Was will uns Holger Schwichtenberg mit seinem Beitrag bei heise sagen?

Dass die prio nicht stattfindet? Das wissen wir schon. Dass "Kessel Buntes" Konferenzen wie BASTA! oder ADC der Renner sind in diesen Zeiten? Das wissen wir allerdings nicht.

Denn was er da sagt, dass BASTA! und ADC Besucherrekorde verzeichnen würden - die prio hingegen wohl augenscheinlich nicht - ist kaum glaubwürdig. Die Quellen, die er erwähnt, sind nämlich die Veranstalter.

Er ist lange genug im Business um zu wissen, dass deren Aussagen nicht unbedingt mit der Realität zu tun haben. Und er ist lange genug im Business, um zu wissen, dass gerade zwischen den Erwähnten eine Erzrivalität besteht, die sie schon lange zu, hm, "blumigen" Beschreibungen der Erfolge ihrer Events veranlasst.

Was zählt, sind selbst gezählte Zahlen. Nichts weiter. Man setze sich in die Keynote bei den Events und zähle die Teilnehmer. Man mache das 3 Jahre und dann berichte man, wie sich die Zahlen entwickelt haben. Das vergleiche man mit den offiziellen Besucherzahlen. Dann reden wir weiter.

Nochmal: Was willst uns Holger Schwichtenberg sagen?

Dass eine BASTA! in Zeiten der sprießenden Community-Konferenzen größer denn je sein kann? Größer als eine BASTA! 1998 oder 2000? Das glaube ich nicht. Das kann er auch nicht glauben.

Die Hochzeiten der "Kessel Buntes" Events sind vorbei. Microsoft hat schon Schwierigkeiten eine TechEd zu füllen. Die Aussteller bleiben weg. Warum? Weil das Publikum wegbleibt. Und weil das Budget allgemein kleiner geworden ist - gleichzeitig die Vielfalt der Events aber größer.

Und wo sind die Konferenzbesucher? Im Internet. Bei den User Groups. Auf Community Events wie .NET Cologne, See#, NOS usw.

Die wahre Konkurrenz der "Kessel Buntes" Events liegt nicht im jeweils anderen Lager (S&S vs ppedv vs Neue Medien Gesellschaft). Die Konkurrenz steckt in der Community.

Alle, wie sie da am Markt sind, müssen sich angesichts der Community Anstrengungen überlegen, wie sie mit ihren Angeboten wie vor 10 Jahren noch etwas reißen. BASTA! und ADC und VSone und DevCon krebsen herum im Vergleich zu dem, was früher ging.

Und die prio? Die hat versucht, einen Unterschied zu machen. Sie ist einen neuen Weg gegangen.

In diesem Jahr hat die Neue Medien Gesellschaft nun nicht genügend Nachfrage generieren können. Die Gründe sind vielfältig - liegen aber meiner Ansicht nach nicht im Format. Aber das kann ein Außenstehender wie Holger Schwichtenberg natürlich nicht sehen. Er hat nie mir der Organisation der prio zu tun gehabt.

Ob und wie eine prio 2012 aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Dass der "Kessel Buntes" es 2012 aber nicht einfacher haben wird, da bin ich mir sicher.

Bleibt am Ende die Frage: Und was wollte uns Holger Schwichtenberg sagen?
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