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Astrid Brüggemann
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Jedes Ding hat drei Seiten. Eine positive, eine negative - und eine zum Lachen. (Karl Valentin)
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Die magische Sieben hat es wirklich in sich! Schon seit altersher fasziniert die Menschen die Zahl 7. Der 7.7. ist ein ideales Datum, sich die 7 genauer anzusehen!

Den Artikel in besser lesbarer Form gibt es hier: http://www.cognemotion.de/die-magische-7

Die 7 ist wirklich eine ganz besondere Zahl. Auch das menschliche Gehirn unterliegt der 7, den dazugehörigen Lerntipp "Magic Seven" gibt es ganz am Ende des Artikels!

Seit altersher und in allen Kulturen nimmt die 7 als kosmische und göttliche Zahl eine Sonderstellung ein. Man nimmt an, dass die 7 als so besonders wahrgenommen wurde, weil die Menschen 7 Himmelskörper zählten, die als göttliche Wesen gedeutet wurden: Fünf Planeten ("Wandelsterne") konnten mit bloßem Auge beobachtet werden und lenkten zusammen mit der Sonne und dem Mond das irdische Geschehen. Außerdem strukturieren die Mondphasen den natürlichen Rhythmus aller Menschen, auch sie werden von der 7 bestimmt, denn vier mal sieben ergibt einen Mondmonat.

Hier ist eine kleine Sammlung von bedeutenden Siebenern:

MÄRCHEN:

- Der Wolf und die 7 Geißlein
- Schneewittchen und die 7 Zwerge
- Die 7 Raben
- Die 7 Schwaben
- Die 7 Schwäne
- 7e auf einen Streich (Das tapfere Schneiderlein)
- 7 Brüder (Der kleine Däumling)
- 7-Meilen-Stiefel (Der kleine Däumling)
- 7 Reisen von Sindbad dem Seefahrer (1001 Nacht)
- Siebenschön (von Ludwig Bechstein)
- Watzmannsage: Der grausame König Watz wurde verflucht und erstarrte mit seiner Frau und den 7 Kindern zu Stein, dem heutigen Watzmannmassiv. Es sind aber nur nur fünf "Kinder"-Gipfel zählbar.

NATUR:

- Der Regenbogen hat 7 Farben
- Siebenschläfer
- Säugetiere haben 7 Halswirbel, auch die Giraffe. (Rundschwanzseekühe und das Hoffmann-Zweifingerfaultier besitzen als einzige Säuger nur sechs Halswirbel.)
- Eine Katze hat 7 Leben
- Die Zwiebel hat 7 Häute
- Die National Geographic Society zählt 7 Kontinente
- 7 Weltmeere
- 7 Klimazonen
- Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein Glückskäfer. (Ein ca. 20000 Jahre alter, aus Mammutelfenbein geschnitzter Siebenpunkt-Marienkäfer aus der Dordogne wurde wahrscheinlich an einer Schnur um den Hals getragen. Er gilt als ältester Marienkäfer-Glücksbringer der Welt.)
- Die Himmelsscheibe von Nebra bildet die 7 Sterne der Pleiaden ab.

PERIODIZITÄT:

- Der Mond tritt alle 7 Tage in eine neue Phase ein -> 7 Tage hat die Woche
- Eine Schwangerschaft dauert 40 * 7 Tage
- Shakespeare spricht von den "seven ages of man" (die Entwicklung des Menschen verläuft in 7-Jahres-Schritten)
- Auch die Ritter unterlagen dem 7-Jahres-Rhythmus: Mit 7 wurden sie Page, mit 14 Knappe und mit 21 Ritter
- Noch im 20. Jhd. war man mit 7 deliktfähig, mit 14 eingeschränkt geschäftsfähig und mit 21 volljährig
- Unsere Musik hat 7 Töne, die dann in der Oktave wieder zum ersten zurückkehren

 KULTUR:

- Harry Potter endet mit Band 7
- 7 Weltwunder
- Die Griechen erfanden den Siebenkampf
- In mittelalterlichen Universitäten wurden die 7 freien Künste gelehrt
- Rom wurde auf 7 Hügeln erbaut
- Siebenbürgen
- Heute sind 7 Personen für die Gründung eines Vereins erforderlich
- Kinderreim: Wer will guten Kuchen backen, der muss haben 7 Sachen...
- Marken: 7 Up, 7-Eleven, ProSieben
- Das verflixte 7. Jahr
- Siebenmeter bei Handball und Hockey
- Der Münchner Schäfflertanz findet alle 7 Jahre statt
- Das Rezept von Coca-Colawird streng gehütet und ist von Legenden und Geheimnissen umgeben. Auf dem Etikett sind offiziell 7 Zutaten angegeben.
- James Bond 007
- Ursula von der Leyen hat 7 Kinder
- Über 7 Brücken musst du gehen
- G7-Gipfel
- Der Sheriffstern hat 7 Zacken
- Wolke 7, 7. Himmel
- Die Punkte auf den entgegengesetzten Seiten eines Würfels ergeben immer 7.
- Überraschungsei: Die begehrten Figuren gibt es in jedem 7. Ei. Das Ü-Ei wird mit 7% versteuert, obwohl es Spielzeug enthält.
- siebengescheit vs. neunmalklug

SPRACHE:

Das Wort "sieben" hat in den indoeuropäischen (= indogermanischen) Sprachen auffälligerweise die gleiche Wurzel – bei den anderen Zahlwörtern gibt es meist mehrere unterschiedliche Wortstämme. Möglicherweise ist es ein Lehnwort aus einer afroasiatischen (= hamito-semitischen) Sprache, wo es ähnlich lautet.

Eine kleine Auswahl: lateinisch septem, altgriechisch hepta, gotisch sibun; deutsch sieben, englisch seven, norwegisch syv, französisch sept, italienisch sette, portugiesisch sete, rumänisch sapte, neugriechisch epta/efta, polnisch siedem, obersorbisch sydom, russisch sem, serbisch/kroatisch sedam, lettisch septini, finnisch seitsemän, persisch haft, hindi sat (alle indoeuropäisch); arabisch sab'a, amharisch sabat, hebräisch schiw'a/scheva' (alle afroasiatisch).
- Schiwa/Schiv'a: siebentägige jüdische Trauerwache
- Sabbat und semaine/settimana
- Sabbatical

RELIGION:

- Die Erschaffung der Welt in 7 Tagen, der 7. Schöpfungstag ist ein Ruhetag
- Ägypten kannte die 7 Himmelswege, die 7 Himmelskühe und (in Verdoppelung) die 14 Stätten des Totenreichs
- 7 mal umkreisen die singenden Schwäne die Insel Delos, dann gebiert Leto den Apollon
- Im Alten Testament erscheint in der 7. Generation nach Adam ein gewisser Lamech, der 777 Jahre lebt und 77 mal gerächt werden soll. Kains Totschlag soll 7 mal gerächt werden
- Die 7 Stufen zum Tempel Salomons entsprechen den 7 Stockwerken der babylonischen Tempel, auch Pagoden haben i. d. R. 7 Stockwerke
- Noahs Taube bleibt 7 Tage aus, die Sintflut bereitete sich 7 Tage vor
- Die Hochzeit des siebenlockigen Samson dauerte 7 Tage
- Der Traum des Pharao von 7 fetten und 7 mageren Kühen
- Christus sprach 7 Worte am Kreuz und trägt in der Offenbarung 7 Sterne in der Hand, das siegreiche Lamm hat 7 Hörner, 7 Siegel werden aufgetan und Briefe an die 7 Gemeinden geschickt. 7 Engel mit 7 Posaunen leiten das Ende ein, dann werden die 7 Schalen mit Gottes Zorns ausgeschüttet...
- 7 Gaben des Heiligen Geistes, die 7 Todsünden, 7 Laster, 7 Tugenden, 7 Werke der Barmherzigkeit und die 7 Sakramente
- Der 7armige Leuchter (die Menora)
- im Islam gibt es zwischen Mensch und Gott 70.000 Vorhänge aus Licht und Finsternis. Der Koran erzählt, dass Gott Himmel und Erde in 7 Schichten gebildet hat. Die Umkreisung der Kaaba in Mekka wird 7 mal vollzogen. 7 große Propheten von Adam bis Muhammad.

MATHE:

- Die 7 ist Teiler der wichtigsten Zahl des Universums, der 42. Die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" wurde nach 7 Millionen Jahren Rechenzeitvon einem Supercomputer errechnet. (Per Anhalter durch die Galaxis)

- Die 7 ist die kleinste Eckenzahl eines regelmäßigen Polygons, das nicht mit Zirkel und Lineal konstruierbar ist.

- Unter den Zahlen von 1 bis 10 ist die 7 die einzige, die man weder als Produkt noch als Quotient anderer Zahlen von 1 bis 10 darstellen kann.
1 = 10 : 10
2 = 10 : 5
3 = 9 : 3
4 = 2 * 2
5 = 10 : 2
6 = 2 * 3
7 = ???
8 = 2 * 4
9 = 3 * 3
10 = 2 * 5

- Die 7 ist die kleinste nichtnegative ganze Zahl, die sich nicht als Summe von weniger als vier Quadratzahlen schreiben lässt. Wer hätte das gedacht?

- Die 7 ist auch die niedrigste natürliche Generatorzahl. Die dazu gehörende zyklische Zahl ist die 142857. Man kann damit alle natürlichen Zahlen ohne Taschenrechner durch 7 teilen, mehr dazu gibt's hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben

- Man kann mit einem Trick herausfinden, ob eine natürliche Zahl restlos durch 7 teilbar ist oder nicht:

1. Entferne die letzte Ziffer
2. Verdopple sie und
3. Subtrahiere sie von den restlichen Ziffern.
4. Ist die Differenz negativ. lass das Minuszeichen weg.
5. Hat das Ergebnis mehr als eine Ziffer, wiederhole die Schritte 1 - 4
6. Ergibt sich schließlich 7 oder 0, dann ist die Zahl durch 7 teilbar, sonst nicht.

Ein Beispiel: Ist die Zahl 1547 restlos durch 7 teilbar?

154 - 2 * 7 = 140
14 - 2 * 0 = 14
1 - 2 * 4 = -7 - Ein typischer Wert für die Kanalkapazität eines Fernsehkanals: 7 * 10 hoch 7 bit/s.
- Die 7 als Logarithmand katapultiert uns nun über die Hirnforschung zu einem wichtigen Lerntipp!

- Der Logarithmus von 7 zur Basis 2 = 2,8. Diese Zahl beschreibt den Kapazitätswert, der von uns Menschen bewusst verarbeitet werden kann!
Siebenmal dürft Ihr raten, wie viele Informationseinheiten aus diesem Grund das menschliche Gehirn aufnehmen kann...

LERNEN:

Nach all den vielen Siebenern kommt hier nun der Lerntrick, die "Magic Seven":

Denkt beim Lernen daran, dass das Gehirn immer nur 7 Einheiten ("Chunks") auf einmal aufnehmen kann.
Also 7 Vokabeln lernen und dann eine kleine Pause machen.
Maximal 7 Definitionen lernen und dann eine Pause machen und sie wiederholen.
7 Jahreszahlen samt Bedeutung in Geschichte lernen und anschließend eine Pause einlegen.

Die Anzahl der verarbeiteten Informationshäppchen kann man nicht erhöhen, das lässt unser Gehirn nicht zu.

Die zu lernenden Häppchen kann man nur größer schnüren, wenn man ein kluges Chunking nutzt oder Mnemotechniken verwendet. Darüber werde ich in einem folgenden Artikel erzählen.
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Warum kleine graue Zellen?

Wenn ich über's Denken und Lernen rede, benutze ich gerne den Begriff der "kleinen grauen Zellen". Daher finde ich es interessant, wer diese Wendung eigentlich geprägt hat!

In meiner Generation kennt jeder Agatha Christie, immerhin gehört sie zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Literaturgeschichte. Ich musste beim Schreiben dieses Blogeintrags mit Entsetzen feststellen, dass meine beiden Kinder sie nicht kennen - das wird natürlich sofort nachgeholt :-) Agatha Christie schuf die kultige Miss Marple und auch den pfiffigen Detektiv Hercule Poirot, die beide sehr knifflige Mordfälle zu lösen hatten.

Hercule Poirot war auf zwei Dinge stolz: Auf seinen Schnurrbart und auf seine "kleinen grauen Zellen", mit denen er seine Fälle löste.

Agatha Christie war ohne jeden Zweifel eine geniale Schriftstellerin, wie sonst hätte sie diese Figuren schaffen können? In einem Punkt aber irrte sie sich: Das Hirnschmalz von Hercule Poirot war nicht grau. Wenn unsere "Denkzellen" grau wären, nützten sie uns nichts mehr. Nur wenn man ein Gehirn in Formalin einlegt, ist es grau. Die Zeitgenossen von Agatha  Christie liebten es, Organe in Formalin einzulegen. Ein lebendes Hirn ist rosa, weil gut durchblutet.

Zur Ehrenrettung von Agatha Christie sei noch erwähnt, dass wir im Gehirn tatsächlich eine sogenannte "graue Substanz" besitzen. Diese besteht im Wesentlichen aus den Zellkörpern der Neuronen. Hercule Poirot hatte also doch in gewisser Weise recht, wenn er stolz auf seine kleinen grauen Zellen war. Neben der grauen gibt es noch die weiße Substanz, die hauptsächlich aus den Leitungsbahnen (Axonen) besteht. Die weiße Substanz wird so genannt, weil die Axonen mit weißem Myelin ummantelt sind.

Beim Lernen wird übrigens die Myelinschicht dicker, so dass die Leitungsgeschwindigkeit im Gehirn vervielfacht wird! Lernen hinterlässt also messbare Spuren im Gehirn, wie ohnehin alles, was wir denken, unser Gehirn zu dem formt, was es ist.
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Mathe ist wie Formel 1

Wenn man beginnt, in der Formel 1 Rennen zu fahren, dann kann man gewöhnlich schon Auto fahren... Man kann lenken, Gas geben, man weiß, wie man die Kurven schneidet und in welchem Winkel man über die Randsteine fahren sollte.

Das ist so wie in Mathe. Wenn man nicht erst in der Grundschule ist, dann beherrscht man normalerweise so ungefähr die Basics. Man weiß (hoffentlich!), wie die Grundrechenarten angewendet werden, welche mathematischen Regeln, Formeln und Herangehensweisen es für die Grundlagen des jeweiligen Themengebietes  gibt.

In der Formel 1 wird es erst richtig interessant, wenn die Grundlagen beherrscht werden. Dann erst gewinnen die Fahrer ein Gespür für das Fahrverhalten der Gummimischung in den Reifen in Abhängigkeit von der Dauer der Sonneneinstrahlung und der Außentemperatur.

In Mathe ist es ähnlich. Wenn man zum Beispiel den Flächeninhalt eines Dreiecks berechnen soll, dann könnte man die Berechnung mit der Sinusformel anstellen oder mit Vektoren im Koordinatensystem oder auch mittels Grundlinie und Höhe, falls eine Strecke parallel zu einer Achse verläuft. Je nachdem was gegeben ist und welche Formel in dem Beispiel eleganter ist.

Und wie bekommt man nun in der Formel 1 das Gespür für die optimale Streckenführung? Wie bekommt man in Mathe das Gespür für mögliche Lösungswege? Die Antwort ist auf beide Fragen identisch: Üben, üben, üben und durch gelegentliche Bruchlandungen nicht aus der Bahn werfen lassen!
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Was haben Lernen und Computerspielen gemeinsam?

Bei beiden Tätigkeiten verändert sich das Gehirn. Es bildet neue Strukturen aus und bahnt im Lauf der Zeit aus winzigen Trampelpfaden neuronale Schnellstraßen. Wenn Gelerntes wiederholt wird und ins Langzeitgedächtnis übergeht, dann werden die oft genutzten Nervenzellen gestärkt und die Verbindungen zwischen den Zellen stabiler. Das gilt natürlich nicht nur für das Lernen in Schule oder Uni und für Computerspiele, sondern für alles, was das Gehirn tut. Jeder Gedanke, jeder „Eindruck" prägt das Gehirn, jede Erfahrung verändert es, so dass jeder Mensch einen höchst individuellen Denkapparat besitzt.

Bei begeisterten Computerspielern verbessert sich die visuelle Aufmerksamkeit und die Orientierungsfähigkeit in der Umwelt. Der sogenannte entorhinale Cortex wird leistungsfähiger, weil er an grauer Substanz zulegt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich die Orientierungsfähigkeit von Computerspielern verlagert. Sie wird zwar stärker im entorhinalen Cortex verarbeitet, dafür jedoch schwächer in Arealen im Hippocampus, die normalerweise bei Orientierung und Navigation beteiligt sind.

Befürchtet wird, dass im Hippocampus durch das Computerspielen graue Substanz abgebaut wird. Das wiederum wäre keine gute Nachricht, denn der Verlust von grauer Substanz im Hippocampus ist ein typisches Symptom z. B. der  Alzheimerkrankheit.

Hier gibt es mehr Informationen dazu: http://www.spektrum.de/news/videospieler-trainieren-hirnbereiche-ungleichmaessig/1347393
Hier geht's zur Studie (englisch): http://medicalxpress.com/news/2015-05-impact-video-gaming-brain.html

Ohne Langzeitstudien hat man darüber natürlich keine Gewissheit. Viele Faktoren wirken sich auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus: Förderlich sind eine gesunde Ernährung und genügend Wasser, Sport und Entspannung. Viele Computerspieler entspannen sich beim Zocken und wie überall gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

Aus meiner Sicht als Lerncoach kann ich übrigens empfehlen, nach einer Lernsequenz mindestens eine Stunde lang nicht Computer zu spielen. Wenn man sich mühevoll Vokabeln oder Lernstoff erarbeitet hat und sich dann sofort an den Computer setzt, dann wird das neu Gelernte überlagert. Besser ist es, sich nach dem Lernen mit Dingen zu beschäftigen, die nicht die volle Konzentration am Bildschirm erfordern.

Ganz ideal ist, kurz vor dem zu Bett gehen noch mal den gesamten gelernten Stoff im Schnelldurchgang zu wiederholen. Ein flottes Überfliegen reicht oft schon aus. Im Schlaf verarbeitet das Gehirn intensiv die letzten Eindrücke. Wenn man sich am Ende des Tages noch mal mit Vokabeln oder Geschichtsdaten beschäftigt hat, dann lernt man im Schlaf weiter und die Vokabeln bleiben besonders gut haften.
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Mein innerer Schweinehund, dieser komische Kerl

Ich soll lernen, aber Entspannen ist viel netter. Ich soll Hausaufgaben machen, aber mit Freunden treffen macht viel mehr Spaß... Kennt ihr das? Was hat das eigentlich mit diesem inneren Schweinehund auf sich? Wieso muss der mir immer dazwischen funken? Und: Wer ist das bloß - mein innerer Schweinehund?

Einfache Fragen und doch so viele Rätsel.

Unser Geist besteht aus dem Bewusstsein und dem Unbewussten. Das Bewusstsein denkt und das Unbewusste lenkt. Einerseits will oder soll ich irgendetwas tun und andererseits kann ich mich nicht dazu aufraffen. Möglicherweise schiebe ich dann Dinge vor mir her, bis aus einer Mücke ein Elefant geworden ist. Wir haben dann einen klassischen inneren Konflikt zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten.

Eines ist sicher: Das Unbewusste gewinnt bei einem solchen Konflikt immer. Des Rätsels Lösung besteht daher darin, die unbewussten Kräfte nicht zu bekämpfen, sondern sich mit ihnen anzufreunden. Unser Unbewusstsein will eigentlich das Beste für uns. Es will Ruhe, Entspannung, Entschleunigung in dieser lauten und schnellen Zeit. Es ist ein wichtiger Teil eines jeden Menschen.

Wenn also ein innerer Kampf nicht erfolgversprechend ist, wie gelingt dann ein Anfreunden mit dem inneren Schweinehund? Eine gute Strategie besteht aus drei Elementen.

1. Ich mache mir bewusst, was mein Unbewusstes eigentlich Gutes für mich bewirken will, wenn es mich vehement davon abhält, die Vokabeln zu lernen oder mich auf eine Prüfung vorzubereiten: Plane ich genügend Zeit für Pausen und Entspannung ein? Pflege ich meine sozialen Kontakte? Sorge ich überhaupt gut für mich? Weiß ich, wofür ich eigentlich lerne oder mich anstrenge? Sehe ich einen Sinn in dem, was ich tue?

Das alles sind wichtige Fragen und der innere Schweinehund kümmert sich darum, dass sie im Alltag nicht in den Hintergrund geraten. Wenn mir bewusst ist, welche Wohltaten mein Schweinehund gerne für mich durchsetzen würde, dann ist er doch eigentlich ein lieber Kerl.

2. Ich biete meinem Schweinehund einen Vertrag an. Er lässt mich zum Beispiel für eine halbe Stunde in Ruhe, setzt sich brav in eine Ecke (oder in den Keller) und in dieser halben Stunde mache ich konzentriert das, was ich vorhatte.

Danach lasse ich ihn wieder aus seiner Ecke kriechen und ich lege meine Füße hoch und mache, worauf ich Lust habe.

3. Was mache ich aber, wenn der Vokabelberg dem Mount Everest zu ähneln beginnt? Wenn der innere Schweinehund mir andauernd ins Handwerk pfuscht und mich von allem abhält, was ich eigentlich erledigen wollte, dann ist er nicht besonders gut erzogen. Hunde gehen in so einem Fall in die Hundeschule, aber wie kann man den inneren Schweinehund erziehen?

So wie man auch einen jungen Hund erzieht. Häppchenweise mit der Salamitaktik, wichtig ist aber nicht locker zu lassen und jeden Tag dran zu bleiben. Na gut, zumindest jeden zweiten… Man kann sich ein konkretes Trainingsprogramm überlegen.

Am besten, man beginnt mit leichteren Übungen, bei denen die Erfolgschance schon recht hoch ist. Das motiviert und schafft Erfolgserlebnisse.

Wenn man sich zum Beispiel vornimmt, jeden Tag 7 Vokabeln zu lernen und man bleibt tatsächlich jeden Tag dabei, dann hat man innerhalb einer Woche 49 Vokabeln gelernt. In einem Monat wären das schon 210 Vokabeln und in einem halben Jahr sind das 1260 Vokabeln. Ohne viel Mühe, mit nur 7 Vokabeln am Tag. Wenn man dann in der Realität nur jeden zweiten Tag die 7 Vokabeln lernt, dann sind das in einem halben Jahr immer noch 630 Vokabeln. Damit sollte man eigentlich locker durch das Schulleben kommen. Wichtig ist aber das tägliche Training und die Erziehungsarbeit mit dem Hunderl.

Viel Erfolg dabei!

Hier gibt es noch etwas über den inneren Schweinehund zu lesen.
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Prokrastination - ein Glaubensbekenntnis

1. Ich glaube, wenn die Sache es wert wäre, getan zu werden, hätte sie schon jemand erledigt.
2. Ich werde niemals etwas schnell tun, es sei denn, ich kann dadurch Arbeit vermeiden oder Ausreden finden.
3. Ich glaube fest daran, dass die Zukunft neue Technologien, erstaunliche Entdeckungen und eine Gnadenfrist für meine Pflichten bereit hält.
4. Ich glaube wirklich, dass sämtliche Fristen unangemessen sind, egal wie viel Zeit mir eingeräumt wird.
5. Ich werde nie vergessen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wunder geschieht, immer größer als 0 ist.
6. Ich werde immer sofort starten und den ersten Schritt tun, sobald ich dazu komme.
7. Ich gehorche immer dem Gesetz der inversiven Ausreden, das verlangt, dass ich immer zuerst alle unwichtigen Dinge erledigt haben muss, bevor ich mich einer wichtigen Aufgabe widmen kann.

(Frei nach folgender Quelle: http://www.procrastinationhelp.com/humor/procrastinators-creed)

Für Anhänger, die dem verbreiteten Glauben der Aufschieberitis abschwören wollen, gibt es in München Hilfe und Unterstützung! Kontaktieren Sie mich für ein kostenloses telefonisches Vorgespräch: http://www.cognemotion.de/kontakt
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Eine riesige Metastudie hat die weltweitgrößte Datenbasis zur Unterrichtsforschung erhoben und untersucht. Man fand über 100 verschiedene Faktoren, die für das Lernen in der Schule förderlich oder hinderlich sind. Jeder Faktor wurde mit einer Maßzahl versehen, die Auskunft darüber gibt, wie hoch der Einfluss tatsächlich ist. (Nur geringen Einfluss auf gelingendes Lernen haben übrigens Hausaufgaben.)
Nun ist natürlich hochinteressant, welcher Einflussfaktor das Lernen am wirkungsvollsten beflügelt. Erstaunlicherweise ist das ein Faktor, der bei Diskussionen in der Bildungspolitik eine untergeordnete Rolle spielt und auch von Lehrern meist nicht erwähnt wird, wenn sich die Frage nach dem bestmöglichen Unterricht stellt.
Der mit Abstand wichtigste Faktor für gutes Lernen ist die Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus, die Erwartung an die eigene Lernleistung. Diese Erwartung wird zum einen beeinflusst von den bisherigen Schul- und Lernerfahrungen der Kinder. Zum anderen ist ganz allgemein das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl wesentlich für erfolgreiches Lernen. Wenn also ein Kind von sich und seiner Leistungsfähigkeit überzeugt ist, dann wird es schon allein durch diese Überzeugung besser lernen und sein Potential ausschöpfen. Manche Kinder haben mehr Stärken und mehr Potential, als sie sich selbst zutrauen. Dann bleiben sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Selbstvertrauen ist ein As im Ärmel, das jedem Schüler gut tut!
Wie kann man Selbstvertrauen stärken? Dazu gibt es viele Tipps, Tricks und Strategien. Im Lerncoaching kann ein Übungsprogramm angestoßen werden, um Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen aufzubauen. http://www.cognemotion.de
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Motivation beim Lernen = Karotte vor der Nase?

Üblicherweise denkt man, dass man sich oder jemand anderen am besten damit motiviert, indem man eine Belohnung in Aussicht stellt.

Im Berufsleben kann das ein Bonus, eine variable Vergütung oder auch die Aussicht auf eine Gehaltserhöhung sein. Die Überlegung des Arbeitgebers ist einfach: Wenn der Arbeitnehmer die Belohnung haben möchte, wird er sich dafür anstrengen. Was aber, wenn das Ziel erreicht ist? Der Bonus ist ausgezahlt, das Gehalt gestiegen, das Treppchen erklommen?

Merkwürdigerweise sinkt dann die Motivation wieder ab. Zahlreiche Studien belegen, dass eine monetäre Belohnung sehr schnell als Gewohnheit und Selbstverständlichkeit betrachtet wird. Und wer wird sich für etwas anstrengen, was er bereits erhalten hat und was ihm gefühlsmäßig zusteht? (Wenn man einem Arbeitnehmer allerdings eine Gratifikation in Aussicht stellt und er erhält sie nicht, so ist das ein sehr wirksames Mittel zur Demotivation...)

Beim Lernen ist es ähnlich: Wenn ein Kind nur dann lernt, wenn es dafür eine Belohnung erhält (= extrinsische Motivation), dann kann das dazu führen, dass die eigentliche Lust am Lernen gemindert wird (= intrinsische Motivation). Wenn jedoch die vorher vorhandene intrinsische Motivation geschmälert wird, dann wird auch der Lernerfolg geringer oder das Lernen mühsamer.

Dies ist auf den ersten Blick ein merkwürdiger Effekt, der in einer Studie untersucht wurde. Man stellte Menschen für etwas eine Belohnung in Aussicht, das sie eigentlich sehr gerne taten, also eine hohe intrinsische Motivation hatten. Die Studie ließ zu diesem Zweck Leute Puzzles lösen. Wenn das Puzzle fertig war, erhielten die Teilnehmer die versprochene Belohnung. Nun kommt das Aber: Die Teilnehmer der Studie hatten zukünftig keine Lust mehr aufs Puzzeln. Warum? Weil die extrinsische Motivation (= Belohnung) die intrinsische Motivation (= Spaß am Puzzeln) verdrängt hatte und zwar dauerhaft.

Für das Lernen bedeutet das, dass mit Belohnungen sorgfältig umgegangen werden sollte. Idealerweise baut man die intrinsische Motivation des Lernenden auf und zerstört sie nicht...

Weitere Infos hier: http://www.cognemotion.de/motivationstraining
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