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Jens Niehaus
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Attends inne Grund und polytechnische Oberschule
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Jens Niehaus

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Ein friedlicher Planet wäre mir lieber . Keinen Krieg in der Ukraine und keine WM auf kosten der Ärmsten in Brasilia
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Icke als Junger Verkehrspolizist 1962
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Wasserlandung der "Hanse" auf dem Templiner See in Potsdam
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Die alte Wilhelm Brücke--in Potsdam
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Die Regierung Merkel vertritt nicht die Meinung des deutschen Volkes und handelt nur noch als Vasall der USA
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Jens Niehaus

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Nur so kann man die Volksverdummer an die Kandarre nehmen
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Grabplatte Friedrich II auf der Terrasse von Sans Souci
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Gruft von Friedrich II auf der Terrasse von Sanssouci
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Schloss Klein Glienicke
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Alter Hafen in Potsdam
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Story
Introduction

Jens Niehaus war Berufssoldat und Sprengstoffexperte in der Nationalen Volksarmee, war Geschäftsstellenleiter eines Grenzregiments, Pressesprecher im Rathaus und Volkspolizist. Nun schreibt der zweiundsechszig-jährige seine Memoiren: „Ein Hauch von Leben- Zwiespalt einer ostdeutschen Erinnerung“. „Ich lebe mein Leben noch einmal“, sagt Niehaus. Jeden Abend grübelt er aufs Neue über seiner Vergangenheit, spricht mit Weggefährten und Familienangehörigen, träumt nachts vom Leben an der Mauer. Dreihundert Seiten umfaßt sein Buch. Eigentlich hätten es mehr sein können, sagt er, dann aber wären mit Sicherheit fünfhundert daraus geworden.

Jens Niehaus ist vier Jahre alt, als weiße Rauchschwaden durch das Städtchen Eisleben ziehen. „Mir brannten die Augen“, erinnert er sich an den 17. Juni 1953. Parolen werden skandiert, Polizisten und Rotarmisten gehen mit Tränengas, Knüppeln und Schußwaffen gegen Demonstranten vor. Der Arbeiteraufstand, der eigentlich ein Volksaufstand ist, wird blutig niedergeschlagen. Doch für Politik interessiert Klein-Jens sich nicht. In der Bergbaugemeinde Volkstedt am Fuße des Südharzes wächst er auf. Eine Kneipe, einen Pfarrer und ein Strafgefangenenlager gibt es hier. Als er vier Jahre ist, zieht die Familie nach Eisleben. Er ist Mitglied der Jungen Pioniere, die später zur FDJ werden, die den Nachwuchs ideologisch trimmt. „Frieden, Sozialismus, Freundschaft – das hat uns etwas bedeutet. Die BRD war für uns der kapitalistische Ausbeuterstaat, der die Menschenrechte mißachtet“, erzählt Niehaus. „Irgendwann verlernst du, das zu hinterfragen.“ Aber es gibt auch Brüche in der Ideologie. In den fünfziger Jahren nimmt das Bespitzelungssystem in der DDR groteske Züge an. Als Familie Niehaus ihren ersten Fernseher erhält, richtet sie ihre Antenne gen Westen aus. Das führt schon bald zum Besuch von SED-Funktionären. „Sie haben dem Feind ihr Ohr geliehen“, heißt es. Oder: „Sie haben sich unsozialistisch verhalten!“ Als Zwölfjähriger steckt Jens Niehaus zum ersten Mal in einer Uniform. Als „Hauptwachtmeister“ und „Verkehrspolizist“ regelt er auf Kreuzungen den Verkehr. Anstrengend ist das nicht, schließlich gibt es in Eisleben nicht viele Trabbis und Wartburgs. 1962 zieht Familie Niehaus nach Sangerhausen, wo er die Oberschule besucht. Nachmittags ist er zur Freizeitgestaltung bei der Gesellschaft für Sport und Technik. Zum ersten Mal erhält er ein Kleinkaliber-Gewehr. Am 3. November 1969 wird Niehaus zur Nationalen Volksarmee (NVA) einberufen. Er möchte zur Marine oder seinen Wehrdienst auf Schiffen der Grenzbrigade Küste versehen. Vergebens. Weil das Plansoll an Matrosen erfüllt ist, wird er auch von den Bootstruppen in und um Berlin abgelehnt. Stattdessen wird er Mitglied einer Spezialeinheit. Auf Europas größtem Häuserkampfareal in Streganz, südlich von Berlin trainieren die Grenztruppen der DDR und große Teile der Nationalen Volksarmee (NVA) die Einnahme und Verteidigung West-Berlins. Mit dabei, Jens Niehaus. Gebäudebesetzung, Stahl- und Mauersprengungen. „Es krachte und rumste überall.“ Von seinem Feldwebel erhält der junge Mann eine „Gattin auf Zeit“, „Madame Kalaschnikowa“, die 4,9 Kilogramm schwere Maschinenpistole. Im Kriegsfall hätte Jens Niehaus an vorderster Front kämpfen müssen. „Ich hatte viele schlaflose Nächte.“ Tote Zivilisten? „Die waren einkalkuliert.“ Trotzdem sei er immer ein unpolitischer Mensch gewesen, sagt Jens Niehaus heute. Er wird Sprengausbildungsberechtiger der NVA. Seine Wohnung liegt in Potsdam-Babelsberg, einem kleinen Viertel mit hochherrschaftlichen Villen direkt an der deutsch-deutschen Grenze. Viele Militärangehörige, Zollbeamte, Volkspolizisten und SED-Parteibonzen wohnen hier, abgeschirmt von Schlagbäumen, Wachttürmen und Schikanen. Eine Hochburg der Privilegierten. Hinter seinem Garten beginnt die Transitstrecke für die Interzonen-Züge von Westdeutschland nach West-Berlin. Die Mauer kann Jens Niehaus beim Spazierengehen mit der bloßen Hand berühren. Auf der West-Berliner Seite liegt ein Campingplatz. Rock’n Roll, Elvis Presley, die Beatles sind fast jeden Abend zu hören. Hin und wieder sind es West-Berliner, die auf die Mauer klettern und ihre „Bild“-Zeitung lesen. Vom „Klassenfeind“ keine Spur: „Das waren ganz normale Menschen.“ Der Anblick der Mauer mit seinem Grenzstreifen macht ihn nachdenklich. Langsam wird ihm klar: Die Mauer richtet sich nicht gegen den Westen, sondern gegen das eigene Volk. Immer häufiger denkt er darüber nach, wie das Leben drüben, auf der anderen Seite, so wäre. Und ob er mit seiner Frau und seinem Sohn nicht einfach über den drei Meter hohen Wall klettern soll. Doch diesen Mut finden sie nie. Es gab auch Republikflüchtlinge in den eigenen Reihen. „Ich habe viele Mitstreiter gekannt, die sich wie ich heimlich darüber gefreut haben". Immer mehr wendet sich der Berufssoldat, vom DDR-Regime ab. Fühlt sich „wie im Gefängnis“ und lernt neben „die Kunst der doppelten Zunge“, wem man Kritisches anvertrauen kann und wann Honecker-Witze fehl am Platz sind. Vertrauen? Das gab es nur im Verborgenen. Oft denkt der Sprengstoff-Experte darüber nach, was wohl wäre, würde er die eigene Mauer in die Luft jagen. „Das wäre ein Leichtes für mich gewesen“, sagt er.

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Buchautor: Ein Hauch von Leben - Zwiespalt einer ostdeutschen Erinnerung
Education
  • inne Grund und polytechnische Oberschule
    present
Basic Information
Gender
Male
Relationship
In a civil union