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Stephan Goldammer
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Stephan Goldammer

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Mein Trainingsplan für den Muskelaufbau.

Unterkörpertag (meist Samstag früh):

Beine - Kreuzheben 1 Satz, 10 WH
Beine - Kniebeuge (tief) 1 Satz, 10 WH
Beine - Beinbeugemaschine 1 Satz, 10 WH
Beine - Beinstreckermaschine 1 Satz, 10 WH
Beine - Beinpressemaschine (Füße oben Trittfläche) 1 Satz, 10 WH
Beine - Wadenheben 1 Satz, 10 WH
Beine - Glutaeusmaschine 1 Satz, 10 WH

Die Durchführung der Sätze erfolgt nach dem HIT-Prinzip. Erläuterung => Was ist HIT? http://goo.gl/neRjQJ Ich gehe also in jedem Satz bis ans äußerste Limit. Die letzte Wiederholung eines Satzes muss sich anfühlen als hebt ihr einen LKW an, der eure Frau überfahren hat. Vor jeder Übung erfolgen zwei Aufwärmsätze mit leichten bis mittleren Gewichten, um warm zu werden und um mental in die Übung rein zu kommen. Anfangs hat mein Trainingspartner Videos mit dem Handy gemacht, um meine Haltung zu verbessern. Kaum etwas ist wirksamer zum Abstellen von Fehlern als sich selbst auf Video zu sehen und zu analysieren.

Das Training meiner Beine (=Unterkörper) dauert nur ca. 42 Minuten, ich bin danach trotzdem (lokal) extrem platt. Das sind: 14 Aufwärmsätze zu je 1 Minute, plus 7 HIT-Sätze je 1 Minute, dann noch jeweils 3 Minuten Pause nach dem HIT-Satz, also 14 Minuten Aufwärmsätze + 7 Minuten HIT-Sätze + 21 Minuten Pause = 42 Minuten Trainingszeit. Mit Umkleidekabinenzeit und allgemeinem Aufwärmen bin ich also nach ca. 50 Minuten mit meinem Unterkörpertraining fertig und verlasse das Fitnessstudio in weniger als einer Stunde. Die Zeiten sind natürlich nur Richtwerte, ich habe keine Stoppuhr dabei. Grober Anhalt: Wenn ich nach dem Satz wieder normal atmen kann, geht’s weiter (also dann mit den Aufwärmsätzen der nächsten Übung). Das kann bei einem schweren HIT-Satz an der Beinpresse schon mal etwas dauern.

Auch halte ich mich nicht sklavisch an 10 WH, es können auch mal 8 WH sein oder auch 11 WH. Ab 12 oder 13 WH beginne ich aber das Gewicht zu erhöhen, um mich wieder bei ca. 10 WH einzupendeln. Wichtig ist, bei jedem Satz an seine mentale Willens-Grenze zu gehen, um den maximalen Muskelwachstumsreiz zu setzen (natürlich ohne Schwung, mit sauberer, korrekter Ausführung und dauerhafter Spannung im Muskel, Stichwort TUT, Time under Tension). Muskelwachstum wird im Kopf entschieden. Sowohl beim dauerhaften Durchhalten über Jahre, als auch beim jedem einzelnen Satz. Jede letzte WH eines Satzes ist wie ein Mini-Zieleinlauf. Muskelwachstum ist kein fernes „End-Ziel in 5 Jahren“, sondern das Sofort-Ziel in jedem Satz. So gesehen ist Bodybuilding ein Leben im Augenblick, geschrumpft auf eine Minute, konzentriert auf den einen Satz. Oder, für Herr-der-Ringe-Fans: „Ein Satz, sie zu knechten, sie alle zu schinden, ins Eisen zu treiben und ewig zu binden.“

Oberkörpertag (meist Sonntag früh):

Brust - Schrägbankdrücken 1 Satz, 10 WH
Brust - Fliegende 1 Satz, 10 WH
Brust - Frontheben Kabelzug (ca. 45 Grad schräg) 1 Satz, 10 WH

Rücken - Langhantelrudern 1 Satz, 10 WH
Rücken - Rudern Kurzhantel 1 Satz, 10 WH
Rücken - Umgekehrte Butterflymaschine 1 Satz, 10 WH
Rücken - Rudern Maschine (weiter Griff) 1 Satz, 10 WH
Rücken - Latziehen (zur Brust) 1 Satz, 10 WH

Schulter - Seitheben 1 Satz, 10 WH
Schulter - Schulterdrücken 1 Satz, 10 WH
Schulter - Außen- und Innenrotation Kabelzug 1 Satz, 10 WH

Bauch - Bauchmaschine 1 Satz, 10 WH
Bauch - Beinhebestation 1 Satz, max. WH

Extra Tag für Arme, Unterarme und Fingerkraft (meist Mittwoch):

Arme - Curls (mal einarmig, mal SZ-Stange) 1 Satz, 10 WH
Arme - Konzentrationscurls 1 Satz, 10 WH
Arme - Bizepsmaschine 1 Satz, 10 WH
Arme - Klimmzüge Untergriff (=Bizepsbeteiligung) 1 Satz, max. WH

Arme - French Press 1 Satz, 10 WH
Arme - Trizeps Kabelzug Untergriff 1 Satz, 10 WH
Arme - Trizeps Kabelzug Obergriff 1 Satz, 10 WH
Arme - Kickbacks 1 Satz, 10 WH (selten)

+ Einige spezielle Übungen für die Unterarme und Fingerkraft
+ Laufen, wenn ich Lust habe
+ Dehnübungen (=Entspannung/Gymnastik) und anderer „Kleinkram“
+ Testweise Übungen einbauen, die ich mal ausprobieren will
+ Armdrückübungen und Techniken - Gewinn den Kneipencontest!
+ Crunches

Das Armtraining findet manchmal auch zu Hause statt, ich habe dafür 1 Kurzhantel die noch eine Weile mit ihren zusteckbaren Gewichten reichen wird. Für Klimmzüge gehe ich auf den Spielplatz vorm Haus. Ich trainiere an 3 Tagen und mache 4 Tage Pause, pro Woche gesehen. Also Samstag und Sonntag den Unter- und Oberkörper getrennt, dann 2 Tage Pause, dann Mittwoch Arme, dann 2 Tage Pause und wieder von vorn. So gesehen trainiere ich jeden Muskel (bzw. Muskelgruppe) nur 1x wöchentlich. Meine Arbeit als Kfz-(Lkw)-Mechatroniker ist körperlich recht fordernd und im Training gehe ich immer an meine (lokale) Belastungsgrenze, daher belasse ich es bei dem nach recht „wenig“ erscheinenden Aufbau meiner Woche, gönne mir die Regeneration und verhindere damit ein Übertraining. Ohne Trainingspartner ist es aber schwer z. B. beim Bankdrücken wirklich HIT zu machen, sonst hängt einem in der letzten Wiederholung die Stange am Hals. Abhilfe schafft hier die Bankdrückmaschine oder die Multipresse mit Haken zum einrasten auf jeder Höhe. Anfangs ärgerte ich mich nach dem Training (als ich wieder zu Hause war), dass ich nicht intensiv genug trainiert hatte. Das war der Antrieb um ab sofort Vollgas zu geben. Ich wollte danach zu Hause sicher wissen, dass ich 100 % gegeben hatte. Bei der Beinhebestation müssten eigentlich die Beine in einem festen Winkel gehalten werden und nur das Becken hochgeschoben werden. Sonst ist der Hüftbeuger aktiv und weniger die Bauchmuskeln. Am Ende eines HIT-Satzes wird auch nicht einfach die Hantel fallengelassen, sondern man hält sie noch einige Sekunden, um wirklich auch die allerletzte Muskelfaser zu aktivieren und zu erschöpfen.

Übungen die event. noch eingebaut werden / noch zu testen sind:

Tiefe Ausfallschritte (Ausdauer), inkl. rückwärts 
Einbeinige Kniebeuge hinterer Fuß auf Bank
Aufsteiger („Treppensteigen“) Absteiger
Arme seitwärts unten und nach oben rotieren (Kubanische Drehung?)
Einbeiniges Beckenheben
Aufrechtes Rudern Kabelzug bis Kinn
Vorgebeugtes Seitheben
Butterfly
Flachbankdrücken Maschine (selten)
Dips (selten)
Kabelzüge Brust (selten)
Hintere Schulter Kabelzug
Shrugs (selten)
Überzüge am Kabelzug (selten)
Rolfing
Richtige Rücken-Hebe-Techniken
Faszienstretching
Propriozeptives Training

Empfehlenswerte Websites und Bücher:

Fitness-Experts => 2 Wissenschaftler die mit vielen Mythen und Irrlehren in Bezug auf Ernährung und Muskelaufbau aufräumen. Alles ist evidenz- und studienbasiert, kein blabla, kein BroScience, kein Hörensagen, keine Fitnessesoterik: http://fitness-experts.de/

Prof. Dr. Dr. Jürgen Gießing => Sportwissenschaftler an der Universität Koblenz und seit vielen Jahren auf den Bereich Muskelaufbau und deren Theorien spezialisiert. Er kann stichhaltig untermauern, warum die Trainingsmethode HIT für den Muskelaufbau am effizientesten ist. Zwei seiner Bücher sind http://goo.gl/Qh0Ao3 und http://goo.gl/BCgzI6

Dr. Kurt Moosburger => Sportmediziner aus Österreich und betreibt eine informative Website, die mit vielen Ernährungsmythen aufräumt: http://goo.gl/yxkCYl Ein kurzes Erklär-Video findet ihr hier: http://goo.gl/5KvVfb Ein langes Erklär-Video hier: http://goo.gl/7nLXgp

Andreas Frey => Ein Profibodybuilder mit viel Wettkampferfahrung, Europameister, Weltmeister und Mr. Universe. Allerdings ist hier anzumerken, dass im Profibereich (z.B. bei Mr. Olympia oder Arnold Classic usw.) natürlich alle Bodybuilder "chemische Hilfsmittel" nehmen (ein offenes "Geheimnis"). Trotzdem ist seine Website mit den Übungen gut für den Einstieg geeignet, mit kleinen Vorschaufilmchen der Übungen: http://www.freynutrition.de/trainingsuebungen.html Äußerst interessant sind seine sehr hohen Wiederholungszahlen bei der Beinmuskulatur! Dies könnte fast schon die Basis für eine neue Muskelaufbautheorie legen. Vermutlich ist Intensität, anders als bisher gedacht, noch viel wichtiger als die Wiederholungszahlen.

BroScience => Zwei junge Typen aus Amerika machen witzige YouTube-Filmchen über Bodybulding, z.B. den hier http://goo.gl/IjGyQt oder den hier http://goo.gl/jCx3yy

Frédéric Delavier => Hat ein sehr schön bebildertes und bekanntes Anatomiebuch geschrieben, dieses hier: http://goo.gl/ktZ9Hg Man erkennt dort gut, welche und wie die Muskeln bei den Übungen wirken.

If It Fits Your Macros => Eine interessante Diätform, bei der du essen kannst was du willst, du musst nur deine "Makros" einhalten (also die drei großen Player: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett). Mit welchen Lebensmitteln du das machst, ist dir freigestellt. Hier eine Kurz-Erklärung: http://fitness-experts.de/grundlagen/iifym

Team-Andro => Ein großes Bodybuilding-Forum, bin dort auch angemeldet. Einfach mal durchstöbern, vielleicht zum Anfang mal in die Vorher/Nachher-Bilder Ecke reinschauen, mit ziemlich überraschenden und m.E. sehr motivierenden Vorher/Nachher Dokumentationen: http://goo.gl/A7j23i

Ben Sattinger => Ist Weltmeister und Natural-Bodybuilder und gibt in diesem sehr informativen Video(-kanal) grundlegende Tipps für den letzten Feinschliff am Körper vor einem Wettkampf. Also wie bekommt man den Körper knochentrocken, wie bekommt man das letzte Unterhautfett und Unterhautwasser aus dem Körper, wie trägt man die Bräune richtig auf, wie wird entladen und aufgeladen, was passiert mit dem Salz usw.. Er hat seine gesamte Wettkampfvorbereitung minutiös auf Video festgehalten, eine sehr lehrreiche Dokumentation seiner Fortschritte. Hier: http://goo.gl/4IgVic und hier: http://goo.gl/JoqN5o

Was ist eigentlich dein Ziel?

Einerseits mit dieser Diät => http://goo.gl/WPNFRt den Körperfettanteil auf unter 10 % senken und mit dem obigen Trainingsplan und dem HIT-Prinzip Muskeln natural aufbauen, bis ans genetische Limit.

Zitate

"Schmerz ist nur vorübergehend. Er dauert vielleicht eine Minute, oder eine Stunde, oder ein Tag, oder ein Jahr, aber letzten Endes wird er abklingen. Wenn ich aufgebe, wird das für immer sein." - Lance Armstrong (vermutlich)

"Um das zu erreichen, was andere nicht können, muss man das tun, was andere unterlassen." - Unbekannt

"Du solltest einfach am falschen Zeitpunkt anfangen, um den perfekten Zeitpunkt zum anfangen selbst zu schaffen." - Von mir :-p

"The Iron never lies to you. You can walk outside and listen to all kinds of talk, get told that you're a god or a total bastard. The Iron will always kick you the real deal. The Iron is the great reference point, the all-knowing perspective giver. I have found the Iron to be my greatest friend. It never freaks out on me, never runs. Friends may come and go. But two hundred pounds is always two hundred pounds." - Henry Rollins

"Ich trainiere, weil ich den 70-jährigen sexy Mädels am Strand den Kopf verdrehen will." - Charles Eugster, 95 Jahre alt, Zahnarzt, Bodybuilder und Weltrekordhalter

Zusammenfassung

Nach jetzt bald 17-jähriger (theoretischer) Beschäftigung (ca. seit dem Abitur) mit Muskelaufbau und Ernährung, schält es sich langsam kristallklar heraus, dass diese Themen im Grunde extrem einfach sind.

Es gelten nämlich immer und überall und für jeden und für alle Zeit folgende Grundregeln:

1. Trainiere hart und intensiv, hauptsächlich die Grundübungen.

2. Achte auf genügend Regeneration, Pausen und Schlaf.

3. Iss ausreichend Eiweiß, ca. 2 g pro kg Körpergewicht.

4. Fahre ab und zu eine Diät (=Kaloriendefizit) um deine Muskeln sichtbar zu machen, also um "definiert" auszusehen.

Im Grunde müsst ihr nur drei Bilanzen einhalten:

Die richtige Trainingsbilanz (die sogenannte "Superkompensation"), also die richtige Balance zwischen intensivem Training und genügend Pause (es sollten mindestens 2 Tage Pause für die jeweilige Muskelgruppe sein).

Die richtige Kalorienbilanz, die euren Körperfettanteil steuert. Bei einem Kalorienüberschuss nehmt ihr zu, bei einem Kaloriendefizit nehmt ihr ab.

Die richtige Eiweißbilanz, die euren Muskelaufbau steuert. Nehmt ihr zu wenig oder gar kein Eiweiß zu euch, habt ihr umsonst trainiert.

(Die Bilanzen beeinflussen sich natürlich gegenseitig, z.B. kann eine extreme Menge an Eiweiß natürlich einen Kalorienüberschuss in der Kalorienbilanz erzeugen, aber solche Feinheiten ergeben sich eigentlich aus logischen Gründen recht einfach.)

Fitnessstudio-Knigge: Denkt bitte daran eure Hantelscheiben wieder abzubauen. Es ist nicht nett, wenn man 200 kg an der Beinpresse drückt, dann abhaut und der Nachfolger muss 8 Hantelscheiben abbauen. Wer das macht, wird mit 10 Karl-Ess-Videos am Stück bestraft :-D Es sollte auch selbstverständlich sein, ein Handtuch mitzunehmen und gegen den Schweiß auf die Bank zu legen. Und, an die lieben Fitnessstudiobetreiber, man muss das Adduktorengerät nicht in die Raummitte zeigen lassen... (Trotzdem kann man im Grunde nicht über heutige Fitnessstudios meckern, denn was man für 20 Euro im Monat geboten bekommt, ist wirklich gut. Ich bin mit dem Preis-Leistungsverhältnis zufrieden.)

Ein kleiner psychologischer Trick: Denke in Tagen, nicht in Jahren. Du willst in 2 Jahren ein Massemonster sein? Dann sag nicht "2 Jahre", sondern "730 Tage".

Du hast zu dünne Arme? Schneid von allen T-Shirts die Ärmel ab. Arnold hatte immer zu dünne Waden. Was tat er um sich zu motivieren? Er schnitt seine Hosen am Knie ab. Alle sollten seine Waden sehen und er war dadurch motiviert sie zu verbessern.

Merke: Es zählt vor allem, ob du es gerne machst und Spaß daran findest. Auf Deutsch: Es zählt die Konstanz. 99 % sind Transpiration und 1 % sind Inspiration, frei nach Edison und seiner Geniedefinition. Im Fitness-Kochbuch ist beim Muskelaufbau-Rezept die wichtigste Zutat: Dauerhaftigkeit. Alles Wissen und alle Theorie nützt nichts, wenn du nicht dauerhaft bei der Praxis bleibst. Die Basics beim Muskelaufbau sind im Grunde ganz einfach, aber hältst du sie auch über Jahre durch? Das ist der Knackpunkt. Oder, wie ich das mal für den Bereich Diät formuliert habe: Die Leute brauchen keinen Ernährungsberater, sie brauchen einen Willensberater.

Für mein Truppenpraktikum (in Rendsburg bei Kiel, eine schöne Zeit dort) als angehender Offizier, war ich 3 Monate in der Grundausbildung als Ausbilder eingesetzt. Dort gab es Morgens Frühsport, und dabei z. B. Wandsitzen und Stuhl halten. Als Ausbilder gibst du den Takt vor und weißt natürlich wann Schluss ist (nämlich wenn du selbst platt bist), der Rekrut wusste es nicht, dass ist mental viel härter. Manchmal ließ ich die Rekruten beim Liegestütze machen selbst laut zählen, verzählte sich einer, gings wieder bei 0 los => Gruppendynamik vom Feinsten :-) Alles weitere ist verjährt und kann nicht mehr gegen mich verwendet werden ;-)

Kurz zu mir: Ihr fragt euch vielleicht, wenn der soviel Ahnung hat, warum sieht der noch nicht aus wie ein Monster? Weil ich erst den Theorieweg gegangen bin. Es machte mir einfach Spaß, erst einmal die Theoriebasis abzuklopfen bevor ich mit der Praxis anfange. Ok, ok, es ist bei mir etwas ausgeartet (dank meiner halb-autistischen Seite :-), aber nach einer halben Ewigkeit geht es bei mir nun auch endlich ans ernsthafte praktische umsetzen. Ich meine nur, falls ihr Bilder von mir seht und denkt, mh, der sieht zwar fit aus, aber nicht sooo muskulös.

Rest folgt...
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Ich brauch für mein Krafttraining bei Kieser nur 45 Minuten und habe dabei meinen gesamten Körper trainiert (mache ich ein- bis zweimal pro Woche zusätzlich zum Cross Skating). Aufwärmen brauch man sich da auch nicht, dass geschieht automatisch in den ersten 30 Sekunden der Übung (alles an Maschinen). Aufwärmen/Stretching mache ich übrigens seit 10 Jahren nicht mehr (nach schlechten Erfahrungen beim damaligen Tae Kwon Do Wettkampftraining). Ist einfach Zeitverschwendung. ;-)
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Stephan Goldammer

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Wie kann man Wirtschaft verstehen?

(Ein dynamisches Mosaik - Vorsicht, nur für Hartgesottene)

Ist das nicht alles wahnsinnig kompliziert mit der Wirtschaft und dem Geld? Ja, vielleicht, aber würden sie nicht gerne trotzdem endlich mal mitreden? Ist derjenige, der Ökonomie nicht versteht, nicht lebenslang ein Außenseiter, der sich nicht traut sich einzumischen, weil er immer Sorge hat, Quark zu erzählen? Ich werde folgenden Weg versuchen: Mich in meiner Freizeit hinsetzen und meinen Lernprozess dokumentieren. Zeitansatz: 10 bis 20 Jahre. Ich möchte ökonomische Begriffe beleuchten, ausloten, mir selbst klar werden was sie bedeuten und hoffentlich am Schluss zu den entscheidenden Begriffen und Begriffsgebäuden vordringen. Es hilft nichts, man muss den Weg selbst gehen, denn in der Ökonomie ist es wie auf dem Basar, jeder sagt zu dir: Ich habe Wirtschaft verstanden, komm in meinen Theorie-Laden. Da soll man dann den Keynesianern glauben, oder den Neoklassikern, oder den Ordo-Liberalen, oder, oder... Die Begriffe in meinem Text sind nicht geordnet, denn am Schluss sind sowieso alle in der Liste. Die Begriffe sind vorläufige Definitionsversuche, bei einigen ahne ich schon, dass ich sie noch nicht so verwende, wie sie strengökonomisch verwendet werden, aber da befinde ich mich ja mit 98 % der Gesellschaft in guter Gesellschaft :-) Auch möchte ich das Konzept des von mir vorgeschlagenen Lern-Effekt-Tagebuchs („Heureka-Tagebuch“) ausprobieren, also mir meine Aha-Effekte von Beginn an aufschreiben. Leider stehe ich nicht mehr ganz am Anfang, aber ich versuche so gut wie möglich aus mir auszugraben, wie es war, als ich ökonomisch noch völlig blind war und die Worte einfach so aus dem Mund herausgefallen sind. Früher war ich eher politisch interessiert, aber (ich glaube das kann jeder Politikinteressierte bestätigen) irgendwann merkt man: Man muss die ökonomischen Begriffe auf der Pfanne haben, sonst dilletantiert man ja doch nur herum. Man steht da wie Harry Truman, der mal sagte: „Ich wünsche mir nur noch einarmige Ökonomen als Berater, denn immer wenn man sie etwas fragt, sagen sie: On the one hand... and on the other hand..." Wobei, das wäre ja noch in Ordnung, aber die meisten Menschen sprechen mit einer nichtexistierenden dritten Hand: „Ich reime mir die Begriffe so zusammen wie sie mir passen“.

Ein reguläres Vollzeitstudium, z.B. in München, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt, ist finanziell hart. Dazu kommt der hohe Zeitdruck, wer bestimmte ECTS-Punkte-Hürden nicht schafft, fliegt gnadenlos raus. Für „in Ruhe etwas hinterfragen und anzweifeln“ ist keine Zeit. Mein Tipp: Ein Teilzeit-Fernstudium an der FernUni Hagen. Die Kosten sind geradezu lächerlich gering, man hat keinen Zeitdruck, sondern kann sich die Module frei einteilen (Prüfungen muss man natürlich machen). Zwar sind auch die FernUnis mainstream-neoklassisch, aber man hat Zeit, die Begriffe, Modelle, Alternativen und auch ihre Historie, in Ruhe zu durchdenken und hat auf Sicht von 5 bis 15 Jahren einen Studienabschluss (wem es wichtig ist einen „Abschluss“ zu haben und nicht nur „einfach nur so“ sich mit Wirtschaft zu beschäftigen). Man sollte sich vorher mathemäßig fit machen, sonst hängt man nicht an der VWL, sondern an der Mathematik. Aber auch hier gibt es heute gute Online-Angebote, oft vollkommen kostenlos und frei verfügbar.

Jetzt aber zu den Begriffen:

Humankapital: Der Begriff Humankapital kann nicht von der Person entkoppelt werden. Trotzdem ist Humankapital nicht die Person selbst, sondern Humankapital ist das Wissen und die Fertigkeiten die ein Person besitzt. Also die ökonomisch nutzbaren Fertigkeiten, die zwischen den Neuronen im Gehirn gespeichert sind. Ein LKW-Führerschein-Dokument ist nicht das Humankapital, sondern Humankapital ist die Fähigkeit (das Potential) den LKW fahren zu können. Das Führerscheindokument ist (nur) die sichtbare Glaubhaftmachung, dieses Humankapital im Gehirn zu besitzen. Den LKW dann tatsächlich in der Realität zu fahren, ist nicht das Humankapital. Wer an Alzheimer erkrankt, verliert Humankapital, weil sich die Strukturen im Gehirn auflösen. Der an Demenz erkrankte Rhetorik Prof. Walter Jens verlor sein Humankapital, also seine in ihm getragene Fähigkeiten. Ein Führerscheindokument löst sich nicht auf. Warum aber Human-Kapital? Warum dieses Human…(x)…? Was soll das Wort „Kapital“ am Ende bedeuten? Das Wort „Kapital“ deutet, für sich genommen, auf einen Bestand oder eine Menge hin und es deutet zugleich eine ökonomische Nützlichkeit an. Das schließt nicht aus, dass Humankapital auch anderswo nützlich ist. Ken Jebsen kann alles verkaufen, Media-Markt-Kühlschränke an Eisbären - oder rechte Ideen an Linke oder linke Ideen an Rechte. Der Begriff Humankapital soll also einerseits durch das Wort „Kapital“ einen ökonomisch später nutzbaren Bestand andeuten und andererseits soll das Wort „Human“ andeuten, dass es im Menschen selbst liegt. Das Wort „Humanmenge“ wäre ungünstig, denn es wäre nicht klar, meint man damit eine Menge von Menschen oder meint man die Menge an Fähigkeiten die diese Menschen in sich tragen. Sprachwissenschaftler sind sensibel für Missbrauch von Sprache. Sie sind aber deshalb keine ökonomischen Deppen, wie es Wirtschaftswissenschaftler nach der Wahl von „Humankapital“ zum „Unwort des Jahres“ nonverbal ausdrückten. Kennen sie noch „Fördern und Fordern“? Das Hartz IV Motto? Eingeführt mit „besten ökonomischen Absichten“. Daraus ist ein Bestrafungs- und Sanktionierungsapparat geworden, mit 10.000-den Menschen, denen das Existenzminimum zu 100% weggekürzt wird, weil sie es abgelehnt haben, sich für 1 Euro ausbeuten zu lassen. Der Häuptling im Indianerdorf musste noch für seine Begriffe haften, aber in großen Gruppen (Staaten) ist die „Verantwortung für Begriffe“ im gesellschaftlichen Nebel verschwunden. In Gemeinschaften von 100 Personen kann man leicht nachsteuern, wenn Begriffe mal falsch oder ungenau sind, bei 80 Millionen oder mehr, da müssen die Begriffe messerscharf sein und ständig auf Missbrauch abgeklopft werden. Die Begriffe - nicht die Menschen! Bin etwas abgedriftet... Das Havard -Business-Magazin schreibt: „Schon damals ging es den Experten darum, den ökonomischen Wert der Mitarbeiter für das Unternehmen zu dokumentieren.“ Tja, da haben wir es, das unsaubere Sprechen, denn es sind eben nicht die Mitarbeiter, sondern das Humankapital der Mitarbeiter, das ökonomisch bewertet wird. Argh, mich macht solche Sprachunschärfe (Denkunschärfe?) fuchsig. Denn einige Absätze später, wird wieder so gesprochen, als wäre Humankapital vom Mitarbeiter entkoppelt: „Spätestens wenn Unternehmen gegenseitig massiv um Talente kämpfen, wird das Management des Humankapitals modern. Allerdings werden die Mitarbeiter dieses Kapital dann ausschließlich in jene Unternehmen investieren, die die höchste Rendite versprechen. Zahlbar in Geld und Wertzuwachs beim Humankapital.“ Kurz: Humankapital ist der Bestand des ökonomisch nutzbaren Wissens, dass im Gehirn des Menschen gespeichert ist, es ist nicht gleichzusetzen mit der Person selbst, obwohl es, rein materiell, untrennbar mit ihr verbunden ist. So gesehen ist „angeborenes fußballerisches Talent“ eine Art Humankapital-Basis, das durch Training im Humankapital-Bestand erhöht werden kann. Nach Bilanz-Logik müsste es Humanvermögen heißen, da Aktiva/Vermögen links steht. Kann ein Kind Humankapital sein, nein, aber seine inneren Fähigkeiten/Talent sind es. Gefahr gegeben, das geistig Behinderte (=Humankapital Null) als ökonomisch nicht nutzbar gelten, was sie strenggenommen begrifflich sind, oder man nennt sie direkt "Schmarotzer" (Das ist nicht meine Logik und nicht meine Sprache!) Wenn man Schmarotzer sagt, was meint man, den Menschen oder sein Humankapital? Der Mensch kann nicht gemeint sein, denn an Menschen ist die Wirtschaft nicht interessiert, sie ist an Humankapital interessiert. Kann man sich leicht mit menschlich aussehenden Humankapital-Robotern klarmachen. Wo in den Modellen steckt eigentlich der Wille seine Human-Bestände auch zu nutzen. Kommt der Wille im Modell vor? Denn der Wille ist das Bindeglied, das Mensch und Humankapital in Aktion treten lässt. Denn Humankapital ohne den Willen zur Nutzung, ist wie es nicht zu haben. Oder lockt im Modell der Lohn das Humankapital, wobei Lohn muss Menschen locken, Humankapital ist ja nur ein kommunikationsunfähiger, lebloser, aber messbarer "Bestand".

Inselbeispiele - Der Anfang: Jeder der „Wirtschaft“ verstehen will, stößt auf die Inselbeispiele. Da lebt ein Robinson Crusoe auf einer Insel und jetzt erklären wir mit Fischfang, Freitag und den Kokosnüssen das Wirtschaften. Schon früh habe ich mich gewundert, dass diese Anfangs-Beispiele gar nicht am Anfang des Wirtschaftens beginnen. Denn Robinson Crusoe musste erst einmal geboren und aufgezogen werden, es musste Schiffe geben, mit denen er dann untergehen konnte, er besaß schon die Fähigkeit zum Fischen etc. - Humankapital war also vorhanden :- ) Einen „echten Anfang“ stelle ich mir anders vor. Vor allem aber, was passiert wenn ein Eskimo oder ein Indianer auf eine Insel verschlagen wird, würde der auch mit dem scheinbar „einleuchtenden“ Tausch von Gütern beginnen? Wie wirtschaftet ein gestrandeter Kapitalist, wie ein Sozialist, wie ein Neoliberaler? Eigentlich ein guter Ansatz für Witze ;-) In den üblichen Inselbeispielen wird also viel vorausgesetzt, obwohl „einsame Insel“ suggeriert, man würde bei 0 anfangen und endlich mal von „Anfang an das Wirtschaften verstehen“. Zurücklehnen, sich bequem von der Couch aus berieseln lassen und von Anfang an Wirtschaft verstehen? Pustekuchen! Man setzt schon voraus, was man erst erklären will. Scheinbar einfache Inselbeispiele erfordern höchste Aufmerksamkeit, eigentlich sind sie viel zu schwierig für Anfänger. Die Inselbeispiel-Reihe werde ich noch weit ausbauen, hier wollte ich über den scheinbar „einfachen Anfang“ sprechen, denn nur weil auf einer Insel jemand unrasiert im Lendenschurz rumläuft, muss es nicht einfach sein. Wenn Tom Hanks mit seinem Volleyball redet, ist das sein Problem :-D Hätte er mal lieber ein VWL-Lehrbuch mitgenommen. haha!

Investition: Mein Gott, hab ich mir an dem Begriff die Zähne ausgebissen. Es tauchen so viele Fragen auf: Gibt es einen Unterschied zwischen „investieren“ (also einem zeitlich verteiltem „Tun“) und „der Investition“ (also eher etwas wie ein fester, vorhandener Bestand, z.B. eine Maschine die vor mir steht: „diese Maschine ist eine gute Investition“). Oder ist damit eine vergangene Investition gemeint („das war gute Investition“) oder meint man das Aktuelle („das ist eine gute Investition“) oder meint man die Zukunft („das wird eine gute Investition“). Schnell stößt man auf die Gleichung „Sparen = Investieren“ und ist komplett verwirrt. Wie soll denn das, was man investiert, also z.B. eine Maschine, gleich dem sein, was ich auf meinem Konto gespart habe? Und wieso ist es gleich („=“), was ist denn, wenn es mal nicht gleich ist? Wenn ich also zuerst Geld spare und später in ein Unternehmen investiere. Was ist zuerst da? Erst das Sparen oder erst das Investieren? Aber die Formel sagt „S = I“, also ist beides immer gleichzeitig da!? Befinden wir uns mit der Formel auf der Ebene des Geldes oder auf der Ebene der „realen Werte“. Und: Warum reden die Einen von Erspartem, die Anderen von Kapital und wieder Andere von Vermögen oder von Geld oder von Anlage oder von Wert-Anlage? (Na ja, so naiv habe ich halt am Anfang gedacht bzw. gefragt) ………… Was ist eine Investition von 0 ? Also eine nicht vorhandene Investition? Offenbar hat der Gleichungsbegriff Investition, mit der Realität, in der Hinsicht, nichts zu tun. Denn sonst würde man auf dem Mond landen und sagen, hier sind ganz viele Investitionen vorhanden, dass wäre korrekt, denn auf Nachfrage würde derjenige sagen, Investition von Null. Ok, langsam wird klar was eine Investition ist, nämlich ein beobachtbarer Vorgang, bei dem jemand Geld an jemand anderen übergibt und dafür einen Gegenstand erhält, von dem er sich eine ökonomische Nützlichkeit erhofft, die in der Zukunft zu wieder einfließendem Geld, und zwar mehr als vorher, führt. Dann scheint mir im Gegenzug Konsum eine Übergabe von Geld gegen einen Gegenstand, mit dem Unterschied, dass man keine ökon. Nützlichkeit erwartet, also keine zukünftigen Geldrückflüsse

In diesem Stil wird es die nächsten Monate/Jahre weitergehen. Am Schluss jedes Begriffes werde ich eine kurze Definition versuchen und damit meinen aktuellen Stand des Verständnisses darlegen. Fehler und Quark sind normal, die werde ich alle nach und nach direkt online, quasi „live im Text“ ausbügeln, „alte Versionen“ wird es nicht geben. Früher habe ich die Texte erst auf der Festplatte „vor-geschrieben“, jetzt werde ich sie quasi online „live“ schreiben. Ich könnte mir bisher auch nicht vorstellen ein Buch zu schreiben, denn was ist, wenn sich das Verständnis für Begriffe ändert? Ist es nicht schwierig für einen VWL-Prof., sein Weltbild nochmal zu ändern, wenn er in 50 nicht-mehr-änderbaren Büchern genau das Gegenteil behauptet hat? Man wird ihm immer seinen „Quark“ unter die Nase reiben - und diese Sorge wird ihn umso heftiger an seinem alten Weltbild festhalten lassen. (Das ist jetzt mal in den Raum philosophiert, warum ökonomische Begriffsgebäude so hartnäckig stabil sind)

Wie gehe ich vor: Eigentlich ganz einfach, ich suche mir alle verfügbaren Quellen, das sind vor allem die Lehrbücher der Uni-Bibliothek, VWL und BWL Online-Skripte von den verschiedenen Lehrstühlen, nutze Ökonomie-Blogs zur Diskussion, bestelle mir interessante Wirtschaftsbücher, auch Klassiker, bei Amazon, oder, soweit möglich, benutze Google-Books etc., nutze Foren wie Spiegel-Online um bei Diskussionen in den Kommentarspalten zu sehen wie andere „Wirtschaft verstehen“, ich suche das Gespräch, egal ob Freunde, Bekannte, Laien, Profis usw., nutze Online-Vorlesungen und ich versuche, nicht in die Anfängerfallen zu tappen, wie den „Jesuspfennig“ oder „Durch den Zinseszins muss das Geldsystem zusammenbrechen“ oder „Banken und Politiker stecken unter einer Decke und zocken uns ab“ oder „Geld drucken" oder „Die Schulden können nie zurückgezahlt werden“ und den ganzen anderen emotional-aufgeladenen, aber menschlich nachvollziehbaren Meta-Begriffs-Quark. Das einzige „Problem“ ist die Zeit, oder besser, das Einkommen :-) Mit dem von mir favorisierten BGE-Modell, könnte man sich 24h/7d mit Thematiken beschäftigen, aber heute heißt es ja: „oarbeidden, oarbeidden, oarbeidden“ :-D Dabei hat z.B. Einstein auch erst in der sicheren Einkommensruhe als dritt-klassiger Patentbeamter, ohne Geldsorgen, die Zeit und Ruhe gefunden, mal die physikalischen Begriffe und Axiome zu hinterfragen. Auch Marx hatte erst durch finanzielle Unterstützung vom reichen Engels, die Zeit und die Ruhe zum denken. (Marx war lebenslang ein richtig monetär-armes Schwein.) So sollte es jeder machen können, in seinem Bereich der ihn interessiert. „Arbeitslosigkeit“ ist doch super, endlich machen Maschinen unsere Arbeit und wir haben Zeit zum Nachdenken. Nur ein bescheidenes Einkommen ist notwendig, um das Geld zu haben, um die Waren zu kaufen, welche die Maschinen produzieren. Aber wir müssen ja an den Unis Absolventen ausbilden, um „die Wirtschaft anzukurbeln“. Im Prinzip braucht man Unis, in dieser Form, in Zukunft gar nicht mehr, denn (fast) alles ist frei verfügbar, man braucht nur noch gute Archive, Zeit, Neugier, Online-Vorlesungen und ein bescheidenes Einkommen, und die Uni nur, um die Prüfung formal abzulegen. Aber 1.000 Studenten, die sich in einen Mathe oder VWL Anfängerhörsaal quetschen, um doch nur die seit 30 Jahren gleichgehaltene (und immer noch unverständliche) Vorlesung zu hören? Oh, jetzt bin ich aber voll vom Thema abgekommen :-)

Inflation: Stellen sie sich jetzt Geld einfach nur als bloßen Gegenstand vor, vergessen sie, dass man damit einkaufen kann, vergessen sie, dass es da draußen Waren gibt, vergessen sie den Einkaufsbummel. Der Geldschein ist also, wie ein Ziegelstein, einfach da, und wir stapeln nun Geldschein auf Geldschein und Ziegelstein auf Ziegelstein. Weder wollen wir mit dem Geld einkaufen gehen, noch wollen wir mit den Ziegelsteinen ein Haus bauen, trotzdem liegt das Geld vor uns und wir stapeln und stapeln. So, und nun schaut jemand in unseren Garten und ruft: „Die Geldmenge wächst - Hilfe, das ist Inflation!“ „Moment“, rufen wir zurück, „ich stapel hier im Garten nur Geldscheine und Ziegelsteine aufeinander.“ Ist das schon die Inflation? Aber ich tu doch gar nichts, die Welt außerhalb meines Gartens ist nicht betroffen von meiner Geld- und Ziegelstapelei. Wovor haben Menschen Angst? Vor steigenden Preisen. Preise kleben aber nicht am Geld (oder doch? Es gibt ja den Meta-Satz: "Zins ist der Preis für Geld"), sondern an den Waren. Ich fahre also in die Stadt und wedele mit meinem Geldschein vor Händlers Nase herum, aber ich wedele einfach nur, kaufen tue ich nichts. Was macht der Händler? Er muss seine Waren verkaufen, also muss (?) er runter mit den Preisen. Ich gehe am nächsten Tag mit einer Schubkarre voller Geld zum Händler, wedele mit einem Ventilator die Scheine durch den Verkaufsraum, aber kaufe wieder nichts. Der Händler ist verzweifelt und senkt noch weiter die Preise. Ich komme am übernächsten Tag mit einer LKW-Ladung voll Geld, lasse den Händler kurz im Geld schwimmen, kaufe aber wieder nichts. Seltsam, da gibt es Unmengen von Geld, aber die Produkte werden immer billiger. Wie kann das sein? Es müsste doch Inflation geben? Seltsamerweise gibt es Deflation, also den Rückwärtsgang. Die meisten Menschen machen Folgendes: Sie heben die linke Hand auf die Höhe von 1, 50 m und heben anschließend die rechte Hand auf 1, 50 m und sagen: „Hier, das ist die Menge des Geldes und hier, das ist die Menge der Güter und beide sind gleich hoch“. Inflation erklären sie dann so: Sie heben die linke Hand auf 2, 50 m und die Rechte bleibt auf 1, 50 m und sie sagen: „Jetzt ist zu viel Geld da, es herrscht Inflation“ und sie betonen, dass das zu-viel an Geld „die Inflation ist“. Irgendwie ist auch gar nicht klar, was ist eigentlich der „richtige“ Preis? Wenn ich nie einkaufe, woher soll eigentlich der Händler wissen, was der „richtige“ Preis ist? Erst wenn ich, oder irgendjemand, bei ihm einen Kaufvertrag abschließt, also wirklich einkauft bzw. "tauscht" (wie viele sagen), weiß er es. Es muss also zwischen Geld und Ware erst zu einem Kaufkontrakt kommen, bzw. der Händler und ich, müssen einen Kaufkontrakt ausmachen, ein juristischer Sachverhalt. Inflation ist nicht die wachsende Geldmenge, Inflation sind steigende oder fallende Preise der Waren. Es rennen Test-Käufer im Auftrag des Staates jeden Monat zu den Läden, notieren die Preise und melden sie an eine Zentrale. Diese merkt dann, um wie viel die Preise gestiegen sind und verkündet das als, z.B. 2% Inflation. Es ist dieser Behörde völlig wurscht, ob gerade von der amerikanischen Notenbank so und so viele Billionen Dollar „gedruckt“ wurden oder ob die EZB den Leitzins auf so oder so gesetzt hat, diese Behörde guckt einfach wie ein Jäger durchs Fernrohr und sieht einen Preis. Diesen notiert sie, egal was drum herum über „Geldmengenwachstum“ spekuliert wird. Kurz: Inflation ist nicht ein fiktives Geld-Problem, sondern eine ganz reale Überprüfung der Preise, es laufen behördliche Mitarbeiter in die Läden und schauen einfach auf die Preise. Fertig. Der Unterschied zum letzten Monat wird dann als Inflationsrate (Unterschied zu "Inflation"?) bezeichnet und die Waren, die sich diese Mitarbeiter anschauen, als „Warenkorb“. Eigentlich ein unemotionales, rationales Messen, so wie Schulkinder, die dazu verdonnert wurden, als Hausaufgabe zu zählen, wie viele Autos pro Stunde unter einer Autobahnbrücke durchfahren. Noch kürzer: Wer auf die Preise von sehr vielen Waren gleichzeitig schaut und sich dabei den Unterschied zum Vormonat merkt, der misst die „Inflation“. So werde ich ab sofort den Begriff Inflation verwenden. Da Kaufkontrakte notwendig sind, um überhaupt Geld gegen Ware „zu tauschen“, wäre (fiktiv) folgende Situation möglich: Die Händler verdoppeln spaßeshalber die Preise ihrer Waren für einen Monat, wir Kunden kaufen aber nicht ein. Die Behörden-Mitarbeiter würden aber die gestiegenen Preise entdecken und auf 100 % Inflation schließen, obwohl kein einziger Kaufkontrakt geschlossen wurde. Interessante Fragen wäre: Kann der Preis für eine einzelne Ware höher sein als die gesamte Geldmenge? Kann Geld, im Modell, mehrfach zum Einkauf genutzt werden? Merke an mich: BGB einbauen. Bisheriges Verständnis ist genau die Mainstream-Neoklassik, die Geld als gegeben ansieht und wir tauschen munter die Waren gegen Geld. Ich brauche trotzdem erst mal ein schriftliches Grundgerüst, geht nicht anders. Was würde passieren, wenn Ureinwohner vom Amazonas ihre Nahrung mit Euro-Preisschildern bekleben würden, und aus ihrem nicht-monetären ("preislosen") Kreislauf in unseren monetären einschleusen würden. Da gibt es noch viel begriffliches aufzudröseln... Aha-Effekt: Offenbar meint man mit Geld "im Umlauf" das, was ich oben als Kaufkontrakte abschließen bezeichnet habe. Geld und Ware "umlaufen" wenn Geldbesitzer und Warenbesitzer einen Kaufvertrag abschließen und Geld und Ware "tauschen". Was aber ist im Spezialfall, wenn Geld "da ist" aber "nicht kauft", also der Umlauf Null ist? Inflation will den Durchschnitt aller Preise (Güter/Waren?) messen, das geht nicht, nur von einer Art monetär-laplaceschen Dämon, also nimmt man Warenkörbe und erhält eine Abweichung vom "wahren Wert". Sind in der Inflation auch Aktienpreise? Mir wird gerade klar, das einfache addieren aller Preise, kann nicht die Geldmenge sein, denn Aktien haben zwar den Preis von 10 Euro und alle glauben sie könnten für 10 Euro verkaufen, aber wenn alle das tun würden, würde der Preis rapide nach unten gehen. Mir fällt das Verständnis auch schwer weil ich 1. glaube ich müsste erst Ströme und Bestände besser namentlich auseinanderhalten und 2. den Unterschied zw. Kredit und Geld schon kenne, ihn aber nicht einfach so einbauen kann. Kritik: Bei "Geld in Umlauf setzen", ist da Geld als Geldmenge gemeint? wie kann sich eine Geldmenge selbst in Umlauf setzen, sprachlich finde ich das seltsam, v.a. bei der Gesamtgeldmenge, wer setzt denn diese "in Gang"? Ist einem die Unterscheidung zwischen einem einzelnen Schein und der gesamten Geldmenge wurscht und man addiert einfach? Wieso man Inflation sofort Wertverlust nennt ist unklar, Inflation misst etwas, die Interpretation "Wertverlust" kommt später hinzu, sie bedarf aber anderer Bezüge, die eine reine Messung nicht hergibt. Witzigerweise kann es der messenden Behörde auch egal sein welche Preise vorherrschen (am Start) denn ab Start wird nur noch die relative Veränderung zum Vorjahr gemessen. Ob die Preise bei Beginn der Messung "hoch" oder "niedrig" sind, bedarf irgendeiner Referenz, die man am Start noch nicht hat (also vor der ersten Messung.) Inflation ist kein Bestand, so reden aber alle. Inflation, so wie geredet wird, ist nicht beobachtbar, denn beobachtbar sind nur Bestände, eine Preisänderung ist nicht messbar, wir können nur "hingucken" und Preise "sehen", aber den Unterschied (Prozentzahl) muss man berechnen.

Wenn ich einzelne Begriffe besser verstehe, muss ich wahrscheinlich auch in allen anderen Begriffen ein Verständnis-Update durchführen, z.B. bei der korrekten Verwendung des Begriffs Waren vs. Güter. Jahre/Jahrzehntelang habe ich mich ökonomischer Sekundärquellen bedient, z.B. der Wirtschaftsteil einer Zeitung ist für mich eine ök. Sequ. Dabei gewöhnt man sich ein unscharfes ökonomisches Sprechen und Denken an, dass wieder herausoperiert werden muss. Irgendwie bin ich früher davon ausgegangen, wenn man nur genug Bücher/Zeitschriften/Zeitungen/Blogs liest dann wird die Erleuchtung schon kommen. Kommt aber nicht. Obwohl es wirklich gute Blogs gibt, fehlt mir doch letztlich immer der feste Untergrund, um "wirklich" mitreden zu können. Das geht wahrscheinlich vielen so. Derzeit habe ich das Gefühl mich im Rückwärtsgang auf die Begriffe zu-zubewegen, wogegen sich jemand direkt nach der Schule, im Vorwärtsgang auf die VWL-Studium-Begriffe zubewegt, noch ganz unvorbelastet. Des weiteren merke ich, es geht wohl doch nicht ohne Rechnen und Mathematik, obwohl ich mir gewünscht hätte, es ganz ohne zu verstehen. Nicht weil ich Mathe nicht mag, im Gegenteil, aber es widerstrebt mir mit Mathe anzufangen, bevor ich nicht die Begriffe verstanden habe. Nun ja, man kann sich aber auch nicht ewig im Kreis drehen. Wie kann man sich als junger Abiturient vertrauensvoll in Ökonomievorlesungen setzen wenn draußen (sichtbar) das Euro/Staatspleite/Shutdown/Finanz/Banken/Steueroasen/Arbeitslosigkeit/Einkommenslosigkeit-Schlamassel herrscht und die Professoren in den Modellen keine Krise sehen? Aus den Absolventen werden doch die Politik/Unternehmens-Führungskräfte, wie sollen die denn die Probleme lösen? Einem Prof. der heute ernsthaft noch von Vollbeschäftigung faselt, dem spring ich an die Gurgel :-) Und es gibt sie, z.B. Prof. Bontrup, der sich als "sozial" geriert, aber doch nur das alte Denken in neuen Schläuchen präsentiert: https://www.youtube.com/watch?v=YJzk0oyR_kw (Es gibt davon auch eine Langversion, für mich exemplarisch für Alt-Modell-Denken, immer geht es gegen die bösen Schulden, gegen die bösen Kapitalisten und für die gute Vollbeschäftigung, bääh) Wenn sich WiWi Prof. als blinde Fachidioten beschimpfen lassen, dann ist das zwar persönlich verletzend aber wohin soll sich denn der Frust entladen? Die VWL/Neoklassik geriert sich als wertfrei und nicht-politisch, aber auch einem komplett im Elfenbeinturm abgedichteten Prof. muss doch aufgefallen sein, wie sein Fachbegriff Vollbeschäftigung ausgeartet ist. Warum schreibt der Prof. nicht einem Politiker eine Mail und weist ihn darauf hin: "Du verwendest den Begriff nicht so wie wir".

Unternehmen: Unternehmen und Unternehmer, das ist ein Unterschied, der erst langsam in den sprachlichen Teil meines Gehirns gesickert ist. Ein Bäcker ist nicht das Unternehmen! Er ist der Unternehmer und tritt, so mein bisheriger Kenntnisstand, als (Modell-)Konsument auf. Meistens trennt keiner diesen wichtigen Unterschied zw. "die bösen Unternehmen" und "die bösen Unternehmer", entnommen der Sekundärsprache :-) Denn jetzt fällt mir auch einiges wie Schuppen von den Modellen. Früher fragte ich mich, was ist in dem Fall, dass der Bäcker seine eigenen Brötchen isst, konsumiert dann das Unternehmen? Argh, das war für mich nicht verstehbar, brachte alles durcheinander. Klar, die Kunden sind Konsumenten, aber der Bäcker? Hm... Ok, also, der Bäcker ist zwar Unternehmer, aber er ist nicht das (Modell-)Unternehmen. Wer macht den Gewinn, der Unternehmer oder das Unternehmen? Ha! Gleich mal in die Falle getappt: 1. Natürlich macht das Unternehmen den Gewinn, jetzt wird's mir klar. 2. Falsches sprechen! Man kann keinen Gewinn machen bzw. haben, Gewinn ist ein Strom und kann nur zufließen. Again what learnt - Oder auch nicht, denn ich leier mir das hier einfach so aus der autodidaktischen Gehirn-Hüfte. Im Prinzip werden Unternehmen, relativ zu Menschen, als Fremdkörper betrachtet, als Nicht-Mensch. Unternehmen kann Gewinn zufließen weil sie juristische Personen sind. Eigenkapital steht auf Passivseite weil das Unternehmen als Eigenkonstrukt betrachtet wird, das ist gewöhnungsbedürftig, weil man den Unternehmer und das Unternehmen gleichsetzen möchte. Man stellt sich Eigenkapital ja eher auf der Aktivseite vor, als "das hat das Unternehmen". Eigentlich sind Unternehmen irgendwie auch Konsumenten, sie konsumieren Maschinen, die verbraucht werden, durch Abnutzung, zu Rost/Staub zerfallen. Unternehmen sind Maschinen-Konsumenten, so gesehen. Es gibt Abschreibung die diesen Verfall offenbar dokumentieren soll, in Geldeinheiten.

Lehrbuch-Weisheiten: Mankiv/Taylor beginnen ihr Lehrbuch (ein weltweit genutzter Klassiker) mit den volkswirtschaftlichen Grund-Regeln. Die erste lautet: Menschen stehen immer vor Alternativen. Mir stellt sich die Frage, stimmt das? Ist ein Afrikaner kurz vorm Verhungern in der Lage eine Wahl zu haben, hat ein zu 100% Sanktionierter ALG2 Empfänger eine Alternative, hat ein illegaler Amazonas-Regenwald-Abholzer eine Alternative, hat ein Ertrinkender eine Wahl, hatte Francesco Schettino ein Wahl? Schwierig, denn einerseits ist es tatsächlich richtig (und irgendwie trivial), dass, solange wir nicht tot sind, immer Alternativen haben bzw. wir uns entscheiden, denn auch nicht-entscheiden ist eine Wahl. Also, wenn man es immer aus den inneren Augen der Person betrachtet, ja dann hat man immer eine Alternative, denn auch einfach "Nichts-Tun" ist eine Entscheidung. Aber, wenn man aus der inneren Wahl-Szene herauszoomt und aus der Vogelperspektive schaut, hat dann diese Person eine Wahl? Oder sind wir es, die ihr zusprechen, guck mal, er könnte dies und das tun und eine andere Wahl treffen? Oder ist dieser Meta-Blick nicht erlaubt in dieser Modell-Grundregel? Stellen in Gesetzen formuliertes (also die "nicht sichtbare Realität") Wunsch-Verhalten schon Gründe dar für alternatives Verhalten oder zählen nur harte Fakten? Grenzen des Modells: Ist ein Meta-Blick erlaubt oder nicht? Ok, es geht offenbar um Einzelentscheidungen. Aber oft wird doch gesagt "Gruppen" hätten sich entschieden, aber wie entscheidet das Objekt "Gruppe"? Entscheiden können immer nur einzelne Menschen. Offenbar meint Mankiv, dass ein Mensch lebenslang seine Zeit verteilen muss und daher aus allen alternativen Zeitdepots (mein Wort) eine auswählt, mit der er die nächste Stunde verbringt. Irgendwie entscheidet er also, dass es am besten ist, so und so die nächste Stunde mit der oder der Handlung zu verbringen. Nein, doch keine Einzelentscheidung, er bezieht sich auch auf Gruppenentscheidung, ist dann eine Gruppe modellhaft eine Einzelperson? Schon auf den ersten 2 Seiten sind Fachbegriffe ohne Ende, Kapitaleigner, Preisforderung, Waren, Dienstleistung, Zielkonflikt, Effizienz, Gerechtigkeit, Einkommensbesteuerung, Opportunitätskosten... Begriffe für die man Monate braucht, aber wir haben es ja mit "didaktisch-pädagogischer Begabung des Autors" zu tun (Vorwort). Also bisher möchte ich dieses didaktische Meisterwerk eher ganz unpädagogisch aus dem Fenster werfen. Oder ich schenke es der Katze. Sätze wie "Die Armen sollen nicht einfach deshalb ignoriert werden weil die Sozialhilfe Anreize zur Arbeit zerstört" oder Menschen "gute" Entscheidungen treffen sind so dermaßen wertend und eigentlich auch stark diskutabel, aber ich bin ja erst auf der zweiten Seite... Bestimmt bin ich auch der einzig Doofe hier in diesem Quadranten der Galaxie, alle anderen sind begeistert ob der Darbietung unseres Didaktik-Gottes.... Wer jetzt sagt "geh doch ins Seminar" etc., Moment, schlechte Lehrbücher durch Seminare/Repetitorium etc ausgleichen Nö! Das ist inakzeptabel, sollen denn die Lehrbücher immer unangetastet hochgejubelt werden? Nö. Nö. Nö.

Ich hab gerade so das Gefühl ich muss einiges korrigieren was ich über Neoklassik Modelle gesagt haben. In der Neoklassik herrscht immer Vollbeschäftigung gemäß X. Eigentlich dürften Neoklassiker gar keine Vollbeschäftigungsempfehlungen an die Politik geben denn Vollbeschäftigung herrscht ja gem. Modell jederzeit. Wer von meinem halb-emotionalen, stark gesellschafts-politisch geprägten Sing-Sang Stil genervt ist und hier "harte Fakten" erwartet, nun ja, 1. wird sich das abschwächen, und 2. Fakten-Lehrbücher die man nicht versteht, sind Grund genug einen anderen Stil zu probieren.

Wer nimmt die Gesamtschuld auf, geht nicht, nur Einzelschulden können von jemandem aufgenommen werden, Gesamtschuld ist addierte Einzelschuld, die andern Typs ist.

Produktionsfaktor: Geht einher mit dem Verständnis von Produktionsmittel, eventuell synonym verwendet. Produktionsfaktor ist Mengenbegriff, Maschine ist Element. Manchmal wird aber auch die Maschine Produktionsfaktor genannt, aber man kann der Menge und dem Element nicht den gleichen Namen geben. Prof. Marion Steven schreibt in "BWL für Ingenieure", es geht um reale Transformationsprozesse, dann schreibt sie, auf der nächsten Seite, von der Transformation von Produkten zu Geld. Ich kann mir eine reale Transformation von Mehlteig zu Brötchen gut vorstellen, aber eine reale Transformation von Brötchen zu Geld? Man kann das mal locker flockig hinschreiben mit der "Transformation" aber wie soll ich mir REAL diese Verwandlung vorstellen? Oder meint sie damit nur den "Tausch"? OK, Produktionsfaktoren sind offenbar alle realen Gegenstände die daran beteiligt sind Produkte herzustellen, unterteilt in Werkstoffe, Betriebsmittel und Arbeit. Die ersten beiden sind ja nichts anderes als einfach Bestände von realen Objekten, die nützlich sind für die Produktion, aber der Begriff Arbeit scheint mir anderen Typs zu sein, denn Arbeit kann man nicht als Bestand haben. Menschen können ein Bestand sein, Arbeit nicht. Ich kann zwar den Mehlteig messen oder das Brötchen, aber doch nicht Arbeit, sondern nur die Arbeitsleistung, die aber wieder dem Brötchen entspricht. Habe gerade Schwierigkeiten Arbeit einzuordnen. Ein menschlich aussehender Roboterbäcker transformiert Mehlteig zu Brötchen, er macht Arbeit. Hm... man würde ihn einstellen wenn er ohne Einkommen arbeitet und man nur 1x Kosten hätte relativ zu Mensch-Bäcker der andauernd monatlich kostet. Vermutlich sind das die Opportunitätskosten die man immer hört. Trotzdem ist noch nicht geklärt was Arbeit ist. Arbeit kann doch nur am Objekt gesehen werden, also ist Arbeit mit dem Brötchen-Ding gleichzusetzen, aber wozu dann noch den Begriff Arbeit? (höchstens als schwammiger Meta-Begriff) Wenn Arbeit das reale Ergebnis ist, dann ist Arbeit ein zusätzliches, eigentlich überflüssiges Wort. Bei Prof. Adolf Schab "Managementwissen für Ingenieure" findet man "Mitarbeiter ( Arbeiter und Angestellte)". Ja wie nun, Arbeit oder Arbeiter? Was ist mit den kostenlosen Produktionsfaktoren, die auch ins Produkt materiell einfließen, zum Beispiel Sauerstoff. Ok, es ist wohl besser die Begriffe Input und Output zu verwenden, die anscheinend reale Vorgänge bezeichnen, also nicht die finanziellen.

Abschreibung: Eine Maschine rostet, eine Kutsche hat einen Holzwurm, sie vergammeln also. Ist das die Abschreibung? Hm... habe mich lange schwer getan, aber das ist nicht die Abschreibung, sondern die Abschreibung findet in der Bilanz statt. Früher dachte ich, eine Maschine verrostet und dann verkauft man sie einfach zum Restwert. Wozu braucht man den Begriff Abschreibung also? Ich schreibe ja die Möbel in meiner Wohnung auch nicht ab, sondern kaufe sie und nach 20 Jahren verkaufe ich sie, fertig. Ok, nach m. bisherigen Verständnis dienen Abschreiben dazu, immer den aktuellen Wert des Vermögens zu kennen. Eine Abschreibung ist wie das drücken auf den "Aktualisieren-Button" am Web-Browser, man bringt die Internetseiten auf neuesten Stand. Die Frage ist, ist Abschreibung real oder nicht. Nein, sie ist nicht-real, denn das "Vergammeln" der realen Dinge passiert von allein, es interessiert die realen Objekte nicht ob ich irgendwo Bücher führe und dort das Wort "Abschreibung" benutze.

Konto: Ach ja, das Konto. Auch ein Begriff den ich immer als Schatztruhe gedacht habe, selbst mit 0 Euro. Im Moment bin ich der Meinung, dass das Konto wirklich so ziemlich gar nichts darstellt, außer eben eine Zahl. Aber unser alltägliche Sprechen, wir würden vom Konto abbuchen, etwas runterholen, damit zahlen, "haben sie ein Konto", nun ja... Haben und Soll muss auch erst definitorisch mal ins Gehirn. Irgendwie habe ich Konto immer mit der Passivseite einer Bilanz gleichgesetzt. Hm... Kontostand ungleich Konto. Kontenform. Zahl nicht Konto/Saldo.

Brutto: Brutto heiß so viel wie "unbesteuert". Es hat eine Weile gedauert das zu verstehen, denn immer dachte ich bei Brutto sofort, Moment mal, BMW-Mitarbeiter würden gern in Brutto rechnen, aber ohne Steuern gäbe es keine Straßen und das Brutto, auf das sich BMW freut, würde überhaupt gar nicht erst existieren.
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5 comments
 
Die Gleichung S=I ist einfach falsch.

Gleich wie S=F oder S=R.
Erspartes verleiht auch keinen Anspruch auf eine Forderung oder irgendwelche Rechte. In einer Welt in der die Schere zu weit aufgeht ist das Ersparte der Klotz am Bein. Darum ist auch der Irrsinn zu vergessen, den alle mit ihrer Angst "Die Investoren könnten abwandern" nur mehr lächerlich.

Doch diese Angst ist die Ursache, das man den reichsten nach wie vor ihre Erträge sichert während die man den einfachen Sparer enteignet. Das führt jedoch zu einem Zustand in dem dann der Mittelstand praktisch vernichtet wird und wirklich die gesamte Wirtschaft von dem Gutwill einiger abhängen die eigentlich nicht wissen wo hin mit dem Geld.
Man  hat die Krise nicht bekämpft sondern ihre Ursache immer weiter ausgebaut.
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Stephan Goldammer

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Irrtümer über Geld, Zins und Kredit.

Dies ist ein Versuch zum Wesen des Geldes vorzudringen. Am besten lernt man aus den Fehlern der anderen, daher möchte ich einige weit verbreitete Irrtümer über Geld vorstellen. Aber Vorsicht: Beim Thema Geld wird es schnell emotional, da fliegt zuerst die Höflichkeit über Bord und der Verstand gleich hinterher. Jeder Geld-und-Welt-Erklärer hat seine eigene treue Anhängerschaft, aber welcher der monetären Schamanen hat zu viel an der goldenen Pfeife geraucht und welcher ist noch klar im Kopf? Ist die Anzahl der Anhänger ein Kriterium für Wahrheit? Je mehr Anhänger desto wahrer? Oder sagen eher die verschmähten Außenseiter das Richtige, aber bisher hat keiner die Genialität ihrer Geld-Theorie erkannt? Meine Erfahrung: Nirgendwo ist die Chance auf lebenslange Aha-Effekte größer als beim Thema Geld. Auch ich bin nicht resistent gegen neue Argumente und lerne gerne dazu. Tipp: Lernen sie aus den Erkenntnis-Fehlern der anderen. Fangen sie nicht bei Null an. Überwinden Sie Erkenntnis-Hürden, bei denen viele andere steckenblieben sind. Im Folgenden möchte ich einige dieser Irrtümer vorstellen und werde dabei diejenigen Worte und Sprechweisen verwenden, die ich im Allgemeinen bei Diskussionen wahrgenommen habe.

Irrtum Nummer 1 „Unser Geldsystem muss zusammenbrechen, denn der Zinseszinseffekt erzwingt eine exponentiell wachsende Geldmenge.“

Diese These wird seit Jahrtausenden vertreten. Sie ist so alt wie das Geld selbst. Sie findet sich in islamischen Regionen genauso wie in christlichen Gebieten. Während des dritten Reiches vertraten Teile der Nazis ebenfalls diese These. In letzter Zeit durfte Dirk Müller, alias Mr. Dax, durch alle Talkshows tingeln und uns z.B. bei Markus Lanz erklären, dass der Zinseszinseffekt einen Zusammenbruch des Geldsystems erzwingt. Dazu wurde von ihm der sogenannte „Jesuspfennig“ als mathematischer Beweis angeführt. Das Beispiel in Kürze: Für Jesus wird zu seiner Geburt ein Sparbuch angelegt, auf dem sich 1 Euro Guthaben zu 3 Prozent Zins befinden. Das Sparbuch wird vergessen und im Jahre 2014 möchten die Nachfahren das Guthaben plus Zins und Zinseszins abheben. Leider übersteigt die Geldsumme alles nur Vorstellbare, sie entspricht einem Gegenwert von 300 Milliarden Erdkugeln aus Gold. Soviel Geld ist nicht vorhanden, daher muss das Geldsystem zusammenbrechen. Eine andere Geldsystemerklärerin, Margrit Kennedy, vergleicht das durch den Zinseszins angetriebene Geldmengenwachstum mit dem exponentiellen Wachstum von Krebs, der irgendwann den Organismus (also die „Wirtschaft“) auffrisst und vernichtet. Ähnliche Argumentationen findet man bei YouTube unter „Goldschmied Fabian“ oder „Wie funktioniert Geld?“.

Leider sind alle diese Argumente falsch. Sie beruhen auf grundsätzlichen Missverständnissen, die nicht leicht zu erkennen sind. (Ratschlag: Misstrauen sie beim Thema Geld erst einmal den „einleuchtenden“ Erkenntnissen. Sobald sie glauben etwas verstanden zu haben, haben sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstanden.)

Die mathematische Argumentation ist natürlich vollkommen korrekt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Nur das Übertragen auf die Realität ist falsch. Das hat folgenden Grund: In einer mathematischen Berechnung bleibt die Berechnungsbasis immer erhalten („Zahlen verschwinden nicht“), das bedeutet: Jedes Jahr kommt auf den „Berg an Zahlen“ eine immer größere Schippe „neue Zahlen“ obendrauf. Nichts verschwindet, alles bleibt erhalten und der „Geld-Berg“ wird jedes Jahr um neue Zinsen und Zinseszinsen vergrößert. Diese mathematisch korrekte Berechnung beruht aber auf der Annahme, ein „Geld-Berg“ besteht aus so etwas wie Goldstücken oder Perlen oder Ziegelsteinen (die zu einem Geld-Hochhaus aufgestapelt werden). Und genau das stimmt nicht, denn der „Geld-Berg“ besteht nicht aus Geld sondern aus Kredit. Ein Kredit ist eine soziale Beziehung zwischen Menschen, unser Geld-Hochhaus ist also ein Turm aus (unsichtbaren) sozialen Verpflichtungsbeziehungen und kein "Turm aus Objekten". Kredite (und das ist das Besondere!) verschwinden nach ihrer Tilgung und damit verschwinden auch die dazugehörigen Zahlen - und etwas das vollständig verschwindet, muss aus der jährlichen Neu-Berechnung entfernt werden. Bei der jährlichen Neu-Berechnung darf der getilgte (also verschwundene) Teil nicht mehr in die Berechnung eingehen. Das passiert beim mathematischen Jesuspfennig aber nicht. Der Jesuspfennig ist tilgungsfrei und das ist der Denk-Fehler. Der 1-Euro-Start-Kredit (und alle weiteren) werden nie getilgt, was völlig realitätsfern ist. Beim Jesuspfennigmodell wird „stumpf“ angehäuft und angehäuft, was auf der irrigen Annahme beruht, dass die Geldmenge aus einem „Berg aus Goldstücken“ bzw. einem „Berg aus Kauri-Muscheln“ besteht. Geld und Kredit zu verwechseln, ist wie zu sagen: „Ich wohne in einem Mietvertrag“. Das ist Unsinn, aber genau so wird über Geld vs. Kredit (also Wohnung vs. Mietvertrag) gesprochen. Mietverträge können beendet werden und verschwinden, Wohnungen nicht. Aus meiner Sicht ist das ein Kategorienfehler. Um bei der Metapher zu bleiben: Unsere Geldmenge besteht aus Mietverträgen, nicht aus Wohnungen. Richtigerweise müsste es also Kreditmenge statt Geldmenge heißen.

Unser Kredit-Geldsystem bricht durch den Zinseszins nicht zusammen, da die sogenannte "Geldmenge“ aus Krediten besteht und Kredite immer getilgt werden (Hinweis: Auch Zinsen entstehen aus Kredit). Jeder einzelne Kredit hat Tilgungsfristen und bei Tilgung verschwindet der Kredit und damit verschwindet auch ein kleiner Teil der Kreditmenge. Alle Kredite, Zinsen, Zinseszinsen, „Zinseszinseszinsen“, „Altzinsen“, „Altkredite“ usw. werden getilgt. Das nehmen wir aber i. A. nicht wahr, für die meisten Menschen ist die Kreditmenge ein statischer „Berg aus Geld“ der „irgendwie immer größer wird“. Der Jesuspfennig ist ein naives Kindermodell, das von der Annahme ausgeht, die Kreditmenge bestünde aus „Objekten“ oder „Papierscheinen“. Dass die Geldmenge (wie gesagt, eigentlich müsste es Kreditmenge heißen) durch Tilgung schrumpfen kann, haben die meisten Menschen noch nie in ihrem Leben gehört. Die meisten Menschen glauben, Geld ist "einfach da" und wird "getauscht", sie fragen nicht nach Geburt und Tod. Sie verstehen den Entstehungs- und Vergehensprozess nicht. Sie bleiben, meist lebenslang, auf dem Niveau der Geschichte mit dem "staatlichen Klapperstorch der die Euros bringt" stehen.

Anmerkung: Eine exponentiell wachsende Geldmenge ist auch aus einem weiteren Grund nicht möglich: Zinsen sinken langfristig. Ein ewig fester Zinssatz von 3% über Jahrtausende (wie im Jesuspfennigbeispiel) ist unmöglich, da in der realen Welt nach Ablauf einer bestimmten Frist die Zinssätze neu verhandelt werden. Glücklich ist, wer eine 30 Jahre alte deutsche Staatsanleihe besitzt und noch 8% Zinsen bekommt. Aber eben nur glücklich für 30 Jahre, nicht für Jahrtausende! Denn nach 30 Jahren wird neu über den Zinssatz verhandelt und dann gibt’s eben nur die derzeitigen 0,01%... (oder sogar negative Zinsen). Merke: Der mathematische Jesus und der ökonomische Jesus sind keine Zwillinge. Das erzählen der Geschichte vom bösen Zinseszins ist ein geldtheoretischer Waschzwang, den einige lebenslang nicht loswerden.

Irrtum Nummer 2 „Geld ist kein Ding.“

Diese These wird oft von Leuten vertreten, die schon einiges an Erfahrung mit dem Geldsystem gesammelt haben. Sie glauben hier eine neue Erkenntnis gefunden zu haben. Sie leiten dies aus einer anderen (diesmal wirklich richtigen) Erkenntnis ab: Guthaben = Schulden (Anders ausgedrückt: Alle Forderungen und Verbindlichkeiten verrechnen sich gegenseitig auf Null). Das ist tatsächlich richtig, alle unsere Guthaben sind (zusammengenommen) genauso hoch wie alle unsere Schulden. Wenn Deutschland mehr Guthaben will, dann muss zwingend irgendjemand (z.B. Griechenland) mehr Schulden machen. Forderungen und Verbindlichkeiten sind immer exakt gleich hoch und löschen sich gegenseitig in „Nichts“ auf. Aber: Jede „luftige“ Forderung braucht einen Forderungsgegenstand und das ist das dingliche Geld (=Zentralbankgeld). Und Dinge sind nicht Luft! Das ist ziemlich unverständlich, oder? Ja, weil hier Irrtum, Gegenirrtum und Gegen-Gegen-Irrtum aufeinandertreffen :-) Hier ein etwas anderer Zugang, sortiert nach Verstehbarkeit:

Das Leichteste zuerst: Das chemische Element Gold kann man anfassen. Bunkern. Aufbewahren. Auch wenn alle Menschen sich heute in Luft auflösen, Gold bleibt. Gold ist ein goldenes Objekt. Gold ist ein Ding.

Das Mittelschwere als nächstes: Geld kann man anfassen. Es ist ein einzelnes Ding. Ein Objekt. Das Wesen des Geldes ist es, ein Ding zu sein (aber: ein Ding mit einer ganz speziellen Aufgabe). Wenn sich alle Menschen in Luft auflösen würden, bleibt der Papierschein trotzdem erhalten. Jedoch ist seine (juristische) Aufgabe verschwunden, denn ohne Menschen gibt es keine Willensakte. Ein beidseitiger Willensakt (also eine Verpflichtungsbeziehung) transformiert ein dingliches Objekt zu Geld. Endet (vertragsgemäß) die Verpflichtungsbeziehung wird Geld wieder zum "reinen" Objekt. Durch eine Verpflichtungsbeziehung kann jedes materielle Objekt zu Geld werden. Endet die Verpflichtungsbeziehung, wird der "Status Geld" wieder zurückgeführt und der Gegenstand wieder zum „reinen“ Objekt, es fehlt ihm dann der juristische Bezug eines (Kredit-)Vertrages. Der Status "Geld zu sein" ist ein juristischer Glanz (also ein nicht-sichtbarer juristischer Glitzer) auf toten Objekten und durch beenden der Kredit-Verträge verlieren sie diesen Glanz.

Das Allerschwerste zuletzt: Kredit kann man nicht anfassen. Kredite sind Verträge zwischen Menschen. Sie können zwar das Kreditpapier anfassen, aber nicht den „Kreditwillen“. Kredite sind ein Willensakt, nämlich ein Ding (Geld) zu übergeben und später wieder zurückzugeben. Wissen sie noch: Unsere „Geldmenge“ besteht aus Krediten, also aus vielen Millionen einzelnen, schriftlich fixierten, doppelseitigen Willensakten. Diese kann man nicht anfassen. Das ist „juristisch fixierte Luft“, aber: Das ist nicht der Fehler im Geldsystem! Der Kredit ist eines der größten Erfindungen der Menschheit. Er ist „das Feature, nicht der Bug.“ Geld ist der dingliche Forderungsgegenstand von nicht-dinglichen Krediten. Vorsicht: Das Kredit PAPIER ist natürlich dinglich, aber das Entscheidende, also der darauf festgehaltene doppelseitige Willensakt, ist nicht-dinglich.

Irrtum Nummer 3 „Konto-Guthaben kann man wie eine E-Mail überweisen.“

Diese Frage hat sich bestimmt schon jeder gestellt: Warum kann man in Zeiten des Internets das Guthaben nicht einfach per Mausklick überweisen und eine Sekunde später ist es beim Empfänger auf dem Konto eingegangen? Warum braucht mein Guthaben so lange zur Überweisung? Schaut sich ein Bankmitarbeiter meine Überweisung an und prüft sie? Nein. Das macht heute Software und das schafft diese tatsächlich in einer Sekunde. Es gibt einen anderen Grund: Banken sammeln ihre täglichen Überweisungen in einem Topf. Aber warum? Damit die Sparkasse München über Nacht ihren Überweisungstopf mit dem Überweisungstopf der Raiffeisenbank Hamburg verrechnen kann. Dadurch wird nur eine sehr kleine Summe „wirklich“ überwiesen.

Wir Bank-Kunden dürfen eins nicht vergessen: Eine Bank muss im Hintergrund zu jeder Überweisung von „Girokontoguthaben“ eine exakt gleich große Menge Bargeld zur anderen Bank mitschicken. Davon merken wir aber nichts, wir Bank-Kunden sehen optisch nur die „Internetüberweisung“. Es wäre aber ziemlich umständlich, wenn die eine Bank erst 100 Millionen Euro Bargeld nach Norden fährt und auf der Autobahn kommen ihr 100 Millionen Euro Bargeld entgegen, die nach Süden fahren. Also werden jeden Tag alle Überweisungen gesammelt und abends mit anderen Banken gegeneinander verrechnet, so dass nur ein sehr kleiner Unterschiedsbetrag übrig bleibt. Dieser wird wirklich transportiert. Das nennt sich allabendliches „Clearing“. Dafür nutzen Banken untereinander keine Transportfahrzeuge, sondern eine spezielle Form von Bargeld, eine Art „digitales Bargeld“ (beides nennt man Zentralbankgeld), etwas das eine ganz andere Bedeutung hat als unser „digitales Guthaben“ auf unseren Konten (=Geschäftsbankengeld). Eine Bank, die aus irgendeinem Grund keinen Zugang mehr zu Zentralbankgeld hat, kann keine Überweisungen mehr nach draußen tätigen, da andere Banken die Annahme der Überweisung ablehnen würden, weil ja etwas fehlt. Eine Bank, die 100 Euro Kundenguthaben an eine andere Bank überweist, muss sich 100 Euro Zentralbankgeld (also Bargeld bzw. "digitales Bargeld") besorgen und mitschicken! Schafft sie es nicht an 100 Euro Zentralbankgeld heranzukommen, dann wird die Überweisungsannahme von der Gegenbank abgelehnt! In E-Mail Sprache übersetzt: Ein Empfänger nimmt ihre E-Mail erst an, wenn ein gleichlautender echter Brief per Post bei ihm eingegangen ist. Fehlt dieser Postbrief wird die E-Mail nicht angenommen. So funktionieren Banküberweisungen. Ohne Zentralbankgeld läuft nichts. Unsere Konto-Guthaben sind aber kein Zentralbankgeld, sondern „nur“ Forderungen (auf dieses Zentralbankgeld). Jederzeit darf der Bank-Kunde seine Forderung-auf-Geld (Konto-Guthaben) in Geld (Bargeld) umwandeln, aber wer von uns macht das schon?

Irrtum Nummer 4 „Ackermann will 25% Gewinn auf seinen Umsatz!“

Na, haben sie das auch mal so oder so ähnlich gedacht? 25% Gewinn auf alles? Ist der Ackermann nicht unglaublich gierig? Die Deutsche Bank hat Kundengelder von 2 Billionen Euro und der Ackermann fordert darauf 25% Gewinn pro Jahr? Das ist natürlich Unsinn. Er fordert die 25% Rendite nicht auf das gesamte Kundenvermögen, sondern „nur“ auf das Eigenkapital. Und das ist ein winziger Teil des gesamten Vermögens das die Deutsche Bank verwaltet. Von daher, erst mal locker durch die börsennotierte Hose atmen. Grobe Rechnung: Die Deutsche Bank hat eine Bilanz von 2.000 Milliarden Euro, davon gehört ihr 5% (das sogenannte Eigenkapital) und darauf 25%, das sind ganz grob 1%. Das heißt 1% Gewinn auf alles. Klingt doch schon gar nicht mehr so schlimm, oder?

Irrtum Nummer 5 „Auf meinem Konto ist Geld.“

Falsch. Fälscher. Am Fälschesten. Auf ihrem Konto liegt kein Geld, sondern ihr Konto-Guthaben ist eine Forderung auf Geld. Ihr Konto-Guthaben ist das sichtbare Überbleibsel eines Kreditvertrages (der nicht zwingend von Ihnen selbst sein muss) - und wie sie wissen, ist ein Kreditvertrag ein schriftlich fixierter Willensakt und nicht Geld. Jetzt könnten sie sagen: Ist mir doch egal wie das auf meinem Konto heißt - Hauptsache ich kann damit einkaufen. Ok, stimmt, aber im Falle einer nahenden Banken-Pleite, siehe Zypern, werden sie diesen Unterschied bemerken, sie werden merken wie sie in Wallung und ins Schwitzen kommen, weil sie den Unterschied zwischen einer Forderung auf Geld (=Kontoguthaben) und Geld (=Zentralbankgeld, meist Banknoten) körperlich spüren. Sie werden die jahrhundertealte Erfahrung machen, dass sie „auf einer Forderung auf ein Pferd nicht reiten können“ bzw. „auf einer Forderung auf ein Rettungsboot nicht schwimmen können“. Geld und Forderung auf Geld sind zwei verschiedene Ebenen, nämlich Objektebene (Geld) und Metaebene (Forderung auf Geld). Eine sprachliche Vermischung führt zu lebenslangen Paradoxien! Siehe zum Beispiel das berühmte Kreter-Paradoxon.

Irrtum Nummer 6 „Ein Bank hat die Tresore voller Geld.“

Die meisten Menschen glauben, wir hätten ein sogenanntes Vollgeldsystem. Sie glauben, dass 100 Euro auf dem Girokonto auch mit 100 Euro Bargeld im Tresor hinterlegt sind, also "Voll" da sind. Diese Wahrnehmung wird auch dadurch bestärkt, dass man jederzeit sein Girokonto umwandeln kann in Bargeld. Noch nie hat man erlebt dass die Bank sagt: Tut uns leid, wir haben kein Bargeld mehr. Leider ist diese Wahrnehmung eine optische Täuschung. Wer das nicht glaubt: Hier die Bilanz (auf Seite 3 und 4) der Stadtsparkasse München goo.gl/0An3LL, dort findet man bei der Gesamtsumme-Girokonten der Kunden ca. 6,6 Milliarden Euro, in der Kasse liegen jedoch nur 89 Millionen Euro. Moment, und das soll legal sein? Was ist, wenn alle gleichzeitig ihr gutes Recht in Anspruch nehmen und abheben? Die Sparkasse hat ja gerade mal 2% in Bargeld da?! Wo ist der Rest? Läuft da der ganz große Betrug? Haben wir nicht schon immer gewusst dass bei den Banken was faul ist? Was verheimlichen die uns? Und stecken die Politiker nicht sowieso mit den Bankern unter einer Decke? Und leben mit den 98% ein schönes Leben während die schwäbische Hausfrau malocht und malocht? Die Erklärung überlass ich euch vorerst als Denksportaufgabe ;-)

Irrtum Nummer 7 „Bei der Weimarer Hyperinflation 1923 hat der Zinseszinseffekt voll durchgeschlagen, die gestiegenen Preise beweisen es.“

Der Blick auf eine historische Preis-Kurve zeigt tatsächlich einen exponentiell-ähnlichen Verlauf. 1918 kostete ein Brot 1 Mark, 1923 100 Milliarden Mark. Da hat also wieder der böse Zinseszinseffekt zugeschlagen!? Nein. Die Weimarer Hyperinflation hat mit Geld-Drucken zu tun, nicht mit Zinseszinseffekten. Staat und Reichsbank sind eine Geld-Druck-Symbiose eingegangen. Damit kann man viel schneller und stärker die Geldmenge erhöhen als jeder Zinseszinseffekt. Das diese Kurve grafisch „exponentiell“ aussieht, ändert nichts daran, dass ihre Ursache in der (ungesetzlichen) Verbindung Staat-Zentralbank zu finden ist und nicht im „Zinseszinseffekt“. Statt "Geld drucken" müsste es eigentlich "Kredit drucken" heißen. Der Staat ging zur Reichsbank, sie machten beide einen doppelseitigen Willensakt (Kredit) aus, damit wurde ein Papierbündel zu Geld und von der Reichsbank an den Staat übergeben. Danach wurde sichtbar an alle Geld verteilt, jedoch bedurfte es vorher eines Kredites, natürlich verbunden mit einer Tilgungspflicht. Ganz präzise läuft es so: Ein Objekt wird in einer Druckerei gedruckt, es liegt also das Objekt Papierschein vor. Jetzt wird der Kredit vereinbart und nun wird das Objekt Papierschein juristisch aufgeladen und damit zu Geld. Wenn der Kredit getilgt wird, wird die juristische Aufladung wieder weggenommen und Geld transformiert zum reinen Objekt zurück. Die Eigenschaft Geld zu sein, ist wie eine elektrische Aufladung in der Physik. Ein neutrales Objekt kann elektrisch geladen werden, jedoch auch wieder entladen. Diese Eigenschaft sieht man dem Objekt mit dem bloßen Auge nicht an, trotzdem ist sie da.

Irrtum Nummer 8 „Geld hat einen Wert. Eine Kuh wird gegen eine Pferd getauscht..." (so fangen diese Beispiele oft an)

Indianer A übergibt (im gleichen Dorf) an Indianer B ein Pferd. Indianer B verspricht, in einem Jahr eine Kuh zurückzugeben. Jetzt existiert für 1 Jahr ein Forderungs-Verbindlichkeiten-Paar (=Vertrag) zwischen A und B, deren Einhaltung (grob) durch den Häuptling des Dorfes überwacht (und auch durchgesetzt) wird. Wir haben also ein Forderungs-Verbindlichkeiten-Paar und einen dazugehörigen (geforderten) Gegenstand. Das (didaktisch) Problematische ist, dass der geforderte Gegenstand auch noch zusätzlich einen tatsächlichen Nutzen hat (Kuh => Milch, Fleisch). Die Kuh ist also einerseits Schuldentilgungs-Mittel eines Vertrages und zusätzlich auch noch Tatsächlich-Nützliches-Mittel (Kuh hat Doppelfunktion!), wogegen heutiges Geld nur noch die Schuldentilgungsmittelfunktion inne hat. Dummerweise fragen aber alle noch nach einem „Wert“ oder “echtem Nutzen” von Geld, aber den gibt’s nur bei der Kuh, eben weil sie eine Doppelfunktion hat (Sie ist Schuldentilgungsmittel und nützlicher Milchlieferant zugleich). Bei Geld gibt es diese „Wertfunktion“ nicht mehr, denn Geld ist nur noch Schuldentilgungsmittel. Nochmal: Die Kuh erfüllt im Indianerdorf ZWEI Funktionen, einerseits löst sie bei der Übergabe nach 1 Jahr das Forderungs-Verbindlichkeiten-Paar zwischen den Indianern auf (Vertrag erfüllt und damit Vertrag beendet), andererseits hat es die Funktion Milch und Fleisch zu liefern. Heutiges Geld hat nur noch EINE Funktion, nämlich unsere Forderungs-Verbindlichkeiten-Paare (Kredite) wieder aufzulösen (Vertrag erfüllt). Nochmal ganz kurz: Die Kuh löst Verträge auf und liefert Milch. Geld löst (nur) Verträge auf.

Irrtum Nummer 9 „Wir brauchen eine Golddeckung."

Die Golddeckung des (Zentralbank-)Geldes ist eine Schönwettertheorie. Sobald ein Land in Schwierigkeiten gerät, wird es den Goldstandard außer Kraft setzen. Historische Beispiele sind der Beginn des ersten Weltkrieges und die Aufhebung der Gold-Dollar Bindung von US-Präsident Nixon 1971. Wenn Länder Zahlungsprobleme bekommen, werden sie den Goldstandard beenden, dazu bedarf es nur einer kleinen Gesetzesänderung, die ist in Notlagen schnell geschrieben. In guten Zeiten braucht man keinen Goldstandard und in schlechten Zeiten wird er außer Kraft gesetzt. Man muss also "Schlechte Zeiten" verhindern und ein Land politisch-vorausschauend gar nicht erst in solche Notlagen bringen. Ein Goldstandard kann viele Jahre gut funktionieren, aber genau dann wenn man ihn wirklich bräuchte, wird er abgeschafft, egal ob durch Diktatoren, Monarchen oder demokratische Parlamente. Wer Kriege finanzieren will oder Importweltmeister ist, der hebt notgedrungen seine Golddeckung auf. Warren Buffet hat recht wenn er sagt: In der Erde buddeln und Gold herausholen, ist eine der sinnlosesten menschlichen Tätigkeiten. Zentralbankgeld ausbuddeln bringt keinen Wohlstand! (Um hier Belehrungen vorzubeugen: Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass in Afrika Menschen im Steinbruch diese Tätigkeit ausüben. Diese Arbeit ist sinnlos (genau wie der Klondike-Goldrausch), nur bringt sie eben "Geld", und wenn man die Wahl hat zwischen ökonomisch-sinnloser Tätigkeit und Verhungern, dann fällt die Entscheidung nicht schwer. Daher bin ich auch für ein weltweites Bedingungsloses Grundeinkommen, damit sinnlose Arbeit aus Existenznot nicht mehr getan werden muss. Aber das BGE ist eine andere Baustelle.)

Irrtum Nummer 10 „Es wächst exponentiell."

Tippen sie mal mit dem Finger irgendwo in den rechten, oberen Quadranten eines kartesischen Koordinatensystems. Egal wo ihr Finger jetzt ist, sie können immer eine exponentielle Kurve zum Nullpunkt einzeichnen. Sie müssen einfach nur den richtigen Startwert nehmen. Soll heißen, im Nachhinein lässt sich auf Alles eine exponentielle Kurve mal locker flockig drüberzeichnen. Das geht nur dann nicht, wenn man sich am Start festlegen muss, dann ist ein "Beschiss" nicht möglich. Soll heißen, wenn jemand davon spricht, der Dollar oder Sonstwas wächst exponentiell, dann muss er einen festen Startwert nehmen, und den darf er natürlich nicht im Nachhinein absenken, um obige Gebiete der Kurve wieder "hinzubiegen". Man könnte genauso gut während der Bauphase von außen auf ein Hochhaus blicken und sagen, das Hochhaus wächst exponentiell, weil die mit einem "hundertstel Ziegelstein" angefangen haben und ich mir das exponentiell so hinbiege, dass der Prozentsatz stimmt. Im Nachhinein findet man nämlich IMMER einen passenden Prozentsatz. Dauerhafte "empirische Exponalitäten" gibt es nicht, egal wie sehr man versucht, diese durch Mathematik in die "Zukunft hochzurechnen".

Irrtum Nummer 11 „Unser Geldsystem funktioniert wie Monopoly."

Ein Monopolyspiel und ein reales Geldsystem unterscheiden sich dadurch, dass bei Monopoly Geld ohne Kredit existiert. Es gibt zwar eine Bank, aber die Geld-Zettel sind "einfach da" und "werden verteilt" bzw. "laufen von Hand zu Hand". Das ist neoklassische Mickey-Maus-Ökonomie. Kredittilgungen bzw. Unternehmensschulden kennt man bei Monopoly nicht, man kennt dort zwar Mieten, aber was derjenige eigentlich mit dem Geld macht bzw. wo vorher die Bank das Geld herbekam, bleibt schleierhaft. Was macht eigentlich ein realer Media-Markt mit dem eingenommenen Geld? Schulden tilgen! Und was passiert bei (Netto-) Schuldentilgung? Die Kreditmenge schrumpft. Das passiert bei Monopoly nicht, denn genau wie der Jesuspfennig, ist Monopoly in der Denkfalle gefangen, dass "Geld" ein statisches Anhäufen ist. Das dynamische Kreditbeziehungen die entscheidenden Start- und Endpunkte des Wirtschaftens sind, sieht man bei Monopoly nicht. Monopoly verbleibt immer im positiven Bereich, aber in der realen Welt heben sich Schulden (Minus, also Verbindlichkeiten) und Guthaben (Plus, also Forderungen) exakt gegeneinander auf. Monopoly kennt aber kein "Minus". Eine reale Bank verwaltet keine Geldmenge (wie bei Monopoly,) eine reale Bank verwaltet Kreditbeziehungen! Eine Monopoly-Bank verwaltet einen (irgendwie?) schon fertig existierenden Geld-Haufen. Das ist in jeder Hinsicht einfach Nonsens. Um meine ersten Satz zu ergänzen: Geld ohne Kredit kann niemals existieren. Denn erst der Vertrag, also die Willensübereinkunft von zwei Personen, macht etwas zu Geld, welches die Vertragspartner dann als "Vertragsauflösungsmittel" benutzen. Ebenfalls wird in Monopoly nie konsumiert, alles besteht aus Investitionen, aber nie kauft mal einer Konsumgüter, sondern nur Straßen, Häuser oder Bahnhöfe, also ein reines Investieren. Aber wozu? Investieren ohne konsumieren? (Mööp, Fehler von mir, es wird doch konsumiert, nämlich die Mietzahlungen)

Irrtum Nummer 12 „Der Wachstumszwang führt zu untragbaren Zinslasten."

Frau Merkel betont oft, wie wichtig doch Wachstum ist. Weil sie das wohl ein bisschen zu häufig sagt, wird aus ihrem Wachstumswunsch, in den Ohren mancher Zuhörer, ein Wachstumszwang, und da wo ein Zwang ist, da müssen auch die Zinsen zwanghaft steigen und am Ende bricht alles mit exponentiellem Getöse und Geschepper zusammen. Aber Frau Merkel hat eben immer nur Wachstumswünsche geäußert. Wünsche! Daraus einen Zwang abzuleiten, ist längst durch die Realität widerlegt. Denn trotz Wachstumsgebeten sinkt die Wachstumsrate. Was machen die Zinsen? Na die sinken auch. Null-Wachstum und Null-Zinsen, das ist die völlig normale Entwicklung in materiell-gesättigten Volkswirtschaften. Es ist nicht das Anzeichen eines "kranken Systems", sondern ganz normal. Außerdem kann man Wachstum nicht per Zwang erzeugen, oder hat schon mal jemand einem statistischen Messergebnis einen Befehl erteilt? Man kann einem einzelnen Unternehmen eine Anweisung geben, aber nicht der "Zahl" Bruttoinlandsprodukt. Wenn die Unternehmer keine positiven individuellen Aussichten haben, dann wächst schlichtweg nichts. Meist kommt dann noch der Einwand "Aber die Zinsen müssen doch erwirtschaftet werden". Ja, aber da Wachstumsrate und Zinsrate Hand in Hand gehen, ist das kein Problem. Es ist ja NICHT so, dass die Zinsen bei 10% liegen und das Wachstum bei 1%, man also einfach eine Zinszahl auf ein Blatt Papier schreibt und die bekommt man dann. Haha! Hier spielt wohl eine Rolle, dass "Geld-Besitzer" immer als "über-mächtig" dargestellt werden, aber so ist das nun mal nicht, auch nicht nach 100x Der Pate gucken. Denn egal wie "mächtig" man ist, Zinswünsche und Zinsrealität gelten für alle. Abweichungen gehen immer mit höherem Risiko einher. Nur ist Risiko meist unsichtbar und sieht dann wie "leistungsloses" (Zins-)Einkommen aus. Leistungslos, aber nicht risikolos! Retten darf man natürlich nicht, das sollte klar sein, denn das setzt dieses Grundprinzip außer Kraft. Aber Rettungen haben Politiker und deren Wähler zu verantworten, nicht der Zins und nicht das Geldsystem.

Irrtum Nummer 13 „Ben Bernanke wirft Geld mit dem Hubschrauber ab."

Der (ehemalige) amerikanische Zentralbankchef scheint ein volksnaher Mensch zu sein. Wenn es uns schlecht geht, dann wirft er Geld ab. Warum machen wir uns also Sorgen? Weil Ben Bernanke uns alle ins monetäre Bockshorn gejagt hat! Ja, er wirft Geld ab, aber gemeint war natürlich ZentralbankGELD! Da er, wie die meisten Ökonomen, noch der Multiplikatortheorie anhängt, lebt er in dem Glauben, wenn er den Banken nur genug Geld gibt, dann würde über den Multiplikator auch auf wundersame Weise die Geldmenge bei uns Menschen erhöht. Dabei hat er "vergessen", dass die Geldmenge aus Kredit besteht und wir Bank-Kunden nunmal keine Lust haben, noch mehr Kredit aufzunehmen. Bernanke kann die Banken bis unter die Decke mit Geld vollstopfen, wir haben auch zu Fast-Null-Zinsen "keinen Bock" auf Kredit. Kredite kann man nämlich nicht "vergeben", Kredite kann man nur vereinbaren. Ein Kredit ist eine Beziehung, sozusagen eine Ehe mit Tilgungsfrist, und Ehen kann man nicht vergeben, Ehen muss man vereinbaren. Ganz platt: Eine Ehe (=Kredit) ist kein Ding, sondern eine doppelseitige Vereinbarung, jedoch hat eine Ehe natürlich einen dinglichen Forderungsgegenstand (=Mann). Ok, etwas konstruiert, aber es soll verdeutlichen, dass über der Schicht der Dinge (Mann, Frau, Geld, Auto, Haus) noch die Ebene der Verträge (Ehe, Kredit, Kaufvertrag, Mietvertrag) liegt und man diese Schichten sprachlich nicht verwechseln darf. Und natürlich darf man nicht so sprechen, dass Verträge "vergeben" werden. Man kann Dinge vergeben (bzw. tauschen, wie manche sagen), aber sicher keine Verträge "vergeben". Bernanke hätte sagen müssen "Wir drucken Kredit und werfen ab", aber für Kredit braucht man eben mindestens zwei Personen. Kredite kann man nicht abwerfen. Auch das sprechen von "Kreditgeber" und "Kreditnehmer" ist falsch, denn wie wollen sie etwas vergeben, das erst dadurch entsteht, dass sie es vergeben?

Irrtum Nummer 14 „Zins ist ein fehlender Bestand an Geld."

Das ist sprachlich nicht richtig, denn Zins ist ein Strom, kein Bestand. Zins ist ein Zufluss, er ist nicht der Bestand am Start oder am Ende. Aber 99% der Internetcommunity redet so, als wäre der Zins ein Bestand. Auch ich tue das (manchmal), sonst ist die Barriere noch größer. Nachlesen kann man dies z.B. bei Prof. Wilke: http://goo.gl/e2ouxz

Irrtum Nummer 15 „Der Zins fehlt."

Jetzt wirklich ganz konkret erklärt, warum der Zins zwar fehlt, dies aber kein Problem darstellt: 100 Euro Kredit erzeugen 100 Euro Geld. Darauf 5% Zins. Der Zins fehlt, soweit richtig. Die 100 Euro Kredit können jedoch zurückgezahlt werden, denn 100 Euro Geld wurden ja mit erzeugt. Der Zins muss als neuer Kredit aufgenommen werden. Also werden 5 Euro Kredit aufgenommen und damit auch gleichzeitig 5 Euro Geld geschaffen. Jetzt wandern die 5 Euro Geld zu dem, dem der Zins zusteht. (Vereinfacht nehmen wir jetzt an, dass in 1 Jahr und 1 Rate der 100 Euro Kredit inzwischen mit den 100 Euro Geld getilgt wurden.)

Die 5 Euro Geld (der Zins) liegen nun also bei dem, dem der Zins zustand. Jetzt geht derjenige zu dem mit dem 5 Euro Kredit und kauft ihm etwas ab (Ware/Arbeitskraft) und die 5 Euro Geld finden zum 5 Euro Kredit zurück und der Kredit kann getilgt werden. (Vereinfacht nehmen wir auch hier an, dass sofort getilgt wird, mit 1 Rate in 1 Jahr.)

Es sind also die 100 Euro Kredit weggetilgt und die 5 Euro Kredit auch weggetilgt. Es sind nur noch die 5% Zins auf die 5 Euro übrig, also muss ein 0,25 Euro Kredit aufgenommen werden usw... die gesamte Kreditmenge geht also gegen 0.

Erkenntnis Nummer 1 „Was ist Geld und warum so wenig?"

Ein dingliches Objekt, das durch eine Willensübereinkunft mit einem unsichtbaren juristischen Glanz überzogen wurde und dazu dient diesen Vertrag später wieder aufzulösen, darf Geld genannt werden. Wenig Geld ist da, weil sich die beiden Personen in ihrer zweiseitigen Willensübereinkunft auf ein dingliches Objekt einigen werden, das, außer dem Objekt um das es geht, nur schwer zu beschaffen ist. Geht das Objekt in der Zwischenzeit verloren, so könnte die zweiseitige Willensübereinkunft zwar eingegangen, aber nicht mehr aufgelöst werden. Geld ist also ein Vertragsauflösungsmittel. Kredit ist eine formalisierte soziale Willensübereinkunft, die nicht einseitig gelöst werden kann. Das Objekt, das man sich aussucht, wird durch die menschliche Willensübereinkunft mit einer nicht sichtbaren "Willensfarbe" angestrichen. Diese Farbe verliert es, sobald die Willensübereinkunft durch genau dieses Objekt wieder beendet wird. Oder noch anders: Kredit i s t eine soziale Verpflichtungsbeziehung. Geld e n t s t e h t aus einer sozialen Verpflichtungsbeziehung. Ein Objekt, das nicht die Eigenschaft besitzt, dass Willensübereinkünfte sich auf es beziehen, bleibt ein Objekt. Ohne Willensübereinkünfte bleiben die Dinge einfach Dinge, sie sind dann noch kein Geld. Es fällt nicht leicht, einen zwei-seitigen Kredit verbunden mit einem ein-seitigen Objekt zu denken. Vielleicht versteht man Kredit besser so: It takes two to tango => It takes two to kredit

Pessimisten würden sagen: Geld ist nutzlos. Als Klopapier nicht saugfähig genug, als Essensbeilage zu wenig Kalorien und als Grillanzünder zu teuer. Stimmt. Aber als Vertragsauflösungsmittel wunderbar geeignet.

Erkenntnis Nummer 2 „Woher weiß der Geldschein, dass die Inflation ihn entwertet hat?"

--- Folgt ---

Ich schreibe noch deutlich mehr, aber auch dieser Text geht jetzt erst mal Online, meine Festplatte platzt sonst - Zum Thema Geldtheorie und Wirtschaft empfehle ich euch den Blog von Dr. Renée Menéndez:  http://goo.gl/JcFMke Herr Menéndez ist ein sehr kompetenter Ansprechpartner und er antwortet ausführlich auf eure Fragen, einfach mal reinschauen.
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+Stephan Goldammer Ihr Problem ist eben. Sie reden viel ohne etwas zu sagen.
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Stephan Goldammer

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Wie soll man an der Börse investieren?

Na, überlegen sie auch an der Börse zu investieren, haben jedoch keine Ahnung, aber viel Geld? Dann sind sie hier genau richtig. Mein Startschuss war der 15. September 2008, der Tag an dem Lehman Brothers pleite ging. Die seitdem gesammelten Erfahrungen möchte ich hier weitergeben. Ich werde dabei Worte, Sprechweisen und Begriffe so verwenden, wie ich sie in den (ca.) fünf Jahren wahrgenommen habe.

1. Wenn Unternehmen oder Privatpersonen in eine finanzielle Notlage geraten und schnell Cash benötigen, dann werden sie zuerst versuchen die leicht zu verkaufenden Anlagen abzustoßen. Das können Aktien sein oder Gold. Wenn ein ganzer Sektor oder sogar Alle schnell Cash brauchen, dann kann der Preis für Gold oder Aktien schon mal ordentlich heruntergehen, obwohl „die Aktie doch gute Zahlen hatte“ oder „Gold seit Jahrtausenden seinen Wert behält“. Dann ist die Zeit für Schnäppchenjäger gekommen. Coca-Cola-Aktien kaufte man während der Finanzkrise zum halben Preis, obwohl die Menschen genauso viel Cola tranken wie vor der Krise. Kurz gesagt, die Notlage eines Sektors kann sich auf einen anderen Sektor auswirken der real gar nicht mit ersterem in Verbindung steht. Noch kürzer gesagt: Wenn viele in Not sind dann wird verkauft, verkauft, verkauft und zwar alles, auch wenn es von außen betrachtet „keinen Sinn ergibt“.

2. Aktien kauft man in einem Crash. Wer zu einem anderen Zeitpunkt kauft, hat drei Probleme: 1. Er ist 24h online und dadurch 24h nervös. 2. Er verzettelt sich bei „Hin und Her macht Taschen leer“ (jedoch die Gebühren-Taschen der Bank voll). 3. Die Aktien sind zu teuer. Also: Aktien kauft man wenn sie billig sind und billig sind sie in einem Crash. Wann der ist, steht dann in jeder Zeitung, auch in der Apotheken-Umschau. Informationen über einen richtigen Crash dringen in jede Hütte vor.

3. Einfach mal an einem Hochpunkt ruhig bleiben und Cash halten. Es schadet nicht, für eine Weile aus allem rauszugehen und einfach gar nichts zu tun. Wenn es keine unterbewerteten Aktien gibt, dann sollte man Cash halten. Wissen sie, wie viel eine um 50% gefallene Aktie steigen muss? Genau, um 100%. Da bleibt man doch gerne mal (temporär) in Cash, auch wenn es nur 0,01% Zinsen bringt oder eventuell sogar eine kleine Gebühr kostet.

4. Sie wissen nicht wann der Hochpunkt ist? Achten sie auf den Bild-Zeitungs-Indikator. Steht dort auf der Titelseite „Soll ich Gold kaufen?“ oder „Soll ich Bitcoins kaufen?“, dann verkaufen sie bitte. Oder achten sie auf das neue höchste Gebäude der Welt. Meist platzt genau dort bald eine Blase.

5. "Analysten werden nicht für das Analysieren bezahlt, sondern dafür, dass Interesse an bestimmten Aktien wachzuhalten." - Max Otte

6. Die meisten Fehlentscheidungen an der Börse beruhen, im Nachhinein betrachtet, darauf, dass man einem charismatischen Guru geglaubt hat, der zwar keine Ahnung, aber ein großes Pfund in der Tasche hatte: Seine Vorhersagen manifestierten sich im Kurs. Leider haben manche, auch für einen langen Zeitraum, nur rein zufällig recht. Oder man fällt auf Werbung rein: Manfred Krug und die Telekom-Aktie...

7. Fragen sie sich: Wo sind die Reichen investiert (z.B. die sogenannten Family Offices)? Fragen sie sich: Wird man retten, in was die Reichen investiert haben? (Eigentlich fies, denn wir haben, zumindest auf dem Papier, eine Marktwirtschaft und da gibt's keine "Rettungen")

8. Ein sogenannter Chefvolkswirt hat auch nicht mehr Ahnung als alle anderen, aber er soll einer Bank (oder Versicherung) Glaubwürdigkeit verleihen.

9. An der Börse zählen für die meisten Anlageentscheidungen nur die letzten zwei oder drei kollektiv gemachten Erfahrungen, alles andere ist verblasst. Der Tulpen-Crash von 1637 ist also (gefühlt) irrelevant, der Crash von 2008 (noch) nicht.

10. "Jeder der optimistisch ist, ist es nicht weil er noch einsteigen will, sondern weil er bereits eingestiegen ist!" - Ronald Gehrt (wenn ich mich richtig erinnere). Banken, Fonds und andere Kapitalsammelstellen können aber durchaus am Tiefpunkt glücklich sein, denn sie erwarten dann bald, durch steigende Kurse, neue Kunden und das heißt Gebühren, Gebühren, Gebühren!

11. Wann ist die Stimmung am besten und die Optimisten am zahlreichsten? Am Hoch! - Börse ist schon irgendwie seltsam, zwar gilt auch hier Angebot und Nachfrage, aber wer ruft im realen Leben "Hurra, der Brötchenpreis ist wieder um 20% gestiegen" und greift begeistert zu den Brötchen? Kaufen wir nicht erst dann einen Fernseher, wenn er billig ist? An der Börse ist ein fallender Kurs eher das Zeichen "Hilfe, es sinkt, nicht kaufen, weg damit". Ok, klar, ein Brötchen ist ein Konsumgut, eine Aktie soll später weiterverkauft werden, trotzdem ist Börse manchmal paradox :-) Man muss es nur wissen! Ha, und gleich in die nächste Falle getappt. Wissen und Börse schließt sich aus, es ist eben ein Monkey-Business, bei dem zufällig auf der Tastatur tippende Affen bessere Entscheidungen treffen als Fonds-Manager.

12. Die Komplexität an der Börse wird bewusst künstlich hochgehalten um einen Beratungsbedarf zu rechtfertigen. Beratungsbedarf ist im Informationssektor die Einstiegshürde der Anfänger (=Melkkuh). Die erste Hürde: Zu lernen, dass an der Börse falsch gesprochen wird. Man spricht dort so, als wären statistische Größen (z.B. der Aktienindex Dax oder "der Dollar") so etwas wie Personen, denen man Anweisungen geben könnte. Der gleiche Fehler wird übrigens auch beim BIP gemacht. Sie können zwar einzelnen Personen Anweisungen geben, aber keiner "Gesamtheit", und erst recht keiner Gesamtheit, die aus der Addierung von anderen Gesamtheiten entsteht.

13. Die Welt braucht Öl. Wenn der Ölpreis hoch ist, braucht die Welt viele Dollars, denn Öl kann man nur für Dollar kaufen. Hohe Nachfrage nach Dollars macht Dollars „nützlicher“.

14. Lesen sie historische Wirtschaftszeitungen oder lesen sie in der Bibliothek alte Zeitungen und lernen, dass auch vor 100 Jahren dieselben Börsen-Sprüche geschrieben wurden wie heute. Vieles, eigentlich alles, wiederholt sich. Lesen sie was damals vor, während und nach einer Krise geschrieben wurde (z.B. US-Präsident Hoover 1929: „Wir haben die Armut abgeschafft“ - Ja, das hat bis zum Weltwirtschaftsgegentor ganz gut geklappt...)

15. Nutzen sie die Google Suchtrefferanzeige um die Größe und Bekanntheit eines Unternehmens einzuschätzen. Auch positive und negative Kritik lässt sich auf diese Weise schnell finden. Aber Vorsicht: Jeder kann anonym Fake-Kommentare erstellen.

16. Kaufen sie keine Goldmine in Kenia...

17. Börsengurus, wenn man sie über einen längeren Zeitraum beobachtet, erzählen letztlich immer das gleiche. Der eine mag Gold, der andere nicht. Der eine sieht ständig den Crash, der andere steigende Kurse. Jeder hat dafür seine eigenen Gründe (von denen er praktisch lebenslang nicht abweicht). So ist zumindest meine Wahrnehmung. Aber die „Pappenheimer“ sind in der Branche bekannt. Viele spulen routiniert ihr Sprüche-Programm ab, daher muss man einem Börsenguru nicht länger als vier oder fünf mal zuhören, da kommt meist nichts mehr Neues.

18. Niemals auf Kredit Aktien kaufen! Außer man kennt den Börsenkurs von morgen... Aber den kannte nicht mal Kostolany. Wie heißt es so schön: "In diesem Geschäft bist Du nur so gut, wie Deine letzte Prognose." Man könnte auch sagen: "nur so gut, wie dein letztes Raten."

19. Wer sich für das Thema Gold/Silber interessiert, kann z.B. mal die historischen Brotpreise, die Monatslöhne und die Förderkosten von einer Unze Gold/Silber mit heute vergleichen. Immer relativ gesehen, aber das sollte ja klar sein. Ich würde jedem von Gold und Silber als Anlage abraten. Falls euch das Thema Gold und Silber aber trotzdem interessiert, schaut bei der Metallwoche von Frank Meyer vorbei - oder bei Mike Maloney aus den USA, der mitreißende Vorträge auf YouTube hält. Gut und seriös einkaufen kann man z.B. bei ProAurum. Der goldfarbende Unternehmenssitz in München entspricht in seiner Größe der gesamten bis heute aus der Erde geholten Goldmenge, überraschenderweise sind es nur 20m x 20m (!)

20. Afrika könnte das nächste Hype-Thema werde.

21. Oder auch nicht.

22. Denken sie über das Wort Importweltmeister nach.

23. Denken sie über das nachhaltige Kurs-Gewinn-Verhältnis nach.

24. Wirtschaften ist nicht „tauschen“ und wir „tauschen“ auch nicht Geld gegen Ware. Wirtschaften heißt, einen Plan zu haben und dann in der Gemeinschaft herauszufinden welche Pläne sich durchsetzen. Das "Tauschen" an der Supermarktkasse ist nur das sichtbare Ende eines sehr langen ("unsichtbaren") Wirtschaftsprozesses.

25. Ein Unternehmen oder eine Bank ist erst mal nur ein juristischer Aktenordner. Oder anders gesagt, ein Unternehmen ist seine Bilanz. Alles andere wird dann zur Nebensache, manchmal auch der Kunde.

26. Wer dringend Geld braucht, der wandelt notgedrungen seine (vermeintlich) langfristigen Anlagen in kurzfristige um. Wenn viele dringend Geld brauchen... dann rauschen die Kurse in den Keller. Da hilft es auch nicht, wenn der Bank-Berater sagt: „Das müssen sie langfristig sehen.“ Ein sinkender Chart ist verdammt schmerzhaft.

27. Lesen sie die Zeitungen anderer Kontinente, also nicht nur die New York Times, sondern auch die South China Morning Post oder ein unbekanntes Online-Blatt aus Afrika. Hauptsache nicht immer die gleichen Meinungsmacher lesen. Vielfalt zählt. Man findet dann schon einige Perlen.

28. Eine reale, börsenfremde Krise kann zum Abzug von spekulativen Geld führen und das bringt eine Börsen-Blase meist zum Platzen, obwohl es doch eigentlich „noch ganz gut aussah“ und „Aktie XY doch mit der Krise nichts zu tun hatte“.

29. Zinserhöhungen sind Gift für die Börse. Weil Spekulationen nur dann nach oben gehen, wenn noch ein Dummer nachkauft. Eine Zinserhöhung rasiert aber allen den billigen Geld-Nachschub weg, es wird dann zu teuer dumm zu sein und ohne Dumme geht halt der Kurs nach Süden.

30. Es gibt ausgearbeitete Theorien, es gibt Menschen mit viel Erfahrung die wirklich ehrlich und seriös sind, es gibt genug Beispiele in der Finanzgeschichte aus denen man lernen kann und trotzdem: Niemand kennt den Kurs von morgen. Aber das ist nicht schlimm, denn Börse ist nicht Wirtschaft. Börsen in wirtschaftlich ausgereiften Staaten (also die ohne reales Wachstum) sind Zockerplätze.

31. Ein ganzes eigenes Börsenbiotop ist das DAF (Deutsches Anleger Fernsehen). Ein Online-Sender, den man sich mal einige Monate geben sollte. Dann hat man den Börsenjargon ganz gut drauf.

32. Warren Buffet kocht auch nur mit Wasser.

33. Lesen sie sich in Skandale ein. Stichwörter sind z.B. "Bernard Madoff" oder "Sino-Forest" oder "Bre-X-Skandal" oder "Herstatt-Bank" oder "Long-Term Capital Management".

34. Das Schlimmste was passieren kann: Wenn Sie an der Börse einsteigen und sofort Erfolg haben.

35. Warren Buffet könnte der notwendige statistische Ausreißer links und rechts an der Gaußschen Glocke sein, also sich rein zufällig dort befinden. Denn eins ist klar, egal was wir an der Börse tun, irgendeiner wird der Erfolgreichste sein. Das ist wie beim Fußball, egal wie schlecht die Mannschaften in der Liga spielen, einer ist auf jeden Fall oben, dass geht konstruktionsbedingt gar nicht anders.

36. Ein wichtiger Begriff ist Arbitrage. Er bedeutet, die winzigen Preis-Unterschiede von gleichen Objekten auszunutzen. Auf Deutsch: Wenn die Orangen bei Aldi 1 Euro kosten und nebenan bei Rewe 1,10 Euro, na dann kaufe ich alle Orangen bei Aldi und verkaufe sie vorm Rewe für 1,09 Euro. Dieses Ausnutzen von Preisunterschieden nennt man Arbitrage und läuft an der Börse weltweit, teilweise über Preisunterschiede von 0,001 %. Wenn alles gutgeht, ist Arbitrage ein sicheres Geschäft.

37. Wenn es Wachstum gibt, dann ist die Börse ein einigermaßen fairer Ort, denn es gibt etwas zu verteilen und alle können profitieren. Im Endstadium von hochentwickelten Volkswirtschaften ist die Börse ein Haifischbecken, denn ohne Wachstum muss kannibalistisch dem anderen weggenommen werden. (Anmerkung an mich selbst: Aussage nochmal prüfen, inkl. Punkt 30)

38. Nicht mehr als 10 Positionen gleichzeitig. Sonst verliert man den Überblick, verzettelt sich und erhöht seinen Gebührenzähler. Man könnte z.B. 7 Positionen in verschiedenen Unternehmen haben, eine spekulative Position in Gold, noch eine in Silber und noch eine in Öl. Allerdings ist das schon sehr sportlich. Der beste Ratschlag dürfte sein: In einem großen Crash die Blue-Chips kaufen. Auf Deutsch: Wenn alle in der Finanzkrise am meisten zittern, kauft man Coca-Cola und Nestle.

39. Wenn sie einen Schnell-Überblick über die vergangene Stimmungslage haben wollen, lesen sie historische Cartoons, z.B. den Simplicissimus. Dort sieht man welche Dinge in der Bevölkerung bekannt waren und dass man sehr wohl das Propagandagerede und die Parolen durchschaut hat. Was die Satire aussprach, war zumindest als Ahnung in der Bevölkerung vorhanden. Interessant sind vor allem die Zeitpunkte direkt vor den Börsencrashs, speziell diese Cartoons sollte man sich näher anschauen. Selbst die Micky-Maus wird manchmal politisch, siehe die Bundespräsident-Wulff-Affäre, er hieß im Comic "Hundepräsident Wuff" :-) Es wäre sicherlich eine interessante Studie, zu untersuchen, wie sich die Stimmungslagen von Comics zu den Börsenkursen verhalten und ob es da Korrelationen gibt, aus denen man möglicherweise zukünftige Kurse... Ok, eine Glaskugel mit wissenschaftlichem Anstrich, aber das machen an der Börse alle!

40. Zitat: It never was my thinking that made the big money for me. It always was my sitting.

41. Es gibt die Herde der Pensionsfondmanager, die alle ähnliche ("Herden-Effekt") Ausbildung und (gesetzliche und unternehmensinterne) Vorgaben haben. Sie verwalten enorm viel Geld das angelegt werden muss. Wann gilt eine solche Anlage als erfolgreich? Wenn sie besser ist als der Vergleichsindex. Daran wird man gemessen. Man muss also nicht "irgendwie gut sein", sondern besser als der Index, oder wie man sagt, "besser als der Markt" oder "den Markt schlagen", damit ist dann immer der Durchschnitt gemeint. Pensionsfonds sind monetäre Dickschiffe, wenn die alle in eine Richtung fahren... Es ist auch so, dass die Großen die Großen kaufen. Die großen Fonds haben alle die großen Unternehmen im Portfolio, das sollte man für Vorhersagen der zukünftigen Kurse von Blue-Chips im Hinterkopf behalten. Denn wer schon dick investiert ist, der kann nicht nochmal doppelt-dick investieren. Außer man spült durch einen Euphorietsunami neues Anlegerspielgeld an die Börse.

42. Es gibt unglaublich viele Indikatoren und Charts, aus denen man (angeblich) herauslesen kann wie die Börse verlaufen wird. Kreative Ansätze gibt es auch, zum Beispiel den Müllindikator, d.h. weniger Müll deutet auf schlechtere Aktienkurse hin (weniger Konsum = weniger Müll) oder den Sothebys-Indikator: Top-Gemälde auf Auktionen teuer (=Aufschwung) oder Top-Gemälde auf Auktionen billig (=Krise).
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Stephan Goldammer

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Die (Online) Zukunft der universitären Lehre.

Die Kommentare, Einwände, Lob und Kritik zum meinem Gastbeitrag „Haben schlechte Vorlesungen eine Zukunft?“ (auf dem Blog von Mathe-Prof. Christian Spannagel) möchte ich kompakt zusammenfassen und beantworten. Auf zu einem zweiten Beitrag, diesmal auf Google Plus.

Online-Vorlesungen machen Professoren langfristig arbeitslos.

eLearning soll nicht die Vorlesung vor Ort abschaffen. Ein physischer Raum, also ein Vorlesungshörsaal der Universität, ist ein membraner Schutzschild vor zu viel unwissenschaftlichem Quark. Die Online-Vorlesung darf frei durchs Internet vagabundieren, aber die Verankerung in die wissenschaftliche Sphäre sollte sichergestellt sein. Diffundierendes Feedback von außen will ja meist nicht das Fachlich-Mathematische in der Vorlesung verändern, sondern die Leute sagen: „Bitte erklärt es besser!“. Vorlesungsinhalte haben (noch) einen Vertrauensvorschuss, wenn aber dauerhaft Realität und Vorlesungsinhalt nicht in Übereinstimmung gebracht werden kann (z.B. in der Volkswirtschaftslehre, dort die sogenannte „Neoklassik“), haben beide Seiten verloren, die Öffentlichkeit verliert das Vertrauen und die Professoren ihre Glaubwürdigkeit. Welcher Wirtschaftswissenschaftler kann heute das Geld(system) so erklären, dass sich alle Widersprüche im Kopf auflösen? Wenn wirtschaftswissenschaftliche Vorlesungsinhalte so gut sind, warum haben wir das ganze Finanz/Euro/Dollar/Shutdown/Staatspleite Schlamassel? Aus den Ökonomie-Studenten wurden die Führungskräfte von Wirtschaft und Politik. Auf welchem (stabilen?) Vorlesungs-Fundament steht die ökonomische Politik(beratung)? Die Vorlesungen müssen endlich Online sichtbar werden, denn über Unsichtbares kann man nicht diskutieren.

Online-Vorlesungen mit angedocktem Feedbackverbesserungsregelkreis bieten uns viel mehr Möglichkeiten unsere (gesellschaftlichen) Missverständnisse, Fehlannahmen und Axiome zu diskutieren. Professoren werden nicht arbeitslos, im Gegenteil, sie haben die Aufgabe ihre Vorlesungen lebenslang so zu verbessern, dass mit dem Übergang zur Pension „Online-Vorlesungsedelsteine“ entstanden sind. Am Rande: Man könnte diskutieren, ob wir nicht speziell geschulte Prof. einführen, die ausschließlich die Anfängervorlesungen halten. Besonders in der Mathematik sind viele Einstiegsvorlesungen didaktisch grausam, weil nicht der krumme, schiefe, nach Schweiß und Kaffee stinkende Hin-Weg gezeigt wird, sondern immer nur das perfekte Beweis-End-Produkt. Mathe-Didaktik ist m.E. der endlose-Prozess „Erkläre es noch verständlicher als letztes Semester, indem du dir immer wieder neu überlegst wie deine Worte falsch verstanden werden könnten“. Sich ständig verbessernde Online-Vorlesungen mit Feedbackmöglichkeiten sehe ich hier als Chance (und ausreichend Arbeit). Falls trotzdem einige Prof. weniger Vorlesungen halten („Ist ja schon online“), haben Sie eben mehr Zeit für die Forschung, ist ja auch nicht schlecht. Vielleicht muss aber auch das gesamte Uni-System mal auf den Prüfstand?

Das Publikum erhält nur eine Illusion von Lehren und Lernen.

Ich erhoffe mir durch eLearning eine sukzessive Verbesserung der Real-Vorlesung, durch Auslagerung der gesamten Feedback- und Diskussionsprozesse in den Bereich um das aufgezeichnete Video herum. Ein Flurgespräch zw. Student und Prof. ist ja ganz nett, aber gesprochene Worte verpuffen im Feedback-Nirwana. Es gibt bereits gute Ideen der Feedbackorganisierung, z.B. das Unternehmen Ghostthinker mit der Software edubreak. Das gesamte Feedback soll wie Mörtel direkt an der Videoaufzeichnung kleben. Keine Feedbackverzettelung oder langwierige, bürokratische und oft ergebnislose Evaluierungen mehr. Dieser zentrale Online-Diskurs wirkt dann in die nächste Real-Vorlesung oder ins nächste Semester hinein. Die reale Vorlesung soll freigehalten werden von Feedback- und Diskussionsprozessen. Handheben und Fragestellen in 500-er Vorlesungen haben noch nie substanzielle Verbesserungen gebracht und sie unterbrechen den Fluss einer (guten) Vorlesung. Der Online-Feedbackdruck lässt bessere Erklärungen langsam in die Vorlesung hineinsickern. Es entsteht eine Online-Real-Symbiose mit (fachlichem) Dozentenveto.

eLearning wird in der Öffentlichkeit noch vorwiegend verstanden als passive „Vorlesungs-Kopie“ im Internet. Aber so verstehe ich den Begriff eLearning nicht (mehr). Der Clou ist doch, ein wandelfähiges Objekt (Vorlesungsvideo) zu erschaffen, dort ganz in Ruhe die Verbesserungsdiskussionen zu führen und danach die Real-Vorlesung anzupassen. Mein „Zukunftsvisionsaspekt“ von eLearning ist nicht das reine „Kopieren“ von Unterricht ins Internet, sondern das Auslagern des Feedbackprozesses auf die Videoaufzeichnungskopie. Dies rückwirkt auf die Real-Vorlesung, was einen Regelkreis ergibt, der sich selbst steuert und verbessert.

Alle Vorlesungen ins Netz zu stellen, ist der erste Schritt. Dann den langfristigen Verbesserungsprozess (technisch) zu ermöglichen, wäre der zweite Schritt. Um der Öffentlichkeit und den Dozenten eLearning schmackhaft zu machen, sollte man mehr auf den zweiten Schritt hinweisen. Erst dieser macht für mich den Reiz von eLearning aus, sonst wäre es ja „nur“ eine Kopie der Vorlesung im Internet. Erst der Feedbackverbesserungsregelkreis macht eLearning wirklich „sexy“. Reines „Kopieren“ erzeugt tatsächlich Des-Illusion, denn wer will heute noch ohne (zumindest prinzipielle) Möglichkeit der Mit- und Einwirkung etwas Lernen? Zusammengefasst: Bedeutet eLearning, dass schlechte Unterrichte jetzt auch noch als ewig schlechte Kopie im Netz zu finden sind? Nein! Sondern das Spinnen eines Feedbackfadens lässt das Vorlesungs-Stroh zu Gold werden.

eLearning ist nur ein Hype.

Rosarotes-Brillen-Beispiel: Heute kann sich ein aufgeweckter Internetnutzer, dank medizinischer Online Vorlesung, Online vefügbaren medizinischen Fachbuch und universitärer Skripte, innerhalb einer Woche besser in (s)eine Krankheit einlesen, als es ein Hausarzt, der 10.000 Krankheiten im Kopf haben soll(te), je könnte. eLearning holt uns mehr auf Augenhöhe mit den Spezialisten, die Gespräche werden anspruchsvoller. Allerdings sind wir erst am Anfang, wer sofort ruft: „Das Internet verloddert unsere Jugendlichen, da sind doch nur Terroristen, Porno-Gucker und FDP-Wähler“, der zeigt damit welches Geistes Kind er ist.

Evaluation ist nutzlos.

Ja, in seiner derzeitigen Form. Der Student macht Kreuzchen auf dem Evaluierungsbogen und Expertenrunden entscheiden... meistens sehr wenig oder nur bürokratischen Kleckerkram. Substanziell ändert sich jedoch nichts, nur der elfenbeinfarbige Evaluierungsturm wird höher. Bisher sind Evaluierungen nur Feststellungen von Etwas, das alle schon wissen und was man auch durch ein Gespräch herausfinden könnte. „Wir evaluieren uns zu Tode“ ist der Titel einer aktuellen Doktorarbeit von Annabell Preußler. Dem ist nichts hinzuzufügen. Übersprungshandlungen gibt’s offenbar auch an der Uni. Hauptsache irgendetwas tun als gar nichts tun. Und ich hatte geglaubt, so etwas gibt’s nur bei der Bundeswehr. Heutige Evaluierungen machen Meta und Meta-Meta und Meta-Meta-Meta. Aber am Objekt Vorlesung ändert sich nichts... Heutige Evaluation ist ein selbstreferenzielles Sich-Im-Kreis-Drehen, Lichtjahre von der Studenten-Realität entfernt. Ich habe selbst zu Studienbeginn einen dicken Fragebogen bekommen (und aufbewahrt, darüber werde ich auch mal schreiben, denn schon an den Fragestellungen sieht man, „Sie“ haben gar nicht verstanden worum es geht. Mein Eindruck ist eine höfische Angepasstheit der Fragenstellungen, altbackene Mathe-Fragen, die ich schon tausendmal gelesen habe, die aber noch nie etwas verändert haben). Heutige Evaluationsfragen sind ein precht-artiger Restmüll aus falscher Analyse, Weggucken und Gewohnheit. Wer mehr zu kritischen Fragen an der Universität wissen möchte, schaut auf die Tagung „Tabus an der Hochschule". Ich bin wirklich gespannt! (Danke an Oliver Tacke für den Hinweis)
 
Online ist passiv, viel zu passiv, da muss mehr Aktivität rein.

Manche behaupten, Online = Passiv, also ist Online schlecht. Moment mal... Ist „passiv“ schlecht und „aktiv“ gut? Wie definiert man das eigentlich? Oberflächlich betrachtet, ist „Online Konsum“ passiv und viele folgern daraus, das könne ja nicht gut sein, so viel „Passivität“. Aber ist „Aktivierung“ das Heilmittel? Ist „passiv“ das Gegenteil von „aktiv“? Wo ist der Sinn in der Unterscheidung, „aktiv“ (positiv) - „passiv“ (negativ)? Wer behauptet dass „aktiv“ gut ist, müsste seit Jahrzehnten konsequent gegen Bücher argumentieren. Denn etwas passiveres gibt es nicht. Aber würden wir mit dem Finger auf ein gut erklärendes Lehrbuch zeigen und sagen: „Du bist passiv, weg mit dir“? Nein, dass erste was wir am Beginn eines Semesters hören, sind die Buchempfehlungen des Professors - am liebsten natürlich das eigene :-) Warum nicht mal eine Online-Vorlesung empfehlen (auch die von einem Kollegen). Oder wäre das peinlich, weil dann auffällt, dass dort der gleiche Stoff deutlich besser erklärt wird?

Ich habe eine etwas ketzerische These: „Aktiv“ ist nur eine Ausrede. „Aktiv“ ist das Ausweichen des Dozenten und seiner passiven, schlecht erklärenden Vorlesung in den Raum der „Aktivität“. Denn es ist viel leichter, aus passiv aktiv zu machen, als aus schlecht erklärend gut erklärend. Bemerkt noch jemand die Konditionierung, wenn “schlecht erklärt” und “passiv” automatisch im Kopf miteinander verbunden werden? Pädagogischer Pawlow, wuff wuff. Gute Erklärungen sind stark personenzentriert. Ein Dozent, der sich von einem schlecht erklärenden zu einem gut erklärenden Dozenten wandeln will, muss einen Jahre-, Jahrzehnte-, vielleicht auch Lebenslangen, anstrengenden, inneren Prozess durchlaufen. Manche schaffen es nie, aber manche fangen auch gar nicht erst an. Da ist es doch viel einfacher auf die böse „Passivität” einer Online-Vorlesung zu schimpfen und „Aktivität“ hereinzubringen. Eine Analogie zu den Büchern: „Wir haben nur schlechte, passive Bücher, aber weil wir nicht in der Lage sind bessere Bücher zu schreiben, weichen wir auf „Aktivierungsmaßnahmen“ aus.“ Dieser Satz fühlt sich doch komisch an, oder? Statt das Erklärniveau zu heben, schimpft man lieber auf die „Passivität”, macht „Aktivität”, repariert aber an der falschen Stelle. Warum reagieren wir reflexartig auf die „Passivität“ von (Online)Vorlesungen? Warum führen wir diese Diskussion nicht bei Büchern? Weil wir uns daran gewöhnt haben?

Warum frustrieren uns reale Vorlesungen?

Antwort: Es sind die vielen kleinen Interaktionen die wir in einer (schlechten) Vorlesung durchführen m ü s s t e n, aber nicht können. Zwanzig mal pro Stunde agieren müssen aber nicht können, erzeugt Frust, Lustlosigkeit und Demotivation. Jede Interaktion die man in einer normalen Vorlesung herunterschluckt, kann man dagegen Online punktuell durchführen. Es besteht in realen Vorlesungen ein zeitlicher Verstehensdruck, der (im Prinzip) viele kleine Mini-Erklär-Nachfrage-Pausen benötigen würde, die gibt’s aber nicht. Das führt zu innerer Angespanntheit und verhindert der Lerneffekt. Das Modell Real-Vorlesung (wenn es denn ernstgemeint ist) zwingt mich zur Interaktion, aber ich kann sie nicht durchführen. Online-Vorlesungen nehmen diese emotionale Frust-Komponente aus der fachlichen Komponente heraus, weil sie zeitlich auseinandergezogen werden. Dazu kommt, dass sich eine reale Vorlesung nach Ende der Stunde in Luft aufgelöst hat. Der Mensch soll wohl wie eine Maschine funktionieren, der Student als Nürnberger Trichterkamera, die sekundengenau alles im Kopf behält. Lernen ohne Zeitvorgabe (statt mit Metronom) lässt das Wissen fester und hervorholbarer werden, weil es freiwillig und ohne extrinsischen Druck im Gehirn verknüpft wurde.

Online-Vorlesungen sind technisch noch nicht ausgereift.

Computerspieler kennen diesen Entwicklungsprozess: Vor 20 Jahren musste man bei Echtzeitstrategiespielen (z.B. Dune 2) jede Einheit zum Bewegen einzeln anklicken. Grausam! Heute zieht man einen Rahmen und hat mit einem Klick 200 Einheiten ausgewählt. (Komischerweise ist mir das damals gar nicht aufgefallen, nur wenn ich heute die alten Spiele rauskrame, merke ich es.) Was will ich damit sagen? Gebt der Bedien-Technik und der ergonomischen, intuitiven Oberfläche noch ein wenig Zeit sich zu verbessern. Rom wurde auch nicht an einem Tag programmiert. Hier soll auch mal ein Lob an die Universität Tübingen gehen, die auf ihrem Server bereits 2002 (!!), technisch und inhaltlich gar nicht mal schlechte Online Vorlesungen angeboten hat (Mathe Prof. Manfred Wolff).

Wann können wir mit dem Verbessern von Vorlesungen aufhören?

Solange die Leute keine Blumenkränze vor dem Professorenbüro ablegen, sind solche Gedanken tabu. Sind etwa massenhaft jubelnde YouTuber vor dem Unigebäude gesichtet worden? Halten sie Schilder hoch: "Prof. XY, ich will ein Kind von dir"? Sind die Femen schon nackig durch eine Vorlesung gerannt? Kennt uns eLearner schon irgendein analoges Schwein? Gab es bereits das dritte Galileo-Spezial "Die Online-Vorlesungs-Katastrophe"? Sind Vorlesungen von Frau Merkel für alternativlos erklärt worden? Nein? Dann weitermachen, nicht nachlassen, noch eine digitale Schippe auflegen, noch besser erklären, los, los!

Hat Richard David Precht schon was zu Online-Vorlesungen gesagt?

Nein, meines Wissens nicht, aber Jürgen Kaube von der FAZ hat einen schönen Text über sein neues Buch (Anna, die Schule und der liebe Gott) geschrieben: "Oh ihr Rennpferde, fresst einfach mehr Phrasenhafer!"

Zitat: "Nehmen wir sein Kapitel über Humboldt als Kronzeugen dafür, dass nicht der Stoff, sondern das Lernen des Lernens im Mittelpunkt der Schule steht. Humboldts Schule habe keiner Prüfungen bedurft, weil man die Persönlichkeit eben nicht prüfen könne. [...] In den Studien Heinrich Bosses, die Precht in seiner Literaturliste aufführt, hätte er finden können, dass Humboldt ein wahrer Prüfungsenthusiast war. Weshalb? Weil er Bildung gegen Privilegien stellte, und wenn nicht geprüft wird, geht es noch ungerechter zu als ohnehin. Das Buch strotzt vor Unkenntnis, was seine Polemik gegen den „Stoff“ in ein interessantes Licht setzt."

Wie sieht dein Feedbackverbesserungsregelkreis konkret aus?

Eins ist klar, wer schon bei der Eingabe unintuitive Hürden einbaut, kann sich die Erwartung auf Feedback gleich in seine didaktischen Haare schmieren.

1. Ein Tab-Artiger Aufbau. Einfach einen beliebigen Wikipedia-Artikel anschauen, dort seht ihr ganz oben die „Reiter“ (Tabs). Zu jedem Artikel (also „vorne“) liegen „dahinter“ noch weitere, leicht zu erreichende Seiten, z.B. eine Diskussionsseite, die oft interessanter ist als der eigentliche Artikel ;-)
2. In diese Tabs (Reiter) gehören: Wann und wo findet die Vorlesung statt. Buchempfehlungen. Skripte zum Download. Wann ist die Prüfung. Übungsaufgaben und Musterlösungen. Alte Prüfungen als Download. (Und alles was hier von Punkt 3. bis 22. folgt)
3. Eine Möglichkeit zur Kommentierung, mit realem Namen oder auch anonym (Kritik muss auch anonym möglich sein). Falls Anonym zu spamartig wird, dann Sortierungsfunktion.
4. Online-Sprechstunden mit dem Dozenten (eine Art Google Hangout).
5. Button mit dem man (schnell) 10 oder 20 Sekunden zurückspringen kann.
6. Alles möglichst "One-Klick", also durch einen, maximal zwei Klicks erreichbar.
7. Sekundengenaue (Rot/Grün) Erklär-Bewertungen des Videos, mit equalizer-artigem Auswertediagramm und roten Peaks an Problemstellen. Durch Taste Plus/Minus spontan-impulshafte Eingabe möglich.
8. Erfahrungsberichte und Kritik älterer Semester oder Alumni.
9. Eine Auflistung wichtiger, ungeklärter Forschungsfragen.
10. Verlinkung von inhaltlicher Kritik am fachlichen Modell (Ich denke da an Ökonomievorlesungen).
11. FAQs, also die häufigsten, immer wieder gestellten Fragen unter dem Video veröffentlichen.
12. 24h Live (Text) Chat mit Tutoren (Kann man Videoweise bündeln - als bezahlter Tutor-Heimdienst am Wo-Ende).
13. Studenten können die drängendsten Verständnisfragen nach oben voten.
14. Verlinkung anderer Dozenten mit ähnlichem Thema.
15. Sekundengenaues Fragen stellen mit Markierung.
16. Foren, Wikis und Blogs direkt andocken.
17. Biographie und bisherige Veröffentlichungen des Dozenten.
18. Statistische Auswertung für alle einsehbar.
19. Einbettung aller sekundengenauen (Gut-erklärt/Schlecht-erklärt) Bewertungen in ein Gesamtkonzept, um einem Studenten deutschlandweit die (durch Voting) "best-erklärende" Vorlesung als ersten Suchtreffer anzubieten ("Der grüne Dauerpeak").
20. Offener Zugriff (Bildung muss nicht durch Passwörter geschützt werden, leider gibt es viele Passwortgeschützte Vorlesungen, z.B. an der TU Clausthal)
21. Ein Forschungsmaskottchen zu Studienbeginn - die (kleine) ganz persönliche Forschungsfrage.
22. Ein Aha-Effekt Lern-Tagebuch (Heureka-Tagebuch) und ein späteres Online-Amalgam aller Aha-Effekt Tagebücher.

Natürlich noch: Schnelle Ladezeiten. Urheberrechtliche/Juristische Fragen klären. Einbindung in YouTube. Ältere Videos archivieren (auch die Kommentare!) und nur das aktuellste bzw. „beste“ Online stellen. Möglicherweise die Positiv/Negativ-Bewertungen nicht an Videos, sondern an Personen koppeln (Bewertungsproblem bei archivierten/entfernten Videos, die guten Bewertungen sind "futsch"). Schon beim Programmieren überlegen den Überblick zu behalten, bei irgendwann 1.000 oder 10.000 Vorlesungen zum gleichen Thema. Liebevoll programmieren. Vorlesung, wenn möglich, jedes Semester neu aufnehmen, mit den Feedbackanregungen des Vor-Semesters.

Am wichtigsten scheint mir keine Verzettelung zu betreiben, sondern alles um die Vorlesung herumzubasteln, um was denn auch sonst? Verwaltung ist ja kein Selbstzweck. Studenten, Dozenten und die Univerwaltung schauen dann auf das gleiche Objekt.

Warum gibt es nicht einfach ein richtig gutes Mathevideo, ein richtig gutes Skript, eine richtig gute Übungsaufgabe?

Es könnten sich 100 Mathe Prof. hinsetzen und ca. 10 Jahre lang an einem ultimativ-erklärenden Buch schreiben. Was aber nur funktioniert wenn sie sich an einen Tisch mit 1.000 Mathe-Hassenden Schülern setzen (die nach 1 Jahr ausgetauscht werden müssen, weil sie dann durch den Diskussionsprozess zu viel wissen und nicht mehr die echten Anfängerverständnisfragen stellen). Analog für Videos und Skripte. Leider geht es derzeit genau in die andere Richtung, es erscheinen immer mehr Videos die höchstens durchschnittlich sind, viel Masse, wenig Klasse. Ein weiteres Problem ist, dass die Erklärer oft ihre schlechten Erklärungen untereinander weiterwenden, trotz der Masse an Videos erhöht sich also nicht der Erklärwert, sondern nur die Personen wechseln. Ich weiß, das klingt sehr negativ und viele sind doch so engagiert, aber wirklich gute Erklärungen sind harte (Denk-)Arbeit, an denen oft über Jahre, Jahrzehnte gefeilt werden muss. Ich glaube langsam, dass Mathedidaktik (wenn man sie ernst meint und nicht nur als Schild vor sich rumträgt) viel härter und anspruchsvoller ist als Mathe selbst.

Macht mehr Aktivität, denn nur das hilft.

Stop mal Leute. Erst wird das Erklärniveau gehoben, dann kommt die Aktivität. Nicht umgekehrt (wo dann der zweite Schritt oft weggelassen wird, ist ja auch anstrengend, können denn nicht die doofen Studenten es endlich mal durch Aktivierungsmaßnahmen verstehen…)

Studenten müssen Fehler selbst machen, denn nur wer Fehler macht lernt.

Das halte ich für ein Dogma und in seiner Allgemeinheit auf keinen Fall haltbar. Fehler kommen von allein, man muss sie nicht systemisch einbauen oder sich lobend auf die Schulter klopfen: „In meiner Prüfung sind 90% durchgefallen, was bin ich nur für ein harter Hund, ein Studenten-aufs-harte-Leben-Vorbereiter, ein Kriegsveteran, Weltretter und Ritterkreuzträger!“. Das klingt für mich alles wie: „Jetzt schreiben wir mal schön absichtlich kompliziert und für den Schüler nicht nachvollziehbar“. Als ob Lernen dadurch leichter wird, weil es leichter ist zu lernen. Als ob etwas frustrierend sein muss, damit ein Lerneffekt da ist. Sind alles nur Ausreden. Es geht immer nur darum, dass der Dozent nicht mehr weiß warum seine Worte auch falsch verstanden werden können.

Wenn alles immer besser erklärt wird, wird nicht auch inhaltlicher Blödsinn immer besser erklärt?

Ja. Aber dadurch wird er Verstehbarer, Sichtbarer und Diskutierbarer.

Ist eine Uni, die nicht Online geht, eine Lernverhinderungsanstalt?

Ja.

Alle gucken nur noch die „beste“ Online Vorlesung, der Rest bleibt unbeachtet?

Ja. Aber nur, wenn wir eLearning als reines "Kopieren" verstehen. Dann würden tatsächlich irgendwann alle einfach den besten Mathelehrer Online schauen. Denn, ganz ehrlich, wer in dieser Welt tut sich freiwillig einen schlechten Mathe-Erklärer an? Wenn wir jedoch an jedes Online-Video den oben beschriebenen Feedbackverbesserungsregelkreis andocken, haben wir eine Flut die alle Boote hebt. Das ist meine Definition von eLearning.

Studenten wollen gut erklärende Lehrer finden. Entweder tun sie das auf altmodische Art, durch Verlinkungen, Kommentare, Empfehlungen oder Gespräche. Oder neumodisch, durch halb-automatisierte, sekundengenaue gut/schlecht erklärt Bewertungssysteme, die auch 500er Pools an inhaltlich ähnlichen Videos sinnvoll vor-sortieren können.

Das führt dazu, dass bei 100 inhaltlich-ähnlichen Vorlesungen (deutschlandweit) zu „Aussagenlogik“, irgendwann nur noch das „best-erklärendste“ Video geschaut wird und der Rest in der Versenkung verschwindet. Was dieser Rest ist, brauche ich nicht zu erklären, die traumatisierenden Mathelehrer unser Schulzeit sprechen eine empirisch harte Sprache. (Ja, auch „sich-im-Mathe-Unterricht-beschissen-fühlen“ ist ernsthafte Empirie). Online kriegt dann jeder individuell sein Kommentar-Fett ab und das ist gut so, denn wie soll sich sonst etwas ändern? Durch abgeschottete, gefilterte Uni-Mauern hindurch? Sollen doch die Kommentarspalten überfließen mit Kritik, manche glauben offenbar tatsächlich ihr Matheunterricht wäre gut... Aber in der Realität sind wir zu höflich, haben Zeitnot und auch die fehlende Anonymität lässt uns vieles runterschlucken. Wenn Mathelehrer nicht umsetzen, dass Mathematik nur wirkt wenn Schüler sich gut fühlen, dann wird das Mathe-Universum bis auf alle Zeiten im integralen Saft schmoren und ein kleines binomisches Süppchen bleiben!

Kann man durch Prüfungsnotenkorrelationen herausfinden, welches das „best-erklärende“ Buch ist?

Die heutigen Dozenten-Buchempfehlungen sind gut, aber man könnte sie ins empirische Optimum heben. Die Korrelation zwischen den von Studenten genutzten Lehr-Büchern und der Prüfungsnote scheint mir eine faire Grundlage für eine (wissenschaftlich begründete) Dozenten-Buchempfehlung zu sein. Alle anderen Buchempfehlungen können (für den Studenten-Durchschnitt) nur schlechter oder (zufällig) gleich gut sein. Bisher sind Buchempfehlungen eher eine Bauchentscheidung des Dozenten („Dozentenlieblingsbücher“). Müsste nicht ein Wissenschaftler bei seinen Empfehlungen auch wissenschaftliche Methoden nutzen, bzw. müsste er (falls er es nicht kann oder will oder die Ermittlung zu aufwändig ist) nicht fairerweise dazusagen: "Liebe Studenten, ich gebe euch zwar Buchempfehlungen, aber die sind eigentlich „unwissenschaftlich“ und beruhen eher auf “Gefällt mir” und “Glaubt mir, das Buch ist wirklich gut, hat viele schöne Bilder und so..."?

Natürlich sind die Bücher selbst wissenschaftlich geschrieben. Aber zwischen Ihnen gibt Unterschiede. Und zwischen diesen Unterschieden muss sich ein Dozent entscheiden, um Empfehlungen auszusprechen. Diese Empfehlungen sollen zu einem guten Verständnis des Stoffes und einer guten Note führen. Der Dozent kann natürlich dieses Dilemma umgehen indem er einfach alle Bücher empfiehlt ;-) Ist es nicht fair gegenüber dem Studenten, ihm eine Buchempfehlung zu geben, die offenbar (langfristig und im Durchschnitt) zu besseren Noten führt (was ja stark darauf hindeutet, dass diese Bücher ein hohes „Erklärniveau“ besitzen). Natürlich kann man nicht das Studenten-Individuell beste Buch finden, aber wenigstens das Studenten-Durchschnittlich beste Buch. Man könnte Fragebögen verteilen und darin Lehrbücher mit Prüfungsnote koppeln, um Korrelationen zu finden. Möglicherweise stellt sich heraus, dass Studenten mit Lehrbuch X (langfristig und im Durchschnitt) bessere Noten schreiben und mit der bisherigen Buchempfehlung Y eher schlechtere. Wer danach immer noch das „schlechtere“ nutzen will, sehr gern, aber ich würde gerne erst mal das Lehrbuch lesen, mit dem viele Studenten bessere Noten geschrieben haben. Hat das noch nie jemand in nicht-digitalen Zeiten erforscht? Bücher gibt’s ja schon etwas länger...

Warum gibt es keinen Wikipediatag (Kirchenfeiertag umbenennen), an dem alle Professoren weltweit ihr Wissen in die Wikipedia schreiben?

Wissenschaftler an der Hochschule können durch Wikipedia ihre Erkenntnisse (leicht zugänglich) an die Allgemeinheit weitergeben. Vorschlag: An einem Tag im Jahr wird an der Hochschule der "Wikipedia-Tag" veranstaltet. An diesem Tag werden alle wissenschaftlichen Mitarbeiter und Professoren gebeten, freiwillig ihr Wissen in die Wikipedia zu tippen. Das Erklär-Niveau von Wikipedia würde deutlich steigen und alle Menschen können daran teilhaben. Gehen wir noch einen Schritt weiter: Warum nach Weltspartag, Weltfrauentag & Co. nicht auch einen Weltwikipediatag einführen? Oder einen vorhandenen, arbeits-freien Feiertag umbenennen (z.B. Fronleichnam zu Wikipediatag)? Die erste Hochschule die diese Konzept umsetzt, könnte es als werbewirksames Aushängeschild verwenden. Aus Rumhängen im Elfenbeinturm wird Rumtippen in Wikipedia.

Soll die reale Vorlesung abgeschafft werden?

Nein. Die reale Vorlesung und die Online-Vorlesung existieren gleichzeitig, aber durch die enorm besseren Möglichkeiten der Online-Feedbackorganisation, wirkt die Online-Welt positiv verändernd in die reale Welt hinein.

Ein Zitat zum Abschluss: "Aber trotzdem müssen wir auf das Allerentschiedenste einen Zustand anstreben, bei welchem der Student nicht bloß oder in erster Linie wehrloser passiver Zuhörer bei Professorenmonologen ist, sondern in lebendiger Wechselwirkung zu spontaner wissenschaftlicher Arbeit herangezogen wird. Seminare, Übungen und vielleicht neue akademische Unterrichtsformen müssen hierzu das Hauptmittel sein." - Richard Courant, Mathematikprofessor, 1928

Den ursprünglichen "ersten" Blog-Beitrag findet ihr hier: http://goo.gl/jpmyS
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3 comments
 
erklärungsbücher mit noten korrelieren:
im prinzip müsste das schon gehen, aber:

- es gibt gar nicht so viele fächer, wo die leute tatsächlich substanziell aus lehrbüchern lernen. (es gibt einzelne, die das machen, aber es ist eher eine minderheit.)  ich glaube, lehrbücher spielen insgesamt eine geringere rolle, als man annimmt. beim fach statistik etwa könnte ich mir aber vorstellen, dass man das vergleichen kann.

- die empfehlungen des dozenten müssten ja eine immer geringere rolle spielen, wenn man sich im web bewegt. ich habe z.b. mal tatsächlich nach statistik-büchern gesucht, die von praktikern und lernern als besonders gut empfohlen werden. das sollte eigentlich in "communities of practice" passieren.

- die lernprozesse der leute sind de facto so verschlungen und eigensinnig, dass es vielleicht überhaupt schwer ist, bei diesem "rauschen" den konkreten einfluss von lehrbüchern herauszulesen. das wird um so stärker der fall sein, je mehr bruchstücke von dem, was früher nur in büchern zugreifbar war, sich im netz findet.
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Stephan Goldammer

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Das Land der Lügner.

Es gab einmal eine Welt, in der lebten drei Arten von Menschen. Die Lügner, die Lügner-Lügner und die Lügner-Lügner-Lügner. Sie wohnten auf verschiedenen Inseln und hatten noch nie voneinander gehört. Eines Tages traf ein Fischerboot der Lügner auf einen dahin segelnden Lügner-Lügner. „Wohin des Weges?“, fragte der Lügner. „Zum Bergsteigen“, antwortete der Lügner-Lügner. Das brachte den Lügner in Rage. „Du Lügner!“, sagte er zum Lügner-Lügner. Verwundert antwortete der Lügner-Lügner: „Deine Worte sind nicht meine Worte. Steige aus der Felswand, du Narr.“ Das ließ der Lügner nicht auf sich sitzen: „Ich soll ein Lügner sein? Schau dich um, hier ist nur Wasser, kein Fels weit und breit“. „Hinfort mit dir du Begriffsverdreher, ich weiß doch was ich sehe!“, rief wiederum der aufgebrachte Lügner-Lügner. Mitten hinein in diese Idylle platzte ein Ruderboot mit ein paar Lügner-Lügner-Lügnern an Bord. „Was habt ihr zwei da zu besprechen, man hört euch ja bis zu unserer Oase“. „Was redest du von Oasen?“, fragte der Lügner. „Na ihr beide steht mitten in der Wüste“, sprach der Lügner-Lügner-Lügner. „Dir ist wohl die Wüstensonne zu heiß auf den Kopf geschienen“, sprach der Lügner-Lügner, „hier ist nur eiskalte Felswand, mehr nicht.“ Jetzt sind sie alle übergeschnappt, dachte der Lügner und spritze ihnen eine Ladung Wasser ins Gesicht. „Hör auf hier mit Schnee zu werfen“, sagte der Lügner-Lügner. „Hör auf mir Sand in die Augen zu streuen“, sprach der Lügner-Lügner-Lügner. „Hilfe, Hilfe, ihr seid völlig verrückt geworden, du, Felsgläubiger, und du, Wüstengläubiger“. „Was heißt hier glauben? Ich weiß! Hörst du? Ich weiß!“, empörte sich der Lügner-Lügner.

Da überlegte der Lügner einen Moment und rief zu den anderen: „Lasst uns das Orakel fragen. Es wird uns sagen was richtig und was falsch ist.“ Die anderen nickten und gemeinsam fuhren sie zum Orakel, jeder in der Erwartung dass er Recht hatte. „Orakel von Lügnerland, wir bitten dich, sag uns wer lügt?“ Das Orakel dachte kurz nach und sprach: „Du, Lügner, hast recht, denn Wasser ist nass. Du, Lügner-Lügner, hast auch recht, denn Berge sind kalt. Du, Lügner-Lügner-Lügner, hast auch recht, denn Wüsten sind sandig. Jeder hat recht, aber um es zu verstehen, müsst ihr neugeboren werden.“ „Wie bitte? Was meinst du?“, fragte der Lügner.

„Ihr könnt es nicht wissen, aber schon eure Väter waren hier und sie stellten mir die gleichen Fragen. Sie fragten nach der Venus, dem Morgenstern und dem Abendstern.“ „Halt“, unterbrach der Lügner das Orakel, „das ist doch alles dasselbe, das sind nur verschiedene Namen für das gleiche Ding.“ „Ja“, sprach das Orakel, „das stimmt. Aber eure Väter verstanden es nicht. Bis zu ihrem Tod stritten sie sich.“ Der Lügner-Lügner-Lügner dachte kurz nach: „Aber ehrenwertes Orakel, dann haben unsere Väter ja einen Großteil ihrer Lebenszeit verschwendet und viele Stunden mit sinnlosen Diskussionen verbracht. Warum?“ „Weil sie nicht bereit waren, für ein gutes Argument ihre gesamten Überzeugungen über Bord zu werfen“, antwortete das Orakel und verschwand für einen Moment.

Als es wieder erschien, hatte es einen kleinen, leuchtenden Gegenstand in der Hand: „Ich werde euch ein Geschenk mitgeben, ein verzaubertes Auge. Wenn ihr es mit beiden Händen in die Sonne haltet, werdet ihr in ein Spiel hineingezogen. Für zehn Minuten müsst ihr die Argumente eures Gegners benutzen. Und er muss Eure verwenden. Du, Lügner, stehst dann für zehn Minuten in der Wüste, du, Lügner-Lügner, schwimmst im Wasser und du, Lügner-Lügner-Lügner, erkletterst die Felsen. Benutzt es und ihr seht die Welt mit den Augen des anderen. Aber das Auge hat einen Preis, es ist der Preis der absoluten Wahrheit. Wer es benutzt, wird nie mehr die vollkommene Wahrheit besitzen, sondern tauscht, sein Leben lang, anstrengende Momente der Verwirrung und Verärgerung gegen Momente der Erkenntnis und Aha-Effekte.“

„Das heißt, das Auge zeigt nicht die Wahrheit, sondern die Sicht des Gegenübers? Aber was ist dann Wahrheit eigentlich?“, fragte der Lügner. Das Orakel dachte sehr lange nach und antwortete: „Wahrheit bohrt Löcher in das Schiff der Falschheit und lässt es langsam im Meer der Erkenntnis versinken. Mancher verrostete Kahn zerbricht bereits beim anstupsen, andere laufen auf eine Mine und einige wenige brauchen auch mal einen Torpedo. Falschheit ist oft ein zähes Schlachtschiff, aber am Ende sinken sie alle auf den Meeresboden. Falschheit rostet, Wahrheit nicht.“
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Stephan Goldammer

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"Früher konnte man als Einzelner noch Alles wissen, aber heute schafft man das nicht mehr, wegen der Wissensexplosion."

Diese Aussage hat bestimmt jeder schon mal gehört, manchmal tritt sie auch in Kombination mit "Früher war doch alles besser" oder "Die Maschinen, die Chinesen und die Globalisierung nehmen uns die Arbeitsplätze weg" auf. Aber stimmt das? Konnte früher ein Einzelner "Alles" wissen? Ein Spiegel-Online Artikel war Anlass für mich, mal ein kleines Rechenbeispiel aufzustellen.

In der antiken Bibliothek von Alexandria lagerten ungefähr 500.000 Papyrusrollen. Umgerechnet sind das (nach meiner Recherche) etwa 100.000 Bücher. Ein heutiges Menschenleben dauert etwa 30.000 Tage (das sind ca. 90 Jahre). Selbst wenn man ab Geburt jeden Tag ein Buch liest (und versteht...), schafft man maximal 30.000 Bücher. Damit hätte man aber gerade mal ein Drittel der Bibliothek von Alexandria durchgelesen. Wenn man die Realität hineinbringt (kürzere Lebenserwartung, pro Tag ein Buch verstehen, babylonisches Sprachenwirrwarr, Analphabetismus) wird klar, auch antike Gehirne konnten nur wenige Tropfen aus dem Bücher-Ozean aufnehmen. Am Rande: In der Deutschen Nationalbibliothek stehen etwa 28 Millionen Einheiten, der Bestand wächst um ca. 1 Million pro Jahr.

Man darf also mit gutem Gewissen sagen, der "Kontrollverlust" einer Einzel-Person über das Gesamt-Wissen hat lange vor der Antike begonnen. Der Wissensexplosions-Urknall (und damit die Verunmöglichung von "In-meinen-Kopf-passt-Alles-rein") hat wahrscheinlich schon in der Steinzeithöhle stattgefunden.

Den Begriff "Wissen" habe ich (so wie fast jeder) etwas schlampig verwendet, denn eigentlich hätte ich Daten statt Wissen sagen müssen. Wissen ist das, was in meinem Kopf drin ist, Daten (bzw. Informationen) stehen außerhalb, z. B. in Büchern oder im Internet. Jeder Mensch gräbt lebenslang einen Tunnel durch den Berg an Daten und Informationen, bis er einige Goldadern findet, die er zu seinem Wissen macht (aber auch nur wenn er einen Sinn darin sieht). Ich kenne Leute, die sämtliche Fußballergebnisse der letzten Jahrzehnte im Kopf haben, die genau wissen was Michael Ballack vor 20 Jahren zu irgendwem gesagt hat oder wann er wo einen Pups gelassen hat, die sich aber nicht eine einzige mathematische Formel merken können. Warum? Daten brauchen Sinn und Interessantheit um freiwillig in den Kopf zu wandern. Sinn volle Informationen erzeugen ein Vakuum im Kopf, das automatisch eine Ansaugkraft für noch mehr Informationen erzeugt. Nur das Gefühl "Ich habe hier und dort noch ein Vakuum das gefüllt werden muss" dürfte die starken Anziehungskräfte verursachen, die nötig sind um ohne extrinsische Motivation aus äußeren Daten und Informationen sein inneres Wissen konstruieren zu wollen. Das führt uns dann schnell zum Begriff des Spiels und das wiederum zum Begriff des "gefühlt fair konstruierten Gesamt-Systems" als Grundlage jeder ernstgemeinten Motivationsdebatte.

Spätere Anmerkung: Meine "Wissensdefinition" ist viel zu kurz gegriffen (auf Deutsch: Sie ist Quatsch), eine interessante Alternative bietet sich bei Dr.-Ing. habil. Hardwin Jungclaussen und seinem Buch "Kausale Informatik" => http://goo.gl/MTwfiz Heute würde ich (vorerst) nur noch den Unterschied zwischen dem realen Zeichen(-körper) und den im Kopf (also im Bewusstsein) erscheinenden Zeichen machen.

Eine Bibliothek ist erst einmal nur eine generationsübergreifende Aufbewahrungsanstalt für formatiertes Gehirngeblubber, viel zu groß um daraus mehr als ein paar Seifenblasen zu erhaschen. Letztlich geht es immer um Verdichtung. Das Geblubber unserer Gehirne wird langzeitverdichtet in Büchern, diese werden verdichtet in Blogs, Zeitschriften oder Wikipedia und die Extremverdichtung dürfte Twitter sein. Die höchstmögliche Verdichtung der Neuzeit, also die radikale Entfernung aller Redundanzen, ist der Tweet. Schafft es ein Autor die Aussage seines Buches auf einen Satz zu bringen? Die allerdichteste Form der Verdichtung wird dann wohl irgendwann das Twitter-Buch werden, mit Seiten voller Tweets, die eine plausible Wahrheitsverdichtung auf engsten Raum ermöglichen. Oder wollen wir erst fünf Jahre Volkswirtschaftlehre studieren um zu wissen was Geld ist? Passt das nicht auch in 140 Zeichen? Es könnte sein, dass man die Erkenntnis eines ganzes Forscherlebens auf einen Tweet herunterbrechen kann... Welche deiner drei besten Tweets, randvoll gefüllt mit maximaler Erkenntnis, sollen auf deinem Grabstein stehen?

Zum Schluss noch ein Rechenbeispiel der Moderne: In der englischen Wikipedia findet man ungefähr 5 Millionen Artikel, in der Deutschen ca. 2 Millionen. Wenn man annimmt, dass man pro Tag etwa 100 Artikel lesen kann (das sind pro Stunde 10, und das 10 Stunden am Tag), dann bringt man es auf 3 Millionen gelesene Artikel im Leben. Die deutsche Wikipedia würde man also noch schaffen, die Englische nicht mehr. Klar, das sind nur Gedankenspiele, aber vielleicht interessant genug um lebenslang im Gedächtnis zu bleiben? Oder wird der Leser diese Zahlen bald vergessen?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/antike-schriften-jaeger-des-verlorenen-wissens-a-644238.html
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Stephan Goldammer

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Die Eiweißdiät (HSD-Diät bzw. PSMF-Diät).

Kurz vor Weihnachten bin ich auf die sogenannte HSD-Diät (High-Speed-Diät) gestoßen. Sie basiert darauf, sehr viel Eiweiß, sehr wenig Kohlenhydrate und sehr wenig Fett zu essen. Dies hat mich überzeugt (v. a. durch den wissenschaftlich/medizinisch fundierten Hintergrund) und ich habe sofort damit losgelegt. Hier der Erfahrungsbericht meiner allerersten Diät. Vorneweg: Ich bin 1,80 m groß und wiege 80 kg. Mein Körperfettanteil liegt, gemessen auf der Körperfettwaage und optisch geschätzt, bei ca. 17 %. Ich bin 34 Jahre alt. Mein Grundumsatz liegt bei ca. 1700 kcal, mein Leistungsumsatz bei ca. 800 kcal, mein Gesamtumsatz bei ca. 2500 kcal. Mein Kaloriendefizit liegt bei ca. 1000 kcal, ich nehme also durch Nahrung ca. 1500 kcal auf.

Die Hauptnahrung besteht jeden Tag aus Pute. Zweck ist es, den Muskelabbau zu verhindern, indem während der Diät ca. 2 g (bis max. 4 g) Eiweiß pro kg Körpergewicht gegessen wird. Dies entspricht bei einem 80 kg schweren Mann 160 g (bis max. 320 g) Eiweiß. Die genaue Berechnung ist etwas komplizierter, aber 2 g bis 3 g Eiweiß pro kg Körpergewicht ist eine gute Näherung, ein Sicherheitszuschlag nach oben geht in Ordnung. Wenn man kein Nahrungs-Eiweiß zu sich nimmt, würde der Körper in der Diät seine eigenen Muskeln zur Eiweißgewinnung heranziehen. Diesen Eiweiß-Kannibalismus gilt es zu verhindern. Wer wenig Geld hat, kann auf Magerquark ausweichen, allerdings schmeckt der nicht so gut und wer lactoseintolerant ist, bekommt Probleme. 3 Packungen (je 500 g) Magerquark machen zusammen 180 g Eiweiß zum supergünstigen Preis.

Fett und Mikronährstoffe erhalte ich durch 4 Fischölkapseln, 1 Multivitamintablette (nur jeden zweiten Tag), 3 Haselnüsse, 3 Mandeln, 3 Walnüsse und etwas Rapsöl (Kühlschranklagerung). Einige Vitamine sind nur fettlöslich, daher esse ich die Multivitamintablette mit einem kleinen Schuss Öl (ungemixt). Selten esse ich Bio-Eier, sie sind zwar gute Nährstofflieferanten, aber leider etwas zu fetthaltig. Ab und zu nehme ich Leinsamen (gemixt) zu mir, dazu wird viel getrunken. Selten esse ich rotes Fleisch, z. B. Schweine-Leber oder Fisch, z. B. Thunfisch oder Hering. Die Fischölkapseln kann man einfrieren oder einfach spätabends einnehmen (gegen den Fischgeruch beim aufstoßen).

Alles oben genannte kommt in den Mixer. Zusätzlich noch (wenig) Kohlrabi, Tomaten, Brokkoli, Gurke, Paprika, Blumenkohl, Salat, Möhren. Dieses Gemüse enthält wenig Kohlenhydrate und eine Menge Mikronährstoffe. Manchmal esse ich auch gekochten Spinat mit Senf. Alle Nahrungsmittel werden gut gekaut bzw. eingespeichelt (Vorverdauung). Manchmal gare ich das Gemüse, bevor ich es in den Mixer gebe. Das Fleisch wird gekocht oder dampfgegart, manchmal auch gemixt, dies ergibt dann (fast) ein Putenpulver. Ich muss dazusagen, dass mir Fleisch oft in den Zahnzwischenräumen festhängt und ich danach Zahnseide benutzen muss, was auf Dauer nervt - daher wird gemixt.

Zu Trinken gibt es Leitungswasser, manchmal grünen Tee, manchmal Kaffee, ab und zu Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, selten gekauften Gemüsesaft. Zitronen presse ich aus und mache den Zitronensaft ins Glas mit ein paar Eiswürfeln und Leitungswasser. Das schmeckt lecker, denn reines Leitungswasser ist auf Dauer ziemlich fad. Grüner Tee mit einem Schuss Zitronensaft schmeckt auch sehr lecker. Ich trinke in etwa 4 Liter pro Tag. Ganz selten einen Multivitaminobstsaft (zu viele Kohlenhydrate).

Zusätzlich kann man Magnesium, Kalium, Kalzium und Vitamin D einnehmen (z.B. als Brausetablette). Das mache ich, indem ich alle 2 Tage eine dementsprechende Brausetablette (mit Süßstoff) zu mir nehme. Natrium ist in Salz enthalten. Bei den A-Z Multivitamintabletten sollte man darauf achten, dass die Inhaltsstoffe zu ca. 100 % enthalten sind. Manche Hersteller überdosieren ihre A-Z Multivitamintabletten teilweise mit bis zu 600 %, z.B. bei Biotin, aber unterdosieren gleichzeitig mit nur 15 %, z.B. bei Magnesium.

Als Supplement nutze ich (selten) ein Eiweißpulver von Frey-Nutrition, das sich Iso Whey nennt. Das ist reines Eiweiß, ohne Laktose etc. und wahlweise mit/ohne Süßungsmittel, also mit/ohne Geschmack. Dies bereite ich mir im Shaker zu (gern auch trocken, Wasser kommt dann kurz vorm Trinken hinzu) und habe etwas zum mitnehmen für unterwegs. Desweiteren nutze ich eines der (ganz wenigen) wirksamen Nahrungsergänzungsmittel, nämlich Kreatin (Monohydrat). So gut wie alle weiteren im Fitnessernährungsbereich verkauften Supplemente haben keine nachgewiesene Wirkung, sie sind rausgeschmissenes Geld. Die über das naturale, genetische Limit hinausgehenden Muskelberge der Bodybuilding-Profis beruhen auf Einnahme von anabolen Steroiden - diese sind natürlich sehr wirksam, haben aber nichts mit den Supplementen im Fitness-Shop zu tun (diese sind wie gesagt zu 99 % wirkungslos). Aber sie motivieren! Klingt komisch, ist aber so. Selbst wenn man irgendwann feststellen sollte, dass einige Supplemente doch eine Wirkung an der 7-ten Stelle hinterm Komma haben sollten, sind intensives Training und ausreichende Eiweißzufuhr die entscheidenden Stellschrauben für Muskelaufbau und sicher nicht ein teures Supplement. Am Rande: Wer wissen möchte wie man ohne Steroide (also natural) höchstens aussehen kann, gebe bei YouTube „GNBF Finale“ ein. Wer wissen möchte wie er mit Steroiden höchstens aussehen kann, gebe bei YouTube „Mr. Olympia Finale“ ein. Kurz: Letzten Endes braucht ihr keinerlei zusätzliche "Hilfsmittel", denn es gilt: Ist es legal, ist es unwirksam. Ist es wirksam, ist es illegal. Praktisch alles was ihr im Fitnessshop kaufen könnt, ist unwirksam. Viel, viel, viel, viel, viel wichtiger ist konstantes, intensives Training und ausreichend Regeneration. Eiweiß bekommt ihr ausreichend über die Nahrung, es gibt nur wenig Gründe ein Eiweißpülverchen zu nehmen (aber wen es motiviert, der soll es sich halt kaufen).

Alle Lebensmittel die gefährlich sein können (sprich: „süß“) müssen außer Reichweite, auf keinen Fall darf man Knabbergebäck etc. auf dem Schreibtisch oder neben der Couch liegen haben, am besten entfernt man sie ganz aus dem Haus.

Um nicht ständig über die Essenszubereitung nachdenken zu müssen, sollte man sich morgens 30 Minuten Zeit nehmen und alles (v.a. den „Kleinkram“) komplett in den Mixer werfen und z. B. im Shaker (oder auch in zwei Shakern) mit zur Arbeit nehmen. Man kann sich auch ein paar Packungen Magerquark in den Kühlschrank auf Arbeit stellen, sozusagen als Not-Reserve. Manchmal salze ich ein wenig. Gewürze oder sonstige Beilagen nutze ich nur sehr selten, eventuell mal etwas Petersilie oder Zwiebeln. Wer Mitbewohner hat, die morgens noch schlafen (der Mixer ist sehr laut), kann auch abends mixen und die Shakes über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Ich habe manchmal längere Spaziergänge gemacht, inkl. kurzen Sprints, lockerem Laufen, je nachdem wie ich Lust hatte. Während einer Diät motiviert es, noch ein paar Schritte weiter zu gehen, denn jeder Schritt bringt kcal. Des weiteren ist 2x die Woche ein kurzes, aber intensives Ganzkörper-Krafttraining notwendig, z. B. dieses hier: http://goo.gl/neRjQJ , um die Muskelmasse zu erhalten.

Nach ca. 3 Tagen ohne Kohlenhydrate befindet sich der Körper in Ketose, ein Zustand, bei dem Körperfett in sogenannte Ketonkörper umgewandelt wird und diese werden als Energiequelle für das Gehirn usw. genutzt. Nachweisen lässt sich dies über sogenannte Ketosticks (gibt’s in der Apotheke). Diese zeigen über einen Urinstreifen und eine Farbtabelle an, wie stark man in Ketose ist. In diesem „Ketose-Zustand“ kann man sehr lange (über-)leben, da beispielsweise 20 kg Körperfett 140.000 kcal entsprechen. Hinweis: Direkt nutzen kann der Körper das Körperfett nicht, er muss es, wie gesagt, erst umwandeln in die Ketonkörper. Der Mensch kann also in einen Zustand schalten, bei dem er sich aus Körperfett seine eigenen "Kohlenhydrate" bastelt. Dies macht er aber nur, wenn durch die Nahrung ein paar Tage lang keine Kohlenhydrate mehr kommen.

In den ersten Tagen verliert man sehr schnell ca. 2 kg Gewicht, was daran liegt, dass die körpereigenen Kohlenhydratreserven (ca. 500 g) genutzt werden und diese das 3-fache an Wasser gebunden hatten. Zusammengerechnet verliert man also 2 kg. Dies ist kein Körperfett, sondern Wasser und Kohlenhydrate.

Man sollte Kalorien zählen (auch genannt: „tracken“), also sich aufschreiben was und wie viel man isst, dafür gibt es heute auch Apps fürs Handy. Man sollte sich eine digitale Küchenwaage besorgen und seine Lebensmittel abwiegen. „Gewicht schätzen“ oder „Kalorien schätzen“ ist kein guter Weg. Zumindest einige Wochen lang sollte man Zähl- und Wiegeerfahrungen sammeln, später geht’s dann auch ohne Waage, nach (antrainiertem) „Gefühl“.

Wenn ihr ein Lebensmittel nicht vertragt, dann esst es nicht. Egal wie „gesund“ es sein soll. Wer von Vollkornbrot und Äpfeln Blähungen bekommt oder von Milch Durchfall, der soll diese Lebensmittel komplett weglassen. Das ist aber besonders für Kinder schwierig, wenn z.B. die Mutter auf dem Gesundheitstrip ist und ihre Kinder die unverträglichen Sachen aufessen müssen, weil sie doch „so gesund sind“. Übrigens, Laktoseintoleranz ist der weltweite Normalfall (Link auf Karte: http://goo.gl/AKgsVr). Nur wir Europäer haben im Laufe der Jahrtausende ein Enzym für Milch entwickelt. Ein Asiate oder Afrikaner bekommt von Milch Blähungen und Durchfall.

Meine Diät habe ich mit Glaubersalz begonnen, eine Art Darmentleerung. Man trinkt Wasser mit Glaubersalz (gibt’s in der Apotheke) und einige Stunden später ist euer Darm leer. Man sollte in dieser Zeit in der Nähe einer Toilette bleiben. Das Glaubersalz zieht Wasser in den Darm und führt zu einer schnellen (ziemlich flüssigen) Darmentleerung. Dies gehört nicht zu einer Diät, aber ich wollte es mal ausprobieren und es als „Startschuss“ für meine Diät sehen. Dabei habe ich 50 g Glaubersalz auf ca. 400 ml Wasser getrunken.

Man sollte Fotos am Beginn machen und dann wöchentlich neue Aufnahmen. Am besten bei hellem Licht, am selben Ort, z.B. an einer weißen Wand in der Wohnung und in der selben Pose. Dabei soll kein Schönheitswettbewerb gewonnen werden, sondern aussagekräftige Fotos zur Fettabnahme über Wochen bzw. Monate.

Ob man sich jeden Tag wiegt oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle, denn ich wusste durch mein Kaloriendefizit nehme ich sicher ab. Letztlich nahm ich die schwankenden Gewichtswerte nicht ernst und schon gar nicht führten sie zu Grübeleien ob ich etwas falsch mache. Der Trend geht bei einem Kaloriendefizit auf jeden Fall nach Süden, schwankende Angaben sind normal. Hauptsache die Richtung stimmt. Nachtrag: Nachdem ich mehrere Fettmessmethoden ausprobiert habe (z. B. die Calipermesszange), steht für mich fest, dass mich mein gemessener Körperfettanteil nicht wirklich interessiert. Was zählt, ist allein der optische Körperfettanteil im Spiegel.

Was fehlt bei dieser Diät? Es ist das Pappsatt-Gefühl. Dieses Gefühl, wenn man drei Tafeln Schokolade gegessen hat, dieses Gefühl von richtiger, fetter, fauler Sattheit. Das gibt's gar nicht mehr, selbst wenn ihr euch fünf Packungen Magerquark reinhaut.

Ausreichend Schlaf ist wichtig. Man sollte auch am Wochenende relativ früh aufstehen und abends früh ins Bett gehen, damit der Schlafrhythmus von der Arbeit nicht zu stark vom Schlafrhythmus am Wochenende abweicht. Da ich ca. 06:00 Uhr aufstehe, gehe ich spätestens 22:00 Uhr ins Bett. Ich versuche, wann immer möglich, mindestens auf 8 Stunden Schlaf zu kommen, was mir schwerfällt da ich abends oft noch lange im Netz recherchiere, an meinen Blogartikeln schreibe, fürs Studium lerne, für die Ausbildung lerne, meinen Nebenjob mache, Fitness mache, Diät mache, die Welt rette etc. Einen Fernseher habe ich noch nie besessen. Wer zu wenig schläft, hat, hormonell bedingt, mehr Hunger, mehr Appetit. Jeder weiß, wie gut es sich anfühlt, richtig ausgeschlafen zu sein (ganz unabhängig von einer Diät) und jeder weiß wie beschiss... es sich anfühlt auf Arbeit/Schule/Uni den ganzen Tag müde zu sein. Also => Ab ins Bett. Und natürlich keinen Kaffee oder Tee am Abend.

Größte Motivationspluspunkte der HSD-Diät:

1. Kein Heißhunger vorhanden. Heißhunger killt jede Diät.

2. Nachdem ich 3 Tage saubere Diät durchgehalten hatte, war ich stark motiviert. Diese 3 Tage sollten nicht für die Katz gewesen sein. Gedanke: „Meine Ketose lass ich mir nicht kaputtmachen.“ (Was übrigens rein technisch so nicht ganz stimmt, Ketose ist kein An/Aus Schalter)

3. Der wissenschaftliche Hintergrund der Diät. Man nennt sie dort PSMF-Diät und es gibt sie im medizinischen Bereich seit ca. 30 Jahren, um stark Übergewichtige schnell Gewicht verlieren zu lassen.

4. Die Shakes aus dem Mixer mit Gemüse, Nüssen und Magerquark schmecken lecker.

Größte Gefahren:

1. Süßigkeiten und Naschereien müssen außer Reichweite. Weg damit!

2. Schwächephase und starke Müdigkeit in den ersten zwei bis drei Tagen.

3. Ungeplante Ereignisse. Ihr dürft nicht ungeplant in eine hungrige Phase eintreten, in der ihr keinen Zugriff auf euren Shake etc. habt. Gefährlich ist es, morgens keine Zeit zu haben und sich dann kein eiweißreiches Frühstück machen zu können und auch keine Zeit für den Eiweiß-Shake zum mitnehmen zu haben. Dann wird es sehr schwer auf Arbeit oder in der Schule/Uni den Hunger auszuhalten ohne zu „Naschen“ etc.

4. Enttäuschung auf der Waage. Denn sooooo schnell geht es nun auch wieder nicht. 1 kg Körperfett hat 7000 kcal. Bei einem Defizit von 1000 kcal am Tag braucht man 1 Woche um auf der Waage 1 kg weniger zu sehen. Wer natürlich ein Defizit von 2000 kcal erzeugen kann, der schafft 2 kg pro Woche. Dies dürfte aber für die meisten Menschen das absolute Maximum sein.

Fazit: Bei der Eiweißdiät nimmt man schnell ab und behält seine Muskelmasse.

Nochmal kurz und knapp => Die HSD-Diät basiert auf 3 Säulen, die alle gleichzeitig eingehalten werden müssen:

(!!!) Kaloriendefizit (!!!) Alle Diäten, auch die Kohlsuppendiät und die Brigitte-Diät, basieren auf einem Kaloriendefizit, also auf einer negativen Energiebilanz. Dies ist der einzig entscheidende Punkt zum verlieren von Körpergewicht. Dabei ist es nicht  wichtig ob man „gesund“ oder „ungesund“ isst. Man kann auch von gesundem Essen dick werden, wenn man zu viel davon isst, also einen Kalorienüberschuss hat. Dem Körper ist  die menschgemachte Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ schnuppe, er zählt stumpf die Kalorien. Deshalb kann man mit Schokolade abnehmen und mit „gesundem Essen“ zunehmen. Es kommt immer, lebenslang, bei jedem Menschen, nur auf die Kalorienbilanz an. Der Jo-Jo-Effekt ist kein Effekt, sondern ein höflich klingendes Wort für Kalorienüberschuss.

(!!!) Viel Eiweiß (!!!) Um Muskelabbau zu verhindern, braucht man in der Diät relativ viel Nahrungseiweiß. Sonst nimmt man zwar ab, aber die Muskeln sind auch weg. Dann ist man „Skinny Fat“, also dünn und trotzdem schwabbelig und unstraff.

(!!!) Mikronährstoffe (!!!) Also Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente etc. und kleine Mengen Omega-3-Fett, Nüsse usw., der ganze „Kleinkram“.

Hinweis: Ich verwende das Wort „selten“ nicht deshalb, weil ich damit sagen will diese Lebensmittel sind schlecht, sondern weil sie aus bestimmten Gründen nicht in eine Diät passen und deshalb eher selten gegessen werden sollten. Zum Beispiel haben Eier zu viel Fett und wegschütten mag ich das Eigelb nicht, das ist mir echt zu schade. Wer ein Kaloriendefizit haben will, der muss nun mal zwingend Kalorien einsparen. Eiweiß kann nicht gespart werden, also bleiben nur noch Kohlenhydrate und Fett. Also: Eier sind hervorragende Lebensmittel, nur eben in der Diät nicht, bzw. nur selten.

Warum so eine schnelle Diät? Kommt da nicht der Jo-Jo-Effekt? Soll man nicht langsam abnehmen? Tja, hungern (im Sinne eines Kaloriendefizit) muss man bei jeder Diät, von daher lieber schnell Erfolge sehen (Motivation steigt), statt einer 6-monatigen Diät, bei der man auch hungert, aber viel längere Zeit. Wer nach der Diät wieder einen riesigen Kalorienüberschuss als „mentale Kompensation des frustrierenden Alltags“ fährt, dem kann ich hier nicht helfen.

Grundumsatz: Der Verbrauch an Kalorien pro Tag, gerechnet ohne Bewegungen, also praktisch wie jemand, der 24 h im Koma liegt (dessen Körper verbraucht ja auch Kalorien). Diesen Ruheverbrauch nennt man Grundumsatz. Er beträgt bei einem 80 kg schweren Mann ca. 1700 kcal. Der Grundumsatz entspricht also dem Kalorienverbrauch bei einer 24-stündigen Schlafphase.

Leistungsumsatz: Alle Bewegungen die oberhalb des Grundumsatz liegen, also Sitzen, Reden, Laufen, Schreiben, Sport, Spazierengehen, Zähneputzen, Auf dem Balkon sitzen usw. Ein 80 kg schwerer Mann hat je nach Beruf und Freizeitaktivität einen Leistungsumsatz zwischen 500 bis zu 1500 kcal (grob).

Gesamtumsatz: Der Grundumsatz plus der Leistungsumsatz ergeben zusammen den Gesamtumsatz. Dieser ist der entscheidende Hebel bei eurer Ernährung. Esst ihr mehr als eurer Gesamtumsatz, nehmt ihr zu (Kalorienüberschuss). Esst ihr weniger als euer Gesamtumsatz, nehmt ihr ab (Kaloriendefizit).

Noch ein paar kleine Tipps, die auch außerhalb einer Diät Sinn machen:

Esst keine flüssigen Kalorien, wie Fruchtsäfte, Cola etc.

Putzt die Zähne und vor allem die Zunge, das verringert das Hungergefühl, da man einen neutralen Geschmack im Mund hat.

Warum sind alte Leute oft dicker als junge? Weil sie jeden Tag, über Jahrzehnte, einen kleinen Kalorienüberschuss hatten und der Körper gnadenlos diesen, wenn auch kleinen Überschuss, in die Fettdepots legt. Dieses „Jeden Tag ein bisschen zu viel“ addiert sich über die Jahre, obwohl diese Leute oft gar nicht mal „sooo viel essen“.

Zwei richtige schlechte Erfahrungen: Der Geschmack von Leinöl (furchtbar!) und der Geschmack von Glaubersalz (furchtbar!).

Die Diät der Zukunft ist wahrscheinlich eine Mischkost mit Kaloriendefizit, d. h. "bunt essen" und gleichzeitig weniger essen als man verbraucht (und ein leicht erhöhter Eiweißanteil). Einfaches Grundprinzip: Man erhält z. B. 20 Punkte am Tag und kann diese beliebig verteilen. Eine 100 g Tafel Schokolade hat 5 Punkte, also kann man 4 Tafeln essen. Eine Tasse Kaffee mit Zucker bekommt 1 Punkt usw. Man darf also essen was man will, muss aber aufhören sobald man die 20 Punkte erreicht hat. 1 Punkt = 100 Kalorien. Die Punkte befinden sich sichtbar auf der Lebensmittelverpackung. Oder man nutzt in Zukunft eine App fürs Handy, in die man eintippt was man isst und die Stopp sagt, wenn man sein Kaloriendefizitlimit am Tag erreicht hat.

Geht 20 Minuten ins Sonnenlicht. Dies genügt für die Bildung von ausreichend Vitamin D.

Macht eine 0-te Diät, also eine Art Testlauf. Meine 0-te Diät ging kurz vor Weihnachten los. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, aber gut zum lernen.

Wer viele kleine Mahlzeiten isst, der kann eben auch jedes mal ein bisschen zu viel essen. Ich bevorzuge daher weniger Mahlzeiten.

Plant eure Cheat-Days (Schummel-Tage) nicht, die kommen von allein. Bei mir waren es Weihnachten, Sylvester und schlechte morgendliche Zeitplanung, die dazu führten, dass ich zwangsläufig cheaten musste.

Große Tüten mit Nüssen haben sich als gefährlich erwiesen. Dort greift man nebenbei mal schnell hinein und häuft Kalorien an. Walnüsse in der Schale sind besser, man muss sie erst knacken, also eine kleine „Hürde“ überwinden.

Es gibt keine "Fettmacher Nr. 1" und ähnliche Dinge. Denn selbst mit fettfreiem Salat oder Melonen kann man zunehmen. Und mit (wenig) Kartoffelchips abnehmen. Was aber offenbar mit "Fettmacher" gemeint ist, ist das Problem des nicht-aufhören-können. Lebensmittel bei denen man das "Naschen" nicht beenden kann, müssen dringend außer Reichweite. Im Gegenzug müssen die Diät-Lebensmittel sofort und immer erreichbar sein. Es müsste also "Aufhören-unmöglich-Lebensmittel Nr. 1" heißen.

Gerne verwende ich als Trinkflasche die Volvic Touch Plastikflasche. Diese haben größere Öffnungen zum einfüllen. Normale Mineralwasserflaschen haben nur kleine Öffnungen, es ist dann ein ziemliches Gefummel, das Leitungswasser ohne verschütten vom Hahn in die Flasche zu bekommen. Ich gebe noch einen Spritzer gepressten Zitronensaft hinein und habe dann mein 1,5 Liter Trinkgefäß für unterwegs.

Die sogenannte Kämpfer-Diät könnte interessant sein: Sie basiert darauf, tagsüber wenig bis nichts zu essen und dafür abends eine sehr große Portion, die richtig satt macht. Das Kaloriendefizit muss natürlich trotzdem eingehalten werden, aber es ist sehr beruhigend wenn man weiß, hey, ich darf mich auch in der Diät 1x am Tag richtig satt essen. Leider ist diese Diät-Form oft mit halb-esoterischen Erklärungen garniert. Wen die Kämpfer-Diät motiviert, der sollte sie ausprobieren.

Eine halbe Tüte Chips kann man nur schwer liegen lassen, eine halbe Packung Magerquark ohne Probleme. Ihr könnt euch an sehr eiweißreichen Lebensmitteln kaum überfressen, sie schmecken einfach nicht so gut wie Süßes. Man schreit nach einer Packung Magerquark nicht: „Sofort noch 2 Packungen!“ Eiweißreiche Nahrungsmittel isst man automatisch langsamer, eben weil sie nicht so gut (sprich: süß) schmecken.

Bleibt locker und denkt dran, die härteste Bewegung die ihr je machen werdet, ist euren Hintern von der Couch hochzukriegen.

Tabellarische Übersicht Lebensmittel (kcal auf 100g, Quelle meist FDDB):

Puten-Geschnetzeltes, 110
500g Magerquark, 340
Schweine-Leber, 130
Thunfisch, 120
Bio-Eier, 160

Leitungswasser, 0
Zitrone, 30
Kaffee, 0
Grüner Tee, 0
Gemüsesaft, 20
Multivitaminobstsaft, 50

Haselnüsse, 650
Walnüsse, 700
Mandeln, 580
Rapsöl, 830
Leinsamen, 450

Kohlrabi, 25
Gurke , 15
Tomaten, 20
Feldsalat, 20
Möhren, 35
Paprika, 30
Brokkoli, 35
Eisbergsalat, 15
Blumenkohl, 25
Spinat, 20
Chinakohl, 15
Senf, 150

Multivitamintabletten Abtei A-Z  oder Centrum A-Z
Magnesium + Calcium + Vitamin D als Brausetablette
Fischölkapseln
Kreatin Monohydrat
Iso Whey von Frey ohne Geschmack

Großer Mixer von Philips 2 Liter
2x Shaker von Weider 700 ml
Digitale Küchenwaage Soehnle
Zitronenauspressgerät
Volvic Touch Plastikflasche
Kleine Tupperdosen zum Aufbewahren
Glaubersalz
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Bei vielen Aussagen kann ich zustimmen, bei einigen Aussagen – u.a. Diskriminierung von Fetten und Eiern, frühes Schlafengehen (;-D ) – muss ich widersprechen. :-)

Ich habe übrigens von März 2014 bis heute von 117 kg auf 102 kg abgespeckt. Auslöser war dieser Artikel, der mich dann auch dazu brachte, auf die Sportart »Cross Skating« zu wechseln:
http://www.cross-skating.de/abnehmen-mit-cross-skating-teil-1/

Dabei habe ich mein Pensum Krafttraining (ein bis zweimal die Woche 60 Minuten) beibehalten und erst ab Oktober mit der Umstellung meiner Ernährung auf die »Logi-Methode« begonnen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Logi-Methode
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Stephan Goldammer

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50 weitere Gründe für ein Grundeinkommen.

Eine Bonus-Version, weil bei "Zweihundert Gründe für ein Bedingungsloses Grundeinkommen" (http://goo.gl/L0n1mm) der Google+ Beitrag langsam Ladeschwierigkeiten bekam. Ich schreibe hier einfach fortlaufend weiter, die Nummerierung geht bei (201.) los.

201. In einer Marktwirtschaft ist es so: Neben einem Berg an Essen kann man trotzdem verhungern, weil man nur durch ein Einkommen (=Kaufkraft) Zugriff auf den Berg bekommt. Sobald eine Gesellschaft von der Selbstversorgung zur Fremdversorgung umsteigt, löst sie die Verteilung durch Einkommen bzw. Geld. Ohne Einkommen muss man in einer Fremdversorgungsgesellschaft verhungern oder kriminell werden. Der Berg an Essen ist durch Eigentumsrechte geschützt, ein Zugriff ohne Geld ist eine Straftat. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob man arbeitet oder nicht arbeitet. Man muss jetzt nur noch Grundeinkommen, Lohn, Arbeit und Bedingungslosigkeit in ein richtiges Begriffsmosaik bringen und nicht vorschnell "Wer nicht arbeitet..." rufen.
 
202. Reiche bekommen auch das Grundeinkommen, sie zahlen es sich aber, rein finanztechnisch gesehen, selbst.

203. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen heißt es nicht mehr „Du musst mir folgen, weil du auf meiner Gehaltsliste stehst", sondern „Du kannst mir folgen, weil ich die richtigen Argumente habe“.
 
204. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen muss man nicht mehr mit einer antrainierten Pseudofreundlichkeitsmaske durchs Leben rennen, sondern darf so sein wie man ist. Wird spannend zu sehen, wie man so ist.

205. Nur die Toten sind arbeitslos.

206. Bei Einkommen zählt die Regelmäßigkeit. Daraus folgt die Bedingungslosigkeit. Die genaue Höhe ist nicht ganz so wichtig, die Regelmäßigkeit ist das Entscheidende.

207. Wir leben in einer nicht-individuell selbstverschuldet komplizierten Gesellschaft. Das Schöne ist: Sind Probleme selbstverschuldet, kann man sie lösen! Stellt euch vor, Gott etc. wäre schuld, dann könnte man nichts tun.

208. Mit einem BGE fällt "Der Lohn den man verdient hätte" und "Der Lohn den man bekommen hat" zusammen.

209. Manche Leute glauben, es macht "Sinn", das Haus kaputtzuschlagen, das Auto zu zertrümmern, sich die Hand zu brechen, Schmutz zu hinterlassen, Kriege anzufangen usw., denn all das bringt Wachstum und Arbeitsplätze. Krieg zw. Russland und Ukraine? Super! Zerbombte Häuser? Perfekt! Der Wiederaufbau bringt Wachstum! Verkrüppelte und verletzte Menschen? Bestens! Das schafft Arbeitsplätze bei den Ärzten! Arbeitslose Geisteswissenschaftler? Nehmt ein Feuerzeug und brennt die Hälfte der Bibliotheken nieder! Das schafft Arbeitsplätze beim wieder-neu-erdenken! Das allgemeine Missverständnis beim Verständnis des Begriffs „Wachstum“ ist schon seltsam. Aber nachvollziehbar, denn zum zwölftrillionsten Mal von Frau Merkel ihren Wachstumswunsch zu hören, ist einfach nur nervig. Wachstum ist nicht per se schlecht, stellt euch vor, jedes Jahr werden die Erklärungen im Matheunterricht 5 % besser und nächstes Jahr wieder 5 % verständlicher usw. Sozusagen ein Wachstum im geistigen Eigentumsfeld. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist leider auch schon so dermaßen ausgeleiert, dass man genau zuhören muss, um nicht einer PR-Kampagne aufzusitzen. "Nachhaltigkeit" ist leicht zu erklären: Pflanze so viele Bäume wie du abholzt.

210. Seit mehr als 10 Jahren beschäftige ich mich mit Politik und politischen Themen und ich dachte mich könnte nichts mehr überraschen, aber dann das: Das Durchschnittsalter der SPD liegt bei 59 (!) Jahren. Mir wurde schlagartig klar warum die gegen ein BGE sind. Die Ärmsten können ja gar nichts dafür. Nach 59 Jahren Vollbeschäftigungs-Indoktrination dreht sich ein alter Esel nicht mehr gegen den Wind. Der Vollbeschäftigungs-Rausch hat die SPD erfasst und sie torkelt seit Jahrzehnten volltrunken den realen Gegebenheiten hinterher. Sozial ist, was Arbeit schafft, so denkt der Es(pd)el und merkt nicht, dass er nur die Neoklassik nachplappert. Die SPD ist viel, viel neoliberaler als sie glaubt. Unter den SPD-Talaren steckt der Rost von tau... 59 Jahren. Oh, Überraschung - der Postillion hat hier wohl mitgelesen :-) Schaut mal => goo.gl/HL2yT

211. Wirtschaftswissenschaftler müssten begeistert sein vom BGE, denn endlich hätten sie den echt freien Arbeitsmarkt aus ihren Modellen. In den Modellen kommt nämlich Zwangsarbeit gar nicht vor.

212. Studenten ohne Geldsorgen haben Zeit zum Nachdenken, zum kritischen Hinterfragen der Theorien und vor allem den Mut zum Widerspruch. Wie kann ich heute widersprechen, wenn doch immer die Angst besteht einen Arbeitsplatz bekommen zu müssen. Wie kann ich eine VWL Theorie anzweifeln, wenn ich von meinem Professor/Lehrer benotet werde und diese Note direkt beeinflusst ob ich in der Konkurrenz mit anderen um die wenigen Arbeitsplätze die Reise nach Jerusalem gewinne? Wie kann ich noch guten Gewissens Ingenieur werden, wenn ich doch mit meinen Erfindungen tausenden Menschen die „Arbeitsplätze vernichte“? Technologisch leben wir in der Zukunft aber sozial-gesetzlich (und sprachlich) in der Antike... nein, Kambrium.

213. Ein Walfänger sagt uns: "Ich kann nicht damit aufhören Wale abzuschlachten, ich muss doch meine Familie ernähren." Ein Amazonasregenwald-Illegal-Abholzer sagt uns: "Ich kann nicht aufhören mit abholzen, ich muss doch meine Familie ernähren." Ein Gefängniswärter in Nordkorea sagt uns: "Ich kann hier nicht aufhören mit Gefangenenmisshandlung, sonst werde ich gekündigt und ich muss doch meine Familie ernähren." Ein NSA-Mitarbeiter sagt uns: "Ich kann hier nicht aufhören zu spionieren, denn ich brauche ein Einkommen und muss meine Familie ernähren." Ein Pirat vor Somalia sagt uns: "Ich lebe in entwürdigendster Armut und muss meine Familie ernähren." Ein Bild-Zeitungs-Journalist sagt uns: "Ich muss diesen Mist schreiben weil Kai Diekmann es so will und ich muss doch meine Familie..." Diese Ausreden fallen mit einem BGE weg. Wer dann trotzdem noch weitermacht, hat nicht mehr viele Pfeile im Logik-Köcher. Das BGE macht jedem ein faires Angebot, mit dem er die dunkle Seite der Macht verlassen kann.

214. Wer 30 Jahre hart arbeitet und sich ein Vermögen anspart, der muss erst sein Erarbeitetes aufbrauchen bis das Jobcenter ihm mit Zwangsarbeit behilflich ist. Da ist das eigene Häuschen ganz schnell weg: goo.gl/T02iuY (Nennt sich harmlos: "Schonvermögen", kleiner Hinweis: Mit BGE gibt es so etwas natürlich nicht, da kommt einfach alles Erarbeitete obendrauf) Wer verarmt, kommt heute kaum noch aus der Privaten Krankenversicherung heraus und geht praktisch insolvent: goo.gl/cPeIpb Gesundheit ist eine andere große Baustelle die dringend gesetzlich vollständig repariert werden muss. Gesundheit und Grundbedürfnisse sind Zwangslagen, hier muss ein für alle mal eine Basis für alle geschaffen werden, in die alle einzahlen (auch Reiche).

215. Mit BGE können die Richter am Sozialgericht ein großes Lagerfeuer machen und 95% aller Akten reinwerfen. Dieser ganze juristische Kleckerkram um 50 Cent hier und 3 Euro da usw. hört auf.

216. Mit BGE sinkt die Suizidrate, weil Menschen die sowieso arm sind oft mit der überbordenden Armutsbürokratie nicht zurechtkommen. Dann noch der Druck und die Demütigung als Bittsteller auftreten zu müssen, dem Kind die neuen Fußballschuhe nicht kaufen zu können, den Schulausflug nicht zahlen zu können, die Mahnungen, der Gerichtsvollzieher usw. Ganz ehrlich, das Leben im Gefängnis scheint leichter zu sein als in dieses System zu geraten. Im Knast hat man sein Einzelzimmer, man kann viel Lesen, in Ruhe ein Fernstudium machen, kriegt Essen und Unterkunft. Das Vermögen darf man auch behalten. Jobcenter ist schlimmer als Knast. Seinen Wohnort darf man als Hartz IV Empfänger sowieso nicht verlassen, nennt sich salopp Residenzpflicht (abgeleitet von Asylbewerbern), man hat immer Gewehr bei Fuß (wahlweise: Gewehr bei Arbeitsplatz) zu stehen. Hoeneß sitzt seine 3 Jahre locker auf der Arschbacke ab und genießt mit seinem versteuerten Vermögen den Lebensabend.

217. Die Staatsverschuldung ist kein 2 Billionen Euro tiefes "Loch", das erst "aufgefüllt" werden muss, bevor wir uns etwas "leisten" können. Diese Vorstellung ist unsinnig. Staatsverschuldung ist die Kehrseite unser aller "stehengebliebenen" Guthaben. Staatsverschuldung ist ein drittrangiges Problem, eigentlich ist es sogar ein Nicht-Problem. Merke: Staatsverschuldung ist die Volkssparbüchse. Das BGE wird aus laufenden Steuereinnahmen (Volkseinkommen bzw. Bruttoinlandsprodukt) gezahlt und ist völlig getrennt von der Staatsverschuldung. Man darf gesamtwirtschaftlich nicht in einzelwirtschaftlicher Verschuldung denken, denn ohne Schulden keine Guthaben! Ich weiß, dass dies für viele schwer zu verstehen ist, da sie doch in Talkshows gelernt haben, dass die Guthaben der schwäbischen Hausfrau "gut" sind und die Griechen "schuldig", denn sie haben Schulden. Wenn erst die "bösen" Schulden aus der Welt sind, dann leben wir mit den Guthaben ein schönes Leben... Leider ein finanzphilosophisches Märchen.

218. Man muss auch mal eins klarstellen: Eine Milliardärserbin, die nie arbeitet, aber sich z.B. einen privaten Raumflug, teure Kleider und schicke Autos leistet, entnimmt lebenslang dem realen Topf, gibt aber nichts hinein. Wer also nur entnimmt, der ist so gesehen ein "Schmarotzer". Das Dumme ist nur, heute guckt man auf die armen "Schmarotzer", die dem realen Topf etwas entnehmen. Wenn man aber in dieser "Schmarotzer-Logik" denkt (was ich nicht tue, aber sehr viele andere), dann müsste man konsequent auch die Milliardärserben (Beispiel Paris Hilton) mit Arbeitspflicht belegen. (Freikaufen mit Charity ist nicht!) Das stört mich auch an diesem System, es ist nicht nur falsch, es ist auch noch inkonsequent falsch. Argh... Es ist eigentlich furchtbar, da hacken die Armen (Jobcenter-Mitarbeiter) auf den noch Ärmeren (Arbeitsloser) rum und merken nicht, dass sich die reichen Erben im Swimmingpool kaputtlachen. Ein Jobcenter-Mitarbeiter ist doch auch nur ein armes Schwein und hat nur deshalb ein Einkommen, um Andere, die noch ärmer sind, zu beaufsichtigen, den Reichen zum Putzen für 1-Euro zuzuführen, dabei im Zaum zu halten und zu sanktionieren. Traurig. Mich frustriert einfach die Ungerechtigkeit des Gesamtsystems und wie es die kleinen Leute gegeneinander ausspielt, leider fängt man dann an zu personalisieren, was auch falsch ist, es hat ja strukturelle/systemische Ursachen.

219. Auch wenn es jetzt einige erschrecken wird, aber ich bin gegen eine 100 % Steuer auf Höchsteinkommen, gegen Mindestlohn, gegen Kündigungsschutz und noch einige Hemmnisse mehr. Warum? Ganz einfach: Wenn wir 1.000 Euro BGE für jeden eingeführt haben und einen festen prozentualen Steuersatz, auch für jeden, dann: Muss man nicht die Unternehmen behindern, denn wer schlecht arbeitet, der soll auch schnell entlassen werden können, wer gut arbeitet wird sofort eingestellt. Unternehmen sind nicht "die Bösen" (von diesem Denken müssen wir dringend weg, in dem Zusammenhang werden Unternehmen oft auch abwertend "Konzerne" genannt, obwohl das nur ein Fachbegriff für eine spezielle Unternehmensform ist), alle unnötigen Behinderungen für Unternehmen sollen wegfallen, außer natürlich das genügend hohe Bedingungslose Grundeinkommen. Man soll auch nicht Reiche höher als andere besteuern, denn wenn sich ihr Reichtum verdoppelt, dann zahlen sie ja auch mehr Steuern, 50% von 2 Milliarden sind ja mehr als 50% von 1 Milliarde. Lass die Reichen doch reicher werde, dann erhöht sich automatisch auch das BGE für alle.

220. Man soll nicht durch Mindestlohn in den Lohnfindungsprozess eingreifen. Manche Arbeit macht halt wirklich Spaß, hat viele Bewerber, aber ein Klein-Unternehmen/Start-Up kann nicht mehr zahlen. Und was ist mit Gartenarbeit für Oma? Wird dann wieder herumdefiniert was "Arbeit" ist? Am besten: Weg mit Mindestlohn, dann bildet sich bei jedem, ganz individuell der korrekte Lohn, da die Lohnverhandlung auf Augenhöhe läuft. Stellt euch mal vor, ihr würdet liebend gern ein Praktikum machen, aber das Unternehmen sagt: Tut uns leid, wir können dich nur für 5 Euro bezahlen, aber der Mindestlohn schreibt 8 Euro vor. Dann hockt ihr zu Hause, wegen eines blöden Gesetzes, dass Arbeiten verhindert. Wenn es 1.000 Euro BGE gibt, braucht man solche "Schutzmechanismen" (die aus heutiger Logik sogar nachvollziehbar sind) nicht mehr. Damit fällt auch viel Überwachung und Kontrolle weg, oder ein "Unterlaufen des Mindestlohns", denn was nicht da ist, kann man nicht unterlaufen. Auch Mietpreisbremsen und staatlich verordnete allgemeine Arbeitszeitkürzungen halte ich für falsch, die freie Marktwirtschaft ist nämlich nicht "böse", sondern das Beste was wir haben, man hat nur "vergessen" ein genügend hohes BGE "mitzuliefern". Weil dieses BGE fehlt, machen Politiker seit Jahrzehnten diese komplizierten Sozial-Verrenkungen, um uns vor dem "bösen Markt" zu schützen. Sie sehen das Heilmittel nicht und doktern an Symptomen herum. Sie machen das Falsche - immer effizienter.

221. Im Hartz IV Regelsatz sind 1,49 Euro für Bildung vorgesehen. Im Monat! Welcher "Experte" hat das ausgerechnet?

222. Mit BGE müssen wir nicht Sorge haben, ob die Schüler zur Schule kommen, wir müssen Sorge haben, ob die Lehrer noch kommen :-) Das hat Ralph Boes mal gesagt, ich finde ihn witzig und kreativ, hab schon vor Lachen unterm Tisch gelegen: Kostprobe: http://youtu.be/M6OJ6b1Mbx0?t=2m42s

223. Faulheit ist ein schwieriger Begriff, weil immer unterstellt wird, "der tut das mit Absicht" und "man wäre selbst schuld". Systemische Ursachen werden ausgeblendet oder als zu gering eingeschätzt. Die jahrzehntelange zeitliche Aufaddierung kleiner systemischer Nadelstiche und anschließend bedingte (Selbstschutz-)Faulheit, sieht ein Neoliberaler nicht. Für ihn ist Faulheit ein Diebstahl am Volksvermögen. Dass es eine sehr gesunde und menschliche Einstellung ist, sich einem als unfair empfundenen System zu verweigern, so etwas wird ausgeblendet. Ich kann mir das bisher nur so erklären, dass ein Neoklassiker selbstverliebt auf seine Modelle schaut und sagt: "Also eigentlich müssten die Leute, gemäß Modell, begeistert zu den Arbeitsplätzen rennen. Sie tun es aber nicht, also sind sie faul." Die Vermischung von Modell-Homo-Oeconomicus und realem Menschen bemerkt er offenbar nicht. Oder, eigentlich ist es sogar noch viel besser: Genau der Homo-oeconomicus, also der rationale Mensch, würde sich faul verhalten, denn wie irrational ist es denn bitte, sich mit Freude für 1 Euro vom Jobcenter zwangsverheizen zu werden, wenn andere lebenslang ab Geburt des süßen Nichtstuns frönen und ihr ererbtes Geld aus den Steueroasen verprassen?

224. Mit BGE kann man viel einfacher mehrere Jobs parallel annehmen, mal hier 2 Stunden, mal dort 3 Stunden, je nach Bedarf. Auch als Mutter, wenn es eben gerade passt, ohne Zettelkram und Anträge, einfach ein paar Stunden was dazuverdienen. Die Einkommensbasis ist vorhanden und dann holt man sich dort, dort und dort noch etwas dazu. Das BGE zieht eine neue Lohnnullinie. Heute beginnt der Lohn ab 0 Euro, mit BGE beginnt der Lohn ab 1.000 Euro. Heute lag bei mir ein Prospekt im Briefkasten, dort stand: "Zeitungen zustellen und sich Wünsche erfüllen". Was für ein Witz, sobald ein "fauler Hartz4 Schmarotzer" (http://goo.gl/RnxpaK) mehr als 100 Euro verdient, zahlt er einen Steuersatz von 80%. Wie bitte sollen sich Menschen so Wünsche erfüllen bzw. die Lust kriegen zu arbeiten? Oder jemand, der trotz Vollzeit am Existenzminimum rumkrebst, wird sich sicher nicht auch noch zum Zeitungsaustragen bewegen lassen. Selbst die Professoren sagen, ein Studium ist heute ein Vollzeitjob, denn bummeln geht nicht mehr, die Bummler werden exmatrikuliert. Man kann froh sein, wenn man durch auswendiglernen den Stoff schafft. Zeit zum Hinterfragen des Stoffs? Haha, guter Witz! Es treten mit Wohngeld, BAföG, Unterhalt, Kindergeld, Einkommen der Eltern, Scheidungssituationen, Zweitstudium usw. teilweise finanziell so komplizierte Situationen und Verzögerungen ein, dass man bei dem Spruch "Die kriegen doch alle BAföG" nur kopfschütteln kann. Es ist ein im Detail so dermaßen unlogisch konstruiertes System, ein Drehbuchautor käme selbst mit größter Phantasie nicht auf solche Absurditäten. Das Zeitungsunternehmen mag diesen Prospekt ja in guter Absicht geschrieben haben, aber wenn Unternehmer sich nicht auch bald mal hinsetzen und ein faires Gesamtsystem mit-konstruieren, dann wird ihnen immer mehr "Frustrhetorik" entgegenströmen, obwohl ja die Unternehmen an sich, aus einzelwirtschaftlicher Unternehmens-Logik, keine Schuld tragen, nur wohin soll sich der Frust der Menschen denn entladen?

225. In den Tiefen des Internet-Ozeans gibt es einige Perlen. Der Marianengraben ist diese Website: Ein ausdrückliches Dankeschön für die Arbeit von Wolfgang Röhrig, den langjährigen Betreiber des Archiv-Grundeinkommen, einer Website mit enorm viel Lesestoff zum BGE. Herumstöbern lohnt sich! Dort gibt es auch alle aktuellen News zum BGE: http://www.archiv-grundeinkommen.de/ 

226. Das Märchen von der Faulheit. Langsam glaube ich, dass es Faulheit, wie sie in den Köpfen spukt, nirgendwo existiert, es ist ein reines Phantasieprodukt, konstruiert wie eine Sage und täglich zurückgespiegelt von der Bild-Zeitung. Die Faulheit, die wir uns gegenseitig als Faulheit weismachen wollen, gibt es gar nicht.

227. Einige Gedanken zum Wählen. Ich bin der Meinung, dass wir zu sehr auf das Ergebnis (die Wahl) blicken. Entscheidend sind jedoch die 4 Jahre zwischen den (Bundestags-)Wahlen, die Wahl selbst ist (fast) egal. Ohne Engagement zwischen den Wahlen, zementiert ein Wahlergebnis nur das, was ist. Der Focus/Appell auf "Du musst wählen gehen" ist falsch. Richtig ist: "Du musst dich engagieren/recherchieren/diskutieren", denn ohne Engagement "ändert sich nix" (der Jammermodus der Empörten). Die eigentliche Arbeit findet also zwischen den Wahlen statt. Demokratie heißt nicht "wählen gehen". Die meisten Menschen sind keine Demokraten, sondern Wähler. Wie groß ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Konzept, das bei Menschen "zündet" und einem Konzept, das man sofort wegen persönlicher Irrelevanz vergisst? Man stelle sich vor, jemand bekommt vom lieben Gott die Chance, sein Konzept jede Woche 1.000 Menschen vorzutragen (z.B. reist er deutschlandweit von Vortragsraum zu Vortragsraum). Klingt erst mal ganz gut, oder? Jede Woche zu 1.000, immer wieder neuen Menschen über sein Konzept sprechen. Wie viele Menschen erreicht man in seinem Leben? 50.000 im Jahr, 500.000 in 10 Jahren und ca. 5 Millionen in einem Menschenleben. Das heißt, man müsste ca. tausend Jahre alt werden, um vor jedem Menschen in Deutschland einmal zu sprechen. Und jetzt kommt das gleiche Spiel mit einem Konzept das "zündet". Wieder am ersten Tag 1.000 Menschen, und weil die so begeistert sind, erzählen sie abends ihren Freunden davon... Jetzt ist der Erfolg des Konzeptes nicht mehr aufzuhalten, man braucht nur wenige Vorträge und wenige Jahre. Typischer Lawineneffekt, den ein lineares "Jede Woche 1.000 Menschen" nie erreicht. Ein "exponentielles Mem" sozusagen, dass sich stärker ins Bewusstsein vorarbeitet als andere exponentielle Meme und natürlich erst recht viel stärker als lineare Meme. Dieses Bespiel macht natürlich keinen Unterschied zw. "gut" und "böse", die Leute können auch begeistert dem größten Unsinn hinterherrennen. Ist es also besser an (zündenden) Argumenten zu feilen oder seine Energie in die Verbreitung der Idee zu stecken?

228. Wie kann man die Idee verbreiten? Kreative Ansätze:

(a) Die Rollenspiel-Idee (im Original von Ralph Boes, siehe hier: http://youtu.be/QXy-nE9yalA?t=11m39s). Der Gegenüber schlüpft in die Rolle des BGE-Befürworter und man selbst nimmt die Rolle des BGE-Gegners ein und nach 5 Minuten wechselt man. Es ist ein seltsames Gefühl auf einmal gegen das BGE zu sein, schärft aber den Blick für die Gegenargumente. BGE-Gegner sind ja nicht doof, sie haben nur andere Axiome/Grundlagen. Das hat Enno Schmidt hier sehr schön ausgedrückt, http://youtu.be/c1OUx72-lQw?t=3m24s

(b) Witzige Idee: Kreide nehmen und BGE-Sprüche auf den Boden malen, z.B. vor Schulen, vor Unis, vorm Arbeitsamt, Fußgängerzonen usw. Ich sag euch aber gleich, die normale Kreide bricht auf Beton ab ;-)

(c) Den Antrag der "Bundesagentur für Einkommen" ausdrucken und verschicken: http://goo.gl/tMhuW5 Aber nicht ans Amt, sondern z.B. an Politiker, oder man kann sie auch im Dorf oder im sozialen Brennpunkt/Stadtteil in die Briefkästen werfen. Es ist überhaupt eine gute Idee eine kurze knappe Mail an einen Politiker seiner Wahl zu schicken. Warum nicht mal den Dorf-Bürgermeister per eMail fragen, was er vom BGE hält. Ohne den Drang, ihn sofort mit Gegenargumenten zu bombardieren, sondern einfach "nur mal fragen".

(d) Es gab im Mai 2012 vor der NRW-Wahl die Aktion "3-Tage-Wach" von den Grünen. Da saßen dann Grüne 3 Tage lang in einen Raum mit Live-Webcam vor ihren Laptops und haben Online alle möglichen Fragen beantwortet, rund-um-die Uhr. Es war Ehrensache, sie mit BGE-Fragen zu bombardieren :-) Schätzungsweise 100 Fragen dürfte ich gestellt haben, anonym, mit wechselnden Namen. Habe mich auch manchmal absichtlich "doof" gestellt und sie ein bisschen genervt ;-) Über Webcam hörte man: "Schon wieder ein BGE-Frage!" Aber eine Abstimmung unter den mehrheitlich jungen Grünen im Raum ergab eine große Zustimmung für ein BGE. http://goo.gl/RYRGsD

(e) Man könnte 1 Cent an das Jobcenter, Arbeitsamt, Polizeidienststelle, Bürgermeisteramt, Bundesverfassungsgericht etc. schicken, mit dem Text "Bedingungsloses Grundeinkommen".

(f) Man kann sich das günstige Buch "1000 Euro für Jeden" von Götz Werner mehrfach bestellen und es in der S-Bahn, in der Wäscherei, im Bus, am Bahnhof, in der Kneipe, in der Schule, an der Universität wie zufällig liegenlassen.

229. An verschiedenen Stellen im Netz habe ich verschiedene Zahlen angegeben, wie lange ich mich schon mit dem BGE beschäftige. Das liegt daran, dass sich im Laufe der Zeit die Intensität erhöht hat. Am Anfang war es nur ein sanfter Strom und nun denke ich praktisch rund um die Uhr über diese Thematik nach. Man weiß ja nicht im vorhinein, wie hoch mal die Intensität werden wird. Wo man jetzt zeitlich den Anfang setzt, hm, schwierig, es war wohl die Erkenntnis, dass das BGE nicht extra obendrauf kommt und mir dadurch die Finanzierung einleuchtete. Die 2008 beginnende Finanzkrise/Lehman Brothers war Auslöser, mal alles zu hinterfragen, was bisher als "richtig und wahr" galt. Politisch interessiert war ich aber schon vorher. Jahrzehntelang war "kein Geld da" für Schulen, Universitäten, Bildung, Schlaglöcher in den Straßen usw. und auf einmal gab es Geld für "Rettungen", in Zahlen-Dimensionen, die man bisher nur aus der Astronomie kannte: Milliarden, Billionen, Billiarden. Das löst im Gehirn Widersprüche aus, die so stark sind, dass sie zu Recherchen führen.

230. Sascha Lobo hat auf seinem re:publica Vortrag (2014) nur eine Frage gestellt: Warum engagiert ihr euch nicht? http://goo.gl/GRktq8 Meine Antwort: Weil die "Sozialstruktur" des Staates eine Anti-Vertrauens-Haltung aus allen Poren herausschwitzt. Sascha Lobo kämpft gegen Windmühlen, er sollte sich für ein BGE engagieren, dann kann er sich vor Engagierten nicht mehr retten. Es fallen (mit BGE) einerseits auf der dunklen Seite die Ausreden weg "Ich bin ein kleiner NSA-Programmierer und muss euch ausspionieren, denn ich brauche doch ein Einkommen um meine Familie zu ernähren, sonst bin ich Arbeitslos" und andererseits auch auf der hellen Seite die Ausreden weg "Ich kann mich nicht gegen Überwachung engagieren, denn ich muss die Anweisungen vom Jobcenter ausführen, sonst werde ich sanktioniert und was meine Eltern sagen muss ich auch noch machen und mein Arbeitgeber fordert trotz Hungerlöhnen dies und jenes." Auf diesem Auge scheint Herr Lobo blind zu sein. Genau wie der naive Glaube "Menschen sind von Natur aus gut", gerne durch das einwöchige Abschaffen des Grundgesetzes getestet werden darf (Vorgeschmack Brasilien: http://goo.gl/uRSWtJ), kann man Engagement nicht als maschinellen An/Aus Schalter betrachten. In 100 Jahren nach Einführung des BGE, werden die Leute es als "ganz normal" ansehen, dass man sich engagiert. Das die Grundlage das BGE ist, wird man wahrscheinlich vergessen haben und es als "völlig normale Menschen-Natur" ansehen, sich zu engagieren. (Besser formulieren)

231. Auf viele Fragen zum BGE habe ich im Laufe der Jahre schlüssige Antworten gefunden, es gibt aber immer noch Fragen, die mich antwortlos verfolgen, z.B.: "Mit BGE arbeiten die Fleißigen für die Faulen?" Ab jetzt werde ich sagen: "Ja." Mir zu erlauben, diese Antwort geben zu dürfen hat mich sehr befreit. Es gibt schlichtweg keine Möglichkeit, in der Kürze der Zeit sinnvoll im BGE-Kontext darauf zu antworten, also sage ich einfach "Ja.", denn das ist, aus der Sicht eines Skeptikers, offenbar etwas, das er unbedingt hören will. Gut, dann kriegt er es zu hören, denn aus einem Realen-Güter-Topf-Denken, das alles andere ausblendet, stimmt es sogar.

232. Wer über das BGE (bei Geldtheorie passiert dasselbe) spricht, merkt, wie schnell es emotional wird. Man hat sich vorgenommen sachlich zu bleiben, aber dieser Kommentar, nein, das darf der doch nicht sagen, und zack, hat man jemandem beleidigt oder unsachlich und persönlich angegriffen. Gerne werden auch Institutionen, Konzerne oder Parteien, stellvertretend, als Zielscheibe genutzt. Obwohl letztlich jedem klar ist, dass dies nichts bringt, tut man es trotzdem. Aber im Internet bleiben die Kommentare/Beleidigungen für immer erhalten. Wenn man nach Jahren umschwenkt auf eine seriöse Schiene, dann kleben einem die alten Kommentare an der Backe und es wird immer Einen geben, der sie einem unter die Blogger-Nase reibt. Wie geht man damit um? Eine Lösung wäre, erst mal anonym zu posten, um die, gerade in der Anfangsphase, starken emotionalen Hitzewallungen abzukühlen. Sobald man das Gefühl hat, rational zu argumentieren, kann man unter eigenem Namen kommentieren und bloggen. Wer hier ein bisschen herumstöbert, hat bestimmt schon gemerkt, dass ich die SPD nicht besonders liebe. "Die SPD-Gehirne sind zu alt (Durchschnittsalter 59)" und sie würden das BGE nicht verstehen, denn "sie sind seit Jahrzehnten indoktriniert von der Vollbeschäftigungsideologie". Was passiert wenn ich einen SPD-ler treffe, der für ein BGE ist? Ich habe ja alle unterschiedslos über einen Kamm geschoren? Auch die Neoklassiker habe ich für ihre Vollbeschäftigungstheorie gescholten. Aber was passiert, wenn mir ein Neoklassiker sagen würde, ihn trifft diese Kritik gar nicht, denn schuld sind die Politiker, die einen wertfreien wirtschaftswissenschaftlichen Theoriebegriff für ihre Zecke missbraucht haben, um Druck und Sanktionen auf Arbeitslose auszuüben, was nirgendwo in der Neoklassik beschrieben wird. Habe ich dann den Falschen angegriffen?

233. Oft heißt es in unserer Grundeinkommenszene, bei der Abschaffung der Sklaverei sagten die Gegner, man könne die Sklaverei nicht abschaffen, denn dann würde keiner mehr arbeiten. Das klingt plausibel, aber stimmt das auch? Waren es damals tatsächlich dieselben Argumente wie heute? Was lag näher als Prof. Flaig zu fragen: http://www.dctp.tv/filme/weltgeschichte-der-sklaverei/ Er hat mir bestätigt, dass damals tatsächlich so argumentiert wurde. Wenn man bedenkt, um wie viel wir uns technologisch, materiell, gesellschaftlich usw. durch die Abschaffung der Sklaverei weiterentwickelt haben, so darf man gar nicht über den Schub nachdenken, den ein BGE auslösen würde. Eigentlich lag die Menschheit doch mit der Sklaverei immer in einem Dämmerschlaf, den nur wenige, von der Arbeit freigestellte Philosophen wie Aristoteles oder Platon durchbrechen konnten. Aber: Wer die halbe Gesellschaft durch fehlendes Frauenwahlrecht und die andere Hälfte der Gesellschaft durch Sklaverei ausgrenzt vom Mitdenken, der muss sich über Stillstand nicht wundern. Griechenland als Wiege der Demokratie zu bezeichnen, ist mir ehrlich gesagt immer peinlicher. Übrigens, wo wir gerade beim Thema sind, auch die Französische Revolution ist eigentlich peinlich, denn dort wurde konsequent die Hälfte der Bevölkerung ausgeschlossen, "Brüderlichkeit" war hier nämlich wörtlich zu nehmen. Mit "Bürgerrechten" waren nur Männer gemeint, Frauen hatten weiterhin faktisch keine nennenswerten Rechte.

234. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wünsche ich mir, dass Alexander Kluge ein Interview zum Bedingungslosen Grundeinkommen macht. Also lieber Weihnachtsmann, lieber Osterhase und lieber G-o-t-t, mache den Wunsch wahr. Ihr wisst nicht wer Alexander Kluge ist? Guckt ihr hier: http://www.dctp.tv/filme/alle-gefuehle-ausgang-french/ Ein Freund von mir sagte mal, ihn würde das ständige dazwischenreden von Kluge nerven. Mir ist das allerdings nie als störend aufgefallen.

235. Nur wer ein Einkommen hat bzw. die Aussicht auf ein baldiges, kann und wird sich auflehnen. Wer in irgendeiner Form Angst haben muss, dass sein Einkommen gestrichen wird, der wird nicht revoltieren, egal ob im Großen oder im Kleinen. Unsere naive Vorstellung von "Revolutionen" und "Auflehnung gegen die Obrigkeit" sind, genau, naiv. Menschen mit Angst, die keine Zukunft sehen, die nicht aus einer Not-Lage ausbrechen können, werden passiv, nicht revolutionär. Gut wird das hier beschrieben (ca. Minute 16:00) http://www.spiegel.tv/filme/chronik-zweiter-weltkrieg-2/ Das Einkommen zu sanktionieren und Androhen von Geldentzug auf existenziellem Niveau, ist härteste Bestrafung, die wir heute trotzdem noch als legal gelten lassen. Sie erzeugt Unterwürfigkeit, Passivität und gehorsame Angepasstheit.

236. Diese Rede von Max Straubinger (CSU) ist wie ein Echo aus dem Mittelalter: http://goo.gl/Rb8rUO Aber er sieht sich als gütigen Vater, der Bedürftigen hilft und gleichzeitig sparsam mit dem Volksvermögen ist. Ist das nicht ein Ideal, das wir alle anstreben würden? Eine Mischung aus volkswirtschaftlich gebildeter Mutter Theresa und sparsamer schwäbischer Hausfrau. Durch solche Darstellungen und Argumentationsstrategien kann man sich fast unangreifbar machen, man baut einen logisch-emotionalen Schutzschuld auf, den Argumente kaum noch durchdringen. Straubinger hat sich klug (!) abgekapselt.

237. Wie ändert man ein Paradigma? Indem man ein neues danebenstellt! Diese Idee stammt nicht von mir, sondern von Dr. Renée Menéndez. Er denkt in seinem Blog darüber nach, wie man die derzeitige Geldtheorie verändern kann, und wenn ich ihn richtig verstehe, geht das nicht durch ändern der bisherigen Geldtheorie (diese hat sich "unangreifbar" gemacht), sondern durch das danebenstellen einer anderen Geldtheorie. Ich empfehle euch die Artikel http://goo.gl/rc7bAS und http://goo.gl/062VeH auf seinem Soffisticated-Blog. Zitat: "Letzteres ist auch ein Grund dafür, daß sich alle Scharmützel gegen die Neoklassik als vergeblich herausgestellt haben, weil die Kritik daran niemals vermochte den ‘hard core’ des Paradigmas anzugreifen. Dabei muß man leider zur Kenntnis nehmen, daß es auch überhaupt nicht möglich ist, den paradigmatischen Kern eines Modells aufzubrechen, da sich dieser in seiner Absolutheit üblicherweise ohnehin einer Kritik entzieht." Übertragen auf das BGE heißt das: Wir müssen nicht Hartz IV & Co. angreifen, sondern ein besseres Modell daneben stellen und "anbieten". Also ein Angebot machen, das man nicht ablehnen kann :-) Die Kombination eines einheitlichen Grundeinkommens zusammen mit einem einheitlich-prozentualen Steuersatz halte ich für unablehnbar. Es ist aus meiner Sicht das einzig mögliche Modell für die Zukunft. Alle anderen Modelle sind komplizierter, ungerechter, bürokratischer und unverstehbarer. Die Ökonomenwelt hat uns mit der Negativen Einkommenssteuer doch schon die Vorlage geliefert!

238. Das BGE ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen den Lebensbereichen, einerseits parallel über den Tag verteilt, andererseits auch langfristig in den großen Abschnitten. Es gibt keine finanziellen Klippen und Hürden mehr zu überwinden, weder zwischen 3 Jobs gleichzeitig, noch pflegen von Oma, noch Studiumende und Jobanfang oder Schwangerschaft und Jobende oder Kind und Beruf oder Kind und Partner oder Partner und Unterhalt usw. Alles lässt sich mit dem BGE elegant und mit klarem Kopf, ohne Bürokratie, lösen.

239. Wer 1.000 Euro sicher hat, der kann auch mal sein Erspartes mit gutem Gefühl ausgeben und muss nicht aus "Not-Denken" zum Sparweltmeister werden, sondern kann sich auch mal was gönnen und "die Wirtschaft ankurbeln". Man kann zielgerichtet sparen, z.B. auf den Porsche, ohne Angst, bei Arbeitslosigkeit erst sein Erspartes aufbrauchen zu müssen. Das ist doch motivierend! Wegnahme von Vermögen, insbesondere auf existenziellem Niveau, ist demotivierend.

240. Gewisse Krankschreibungen (jeder weiß welche hier gemeint sind), fallen weg. Es wird eher das Gegenteil der Fall sein, denn wer motiviert ist, beutet sich aus und hat Spaß dabei!

241. Steuereinnahmen sind der Lebensquell des Staates. Deshalb ist er auch nicht an Arbeit interessiert, sondern an Arbeit die Steuern zahlt. Daher auch der penetrante politische Zwang, die Leute "in Arbeit zu bringen". Denn sie sollen "steuerpflichtig arbeiten", nicht "arbeiten", obwohl es, real betrachtet, dasselbe Arbeitsergebnis ist.

242. Es ist geradezu unglaublich, wie viel Arbeit Maschinen machen, z.B. ein Standard-LKW mit ca. 20 Tonnen Nutzlast, der Joghurts von München nach Hamburg fährt. Nehmen wir mal an, ein Mensch könnte 50 kg auf dem Rücken schleppen, dann bräuchte man 400 Menschen um den LKW zu ersetzen. Jetzt müssen die Menschen auf ihrem 800 km langen Weg natürlich auch mal Pause machen. Mehr als 100 km am Tag sind nicht drin. Sie wären also in 8 Tagen in Hamburg. Auch müssten die Menschen noch essen (400 Menschen 8 Tage lang versorgen, viel Spaß, die würden die Jogurts selbst aufessen, hehe), bräuchten einen Schlafplatz, Kleidung usw. Natürlich bräuchte man auch eine Kühlung für die Jogurts. Dieses Beispiel zeigt bereits, wie viel Arbeit Maschinen machen. Es fahren zehntausende LKWs jeden Tag über die Autobahn. Aber Maschinen zahlen keine Steuern und Maschinen brauchen weder Einkommen noch Geld.

243. Spenden ist heute notwendig, aber warum nicht jedes Spendenplakat mit einem Hinweis auf ein weltweites BGE versehen? Jeder wäre damit weltweit garantiert vor Armut und Verelendung geschützt und Spenden in heutiger Form (als Not-Hilfe) nicht mehr notwendig. Gespendet darf natürlich weiterhin, aber für Projekte die oberhalb von bloßer Hunger- und Armutsbekämpfung liegen.

244. Was ist die Zukunft von Arbeitsamt, Jobcenter & Co.? Sie würden zusammengelegt und zu einer reinen Stellenbörse umfunktioniert, einer großen, gut gepflegten und aktuellen Online-Datenbank, in der alle Stellenangebote zentral eingetragen werden.

245. Das BGE wird sehr viel Emotionalität umwandeln, von destruktiv in konstruktiv. Frust lässt sich nie abschalten, auch mit BGE wird uns viel frustrieren, aber es wird in Konstruktivität und Engagement münden. Wer will sich denn heute für einen als unfair empfundenen Staat engagieren?

246. Alle sind frustriert, die Gutverdienenden, die Armen, die Fleißigen, die Neoliberalen, die Linken, die Konservativen. Aber Frust zu personalisieren bringt gar nichts, denn es hat fast ausschließlich strukturelle/systemische Ursachen. Trotzdem neigen Menschen dazu, ihren Frust non-verbal und verbal an einzelne Personen zu adressieren. Auch ich tue das manchmal, möchte aber nochmal betonen, dass dies nie persönlich gemeint ist. Der konstruktive Dialog (mit jedem) steht immer im Vordergrund. Trotzdem bin auch ich nur ein Mensch, der in die Welt schaut, und frustriert ist, ob der ganzen unnötigen Kompliziertheit, Bürokratie und Unlogik. Menschen bewerten nicht die Theorien, sie bewerten die Auswirkungen.

247. Liberalismus kann man wohl am besten mit “unfaire Strukturen abschaffen” charakterisieren. Von daher bin ich auch ein Liberaler, der (nicht-individuell, also “global”) unfaire Gesetze ändern will. Ich finde, der Begriff “unfair” bzw. “global unfair” wird viel zu selten genutzt, dabei entspringt praktisch alles gesellschafts-politische Engagement aus diesem Gefühl. Mit individuell-unfair meine ich zum Beispiel eine körperliche Behinderung ab Geburt, z.B. Taubheit, mit nicht-individuell meine ich zum Beispiel den Vorgang "erben", der, obwohl es so scheint, kein individueller Vorgang ist, sondern erst juristisch, als durch Gesetze, so ist, wie er ist. Es ist kein individuelles Naturrecht zu erben, "erben" existiert gar nicht, es wird durch juristische Strukturen erst geschaffen. Ähnlich ist es mit dem Geldsystem und Einkommen, diese Begründungskurve krieg ich noch sauber hin - aber nicht mehr heut :-)

248. Stichwort Mietpreisbremse: Ein freier Markt führt (z.B. in München) bei hoher Nachfrage zu hohen Mieten. Logisch, denn wenn alle nach München wollen, dann steigen die Mieten. Aber: Dann wird auch viel neu gebaut. In einem freien Markt muss man diese Zeitverzögerung zwischen zu wenig Wohnungen und den noch zu bauenden Wohnungen aushalten. Mit den heutigen existenziellen Einkommenssorgen ist es nicht leicht organisierbar, einfach mal schnell aus hochpreisigen Gebieten wegzuziehen.

249. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, den Unternehmen die Mitarbeiter "zuzuführen". Das ist ureigene Aufgabe des Unternehmers, also durch gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen die Menschen anzuwerben. Hier hat sich der Staat rauszuhalten. Das BGE schafft genau diese Voraussetzung.

250. Wir sind am Ende angelangt. Ich habe mit diesem Beitrag (und dem vorherigen) insgesamt 250 Gründe für ein BGE vorgebracht. Wer alle Gründe gelesen hat und vorurteilsfrei herangeht, dürfte das BGE zumindest als "interessante Idee" ansehen, über die es sich "nachzudenken lohnt". Mehr darf man nicht erhoffen. Will man die Idee voranbringen, muss man darüber reden, schreiben und videobloggen. Die Widerstände in Gesprächen sind groß, man sollte unbedingt vermeiden, den anderen überzeugen zu wollen, sondern lieber sanft einige Denkanstöße geben. Man kann sich darauf einstellen, sofort als Kommunist, Sozialist, Linker (+ einige sehr unschöne andere Worte) usw. bezeichnet zu werden. Man kann sich darauf einstellen, dass knifflige Fragen gestellt werden, auf die man nicht sofort eine Antwort hat und dass man mit Sichtweisen "wie Wirtschaft funktioniert" konfrontiert wird, die von der eigenen abweichen. Die Schwierigkeit besteht häufig darin, welche unausgesprochenen Voraussetzungen der andere mit ins Gespräch hineinbringt. Viele Gegner sagen, das BGE könne nicht funktionieren, denn erst muss gearbeitet werden, danach darf Geld verteilt werden (mit dem das "Erarbeitete" gekauft wird). Erst Geld verteilen und dann arbeiten? => "Nein, das kann nicht funktionieren." Es sind also noch genug sprachliche Denksportaufgaben zu lösen. Eine andere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die Sonne (empirisches Objekt) beim Theorie-Wechsel vom geo- zum heliozentrischen Weltbild unverändert blieb. Das BGE-Objekt (der Mensch) ist veränderbar und _zukünftige_ BGE-Verhaltensweisen können wir nicht testen oder messen (das gilt übrigens für alle politischen Umwälzungen, sie können nur gedanklich vor-getestet werden). Die Sonne juckt es nicht, welche Theorien wir über sie aufstellen. Die BGE-Objekte, also die Menschen, juckt es sehr wohl, was die BGE-Theorie aussagt.
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Hab auch mal so 50 Punkte für das BGE zusammengetragen, war als Antrag bei der Piratenpartei gedacht, der es aber nie bis zur Abstimmung gebracht hat. Die Links/Infos können von jeden als pro BGE Argument benutzt werden!

Bedingungsloses Grundeinkommen BGE und Steuervereinfachung nach Prof. G. W. Werner

1.) Jeder deutsche Staatsbürger erhält pro Monat das bedingungslose Grundeinkommen in Höhe von 1500 Euro, wobei einzige Bedingung seine Existenz ist! Zudem erhalten dies auch alle in Deutschland lebenden Ausländer mit mindestens fünfjähriger Aufenthaltsgenehmigung!

1.b) Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens gemäß dem Vorschlag von Prof. G. W. Werner wird zu einer wesentlichen Erfüllung und Ausgestaltung unseres GG Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

1.c) Der Staat hat für die Umsetzung und Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens zu sorgen, es ist für alle die Einkommens- Basis, alle anderen Einkünfte kommen obendrauf!

2.) Steuervereinfachung mit ökologisch-soziale Ausrichtung durch gestaffelten Verbrauchssteuern nach gesund - schädlich für Umwelt und Mensch. Alles, was gesund ist für Umwelt und Mensch, wird völlig steuerfrei! Je nach Schädlichkeit werden gestaffelte Verbrauchssteuern zu einer ökologisch sozialen Marktwirtschaft führen, die dem Menschen dient.

2.b) Die Steuervereinfachung führt zu einem gerechten, transparenten, einfachen und für alle Bürger verständlichem Steuersystem! Die Zeit der Selbstversorgung, als jeder noch über genug Land und Ressourcen verfügte ist vorbei. Im Zeitalter der globalen Fremdversorgung, wo Selbstversorgung die Ausnahme ist und fast jeder ausschließlich von Fremd-Leistung lebt, ist es unsinnig, Steuern auf die Herstellung der Güter zu erheben. Der heutigen Zeit angepasster sind gestaffelte Konsumsteuern, die den Kauf und Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen sozial und ökologisch viel gerechter gestalten und auch ausländische Güter in gleicher Höhe besteuert, die teilweise unter Sozial- und Umwelt-Dumping billig hergestellt werden können und heute wie das Beispiel Solar-Unternehmen beweist, zu Wettbewerbsverzerrungen führen.

2.c) Die Kriterien, was gesund oder schädlich ist, werden von Wissenschaftlern nach neuesten Erkenntnissen festgelegt. Als Einführungsbasis dienen die bereits heute gestaffelten Verbrauchssteuern: Artikel mit ermäßigtem Steuersatz von 7% werden steuerfrei, die Höchststeuer für Tabak, Mineralölprodukte und Alkohol und alle Luxusartikel werden dementsprechend angehoben! Als Richtlinie, was Luxus ist, dient der Vorschlag für die Einführung einer Luxussteuer von 1951 der CDU.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29194002.html

2.d) Die seit 2009 eingeführte Spekulationssteuer und alle Kapitalertragssteuern bleiben bestehen! Es gibt keine Möglichkeit einer Steuerbefreiung oder Rückerstattung. Dafür gibt es das BGE! Die Steuer wird an der Quelle einbehalten und genau wird die Transaktionssteuer von 1% automatisch elektronisch abgebucht.

2.e) Das BGE führt zu einer Entkoppelung von Einkommen und Erwerbsarbeit. Es bedarf eines hohen BGE, damit alle positiven Effekte für die Oekonomie im Zeitalterer der Robotik zur Geltungkommen! Nur ein BGE, das kein Almosen ist, wird die Armut endgültig abschaffen/überwinden! Heute werden Arbeitslose und besonders H4 Empfänger in der Bevölkerung stigmatisiert, verlieren den Freundeskreis, werden ausgegrenzt! Das BGE erhalten alle, es ist kein Almosen, sondern ein Anspruch einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers auf einen Anteil an: Land, Ressourcen und am technischen Fortschritt, als Erbrecht!

Im Jahr 2012 kostete allein das Arbeitsamt/Jobcenter 52,6 Milliarden Euro.
Dagegen wurden nur 30 Milliarden an Hartz4 gewährt:
"Die Bundesagentur für Arbeit ist eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung und die größte Behörde in Deutschland. Sie beschäftigte im Jahr 2012 insgesamt 108.536 Mitarbeiter und hatte im Jahr 2013 einen Haushalt von 52,6 Milliarden Euro. Die Agentur finanziert sich in erster Linie aus der Arbeitslosenversicherung und durch Bundeszuschüsse. Hinzu kommen Zahlungen der Länder und der Europäischen Union."
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/geht-der-staat-mit-unserem-geld-gut-um-herr-eggers/es-geht-um-unser-geld-die-bundesagentur-fuer-arbeit-verschlingt-zu-viel-geld-13240988.html

2.f) Durch das BGE kann jeder sehr leicht eine Eigentumswohnung, oder ein Haus erwerben! Eine Familie mit 2 Kindern erhält monatlich 6000 Euro, spart man dies und arbeitet weiter wie bisher, erspart die Familie 72.000 Euro im Jahr! Dadurch hat Deutschland schon sehr bald nicht mehr nur eine Eigenheimquote von 43%, sondern wie Norwegen und Spanien von 86%! Schon nach zwei Jahren kann man sich für 144.000 ein Haus auf dem Land leisten! Dadurch entsteht ein Überangebot an Mietwohnungen, das zu niedrigeren Mieten in den Ballungsgebieten führt! Zudem werden heute kleine Wohnungen durch H4 unverhältnismäßig verteuert. Nur im Modell von Herrn Werner wird Regelsatz und Wohngeld zusammengelegt, dadurch hat es keine Obdachlosen/Armut mehr! „ H4 ist Strafvollzug mit Freigang“ Prof. G. W. Werner hat Recht! Zudem fällt dadurch der Behördenaufwand für die Bedürftigkeitsprüfung weg. Die Ausgaben der heutigen Überwachungsbürokratie übersteigt den Missbrauch um ein vielfaches!

2.g) Durch die BGE-Einführung werden nur etwa 20% mit Arbeiten aufhören, eine Auszeit nehmen um sich Jugendträume zu verwirklichen. Dadurch hat es Arbeitnehmer-Mangel und die Arbeitgeber müssen sich durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wieder um AN bemühen. Nun arbeitet niemand mehr zum Niedrig-/Mindestlohn, sondern nur noch zum Höchstlohn! Für einfache Arbeiten lohnt dadurch die Anschaffung von Robotern, dies führt zum Durchbruch neuer Erfindungen, neue Innovationen werden die meisten Arbeitnehmer wegrationalisieren. Immer mehr Menschen gewöhnen sich an das Leben in der neuen Freizeitgesellschaft.

2.h) Wenn jeder Bürger das BGE erhält, Behörden und Subventionen abgebaut werden, alle Steuern automatisch abgebucht und es keine Möglichkeit von Rückerstattung hat, entsteht automatisch Steuergerechtigkeit! Heute zahlen Reiche dank steuerlicher Gestaltungsspielräume so gut wie keine Steuern. Nur den Lohnempfänger wird dies sofort vom Lohn abgezogen.

3.a) Finanzierung: Dazu Prof. G. W. Werner: "Es mag kühn klingen, aber: Finanziert ist das bedingungslose Grundeinkommen schon.
Denn wir produzieren genügend Güter und Dienstleistungen. Von ihnen leben wir, nicht vom Geld. Geld ist ein rechtliches Äquivalent zu den käuflichen Gütern und Dienstleistungen. Es ist kein Wert an sich. Geld ist nicht Gold. Mit den Gütern und Dienstleitungen entsteht das Geld, mit dem sie gekauft werden können. Dafür ist das Geld da. Es gibt so viel Geld, wie es käufliche Werte gibt. Sonst könnte man sie nicht kaufen."
http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/zum-grundeinkommen/kurz-gefasst/

3.b) Es stellt sich eher die Frage: Wie soll das heutige bestehende System weiterfinanziert werden? Wie das Paradox-um lösen: Immer mehr Wirtschaftswachstum, immer höhere Produktivität durch Automation, bei gleichzeitigen Reallohnverlusten und steigender Arbeitslosigkeit? Dem Über-Angebot steht schon heute viel zu wenig Nachfrage, Kaufkraft gegenüber. Überangebote die man auch mit noch so aggressiver Werbung nicht losbekommt. Die Überproduktion wird heute vernichtet, statt gerecht verteilt, sogar 50% aller frischen Lebensmittel landen im Müll! Die regulierende Hand die für Balance zwischen Angebot und Nachfrage sorgt wird das BGE sein! Es hat schon heute genug für alle, es fehlt nur der Schlüssel für die gerechte Verteilung, das BGE ist der Schlüssel! Das BGE überwindet den Kreislauf der zyklischen Wirtschaftskrisen, die durch fehlende Nachfrage und der Politik des knappen Geldes entstehen.

3.c) Um das BGE von 1500 Euro sofort umzusetzen, erfolgt die Finanzierung:

1.)Über gestaffelte Verbrauchssteuern nach gesund - schädlich für Umwelt und Mensch.
2.)Über Transaktions-Gebühren von 1% für alle.
3.)Über Dividenden, Miet- und Zinsabschlagsteuer, heutige Spekulationsteuer.
4.)Über Einsparungen bei Behörden, Subventionen, Abschreibungen ec.
5.)Mehreinnahmen durch Wegfall aller Steuervergünstigungen, Mogeleien.

3 d.) Wer als Kranker, Behinderter einen Mehrbedarf hat, erhält diesen unbürokratisch!

4.) Ausblick in die Zukunft: Wir sind mitten in einer Umwälzung, die die industrielle Revolution bei weiten übertrifft. Durch die ersten Mechanisierungsschübe verloren Millionen von Menschen ihre Jobs in der Landwirtschaft wo 1900 noch 80% beschäftigt waren, heute sind es weniger als 2%! Die Computer, Informationstechnik und Robotik von heute macht immer mehr Menschen ganz überflüssig. Wir vollziehen gerade einen Wandel hin zu einem Markt, der zum allergrößten Teil ohne menschliche Arbeitskraft funktioniert. Heute werden nur noch zehn Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Fabriken gebraucht. Bis 2020 werden es weltweit nur noch zwei Prozent sein. Die soziale und kulturelle Entwicklung hinkt der technischen Entwicklung auf Jahrzehnte hinterher.

Der heutige Niedriglohnsektor ist eine gigantische Konjunkturbremse! Wenn in 10 Jahren nur noch 10% aller heutigen AN ausreichen, alle hochwertigen Güter und Dienstleistungen zu erbringen, wer soll diese dann konsumieren?

Arbeit wird zum Hobby, die Zukunft für alle viel besser und phantastischer als sich das die kühnsten Optimisten vorzustellen vermögen! Bald hat jeder seinen persönlichen Roboter, der alles macht was man nicht mag: Putzen, Einkaufen, Aufräumen, Arbeiten…, er wird unsere Lehrer, Arzt, Berater, er wird bald über alles Wissen der Menschheit verfügen und entwickelt dies weiter – technische Singularität, wie man die evolutionsbedingten menschlichen Schwächen: Gier, Geiz, Neid, Hass überwindet!

Das BGE wird jährlich an die wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst! Da durch das BGE die Nachfragekrise überwunden wird, die wirtschaftliche Abwärts- in eine Aufwärtsspirale gewendet wird, steigt der Betrag stetig. Über Jahre wird er auf 2000 - 3000 - 5000 - 10.000 - 20.000 Euro/Globo angehoben, bis Geld und Geldbesitz sinnlos werden! Die Ressourcenbasierende Wirtschaft das monetäre geldbasierende System ablöst. Wer etwas braucht, nimmt es sich und gibt es zurück, wenn man es nicht mehr braucht!

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Susanne Wiest hat im November 2010 eine BGE Petition in den Bundestag eingebracht die noch in Bearbeitung ist und 1500 Euro für alle vorsieht.
Hierzu die die Materialsammlung:
http://aktuelles.archiv-grundeinkommen.de/petitio.html

Daraus diese interessante Aussage von Finanzminister Herr Schäuble:
"Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus. Das sind im Durchschnitt 12.500 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Da muss man schon die Frage stellen, ob wir die Effizienz unserer Sozialleistungen nicht verbessern können."
http://wolfgang-schaeuble.de/index.php?id=37&textid=1370&page=1

Namhafte Ökonomen fordern 5000 Euro Einmalzahlung für alle Bürger-innen in Europa. Die Finanzierung soll über die Gelddruckmaschinen der EZB erfolgen. Dies um japanische Verhältnisse zu verhindern, wo der einstige Wirtschaftsprimus seit 20 Jahren durch Nachfragekrise in einer Deflationskrise steckt, müsste in Europa die Kaufkraft durch mehr Geld erhöht werden. Besser wäre natürlich die sofortige EU-Weite Einführung des BGE!
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/oekonomen-fordern-5000-euro-fuer-alle-2153608.html

Das BGE Modell nach Herrn Werner ist das bekannteste und durch gestaffelte Steuersätze, sowie Steuervereinfachung das sozial und ökologisch beste von allen Modellen! 
Auswirkungen des BGE für alle Bürgerinnen und Bürger:

1.) Die sich immer weiter spreizende Schere zwischen arm und reich wird wieder zur Mitte zugeführt.

2.) Lösung des Problems des demographischen Wandels, Sicherheit der Renten trotz immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler: dies führt nicht mehr in die Altersarmut.

3.) Mehr Technik führt zu mehr Wohlstand für alle! Robotik und Automatisierung, Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen, Ende der menschlichen Erwerbsarbeit stellen kein Problem dar, sondern sind besonders positiv. Durch das BGE kann jeder ein selbstbestimmtes wirklich freies Leben führen. Das BGE ermöglicht umfassenden Bürokratieabbau, die Möglichkeiten der Kontrolle und Überwachung entfallen.

4.) Entgegen vieler Falschmeldungen: Herr Werner hat durch das BGE keine eigenen finanziellen Vorteile, denn Er hat sein Milliardenvermögen einer Stiftung vermacht: dm-Drogerie-Gründer stiftet seine Anteile und nennt Hartz IV offenen Vollzug Die sieben Kinder von Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner werden nicht Eigner des Konzerns nachdem Werner gestorben ist. Er hat alle seine Anteile an eine Stiftung verschenkt. Das Unternehmen hatte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 3,75 Milliarden Euro.

Seine Kinder hätten das Recht auf einen guten Start gehabt, so Götz Werner, "aber nicht darauf, dass Eltern für den lebenslangen Wohlstand ihrer Nachkommen sorgen." Er halte es wie die alten US-Pioniere und sagte: "Reich zu werden ist in Amerika keine Schande, reich zu sterben aber schon."
Zugleich kritisierte er die Hartz IV-Regelungen. Er verglich Hartz IV mit einem offenen Strafvollzug. Er ist der Meinung, dass die Empfänger ihre Menschenrechte verlieren. Außerdem würden die Regelungen mehrfach gegen das Grundgesetz verstoßen. Er ist für ein Grundeinkommen für alle: "1.000 Euro für jeden, das macht die Menschen frei." 
http://www.shortnews.de/id/844754/dm-Drogerie-Grunder-stiftet-seine-Anteile-und-nennt-Hartz-IV-offenen-Vollzug?offset=51

5.)Weshalb das BGE mindestens 1500 Euro betragen muss? Die Höhe des heutigen ALG2: 384 Regelsatz 500 Miet- Nebenkosten 200 Krankenversicherung =1084 Euro/Monat
Dazu kann man legal noch 90 Euro dazuverdienen, Pfandflaschen sammeln bietet sich da an, so für 3 Euro findet man jeden Tag Dosen und Flaschen! Bei über 100 Euro Zuverdienst greift die absolute Höchststeuer von 80%, also Flaschen im Wert von 200 Euro/Monat sind mit 80 Euro zu versteuern. Zum Vergleich die Spitzensteuer für Einkommensmillionäre beträgt nur 42%!!!
Reiche 42%, Arme 80% Spitzensteuer, das ist Deutschland 2014 = Deutschland asozial!

Die soziale Marktwirtschaft ist eine Zugewinnwirtschaft für alle!
Ludwig Erhard: "Wohlstand für Alle!
"Erhard formuliert in seinem Werk das Ziel, breiten gesellschaftlichen Schichten Wohlstand zukommen zu lassen. Nach Erhards Überzeugung könne nur eine freie Wirtschaft Wohlstand für alle schaffen. Diese freie Wirtschaft müsse vor staatlichen Eingriffen sowie vor Kartellen und Monopolen geschützt werden"
http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlstand_für_Alle_%28Buch%29

Das komplette Buch als PDF:
http://www.ludwig-erhard-stiftung.de/wp-content/uploads/wohlstand_fuer_alle1.pdf

Dieser positiven Zukunfts-Vision war Deutschland-West 1991 näher als heute.
Der Retro- Weg:

-1992 nach 101 Jahren Aufhebung des Nacharbeitsverbot für Frauen. Die Schweiz hat bis heute ein Nachtarbeitsverbot für Frau und Mann und darum so hohe Löhne.

-1994 Enteignung von Ansprüchen auf Arbeitslosengeld vor allen für Hausfrauen durch die neue Regelung: In den letzten 3 Jahren muss man 12 Monate gearbeitet haben für Bezug auf ALG!

- 2005 Mit Hartz4 Einführung wird der halbe Sozialhilfesatz im Ausland nach über 40 Jahren ersatzlos auf Null gestrichen. Dafür dürfen Unternehmen "Schein"-Verluste im Ausland mit Gewinnen im Inland verrechnen und kommen so auch auf Null, aber Steuern.

- 2007 Zwang zur Krankenversicherung führt zu 2,8 Milliarden Schulden bei den Krankenkassen von tausenden meist kleinen Selbststädnigen.

- 2013 Zwang zu Gebühr bei TV/Radio.

6.) Heute können sich Reiche durch steuerliche Gestaltungsspielräume um Steuern herum mogeln: "Die Hauptlast des Steuerstaats schultern die Arbeitnehmer, zwei Drittel bis drei Viertel der 540 Milliarden Euro stammen aus ihren Taschen, schätzen Experten. 100 Milliarden zahlen die Firmen, und vielleicht 20, 30 Milliarden Euro geben die Zins-Menschen ab, die Geld arbeiten lassen. Genau weiß es keiner, weil es über die Steuern viele Zahlen gibt, nur diese politisch hochbrisanten nicht. "Die Einkommensteuerstatistik ist eine Blackbox", sagt Steuerexperte Clemens Fuest, der Steinbrücks wissenschaftlichen Beirat leitet. Wie bitte? Die Arbeitnehmer zahlen am meisten, die Firmen ein bisschen, die Besitzer von Aktien kaum?" 
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/abgaben-wer-zahlt-eigentlich-noch-steuern-613358.html

7.)Heute werden durch Spekulationen die Preise verteuert: "Die Deutsche Bank sagt, die Terminmärkte hätten keinen Einfluss auf die Preise für Nahrungsmittel und hält an derartigen Geschäften fest. Was sagen Sie?
Was auf den Terminmärkten geschieht, ist kein Würfelspiel im Hinterzimmer, ohne irgendwelche Auswirkungen. Manchmal wird das so dargestellt, aber das stimmt nicht. Die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln beeinflusst definitiv die Preise." 
http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/vermoegensverwalter-im-interview-bestimmte-geschaefte-macht-man-nicht/7885912.html

8.) Hartz4 ist total ungerecht und der H4 Regelsatz wird vielen einfach vorenthalten, die nicht bereit sind Gängelungen und Sanktionen zu akzeptieren! Die bettelnden Obdachlosen in den Fußgängerzonen werden immer mehr, obwohl jeden Bürger eine Bleibe zusteht, verwehren die Ämter eine warme Wohnung:

In Deutschland unterscheidet das Polizei- und Ordnungsrecht zwischen „freiwilliger“ und „unfreiwilliger“ Obdachlosigkeit. Ein „freiwillig Obdachloser“ hat als "ofw-ler", "Penner", "Berber", der ohne feste Unterkunft von Ort zu Ort zieht, keinen Anspruch auf Unterbringung seitens der Ordnungs- und Sicherheitsbehörden. Erst wenn er sich dauerhaft um eine Unterkunft bemüht, gilt er bei der staatlichen Exekutive als „unfreiwillig Obdachloser“, dabei wird er aber von den staatlichen Behörden vertrieben, indem der Tagessatz vorenthalten wird, oder durch sonstige Drohungen. 

9.) Es hat eine wunder schöne Parallele zur BGE Einführung: 1990 warnte der damalige SPD Kanzlerkandidat Lafontaine vor den angeblich sehr hohen Kosten der Einheit, die genau wie heute das BGE unfinanzierbar sei! Nun hat man errechnet, dass die Einheit zwar etliches an Wiederaufbau und Sozialleistungen gekostet hat, aber die Deutschen Wirtschaft das Dreifache dieser Kosten durch höhere Nachfrage erwirtschaftet hat! Die Einheit war also auch ein wirtschaftlicher Erfolg – es hat viele Studien und Doktorarbeiten, zu diesem Thema.

10.) Im Jahr 1889 wurde durch Bismark die umlagefinanzierte Rentenversicherung eingeführt. Jedem Rentner über 70 stand dies zu, bedingungslos und darum war dies ein Renten bGE! Diese zusätzliche Kaufkraft und Nachfrage hat die damalige ewige Wirtschaftskrise seit dem Gründerkrach von 1873 endlich überwunden. Die Grundsicherungsgegner hatten auch damals von den Folgen gewarnt und eine finanzielle Katastrophe befürchtet, stattdessen stieg Deutschland zur Weltwirtschaftsmacht auf!

11.) In Finnland beträgt der MwSt.-Anteil bei deutschen Edel-Limousinen 100%! Aber die PKWs bekommt man bis zu 25% niedriger als zum deutschen Listenpreis. Viele Deutsche nutzen das aus und bekommen in Finnland einen BMW so billiger! Dagegen hat die Schweiz die niedrigsten Steuersätze, aber dennoch ist die Marken Jeans global in der Schweiz am teuersten! Darum lässt sich nur Vermuten, dass die Preise sich wie in Finnland entwickeln, aber nicht hundertprozentig genau vorhersagen. „Wirtschaft ist zu 90% Psychologie“ Andre Kostolani.

12.)Wer durch die kommende Automatisierungswelle der Robotik/Industrie 4.0 wegrationalisiert wird möchte nicht mit H4 Almosen abgespeist werden, sondern hat ein Recht auf ein Einkommen, mit dem man sein gewohntes Leben ohne Einbusen weiterführen kann! Einen Roboter für Industrie und Haushalt kann man schon heute für 16.000 Euro erwerben:
 http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/0,2828,886685,00.html

13.)Von was sollen die Menschen leben, wenn bald 20% aller Arbeitnehmer ausreichen, alle hochwertigen Güter und Dienstleistungen zu erbringen? Wie sich alles verändern wird, zeigt diese Überlegung: In 10 Jahren sind nur noch Robotergesteuerte PKWs zugelassen, die man überall und jederzeit ordern kann. Man gibt nur das Fahrziel ein und da sucht sich das Auto selbstständig den nächsten Nutzer, keine Parkplatzsuche, zugeparkten Städte mehr. Der Besitz eines Autos wird dann… 
http://www.zeit.de/kultur/2015-02/selbstfahrende-autos-google-car-apple/seite-4

14.)Was heute fehlt, sind positive Zukunftsvisionen und Visionäre.  Ray Kurzweil: „ 2029, so die erstaunlich genaue Voraussage, werden Computer und menschliches Hirn nicht mehr zu unterscheiden sein. Nanoroboter von der Größe einer Blutzelle werden allen Krankheiten ein Ende machen. Die Grenzen des Lebens werden fallen.“
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/zukunftsforscher-ray-kurzweil-unsterblichkeit-fuer-alle-11113916.html

Raymond Kurzweil: "Aber bald werden all unsere Produkte und Nahrungsmittel von nanotechnologischen Replikatoren hergestellt werden, die im Grunde jedes physische Produkt fast ohne Kosten hervorbringen können. Dies wird also eine radikale Zunahme des Wohlstands in der ganzen Welt zur Folge haben.
Am wichtigsten aber ist, dass dieses intime Verschmelzen unserer biologischen Intelligenz mit nichtbiologischer Intelligenz die menschliche Intelligenz insgesamt unglaublich erweitern wird. Ich meine, wenn das in unseren Gehirnen erstmal stabiler geworden ist, wird unser Denken tatsächlich eine Mischung dieser beiden sein, und der nichtbiologische Anteil wird sehr viel kraftvoller sein und wird uns vielleicht Zugang zu neuen Formen der Intelligenz geben, die sich sehr davon unterscheiden, was wir bisher erfahren haben."
https://www.facebook.com/pages/Technologische-Singularität-ewige-JugendWohlstand-für-Alle/194663677373093?ref=ts&fref=ts

15.) Wer profitiert am meisten vom BGE in Höhe von 1500 Euro: Der Rentner mit 750 Euro Rente erhält nun 2250 Euro, das dreifache! Der Spitzenverdienter, der 10.000 Euro im Monat verdient, hat dann 11.500 Euro, gerade mal 15% mehr. Wer nur gesunde Artikel konsumiert, zahlt Null Steuern - wie heute nur der Millionär! Der Millionär muss dagegen für Luxusartikel wesentlich tiefer in die Tasche greifen!

16.) In der Schweiz wird 2016 eine Volkbefragung zum BGE von Daniel Häni in Höhe von 2500 Franken stattfinden. Entspricht etwas mehr als 2000 Euro!

Wichtige Links zu Transaktionssteuern: http://de.wikipedia.org/wiki/Tobin-Steuer

http://www.freitag.de/autoren/wulewuu/die-automatisierte-universelle-transaktionssteuer
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Stephan Goldammer

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Zweihundert Gründe für ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

1. In Deutschland ist nicht die reale Verelendung das Problem, sondern die Sorge vor der Verelendung lähmt Menschen.

2. Vorteil des Begriffs “Bedingungsloses Grundeinkommen”: Er lässt sich nicht als Phrase abschwächen oder umdeuten. Bedingungslos bleibt Bedingungslos. “Verhaltensunabhängig” wäre auch denkbar.

3. Heute arbeiten Menschen schwarz, obwohl schwarz arbeiten eine Straftat ist. Ist das nicht ein verrücktes Arbeitsverhinderungssystem? Jemand geht arbeiten und wird bestraft. Andere wiederum werden bestraft, weil sie nicht arbeiten.

4. Individuell sein. Kooperativ sein. Wie kombiniert man beides? Nicht schwer zu erraten: Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen.

5. Mit BGE haben wir den Arbeitsmarkt aus den Modellen der Volkswirtschaftslehre: Arbeitgeber und Arbeitnehmer treffen sich auf Augenhöhe und beide können „Nein“ sagen. Heute kann weder der Arbeitgeber „Nein“ sagen (Kündigungsschutz u.a.) noch kann der Arbeitnehmer „Nein“ sagen (Existenzsorgen, Hartz IV Sanktionen, unverständliche Amts-Bürokratie).

6. Die Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind eigentlich verdreht. Arbeitnehmer geben die Arbeit(sleistung), Arbeitgeber geben das Einkommen. Es müsste Einkommensgeber heißen, nicht Arbeitgeber.

7. Durch ein BGE wird Artikel 1 Grundgesetz endlich umgesetzt. Menschenwürde muss man sich nicht erst "erarbeiten" oder "verdienen".

8. BGE heißt: Wegfall der gesamten Sozialbürokratie, der Einzelfall(un)gerechtigkeit und dem zeitraubenden Papierkram auf existenziellem Niveau.

9. BGE ist lebenslanges BAföG. Lebenslanges Lernen ist dann nicht nur politisches Motto, sondern praktisch durchführbar. Endlich ungestört, intensiv, jahrelang, rund-um-die-Uhr, tief in Thematiken hineinarbeiten, also den Begriff „Wissensgesellschaft“ ernstnehmen. Merke: Wer Hartz IV bekommt, darf nicht studieren. Und BAföG bekommen längst nicht alle. Und Wohngeld kriegt man nicht, wenn man zu arm ist (weil das Amt dann unterstellt, man würde es für Essen ausgeben). Berufsausbildungsbeihilfe gibt's nicht für eine zweite Ausbildung. Alles ist zugekleistert mit Spezialfällen, Sonderfällen, Ausnahmen und einem Riesenwust an Daten. Es wird angerechnet, umgerechnet, abgezogen, nummeriert, erbracht, bewilligt, vorausgesetzt, berechnet, geahndet, verpflichtet, gespeichert, mitgeteilt, gefordert, angezeigt, zugeschlagen, befunden, abgegeben, angefordert, pauschalisiert, angehängt, nachgewiesen, beantwortet, geleistet, bezogen, aufgestockt, zurückbehalten, einbehalten, benötigt, kopiert, vorgedruckt, eingenommen, hinterbliebenenverrentet, besoldet, verrürupt, geriestert, verwaist, zusatzversorgt, sozialversichert, gesundheitsbefragt, belegt, anerkannt, ausgeschlossen. Schaut mal den Antrag für Berufsausbildungsbeihilfe an. Ein Jurastudium mit Spezialisierung auf das Sozialgesetzbuch ist offenbar heutzutage erforderlich, um die Anträge nachzuvollziehen. Man selbst, die Verwandten, der Lebenspartner, die Mitbewohner usw. müssen sich datenmäßig nackig ausziehen für Peanuts auf existenziellem Niveau.

10. Betreuungsgeld- und Herdprämiendiskussionen haben ein unbürokratisches Ende. Eine Frau kann sich vom Partner ohne Existenzangst trennen. Familienväter sind von der gesellschaftlich formulierten „Ernährer-Rolle“ befreit, da Frau und Kind das BGE auch erhalten.

11. Man kann den risikoreichen Weg Bachelor, Master, Dissertation, Postdoc, Habilitation, Professor gehen, ohne die ständige Sorge, wie „ernähre“ ich mich oder meine Familie.

12. Wir haben immer mehr Arbeitslose (korrekt wäre: Einkommenslose) durch Maschinenarbeit. Mit BGE gibt es keine unterschwellige Diskriminierung von “Arbeitslosen” mehr (besserer Begriff: Freigestellte).

13. Gedankliche Trennung von Arbeit und Einkommen. Menschen streiken nicht für Arbeitsplätze, Menschen streiken für Einkommensplätze. Vorsicht: Eigentlich müssten wir BGE-Befürworter hier etwas präziser sprechen, denn was entkoppelt wird, ist das Grund Einkommen von der Arbeit. Der sich oberhalb davon befindliche Lohn ist wieder an Arbeit gekoppelt. Trotzdem kann dann prinzipiell jede Arbeit auch ohne Lohn getan werden. Aber: Ohne ein Grundeinkommen kann keine Arbeit angefangen werden (auch heute ist das schon so, die meisten merken nämlich gar nicht, dass der Lohn erst nach der Arbeit kommt, aber natürlich aus Vorperioden irgendein Einkommen die Voraussetzung war, um überhaupt arbeitsfähig dazustehen). Man kann es so sagen: Grundeinkommen ist ein Vor-Einkommen, Lohn ist ein Nach-Einkommen.

14. Wirtschaft anders betrachten. Fakt ist: Niemand arbeitetet für sich selbst. Kein Friseur, Kein Bäcker, Kein Straßenbauingenieur, Kein Lehrer, Keine Mutter, Kein Lokführer. Unsere Arbeitsleistung geht immer zu anderen. Der Lokführer fährt nicht für sich selbst, sondern seine Arbeit leistet er für die 500 hinter ihm. Ein Friseur schneidet anderen die Haare. Es ist eine logische Unmöglichkeit für sich selbst zu arbeiten. Wir sind keine steinzeitliche Selbstversorgungsgemeinschaft, wir sind eine Fremdversorgungsgesellschaft. Wir pflücken den Apfel und stecken ihn nicht selbst in den Mund, wir stecken ihn anderen in den Mund.

15. BGE ist Streikgeld. Jeden Monat neu. Ein ganzes Leben lang. Durch ein BGE wird jeder zu seiner eigenen Gewerkschaft.

16. Lohnverhandlung mit einem BGE im Gepäck => Bei 1-Euro-Löhnen kurz lachen und rausgehen.

17. Menschen können "Nein" sagen. Lebenslang. Auch frustrierte Punks und Hooligans, die gegen "den Staat" sind. 1.000 Euro. Jeden Monat. Keine Bedingungen. Keine Vorschriften. Existenz genügt.

18. Journalisten können Nein sagen.

19. Mit BGE hat der, der arbeitet, immer mehr als der, der nicht arbeitet. Keine Verrechnung/Anrechnungen/Umrechnung mit „Sozialhilfen“. Wichtig: BGE ist kein Kombilohnmodell. Politiker fordern doch immer: Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, sollen am Ende besser gestellt sein als Menschen, die nie gearbeitet haben. Das passiert beim BGE automatisch, ohne zusätzliche Eingriffe, es geht konstruktionsbedingt gar nicht anders. 

20. Weg mit diskriminierenden “Naturalien-BGEs” (gemeint sind: "Die Tafeln"). Das BGE kriegt auch jeder Obdachlose, ob er will oder nicht. Will er nicht, dann häuft sich das BGE auf seinem Konto an.

21. Weg mit: Hartz IV “Fördern und Fordern”. Fördern ja, aber ohne bestrafende Sanktionierungsmaßnahmen (Fordern-Peitsche) latent im Hintergrund. Druck und Zwang im sozial-existenziellen Bereich muss endlich aufhören.

22. Das BGE ist eine feste Eisschicht, die Menschen nicht in das kalte Wasser der monetären Existenzangst einbrechen lässt. Das BGE ist eine lebenslange Einkommensbasis, die nicht unterschritten werden kann.

23. Das Meditieren buddhistischer Mönche wäre in Deutschland Faulheit.

24. BGE = Existenz ohne Bedingungen. Hartz IV = Existenz mit Bedingungen.

25. Wir garantieren mit BGE nicht jedem den Reichtum, sondern letztlich nur das, was wir sowieso niemandem nehmen können: die Existenz. In modernen Gesellschaften kann man sehr wohl ohne Arbeit existieren, aber niemand kann ohne Einkommen existieren. Mit Bedingungslosem Grundeinkommen ist jeder Millionär (Wenn man Millionär als "hat 1.000 Euro Zinsen pro Monat" definiert). Ein Millionär ohne Vermögen, aber mit Zinsen.

26. Hypothese: Bürokratie (insbesondere Steuer- und Sozialbürokratie) ist eine Straftat, weil sie unwiederbringlich Lebenszeit kostet.

27. Existenz können wir nicht an Bedingungen knüpfen, sonst haben wir jemanden der nicht mehr Nein sagen kann. Also einen Sklaven.

28. Wer heute sagt „Arbeitslosigkeit ist ein Problem“ hat offenbar nie ein Geschichtsbuch gelesen. Arbeitslosigkeit war der Wunsch jeder Generation, seit Jahrtausenden. Richtig ist: Arbeitslosigkeit ist ein gelöstes Problem.

29. Versuche beim Thema BGE nicht die Überzeugten zu überzeugen. Gehe zu den Unwissenden.

30. Schluss mit: Generation Praktikum. Schluss mit: Generation der Überflüssigen. Schluss mit: Generation Prokrastination. Beginn von: Generation der Freigestellten.

31. Un-Satz des Jahres: „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“

32. Was heute als "Faulheit" bezeichnet wird, ist nur von außen betrachtet "Faulheit". In Wirklichkeit ist es erzwungene Passivität durch Druck und Zwang auf existenziellem Niveau.

33. Das BGE versöhnt den Sozialismus mit dem Kapitalismus, durch Kooperativen Individualismus.

34. Mit BGE verliert Solidarität seinen Opferpathos.

35. Bedingungsloses Grundeinkommen ist wie lebenslange Psychotherapie.

36. Die Vorteile eines Grundeinkommens treten nur bei Bedingungslosigkeit ein.

37. Soziales Handeln kann man nicht in Gesetze hineinschreiben, man kann "sozial sein" nicht befehlen, man kann es aber durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen.

38. Der Staat ist gut im Geld einnehmen, der Bürger ist gut im Geld ausgeben.

39. Man kann für Andere arbeiten, aber es ist unmöglich für Sich zu arbeiten. Wir haben zu 99,99 % eine Fremdversorgungsgesellschaft. Ein Blick in die Etiketten unserer Kleidung genügt.

40. Man kann über Menschen im Mittelalter viel sagen, aber sicher nicht, dass sie meinten "Arbeitslosigkeit" wäre ein Problem.

41. Das BGE beendet die Einführung neuer „Sozialleistungen“, die doch wieder alles nur noch komplizierter machen, mit hunderten Sonderfällen, Spezialfällen und Ausnahmen von der Ausnahme von der Ausnahme.

42. Das BGE ist keine Sozialleistung, denn das BGE erhält jeder. Man muss nicht arm sein, um ein BGE zu erhalten.

43. Gerechtigkeit heißt nicht Gleichheit, sondern Augenhöhe.

44. Ein BGE führt weg vom System der Kurzfristigkeit, hin zum weiten Blick und Planbarkeit der individuell nächsten und übernächsten Schritte. Das BGE ermöglicht einen langfristigen Planungshorizont, der auch kurzfristige Einkommens-Widrigkeiten überstehen kann.

45. Ein BGE wird generationenübergreifend von allen gezahlt und an alle ausgezahlt. Wir zahlen uns das BGE andauernd selbst.

46. Hartz IV ist kein Sozialstaat. Hartz IV ist ein Zwangsarbeitskonstrukt, das mit der Einkommensangst von Menschen spielt.

47. Zwangsarbeit für 1 Euro ist noch erniedrigender als für 0 Euro. Das wäre dann wenigstens echte Sklavenarbeit.

48. Arbeit beginnt mit (Grund-)Einkommen und endet mit Lohn.

49. BGE an jeden Menschen zu zahlen heißt, jeden Menschen ernst zu nehmen. Keiner wird zum systemischen Abfall degradiert.

50. BGE heißt, jederzeit antworten zu können, aber nicht zu müssen. Der Rechtfertigungsdruck fällt weg. Gemeint ist ein in "Sozial"-Gesetzen manifestierter Rechtfertigungsdruck, lebenslang seine Existenz begründen zu müssen, um ja nicht als "unnützer Esser" dem "Staat" auf "der Tasche zu liegen". Wozu noch Kinder gebären? Um sie später durch das Jobcenter in Niedriglohnarbeit verheizen zu lassen? 10.000 Menschen werden jedes Jahr zu 100 % sanktioniert, der Rest lebt in Angst vor den Sanktionen und akzeptiert notgedrungen auch niedrigste Löhne. Schon in der sogenannten "Einladung" wird mit einer 10 % Sanktion gedroht, wenn man nicht zum Termin erscheint. Hartz IV Empfänger sind der Willkür vom Jobcenter ausgeliefert, das sich hinter der Sozialgesetzgebung versteckt: goo.gl/2N3Vc2 (Es gab bereits eine Zeit in Deutschland, da hat man sich später herausgeredet, dass die unmenschliche Behandlung von Mitmenschen doch gesetzlich erlaubt war. Jobcenter, SPD und Justiz reiben ihre Hände in juristischer Unschuld. Stichwort: Furchtbare Juristen, Ingo Müller)

51. Was nützen Menschenrechte, wenn Menschen trotzdem für 1 Euro sanktionsbewehrt in Arbeit gezwungen werden?

52. Die 100 ersten Einkommens-Euro haben eine andere existenzielle Wertigkeit als die 100 Euro ab z.B. 10.000 Euro. 100 Euro sind eben nur mathematisch gleich 100 Euro.

53. Man kann seine Arbeitsleistung nicht "für sich behalten". Ein Friseur, der jemandem die Haare geschnitten hat, dessen Arbeitsleistung ist "weg". Ein Lufthansa-Pilot, der von Hamburg nach München geflogen ist, dessen Arbeitsleistung ist "weg". Ein Masseur, der jemanden massiert hat, dessen Arbeitsleistung ist "weg". Geleistete Arbeit wurde geleistet oder eben nicht. Geleistete Arbeit "für sich zu behalten" und von der eigenen Arbeitsleistung "nichts abgeben zu wollen" ist nicht möglich. Ein Busfahrer, der "von seiner Arbeitsleistung nichts abgeben will" => darf nicht losfahren. Ein Bundesliga-Fußballer, der "von seiner Arbeitsleistung nichts abgeben will" => darf den Fußball nicht berühren. Ein Chirurg, der "von seiner Arbeitsleistung nichts abgeben will" => darf den Blinddarm und das Skalpell nicht anfassen. Ein weiterer blinder Fleck liegt in der sauberen sprachlichen Unterscheidung zwischen Beständen und Strömen. Das Problem ist, wir sprechen über ein Einkommen wie einen Bestand, ein Einkommen ist aber ein Strom. Das gleiche sprachliche Problem bei Zinsen: "Ich habe Zinsen auf meinem Konto" - nein, denn Ströme kann man nicht auf dem Konto haben, dort liegen nur Bestände. Das ist so ähnlich wie zu sagen "Ich fahre im Stau ein Stück vorwärts". Also entweder steht man im Stau (=Bestand) oder man fährt (=strömt). Aber im "Stau fahren" ist Unsinn.

54. Wer auf existenziellem Niveau für ein Einkommen eine Gegenleistung einfordert, macht den anderen zum Sklaven, denn in einer Einkommensgesellschaft kann man ohne Einkommen nicht mal einen einzigen Tag leben, ohne kriminell werden zu müssen. (Bitte jetzt nicht im Kopf Einkommen und Arbeit vermischen.)

55. Ein BGE ist kein „Geschenk“ von den Arbeitenden an „die Arbeitslosen“, sondern die gegenseitige Anerkennung der Existenz des anderen. BGE ist keine Sozialhilfe. BGE prüft keine Bedürftigkeit.

56. Das BGE führt zum papierlosen Büro im Jobcenter, und wenn wir schon dabei sind - schaffen wir das Büro gleich mit ab.

57. Das BGE wird nicht durch neue Staatschulden finanziert, sondern durch laufende Steuereinnahmen.

58. Sinnlose Arbeit hat ein Problem, man weiß nie wann man fertig ist. Manche Arbeitsplätze sind heute sinnlos, weil sie nur dem Erhalt eines Einkommens dienen und ihre Existenz einer staatlichen Gesetzeskompliziertheit verdanken (z.B. Steuerbranche). Denn in Hartz IV will keiner rein, egal wie sinnlos der derzeitige Job empfunden wird. Menschen spüren genau, ob ihre Arbeit (im Grunde) sinnlos ist oder nicht.

59. Vielleicht heißt es mal: Bedingungsloses Grundeinkommen - Made in Germany.

60. Wer hat die Waschmaschine erfunden? Ein Fauler. Wer hat das Internet erfunden? Ein Fauler. Wer hat das Auto erfunden? Ein Fauler. Faule machen uns arbeitslos und das ist gut so. Nur einkommenslos sollen „sie“ uns nicht machen.

61. Mit BGE können Menschen endlich aufhören sich um bürokratische Sozialalmosen zwischen 0 und 800 Euro zu kümmern. Oder 0 und 1.000 Euro, die genaue Höhe eines BGE müsste man noch diskutieren, 800 Euro ist aber eine realistische Hausnummer. Wohlgemerkt für jeden! Aber eben nicht obendrauf!

62. Mit BGE können wir den "Armutsbericht der Bundesregierung" abschaffen. Ein bürokratischer 500-Seiten Wälzer, von den "Experten". Da drin kommen Begriffsungetüme vor, da schlackern euch die Ohren. Menschen brauchen keine Armutsforschung, Menschen brauchen ein Grundeinkommen. Trotzdem werden weiterhin zynische "Forschungsergebnisse" geliefert: goo.gl/fVTZAu Liegt hier nicht das "soziale Versagen" bei den Wissenschaftlern?

63. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen von z.B. 1.000 Euro für jeden, können wir sicher sein, jede Prostituierte macht das weil sie will, nicht weil sie muss. Aus existenzieller Not wird sich niemand mehr hinstellen müssen, sondern „nur“ des Geldes wegen, was ok ist, aus Sicht (echt) freiwilliger Entscheidungen. Dieser Artikel ist dazu lesenswert: http://goo.gl/e5sx1s

64. BGE ist kein Kombilohn! Jedenfalls nicht so wie er heute gemeint ist.

65. Weg mit politischer Worthülsenakrobatik: Sie nennen es soziale Gerechtigkeit und meinen doch nur Zwangsarbeit. Maschinen nehmen uns die Arbeit ab? Egal. Hauptsache jeden in nicht-selbstgewählte Niedrig-Lohn-Arbeit pressen. Die SPD („Arbeiterpartei“) will zwar jeden auf Teufel komm raus „in Arbeit bringen“, seltsamerweise aber dann doch nicht den Millionärserben oder den Milliardärssohn...

66. Mit BGE vollständiger Wegfall von „Sozialleistungsmissbrauch“. Was alle bekommen, kann man nicht „erschleichen“. Wegfall des „ausgenutzt fühlen“ der Arbeitenden, denn wer mehr als das BGE haben will, muss sich das erarbeiten. Mit BGE hat der, der arbeitet, immer mehr als der, der nicht arbeitet. Uli Hoeneß glaubt von sich er wäre kein „Sozialschmarotzer“, mit BGE gibt es diesen Vergleich nicht mehr, denn was alle bedingungslos bekommen (also auch Hoeneß) kann man nicht „schmarotzen“. Mit 1.000 Euro BGE sind wir nicht mehr auf gönnerhafte Charity-Wohltaten von Steuerbetrügern angewiesen.

67. Auch Milliardäre bezahlen ihr Brot von den ersten 1.000 Euro.

68. Nicht Arbeitslosigkeit, sondern Einkommenslosigkeit erzeugt die alltäglichen Sorgen.

69. Wie oft muss man eigentlich noch richtigstellen, dass die „echt Faulen“ vom BGE überhaupt nicht profitieren. Profitieren werden die Arbeitswilligen, da diese durch ein BGE eine unsichtbare (aber wirksame) Argumentationshilfe im Bewerbungsgespräch dabei haben. Stimmt der Lohn nicht, dann Tschüss.

70. Über das BGE zu diskutieren bedeutet in sich Porzellan zu zerschlagen. Kostprobe: Für (heute) 800 Euro Lohn ist man nur ein menschlicher Durchlauferhitzer um am nächsten Tag arbeitsfähig wieder dazustehen - wie ein antiker Sklave.

71. Die folgende Antrags-Bürokratie kann bis zur Höhe des BGE wegfallen => Wehrdienstbeschädigungen, Invalidenrenten, Witwenrenten, Waisenrente, Sozialhilfe, Studienkredite, Hartz IV, Wohngeld, Altersunterstützung, BAföG, Kindergeld, Unterhalt, Erziehungsgeld, Büchergeld, Aufstocker, Gutscheine für Musikunterricht, Lebensmittelmarken, 400 Euro Jobs, Elterngeld, 1-Euro Jobs, Mütterrente, "Herdprämien", Betreuungsgeld, Midi-Jobs, Mini-Jobs, Mikro-Jobs, Nano-Jobs...

72. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist das Rettungspaket für die kleinen Leute.

73. Karl Marx hat von Engels ein BGE bezogen um „Das Kapital“ zu schreiben. - Sven Sladek

74. BGE = Du bist Sparta.

75. Heute haben wir eine seltsam-eklige Mischung: Einerseits wissen wir, dass wir Menschen nicht verhungern lassen können, aber andererseits knüpfen wir das (unterschwellig und unformuliert, meist verbunden mit dem grässlichen Wort "unverschuldet" in Not geraten) an Bedingungen. Nahrungsmittel und Geld nach Äthiopien nur mit Bedingungen? Oder gönnerhaft dann doch nicht? Wie würde Bono reagieren, wenn Afrika sagt: Wir nehmen dein Geld. Aber arbeiten? Nö! - Arbeitszwang ist bei Charity unausgesprochen, aber da!

76. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen lässt viele psychische Erkrankungen verschwinden. Wenn man die Angst reduziert, steigt die Art von Motivation die wir heute brauchen. Die Wissensgesellschaft funktioniert nicht mit der neun-schwänzigen Bürokratenpeitsche um Galeerensklaven zu "motivieren". 

77. Der neoliberale Zeigefinger kennt nur eine Richtung: DU bist faul. Mit BGE: Talk to the Hand... Ein neoliberales Gehirn denkt so: Das Gegenteil von Existenzangst ist "Dann tut keiner mehr was". Das sind die "einleuchtenden Erkenntnisse" eines Neoliberalen. Was ich bis heute nicht verstehe: Wieso die Neoliberalen nicht verstehen, dass mit BGE die Niedriglöhne zu hohen Löhnen werden und damit automatisch (gemäß neoliberalem Modell!) die Leute mit Schwung zu den Arbeitsplätzen strömen. Und das "Lohnabstandsgebot" wird auch automatisch eingehalten. Jeder Neoliberale müsste begeistert sein von der Einfachheit und Klarheit eines Wirtschaftsmodells mit BGE.

78. Heute: Arm trotz Arbeit. Mit BGE: Reich durch Arbeit.

79. BGE ist höchste individuelle Autonomie. Das BGE ist ein membraner Schutzschild, an dem selbst die Worte vom lieben Gott abprallen. Es ist ein juristischer Schutzraum, den auch "Elterliche Ermahnungen doch mal so und so zu leben" nicht durchdringen können. Ein Grundeinkommensrad steht still, wenn das Grundeinkommensrad es will. Das Bedingungslose Grundeinkommen lässt Machtstrukturen verpuffen und ist der archimedische Punkt jedes Lebensweges. "Nein" sagen zu können bedeutet, ein Rückzuggebiet zu haben, bei dem man die Tür zu machen kann, so ähnlich wie die Unverletzlichkeit der Wohnung.

80. Eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung, also die „35-Stunden-Woche“ ist Unsinn. Lasst doch jeden soviel arbeiten wie er will. Wer 80-Stunden arbeiten will, soll das auch dürfen. Wer nur 10, der eben nur 10. Ein allgemeiner „Arbeitsstundenmindestumsatz“ ist bürokratischer Schwachsinn und Ausdruck eines politischen Kontrollwahns. Entscheidungsfreiheit des Einzelnen? Fehlanzeige. 

81. Ein Mindestlohn ist Unsinn. Er erfordert Kontrollen und Überwachung - und wie man aktuell sieht, gibt es viele Ausnahmen, ausgerechnet für die, die den Mindestlohn wirklich nötig hätten, z.B. Studenten (Praktikanten), Jugendliche, Auszubildende, Langzeitarbeitslose: goo.gl/o440Uy Für die wirklich Armen gibt’s also keinen Mindestlohn. Um es kurz zu machen: Ich bin gegen Mindestlohn. Mindestlohn verhindert z.B., dass Arbeit die viel Spaß macht, wo Leute also gerne arbeiten würden (auch umsonst), bezahlt werden kann. Die "Lösung" wäre, bestimmte Arbeit als Nicht-Arbeit zu deklarieren. Durch den Mindestlohn dreht sich das Rad der Bürokratie noch schneller und ganz ehrlich: 8,50 Euro Brutto ist schon fürs sich ein Hungerlohn. Was wir brauchen ist ein bürokratiefreies BGE, bei dem jeder individuell und ganz persönlich seinen passenden Lohn aushandeln kann, der kann ja durchaus niedrig(er) sein, aber das durch eine (echt) freiwillige Entscheidung.

82. Man arbeitet für einen Lohn, kann aber dabei nicht verhindern, dass man für andere arbeitet. Motivisch arbeitet man für sich, aber: Real arbeitet man immer für andere.

83. Ende der Begriffe. Kein immer größer werdendes Gebirge aus neuen Begriffen im sozial-existenziellen Bereich.

84. Rollenspiel: 10 Minuten - Rollentausch, der eine argumentiert für das BGE und der andere dagegen. Danach umgekehrt. So können sich auch SPD und Piraten näher kommen.

85. Hypothese: Mit einem weltweiten Bedingungslosen Grundeinkommen wäre Auschwitz nicht möglich gewesen. Dann hätte man nämlich sein Einkommen genommen und wäre in ein sicheres Land gereist. Da Freunde, Bekannte und Familie auch jeweils monatlich 1.000 Euro haben, wäre das ein Klacks. Diktatorische Länder verlieren also genau diejenigen Menschen, die sie zukünftig schlecht behandeln wollen. Man stelle sich vor, in Nordkorea gäbe es 1.000 Euro BGE, auf das man weltweit Zugriff hat. Da ist nix mehr mit „Vaterlandsliebe“, da steht Kim-Jong-Dickerchen ganz schnell alleine da.

86. Mit BGE kann man jederzeit ehrenamtlich tätig sein. Endlich echt freiwillig und zeitlich unabhängig anderen Menschen helfen können.

87. Heute kann dem Niedriglohnbereich unterschwellig immer mit der existenziellen Peitsche gedroht werden und deshalb sind die Löhne niedrig. Außerdem spielt das Jobcenter die Reise nach Jerusalem: Wenn 9 Arbeitsplätze da sind und 10 Bewerber auf Teufel komm raus in „die Arbeit“ gepresst werden, na dann sinken die Löhne, theoretisch bis auf Null.

88. Eine menschenwürdige Existenz muss man nicht beantragen.

89. Einziger langfristiger Auftrag der Bundeswehr => Sich selbst überflüssig zu machen. Ähnlich ist es mit dem Finanzamt, Sozialamt, Arbeitsamt und jedem anderen, im Grunde sinnlosen Amt.

90. Politische Worthülsen wie "Reform", "Rettung", "Arbeitsplätze schaffen", "Rente ist sicher" sind verbrannt. Unkonkrete Worthülsen sind abzulehnen. Wahlkämpfern die alte Schwachsinns-Sprüche absondern, sollte man... Guten Tag sagen.

91. Bedingungsloses Grundeinkommen ist alternativlos.

92. Können wir mit dem BGE gleich mit erledigen => Abbau der Steuerbürokratie. Grundsatz: Steuern müssen nicht erhöht oder gesenkt werden, Steuern müssen gezahlt werden. Wegfall von allen Steuerausnahmen, Schlupflöchern, Subventionen und allen weltweiten Steueroasen (Mal „Kanalinseln“ googeln, euch gehen die Augen über).

93. Mit BGE können die Hochlöhner den Niedriglöhnern nicht mehr drohen. Denn wenn die Niedriglöhner nicht mehr zur Arbeit kommen, geht der Hochlöhner-Lohn auf Null. Eventuell kehrt sich auch das Verhältnis in einigen Branchen um. Der sesselpupsende Chef verdient dann weniger als die wirklich hart arbeitende Putzfrau. Lassen wir uns doch überraschen, was ein fair konstruiertes Gesamtsystem so hervorbringt. Es ist eben nicht so, dass Hochqualifizierte automatisch und immer höhere Löhne haben, auch Unqualifizierte werden mit BGE ordentliche Löhne bekommen.

94. Am Tag der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens werden Ehen zerbrechen, deren Ende längst überfällig war. Eine Frau die auf einmal "Nein" sagen kann, das wird für einige Männer eine schmerzhafte Erfahrung sein.

95. Kommen in der Kommentaren auch einige Sozial-Sadisten aus den Löchern gekrochen? Heute schon die Drückeberger-Peitsche auf einen Hartz4-ler niedergehenlassen? Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen? SPD-Altleiche Franz Müntefering spiegelt nur wieder, was große Teile der SPD denken. Dabei wollen sie uns doch nur vor den Faulen beschützen, diese Guuuuuten.

96. Ein festes Rentenalter gibt es mit BGE nicht mehr. Es gibt überhaupt keine staatliche Rente mehr. Wozu auch, wer im Alter mehr als das BGE haben möchte, kann sich das lebenslang erarbeiten und ansparen (alles kommt ja immer obendrauf). Nicht so wie heute, wo man 30 Jahre hart arbeitet und dann trotzdem mit Minirente von 600 Euro als Bittsteller zum Amt gehen muss. Alte Rentenansprüche werden natürlich voll erfüllt, es gibt für eine Übergangszeit zwei Systeme parallel. Auch der Riester und Rürup Unsinn kann weg, damit haben sich jetzt die privaten Versicherungen lange genug die Gebühren-Taschen gefüllt.

97. Lebensversicherungen werden überflüssig.

98. Arbeitslosigkeit muss kein Zeichen von Armut sein, wie man an den vielen Beziehern von Zinseinkommen aus ererbten Vermögen erkennen kann. Ein Millionärssöhnchen ist arbeitslos, aber nicht einkommenslos. Wenn wir das heutige Motto „Alle in Arbeit bringen“ wirklich ernst nehmen würden, dann müssten wir auch die Milliardärsstochter in Arbeit bringen. Paris Hilton => Jobcenter.

99. Ein BGE kann zuerst in Deutschland eingeführt werden, ist aber ein Modell für die ganze Welt. Jedes Land kann es für sich einführen. Deutschland kann natürlich nicht das BGE für die ganze Welt zahlen. China könnte z.B. mit 1 Dollar pro Nase anfangen, also ca. 1 Milliarde Dollar pro Monat. Falls 7 Milliarden Menschen nach Deutschland strömen, müssen wir leider sagen, bitte ändert die Gesetze in euren eigenen Ländern, denn das BGE zahlt sich im Prinzip jeder selbst. Deshalb kann es auch jedes Land für sich einführen.

100. Ein einheitliches BGE führt dazu, dass Gebiete wie Brandenburg (für die das BGE zu hoch ist) Zulauf bekommen und aus Gebieten wie München (für die das BGE event. zu gering ist) die Menschen abwandern. Also eine (positive) deutschlandweite Nivellierung auf freiwilliger Basis (keiner wird gezwungen umzuziehen).

101. Entwicklungshilfe (die sowieso gezahlt wird) könnte man umwandeln in ein BGE und hilft dadurch in Afrika direkt den Menschen. Es versickert nicht mehr beim Umweg über Deutschland -> Afrikanischer Diktator -> Unten nichts mehr da. Sinnlose Großprojekte, bei denen sich nur die örtliche Prominenz mit Bauruinen die Taschen füllt, fallen weg oder werden weniger. Diese sogenannten "Weißen Elefanten" gibt es auch in Deutschland, siehe Stuttgart 21, Elbphilharmonie Hamburg und den Berliner Pannen-Flughafen.

102. „Wer Existenzangst hat, leistet mehr.“ Ja, im Steinbruch vielleicht, aber doch nicht in der Wissensgesellschaft.

103. Wer mit BGE sagt: „Grundeinkommen reicht mir, ich geh nicht mehr arbeiten“, der darf das natürlich sagen und auch machen. Das wäre aber keine herumzuposaunende Neuigkeit, denn das dürfen dann alle.

104. Es gibt Menschen die sagen: „Wer an der Tafel Brot erhält, der soll für das Geschenk dankbar sein und ja nicht gierig werden. Tafeln sind nicht menschenverachtend, denn man müsse ein Geschenk ja nicht annehmen.“ Wer so denkt, ist bestimmt in der SPD...

105. Das BGE macht nicht reich, aber es schafft die Vorrausetzungen dafür.

106. Artikel 1 Grundgesetz: Das Bedingungslose Grundeinkommen ist unantastbar.

107. Ideen teilen und veröffentlichen wird leichter, da das existenzielle Einkommen nicht mehr gefährdet ist.

108. Das heutige Sozialsystem wird deshalb immer komplizierter, weil es ein nicht existierendes Problem lösen will, die sogenannte „Vollbeschäftigung“.

109. Mit BGE heißt es: „Mobbing lass ich mir gut bezahlen“.

110. Mit BGE darf man weiterhin mit seinen Kumpels besoffen an der Bushaltestelle stehen und auf den „bösen“ Staat schimpfen. Die 1.000 Euro kommen trotzdem aufs Konto. Vom bösen Staat. Ohne Bedingungen.

111. Was ist mit der Kombination von BGE (=Existenz gesichert) und Flattr (=Lohn) als urdemokratische Internet-Bezahlmethode. Denn es geht ja heutzutage (ohne BGE) um Künstler, die sich aus reiner Existenznot so an das derzeitige Urheberecht klammern. Hätten wir ein BGE, könnten wir viel freier mit Urheberrechten umgehen, da niemand mehr in seiner Existenz gefährdet wäre. Jedoch: Eine schlanke Version des Urheberrechts muss erhalten bleiben, um eine "digitale Vermüllung" zu verhindern. Solange Inhalte frei und kostenlos sind, sollen sie nicht x-fach kopiert werden, da eine enorme unnötige digitale Vermüllung entsteht. Meine Bloginhalte sind teilweise zig Seiten Copy&Paste worden, ohne Quelle, Zitierung oder Link. => Das ist unnötig (Vermüllung) und unfair. Ich habe nichts gegen kopieren, aber eine Quellenangabe und ein Link auf das Original sind das Mindeste, auch, weil sonst bald niemand mehr weiß, wer was wann wo zuerst geschrieben hat. Was ausdrücklich erwünscht ist, ist ein Kopieren + direktes Gegenkommentieren, also eine echte Auseinandersetzung mit dem Text. Aber reines Kopieren bringt nichts, und ohne Link und Quelle empfinde ich (und bestimmt auch viele andere) es als unfair. Quellenloses Kopieren machen meist nur "Internet-Anfänger", die "Erfahrenen" wissen wie es richtig geht und nutzen zusätzlich oft auch die Methode des Kopieren + direkten Gegenkommentierens. Beispiele wie man es richtig macht, findet ihr bei Thomas Oberhäuser: http://goo.gl/Wm7wUZ und bei Susanne Wiest: http://goo.gl/AStKI1

112. Mit BGE hat sich jegliche Zwangs-Migration erledigt. Die Zukunftsprognose "Die Ausländer überrennen uns" hat sich mit BGE gegessen. Die Menschen kommen ja nicht aus Jux und Dollerei zu uns, sondern weil Not und Elend herrscht. Mit einem weltweiten BGE gäbe es keinen Grund mehr sein Land zwangsverlassen zu müssen. Da wo Kaufkraft ist, da wandern automatisch die Waren hin. Unternehmen suchen ja nicht nach Hungernden, sie suchen nach Kaufkräftigen. BGE gibt Kaufkraft.

113. Vergangenheit: Genau die Menschen, die gern arbeitslos sein wollten, haben dafür gesorgt, dass heute jeder besser leben kann, als ein König im Mittelalter.

114. Die Bezeichnung „Kunde“ im Jobcenter ist zynisch. „Kunde“ und „Sanktionen“ schließen sich ja wohl gegenseitig aus, oder verstehe ich das falsch? Tut mir wirklich leid dass ich menschlich bin. Also nicht so wie die SPD, die Hartz4 eingeführt hat, wo Menschen auf niedrigstem, existenziellem Niveau noch Sanktionen auferlegt werden, bis hin zur 100 % Kürzung. Die Psychopathen sitzen in der Führungsspitze der SPD, diese haben Menschen zu Bittstellern und unnützem Abfall degradiert, den man „hart bestrafen und sanktionieren“ muss. Ein Jobcentermitarbeiter hat mehr Macht als ein Richter, Staatsanwalt oder Gerichtsvollzieher, denn für diese ist beim Existenzminimum Schluss. Aber ein kleiner Sachbearbeiter des Jobcenters darf gegen Grundgesetz und die UN-Menschenrechtserklärung verstoßen und bis zu 100 % wegkürzen. Wozu gibt es Armutsgrenzen, Pfändungsgrenzen und ein Existenzminimum, wenn das Jobcenter praktisch bis auf 0 runtersanktionieren darf?

115. Lokale Feldexperimente für das BGE sind ganz nett, können aber argumentativ auch nach hinten losgehen.

116. Um das Bedingungslose Grundeinkommen voranzubringen, muss man Menschen überzeugen. Institutionen sind nur juristische Aktenordner.

117. Für Frauen könnte das Bedingungslose Grundeinkommen die Einkommensemanzipation sein. Alice Schwarzer müsste begeistert sein.

118. Ja, es gibt die armen Arbeitslosen. Aber es gibt genauso viele reiche Arbeitslose. Der „Arbeitslosigkeitsbegriff“ ist sinnlos geworden. Aber erzähl das mal der SPD...

119. Das BGE geht über nichts hinaus, was nicht schon heute finanziert ist. Rein formal ist es ein ganz kleiner Schritt. Aber im Kopf ein großer. Zu groß für manche.

120. Wie sieht eine Gesellschaft ohne Existenzsorgen aus?

121. Der derzeitige Sozialsadismus muss ein Ende haben. Schluss mit dem Herumschubsen von Menschen auf existenziellem Niveau.

122. Die Laden- und Supermarktregale biegen sich durch vor Waren. Nahrung gibt’s im Überfluss, aber trotzdem verhungern 20.000 Kinder pro Tag. Weil in einer Marktwirtschaft die Waren nur dorthin wandern wo KAUFKRAFT ist. Also gebt jedem eine Minimal-Kaufkraft in die Hand!

123. Schreibt über das BGE - bis das Internet voll ist.

124. So wie die SPD scharf darauf ist, allen (außer reichen Erben) eine Arbeit zuzuteilen, so wird sie bald jedem einen Ehe-Partner zuteilen. So wie früher, hach wie schön! Der Ehepartner, vom Amt zugeteilt, wer ihn nicht will, wird natürlich sanktioniert…

125. Ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf widersetzt sich den Römern... So etwas ähnliches gibt es auch bei der SPD. Der Kreisverband Rhein-Erft tanzt aus der SPD-Reihe und hat ein sehr lesenswertes Papier herausgebracht: goo.gl/ve15wK

126. Die Kultur- und Sozialanthropologin Johanna Riegler spricht Klartext über den "Wert der Arbeit": goo.gl/eRyBKr

127. Faul sein zu können, ist bei einem Bedingungslosen Grundeinkommen nicht der Bug, sondern das Feature.

128. Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar? Ja, aber nur wenn die Gedanken gegen den Wind der Gewohnheit segeln: goo.gl/5ti9IS

129. „Reform“ heißt in Deutschland: Die Bürokratie im Universum hat wieder zugenommen. Es bleibt alles irgendwie gleich, nur jetzt noch schlechter und noch komplizierter. Die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommen kann diesen Zustand beenden.

130. Wir nennen es Sozialsystem, meinen aber (in letzter Konsequenz) Zwangsarbeitssystem. Darauf lassen sich alle Diskussionen zusammendampfen.

131. Warum sollen Kinder mit Freude zur Schule gehen, wenn sie danach in 1-Euro-Jobs (zwangs)verheizt werden?

132. Wer reich ist, hat Angst, bald weniger zu haben. Wer arm ist, hat Angst, bald gar nichts mehr zu haben.

133. Bääh, nicht noch weitere 1 Million Jahre Hartz IV System, das ist doch nichts worauf man sich freuen kann. Der Namensgeber Peter Hartz (SPD) ist ein zu 2 Jahren Haft verurteilter Straftäter in Sachen Schmiergeld und Korruption.

134. Jeder sollte lebenslang die gleichen Startbedingungen haben um seine erste Million zu verdienen.

135. Bedingungsloses Grundeinkommen = Das Sozialsystem auf dem Bierdeckel. (Das war eigentlich die Abwandlung von "Ein einfaches Steuersystem, das auf einen Bierdeckel passt" - es gab aber auch Leute, die das als "Da trinken dann alle nur noch Bier" interpretiert haben...)

136. Arbeitsmarkt = Menschenmarkt ? Begriffe wie "Arbeitsleistung", "Arbeitskraft", "Arbeitgeber" usw. verschleiern, dass Arbeit und Person nicht entkoppelbar sind. Ist Arbeitskraft ein Gut, dann sind Menschen Güter. In der volkswirtschaftlichen Neoklassik kommt Einkommenslosigkeit gar nicht vor, da nennt sich Arbeitslosigkeit "Freiwillige Freizeit". 

137. Leistet der Chef den höchsten Wertbeitrag im Unternehmen? Sollte die Hauptfunktion des Chef nicht "Bürokratieveringerungsbeauftragter" sein? Müssten Chefs nicht alle für ein BGE sein, da es den Mitarbeitern viele sorgenvolle Gedanken nimmt und sie sich so viel besser auf die Arbeit konzentrieren können?

138. BGE = NGE. Neidfreies Grundeinkommen. Jeder bekommt es und keiner hat „mehr“ als der andere, außer durch Arbeit.

139. Die SPD war mal eine Arbeiterpartei. Heute steht sie für Hartz IV, 1 Euro Jobs, Bürokratie, Niedriglöhne, Sanktionen.

140. Arbeiten können wir auch ohne Arbeitsamt.

141. Viele Obdachlose haben keine Freunde und keine Familie, die nach ihrem Tod an sie denken: goo.gl/8fjP5n Wir brauchen hier keine Ministerin Frau von der Leyen (SPD) als "Zwanghafte-Kümmerin Nr.1", die öffentlichkeitswirksam Schlafsäcke verteilen würde und dann wieder abhaut, sondern diese Menschen brauchen ein BGE. Scham spielt hier eine große Rolle!

142. In einem falsch konstruierten System, ist das Fehlverhalten oft das einzig richtige Verhalten.

143. Sozialismus heißt: Verdursten in der Wüste. Kapitalismus heißt: Verdursten im Ozean.

144. Arbeit beginnt mit (Grund) Einkommen und endet mit Lohn. Dazwischen liegt Zeit. Grundeinkommen ermöglicht das Arbeiten. Der Lohn bezahlt das Ergebnis des Arbeitens. Niemand kann ohne Einkommen mit der Arbeit beginnen.

145. „Der Staat“ ist nur ein juristischer Aktenordner. Für Veränderungen müssen wir den Hintern (wahlweise: Gehirn) von der Couch hochkriegen.

146. Hartz IV ist ein gesellschaftliches Stanford-Prison-Experiment.

147. Das versteht man heute unter "Arbeitsanreiz": Hartz IV Empfänger zahlen oberhalb von 100 Euro Lohn einen Spitzensteuersatz von 80 (!) Prozent. Nennt sich „Zuverdienstgrenze“ und ist wieder so eine Schwachsinnsregelung. Lasst doch alle Leute so viel arbeiten und so viel verdienen wie sie wollen! Was soll so ein bürokratischer Unsinn? Wollen wir Arbeit ermöglichen oder verhindern? Ich reg misch auf... und sage mit Worthülsenverdrehung: "Der Hartz IV Empfänger ist der Leistungsträger der Gesellschaft, denn er zahlt einen Spitzensteuersatz von 80 Prozent!"

148. Ein Mörder geht ins Gefängnis und erhält ein Einkommen. Ein Arbeitsloser geht zum Arbeitsamt und wird sanktioniert. (Achtung: Ein Mitarbeiter des Amtes würde mich jetzt darauf hinweisen, dass es korrekt Jobcenter heißen müsste, denn "nur" dort kriegt man Überwachung, Zwangsarbeit und Sanktionen...) Korrektur: Nach einiger Recherche wird mir klar: Das "normale" Arbeitslosengeld 1 ist ebenfalls mit viel Bürokratie und Unlogik zugekleistert, aber das zu erklären führt hier zu weit. (Arbeitslosengeld 2 wird salopp "Hartz IV" genannt.)

149. Das BGE ist kein soziales Almosen, das "Die Reichen" nach Gutdünken gönnerhaft nach unten verteilen. BGE ist keine Charity-Veranstaltung.

150. Wirtschaftswissenschaftliche Logik: Anstrengende, unangenehme, aber notwendige Arbeit wird hoch bezahlt. Warum macht die Realität nicht mit? Meine Antwort: Weil die Modelle der VWL/BWL alle unterschwellig (leider nicht-formuliert in den Axiomen) immer ein BGE voraussetzen, das existiert aber bisher nicht.

151. Ein BGE kommt nicht obendrauf. Das ist die wichtigste Erkenntnis, um die Finanzierung eines Grundeinkommens zu verstehen.

152. Menschen w o l l e n arbeiten. Sie wollen nur nicht verarscht werden.

153. Menschenbildfrage: Gönnst du auch dem bösen, faulen Nachbar ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Ich habe schon die Antwort erhalten: Dem Bösen Ja, dem Faulen Nein.

154. Warren Buffet: "Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer keine Badehose anhat." => Mit BGE haben wir alle eine Badehose an.

155. Nicht das Rad der Bürokratie zurückdrehen, sondern weg mit dem Rad.

156. "Die härteste Bewegung, die ihr je machen werdet, ist, euren Hintern von der Couch hochzukriegen." - Denn Demokratie heißt, dass sich die Leute in ihre eigenen Angelegenheiten einmischen.

157. Der Staat ist gut im Steuern einnehmen. Der Bürger ist gut im Steuern ausgeben. => BGE: Zahle 50% Steuer, bekomme 1.000 Euro Grundeinkommen. Oder noch kürzer: Zahle 50, bekomme 1.000. Was mit diesem Slogan gemeint ist, erkläre ich hier: goo.gl/H7vNcs

158. Wenn zuviel Geld faul macht, warum hören Unternehmens-Millionäre nicht auf zu arbeiten? Wenn zuwenig Geld fleißig macht, warum zahlen wir überhaupt irgendetwas? Am besten allen alles streichen und wir haben nur noch fleißige neoliberale Bienen, von 0 bis 99 Jahren. Wer reich geboren wird oder gar nicht geboren wird, hat Glück gehabt und kriegt keine Zwangsarbeit. Wer arm geboren wird, der muss halt buckeln. Es sind zwar keine Arbeitsplätze da, aber ein Loch auf und wieder zuschütten, das geht immer, bis man irgendwann das letzte Loch buddelt und einem der Sargdeckel ins Gesicht fällt. Ein Arbeitsloser packt ein bisschen Erde drauf, gut ist. Wer Glück hat wird krank, kann dadurch dem Zugriff des Jobcenters entfliehen und wird zum Lebensabend von Menschen gepflegt, die dieses Leben auch hassen.

159. Mit BGE ist es viel leichter sich Selbstständig zu machen, da man nicht wie heute sofort Einnahmen braucht, die die Lebenserhaltung zwischen 0 und 800 Euro abdecken. Beispiele: Selbstständiger Programmierer, Schauspieler, E-Bay-Shop Betreiber, Musiker, Rechtsanwälte, Friseur, Mathematiker, Babysitter, Nachhilfelehrer, Blogger, Journalist.

160. Die Erwartung von Einkommenslosigkeit auf existenziellem Niveau lähmt Menschen bzw. lässt sie in Pseudoarbeit verfallen, in „So-tun-als-ob-Arbeit“ - Hauptsache nicht den „Arbeitsplatz“ (der Einkommensplatz heißen müsste) verlieren.

161. Mit BGE sind sicher mehr Menschen bereit einen Organspendeausweis auszufüllen, weil sie das Gefühl haben in einem fair konstruierten Gesamtsystem zu leben.

162. Das BGE ist das größte Arbeitsanreizsystem aller Zeiten, da jeder erarbeitete Euro sofort obendrauf kommt.

163. Auch wer arbeitet, braucht ein Einkommen.

164. Mit BGE wissen wir: Jeder Bettler bettelt in absoluter Freiwilligkeit, denn JEDER bekommt die 1.000 Euro. Existenz genügt.

165. Das BGE bietet Opfern im sozialen Nahraum eine sofortige, bürokratiefreie, antragslose Auszugsmöglichkeit, da die neue Miete sofort gezahlt werden kann, das BGE kommt ja jeden Monat. Sicher nimmt man auch jemanden der tausend Euro hat sehr gerne auf, lieber als jemanden, der wie heute entweder gar kein Einkommen hat oder erst nach hunderten von Anträgen und Terminen usw.

166. Mit BGE wissen wir viel besser, was eigentlich „sinnlose Arbeit“ ist. Die wird dann nämlich nicht mehr gemacht, also ist mehr Zeit für sinnvolle Arbeit.

167. Man weiß nicht, ob Reichtum glücklich macht, aber Einkommens-Existenzsorgen und Druck und Zwang auf existenziellem Niveau macht mit Sicherheit unglücklich.

168. Ich warte auf das Pro7 Galileo-Spezial: „Die Grundeinkommens-Katastrophe“. Wenn es mal soweit ist, sind wir mit dem BGE ein gutes Stück vorangekommen.

169. Das BGE ist ein Anzug der jedem passt. Das Leben wird auf einmal leicht und elegant, nicht so ein bürokratischer Kraftakt.

170. BGE - Du willst es doch auch.

171. Keiner mehr von diesen Schwachsinns-Vorstellungsterminen: „Mich schickt das Jobcenter/Eltern, ich muss mich bewerben sagen die, ich will aber gar nicht bei Ihnen arbeiten“. Was soll dieser ganze Unsinn? Mit BGE wird man weder vom Jobcenter zum 10ten „Bewerbertraining“ geschickt, noch können Eltern falschen Druck ausüben, weil man noch Zu-Hause wohnt. Mit BGE ist es nämlich ein Klacks auszuziehen. Das BGE ist individuell gekoppelt, nicht an Partnerschaften, Ehen, Bedarfsgemeinschaften oder sonstige Verbindungen. Mit BGE ist man in jeder Hinsicht weniger erpressbar. Man kann die heutige Demokratie als unvollendet bezeichnen, sie hat nämlich vergessen jedem Menschen eine individuelle „Argumentationshilfe“ mitzugeben und die ist nun mal das (Grund-)Einkommen. Bewerberseminare haben ein Logikproblem: Selbst wenn dadurch alle Arbeitslosen ihr Bewerbungsniveau verdoppeln sollten, dann bleibt die Anzahl der Einstellungen trotzdem gleich, nur eben auf höherem (Bewerbungs-)Niveau. Das Langzeitarbeitslose trotzdem zu den "Angeboten" des Jobcenters gehen, liegt schlichtweg daran, dass ihnen sonst das Existenzminimum wegsanktioniert wird. Der Jobcenter-Begriff "Sofort-Angebot" ist also ziemlich zynisch, denn "Angebote" kann man normalerweise ablehnen. (Ein einmaliges, freiwilliges Bewerberseminar halte ich durchaus für sinnvoll, man bringt seine Bewerbung auf neusten Stand, bekommt gute Tipps, verbessert Fremd- und Selbstwahrnehmung, man lässt die Bewerbung vom Experten checken usw., aber dann reicht es auch. Alle weiteren Probleme lassen sich nicht mehr durch (x) Bewerberseminare lösen!)

172. Reiche haben heute Berater, die für sie die Bürokratie aufheben. Arme kommen nie aus dem Bürokratiesumpf.

173. Es ist völlig egal ob wir derzeit 2.000 Milliarden Lichtjahre Schulden haben, das BGE wird NICHT staatsschuldenfinanziert, sondern aus den laufenden Steuereinnahmen, also über das Volkseinkommen bzw. Bruttoinlandsprodukt gezahlt. Das BGE über Staats-Verschuldung zu finanzieren, wäre der absolute Wahnsinn, niemand hat das vor, es wäre eine völlig verrückte "Finanzierungs-Idee", denn das würde bedeuten, jedes Jahr eine neue Staatsverschuldung von 1.000 Milliarden Euro, also nach 10 Jahren schon 10 Billionen Euro Staatsverschuldung. Leider denken viele Menschen so, weil sie durch Talkshow-Gucken das Denken und Sprechen gelernt haben. Denken und Sprechen lernt man aber nur im Internet ;-) 

174. Die SPD möchte doch am liebsten 120 % Vollbeschäftigung haben. „Vollbeschäftigung“ ist wieder so ein Schwachsinnsbegriff. Wenn wir wirklich „Vollbeschäftigung“ haben wollen, dann müssen wir einfach nur alle Maschinen wegwerfen und händisch auf den Kartoffelacker gehen, schon haben wir Vollbeschäftigung. Der wirtschaftswissenschaftliche Modell-Begriff Vollbeschäftigung ist auf seiner Reise in die Politik völlig entartet und verzerrt worden, er ist eine gesellschafts-politische Karikatur, eine stille Post die von der VWL zur Politik gewandert ist.

175. Prof. Thomas Straubhaar (Direktor Weltwirtschaftsinstitut) beschreibt hier, warum wir ein Grundeinkommen brauchen: goo.gl/viC6nQ und hat bereits 2007 beschrieben, wie das BGE finanziert werden kann: goo.gl/kfnSFm

176. Wer geht noch arbeiten, wenn wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen einführen? Hier steht's: goo.gl/pPPG9Q

177. Dr. André Presse beschreibt in seiner Doktorarbeit das Bedingungslose Grundeinkommen: goo.gl/wtva7y und der ehemalige Chefökonom der Schweizer Großbank UBS Klaus Wellershoff trommelt für ein BGE: http://goo.gl/Cv1EP3 Inge Hannemann, eine ehemalige Jobcenter-Mitarbeiterin, bloggt über Hartz IV und lehnt sich gegen das System auf: http://goo.gl/HCJ2Ou

178. Ein BGE senkt die allgemeine Kriminalität, da jeder Tag im Knast das (bescheidene, aber doch recht angenehme) Leben mit 1.000 Euro verkürzen würde. Dazu kommt, dass in einem fair konstruierten Gesamtsystem, natürlich insgesamt weniger Drang zum Betrügen, Stehlen usw. herrscht - Damit ist auch ein faires, einfaches, leicht verstehbares Steuersystem ohne Schlupflöcher gemeint.

179. Es gibt Befürworter in der CDU, speziell die Gruppe um Ex-Ministerpräsident Althaus: goo.gl/08pVvE Es gibt Befürworter bei den Grünen, insbesondere Wolfgang Strengmann-Kuhn: goo.gl/PTxW7k Es gibt Befürworter bei den Linken, speziell die Parteivorsitzende Katja Kipping: goo.gl/gS8Vth Es gibt Befürworter bei den Piraten, am bekanntesten dürfte Johannes Ponader sein: goo.gl/3i3xgF oder hier: goo.gl/51rLeF Jede Partei hat für das BGE seinen eigenen Namen, alle meinen jedoch im Grunde dasselbe (man muss nur darauf achten, dass es bedingungslos ist). Es gibt in der Schweiz die sehr bekannte (und erfolgreiche) Grundeinkommensinitiative von Daniel Häni und Enno Schmidt: goo.gl/fhGvx und ihren Kinofilm zum BGE: goo.gl/WRWQS Und es gibt +Martin Lindner, den ich einfach mal so erwähnen wollte ;-)

180. Besonders die Menschen im Erstkontakt argumentieren oft gar nicht gegen das BGE, sondern gegen eine Strohpuppe, die sie für ein BGE halten. Frau Prof. Ute Fischer (Dortmund) sagte mal sehr schön, seit sie das BGE kennt und verstanden hat, kann sie die schlechten Nachrichten im Fernsehen viel besser ertragen, da sie weiß, es gibt eine Lösung. Die meisten jedoch fechten mit einer Strohpuppe, die "Gegenargumente" treffen also gar nicht das BGE, sondern eine Eigen-Konstruktion im Kopf des Gegenüber, welche er sich irgendwie zurechtgezimmert hat. Aber: Viel schlimmer als Gegenargumente sind Ignoranz und Desinteresse, daher ist jedes Gegenargument herzlich willkommen, getreu dem Motto: "Wir irren uns empor."

181. Weitere bekannte Grundeinkommensaktivisten sind => Götz Werner, Gründer der dm-Drogeriekette und bekanntestes BGE-Gesicht in Deutschland: goo.gl/9fJ4IQ Es gibt Ralph Boes, den BGE-Rebellen von der Spree: goo.gl/c03T6q Es gibt Susanne Wiest, Tagesmutter aus Greifswald, die durch ihre Spontan-Petition an den Bundestag bekannt wurde: goo.gl/AzDCin Es gibt Prof. Sascha Liebermann, Gründer einer Bürgerinitiative: goo.gl/LTKiSb Es gibt Ronald Blaschke, den unermüdlichen Kämpfer der Linken für ein BGE: goo.gl/LgNmKJ Es gibt +Wolfgang Heimann, der sich mit dem Steuersystem auskennt: goo.gl/g0FKni und viele, viele andere.

182. Nicht "Empört Euch", sondern Engagiert Euch. Wir brauchen keine Empörung mehr, davon gibt's seit Jahrzehnten genug, meist eine still und leise in sich hineingefressene Empörung, über "die da oben", "die Politiker" und "man kann ja doch nichts machen". Die gesellschaftlich-sozialen Probleme sind alle lange bekannt, nur ein echtes Lösungs-Konzept fehlte. Viele "Ich-hasse-Politik" sind begeistert von der Idee. Das BGE wird sich durchsetzen, weil Menschen sich, sobald sie davon hören und es verstehen, völlig freiwillig dafür engagieren, keiner muss sie antreiben, beaufsichtigen oder kontrollieren. Das BGE besticht durch eine Schönheit, Einfachheit und Eleganz, der man sich nicht entziehen kann.

183. Bürokratie ist ein Hydra, sobald du ihr den Kopf abschlägst, wachsen zwei Neue nach. Leider sind die meisten Führungsspitzen der Parteien blinde Ritter die ständig Köpfe abschlagen wollen, um uns vermeintlich damit zu retten. Aber sie vergrößern doch nur die Bürokratie im Universum. Ganz ehrlich, dieses ewige individuell-öffentlichkeitswirksame Nachsteuern von vorher selbst geschaffenen Problemen geht mir richtig auf den Sack.

184. Durch ein BGE ist (in Summe) nicht mehr Geld da, daher können die Preise (in Summe) nicht steigen. Falls die Unternehmen die Preise trotzdem verdoppeln sollten, dann bleibt Ihnen schlichtweg die Hälfte der Waren liegen. Weiterhin sorgt der Konkurrenzkampf dafür, dass nicht jemand ausschert und einfach im Alleingang die Preise verdoppelt (der würde direkt insolvent gehen). Denn wenn es so einfach wäre die Preise zu erhöhen, dann würden Unternehmen das längst schon heute tun.

185. Auch in einem einzelnen Unternehmen ist durch ein BGE nicht mehr Geld da, daher ändert sich (durch das "Nein" sagen können) das Unternehmens-interne Lohngefüge (was der eine dazubekommt, muss beim anderen runter - und umgekehrt). In Summe bleibt es gleich, da Unternehmen nicht den höheren Lohn auf die Preise umlegen können, weil in Summe ja nicht mehr Geld da ist + der Konkurrenzkampf es verhindert. Die höheren Löhne des Niedriglohnsektors werden also schlichtweg beim Chef runtergenommen. Macht der Vorstand der Deutschen Post nicht mit, ist die Post am selben Tag pleite und das Vorstands-Einkommen nicht 10 Millionen, sondern genau 0 Millionen - denn ohne Briefträger kann das Hochlohn-Gehalt nicht erwirtschaftet werden. Diesen Gedanken habe ich in einer unterhaltsamen Kurzgeschichte verdichtet: goo.gl/JMzx0O

186. Mit BGE tritt jedoch ein anderer Effekt ein: Unternehmen die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln, müssen tendenziell höhere Löhne zahlen ("Mobbing lass ich mir gut bezahlen"). Aber höhere Löhne heißt höhere Kosten und diese werden umgelegt in die Preise und langfristig fliegen diese Unternehmen dann aus dem Markt.

187. BGE heißt => Schluss mit Leiharbeit (Zumindest so wie sie heute verstanden wird). Es kann durchaus weiter Leih- und Zeitarbeit geben, solange sie freiwillig geschieht. Aber dann braucht man das Wort "Leihe" nicht, sondern nennt es schlichtweg Arbeit. Wie gesagt, BGE ist ein Ende der sinnlosen Begriffe. Der soziale Begriffsgletscher schmilzt zu einer kleinen, verstehbaren, schmackhaften und begriffs-ehrlichen Kugel Vanille-Eis.

188. Einkommenslosigkeit ist das Problem, nicht Arbeitslosigkeit. Oder hat schon mal jemand einen Milliardärs-Erben sagen hören: "Ich bin arbeitslos, helft mir! Bitte, ich will Sanktionen vom Jobcenter! Arbeitslosigkeit ist furchtbar!"

189. Was nützt die Arbeitsleistung unserer Vorfahren, was nützt Erfindergeist, was nützt materieller Wohlstand, wenn wachsende Bürokratie die Menschen fuchsig macht? Ein BGE nimmt viel Aggressivität aus der Gesellschaft, die durch immer mehr unverständliche Regelungen bei klarem Verstand verrückt wird.

190. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist das größte Konjunkturprogramm aller Zeiten, denn "Die Armen" sparen nichts, sie geben ihr Geld vollständig aus. Ein BGE das in eine Steueroase wandert wird man vergeblich suchen.

191. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen stärkt die Eigenverantwortung => Ich habe hier einfach mal einen üblichen Politiker-Spruch umgedreht, sozusagen die Merkel & Co. Sprechblasen nehmen und verdrehen. Und, ganz ehrlich, es stimmt ja auch, mit BGE kann man viel eigenverantwortlicher und weniger fremdbestimmt handeln. Das ist liberal, im Wortsinne. BGE ist Liberalität in Reinform. Neoliberal ist genau das Gegenteil. Neoliberalität hat uns in das heutige Schlammassel geführt.

192. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen fragt ein Mensch nicht mehr "Wo ist die nächste Suppenküche", sondern "Wo ist die nächste interessante Aufgabe".

193. Für Studenten würde sich einiges ändern, da BAföG, Studienkredite, Büchergeld (und anderer bürokratischer Kleinkram) wegfallen und (für alle) durch ein lebenslanges (bescheidenes, aber menschenwürdiges) Grundeinkommen ersetzt werden würden. Das Grundeinkommen ist ein finanzieller Sockel, der (ohne Bürokratie, ohne Formulare) lebenslang nicht unterschritten werden kann. Es ist die unbefristete, unkündbare Stelle im Leben. Lebenslanges Lernen wäre dann nicht nur ein politisches Motto, sondern wirklich umsetzbar. Ohne existenzielle Ängste kann Lernen und Ideenteilen richtig Spaß machen.

194. Das BGE ist eine lebenslange („monatlich-positiv-traumatische“) aufaddierte („gesellschaftlich-psychotherapeutische“) Vertrauensmaßnahme, die langfristig das Gehirn (=subjektive Brille) verändert. Chemisch-elektrische Gehirn-Prozesse, die negative Vorurteile und Vorannahmen materiell abbilden, werden über Jahre/Jahrzehnte durch monatliche monetäre Zahlungen (die vor allem den dauernden Druck der Existenzsorgen aufheben) zu anderen chem.-elektr. Prozessen umgewandelt.

195. Der sogenannte „Niedriglohnbereich“ kann auf einmal „Nein“ sagen. Phantasie-Anregendes Beispiel => Wenn bei der Deutschen Bank die Putzfrauen nicht mehr kommen, macht der Vorstand die Toiletten alleine sauber. Da aber mit BGE nicht mehr Geld da ist, hier ein Beispiel wie sich die Löhne ändern: Arzt verdient 10.000 Euro, Angestellte 1.000 Euro. Mit BGE hat Angestellte 1.000 Euro sicher, macht Lohnverhandlung, heißt: Arzt jetzt 9.000 Euro, Angestellte 2.000 Euro, Gesamtsumme bleibt gleich.

196. Aus meiner (Nachdenk-)Erfahrung als Offizier der Bundeswehr möchte ich diesen Gedanken mit einbringen: Ein BGE in Entwicklungsländern (Stichwort: Entwicklungshilfe, siehe Kommentar 101) führt zum Wegfall des wichtigsten Faktors um Dritte-Welt-(Banden)Kriege führen zu können, die Massenrekrutierung von einfachen Fußsoldaten. Diese werden derzeit aus einem großen Pool von Menschen angeworben, die in dauerhafter existenzieller Not und Hunger leben und ein Soldatenleben als würdevoller empfinden als ihren hoffnungslosen Zustand, trotz des Risikos, als Soldat das eigene Leben zu verlieren. Konsequenz: Dann müssen die Generäle und Diktatoren s e l b s t gegeneinander kämpfen, oder würden Sie mit genügend hohem, Menschenwürde ermöglichenden BGE, ihr Leben (sinnlos) riskieren und auf einen (Fußsoldaten)-Feind schießen, der ja auch (!) BGE hat, also dasselbe denkt wie Sie (im Sinne von: "Was mach ich hier eigentlich?")? Damit Diktatoren später alles einkassieren, sich die Sahnestücke einverleiben, während man selbst tot oder verkrüppelt ist?

197. Bei Naturkatastrophen wie Tsunamis (z.B. Fukushima), Erdbeben, Überschwemmungen (z.B. Deutschland, Oderflut), Hurrikan, LangzeitEvakuierungen wie Tschernobyl usw. wären (mit BGE) die eigene Familie und man selbst handlungsfähig (und bleibt es). Natürlich können und sollen trotzdem Hilfsorganisationen und Rettungsdienste helfen, aber die Betroffenen wären weniger abhängig von äußerer Hilfe. Auch wenn die Betroffenen in die umliegenden Städte kommen, sind sie nicht die „mittellosen, obdachlosen Flüchtlinge“ die nur „Kosten“ verursachen, sondern durch die Kaufkraft des BGE natürlich herzlich willkommen. Die Grundbedürfnisse wären erst mal gesichert und die Betroffenen könnten viel schneller durchstarten und ihre Regionen wieder aufbauen, weitgehend ohne Bürokratie und Zettelkram und Abhängigkeit auf existenziellem Niveau. Ähnliches gilt auch bei persönlichen Katastrophen wie z.B. Haus/Wohnung explodiert/abgebrannt aufgrund z.B. eines Gasleck etc.

198. Das Denken in „Anreiz-Systemen“ stört mich schon lange. Der Mensch, ein kurzsichtiger Esel, der nur einer neoliberalen Mohrrübe hinterher rennt? Wohl kaum. Mit BGE kommt diese Mohrrübe lebenslang in den Mund und der Blick ist frei für das, was dahinter ist. So eine Mohrrübe vor der Nase versperrt einem doch die ganze Sicht. Der politische Begriff "Anreiz" (...führt bei mir zu "Brechreiz") hat zu einer unendlich komplizierten und völlig undurchsichtigen Verzerrung des Steuer- und Sozialsystems geführt. Alles und jeder sollte irgendwie "angereizt" werden, was in Summe ein bürokratisches, real-faktisches Chaos ergibt. Das BGE ist zwar auch eine Art von Anreiz, aber, im Gegensatz zu allen anderen Anreizen, ein Anreiz vor der Tätigkeit. Dieses Denken ist einem Neoliberalen fremd. Er kann es nicht denken, dass man etwas bekommt, bevor man etwas tut. Dies ist der Kern der neoliberalen Denkblockade.

199. "Bedingungsloses Grundeinkommen, das ist doch Sozialismus" (heißt es oft) - So ein Unsinn, im Sozialismus (z.B. DDR) gab es keine Meinungsfreiheit, keine Reisefreiheit, Schießbefehle an der Grenze, eine faktische Arbeitspflicht (weil es gerade kein Grundeinkommen gab, bedingungslos schon gar nicht), Stasi-Bespitzelungen, Todesstrafe, unproduktive Planwirtschaft, keine freien Wahlen, einen faktischen Diktator mit Schein-Parlament, Gulags (in Russland Zwangsarbeitslager für Andersdenkende), kein Postgeheimnis (90.000 Briefe heimlich jeden Tag vom Staat geöffnet) usw.

200. Einkommen schützt uns davor, dass Falsche zu tun (und zu wählen). Oder anders: Das politische Denken muss bei dem beginnen was alle brauchen: Einkommen.

200 sind erreicht. Jetzt eine Vollbremsung? Ich kann jetzt nicht aufhören. Flow nennt man das wohl. Oder auf Neu-Deutsch: Wachstum, Wachstum, Wachstum ;-) Weiter geht's mit 50 zusätzlichen Gründen, in einem neuen Beitrag => http://goo.gl/I4faLF
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BgeWiki

Hier fand ich z.B. ein mögliches Wiki zum Thema dieses Threads:

ZweihundertGruendeFuerEinBedinungslosesGrundeinkommen

( den ich als leicht google- und tweetbaren Themenvorschlag halte für
den schwerer referierbaren OriginalTitle:

"Zweihundert Gründe für ein Bedingungsloses Grundeinkommen.
"
Als TitelAlias bietet sich auch an:

ZweihunderGruendeFuerEinBge
  
Damit dieser Vorschlag nicht untergeht und weitere Links für ein infrage kommendes Wiki gemacht werden, eröffne  ich hieraus einen neuen Thread.

Ref:
+ ZweihundertGruendeFuerEinBedinungslosesGrundeinkommen

+ http://google.com/search?q=ZweihundertGruende+FuerEinBedinungslosesGrundeinkommen

 + http://google.com/search?q=ZweihundertGruende+FuerEinBge
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Stephan Goldammer

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Wo ist der Urknall der Mathematik?

Alles hat ein Ende - nur die Wurst hat zwei. Aber wo ist der Anfang der Wurst? Physiker haben ihren Urknall, Juristen das Grundgesetz, Biologen die Ursuppe, Theologen haben Gott und die Mathematiker haben...? Knifflige Frage, oder? Machen wir uns auf die Reise zum Anfang der mathematischen Wurst.

Als Schüler im Mathematikunterricht macht man Bruchrechnung, Satz des Pythagoras, Differentialrechnung und löst vorgegebene mathematische Aufgaben. Aber nie erklärt der Lehrer woher das alles kommt. Wo ist der Anfang von all dem? Man ist irgendwie immer „mittendrin“ in der Mathematik. Kaum ein Schüler stellt konsequent die einfache Kinderfrage: „Warum ist das so?“ oder „Woher kommt das?“ oder ganz kurz „Warum?“. Hätte hier der Lehrer eine Antwort? Was passiert wenn ich hartnäckig immer weiter und weiter frage - ohne aufzuhören? Bringt mich das zum Anfang der Mathematik? Und was war vor dem Anfang? Und warum ist er genau so? Und warum machen wir es nicht einfach ganz anders?

Jeder von euch kennt Dreiecke. Aber ist ein Dreieck der Anfang der Geometrie? Nein, denn es ist ja aus anderen Dingen zusammengesetzt. Aber woraus besteht ein Dreieck? Aus drei Geraden. Aber woraus besteht eine Gerade? Aus einzelnen Punkten. Aber woraus besteht ein Punkt? Aus kleineren Minipunkten? Aber woraus besteht ein Minipunkt? Und was ist klein? Und bestehen die Minipunkte aus Mini-Minipunkten?

Wir stellen konsequent die Frage „Warum?“ und stoßen direkt auf ein Problem: Wenn wir Begriffe erklären wollen, müssen wir dazu andere Begriffe verwenden. Das führt zu einer endlosen Begriff-durch-anderen-Begriff-erklären-Kette, offenbar ohne Ende. Wenn es aber kein Ende gibt, wo ist dann mein gesicherter Anfang? Wo ist mein festes Fundament aus Begriffen, auf denen ich alles aufbaue? Wie kann ich trotz der berechtigten Frage „Warum?“ einen sicheren Anfang haben?

Das geht nur auf eine Weise: Mathematiker verweigern ab einer bestimmten Stelle die Beantwortung der Frage. Denn sonst wären Sie in einem unendlichen Frage-Antwort Prozess gefangen. Es gibt keine andere Möglichkeit, als ab einer bestimmten Stelle zu sagen: „Ist so!“. Diesen Startpunkt nennt man Axiom. Axiome haben kein „Davor“. Axiome sind der Urknall der Mathematik. Alle mathematischen Aussagen, also zum Beispiel der Satz des Pythagoras, kommen aus diesen Axiomen. So wie in Deutschland alle kleineren und größeren Gesetze letztlich dem Grundgesetz „verpflichtet“ sind, müssen sich alle Aussagen der Mathematik den Axiomen „verpflichten“. Das Hochhaus der Mathematik ist auf dem Fundament der Axiome gebaut. Wer trotzdem fragt: „Und welches Fundament hat das Fundament?“, der darf das natürlich fragen, aber er wird keine befriedigende Antwort bekommen, denn sonst befinden wir uns wieder in einem unendlichen Frage-Antwort Prozess. Es gibt (leider) keine andere Lösung, wir müssen irgendwo mit unserem Denken anfangen, wir brauchen einen Startpunkt unseres Denkens, um dann den weiteren Weg zu beschreiten.

Anmerkung: Hier ist ein kleiner aber feiner Sprung passiert. Wenn man vom Objekt Dreieck zum Objekt Gerade zum Objekt Punkt rückwärts geht, dann geht man in Objekten rückwärts. Axiome sind aber Aussagen, daher führt das rückwärtsgehen bei den Objekten zwar zu den Axiomen, aber die Objekte sind nicht das Axiom, sondern Objekte sind Bestandteile des (Gesamtgebildes) Axiom. Hier liegt der Sprung, denn die Objekte und Aussagen über die Objekte muss man trennen.

Jetzt aber Butter bei die Fische, wie sieht so etwas konkret aus? Ein Axiom in der Geometrie lautet z.B.: „Zwei verschiedene Punkte bilden eine Gerade.“ Wer jetzt wieder fragt: „Und was ist ein Punkt?“, der kriegt die Antwort: „Das ist völlig egal, du kannst dir vorstellen was du willst. Hauptsache du hältst das Axiom ein!“. Ganz schön arrogant diese Mathematiker, gell? ;-) Das heißt: Es ist nicht wichtig was ein Punkt wirklich „ist“ und es ist nicht wichtig was ein anderer Punkt wirklich „ist“, wichtig ist nur, dass zwei verschiedene Dinge (die hier Punkte heißen) eine „Gerade“ bilden. Eine „Gerade“ ist also eine Verbindung zwischen „Verschiedenheiten“. Und so kann man auch zwischen einem „Tisch“ in der Küche und einem anderen „Tisch“ im Wohnzimmer eine Gerade ziehen. Oder zwischen einer Banane bei REWE und einer anderen Banane bei EDEKA. Oder einer Banane und einem Tisch. Man schaut also nicht auf die Wortbedeutungen von Banane, Punkt und Tisch, sondern auf die Beziehungen zwischen den (in letzter Konsequenz nicht erklärbaren) Worten. Wer jetzt denkt: „Aber ICH ICH ICH kann euch erklären was eine Banane ist!“, dem sei gesagt - Ja, kannst du machen, aber nur unter Verwendung anderer Begriffe und schwupps bist du wieder in einem unendlichen, rückwärtigen Erklärprozess. Die Verbindungen sind wichtig, nicht die Bedeutung der Dinge selbst. Es ist nicht wichtig, welche Bedeutung ein Punkt „hat“, es ist nicht wichtig was ein Punkt „ist“, sondern wichtig ist was er „macht“ wenn er sich mit anderen Punkten verbindet. Und da machen alle dasselbe: Sie bilden eine Gerade.

Der berühmte Mathematiker David Hilbert hat deshalb gesagt: „Statt Punkt, Gerade oder Ebene könnt ihr jederzeit auch Tisch, Stuhl oder Bierkrug sagen“.

Hier gibt es übrigens den ersten interessanten Aspekt von Axiomen: Jeder darf sich seine eigenen Axiome zusammenbauen. Ja, richtig gehört. Jeder darf sich seine eigenen mathematischen Grundlagen zusammenbasteln. Das große „Aber“ lautet jedoch: Dann musst du dich auch an Sie halten. Das ist bei Grundgesetzen nicht anders, jedes Land auf der Welt hat das Recht sich seine eigene Verfassung zu schreiben (und kann, im Prinzip, beliebiges reinschreiben). Aber wenn man sich seine eigene Verfassung erstellt, dann muss man sich auch daran (an die eigene) halten. Man hat also beim Erstellen der Axiome grundsätzlich alle Freiheiten dieser Welt, aber wenn du Axiome erstellt hast, dann bist du an sie (freiwillig) gefesselt.

Dem aufmerksamen Leser wird folgendes aufgefallen sein: Axiome sind im Prinzip ganz normale, dahin gesprochene oder geschriebene Sätze. Beispiel: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ (Der Satz ist aus dem Artikel 3 Grundgesetz entnommen). Darauf haben wir uns alle demokratisch geeinigt. Wir wollen, dass dies die Grundlage für alle anderen Gesetze ist. Aber: Es gibt eben nicht nur Sätze, sondern auch einzelne Worte, z.B. das Wort „Punkt“. Das einzelne Wort „Punkt“ ist selbst kein Axiom, sondern hier sagt man: „Grundbegriff“. Ein Grundbegriff ist ein einzelnes Wort und alle anderen, nachfolgenden Begriffe (also ohne das „Grund“) bauen darauf auf. Oder etwas anders: Axiome sind Sätze, aber einzelne Worte sind keine Sätze (z.B. „Punkt“ ist ja kein vollständiger Satz, sondern nur ein Wort). Punkt ist ein „Grundbegriff“ und mehrere Grundbegriffe, zusammengeschrieben zu einem vollständigen Satz, ergeben ein Axiom.

Falls das jetzt verwirrend war: Ein Axiom zu verwenden heißt, jemandem eine knackige, grundlegende Aussage vor den Latz zu knallen. Zum Beispiel: „Das Schlachtschiff Bismarck wurde versenkt.“

Kein Axiom, aber ein (Grund-)Begriff wäre: „Bismarck“.

Bestimmt kennt ihr vom Papst die Aussage: „Es gibt einen Gott.“ Tja, das ist eben sein Axiom. Aber auch „Allah ist groß“ oder „Die Ungläubigen kommen nicht ins Paradies“ oder „Märtyrer erhalten 72 Jungfrauen“ sind Axiome, aus denen dann zum Beispiel (logisch) abgeleitet wird, dass man Bombenattentate ausüben darf. Allerdings nennt man solche (auf Gefühlen basierende) Axiome meistens Dogmen oder dogmatisch. Übrigens, „Gott“ ist hier der Grundbegriff und „Es gibt einen Gott“ (also die knackige Aussage) ist das Axiom. Und in der Mathematik ist es nicht anders, da heißt es „Zwei Punkte bilden eine Gerade“ (das ist das Axiom) und „Punkt“ (das ist der Grundbegriff).

Um ein Gefühl zu bekommen was Axiome sein können, mal ein paar ganz normale Sätze die ihr mit gutem Gewissen in den Status von Axiomen erheben dürft:

„Griechenland ist pleite.“

„Die Renten sind nicht finanzierbar.“

„Der Himmel ist blau.“

„Der Papst ist unfehlbar.“

„Mario Barth ist nicht lustig.“

Jetzt denkt ihr natürlich, halt, Moooment, das ist doch alles diskutabel. Es könnte doch sein, dass Mario Barth doch lustig ist?! Ja, stimmt, aber ein Axiom dürft ihr ja beliebig aussuchen. A b e r: Ihr müsst euch daran halten. Wenn ihr später merkt, das funktioniert nicht (weil Herr Barth doch mal was lustiges sagt oder Griechenland doch nicht pleite ist), dann ist die Festlegung eurer Axiome zwar erlaubt, aber nicht unbedingt sinnvoll gewesen. Aber das ist nicht schlimm, denn man darf jederzeit lebenslang von seinen Axiomen zurücktreten und sich neue suchen.

Noch mal zurück zur Aussage: „Es gibt einen Gott.“ Jetzt werden natürlich einige sagen, das ist doch gar nicht beweisbar! Ja, stimmt, aber Axiome werden ja auch nicht bewiesen. Denn sonst müsste man das davor beweisen und das da-vor usw. Es ist so: Wer Lust hat, darf den Satz „Es gibt einen Gott“ für sich als Axiom akzeptieren, wer keine Lust hat, tut das eben nicht. Es gibt keinen Zwang die Axiome des Anderen anerkennen zu müssen, das ist immer eine freiwillige Übereinkunft.

Wenn aber der Papst heimlich im Hinterzimmer zu seinen Kardinälen sagen würde: „Hey Leute, ich glaube doch selbst diesen ganzen Käse nicht mehr und Gott, den gibt’s doch gar nicht“, dann verstößt er gegen seine eigenen Axiome und handelt damit „unlogisch“ (aber nur „unlogisch“ in Bezug auf seine Axiome). Das wäre so, als behauptet ein Mathematiker „1 + 1 = 3“. Das ist falsch, und zwar Falsch in Bezug auf die derzeit akzeptierten mathematischen Axiome. Ich will nicht zu weit ausholen, aber Wahrheit existiert nur in Bezug auf etwas, nämlich auf selbstgewählte Grundsätze (Axiome). Eine absolute, freie, ungebundene, losgelöste, allgemeine Wahrheit kann es nicht geben. Aber das Fass der Wahrheit lasse ich hier besser zu...

Bisher hat sich die Kirche auf dem (wackeligen?) Fundament ihres Axioms „Es gibt einen Gott, der gütig und gerecht ist“ ein riesiges, jahrtausendealtes Gedankengebäude aufgebaut. Aber es könnte trotzdem passieren, dass ihr die Leute wegrennen. Warum? Weil natürlich Erbsünde, ewiges Fegefeuer, Ablasshandel und Hexenverbrennungen irgendwie gegen das Axiom des gütigen Gottes verstoßen. Unsinnige Gedankengebäude erkennt man oft daran, dass viele Zusatzannahmen und Verrenkungen gemacht werden müssen, um ja nicht das Axiom ändern zu müssen. Solche Gedankengebäude empfinden wir (zu Recht) als „unlogisch“ (und früher oder später wird man sie nicht mehr akzeptieren). Aber ich bin hier gerade zwischen der Realität und den „Gedankengebäuden“ (also den Modellen) hin und her gesprungen und habe beides vermischt.

Zum Schluss noch dieses schöne Zitat von einem meiner Lieblingserklärbären. Prof. Harald Lesch hat mal für den Bereich der Physik sehr schön gesagt: „Der Urknall ist der Tag ohne Gestern“.

Ich möchte in diesem Stil noch viele weitere Einführungen über die Grundlagen der Mathematik scheiben. Kritik und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Was ihr hier aber niemals lesen werdet, sind Erklärungen wie man z. B. Bruchrechnung durchführt. Dieses öde Vor-Gerechne überlasse ich lieber den Lehrern ;-)

Metapher: Axiome sind fett und wohlgenährt, aus ihnen holen wir genug Nahrung, um alle weiteren Aussagen der Mathematik zu beweisen. Nur die dürren, ausgemergelten falschen Aussagen bleiben auf der Strecke.

Noch etwas: Die Begriffe Satz, Aussage, Wort, Normen, Beweis usw. habe ich hier verwendet, ohne sie wirklich zu erklären (denn woher sollt ihr bei „Satz“ wissen, ob ich grammatischer Satz oder logischer Satz oder was auch immer meine - oder ob Aussage heißt, dass es hier um wahr oder falsch geht...) Das habe ich hier alles weggelassen, wichtig war der Begriff Axiom.

Also noch mal ganz kurz: Es gibt irgendwelche, beliebigen Sätze und ihr legt fest, dass genau dieser oder jener Satz euer Axiom sein soll. Fertig aus. Keiner kann euch jetzt mehr an den metalogischen Karren pissen! Zeigt den Leuten was eine binomische Harke ist! Klare Kante! Denn das ist euer Axiom! Aber denkt dran, ab jetzt müsst ihr euch dran halten, sonst darf man euch zurecht „Unlogik“ vorwerfen.

Jan Ullrich würde es so sagen: Axiome sind die einzigen gedopten Wahrheiten in der Mathematik, der Rest ist ganz legal bewiesen.
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Marco Johns's profile photoMichael Stehling's profile photoKatrin Kühn's profile photoDjango Mattuschek's profile photo
8 comments
 
Hallo Stephan! Vielen Dank für Deinen Bericht. Bin darüber gestolpert, weil ich mich über die Zahl π informieren wollte, u. lieber anschauliche Videos bei youtube kucken wollte, statt Sachen, wie z.B. bei wiki zu lesen u. fand Deinen "Aufsatz" sehr interessant u. durchaus erheiternd, ich mußt schmunzeln, sehr schön geschrieben m. einem leichten Anflug von Ironie - Chapeau!
Mein persönlicher Hintergrund ist, daß ich seit mehr als zwanzig Jahren stark an Literatur u. Philosophie interessiert bin, aber lediglich hobbymäßig.
U. was sich an Philosophie u. Mathematik überschneidet, ist die Logik.
Da hatt' ich mal, aber schon länger her, mich mit Ludwig Wittgenstein ein wenig auseinander gesetzt (ehrlich gesagt, aber auch nicht alles ganz so verstanden), der ist mir auch jetzt nur eingefallen, weil Du Bertrand Russel erwähntest u. meines Wissens haben beide zusammen in England gelehrt zur selben Zeit u. hatten auch gemeinsamen Gedankenaustausch u. da wollt ich jetzt mal nachharken bei Deinem Zitat von Hr. Russel:
"Wenn alle einer Meinung sind, können alle unrecht haben."
O.K. Du gabst Gunder Kneimmon zur Antwort ungefähr so: um ein Objekt zu betrachten "die Sonne" (in diesem speziellen Fall: eine wahre Aussage zu tätigen "Die Sonne leuchtet") braucht man ein Subjekt, u. zwar nicht wie Du geantwortet hast ein Lebewesen, sondern ganz konkrtet einen Menschen od. besser mindestens zwei, die  menschliche Sprache sprechen, die sich untereinander unterhatlen können (weil vor dem Menschen, niemand diese Aussage tätigen konnte) Objekt/Subjekt Problem!? Denn niemand nimmt an, daß, bevor es Menschen gab, die Dinosaurier sich allgemein über die Sonne unterhielten, u. speziell versuchten wahre Aussagen über die Sonne zu machen.(Problem, über das ich schon öfters gestolpert bin...)
Aber als ich den Satz von Hr. Russell las fühlte ich gleich, daß der Satz wahr ist, oder besser zumindest wahr sein kann (oder: ist das Russells Axiom???), jedenfalls anregend z.B.
bei allen Menschen:
- kein Mensch wird jemals alle Geheimnisse des Kosmos erforschen können - das kann höchstens nur "Gott"
od.
eine totalitäre Religion, wie bei den Inkas (vielleicht nur Vorurteil) behauptet, man müsse Menschen opfern, um die Götter zufrieden zu stellen
in einer speziellen Gruppe
- eine kl. Gruppe von Neonazis ist der Meinung: Alle Blonden sind besser als Schwarzhaarige...usw
letzlich dachte ich heimlich bei mir: den Mathematiker fehlt ein bißchen Phantasie (sei aber bloß nicht sauer, soll nur wohlgemeinte u. konstruktive Kritik sein)

Zum Schluß: weiß ich selber nicht mehr genau, wo ich jetzt steh...ob ich mich halbwegs klar artikulieren konnte, ob das nachvollziehbar ist od. bloßer Stuß, was ich da erwiedert hab. Wenn Du mal Zeit hast u. das Kraut u. Rüben-Geschreibsel irgendwie durchblickst, kannst mir ja mal antworten.
Dein Django
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Stephan Goldammer

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Sind Außerirdische neugierig?

Dr. Florian Freistetter ist Astrophysiker und Blogger bei Science-Blogs. Er hat einen Artikel über Außerirdische geschrieben: "Wie wahrscheinlich ist die Existenz von Aliens?". Das kommentiere ich mit ein wenig Gedankenakrobatik.

Außerirdische fliegen 100.000 Jahre in einem engen, muffigen Raumschiff durchs All, landen auf der Erde, machen die Luke auf und... klar, erst mal frische Luft schnappen. Aber was dann? Welche Handlungen werden sie ausüben? Werden sie sich noch an die mitgegebenen "Rules of Engagement" halten? Aber die sind doch schon 100.000 Jahre alt... Man stelle sich vor, wir sollten uns an Regeln halten, die ein Neandertaler an die Wand seiner Steinzeithöhle gekritzelt hat. Wohl kaum würde jemand das ernstnehmen. Raumschiffinterne Politik und soziale Gruppendynamik fegen wahrscheinlich schon Vorschriften weg, die gerade mal 100 Jahre (nach Abflug) alt sind.

Passt Demokratie zwischen die Sterne?

Das Problem: Biologische Wesen sind leicht zu beeinflussen. Vielleicht verändert sich während des langen Fluges die moralische Haltung der Außerirdischen (durch interne Feedback- und Diskussionsprozesse). Sie wechselt von aggressiv zu friedlich, wird dann bösartig und umgekehrt, mit mehrfachen Wechsel und es ist vom Zufall abhängig in welcher mentalen Phase sie hier landen. Dagegen hilft zum Beispiel: Einfrieren beim Start und Auftauen am Ziel. Ist sicherer. Aber biologische Objekte in einer Rakete zu versenden ist sowieso viel zu aufwändig und es gibt daher vermutlich in der Galaxie keinen Personentransport, sondern "nur" einen Informationshandel. Also eher ein interstellarer E-Mail-Verkehr statt einer interstellaren Deutschen Bahn. Man stelle sich nur mal die Verspätungen vor... Wobei "Personentransport" eigentlich der falsche Begriff ist, denn es startet der Opa und landet der Ur-Ur-Ur-Es-folgen-500-Ur...Ur-Enkel. Na gut, außer man friert Opa ein. Kurzsichtig dürfte man auch werden. Das Auge ist ein biologischer Regelkreis, schaut man in einem geschlossenen Raumschiff immer nur auf nahe Objekte, wird man irgendwann kurzsichtig (aber das ist eine andere Geschichte, die Myopie und ihre Entstehung).

Ein Gedankenexperiment: Bei einer dauerhaft neugierigen und technologisch weit fortgeschrittenen Zivilisation dürfte irgendwann die totale Langeweile eintreten, weil alles Erforschbare abgeforscht ist, die 3 Millionste Daily-Soap geschaut wurde und jedes Drehbuch, jedes Theaterstück, jeder Roman in allen Varianten ausprobiert wurde. Man hat alles schon mal gesehen und gehört. Irgendwann bleibt der Kontakt mit anderen Zivilisationen als einzig echte Neuigkeit übrig. Die Befriedigung von Neugier dürfte den höchsten Stellenwert haben, es könnte aber auch andere Motive geben, z.B. gefühlsmäßig-bösartige oder maschinell-automatisierte. Überhaupt ist die Wahrscheinlichkeit auf automatisierte Kontakte zu treffen viel höher als der Lebendkontakt. Man baut eine Maschine, stellt sie auf Automatik-Modus und lässt sie, sich selbstvermehrend, auf die Sterne bzw. Planeten der Galaxie los. Hin zum ersten Planeten, dort verdoppeln, automatisiert weiterfliegen zu den nächsten zwei Planeten, dann zu den nächsten vier, zu 8, zu 16, zu 32 usw. Innerhalb kurzer Zeit hätte man die gesamte Galaxie maschinell erkundet. Und die Hot Spots fliegt man persönlich an.

Meine Vermutung: Die Außerirdischen haben bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht, kleine Sonden zu schicken, in die Vorabnachrichten gepackt werden ("Wir sind dort und dort, kommen bald"). Die Bewohner des Ziel-Planeten könnten ausflippen, keiner geht mehr arbeiten, alle drehen durch, führen Kriege, kriegen eine "Mir ist jetzt alles egal" Einstellung, nehmen Drogen... Wenn 100.000 Jahre später die richtigen Außerirdischen hinterherkommen (aufgrund dem "Wir-haben-was-gefunden-Signal" ihrer Sonde), finden sie nur noch Wüste vor. Daher denke ich, dass aufgrund der Wertvollheit der realen Kontaktaufnahme kein Risiko eingegangen wird. Außerirdische sind scharf auf diese Echte Neuigkeit (die Vor-Ort-Kontaktaufnahme), so dass sie nicht das Risiko eingehen werden, vorab eine außerirdische SMS zu schicken deren Auswirkung nicht kalkulierbar ist.

Gruseliger Gedanke: Eine Geschichte die ich vor kurzem gehört habe (leider weiß ich nicht mehr von wem, eventuell gibt es das sogar schon als Roman?). In der Milchstraße lebt eine hochentwickelte Rasse, welche die Planeten der Galaxie mit Sporen und DNA infiziert hat und überall entwickeln sich daraus neue Zivilisationen (die natürlich glauben sie wären alleine im All). Ab und zu kommen die Herren vorbei und besuchen ihren "Zoo", nehmen Proben und sehen sich an was sich so aus den Sporen entwickelt hat. Irgendwann schauen sie auch mal auf der Erde vorbei. Sie untersuchen die Menschen, machen chemische Test, das Übliche. Und finden heraus: Sie waren noch nie hier... Also ICH fand das gruselig! :-)

Humor ist, wenn der Alien trotzdem lacht.

Noch eine Möglichkeit: Tief im All sind an günstigen Orten (also nicht im Funkloch...) Bojen platziert, die jegliche künstlich-elektro-magnetische Strahlung herausfiltern und dadurch melden und orten können, wann und wo eine Zivilisation den Entwicklungsschritt zur Funktechnologie gemacht hat. Zum Beispiel schwirren die Notruf-Signale der Titanic etwa 100 Lichtjahre entfernt durchs All (leider nur theoretisch, in der Praxis verhindert das die Atmosphäre, die bestimmte Frequenzen wieder zurück auf den Boden reflektiert). Neben dieser Abstrahlung in alle Richtungen (ist ja heutzutage nur ein übelriechender Fernseh-Brei, inkl. schlechter deutscher Comedy - na ja, vielleicht können ja Außerirdische über Mario-Barth-Witze lachen...), wurden auch gerichtete Nachrichten ins All gesendet. Es gibt Kritiker (z.B. Stephen Hawking) die sagen, dass das gezielte Senden von Botschaften (in die Richtung "aussichtsreicher" Sterne) nie hätte durchgeführt werden dürfen, denn keiner weiß ob die Empfänger nicht "bösartig" sind (ok, jetzt ist es eh zu spät). Ähnliche Argumentationen gab es auch bei den Pioneer-Sonden, diesen wurde eine goldene Plakette mit zwei eingravierten Menschenbildern beigelegt. Die Frau war kleiner und leicht dem Mann zugewandt - und manche sagten, das könnten Außerirdische als Unterdrückung der Frau deuten. Andere meinten: Gott fehlt auf der Plakette (hm, dieser "Herr Gott" fehlt irgendwie immer).

Augen auf beim Teleskope-Kauf.

Metaphern, alles nur Metaphern: Letztlich können wir nur von menschlichem Verhalten extrapolieren. Bisher konnte keiner aus seinem menschlichen Erfahrungsgefängnis ausbrechen. Niemand weiß wie Außerirdische wirklich aussehen, wie sie handeln, was die Motivation für ihr Handeln ist und wie sie als Gesellschaft zusammenleben. In allen Science-Fiction-Serien, von Star-Trek bis Perry Rhodan, ist noch nie eine echte außerirdische Kreatur oder Verhaltensweise gezeigt worden, trotz aller Autorenphantasie bleiben es Ableitungen von menschlichen oder tierischen Verhaltensmustern. Auch die Optik ist immer nur eine Kombination von Bekanntem. Der Borg-Würfel, der Knochenwulst der Klingonen oder der Mausbiber Gucky mit seinen Telepathischen, Telekinetischen und Teleport-Fähigkeiten. Alles nix Neues. Kennt man schon und hat einen Bart bis Andromeda. Wie ein echter Außerirdischer aussieht, bleibt weiter unbekannt. Da hilft nur, das Ohr ans All zu legen und: Horchen, Horchen, Horchen - mit immer besseren Hörgeräten... äh... Teleskopen.

Bling, Bling: Unser Planet ist "optisch" extrem speziell und das seit mindestens 500 Millionen Jahren. Die Erde bzw. die chemische Zusammensetzung ihrer Atmosphäre leuchtet ins All wie eine helle Glühbirne unter Tausenden von defekten Glühbirnen. Das sieht ein blinder Außerirdischer mit dem Krückstock. Aber warum guckt er nicht hin? Sind die Außerirdischen pleite? Haben kein Geld mehr für Teleskope? Müssen ihre Banken retten? Kaufen wir hier etwa den Alien im Sack? So ein abgebranntes, außerirdisches Griechenland fehlte uns gerade noch in unserer Raupensammlung.

Zum Schluss eine gar nicht mal so unwahrscheinliche Möglichkeit: Wir sind in der Milchstraße schlichtweg die Ersten. Die anderen sind noch im Dino-Zeitalter. Die anderen sind noch Bakterie, Moos oder Schachtelhalm. Die anderen sind noch grüner, stinkender Schleim. Aber intelligentes Leben? Gibt’s doch nicht mal auf der Erde ;-)

Eigentlich wäre mein Artikel hier zu Ende, aber irgendwie dann doch nicht, denn wenn man erst mal anfängt...

1. Es könnte sein, dass die Außerirdischen aufgrund der riesigen Entfernungen, der begrenzten Reisegeschwindigkeit und der Sinnlosigkeit von galaktischer Kommunikation (50.000 Jahre Hin- und Rücklaufzeit...), frustriert das Handtuch geworfen haben. Sie haben sich aus dem Makrokosmos verabschiedet und dem Mikrokosmos zugewandt. Wie Nobelpreisträger Feynman bereits 1959 sagte: "There’s Plenty of Room at the Bottom". Dort unten ist Platz ohne Ende. Ist der Mikrokosmos vielleicht viel interessanter als der Kontakt über Billiarden Kilometer?

2. Es könnte sein, dass das Gehirn von Außerirdischen so gebaut ist, dass sie Kommunikation nur dann interessant finden wenn sie in der eigenen Lebensspanne (von Geburt bis zum Tod) die Antwort bekommen. Umgerechnet auf Menschen bedeutet das ungefähr eine Entfernung von 40 Lichtjahren. Vielleicht wollen Aliens nur auf persönliche, selbstgestellte Fragen eine Antwort bekommen. Fragen die vor 10.000 Jahren gestellt wurden und bei denen jetzt die Antwort eintrudelt, könnten für sie nicht interessant sein. Das ist zwar eine etwas schiefe Logik, aber nicht völlig ausgeschlossen, denn auch eine (uns) sinnlos erscheinende Argumentationsstrategie könnte die synaptische Motivationsgrundlage eines außerirdischen Gehirns sein.

3. Jetzt hab ich noch einen Leckerbissen: Kommunikation über den Gravitationslinseneffekt der Sonne. Die Sonne wirkt wie eine Lupe und der Brennpunkt liegt ungefähr 100 Milliarden Kilometer tief im All, das ist 20-mal soweit weg wie Pluto. An diesem Punkt wird das Licht ferner Sterne durch die Sonne (sie wirkt wie eine konvexe Linse) gebündelt. Man hätte ein extrem gutes, natürliches Teleskop bzw. einen zielgerichteten Kommunikationsstrang. Das wäre ein Gravitationslinsen-W-Lan, ein interstellares Kommunikationsnetz, ein galaktisches Internet. Für den Empfang von Milchstraßen-TV stehen unsere Sonden derzeit schlichtweg an der falschen Stelle, die gehören nicht in Erdnähe oder Sonnennähe, sondern 100 Milliarden Kilometer weit raus. Möglicherweise steht dort schon ein ganzer Fuhrpark von Alien-Sonden, die diese effiziente Art der Kommunikation nutzen. Wir machen noch mit 56k Modems rum, während die Galaxie schon 16.000 DSL hat.

4. Es könnte sein, dass sich schon seit langem eine Horde von Sonden (von allen möglichen Aliens) in unsere Richtung bewegt. Langsam aber sicher kommen die Diplomaten aller Herren Sterne und wir müssen, ob des großen Andrangs, zur Begrüßung Warteschleifen einrichten. Herr Westerwelle wird hoffentlich keinen Fauxpas begehen - gib ihm doch mal einer einen Babelfish.

5. Es könnte sein, dass es bereits eine kostenlose, interstellare Infrastruktur gibt, eine Art Sternen-Internet-Flatrate und jede Zivilisation die sich andockt, kann und darf sich blitzartig auf das technologische Niveau von allen Anderen heben. Eine Art galaktisches Wikipedia, das man gratis anzapfen darf. Eventuell beschränkt auf rein defensive Technologie.

So, jetzt ist wirklich Schluss, denn Alien gibt’s nämlich gar nicht. Weiß man doch...
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