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Der verlorene Kontext des +Christian Jakubetz

Christian Jakubetz ist stolz. Sehr stolz. Verkündet zumindest der Tagesspiegel (http://lallus.net/8po). Als einer der ersten, wie der Tagesspiegel zu berichten weiß, hat er kritisiert, wie im Netz, falsch: von vielen Menschen auf die Ernennung Joachim Gaucks mit einem Erich-Honecker-Gedächtnis-Ergebnis durch die Parteiendemokratie reagiert wurde.

Christian Jakubetz ist aber auch geschockt. Kritiker nennt Jakubetz Gemütsterroristen, diese seien zudem schmallippig. Dass er dabei den Duktus eines Ansgar Heveling verwendet, Menschen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, als Terroristen bezeichnet - geschenkt. Man ist es von (rechts-) konservativer Seite gewohnt. Vielleicht ist er auch einfach nur beleidigt, weil sein Schmarrn im Cicero (http://lallus.net/8pp) nicht so einen Widerhall gefunden hat, wie schon pompös Patrick Breitenbach (http://lallus.net/8pb) zu berichten wusste. Autoren sind auch immer kleine Diven, das sollte man bedenken.

Man fragt sich auch, wie lange sich Jakubetz schon im Internet bewegt, dort publiziert. Ist es ein Jahr? Sind es zwei Jahre? Ohne Quellenangabe (wie schon Patrick Breitenbach) zitiert Jakubetz einen vermeintlichen Troll, der ihn als hirnloser Hetzer bezeichnet haben soll. Das hat es schon vor 15 Jahren gegeben und wird es auch noch in 15 Jahren geben. Dass einer dieser Trolle nun zitiert wird, damit die gesamten Gauck-Kritiker über einen Kamm geschert werden sollen, bekräftigt meine Vermutung: Die Gauck-Kritiker sollen mundtot gemacht werden.

Meine Großmutter, würde sie noch leben, hätte dafür einen speziellen Ausdruck: Unredlich. Das hat nun wirklich nichts mehr mit Journalismus zu tun. So nebenbei wird in den Kommentaren beim Tagesspiegel dann mal wieder die Anonymität im Internet infrage gestellt. Und als wäre das nicht genug, kommt ein weiterer Punkt hinzu. Ich schrieb vor drei Tagen (http://lallus.net/8pv): Die Medien und interessierte Gruppen werden dieses Schauspiel mit großem Interesse beobachtet haben. Das nächste Mal wird es dann nicht um einen rechten Hardliner auf Schloss Bellevue gehen, sondern um ACTA, Vorratsdatenspeicherung und Co. Den Spin zu ACTA dreht im selben Artikel bereits Christian Jakubetz.

Doch das soll nicht das Thema sein, wie gesagt, man kennt es aus den bekannten Ecken seit Jahren zuhauf. Worauf ich hinaus möchte, ist etwas Anderes: Jakubetz vergisst hier ganz und gar den Kontext zu beleuchten. Das heißt, in welchem Kontext sein ursprünglicher Artikel veröffentlicht wurde. In der Affäre Wulff sprach Michael Naumann von denunziatorischer Ruchlosigkeit im Internet (http://lallus.net/8pq), kurz vor diesem Artikel bezeichnete Christoph Seils das Netz als Gosse. Darauf reagiert doch kaum noch ein Mensch. Dass Alvar Freude sich da die Mühe gemacht hat, zu recherchieren, ist aller Ehren wert. Doch warum? Man kennt es. Man weiß es, zu bewerten.

Auch wenn die sogenannten Argumente im Cicero-Elaborat allesamt widerlegt wurden (http://lallus.net/8pr, http://lallus.net/8ps, http://lallus.net/8pt, http://lallus.net/8p8) - im oben erwähnten Kontext ist es nicht wirklich verwunderlich, das Jakubetz' Wort nicht ernstgenommen wurden. Warum auch? Merke:

Immer auf den Kontext achten.
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