge der Epoche IV, meist für die České dráhy, die Staatsbahn Tschechiens. Der Arbeitsplatz im „Desiro“ der Vogtlandbahn ist dagegen eine andere Welt!

Zurück in Zittau, geht es via Görlitz nach Polen. Auch dort sind Begegnungen mit Elementen der Epoche IV noch heute allgegenwärtig. Die Fahrt geht hoch in den Norden, bis Szczecin, auf dem Weg dahin liegt u.a. Chojna. Das Empfangsgebäude wird am Abend eines normalen polnischen Werktages von einer Frau mit Schrubber und Scheuerlappen gewünscht. Als ich sie fotografierte, gab es keinen umgehenden Widerspruch, sondern ein freundlcihes Lächeln – auch das eher typisch für die Zeit der Epoche IV als für die heutige Zeit. Die heutige Digitaltechnik machte es aber gleich vor Ort möglcih, der fleißigen Frau das Bild auf dem Kameramonitor zu zeigen. Und draußen, vor der bahnsteigseitigen Tür des Empfangsgebäudes von Chojna, begenete ich handgemalten Stationsschildern und – einen Stellwerk mit gepflegten Blumenkästen an der Eingangstür. Keine Spur von einem modernen elektronischen Stellwerk, trotzdem Chojna an einer wichtigen Hauptstrecke liegt.

Fahrzeuge der Polnischen Staatsbahn (PKP) sind heute auf die Divisionen Cargo und Intercity (letztere betreibt den Fernverkehr) aufgeteilt. Teilweise erstrahlen sie (nach Modernisierungen) in neuem Glanz, teilweise aber auch noch im Farbkleid der 190er Jahre. Und dann gibt es da noch diesen Ort, nördlich von Szczecin, auf dem Weg nach Kołobrzeg, wo plötzlich ein hochmoderner Triebeagen des polnischen Herstellers PESA auftaucht. Und dann wird es auch Zeit, sich von der Epoche IV wieder zu verabschieden, es geht zurück nach Deutschland. Rosow war einst die Verkehrsstation auf deutscher Seite unmittelbar vor bzw. (je nach Fahrtrichtung) hinter der Grenze, heute dieseln die Triebwagen der Baureihe 628 auf dem Weg von Angermünde nach Szczecin hier nur durch. Das Empfangsgebäude steht noch, auch wenn es dem Verfall preisgegeben scheint.

Nach den letzten Stationen in Chorin und Berlin-Karow ist die moderne Welt der Deutschen Bahn wieder zurück – nach über 230 Bildband-Seiten! Die zeigen nicht nur Fotos, sondern vermitteln in den Bildunterschriften und Begleittexten auch allerhand Wissenswertes (nicht umsonst ist das Quellenverzeichnis am Ende des Bildbandes drei Seiten lang).

Nun haben Sie Lust bekommen, sich den Bildband anzuschauen? Können Sie gern tun. Kostenlos, einfach so runterladen? Zugegeben, den ganzen Bildband können Sie zwar herunter laden, aber nicht kostenlos. Aber natürlich gibt es eine Vorschau.

Wo gibt es das eigentlich sonst, ein Vorschauexemplar eines Buches gratis? Stellen Sie sich mal vor, Sie gehen in einen Buchladen, sehen ein tolles Buch für 30 EUR, würden aber gerne erst mal in Ruhe zu Hause so 20 Seiten lesen, ehe Sie vielleicht die Vollversion kaufen. Ein abgespecktes Schnupperexemplar für lau? Jeder Buchhändler würde Sie bei einer solchen Frage wohl für verrückt erklären. Bei dwrweb.de ist das aber nicht verrückt, sondern ganz normal. Laden Sie sich einfach das Vorschauexemplar komplett kostenlos und unverbindlich herunter. Wenn es Ihnen zusagt, sind die 29,90 EUR für die „Vollversion“ des eBildbandes auch gut angelegt :-)

Was ist der eBildband eigentlich? Ganz einfach – ein elektronischer Bldband, layoutet wie ein richtiges Buch (für Kenner der Materie: mit InDesign) und angeboten als normales PDF. Sie können den eBildband also mit Ihrer Standardsoftware nutzen, ohne Zusatzinstallation. Am besten, Sie schalten den Acrobat Reader (oder Ihr anderes PDF-Anzeigeprogramm) in den Vollbildmodus – dann können Sie den Text entspannt lesen und die Fotos im Großformat genießen. Natürlich lässt sich das Ganze auch im Original-Layout zu Papier bringen.

Mehr Infos und Downloads gibts hier:http://www.dwrweb.de/dub/eisenbahn/

Viel Freude bei der Lektüre wünscht
Diego Wegner
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