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Keiner Fliege
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Ein Beitrag zur Aufklärung über Veganismus und Tierrechte
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Dürfen wir unsere geschmacklichen Vorlieben über das Leben anderer stellen?

Kurzen Gaumenfreuden kann bei ethischen Betrachtungen kein sehr großes Gewicht zukommen. Sie mögen angenehm sein, haben aber keinerlei Bedeutung für fundamentale Fragen wie das Überleben, die Fortpflanzung oder die soziale Ordnung. Die Herstellung von Tierprodukten ist jedoch unmittelbar und zwangsläufig mit der Verletzung grundlegender Rechte verbunden, und das Vergnügen beim Essen bietet keine Rechtfertigung dafür, ein anderes Tier als wirtschaftliche Ressource zu benutzen. Und das umso weniger, als es ein Überangebot an wohlschmeckenden Lebensmitteln gibt, für deren Produktion nicht absichtlich und systematisch die Rechte anderer verletzt werden.

Gleiches gilt für andere Bereiche der Tierausbeutung, beispielsweise das Tragen von Tierhaut oder Zoobesuche: Modische Vorlieben oder das Amüsement beim Betrachten gefangener Tiere legitimiert nicht die totale Übergehung der grundsätzlichen Interessen und Bedürfnisse empfindungsfähiger Individuen.

Wir müssen von der Annahme ausgehen, dass ein Tier – ob Mensch, Schwein oder Biene – selbstbestimmt und nicht lieber in Sklaverei leben will, von der Vermeidung eines gewaltsamen Todes ganz zu schweigen. Die Tatsache, dass uns etwas Vergnügen bereitet, hat darauf keinen Einfluss.

Eine solche Argumentation, die den anhaltenden Konsum von Tierprodukten rechtfertigen soll, zeigt vielmehr, dass wir trotz unserer Beteuerungen, die Interessen der Tiere ernst zu nehmen, bereit sind, diese Interessen komplett zu ignorieren, wenn wir einen Vorteil daraus ziehen können, und zwar sogar dann, wenn dieser Vorteil aus nur wenigen Minuten Genuss oder Unterhaltung besteht.


Mehr Fragen und Antworten: www.keiner-fliege.de

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Warum keine Milch, dafür werden doch keine Tiere getötet?

Das ist nicht richtig. Zwar ist der Tod des jeweiligen Tieres hier keine direkte Voraussetzung zur Gewinnung des Produkts (anders als beispielsweise bei »Rinderherz« oder »Kalbsleber«), dennoch stammen die meisten der hierzulande für die Fleischerzeugung getöteten Rinder aus Betrieben, in denen primär Kuhmilch produziert wird.

Dies sind zum Einen die beim Prozess der Milchgewinnung geborenen männlichen und die meisten weiblichen Kälber, die je nach Gesundheitszustand nach wenigen Tagen oder spätestens nach fünf Monaten ihren Tod im Schlachthaus finden.

Zum Anderen werden »Milchkühe«, deren Laktationsleistung so weit nachgelassen hat, dass ein eine fortgeführte Nutzung wirtschaftlichen Verlust bedeutet (die »Produktionseinheit Milchkuh« also nicht mehr profitabel ist), getötet. Dies ist derzeit nach etwa vier bis fünf Jahren der Fall (die natürliche Lebenserwartung für Rinder beträgt durchschnittlich 20 Jahre). Viel häufiger jedoch werden »Milchkühe« getötet, weil sie als Folge der äußerst stressintensiven Dauerbelastung an Klauenerkrankungen, Euterentzündungen oder Fruchtbarkeitsstörungen leiden und damit die Kosten-Nutzen-Bilanz negativ belasten.

Weibliche Säugetiere produzieren während der Schwangerschaft und nach der Geburt Milch, um ihre Nachkommen mit den benötigten Nährstoffen zu versorgen, bevor diese feste Nahrung zu sich nehmen können, nicht mehr und nicht weniger. Rinder bilden keine Ausnahme, auch wenn die Vorstellung von der Kuh, welche jeden Tag literweise überschüssige Muttermilch zu verschenken hat, weit verbreitet ist. Nur durch jahrzehntelange genetische Manipulation, spezielle Kraftfuttermischungen und die Verabreichung von Hormonen kann eine Kuh heute das Zehnfache der für Rinder typischen täglichen Milchmenge produzieren.

Die unnatürliche Größe und das Gewicht des Euters, die lebenslange intensive Milchproduktion, die dem Körper der Kuh Calcium und andere Nährstoffe entzieht, und das permanente Melken, das sehr häufig zu schmerzhaften Infektionen (wie bei stillenden Frauen Mastitis genannt) führt, dazu die psychische Beeinträchtigung durch Gefangenschaft und der stets wiederholte Verlust ihrer Kälber führen zu immensem Leid. Um maximalen Profit aus einer einzelnen Kuh zu schlagen, wird sie so früh wie möglich zwangsbefruchtet. Lässt die »Milchleistung« nach der ersten Geburt nach, folgt die erneute Befruchtung.

All dies trifft im Übrigen keinesfalls nur auf Kühe und Kälber in sogenannten Massentierhaltungen zu. Ein Milchbauer kann keinen Gewinn erzielen, wenn er nicht Kühe der Schwangerschaft aussetzt, die Neugeborenen von ihren Müttern fortnimmt und diese sowie alle »verbrauchten« Tiere schlachten lässt. Es handelt sich hier um unvermeidliche Aspekte der kommerziellen Milchproduktion. Verbraucher, die Milchprodukte nachfragen, nehmen diese Aspekte bewusst oder unbewusst in Kauf, ob es sich dabei um Bio-Produkte handelt oder nicht.

Wir konsumieren unvorstellbar große Mengen an Milchprodukten, weil wir es von Kindheit an gewohnt sind, weil es bequemer ist, als sich nach Alternativen umzusehen, und weil die Industrie über alle verfügbaren Kanäle den Mythos von der Milch als ausschließlichem Calciumlieferanten verbreitet. Da wir Menschen (wie alle anderen Lebewesen auf der Erde) jedoch tatsächlich in keiner einzigen Phase unserer körperlichen Entwicklung auf artfremde Muttermilch angewiesen sind, muss das oben beschriebene Leid als unnötig bezeichnet werden. Unnötiges Leid zu verursachen, und darin stimmen wir wohl alle überein, ist nicht zu rechtfertigen.


Mehr Fragen und Antworten: www.keiner-fliege.de


#vegan #veganismus #veganwerden #tiere #tierrechte #gerechtigkeit #freiheit #gewaltlosigkeit #respekt #keinerfliege #milch #milchprodukte
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Was ist Speziesismus?

Speziesismus bezeichnet die von einem irrationalen Vorurteil geprägte Einstellung, mit der eine oder mehrere Spezies anderen Arten gegenüber bevorzugt werden, ohne dass ein moralisch relevantes Kriterium dafür eine Rechtfertigung liefern könnte.

Speziesismus beruht (wie Rassismus, Sexismus und andere Formen der Befangenheit) auf einem moralisch irrelevanten Merkmal, auf dessen Grundlage die Interessen eines Individuums ignoriert werden, sogar wenn diese Interessen viel schwerer wiegen als die eigenen. So wird zum Beispiel das Leid und der Tod eines Huhns in Kauf genommen, um seinem eigenen Gaumen einige wenige Minuten lang zu schmeicheln. Ob wir jedoch nach Geschlecht, Alter, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Artzugehörigkeit diskriminieren – es ist ethisch nicht vertretbar, anderen ihre Rechte nach Kriterien zu verwehren, die zu der betreffenden Sache keinerlei Bezug haben.

Speziesismus (in der Praxis meist die Ausnutzung anderer Tiere zum eigenen Vorteil) wird oft begründet durch vermeintliche Unterschiede, die alle Menschen von allen Tieren anderer Arten abheben. Dabei werden etwa menschenähnliche Intelligenz, die Fähigkeit zu rationalem Denken oder ein grundsätzliches Rechtsverständnis angeführt.

Zwar ist der Mensch (vor allem durch seinen relativ hohen Intelligenzgrad und den daraus folgenden Technikeinsatz) offensichtlich in der Lage, Individuen anderer Arten für seine Zwecke zu nutzen, über die moralische Rechtfertigung dafür gilt es aber genauer nachzudenken. In einem Sozialgefüge, das auf Grundwerten wie Freiheit und Gerechtigkeit aufbauen soll, kann eine einzelne Gruppe allein aus ihrer körperlichen oder geistigen Überlegenheit keine Erlaubnis herleiten, eine andere Gruppe uneingeschränkt ausbeuten zu dürfen.

Auch das bloße Anderssein, ein anderes Geschlecht, eine andere Hautfarbe oder ein anderes Alter sind keine hinreichenden Kriterien dafür, die Mitglieder dieser Gruppe zu ausschließlich eigennützigen Zwecken missbrauchen zu können. Aus heutiger Sicht ist beispielsweise die Versklavung von Afrikanern, die nach Amerika transportiert und unter anderem zur Arbeit in der Baumwollproduktion gezwungen wurden, ein unbedingt abzulehnendes System. Das Argument »Wir sind ihnen technologisch überlegen« reicht nicht aus, um Sklaverei zu rechtfertigen. Ebenso wenig kann gelten »Es sind ›Wilde‹« beziehungsweise »Wir sind ›zivilisiert‹«.

Speziesismus, Rassismus, Sexismus und andere Formen der Ungleichbehandlung ähneln sich in der Hinsicht, dass ein moralisch irrelevantes Kriterium (Spezies, ethnische Abstammung, Geschlecht) dafür benutzt werden kann, Personen aus der moralischen Gemeinschaft auszuschließen oder deren Interessen mittels einer klaren Verletzung des ethischen Gleichheitsprinzips unterzubewerten oder zu ignorieren. Insofern gibt es Parallelen zwischen Tiernutzung und menschlicher Sklaverei, denn Tiere wie menschliche Sklaven haben ein fundamentales Interesse daran, nicht als Sachen eingestuft zu werden, und dennoch werden sie auf der Grundlage moralisch irrelevanter Merkmale als solche behandelt.

Heute gewähren wir jedem Menschen gewisse Grundrechte, allen voran das Recht auf Leben, auf körperliche und psychische Unversehrtheit und auf Freiheit von Leibeigenschaft, Zwangsarbeit und willkürlicher Inhaftierung (dabei halten wir fest, dass in bestimmten Zeiten durchaus Gesetze die jeweilige Gesellschaft bestimmten, welche nicht in unsere heutigen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit passen, und dass es immer noch Gesetze gibt, die es bestimmten Gruppen erlauben, zu wirtschaftlichen Zwecken frei über andere Gruppen verfügen zu können). Wir waren zumindest aufgeklärt genug, die Grenzen unserer moralischen Gemeinschaft im Laufe unserer Zivilisationsgeschichte auszuweiten: Nach Menschen anderer ethnischer Herkunft, nach Frauen und Kindern nehmen wir inzwischen beispielsweise homosexuelle Menschen per Gesetz in den Kreis derer auf, die alle über die gleichen Grundrechte verfügen sollten.

Hier unterscheiden wir also nicht mehr nach willkürlichen Merkmalen, sondern betrachten die tatsächlichen Interessen eines Individuums. Wir gehen davon aus, dass es anderen Menschen nicht egal ist, was mit ihnen geschieht, dass sie alle den Wunsch haben, frei von Leid zu leben. Es spielt hier keine Rolle, ob sie dunkel- oder hellhäutig sind, Frauen oder Männer, alt oder jung, gesund oder krank. Allein die Tatsache, dass sie empfindungsfähig sind, dient als Kriterium in der Frage, ob diese Menschen als Eigentum gehandelt und als bloße Ressource benutzt werden sollten.

Obwohl wir leider noch weit davon entfernt sind, innerhalb unserer Gesellschaft die Hautfarbe oder das Geschlecht eines Menschen als oft entscheidenden Faktor auszuschließen, erkennen die meisten zumindest an, dass ein solches Charakteristikum nicht als Begründung dafür dienen kann, Menschen die Beteiligung am politischen und zivilen Leben zu verweigern. Analog dazu gibt es keinen moralisch maßgeblichen Aspekt der Artzugehörigkeit, der eine Diskriminierung oder den Ausschluss nichtmenschlicher Tiere aus dem Kreis derer, die moralische Berücksichtigung verdienen, rechtfertigen könnte.

Für das Recht, als Mathematikprofessor an einer Hochschule zugelassen zu werden, ist angemessene Fachkenntnis ein moralisch relevantes Kriterium. Weder Geschlecht, Hautfarbe noch sexuelle Orientierung sollten hier als entscheidende Faktoren Gültigkeit besitzen. Für das Recht, moralisch berücksichtigt zu werden, ist dieses Kriterium die Empfindungsfähigkeit. Keinem fühlenden Wesen sollte aufgrund seiner Artzugehörigkeit das Recht entzogen werden, nicht ausgebeutet oder getötet zu werden, um von Menschen als Nahrung oder Kleidung sowie zu Unterhaltungs- oder Forschungszwecken benutzt zu werden.

Die extreme Voreingenommenheit des in praktisch allen Kulturen tief verwurzelten Speziesismus reicht nämlich viel weiter als die Missachtung des Rechts, nicht aufgrund des »Andersseins« geringfügig benachteiligt zu werden. Sie erstreckt sich vielmehr bis zur absoluten Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern, die unschuldig in Gefangenschaft oft unter körperlichen, psychischen wie emotionalen Qualen leben und äußerster körperlicher Gewalt in Form von Verletzung, Verstümmelung und Tötung ausgesetzt sind.

Nichtmenschlichen Tieren Grundrechte zu verwehren, einfach nur weil sie keine Menschen sind, kommt der Forderung gleich, die Versklavung dunkelhäutiger Menschen sollte fortgeführt werden, weil allein durch ihre Hautfarbe verdeutlicht wird, dass sie anderen in irgendeiner Weise unterlegen sind. Die Argumente für die Sklaverei und für die Ausbeutung von Tieren zeigen eine ähnliche Struktur: Wir verweigern bestimmten Personen die Teilhabe an unserer moralischen Gemeinschaft, weil es einen vermeintlichen Unterschied zwischen »ihnen« und »uns« gibt, der aber nichts mit den Gründen zu tun hat, die wirklich entscheidend für die moralische Berücksichtigung sind, allen voran die Empfindungsfähigkeit. Die Idee der Grundrechte für Tiere entspricht der logischen Konsequenz: Wenn wir der Überzeugung sind, dass Tiere keine gefühllosen Maschinen sind, erfordert das Prinzip der gleichen Berücksichtigung, dass wir aufhören, sie als Sachen zu behandeln.

Wenn wir allen Tieren das Grundrecht verleihen, nicht als Ressource benutzt werden zu können, bedeutet dies jedoch nicht, dass wir verpflichtet sind, ihnen dieselben Rechte zu geben, die wir auch Menschen gewähren. Die Ablehnung des Speziesismus bedeutet lediglich, dass bei der Festlegung der Grenzen unserer moralischen Gemeinschaft die Spezies nicht relevanter ist als die Hautfarbe oder das Geschlecht.

Speziesismus ist eine Form der irrationalen Bereichsbildung. Ein Beispiel einer solchen speziesistischen Abschottung ist die Einteilung von Tieren in Kategorien wie »Haustiere« und »Nutztiere«. Warum können wir einen Hund streicheln und lieben, während sich der Körper eines Schweins über dem Grillfeuer dreht? Warum verhält es sich nicht andersherum? Warum lassen wir nicht beide am Leben? Der einzige Unterschied zwischen beiden – die Spezies – ist jedenfalls kein hinreichender Grund für eine solch drastische Ungleichbehandlung.

Ein anderes Beispiel der speziesistischen Bereichsbildung sind die sogenannten Einzelaspekt-Kampagnen der großen Tierschutzorganisationen. Warum sehen wir so viele Proteste gegen das Tragen von Pelz und so wenige gegen das Tragen von Leder? Es gibt mit teurer Öffentlichkeitsarbeit gefahrene Kampagnen gegen die Jagd auf Robben, nicht aber gegen die Jagd auf Fische, bei der die Zahl der Opfer die der Robben um ein Millionenfaches übertrifft. Das Motiv für diese scheinbar willkürliche Auswahl ist zwar rein finanzieller Natur, dennoch verfestigen solche Kampagnen die voreingenommene Klassifizierung von Tieren. Sie sind moralisch inkonsistent und sollten deshalb vermieden werden. Veganismus hingegen ist der persönliche Ausdruck der Verpflichtung, speziesistische Vorurteile zu beseitigen und die Interessen aller Tiere ernst zu nehmen.


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Warum versuchen vegane Menschen immer, anderen ihre Meinung aufzuzwingen?

Tierrechte sind ebensowenig eine Sache der persönlichen Meinung wie jede andere moralische Kernfrage. Wir haben beispielsweise entschieden, dass menschliche Sklaverei nicht geduldet werden darf, und zwar nicht, weil einige Leute dieser Meinung waren, sondern weil es die Sklaverei erlaubt, dass Menschen als ausschließliche Ressourcen für andere dienen, wodurch ihnen jedwede moralische Berücksichtigung verwehrt wird.

Wenn Tierrechtler andere über die Ungerechtigkeit des Speziesismus informieren, das heißt über die systematische, brutale Ignoranz gegenüber den Grundbedürfnissen vieler Milliarden Gefangener und über das unbeschreibliche Leid, welches unsere Gewohnheit, unnötigerweise Tiere zu konsumieren, tagtäglich verursacht, zwingen sie niemandem eine Meinung auf. Sie legen vielmehr unanfechtbare Gründe vor, vegan zu werden:

Die Gefangenhaltung, Ausbeutung und Tötung empfindungsfähiger Tiere ist unnötig; die Gefangenhaltung, Ausbeutung und Tötung empfindungsfähiger Tiere verursacht Leid; unnötiges Leid zu verursachen ist moralisches Unrecht. Auf der anderen Seite zwingen nichtvegane Menschen ihre Meinung unschuldigen, fühlenden Lebewesen auf, jedes Mal wenn sie ein Tierprodukt konsumieren.

Die Auffassung, Tierrechte wären eine Frage der persönlichen Betrachtungsweise, steht in direktem Zusammenhang mit dem Status nichtmenschlicher Tiere als Eigentum von Menschen; sie setzt die Legitimität der Behandlung dieser Tiere als Dinge, welche ausschließlich zu menschlichen Zwecken existieren, voraus. Weil wir sie als Eigentum ansehen, gehen wir davon aus, dass wir das Recht haben, sie so wertzuschätzen und zu behandeln, wie es uns gelegen kommt. Unter der anderen Voraussetzung, nämlich wenn wir es moralisch nicht rechtfertigen können, andere Tiere als Eigentum zu behandeln, ist die Frage, ob wir sie für unsere Gaumen umbringen, sie zu »wissenschaftlichen« Experimenten oder als Sport- oder Unterhaltungsobjekte benutzen dürfen, ebensowenig eine Sache der Meinung wie die moralische Bewertung der menschlichen Sklaverei.

Insbesondere die Menschen, welche sehr gerne an ihrem gewohnten Tierproduktkonsum festhalten würden, bringen unter anderem häufig das Argument vor, alle Moral sei relativ. Sie sei schlicht eine Sache der persönlichen Einstellung, nie könne sie sich auf eine objektive Wahrheit gründen. Wäre dies der Fall, wäre die moralische Bewertung von Völkermord, Zwangsprostitution oder Kindesmisshandlung folglich ebenfalls nur eine Frage der persönlichen Meinung.

Obwohl niemand bestreitet, dass moralische Festlegungen nicht wie mathematische Sätze bewiesen werden können, bedeutet dies nicht, dass »alles geht«. Manche moralischen Ansichten werden von triftigeren Gründen gestützt als andere, und einige Positionen sind viel eher mit unseren bereits bestehenden Wertvorstellungen in Einklang zu bringen als andere. Die Haltung, aus welcher heraus wir nichtmenschliche Tiere als Dinge behandeln, einfach weil wir Menschen sind und sie nicht, ist schlicht und ergreifend speziesistisch. Die Ansicht hingegen, wir sollten Tiere nicht wie Dinge behandeln, geht konform mit unserer generellen Auffassung, Tiere hätten moralisch zu berücksichtigende Interessen und sollten nicht unnötigen Qualen unterzogen werden.


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Was ist mit Bio-Tierprodukten?

Tiere, welche auf »Bio-Höfen« oder in »Freilandhaltung« leben, sind bloße Mittel zu menschlichen Zwecken. Sie unterscheiden sich aus tierrechtlicher Perspektive nicht von »konventionell« gefangengehaltenen Tieren: Sie alle sind Leibeigene, die dann getötet werden, wenn es ihren Eigentümern am sinnvollsten erscheint. Es spielt prinzipiell keine Rolle, ob die Opfer unter sehr qualvollen oder unter geringfügig weniger qualvollen Bedingungen ausgebeutet werden; die Ausbeutung an sich ist nicht notwendig, daher ist die einzige moralisch akzeptable Verhaltensweise, sie vollständig zu unterlassen.

Es ist gut und wichtig, sich über die Folgen zu informieren, die unser Verhalten für andere hat, und wenn wir sehen, dass es eine Alternative gibt, die weniger Leid verursacht, ist es richtig, diese zu verfolgen. Genauso wichtig dabei ist jedoch, sich ausreichend zu informieren und nicht die Alternative zu wählen, welche zwar unser Gewissen beruhigt, aber das eigentliche Problem nicht umgeht.

Im Zuge der »Bio-Welle« der letzten Jahre wurde die Ansicht verbreitet, dass es möglich sei, Tiere und deren Produkte »schonend«, »artgemäß« oder sogar »human« zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Die Bezeichnungen bio oder ökologisch werden dann verwendet, wenn den Tieren entsprechend gekennzeichnetes Futter und eine Haltungsform zukommt, die sich durch meist unerhebliche Unterschiede (z.B. bei der Größe der Anlagen) zur konventionellen Produktion unterscheidet.

Nun ist es selbstredend aus ethischer Perspektive »weniger schlimm«, wenn wir ein Tier unter weniger quälerischen Umständen einsperren, so wie es »weniger schlimm« ist, einen menschlichen Sklaven nicht jeden Tag, sondern lediglich sechsmal pro Woche auszupeitschen. Die einzige moralisch fundierte Einstellung setzt jedoch die völlige Ablehnung der Sklaverei voraus, und nicht nur eine weniger peinigende Behandlung. Die Haltung von »Bio-Tieren« untermauert deren Status als Eigentum, ihr alleiniger Lebenszweck bleibt die Verwendbarkeit ihrer Körper für die »Besitzer«.

Selbst wenn das Bild der »heilen Tierwelt«, welches uns über Plakate, Fernsehwerbung und Produktverpackungen vermittelt wird, der Wirklichkeit entspräche, bliebe das eigentliche moralische Problem immer noch bestehen: Wir nehmen Tieren gegen deren Willen die Freiheit und das Leben, um unserem Gaumen zu schmeicheln. Das Zertifikat »bio« schützt kein Tier vor unwillkürlichen Eingriffen in sein Leben, welche drastischer gar nicht sein könnten: Lebenslange Gefangenschaft, Stress, Verstümmelung, Zwangsbefruchtung und – praktisch ausnahmslos – der gewaltsame Tod. Der Konsum von Produkten, deren Herstellung diese Praktiken erfordert, kann wohl kaum als Ausdruck unseres Respekts und unserer Sorge um das Wohlergehen der Tiere gelten.

Tiere aus »Bio-Haltung« werden als Produktionseinheiten für Güter behandelt, die den Profit des »Erzeugers landwirtschaftlicher Produkte« sicherstellen sollen. Ein einzelnes Tier besitzt dort nur jeweils den Wert, welchen es zum gegebenen Zeitpunkt für den »Erzeuger seiner Produkte« hat. Auch ein Bio-Bauer muss innerhalb unseres Kapitalsystems wirtschaften und kann deshalb nur sehr begrenzte Mengen an Zeit, Geld und Ressourcen in das »Glück« im Leben dieser Tiere investieren. Weil es keine Öko-Schlachthäuser gibt, enden die »Bio-Tiere« allesamt im selben Transport- und Tötungssystem wie ihre »konventionell« gefangengehaltenen Artgenossen, welches wiederum auch mit dem absoluten Minimum an Zeit-, Arbeits- und Kostenaufwand betrieben wird.

Für die Produktion von Hühnereiern, Rindermilch und Schweinefleisch treffen folgende Merkmale auf alle heute bestehenden Haltungsformen zu:

Von den Vögeln, welche einer »Lege-Zuchtlinie« angehören, werden die männlichen sofort getötet, die Schnäbel dürfen gekürzt und die Mauser erzwungen werden, die permanente Eiproduktion schwächt wegen des extrem hohen Nährstoffbedarfs den eigenen Körper. »Legehennen« werden nach spätestens zwei Jahren getötet, dem gegenüber steht eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren in Freiheit.

»Milchkühe« werden so früh wie möglich zwangsbefruchtet, der Nachwuchs wird innerhalb weniger Tage von der Mutter getrennt, um möglichst viel Milch für den menschlichen Konsum zu »gewinnen«. Die männlichen Kälber (die für die Milchindustrie nutzlos sind), werden so schnell wie möglich getötet. Die Enthornung der Tiere ist erlaubt, die ständige und hohe Milchproduktion begünstigt Nährstoffmangel (Calcium) und Euterentzündungen (Mastitis). Nach vier bis fünf Jahren werden die Kühe getötet, in Freiheit leben Rinder bis zu 25 Jahre lang.

Bei den »Mastschweinen« werden die männlichen Ferkel häufig kastriert, um den Wohlgeschmack ihrer Körper zu gewährleisten, ebenso erlaubt ist das Abschneiden der Schwänze (»Kupieren«). Die Schweine werden so früh wie ökonomisch vertretbar – in der Regel nach sechs Monaten – getötet. Ihre freien Artgenossen leben oft bis zu 20 Jahre lang.

Die Bezeichnung bio garantiert also keinesfalls ein »glückliches Leben«, sie sagt nichts aus über die Art und Weise, in welcher die betroffenen Tiere behandelt werden. Sie bezieht sich lediglich auf Regulierungen und Zahlen, welche die Beschaffenheit der Nahrung, die Merkmale und Abmessungen der Fluchtverhinderungsmaßnahmen, die erlaubte Höchstdichte der gefangengehaltenen Tiere und den Umgang mit Krankheiten festlegen.

Die »Nutzung« nichtmenschlicher Tiere nach den Verordnungen des ökologischen Landbaus mag eventuell in einigen Aspekten mit weniger Leid verbunden sein als die »konventionelle« Tierhaltung, in ihrem Wesen ist sie jedoch ebenso abzulehnen, denn die grundlegenden Interessen und Bedürfnisse (Freiheit, Leben, Unversehrtheit) der genutzten Tiere werden hier in selbem Maße ignoriert.


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