"Der Mauerpark in Berlin – ein Ort mit Symbolcharakter" so haben wir von der WeltBürgerPark-Stiftung diesen kleinen Text genannt, den man oberflächlich gesehen unter dem Begriff "Erinnerungskultur" einordnen könnte.

Uns geht es aber darum künftig mehr und mehr die Einzigartigkeit dieses Ortes nicht nur im Rückblick auf seine bewegte Vergangenheit herauszuarbeiten, und auch nicht bloß im Hinblick auf das was er jetzt ist, nenne man es internationale Begegnungsstätte, oder einfach nur wilde,spontane Sommer-Metropolen-Party-Location.

Wir wollen, indem wir das was war und das was nun ist anschauen, einen Blick in die Zukunft des Großen Mauerparks, unseres Welt-Bürger-Parks wagen: wie könnte er sein, und was soll er sein?

"The Future Is Unwritten" hieß ein Film über die verstorbene Punk-Ikone von The Clash, Joe Strummer.
Vielleicht ist es diese Haltung der Offenheit, die wir benötigen, um einmal unvoreingenommen zu fragen, ob wir auf diesem unbekannten, "ungeschriebenen" Teil des Mauerparks im Weddinger Brunnenviertel eine Bebauung mit elitären Luxuswohnstätten Marke Marthashof wünschen, mit der antisozialen Wirkung, dass der bestehende Teil des Mauerparks nur noch zum Vorgarten für die Bewohner der Neubauten herabgewürdigt werden würde, und alles was irgendwie laut ist, ob Flohmarkt oder Getier im Moritzhof, von Trommeln und Karaoke zu schweigen, dort nicht mehr sein könnte.

Wenn wir das nicht wollen, müssen wir nun aber die politisch Verantwortlichen fragen, wie jene unseren Willen umzusetzen gedenken und ob und wie sie der antisozialen Betonoption, ein für alle mal einen Riegel vorzuschieben gedenken.
Diese Option, wird nämlich, solange sie existiert, immer zur Konkretisierung drängen und so alle positiven, offenen Entwicklungen für dieses Gemeingut unterbinden, weil eben der momentane Eigentümer gar nicht anders kann, dieses Land bloß als potentielle, immobile Kapitalie zu betrachten: für ihn - und bloß für ihn - ist dies alternativlos, solange ihm die politische Ebene dazu eine Chance einräumt.

Wir, die das nicht wollen, sind aber nicht bloß die Leute von der Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Park, die denn Willen der Bewohner des Weddinger Brunnenviertels, und deren Nachbarn in der alten Mitte von Berlin und in Prenzlauer Berg gegen Bebauung und für Offenheit und Freiraum formulieren, das sind alle Menschen in Berlin und WeltBürger ob in Deutschland, USA, Russland oder wo auch immer in der Welt die eine Idee entwickelt haben, oder auch nur einen Hauch davon verspürt haben, was dieser Flecken Erde für die Welt war, was er ist und was er sein könnte.

Dieser Ort ist mehr als nur eine Gedenkstätte: er war und ist auch immer der Raum eines Pädagogikums: unter anderem, wenn hier Schulklassen aus aller Welt Unbegreifliches begreifen lernen.
Nun besteht ein Pädagogikum aber auch darin, den Damen und Herren in der Bezirksverordnetenversammlung in Mitte von Berlin und im Abgeordnetenhaus von Berlin begreifbar und erlebbar zu machen in wessen Auftrag und Mandat sie eigentlich stehen, wenn sie nun die prinzipiellen Entscheidungen über die Zukunft dieser Stätte zu treffen haben.
Dafür diesen ganzen weltgeschichtlichen Rahmen - hier und heute im Jahr 2012 - ermessen zu lernen, wünschen wir jenen alle Geistesgegenwart, wie wir diese auch den Damen und Herren von der Allianz-Umweltstiftung wünschen, deren Tun und Lassen ja bekanntermaßen in diesen Erwägungen eine erhebliche Rolle spielt.

Berlin, 29.Februar 2012
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