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Zwischenstand HangOut on Air und die rechtliche Unbedenklichkeit

Update: Es gibt einen neuen Beitrag mit aktuellen Infos. Nach diesem Beitrag empfehle ich daher meine "Fortsetzung" zu lesen: https://plus.google.com/u/2/108487789765378896154/posts/P7UGqKbPaqW

Hinweis: Ich bin kein Jurist, ich bin Youtuber/Blogger und habe auch ein berufliches Interesse an HangOut on Air für meine Kundenprojekte. Dies ist mein zweiter Beitrag zum Thema Unbedenklichkeitsbescheinigung für ein HoA-Projekt

Vorgeschichte
Am 15. August ging in Deutschland HangOut on Air an den Start. An dem Tag verfasste ich einen Beitrag mit ersten Tipps und Tricks zu HangOut on Air und fasste meine HangOut-Erfahrungen der letzten zwei Monate zusammen.
https://plus.google.com/u/2/108487789765378896154/posts/3K6bHWRtANL

Im Rahmen vom zweiten Teil "Tipps und Tricks" zitierte ich einen Beitrag von Karrierebibel.de / einen Rechtsanwalt und machte mir meine Gedanken: Rechtliche Sicherheit für ein HangOut on Air (HoA) (in Deutschland) erhalte ich nur durch die Landesanstalt für Medien (NRW). 

Doch wer kennt sich als Youtuber schon in dieser Materie aus? Also ein Erfahrungsbericht - via G+ an die Öffentlichkeit. 

Meine Anfrage startete ich am 20. August via Email. https://plus.google.com/u/2/108487789765378896154/posts/A8bjuwBTuKy

Höflich schilderte ich mein Anliegen und bat um Information, wer denn mein Ansprechpartner sei. Beigefügt hatte ich natürlich meine vollständigen Kontaktdaten und habe eine Firmen-Email-Adresse genutzt, um bei meinem Namen nicht die Verdacht auf eine "Scherz-eMail" zu erwirken.

Ein Anruf von der LfM-NRW
Heute, am 23. August (ich hatte mir viel mehr Zeit gerechtet!), erhielt ich einen netten Anruf von der Landesmedienanstalt NRW und sprach eine ganze Weile meiner Ansprechpartnerin, Frau Anklam, über die Rahmenbedingungen von HangOut on Air. 

Sie teilte mir auch mit, das ich der Erste in NRW wäre, der zu HangOut on Air eine Anfrage gestellt habe. Und da ich meine Kontaktdaten mitgeteilt habe, hat die Dame mich dann angerufen. (Kontaktdaten sind eine feine Sache.)

Sie hatte einige Fragen zu HoA im Allgemeinen. Die Dame ist Juristin und keine Internet-TV-Expertin. Fand ich völlig OK und im Rahmen des Telefonats konnten wir die eine oder andere Frage zu HoA klären. Ich hoffe, ich habe da keine Unwahrheiten zu HoA erzählt, Google Deutschland und +Stefan Keuchel mag es mir verzeihen. 

Sie wird sich nun mit den anderen LfM in Deutschland abstimmen und sicher noch ein paar Expertenmeinungen einholen. Schließlich soll die generelle Aussage zu HoA in allen Bundesländern die gleiche sein.

Fakten -> Kosten für eine Unbedenklichkeitsbescheinigung
Selbst wenn mein Sendekonzept nicht als TV gewertet werden sollte, ich aber eine rechtliche Absicherung anstrebe, wird mich diese Absicherung voraussichtlich 500 Euro kosten.

Zeitrahmen
Eine solche Prüfung würde 3-4 Monate in Anspruch nehmen. In dieser Zeit sollte man sicher keine Live-Show an den Start bringen, um keine rechtlichen Probleme zu bekommen. (Sollte, ist meine persönliche Einschätzung - Nochmals, ich bin kein Jurist, sondern Blogger, der über seine subjektiven Erfahrungen berichtet!)

Strafe?
Laut dem von mir zitierten Beitrag bei Karrierebibel.de kann die Strafe für eine fehlende Sendelizenz bis zu 500.000 Euro betragen. Wie schon geschrieben -> Ich mache mir persönlich für mein kleines, privates HangOut-Projekt mehr Sorgen mit den Abmahn-Anwälten.

Kosten für eine Sendelizenz
Eine klassische TV-Sendelizenz wird wohl eine größere Summe kosten, eine "spezielle Preisliste" gibt es aber für IP-TV. Je nach Aufwand kann die Prüfung / Lizenzerteilung zwischen 1.000 und 10.000 Euro kosten. Bei einem finanziellen Interesse (Werbung im Stream?) vielleicht auch mehr. Das ist alles eine Einzelfallentscheidung. Noch gibt es dafür kein Standardverfahren.

Sonderfall Internetradio
Es gibt wohl in Deutschland viele kleine Internetradios und dafür eine günstigere, gesetzliche Sonderregelung. Laut meiner Ansprechpartnerin greift diese wohl nicht bei HoA. Schade. Das "Bild zum Ton" macht´s TEUER?

Zur Sicherheit -> Google stellt nur die Plattform
Genau diesen Service (Livestream mit mehr als 500 Personen) bietet Google nun auch in Deutschland. Doch eine "deutsche Lösung" mit einem Button, der z.B. die Zuschauerzahl im Live-Stream auf max. 500 Personen beschränkt ist nicht vorhanden. (Ja, ich selbst fände eine solche Lösung gelinde gesagt NICHT FEIN, aber bevor hier eine Abmahnwelle durch Deutschland rollt, wie bei Facebook-Fanpages, wäre mir ein solcher Button lieber. Da mag nun jeder denken wie er will.)

Wie geht es weiter?
In den nächsten Tagen werde ich eine entsprechende Email-Anfrage an die LfM-NRW formulieren und ggf. vorab hier auf G+ zur Diskussion stellen. (Kleiner Teilnehmerkreis - Wer hat Interesse?) Danach werde ich weitere über auf G+ über den Ablauf berichten. 

Wer mir nun nicht einfach folgen mag - mein Stream dreht sich nicht nur um dieses Thema sollte das Hashtag #Nerdnight  vormerken. Ich nenne meine Live-Show als Arbeitstitel NerdNight. Unter dem Hashtag kann man meine Beiträge zu dem Thema dann gesondert herausfiltern. Freue mich natürlich übers Folgen / Einkreisen.

Blog-Beiträge zum Thema HangOut on Air
Wer mehr von mir zu HoA lesen mag, kann gern in meinem Blog den Beitrag "Tipps und Tricks" lesen http://padlive.de/2012/08/tipps-und-tricks-fur-google-hangout-on-air/ und gleich noch den zweiten Teil davon ansurfen: http://padlive.de/2012/08/teil-2-hangout-on-air-tipps-tricks/

Bei Fragen - Dazu ist ja die Kommentarfunktion vorhanden ;)
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19 comments
 
Wäre ja wichtig, darauf hingewiesen zu werden, bevor man die Option benutzt...
Vielleicht kann +Thomas Schwenke  was dazu sagen?
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Ich habe selbst zwar keine Interesse bzw. Nutzen an HoA aber Du hast meinen vollen Respekt das Du Dich dafür einsetzt und Deine Infos zu Diesem Thema auch allen anderen Interessenten frei zugänglich machst.
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Ja, bitte auf dem Laufenden halten. Und vielen Dank fürs Nachfragen. Frustrierende Situation alles in allem...
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+Gerhard Schröder Ahso. Ja, ich bin frustriert ;) Weil wir jetzt endlich die technische Möglichkeit von Google bekommen haben und sie nun doch nicht nutzen können. Und ich finde es vor allem sehr schade, dass Google es sich so leicht gemacht hat. Wir als Nutzer müssen's halt im Zweifel ausbaden. Weder kann man bei den Hangouts on Air nur die Aufzeichnung verwenden – was auch schon sehr praktisch wäre und das gesamte Problem mit der Sendelizenz sofort beseitigen würde. Noch kann man wie von dir oben beschrieben die Zuschauerzahl beschränken.
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Dass man das Abfilmen kann, weiß ich natürlich. :) Aber wer schon einmal einen einstündigen Screencast aufgenommen, bearbeitet und zu YouTube hochgeladen hat, der weiß, wie nützlich das automatische Aufnehmen und Hochladen bei den Hangouts on Air ist. Und dass es Streaming schon seit Jahren gibt, ist mir ebenfalls bekannt. Nur saßen diese Firmen meines Wissens nie in Deutschland. Google hat aber einen Firmensitz in Deutschland und bietet eine deutschsprachige Website an. Ich bin auch kein Anwalt, aber ich sehe da einen Unterschied.
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+Tanja Rathjen Meines Wissens kann man die Zuschauer des Livestreams nicht begrenzen und der ist immer öffentlich. Man kann nur begrenzen, wer direkt zum Hangout selbst eingeladen wird. Aber ich habe das noch nicht bis zu Ende durchdekliniert.
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Ich selbst könnte ja einfach behaupten, es sei ein Hangout der +Blogwerk AG – Sitz in der Schweiz. Da sollen die deutschen Behörden mal sehen, wo sie abbleiben ;) #muhaharrharr  
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Danke für die grundlegenden Informationen und für's Ansprechen des Themas bei der Landesmedienanstalt. Die Struktur und die gesetzlichen Vorgaben bei diesem Thema sind - wie leider allzu oft - nicht mal ansatzweise auf der Höhe der Zeit (oder der Technik) und ich befürchte, dass alle Interessierten länger warten werden müssen als vier Monate, weil erst neue gesetzliche Grundlagen geschaffen werden müssen, damit Bürgerjournalismus ähnlich wie in Blogs auch mit bewegten (Live-)Bildern möglich wird. Ich befürchte dabei allerdings, dass die etablierten Medien sich das Wasser nicht werden abgraben lassen wollen und massive Lobbyarbeit zum Nachteil der "Amateure" betreiben werden.

Nochmals Danke für den Einsatz und: sehr spannend!
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+Jan Tißler so einfach würde ich es mir dann nicht machen. Auch wenn es über Blogwerk läuft, ist der Sender, in diesem Fall du immer noch in Deutschland. Ich nach meinem Verständnis glaube nicht, das du in so einem Fall aus dem Schneider wärst.

Ich würde ebenfalls sehr gerne ein HoA nutzen, habe aber aus bereits oben erwähnten Gründen zu viel Angst vor hohen Forderungen. Seit kurzem betreibe ich einen Video-Podcast, der über die normalen Hangouts hier läuft und von mir aufgezeichnet wird. Schöner wär es natürlich, wenn ein HoA gestartet wird und man selber bis auf die Sendung als solches nichts mehr machen muss.

Anmerken möchte ich noch die Zahl von 501. Es geht hier um die theoretisch möglichen Empfänger! Wer als live ins Netz streamt erreicht diese Zahl immer.

Eine Möglichkeit könnte Google allerdings ziemlich schnell hinbekommen. Denn ein Knackpunkt ist ja die Live-Übertragung ins Internet. Wenn Google für Deutschland eine Verzögerung beim Betrachten des Streams bei YouTube von X Sekunden sorgen würde, ist das HoA auch nicht mehr live. Wobei ich ziemlich überfragt bin, wie nach deutschem Recht Live definiert wird. Dazu konnte ich bisher nichts finden. Meiner Auffassung nach ist eine Verzögerung beim Betrachten des HoA von beispielsweise 20 oder 30 Sekunden keine Liveübertragung mehr.
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+Jens Lehmann War auch nur so halb ernst gemeint, wie man anhand des Hashtags eventuell erahnen kann ;) Zudem weiß ich gar nicht, wie die rechtliche Lage in der Schweiz ist.
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vielleicht sollten sich "die Künstler" eher mal Gedanken darüber machen, dass von den GEMA-Einnahmen bei den weitaus meisten von Ihnen gar nichts ankommt ... Youtube ist nicht das Problem, die GEMA ist es.
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GEMA-Ausschüttungen erhalten nur Künstler oberhalb eines Mindestumsatzes, was dazu führt, dass nur die Bestseller-Urheber noch reicher werden. Kleine Band beispielsweise müssen für Gigs anhand der Raumgröße (nicht der Anwesenden) berappen, erhalten aber niemals irgendwelche Ausschüttungen. Und so weiter, und so fort, es gibt zahllose Beispiele.
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Ist mir alles klar. Allerdings bestatigt das meine Worte. "Komponisten stehen i.d.R. nicht auf der Bühne sondern sitzen im Studio und schreiben Songs." halte ich für verfehlt, gerade im "nicht-Gassenhauer-Segment" sieht das deutlich anders aus.

Aber das schweift ab. Mir ist klar, dass das Thema Youtube gegen GEMA komplex ist, allerdings bringt die GEMA inzwischen sogar die Labels und Komponisten (und Musiker) gegen sich auf, weil sie diese Hardliner-Stellung gegenüber Google einnimmt. Dass sie das zugunsten der Künstler tut (übrigens: auch Komponisten sind Künstler), wie sie selbst behauptet, kaufen ihr immer weniger Personen ab - und das meiner Ansicht nach völlig zurecht.
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Gibt es damit mehrere "Fronten"?
1. Urheberrechte,
2. Verwertungsrechte und 
3. die Frage: "Was ist ein Sender?"
Ich denke das Bundesmediengesetz interpretiert den Begriff des Senders nicht richtig - aber das ist gefühlt, weil ich auch keine Jurist bin. Schließlich wird ja keine Frequenz "on Air" benutzt. Ich verstehe damit nicht, wieso man eine Sendelizenz benötigt.
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es gibt mehr als hinreichend Musik unter Creative Commons, die man einsetzen kann. Man muss allerdings aufpassen, dass man keine Musik von Personen einsetzt, die nur unter Pseudonym veröffentlichen, weil die GEMA sich ja in dem Fall erdreistet dafür Gebühren zu kassieren. Siehe aktueller Fall GEMA gegen Musikpiraten. http://www.heise.de/tp/artikel/37/37514/1.html
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ich nutze den Thread nicht für "politische Aussagen", ich weise auf CC-Musik hin, und darauf, wo es in dem Zusammenhang Probleme geben könnte. Und ich bin sehr sicher, dass das inhaltlich zu den vorhergehenden Kommentaren passt.
Nein, man benötigt keinesfalls vor dem Einsatz von CC-Musik eine Genehmigung der GEMA, das wäre ja auch noch schöner. Auf welcher Grundlage sollte man die benötigen?
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Warum Google Deutschland nicht darauf hinweist...
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