gerade endlich den vielgelobten #alternativlos podcast gehört (http://alternativlos.org/20/). ich kann die begeisterung nur bedingt teilen. einerseits ist da frank rieger. klar, er ist eloquent und unterhaltsam. aber seinem brachialpopulismus wird mir immer ein wenig mulmig. er ist der franz-joseph strauß des ccc. und fefe. oh gott. ich will dazu gar nichts sagen. ich musste mich beim joggen einige male fazialpalmieren. die beiden zusammen mit ihren hermetischen, denkbar einfachen verschwörungstheortischen weltbild oszillieren zwischen plumper demagogie und und fremdscham.

der einzige, der wirklich kluge dinge sagt, ist +Frank Schirrmacher das allerdings in bestform, zugegebenermaßen.

aber dann auch hier ein widerspruch. seine beobachtung, dass die gesellschaft in ihrem kern, nämlich der leistungsideologie getroffen ist, teile ich voll und ganz (z.b.hier http://mspr0.de/?p=939). anstatt aber diese bürgerliche ideologie radikal in frage zu stellen, wird sie erneut benutzt, um echauffierungspotential, diesmal gegen ihre vorherigen prediger zu wenden, indem man zum beispiel jetzt vorrechnet wie viele lehrer von einem bankmanagergehalt leben könnten.

das ist schlicht nicht hilfreich und viel zu kurz gedacht. und übrigens der selbe grund (das hab ich jetzt erst so richtig bemerkt), warum es mir schwerfällt, mich mit der #occupy-bewegung zu solidarisieren. ihr zorn speist sich aus dem selben bürgerlichen leistungsgerechtigkeitsweltbild, dass es eigentlich zu überwinden gilt.

das ganze verschwörungs- und leistungsgerechtigkeitsdenken sind überkommene weltbilder und kulturen. sie sind gerade dabei unterzugehen. und das ist zunächst einmal gut so. statt von bankstern und neoliberaler verschwörung zu faseln und sich aufgrund von "leistungsgerechtigkeit" zum wutbürger aufzuschwingen, sollten wir lieber an neuen systemen, neuen werten - eben der zukunft arbeiten.
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