Unsere traditionellen Medien müssen noch viel übers Social Networking lernen

Was mir in letzter Zeit hier auffällt ist, dass immer öfter die Macher der G+ Auftritte traditioneller Medien fragen, warum die Zahl der Kommentare sinkt, warum die Plusser sich nicht beteiligen und ähnliches. Darauf folgen dann oftmals diese ominösen Berichte über das "Geisterdorf Google Plus".

Ich habe das jetzt mal eine Zeit lang beobachtet und dabei folgendes festgestellt:
Der größte Teil der Medienauftritte hier postet zwar Beiträge und fordert zum Kommentieren auf (teilweise sogar per vorgegebener Frage), aber danach wird der Beitrag von den Erstellern nicht mehr beachtet.
Es werden Kommentare abgegeben, teilweise sogar Fragen zum Beitrag gestellt, die Reaktion der Ersteller ist in den allermeisten Fällen aber gleich Null.

Bei diesen Medien-Seiten handelt es sich um journalistische Projekte. Und ich frage mich, ob unter diesen Journalisten nicht ein paar sind, die sich mal die Mühe machen könnten und die Bedeutung eines Social Networks zu recherchieren. 
Eine Hauptkomponente für ein Social Network ist die Kommunikation. Gerade hier bei G+ wird viel diskutiert und oft auch anspruchsvoll diskutiert. Die diskutierenden Plusser erwarten aber dann auch eine Antwort, wenn eine Frage an den Autor eines Beitrags geht. Kommt diese Antwort nicht, bleiben nach und nach auch die Kommentatoren aus und für den Ersteller ergibt sich das (falsche) Bild der "Geisterstadt". Dabei ist er, ob aus Unwissenheit oder aus Gleichgültigkeit, selbst schuld daran.

Selbstverständlich gibt es auch einige, extrem wenige dieser Autoren, die Google+ tatsächlich für einen Dialog statt für einen Monolog nutzen, das sind allerdings verschwindend wenige. Was mich da jedoch wundert ist, dass diese Autoren meistens für kleinere lokale oder regionale Zeitungen schreiben. Da stellt sich mir die Frage, sind die großen Medienhäuser und Verlage nicht Willens mit ihren Lesern zu kommunizieren oder sind sie schlicht nicht in der Lage zu begreifen, was die sozialen Komponenten eines Social Networks sind? An Arbeitsüberlastung kann es kaum liegen, denn kleinere, permanent unterbesetzte Zeitungen schaffen es doch auch.

So, das wollte einfach mal raus. Ich gehe jetzt wieder durch die "Geisterstadt", ich muss noch ein wenig kommentieren. ;) 
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