Autoren-Interview

Wer sind die Autoren des GRIN Verlags? Dr. Richard Albrecht ist mit gegenwärtig 56 Veröffentlichungen in den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen einer unserer Top-Autoren.

Im Interview stellte er sich den brennendsten Fragen:

1. Zu welchen Themen haben Sie bislang Texte publiziert?

Bisher veröffentlichte ich eher zu zu viel Themen zu viele Texte. Weshalb ich Besserung geloben und mich als reflexivhistorisch arbeitender Sozialwissenschaftler publizistisch beschränken sollte auf dynamisch-reflexive Handlungsprozesse, gesellschaftliche Umbruchslagen und ihre kulturellen Ausdrucksformen. Und zunehmend Politiksoziologisches rechts liegen lassen…

2. Welches dieser Themen interessiert Sie persönlich am meisten und warum?

Thematisch interessiert mich immer noch und wieder wie eine sozial gerechte(re) Gesellschaft möglich ist entsprechend meines als „The Utopian Paradigm“ 1991 veröffentlichten und auch bei GRIN gekürzt nachlesbaren Ansatzes (http://www.grin.com/en/e-book/109171/tertium-ernst-bloch-s-foundation-of-the-utopian-paradigm-as-a-key-concept) - Zitat aus der gedruckten deutschsprachigen Zusammenfassung: „Geht man […] davon aus, dass derzeit in allen westlichen Gegenwartsgesellschaften beschleunigte Wandlungs- und Umbruchprozesse stattfinden, dann erscheint die aktuelle soziale Welt grundsätzlich veränderbar und zukunftsoffen. Damit ist auch eine neue wissenschaftliche Perspektive für die Zukunft und in der Zukunft möglich und nötig. Es geht um die Konturen eines neuen, wenn auch derzeit empirisch noch nicht voll ausgebildeten Zivilisationsmodells als Grundlage einer zunehmend globaler werdenden neuen Welt […] Jedes neue Zivilisationsmodell meint aber zugleich auch eine andere soziale Ordnung, die mit dem empirisch immer bedeutsamer werdenden 'emotionalen Überschuss' (mental surplus), den es in jeder Gesellschaft gibt, strukturell zusammenhängt. Damit dürfte sich zukünftig - und zunehmend - auch wieder einaltes menschliches Grundproblem neu stellen: Wie eine gerechte(re)Sozialordnung möglich ist.“

3. Welches Buch lesen Sie momentan und wie gefällt es Ihnen?

Wegen überbeanspruchter Augen lese ich in den letzten Jahren erheblich weniger und strategischer als früher: Letzte Woche las ich nochmal Elridge Cleavers 68er-Aufschreitexte SEELE AUF EIS (auf Deutsch), mein englisches Altexemplar hab´ ich vermutlich verliehen und nicht zurückbekommen. Diesen Cleaver-Hinweis halte ich auch heute noch für wichtig: KONKURRENZ IST DAS GESETZ DES DSCHUNGELS – ZUSAMMEN ARBEITEN DAS DER ZIVILISATION (http://www.duckhome.de/tb/archives/9380-BLUTGIER.html) Diese Woche lese ich Franz Jungs HAUSIERER. GESELLSCHAFTSKRITISCHER ROMAN (1931) aus dem historischen Krisendeutschland. Und nächste Woche will ich im Zusammenhang mit nächst zu schreibenden Kritik ganzdeutschen Talmifeminismus an DIE GESCHÜTZTEN MÄNNER (1974), einen Roman von Robert Merleran … Merles DER TOD IST MEIN BERUF (1952) mit dem icherzählenden Nazivölkermörder hat mich schon vor Jahrzehnten - positiv und negativ zugleich - angesprochen.

4. Was ist das Wichtigste, das Sie in Ihrem Leben bisher gelernt haben?

Gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen hoffe ich gelernt zu haben. Und dabei weder verzweifeln noch aufgeben. Zäh werden und bleiben. Wo nötig auch verbissen. Und weder vergessen noch nachlassen. Im Übrigen lern´ ich immer noch – das zu tun, was ich kann, das zu lassen, was ich nicht kann und vor allem diesen Unterschied zu erkennen.

5. Welche Wünsche haben Sie für Ihre Zukunft?

Neben üblich-allgemeinen Wünschen wie Freiheit & Glück, Gesundheit & Lebensetz´ ich als Sozialwissenschaftler auf das, was ich 2004/05 FUTURUNG FUTURES nannte (http://www.grin.com/en/e-book/39890/ppf-past-present-future-aspects-of-an-integrative-concept-for-social). Ich erwarte in den nächsten Jahren die Anerkennung meines theoretischen Grundansatzes THE UTOPIAN PARADIGM (1991) und seiner praktischen Konsequenz FAKTOR 25 (http://ricalb.files.wordpress.com/2011/04/faktor252.pdf) und denk´ schon, es wird den hierzulande Alternativnobelpreis genannten RIGHT LIVELIHOOD AWARD noch´n paar Jahre geben…

6. Zum Abschluss: Haben Sie einen außergewöhnlichen Linktipp?

Weil Sie´s sind hier nur e i n aktueller Linktipp – dieser: http://gegen-den-strom.org [RA-110811]


Herr Dr. Albrecht* ist Sozialwissenschaftler, Autor & Bürgerrechtler. Er lebt seit Herbst 1987 als Freier Dozent, Editor & Publizist in Bad Münstereifel (NRW). Nach der mittleren Reife in Harburg 1963/65 Besuch des Wirtschaftsgymnasiums in Hamburg und Sprachlehrer. Ab Winter(semester) 1966/67 Studium der Sozialwissenschaften (Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie, Sozialpsychologie, Statistik) an den Universitäten Kiel und Mannheim [WH]. Ausbildung als Journalist. Erwerbstätigkeiten als Berufsschullehrer, beruflicher Ausbilder und als empirischer Sozialforscher. Promotion 1976. Habilitation 1989. Übernahme zahlreicher Forschungs- und Lehraufträge (unter anderem an der FH Köln, fh bund, RU Bochum, GH Siegen, WWU Münster, UniversitätMannheim).
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