Imagina Virtual Lightbox – Leuchtkasten mit Bildbearbeitung

Hobby- und Berufsfotografen kennen „Adobe Lightroom“ als Software zum Sortieren aus Auswählen von Fotos. Zu Zeiten der analogen Diapositive und Negativfilme hat man hierfür einen Lichtkasten benutzt, heute wird derartige Software auch als virtueller Lichtkasten bezeichnet.

Ein weiterer, dazu kostenloser Vertreter dieser Software-Franktion ist Imagina Virtual Lightbox (Homepage: www.planetimagina.com), die offenbar von einer Einzelperson namens Rob Baker entwickelt wurde. Der englische Name lässt erkennen, dass die Bedienoberfläche englisch ist; eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Wer aber schon mit ähnlichen Programmen wie „Irfan View“ oder „Xn View“ gearbeitet hat, wird dennoch schnell damit klar kommen.

Wie in „Xn View“ kann man auch in der „Virtual Lightbox“ die Tastenkombination [Strg] + [F2] drücken, um schnell an den Dialog zum Ändern des Dateinamens zu gelangen und die von der Kamera vergebenen (wenig aussagekräftigen) Dateinamen gleich in solche mit höherer Aussagekraft zu ändern.

Um erste bzw. einfache Korrekturen durchzuführen, bringt „Virtual Lightbox“ mehr Werkezuge mit als vergleichbare Programme: Nebst Werkzeugen zur Kurvenbearbeitung, zur Schärfe- und Kontraständerung und zur Farbanpassung fehlt selbst eine Entrauschungsfunktion nicht. Auch das horizontale und vertikale Ausrichten gelingt in „Virtual Lightbox“, wenngleich auch längst nicht so komfortabel wie im „Objektivkorrektur“-Dialog von Photoshop CS 5. Wenn man letzeren z.B. auf dem Laptop unterwegs nicht verfügbar hat, erweisen sich die Werkzeuge der „Virtual Ligtbox“ hilfreicher als z.B. die von „Xn View“ nebst Plugins.

Der gute Eindruck der Software wird aber leider durch mehrere Faktoren getrübt: Zum Einen gibt es zum Download nur eine Installer-Version. Der Installer fragt zwar brav, welche Dateien er unter Windows mit „Imagina“ verknüpfen darf. Aber obwohl ich in allen Kategorien alle Dateitypen abwählte, waren am Ende doch alle angebotenen Dateitypen mit dem Programm verknüpft. Bei der Benutzung zeigt sich, dass es keine Möglichkeit gibt, das aktuelle Foto von „Virtual Ligtbox“ direkt in ein Drittprogramm (etwa eine professionelle Bildbearbeitung) zu laden. „Xn View“ lässt die Konfiguration solcher externen Programme dagegen zu und unterstützt die Übergabe an selbige mit Tastenkombinationen.

Weiterhin fand ich keine Möglichkeit zur rudimentären Bearbeitung von IPTC-Daten. Auch das können „Xn View“ und „Irfan View“ besser. „Virtual Ligtbox“ hat auf dem Ribbon „Home“ zwar die Funktionen „Tag Toggle“ (toggle = umschalten, wechseln), „Tag All“ und „Untag All“ – hiermit lassen sich jedoch nur virtuelle Maker ein- und ausschalten. Auf dem Ribbon „Propierties“ kann man eine Notiz hinzu fügen und die wichstigsten EXIF-Daten (Aufnahmedatum, Kameradaten) sehen. Von IPTC-Daten, geschweige denn ihrer Bearbeitung, fehlt jedoch jede Spur.

„Virtual Ligtbox“ benötigt das Microsoft .NET-Framework 3.0, das normalerweise auf Windowsd-PCs schon installiert ist. Falls nicht, kann man es kostenlos bei Microsoft beziehen. Im Installationsordner von Imagina befanden sich nach Ende des Setups bei mir 17 Dateien mit zusammen 16,82 MB Größe. Ob diese nach Kopieren auf ein USB-Stick auf einem Dritt-PC auch ohne Setup klaglos ihren Dienst verrichten, wäre evtl. später noch zu testen. Fakt ist, dass im Windows-Systemordner „Roaming“ des aktuell angemeldeten Windos-Nutzerprofils ein Unterordner „Imagina“ mit diversen Unterordnern anzutreffen war. In den Unterordnern fanden sich die während der Arbeit erstellten Thumnails (*.thumb-Dateien), fein säuberlich in Ordner sortiert wie die Originaldateien auch. Nach allfälliger Nutzung vom USB-Stick aus bleiben also auf jeden Fall Daten im „Roaming“-Verzeichnis des Wirts-PCs zurück.

Foto: Screenshot des Hauptfensters von „Virtual Lightbox“ mit geöffnetem Kurvenwerkzeug
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