Massenvernichtungspseudonyme bei Google+

Auf diesen Moment hatte die Social-Network-Welt lange Zeit gewartet: Nach den vergangenen Tagen und den Diskussionen rund um Pseudonyme und Klarnamenpflicht trat heute Google Inc. in Mountain View, Kalifornien vor die Kameras. Nach der Vorstellungsrunde wurde +Andrew Bunner das Wort erteilt.

Bunner legte eine Multimedia-Show hin, die seines Gleichen sucht. Mehrere Monitore, Aufzeichnungen, Screenshots und E-Mails wurden der Öffentlichkeit gezeigt. Pseudonyme wurden der Welt als Inkarnation des Bösen präsentiert, keinerlei Zweifel sollten aufkommen.

Es war eine emotionale und doch sachliche Rede. Bunner überzeugte die anwesenden Journalisten, dass es auf Google+ Massenvernichtungspseudonyme gibt und man gegen sie aktiv vorgehen werde. "Die Menschen werden getäuscht, es wird gelogen und betrogen", so Bunner auf Nachfrage. Google legte Screenshots vor, auf denen Pseudonyme zu sehen waren. Auf all diesen Screenshots war offensichtlich verbotenes Material zu sehen.

"Es gebe keinen Zweifel, dass es sich hier um Massenvernichtungspseudonyme handelt", Bunner weiter. "Diese Massenvernichtungspseudonyme werden nicht nur gegen Klarnamen eingesetzt, als auch gegen andere Pseudonyme." Bunner machte den Eindruck, als würde hier unvorstellbare Gewalt ausgeübt werden. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass Google hier reagieren müsse, allein um die Nutzer zu schützen, die nichts zu verbergen haben.

Das Terrorregime, welches von einer Gruppe namens "Anonymous" angeführt wird, verfügt über geschätzte 1.000 Accounts, doch dies sei laut Bunner "eine sehr vorsichtige und konservative Schätzung". Google warnte davor, dass diese Massenvernichtungspseudonyme zur Kriegsführung gegen unbescholtene Klarnamen eingesetzt werden. Bunner wörtlich: "Die Unmenschlichkeit von Anonymous kennt keine Grenzen."

Als Beweise legte Bunner Screenshots von E-Mails vor, die über Gmail verschickt wurden. Anonymous kann heute innerhalb weniger Stunden mehr Fake-Accounts anlegen, als noch vor dem 30. Juni 2011. "Wir werden das System der Einladungen überdenken müssen", so Bunner. Man überlege, Google+ nur noch gegen Vorlage einer DNA-Analyse zu öffnen.

Anonymous hat bereits zugegeben, mehrere Fake-Accounts auf Google+ eingestellt zu haben. Bunner klang verzweifelt, als er anmerkte, dass bis jetzt keine Erklärung von Anonymous vorläge, warum dies geschehen sei. Er frage die anwesenden Journalisten rhetorisch: "Warum sollen wir im Falle von Anonymous nach dem Prinzip im Zweifel für den Angeklagten verfahren?"

Bunner beschuldigte Anonymous darüber hinaus, Terroristen Zugang zu Google+ zu gewähren. So sei auf dem Smartphone vom verstorbenen Osama bin Laden Zugangsdaten für Google+ gefunden worden. Zum Abschluss sagte Bunner: "Es gibt überhaupt keinen Zweifel: Auf Google+ gibt es Massenvernichtungspseudonyme. Dagegen werden wir vorgehen."
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