Die meisten Anhänger des Wahhabismus täuschen vor, dass sie Sunniten sind und das gleiche wie diese glauben. Aber die Sekte der Wahhabiten vertritt Ansichten, die dem Glauben der Sunniten widersprechen. Die sunnitischen Gelehrten haben, seitdem diese abwegige Sekte gegründet wurde, Bücher gegen deren Ansichten geschrieben.
Der erste Kritiker der abweichlerischen Neuerungen von Mohammad Ibn Abd al Wahhab (1703 – 1792) , dem Begründer des Wahhabismus, ist sein eigener Bruder Scheich Solaiman Abd al Wahhab gewesen.

Scheich Solaiman schrieb zwei Bücher (nämlich الصواعق الالهیه فی مذهب الوهابیة und فصل الخطاب فی الرد علی محمد بن عبدالوهاب )zu diesem Themen.

Zwischen den beiden Brüdern wurde ein Gespräch geführt. Und zwar fragte Solaiman seinen Bruder Mohammad : „Mohammad“ Wieviel Säulen hat der Islam?“ Der antwortete : Fünf „

Solaiman sagte: Du hast aber gesagt, dass der Islam 6 Säulen hätte. Die sechste Säule, die du hinzugefügt hast lautet: Jeder, der dir nicht folgt ist kein Muslim. Dieses Prinzip ist nach deiner Ansicht die sechste Säule des Islams!“

Wir sehen an diesem Gespräch zwischen den beiden Brüdern, dass der wichtigste und fanatischste Aspekt an der Meinung von Mohammad Ibn Abd al Wahhab in seiner Behauptung besteht, dass jeder der ihm nicht folgt, kein Muslim ist.

Diese falsche Ansicht hat den Muslimen die größten Schäden bereitet und die engstirnigen Wahhabiten haben aufgrund dieser falschen Anschauung schon zahllose Muslime gewaltsam angegriffen und umgebracht. Sowohl Sunniten als auch Schiiten wurden ihre Opfer.

Im Islamischen Denken basiert die Beziehung zwischen Gott und den Geschöpfen aufgrund der Barmherzigkeit und Güte und die Mitglieder der Islamischen Gesellschaft sollen wie Brüder zueinander sein.

Als Mohammad Ibn Abd al Wahhab noch lebte, stieß er nicht nur bei seinem Bruder Solaiman Abd al Wahhab auf Ablehnung. Auch andere sunnitische Gelehrten waren gegen seine starren Ansichten und haben ihn in ihren Büchern offen kritisiert.

Mohammad Ibn Solaiman Kurdi, dessen Seminar Mohammad Ibn Abd al Wahhab in Medina besucht hat, übte in einem Artikel scharfe Kritik an der Ansicht seines ehemaligen Schülers; ebenso wie Abdullah Ibn Abd al Latif Schafii, ein anderer Gelehrter der Sunniten, dessen Schüler Abd al Wahhab gewesen ist, sich in seinem Buch تجرید سیف الجهاد لمدعی الاجتهاد gegen seine Ansicht gewandt hat.

Außerdem wies der Gelehrte Scheich Abdullah Bin Ibrahim aus Taif westliches Saudi Arabien in einem Buch die Behauptungen al Wahhabs über das Götzentum anderer Muslime zurück . Der Titel des Buches war: تحریض الاغبیاء علی الاستغاثه بالانبیاء و الاولیاء . Er bezeichnete es als richtig, dass die Gläubigen bei den Großen Persönlichkeiten der Religion um Fürbitte suchen . Dies war eine klare Antwort auf die gegenteilige Ansicht der Wahhabiten und deren Anzweifelungen.

Ein weiteres Buch, das sich gegen Behauptungen der Wahhabiten richtet ist الاقوال المرضیه فی الرد علی الوهابیه von Scheich Ata Damischqi.

Sayyid Alawi Ibn Ahmad Haddad berichtet, dass die angesehenen Gelehrten der vier großen sunnitischen Rechtsschulen ( Ḥanafīya, Mālikiya, Schāfiʿīya und Ḥanbalīya) in verschiedenen Gebieten auf der Arabischen Halbinsel wie Medina, Mekka und Al Ahsa, ebenso wie in Basra und Bagdad , in Irak und Aleppo (in Syrien) sowie anderen islamischen Städten in ihren Werken mit Ablehnung auf die Ansichten von Mohammad Ibn Abd Al Wahhab reagiert haben.

Zu Lebzeiten von Mohammad Ibn Abd al Wahhab und auch noch längere Zeit nach seinem Tod, haben also zahllose Gelehrte zu seinen Irrlehren Stellung genommen.

Um einige Namen zu nennen: Afif uddin Abdullah Ibn Davud Hanbali, Ahmad Ibn Ali Basri Schafii, Scheich Atta Makki, Scheich Taher Hanafi, und Scheich Mustafa Hamami Misri von der ägytischen Al-Azhar-Univrsität, der das Buch غوث العباد به بیان الرشاد in Ablehnung des Wahhabismus schrieb.

Die Ulama haben durch ihre Reaktionen auf die Hinzufügungen al Wahhabs ihre Zeitgenossen über die falschen Ansichten der Wahhabiten aufgeklärt und viele Muslime davor bewahrt, dass sie in den Sog der ignoranten Anschauung der Wahhabiten geraten.

Einer der hohen Gelehrten war der Mufti des Heiligen Mekkas zur Zeit der Osmanen. Seine Name war Sayyid Ahmad Zeyni Dahlan . Zeyni Dahlan schreibt über die Irrlehre des Muahmmad Ibn Abd al Wahhab:

„Er hat gedacht, dass der Pilgerbesuch am Grab des Propheten (s) und die Suche nach Fürbitte bei ihm und den Propheten und den Imamen und Rechtschaffenen und der Besuch ihrer Gräber in Hoffnung auf einen Segen, Götzenanbetung (Schirk) sei. ...Auch meinte er ,es wäre Götzentum, den Propheten (s) oder auch andere der Propheten und Gottesfreunde und Rechtschaffenen zu rufen damit sie Fürbitte einlegen. Er betrachtete es sogar als Götzentum, dass jemand gedanklich indirekt jemand anderem als Gott etwas zuordnet, zum Beispiel indem er sagt: „Dieses Arzneimittel hat mich gesund gemacht.“

Mohammad Ibn Abd al Wahhab hat Aussagen gemacht, in denen er Haarspalterei betrieb. Er hat seine Haarspaltereien auf eine Weise verschönert, dass er damit die breite Masse irreführt und diese ihm folgt.“

Musik

Trotz aller Ablehnung und Bemühungen der Gelehrten um Aufklärung der Allgemeinheit konnte die haltlose Lehre des Wahhabismus durch finanzielle und militärische Unterstützung der Saudis und durch Ansporn und Unterstützung der westlichen Regierungen, insbesondere Englands, Fuß fassen und dieser hässliche Setzling zu einem kräftigen Baum heranwachsen, der nur Früchte wie Gewalt, Spaltung, Spannungen und Konflikte zwischen den Muslimen abwarf.

Die Wahhabiten haben von Beginn an massive Massaker durchgeführt, damit die beiden heilige Städte Mekka und Medina, und damit die größten Zentren des Islams, in ihre Hände fielen.

Sie betrachten nur sich als die wahren Muslime und behaupten, sie würden sich bei ihren anti-religiösen und gewaltsamen Schritten nach dem Heiligen Propheten des Islams und den Offenbarungslehren des Korans richten.

Während sich die sunnitischen Gelehrten anfangs auf geeignete Weise gegen die Wahhabiten stellten, wählten sie in den darauffolgenden Zeitabschnitten immer mehr den Weg des Schweigens und der stillschweigenden Duldung. Als einer der Gründe dafür kann die Angst vor der Gewalt der Wahhabiten und deren Morddrohungen genannt werden.

Das Schweigen der Religionsgelehrten und die breit angelegte Propaganda der Wahhabiten nebst ihrer Drohungen haben zum Anschluss von Sunniten an die Wahhabiten geführt. Die religiösen Autoritäten hatten sie nicht mehr mit derselben vorherigen Ernsthaftigkeit über die Irrlehre und die ketzerischen Hinzufügungen der Wahhabiten aufgeklärt.

Die Wahhabiten bereiteten sich in einigen islamischen Ländern aus, insbesondere in Saudi Arabien und verbreiteten Gewalt, starren Dogmatismus und die Abkehr von der Rationalität unter ihren Anhängern.

Die derzeitigen grausamen Massaker an den Muslimen in Syrien, von denen sogar unschuldige Kinder betroffen sind, verbildlichen deutlich die irrationale und starre Denkweise der Wahhabiten.

Die Zerstörung von Grabstätten großer Persönlichkeiten der Religion, die Vergewaltigung von syrischen Frauen, und das Abhacken von Körperteilen ihrer Gegner und weitere Gräueltaten demonstrieren den Fanatismus und die Gewaltbereitschaft der Anhänger der wahhabitischen Sekte.

Diese Verbrechen der Wahhabiten werden vom westlichen Imperialismus als Mittel für ihre eigenen unrechtmäßigen Ziele ausgenutzt.

Alle wissen heute, dass die Behauptungen, einen Dschihad führen und der syrischen Bevölkerung helfen und sie befreien zu wollen, nur ein Vorwand waren, um das Leben der syrischen Bürger zugrunde zu richten.

Die extremistischen Wahhabiten , die sich in Syrien befinden, haben der syrischen Bevölkerung in keiner Weise geholfen, sondern deren Land zerstört und die Bürger auf die schlimmste Weise ermordet und obdachlos gemacht. Sie haben deren Häuser ausgeplündert und zerstört und kein Erbarmen mit ihren Kindern und Frauen gehabt. Unterdessen haben die sunnitischen Gelehrten leider bislang noch keine konsequente und logische Reaktion auf alle die Verbrechen der Terroristen in Syrien, die absolut nichts mit dem Islam zu tun haben, aber unter dem heiligen Begriff des Dschihads erfolgen, gezeigt.

Nachsicht und Entschlossenheit waren beides edle Eigenschaften des Propheten (s) und werden vom Heiligen Koran gelehrt. Der Prophet zeigte sich in Wort und Tat, in der Politik und der Gesellschaft, sowohl milde als auch entschlossen.

Wo Milde zu Ungerechtigkeit geführt hätte, blieb er entschlossen und konsequent.

Entschlossenheit ist notwendig, um Gerechtigkeit zu verwirklichen und Sicherheit herzustellen.

Nachsicht und Milde, die aus Schwäche und Angst gegenüber dem Unterdrücker hervorgehen, bedeuten einerseits Schmach und eine Art Kapitulation sowie stilles Einverständnis gegenüber dem Unrecht . Eine solche Nachsicht macht den Unrechttuenden und Unterdrücker noch dreister. Daher lehnt der Islam es ab, dass man sich in solchen Fällen milde und tolerant verhält.

Der Prophet des Islams (s) wurde zwar wegen seiner großen Liebe zu den Menschen „Prophet der Barmherzigkeit und Güte“ genannt, aber er hat nie gegenüber Ungerechtigkeit, Frevel und Ketzerei geschwiegen, sondern sie entschlossen bekämpft.

Der Koran hat nie dazu aufgerufen, dass man mit frevehaften mörderischen Personen nachsichtig umgehen soll.

Anhand des Verses 73 der Sure Isra` , in dem Gott den Prophet vor der Nachsicht gegenüber den Gottesleugnern und Gottesgegnern warnt, sehen wir, dass gemäß der Himmelsschrift die Muslime und Gläubigen sich nicht in religiösen Fragen schwach zeigen dürfen, sondern in aller Entschiedenheit die Gottlosen und die Ketzer bekämpfen sollen.

Auch heute dürfen die Muslime sich nicht von der anti-regliösen Propaganda der Feinde und von den ketzerischen Wahhabiten einschüchtern und besiegen lassen und ihnen gegenüber Milde zeigen.

Imam Ali hat gesagt: „Ihr Diener Gottes, erlaubt es euch nicht leichtsinnig zu handeln, denn man wird euch unterdrücken. Seid niemals heuchlerisch und schwächlich, wenn ihr das Recht erkennt und euch das Recht begegnet und eure Unterstützung braucht.“


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