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Mama Pasta
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Das wird lustig werden!
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21.09.15
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CHEESE beeindruckend wie schon beim letzten Besuch.
Ich hätte keine Stunde später da sein dürfen. So kann ich einige Gespräche führen,
neue Kontakte machen und mit Herstellern, deren Produkte ich bis dato über den
Zwischenhandel beziehe, die Möglichkeiten der Direktlieferung besprechen.
Allenthalben wird "email after the fair" verabredet. Man wird sehen.
Jetzt rollen die Massen an, die Cheese hat zig tausende von Besuchern.
Ich hab getan, was ich mir vorgenommen habe und fahre zwei freien Tagen im herbstlichen Piemont entgegen - wunderbar!

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21.09.15
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Orte, an denen man sich spontan zu Hause, und Menschen zu denen man sich spontan hingezogen fühlt - das sind Sternstunden des Reisens.
Kreuzlähmung und Konzentrationsschwäche nach einem weiteren auf der Autobahn und mit dem italienischen Mautsystem verbrachten Tag sind in Sekunden verschwunden und zügig die erste Flasche Wein geöffnet
- Antipasti und Parmiggiana beseitigen restliche unrunde Befindlichkeiten.
Unter Einsatz höchster Selbstdisziplin bekomme ich die Kurve an der nächsten Flasche Barbera vorbei ins Bett und bin um 9:00 in Bra.

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20.09.15
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Es gibt Frauen, denen möchte man die Führung des Landes anvertrauen (und dann gibt es auch noch welche, denen möchte man sie abnehmen) - Marina Crazzolara ist eine der Italienerinnen, die effizient, durchsetzungsstark und charmant ebenso eine Milchwirtschaft mit Skihotel und Ladengeschäften managen kann, wie sie auch jede andere Aufgabe mit der gleichen Leichtigkeit und Intelligenz bewältigen würde. Darüber hinaus sitzt sie noch in diversen Ausschüssen, ach ja: einen Mann und drei Kinder hat sie auch.
Ich erfahre Details über den Stallumbau - mit der Bioenergie wird auch das Hotel geheizt -
und über die glücklichen Kühe der Familie, die sich bewegen können, wie sie wollen und ausschließlich mit Heu und Kräutern gefüttert werden. Einzig Leinsamen wird dem Futter zugemischt, das verleiht der Milch einen hohen Omega 3 Fettgehalt.
Vor einem der Reifekeller werde ich über die Bedeutung gleichbleibender Feuchtigkeit von 95 Prozent belehrt und was dafür unternommen wird.
Schwankt die Feuchtigkeit zu stark, blähen sich die Käse auf und bekommen Risse an der Oberfläche, was das Eindringen von Bakterien begünstigt. Was einem also als rustikale Oberfläche erscheinen mag, ist das Resultat unsachgemäßen Handlings.
Im Hofladen schaue ich mir die Endprodukte an und probiere einiges, treffe eine Auswahl und verabredete eine Erstlieferung um Oktober. Ich bin mal gespannt, ob die Kunden den Südtiroler Rohmilchkäse zu schätzen wissen.
Ich verlasse die Gegend übers Grödnerjoch. Näher am Berg geht nun wirklich nur mit Steigeisen. Ich fahre auf die Autobahn nach Modena, meinem nächsten Ziel entgegen:
Agliano Therme in der Nähe von Asti. Dort bin ich während der CHEESE.untergebracht.
Paola führt ein Agrotourismo und Alessandro ist Winzer. Die zwei kenne ich schon seit der Messe vor zwei Jahren und freu mich drauf sie wiederzusehen.

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Jetzt mal die Kür der Köseverkäuferin. Tata!
Die Käserecherche. Also: es gibt im Handel keine regional hergestellten Südtiroler Käse. Dolomitenkönig, Alta Badia, Stilfser und was es noch so gibt, kommt alles aus einem großen, industriellen Milchverarbeitenden Betrieb, dessen Namen man auf den benannten Produkten finden kann.
Kleinere Hersteller existieren quasi nicht. Man kann sie weder im Internet, noch auf Messen finden. Dazu habe ich auch schon den einen und anderen Südtiroler Gastronom befragt, die einstimmige Antwort lautet: keine Chance, die essen das alles selbst.
Das kann ich natürlich so nicht stehen lassen - also: Recherche! Mein Liebstes. Etliche Telefonate, z.B. Mit dem Südtiroler Bauernverband, später befinde ich mich auf der A9 Richtung Italien.
Ich fahre zur Cheese, der slow food Messe für artisanale Käse in Bra in Piemont und mache Station bei einer Käserei im Südtirol. Sorgfältige Vorbereitung ist ja eine Spezialität von mir. Fünf Minuten Käsefotos und den Routenplaner befragt, telefonisch angeklopft - ich bin auf dem Weg.
10 Stunden später wird mir bei einbrechender Dunkelheit langsam klar was 1600 Meter Höhe bedeuten. Nicht nur für Kühe und ihre Milch, sondern auch für die Anzahl der Serpentinen, Innen- Außenkurven gefahren in meinem Fiat Fiorino - Haßobjekt der nachfolgenden Fahrzeugschlange, bestehend aus Upperclass Suvs, die sicher eine andere Kurvenlage haben.
Wenn ich hier leben würde hätte ich auch nen Q7.
Nach einer weiteren Kurve taucht ein vage bekanntes Gebirgsmassiv auf, daß ich zur Not auch ohne die Hinweisschilder erkannt hätte. Ich bin in den Dolomiten.
Äh. Hier sind die? Es lohnt sich doch immer, erst mal Wikipedia zu befragen.
Die letzten 20 Kilometer Haarnadelkurven lege ich mit zwei Navis auf den Knien zurück, weil ich keinem mehr glaube. Da ich nicht weiß, welche Infrastruktur ich am Ziel vorfinden werde habe ich mir unterwegs schnell Panini und eine Flasche Lagrein gekauft. Artisanaler Suff sozusagen :))). Ab und an taucht ein krasses James Bond Hotel an den Berghängen auf. Die indirekte Beleuchtung wurde sicherlich hier erfunden. Es werden Dachfirste, Holzverkleidungen, Natursteinwände und aufgeschichtetes Brennholz beleuchtet.
Sehr effektvoll, ich steh ja total drauf.
Am Ziel (sie haben ihr Ziel erreicht) steige ich erst mal ohne Tasche aus um mich zu vergewissern, daß ich wirklich hier wohne.
Das Gästezimmer des Milchbetriebes entpuppt sich als Hotelzimmer mit Magnetkarte, zentimeterdickem Teppich und Marmorwaschtisch. Äh, ja.
Die Südtiroler Milchbauern scheinen ganz gut aufgestellt.
Ein Restaurant hätte es auch gegeben. Mit Kamin versteht sich.
Ich fühl mich etwas underderessed und zerknittert und esse die Mortadellabrötchen in der Sitzecke meines Zimmers.

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19.09.15
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