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Wie ein modernes Urheberrecht aussehen könnte. Ein Diskussionsvorschlag.


(vielleicht merkt man dem Text meine höllischen Kopfschmerzen an, die ausnahmsweise nichts mit dem Thema zu tun haben. Falls so: sorry.)
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Thorsten Roggendorf's profile photoRalf Koch's profile photoAngelika Wicke's profile photoKarsten Schwank's profile photo
28 comments
 
Sweet, das wird meine Feierabendlektüre. :-)
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tl,dr:

1. Kürzere Schutzfristen
2. Weg vom automatischen, umfassenden Urheberschutz
3. Eine Unterscheidung zwischen Privatpersonen und Urhebern mit kommerziellen Interessen und eine damit verbundene Entbündelung der verliehenen Rechte
4. Die Entkriminalisierung unkommerzieller Nutzung"
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Wenn ich mein Werk geschützt sehen will, weil ich damit Geld verdienen möchte, muss ich mich direkt dafür entscheiden. Ich muss mein Werk an einer zentralen Instanz dafür registrieren....
....Es ist sinnvoll, die Registrierung der Werke kostenpflichtig zu machen.

Hm das mag ja bei Autoren funktionieren (ja ich hab die Diskussion gestern verfolgt), die höchstens 1-2 mal im Jahr ein Buch rausbringen. Auch noch für Musiker oder Maler. Also alle die eine gewisse Zeit benötigen, um das nächste Werk fertig zu stellen.
Aber bei Fotografen finde ich das Konzept wieder unnötig aufwendig. Hier sollte ein Wasserzeichen oder ähnliches ausreichend sein, oder?
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+Marcel Weiß Ich fürchte, dass der Schutz kommerzieller Nutzung einen (weiteren, meiner Ansicht nach nicht wünschenswerten) Vorteil für größere Unternehmen impliziert, da nur diese über die Ressourcen verfügen, ihre Rechte konsequent durchzusetzen und die Verletzung ihrer Rechte überwachen zu können. Unabhängig davon ob Du meine Abneigung gegen übermäßige Marktkonzentration teilst, glaubst Du der Schluss ist naheliegend?
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+Angelika W. Ja. Man könnte unterschiedliche Werksarten unterschiedlich behandeln. Das wäre sinnvoll.
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+Thorsten Roggendorf Ja, der Schluss ist wahrscheinlich richtig. Aber nur weil es Nachteile gibt, heißt das nicht, dass sie zwingend überwiegen.
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+Marcel Weiß Das meine ich auch nicht. Ich habe andere Ziele als Du. Dein Vorschlag wäre ein so riesiger Fortschritt, dass seine Umsetzung momentan undenkbar scheint ... wie Du ja selbst feststellst. Du tust alles um die bisherige Informations-Verwertungslogik mit den Realitäten des Netzes und den Grundrechten kompatibel zu machen. Das ist Dir meiner Ansicht nach gelungen. Glückwunsch.
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Finde ich gut. Ich koennte mir aber schon vorstellen, dass die meisten Leute auf ihre Werke (z.B. Urlaubsfotos) auch ohne den Wunsch daraus Kapital zu schlagen, in soweit noch Einfluss auf die Nutzung haben möchten, dass sie nicht in jeder Form (z.B. auf Homepages von CSU-Politikern) verwendet werden duerfen. Wuerde auch dafuer fuer jedes Bild eine Registrierung notwendig? Denn bedeutete das ja, dass ich alle meine hochgeladenen Urlaubsbilder zentral bei einer behördlichen Stelle anmelden... und wie sieht es mit dem Zeitpunkt des Opt-In aus? Es koennte schwierig werden, nachzuweisen, dass der Zeitpunkt des Opt-In vor der Verwendung meines Werkes durch jemand anderes liegt.
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Bei "Massenware" wie Fotos ist das Registrieren zu umständlich, Siehe Vorschlag oben: Wasserzeichen, wer es nicht haben will, soll es beim Fotografen freischalten lassen.
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+Marcel Weiß ich sage es einmal so: Nicht Zustimmung auf allen Ebenen, aber schonmal sehr gut in den Ansätzen. Meiner Meinung nach sollten nur nicht registrierte Werke nicht völlig offen sein, sondern besser der Defaultzustand in der Art von CC oder ähnlichem liegen.
Ich begrüße es aber, dass Du einem Schutz der Urheberrechte für kommerzielle Verwendung nicht ablehnend gegenüber stehst, wie ich es aus der vorherigen Diskussion mit Freund Lobo herausgelesen hatte.
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+Ralf Koch Ja, ein CC-Default erscheint sinnvoll. Steckt auch im Text drin. (Bei den Rechten für Privatpersonen)

Was die Diskussion mit Sascha angeht: Da hast du meine Kommentare nicht so genau gelesen. Aber da bist du in guter Gesellschaft.
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+Marcel Weiß ich glaube, wir reden gerade an einander vorbei. Mein letzter Absatz meinte sinngemäß:
Ich begrüße es aber, dass Du einem Schutz der Urheberrechte für kommerzielle Verwendung nicht ablehnend gegenüber stehst, wie es meiner Meinung nach zu Beginn der Diskussion den Anschein hatte, als Du Dich um die Gretchenfrage von Sascha herumdrehen wolltest und auf eine Gegenfrage ausgewichen bist. Im Verlaufe der Diskussion hast Du Deinen Standpunkt ja dann konkretisiert -und sind mir mal ehrlich, wenn dem nicht so wäre, hätte ich hier erst gar nicht gepostet, denn ich sehe diesen einen Punkt identisch, dass eine Diskussion mit jemandem, der jeglichen Anspruch auf Urheberrechte kategorisch ablehnt, nicht der Mühe lohnt.
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Zu Verkürzung der Schutzfristen: Ich finde nicht, dass man die Erben von Schriftstellern oder Musikern nach wenigen Jahren enteignen darf, denn das geschieht ja - zu Recht - auch nicht bei denen, die Häuser erben. Und es ist meiner Erfahrung nach auch nicht allgemeingültig, dass vor allem in den ersten beiden Jahren nach Erstveröffentlichung eines Werkes die größten Einnahmen erzielt werden.
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+Eva Schumann lass es uns von einer anderen Seite anfangen: Stimmen wir ueberein, dass kein Schutz zu wenig, aber die aktuelle Schutzzeit von 70 Jahten (?) zu lang ist?
Mit meinem Laienverstaendnis wuerde ich spontan zu 10 Jahre als gute Loesung tendieren - jedoch rein aus dem Gefuehl heraus...
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Zu Lebzeiten eines Künstlers/Autors darf es meiner Meinung nach schon mal gar nicht enden. Ich habe beispielsweise 2 Jahre an einem meiner Bücher geschrieben. Jetzt - 10 Jahre nach der Veröffentlichung - hat es endlich so viel eingebracht, dass man überhaupt von einem angemessenen Stundenlohn sprechen könnte (und das ist nicht so bei allen meinen Büchern!). Wenn ich Glück habe, darf ich es demnächst monatelang überarbeiten und dann wieder ein paar Jahre warten, bis Aufwand und Einkommen zusammenpassen. Manche Schriftsteller schreiben zig Bücher jahrelang für Lau, bis endlich eines einen Leserkreis findet, der sich dann auch für ersten Bücher interessiert - und da soll der Schriftsteller dann nichts mehr von haben dürfen? Oder nicht mal seine Werke seinen Kindern vererben dürfen, falls er stirbt, bevor er erfolgreich wurde - was die Masse ist. 10 Jahre ist viel zu kurz. Für mich persönlich akzeptabel wären 50 Jahre nach dem Tod. Aber das ändert natürlich nichts an der aktuellen Situation, dass derzeit viele finden, dass sie alles ohne zu bezahlen bekommen müssen, nur weil es technisch möglich ist - dazu fällt mir nur die Frage ein: Sind das die Kinder der Geiz-ist-geil-Generation - die Ich-schreie-solange,-bis-ich-es-umsonst-bekomme-Generation?
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Das mit den Erben ist etwas weit hergeholt: Ich kann als Nicht-Kreativer auch meine Rente nicht vererben, also wieso sollen die Erben von Künstlern Nutzen aus den Erträgen ziehen können?
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Honorare aus verkauften Büchern haben nichts mit Rente zu tun. Als Autor bekommt man (nicht immer) einen i. d. R. bescheidenen Vorschuss, der Rest der Bezahlung erfolgt mit der Beteiligung am Umsatz.
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Das ist für mich ein Schlüsselsatz:

"Denn alles urheberrechtliche Streben im Digitalen lässt sich zusammenstreichen auf eine simple Frage: Bezahlt jemand Geld für Kulturprodukte im Netz? Die Antwort steht in den meisten Kulturbereichen seit Jahren fest und lautet ja. Die überwiegende Mehrheit der erwachsenen Nutzer ist unter bestimmten Umständen bereit, für digitale Kulturprodukte zu bezahlen, jedes Jahr steigen die entsprechenden Zahlen. Dahinein müsste alle Kraft der Inhalte-Verwerter fließen: Die Leute im Netz bezahlen doch schon, optimiert diesen Prozess wie ungefähr alle anderen Industrien auch!"
Quelle: Sascha Lobo http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,815155,00.html

Ich zahle für Artikel, die ich gut finde, ich zahle gerne für ein Buch (obwohl ich hier aus verschiedensten Gründen die Papiervariante vorziehe). Und nur weil ich intensiver Internetnutzer bin, bin ich nicht kriminell und kein Schnorrer!

Warum spricht keiner von iTunes? Das funktioniert doch auch!
Das Modell liese sich auch für Texte umsetzen. Günstige Preise, die direkt an die Autoren gehen und einfache Handhabung, abspielbar auf allen Geräten (na ja möglichst)

Zu den Dienstleistungen, die zur Erstellung eines Buches notwendig sind (Lektorat, Titelblatt, Werbung) zahlt der Autor. tritt er - um das nicht eigenverantwortlich machen zu müssen, seine Recht ab, muss er/sie mit Einbussen rechnen.

Sicher ist damit nicht das unerlaubte Kopieren total abgeschafft, aber sind wir den alle Abzocker und Schnorrer? Diese Mär von den Leuten, die im Internet nur kostenlos Dinge herunterladen, wird zu gebetsmühlenartig wiederholt: Wo sind verlässlichen Zahlen dazu???

- Eine Privatkopie darf kein Unrecht sein.
- 70 Jahre Urheberrecht ist entschieden zu lang
- Geschäftsmodelle, die nicht mehr passen, dürfen nicht per Gesetz und unverhältnismäßige Kontrolle durchgesetzt werden.
- und bitte keine neue GEMA.
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Ich finde auch, dass Buecher eine ganz andere Wertigkeit haben, als irgendein Dreieinhalbminutenpopgedudel und wuerde mich da Evas Vorstellung von einem lebenslangen Urheberrecht anschliessen. Aber auch bei Buechern halte ich die Macht der Verlage - mich persoenlich haben sehr die wissenschaftlichen Verlage mit ihren hohen Preisen fuer einzelne Paper bei meiner Arbeit behindert - fuer nicht mehr zeitgemaess. Koennte ich die Paper direkt auf der Homepage der Autoren fuer vielleicht 2 Euro herunterladen, dann wuerde ich das tun und der Autor haette dann schon 2 Euro mehr, als jetzt, wo sich der Verlag alle Rechte hat uebertragen lassen. Und wenn man finanzielle Hilfe bei der Vermarktung braucht, dann kann man doch heutzutage dank Internet erstens selbst relativ einfach eine grosse Gruppe erreichen und wenn ein Verlag das Buch entdeckt und glaubt, dass es ein grosser Erfolg wird, dann kann er auch dann noch den Autoren fragen, ob er bei der Vermarktung behilflich sein darf und dafuer einen gewissen Prozentsatz vom Gewinn abbekommt. Damit wuerde sich das Machtverhaeltnis vom Verlag zum Urheber verlagern und das kann der Vielfalt in den Buecherregalen nur zutraeglich sein.
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+Lore Reß Ich halte Internetnutzer nicht für kriminell. Ich bin selbst seit den 1990er Jahren online. Ich veröffentliche gedruckte Bücher (mit und ohne Verlag) und publiziere online. Leisten konnte ich mir das, weil ich das bis vor Kurzem in Nebenberuf gemacht habe, denn Künstlern und Schriftstellern geht es schlecht - sie verdienen lt. KSK im Durchschnitt 1.000 Euro im Monat (Quelle: http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/ksk_in_zahlen/statistik/durchschnittseinkommenversicherte.php - wobei die KSK schon nur die aufnimmt, die das hauptberuflich machen und über 3.900 Euro im Jahr verdienen. Ich bin nicht gegen Veränderungen, ich bin auch nicht für hohe Abmahnstrafen gegen Jugendliche (trotzdem müssen sie lernen, dass es nicht alles im Leben umsonst gibt). Ich denke auch, dass es sinnvolle Möglichkeiten der Nutzung gegen Bezahlung (Micropayment sei dank) geben könnte. Eines davon ist iTunes - wobei mir da aufstößt, dass es ein proprietäres Modell eines mächtigen Konzerns ist, der durch seine Stellung alle Beteiligten schröpfen und seine Regeln aufzwingen kann (und wie man liest - anscheinend auch intransparent zensiert) - Apple ist seit gestern das teuerste Unternehmen der Welt (467 Milliarden US-Dollar, http://www.fr-online.de/digital/apple-aktie-durchbricht-500-dollar-mauer,1472406,11626710.html). Insofern wären mir da andere Lösungen lieber. Interessant zu dem ganzen Kampf derzeit finde ich auch diesen Artikel: King Kong gegen Godzilla - http://www.wolfgangmichal.de/?p=1610
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+Karsten Schwank Ich glaube auch, dass man differenzieren muss - deutsches und amerikanisches Urheberrecht und die verschiedenen Arten von Urheber (Musik, Maler, Fotografen, Schriftsteller, Journalisten, Texter etc.). Aber - um die Verlage in Schutz zu nehmen, von denen es hier in D auch genug gibt, die kurz vor dem Abnippeln sind - das Teuere am Buch ist nicht der Druck, sondern ein Programm entwickeln, ein Layout entwerfen, Umschlag, Bilder, Grafiken herstellen lassen, Lektorat, Korrektorat und Vermarktung - dafür sorgen, dass die Welt davon erfährt. Das sind Unternehmen wie andere, die haben eine Buchhaltung und bilden Verlagskaufleute aus. Als Autor ist man froh, wenn man einen Verlag findet, der die Arbeiten oben übernimmt und einem so den Rücken für das Schreiben freihält. Man kann und darf dann nicht dem eigenen Werk im Verlag direkt Konkurrenz machen, indem man das gleiche Buch als Download für 2 Euro anbietet (abgesehen, dass man damit ja auch die Arbeit, die der Verlag reingesteckt hat, klauen würde). Als Autor kann man natürlich ein anderes Buch schreiben, selbst all die "Verlagsarbeiten" übernehmen und das Buch dann auch für 1 Euro als Download anbieten - wird auch schon gemacht, in Einzelfällen auch erfolgreich. Betonung ist aber Einzelfälle. Und die Dienstleistungen zuzukaufen, ist für die meisten zu teuer. Im Musikgeschäft kenne ich mich nicht so aus, aber ich denke, so einfach ist es meist auch nicht, dass man mal eben einen Song produziert - man braucht ein Studio, man muss die Sänger vermarkten etc. Klar gibt es einzelne, die was Witziges bei YouTube veröffentlichen und dann gemachte Leute sind, das ist auch schön - aber das ist die Ausnahme. Doch wenn die Leute ihre eigenen Songs auf YouTube zum Download und Einbetten freigeben, ist das ja okay, genauso, wenn jemand auf seiner Webseite mit den selbst geschossenen Bildern schreibt: Alle meine Bilder dürfen kostenlos für alles und jedes genutzt werden. Als hauptberuflicher Fotograf kann man sich das aber i. d. R. nicht leisten - da gibt man vielleicht ein paar Bilder frei, aber wenn man das bei allen täte, könnte man sich gleich beim Sozialamt melden.
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>> Wenn wir andere Wege der solidarischen wirtschaftlichen und sozialen Interaktion finden können, in denen wir unsere Kreativen, unsere Künstler und Musiker unabhängig von der Vermarktung ihrer Werke versorgen und absichern würden, dann könnten wir auch den kostenfreien Zugriff auf Medien und Kulturgüter ohne weiteres rechtfertigen.

Meiner Ansicht nach läuft es sowieso irgendwann darauf hinaus, dass wir eine Form der rein informellen Ökonomie entwickeln und uns in weitgehend bedingungslos solidarischen Gesellschaftsverträgen arrangieren und organisieren...
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...
Wir sollten ehrlich mal erkennen, dass es bald immer mehr "utopisch" erscheint zu erwarten, dass wir unsere Gesellschaft im Rahmen einer marktwirtschaftlichen Sozialisation auf lange Sicht noch fair, sozial gerecht und erträglich gestalten könnten...
Tatsächlich verkomplizieren wir unser Leben und unsere Koexistenz im Paradigma der Marktwirtschaft immer mehr...

Selbstverständlich funktioniert eine Umstellung nicht auf Knopfdruck von heute auf morgen... aber wir verfügen über eine informelle Infrastruktur, die es uns erlaubt soziale Arrangements völlig neu zu definieren und im Grunde viel vernünftigere Formen der wirtschaftlichen Interaktion zu konzipieren.

Es ist im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis sich die Idee alternativ organisierter, solidarischer Netzwerkgesellschaften etabliert... und dann ist auch bald eine kritische Masse der Beteiligung und der wirtschaftlichen Interaktion erreicht, in der ein Leben jenseits der marktwirtschaftlichen Sozialisierung nicht nur praktischer, sicherer und erträglicher wird, sondern auch um einiges vorteilhafter, als im Rahmen der komplizierten Integration und Interaktion über Geld, Kosten und Märkte.

Im Grunde ist es nur eine Frage, wie bald wir eine entsprechend praktische Infrastruktur der alternativen sozialen Kommunikation implementiert haben. Was wir meiner Ansicht nach brauchen, ist ein neues, besseres "Betriebssystem für Gesellschaft", als der Markt es je gewesen ist oder jemals sein kann.

Ich denke, wir kommen besser zurecht, wenn wir eine Form der "informellen Ökonomie" einrichten, um uns wirtschaftlich und sozial auszutauschen und weitgehend uneingeschränkt solidarisch zu kooperieren.
Dann lassen wir Problematiken und Komplikationen wie die Schuldenkrise, den Welthunger, das soziale Ungleichgewicht und die leidige Frage nach dem "Schutz geistigen Eigentums" ein für alle mal ruhen.
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... ich will auch nicht behaupten, dass es in alternativen Netzwerken solidarischer sozialer Interaktion nur non-monetäre Arrangements geben darf... das wäre auch wieder eine Einschränkung... und der Sinn der Übung wäre vor allem unsere Gesellschaft von unsinnigen Einschränkungen, Limits und Reglementierungen zu befreien.
Im Rahmen einer Sozialisierung, die sich grundlegend der immanenten Zwangsneurose der Profitgier entledigt kann selbstverständlich auch Geld verfügbar gemacht werden, wenn es denn gebraucht und benötigt wird... allerdings in einem Eigentumsbegriff, der eher von sozialer Verantwortlichkeit geprägt ist, als von der Sucht nach Macht und Einfluss und persönlicher Bereicherung...
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+Marcel Weiß Beim Überdenken Deiner Vorschläge sind mir ein paar Fragen bezüglich der Trennung von privater und kommerzieller Nutzung gekommen:

Ein wesentliches Argument für den Schutz kommerzieller Nutzung und die Freigabe persönlicher Nutzung ist, dass die persönliche Nutzung nicht zu akzeptablen Kosten überwacht und sanktioniert werden kann. Wohingegen dies bei kommerzieller Nutzung möglich sei.

1. Das ist einsichtig bei Nutzung zu Marketing-Zwecken. Doch unterscheidet sich die private Nutzung von kommerzieller bezüglich Überwachbarkeit überhaupt, wenn man vom Marketing absieht (z.B. die Nutzung von Software in Unternehmen, Hintergrundbilder auf Arbeitsrechnern, usw.)?

2. Und sind nicht zahlreiche persönliche Nutzungen zumindest insofern dies auf Web-Plattformen geschieht tatsächlich gleichzeitig kommerzielle Nutzungen (z.B. das Einstellen von Bildern usw. bei Facebook oder Pinterest)?

3. Es scheint einen starken Trend zur Mischung von Berufs- und Privatleben zu geben. Auf der anderen Seite nimmt Marketing immer und immer mehr Besitz von uns (die gescrobbelte Musik wird bei Last.fm zur Vermarktung anderer Musik verwendet, Facebooks Timeline wird alle unsere Aktivitäten fürs Marketing auswerten usw). Wird in dieser Welt die Trennung von privater und kommerzieller Nutzung überhaupt noch sinnvoll möglich sein?
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+Thorsten Roggendorf Guter Hinweis... private Nutzung wird im Netz ja immer wieder irgendwie kommerziell ausgewertet... das ist doch letztlich aber auch der Sinn der Sache. Man will ja am Ende eine marktwirtschaftliche Auswertung erreichen... wenn das Marketing funktioniert, dann läuft es doch auch schliesslich darauf hinaus, dass Geld dabei herausspringt für etwas, das zur privaten Nutzung ja kostenfrei angeboten wird... (facebook, z.B.) soweit passt das ja zusammen... auch wenn das Geld erstmal bei einer Plattform landet, die mit der Herstellung der Medien und Werke nix zu tun hat. Diese Form der Kommerzialisierung und Vermarktung kostenfreier privater Nutzung bringt ja Geld in Umlauf. Wie sinnig das denn nun am Ende für die Urheber kreativer Werke ist sei dahingestellt.
Jedes Zahlungsmodell ist für mich letztendlich aber doch immer ein komplizierter Kompromiss.
ceterum censeo... wir sollten das Modell unserer Sozialisation ändern und der Problematisierung unserer soziokulturellen Interaktion eine endgültige, entschlossene Absage erteilen.

Unabhängig von komplizierten Bezahlmodellen, Urheberrechts- und Kostenfragen - könnten wir dezentrale, plattformunabhängige, nicht-kommerzielle Social-Media Cluster (bzw. CDNs) zur allgemeinen kostenfreien Verfügbarkeit von Daten, Medien und Information einrichten. Jede Datei, die verfügbar gemacht wird, erhält in diesem Rahmen der sozialen/ medialen Vernetzung eine Identität (handle, DOI ..?) und eine Historie inkl. Bewertungsmuster und wird mit ähnlichen Werken, Varianten und Versionen assoziiert, die sonst im Cluster kursieren... eigentlich soweit vergleichbar mit einer Art dezentralisiertem Youtube mit erweiterter Infrastruktur zur sozialen Kommunikation.
So schafft man für unseren gesamten sozio-kulturellen Austausch ein praktisches semantisches Netz, das völlig werbefrei und frei von Profitinteressen - zur Datenverwaltung in sozialer Verantwortlichkeit dienen soll.
In der Vernetzung wird dann die jeweilige Nutzung, Nachfrage und Bewertung der Medien, Informationen und Daten protokolliert... wenn der jeweilige Urheber eindeutig ausfindig gemacht werden kann, erstellt man für diesen ein Profil (falls keines existiert) und dokumentiert darin sämtliche Beiträge im kulturellen und edukativen Austausch, die im Rahmen dieser Vernetzung erfassbar sind.
Alles ist erlaubt... privater "Konsum"... Remix... auch die kommerzielle Auswertung... allerdings steht dahinter dann immer ein transparent arrangiertes Netzwerk, das immer dafür sorgen wird, dass sämtliche Urheber Wind davon bekommen, wie ihre Werke genutzt, ausgewertet, bewertet, diskutiert und interpretiert werden.
Die wesentliche Idee ist nun die, dass jeder, der sich aktiv am kreativen und kognitiven - sowie auch am praktischen Austausch beteiligt und engagiert über sein Profil direkt in ein Netzwerk uneingeschränkter solidarischer Verbindlichkeit integriert wird.
Das Netzwerk arrangiert dann nach gegebenen Möglichkeiten eine entsprechende Belohnung, Entschädigung, Förderung aktiver und engagierter Teilnehmer und die grundlegende soziale Absicherung des gesamten sozialen Horizonts... je nach Aktivität, Engagement und Beteiligung gelangen Ansprüche, Wünsche und Bedürfnisse mehr oder weniger in den Fokus und können so auch wahrgenommen und erfüllt werden. So ist ein natürlicher Anreiz für soziales Engagement gegeben...

Gemeinnützige Stiftungen würden einen geeigneten rechtlichen Rahmen für derartige soziale Arrangements bieten. Man könnte Pools von gemeinschaftlich geteilten Gütern, Ressourcen und Vorteilen als Stiftungseigentum organisieren und verwalten. Beispielsweise Studiopools für Räume, Instrumente und Equipment... Werkzeuge, Fahrzeuge, Wohnraum zur Unterbringung... oder auch gemeinsam verwaltete Finanzen ... etc...

// Ich schreibe die gesamte Idee, die hinter diesen Ausführungen steht eigentlich auch gerade zusammen... werde das (mehr oder weniger) komplette Konzept bei Gelegenheit auch mal gerne einbringen... Es steht vor allem eine technologische Idee dahinter, die ich für sinnvoll halte, um die bedenklich zentralisierte Struktur des Internets aufzulösen und das Phänomen Social Networking von den Plattformen zu lösen... und zu dem zu machen, was es sein könnte... zu einem neuartigen Konzept, um individuelle Gesellschaftsverträge zu leben!
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