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Andreas Prescher
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2018… ...auf schwierigen Wegen für Halt sorgen.

Ich wünsche hiermit friedliche und erholsame Weihnachtstage und einen guten Start in ein, vor allem, gesundes Jahr 2018!
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Ich möchte meine Reise mit einem Haiku beenden, welches mir eine gute Freundin mit auf den Weg gegeben hat. Ich sitze am Gate und beobachte die Touristen die ankommen und erinnere mich, wie aufgeregt ich vor drei Wochen war, als ich japanischen Boden betreten habe.


"Sein - im Hier und Jetzt

Beschützt von meinem Leben

Die Seele wird weit."

Danke Regina
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Der letzte Tag in meiner diesjährigen Japanreise beginnt, bevor ich morgen den Heimflug antrete.
Ich beschließe, nach dem Frühstück in einem Bistro um die Ecke, noch einmal mit der Bahn den Tamagawa aufwärts zu fahren.
Mein erster Stopp ist Futamatao. Dort komme ich am Kaizen-ji Temple vorbei. Ein sehr schöner gepflegt buddhistischer Tempel.
Von dort schlendern ich weiter durch den Ort, an einem Shintoschrein vorbei, kaufe mir in einem Seven Eleven ein paar Onigiri für eine spätere Mittagspause und komme am Museum von Yoshikawa Eiji an. Die nette Frau an der Kasse überschlägt sich fast vor Freundlichkeit, kramt noch eine englische Beschreibung des Museums aus einem Fach und legt nach meiner Besichtigung unheimlichen Wert darauf, dass ich auch ja mit einem Erinnerungsfoto von mir und dem Museum weiter reisen kann. Also in Pose werfen, lächeln und ich habe es geschafft.
Von dort laufe ich weiter flussaufwärts bis zur Station Sawai. Dort erwartet mich ein weiterer kleiner Tempel, der Kanzanji und unten an der Brücke über dem Tamagawa steht eine Glocke, welche von jedem geläutet werden darf.
Ich beschließe hinunter zum Fluss zu laufen, muss auf der Brücke noch zwei Japanerinnen mit dem Fluss per Foto verewigen und suche mir dann einen Stein direkt am Wasser.
Das gleichmäßige Rauschen des Flusses, der Klang der Glocke der ab und an durch das Tal halt und der Sonnenschein auf meinem Gesicht. Schwerer könnte einem der Abschied nicht gemacht werden.
Aber noch bin ich da, genieße mein Mittagessen am Fluss und begebe mich dann zu einer Besichtigung der hier ansässigen Sake Brauerei. Die Führung ist zwar nur auf Japanisch, aber dennoch spannend.
Danach steige ich wieder in den Zug um bis zur Endstation Oku-Tama zu fahren.
Ein Ort von dem ich nicht viel erwarte, er scheint am Ende der Welt zu liegen. Man könnte mit dem Bus weiter fahren bis zum Stausee, aber ich beschließe noch ein paar Meter zu laufen und ein letztes Mal ein Onsen zu besuchen. Die Okutamaonsen Moegi Hot Spring.
Wunderbar gelegen, im engen Tal des Tamagawa, etwas teurer mit 780¥ im Vergleich zu den Onsen auf Hachijo-jima, also Schuhe weg schließen, Eintritt zahlen und dann ab auf den kleinen Plastikhocker. Mehrmals gründlich einseifen steht in jedem Reiseführer. Viele Japaner nehmen das ernst, aber ich habe doch viele junge Japaner beobachtet, die sich mit einer kleinen Katzenwäsche begnügen.
Also, ich halte mich an den Reiseführer, scheine als Ausländer die Japaner in ihrem Onsen eh schon zu irritieren und dann gehe ich in den Außenbereich, gleite ins heiße Wasser und genieße den Blick auf Fluss und bunt gefärbten Herbstwald....
...mhm...
.... Danach wieder ab in den Zug nach Ōme um in einem japanischen Restaurant mein letztes Abendessen zu feiern. Ich sitze mit Blick auf den Bahnhof und beobachte die Menschen die kommen und abfahren.
Morgen früh werde ich abfahren und hoffe es wird nicht lang gehen, bis ich mich wieder auf Reisen nach Japan machen kann.
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15.11.17
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Der zweite Tag in Ōme.
Taiko, Taiko, Taiko....

... und nachher noch ins Onsen.
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Der erste Tag in Ōme.
Taiko, Taiko, Taiko....
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Der letzte Tag in Tokyo beginnt mit der Besichtigung des Sengaku-ji und den Gräbern der 47 Ronin.
Am Eingang steht eine Bronzestatue von Oishi Kuranosuke, dem Anführer der Ako Gishi oder 47 treuen Gefolgsleute, die den Angriff auf Kiras Residenz anführten. Die Statue wurde 1921 gebaut. Er hält eine Rolle mit den Namen der treuen Gefolgsleute.

Vor dem Tempel befindet sich der verstorbene Sawaki Kodo Roshi. Er war einer der führenden und einflussreichsten Zen-Meister des 20. Jahrhunderts. Sein Leben widmete er der Verbreitung und Wiederbelebung des Zazen als authentische und grundlegende buddhistische Praxis.

Seitlich auf dem Gelände befinden sich die Gräber der 47 Ronin. Eine sehr starke Atmosphäre herrschte dort. Unzählige Räucherstäbchen wurden von den Besuchern, voller Anerkennung, vor den jeweiligen Grabsteinen verteilt.

Von da laufe ich zu Fuß zum Zōjō-ji. Ein buddhistischer Tempel im Stadtteil Shiba-kōen in Minato. Er war ursprünglich der große Haupttempel der Chinzai-Sekte des Shingon-shū. Ich denke er ist auch bekannt auf Grund der unzähligen Jizō-Statuen.
Im hinteren Teil des Geländes kann man die Mausoleen von 6 der insgesamt 15 Tokugawa-Shogune besichtigen.

Von da ein kurzer Abstecher zum Tokyo Tower und dann ab mit der Yamanote Linie zurück nach Shinjuku, wo ich mir vornehme von der Aussichtsplattform des Rathauses den Sonnenuntergang zu beobachten und mich somit von Tokyo vorerst zu verabschieden.
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12.11.17
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Den heutigen Tag beginne ich mit einem entspannten Rundgang durch den Shinjuku Gyoen Park. Ein grünes Paradies mitten in Tokyo.
Wenn dann der Hunger kommt ist der Bahnhof Kanda eine gute Adresse. Jede Menge kleine Restaurants um den Bahnhof laden zum Verweilen ein.
Nachdem ich mich gerstärkt habe geht es weiter nach Asakusa. Zuerst zu Miyamoto, ein paar neue Bachi kaufen und das Museum anschauen und dann natürlich zum Asakusa Kannon Temple. Die Menschenmassen sind erdrückend und ich fühle mich zum ersten Mal gestresst in Tokyo.
Um 19:00 will ich mich mit Eri Yamada am Kaminarimon treffen. Bis dahin sind noch reichlich zwei Stunden Zeit. Also beschließe ich in der Gegend ein öffentliches Bad zu suchen um da etwas Entspannung zu finden. Keine 15 Minuten zu Fuß finde ich ein Bad und für 760¥ inklusive Handtuch kaufe ich mir eine Eintrittskarte.
Ich bin erstaunt wie voll das Bad ist und wie es von unterschiedlichsten sozialen Schichten genutzt wird. Also ab auf den kleinen Hocker, gründlich einseifen, abspülen und dann die verschiedenen Wasserbecken ausprobieren. Warm, kalt, mit Düsen, mit Blubber.
Pünktlich um 19:00 bin ich wieder in Trubel. Allerdings hat der stark abgenommen. Die meisten Verkäufer schließen ihre Stände und so bleiben nur noch die Touristen übrig, die vor dem Sehenswürdigkeit ihre Selfies machen. Allein ein Polizist der seine Streife läuft, erweist dem Eingangstor seinen gebührenden Respekt.
Pünktlich erscheint Eri Yamada in Begleitung von Okamoto-san, allerdings ist die Unterrichtsklasse für Tsuzumi absagt, also machen wir erst noch einen Bummel und gehen dann zum Essen. Es erscheinen zwei weitere Japaner, die der Klasse angehören und wieder bin ich Teil einer kulinarisch, feucht fröhlichen Runde, die einfach zusammen ihr Leben genießen. Vielen Dank für diese Erlebnisse.
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12.11.17
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Gleich nach dem Aufwachen mache ich mich auf nach Kamakura. Auf dem Weg zum Bahnhof eine kleine Pause in einem Café, wo man recht günstig frühstücken kann und dann stecke ich auch schon in einer klischeehaft voll gestopften U-Bahn zum Bahnhof Tokyo. Die Orientierung auf den Bahnhöfen um den richtigen Anschlusszug zu finden, erinnert mich etwas an ein Strategiespiel, aber immerhin bin ich bis jetzt an jedem Ziel irgendwie angekommen.
Der Zug leert sich zwar nach dem Bahnhof Yokohama sehr schnell, allerdings haben mich spätestens in Kamakura die Massen wieder.
Ich besuche zuerst den Haupttempel der Rinzai Sekte, den Engakuji.
Ein wirklich sehr schöner Komplex, den ich gemütlich durchstreife und in diesem Urlaub meinen ersten Machatee genieße.
Als nächstes Ziel steuer ich, natürlich wie so viele Touristen, den großen Buddha im Kōtoku-in an. Ich entschließe mich allerdings zu Fuß durch den Genjiyama Park zu laufen. Auf meiner Karte sieht er nicht so spektakulär aus, allerdings stellt sich bald heraus, dass ich hier eine, wenn auch kleinere, Wanderung vor mir habe. Wieder über alle möglichen Wurzeln auf und ab. Für manch kleinen Parkbesucher wird das eine Klettertour.
Im Kōtoku-in halte ich mich nicht so lang auf. Der Buddha ist schnell besichtigt und mich zieht es weiter zum Yokohama Strand. Eigentlich wollte ich noch das Onsen von Kamakura besuchen, aber dies hatte leider zu.
Zurück in Tokyo bummel ich noch etwas durch die Straßen von Shinjuku und Kabukichō, bevor ich den Tag beende und mich vom vielen Laufen erhole.
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10.11.17
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In dem Shukubo, in dem ich die letzten zwei Nächte übernachtet habe, wird unter anderem die Teilnahme an Takigyo angeboten. Ich hatte mich beim Einchecken dafür interessiert, aber außer "Maybe" keine weiterführende Antwort erhalten. Meine Zeit war nun fast vorbei, ich saß gemütlich beim letzten Abendessen, als die sehr nette Bedienung mich ansprach, ich möge nach dem Essen bitte sitzen bleiben, ich bekäme noch genauere Informationen über Takigyo. Nach einer Weile wurde mir ein kopierter Zettel mit Informationen und eine Plastiktüte mit Handtuch, Stirnband und Lendenschutz überreicht. Verblüfft schaute ich mir den Inhalt an und am nächsten Morgen um halb sieben sollte die Wanderung zum Ayahiro Wasserfall beginnen. Wasserfallhöhe 10 Meter, Wassertemperatur 5°C

Takigyo ist eine Askese, die gefährlich ist, wenn sie nachlässig gemacht wird, so müssen wir uns strikt an die Anweisungen des Shukubo Managers halten.
Zuerst mussten wir schweigend, die zwei Kilometer Wanderung durch den Wald zum Wasserfall hinter uns bringen. Es war uns verboten, dabei zurück zu schauen. Am Wasserfall angekommen, entledigen wir uns unserer Kleidung und banden Stirnband und Lendenschutz um.
Wir absolvieren verschiedene Übungen. "Torifune" ist eine Bewegung wie ein Boot zu rudern und man ruft "Eu" und "Oh" im Stehen mit einem Bein nach vorne gestellt. "Otakebi" ist die Bewegung des Namenschreiens. Mit diesen Bewegungen in Shinto-Formen wärmen wir uns, quasi nackt im Wald vor dem Wasserfall stehend, auf.
Dann begann der Takigyo, wir mussten einer nach dem anderen vor den Wasserfall treten, uns nass spritzen und dann unter den Wasserfall stellen. Unsere Hände sind währenddessen verschränkt, als würden wir in den Handflächen unser Herz und unsere Seele aufbewahren. Aufgrund des unerwartet hohen Drucks sollten wir weiterhin den Namen des Gottes "Haraedo-no-Okami" singen. Wir mussten uns Reih um drei Mal für 10 Sekunden lang vom kalten Wasser treffen lassen. Es klingt kurz, aber unter dem Wasserfall ist diese Zeit wirklich hart.
Danach abtrocknen, das Handtuch war wie Feuer auf der empfindlichen Haut, und zum Schluss noch einmal die Aufwärmübungen, bevor wir wieder in unserer Kleidung Schutz und Wärme suchen konnten. Nachdem wir zurück gewandert waren, gab es noch eine kleine Zeremonie mit Taiko und Mantren und dann endlich Frühstück.

...

Nachdem ich aus dem Shukubo ausgecheckt hatte fuhr ich wieder mit dem Zug Richtung Tokyo und weiter auf Tokyos Hausberg. Den Mount Takao.
Im Gegensatz zur einsamen Wasserfall Zeremonie steppte hier der japanische Tourismus. Die Wanderwege waren, wegen des schönen Wetters voll und unzählige Souvenirstände boten ihre Waren feil. Auf dem Gipfel angekommen gab es die typischen Japan Motive zu fotografieren. Tokyo aus der Vogelperspektive zu Füßen des Berges, den Mount Fuji schwach im Dunst am Horizont, wahlweise als Selfie und rote Ahornbäume. Eine sehr typische, aber angenehme Atmosphäre, die ich in der warmen Sonne genoss.
Beim Abstieg kam ich am Tempel und Schreinen vorbei, dessen Angebote auch reichlich genutzt wurden.
Zum Abschluss gönnte ich mir noch ein paar aufgespießte Reis Kuchen und fuhr wieder zu meiner Unterkunft nach Yotsuya.
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09.11.17
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