In seiner aktuellen Kolumne stilisiert Sascha Lobo "Mega" zum Gamechanger, der alles, alles ändert.

Neben dem Absender sind Empfänger nur durch die Kenntnis eines bisher nicht knackbaren Zahlenschlüssels in der Lage, die geteilten Inhalte zu decodieren. Filesharing wird damit offiziell zu einer Frage der Kryptografie. Jede Kontrolle durch die Plattform entfällt - sie ist derzeit technisch nicht praktikabel. 

Ähm. Nein. Denn die Kontrolle läuft wie bei den vielen Filesharing-Plattformen zuvor: Wenn Linkseiten auftauchen, auf denen man die illegal kopierte Dateien herunterladen kann, dann gibt es wie zuvor die Löschaufforderung an den Betreiber. Und wenn der die einzelne Datei nicht finden kann, muss er halt den Account dichtmachen.

Wenn hingegen die Dateien bei Mega nicht unkontrolliert weitergegeben werden, dann ist das eher eine Privatkopie und damit weitgehend legal oder verfolgungsfrei. Auch hier hat sich nichts verändert. Du kannst sogar Bittorrent verfolgungsfrei nutzen, wenn Du die Datei nicht öffentlich annoncierst.  

Dass sich "Mega" überhaupt zum Filesharing eignet, muss sich erst noch erweisen. Bisher habe ich von niemandem gelesen, der damit schon arbeiten konnte. Und für massenhaftes Filesharing sind die AFAIK Trafficlimits zu eng gesteckt. Auch fehlen bei "Mega" die bei Megavideo so beliebten Streaming-Funktionen: Einfach ein Video angucken, für das im Zweifel niemand die Verantwortung übernimmt. Das lief ganz ohne Kryptografie und war für die Nutzer, die mal eben eine TV-Serie oder einen film ansehen wollten, viel attraktiver als das derzeitige "Mega"-Modell.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/mensch-maschine-das-internet-ist-filesharing-a-878941.html
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