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Stefan Matthias Aust
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Verlockend…

Und das Bundle ist wahrscheinlich innen größer als außen.

Ein kurzer Eindruck als Spieler zum Index Card RPG, welches bis zum Erscheinen des PDFs zum Star Trek Rollenspiel die DrivethruRPG-Charts angeführt hat. Inzwischen haben auch ein Vampire-Buch und Adventures in Middle Earth überholt.

Mir gefällt die grafische Gestaltung des Buches (soweit ich's sehen konnte).

Die Regeln sind kurz und knapp, vielleicht sogar zu knapp. Nichts gegen einen Baukasten, aber Dinge, die möglich sind, kann ich mir auch selbst ausdenken. Das aufeinander Abstimmen der jeweiligen Regeln ist gerade das, was ich von einem Rollenspielsystem erwarte. Hier habe ich das Gefühl, dass diese Arbeit auf den SL abgeschoben wird.

Die Charaktererschaffung ist angenehm simpel.

Man entscheidet sich für eine Bioform genannte Spe­zi­es (a.k.a. Rasse) und eine Klasse aus neun oder so Vorschlägen und verteilt dann 6 Punkte auf die klassischen 6 Basiseigenschaften (Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma) oder auf die Rüstungsklasse oder auf die vier Schadensformen (Basis, Waffe, Magie und Ultimate). Weitere Boni kann man später durch Ausrüstung (auch Beute genannt) erhalten. Die Bioform gibt einem 1 bis 3 weitere Punkte, die Klasse eine Belohnung genannte Sonderfähigkeit wie z.B. einen Zauberspruch beim Heiler. Dann sucht man sich drei Waffen aus, drei Ausrüstungsgegenstände und eine Beute.

Wer will, kann sich hier krasse One-Trick-Ponys bauen, denn die Regeln schauen hilfslos zu, wenn ein Powergamer zuschlägt. Mit Stärke +4 und Waffenschaden +2, mit einer Bioform, die nochmal +1 auf Stärke gibt, mit einer Waffe, die doppelten Schaden macht, mit einer Beute ("weapon kit"), die +2 Waffenschaden gibt, dazu noch 2x Rüstung plus Schild als Ausrüstung, hätte ich einen Krieger, der mit +5 angreift, dann 2W6+6 Schaden macht und RK 14 hat. Gegner haben üblicherweise 10 Punkte Schaden und man trifft anfangs mit 1W20+Stärke gegen 10.

Figuren können der Einfachheit halber 10 Ausrüstungsgegenstände tragen und 10 weitere im Rucksack mit sich schleppen. Wer das gegenüber dem SL verargumentieren kann, kann sich mit 9 Rüstungsteilen (und einer Waffe) einen RK-Bonus von +9 zulegen.

Ziel des Spiels ist offensichtlich, Beute zu machen. Diese verbessert die eigene Figur, indem sie Boni auf Basiseigenschaften, Rüstungsklasse oder Schaden gewährt. So kann man z.B. mit einem Buch +1 Intelligenz gewinnen.

Wenn der SL es fühlt, erreichen die Figuren einen Meilenstein und können sich da eine bei der Klasse aufgeführte Belohnung aussuchen. Dies können z.B. 10 weitere Trefferpunkte sein, bessere Waffen oder besondere Fähigkeiten. Ob man eine Belohnung auch mehrfach wählen kann, weiß ich nicht.

Gewürfelt wie gesagt mit 1W20+Basiseigenschaft gegen eine Schwierigkeitsgrad, der pro Szene festgelegt und offengelegt wird und somit für jede Aktion gilt. Wer's das erste mal nicht schafft, kann seine Aktion eine Runde später mit +3 wiederholen. Das zweite Mal wird's also leichter. Optional kann man auch noch eine Escalation-Die-Regeln ähnlich zu 13th Age einführen und dadurch noch mehr Würfelbonus bekommen.

Wer nicht brutal optimiert hat ansonsten ja eher einen bescheidenen Bonus von +1 oder +2.

Figuren haben jeweils 10 Trefferpunkte. Alle Waffen haben 1W6 Grundschaden, alle Magie hat 1W8 Grundschaden. Wer eine 20 würfelt, darf noch 1W12 zusätzlich addieren (ich hätte ja gedacht, man ersetzt dann den W6 oder W8, aber so ist's natürlich krasser). Auch einfache Gegner haben 10 Trefferpunkte; stärkere dann ein vielfaches von 10.

Übrigens kann man die selbe Mechanik auch benutzen, um andere länger dauernde Aufgaben zu schaffen, etwa jemanden mit Argumenten zu überzeugen, wo dann jedes Argument 1W4 oder 1W6 oder 1W8 oder was dem SL so einfällt als "Schaden" abträgt, wobei der Widerstand dann 10 oder 20 oder 30 oder was auch immer ist. So habe ich die Grundmechanik jedenfalls verstanden.

Apropos Runden: Die Regeln schlagen vor, dass man konsequent in Runden spielt, d.h. jeder ist Reihum einmal dran und kann seine Figur einmal bewegen und einmal handeln. Vorteil ist, dass so jeder – auch stille Spieler – mal dran kommt. Nachteil ist, dass das extrem starr ist und sich dadurch wie ein Brettspiel anfühlt – finde ich. Man erspart sich so allerdings Initiative zu würfeln oder ähnliches, weil reihum auch irgendwann der SL mit seinen Figuren dran ist.

Ich bin aktuell noch unentschlossen, ob ich ICRPG gut finde oder nicht. Es ist mir eigentlich zu unvollständig, gleichzeitig inspiriert diese Unvollständigkeit, die Lücken zu schließen. Nachteil finde ich, dass dann jeder SL die Sachen anders regelt, was, würde man nur am eigenen Tisch spielen, zwar kein Problem wäre, aber problematisch, wenn man eine Community haben will, die gemeinsam spielen können.

AnyDice [1] ist ein fantastisches Werkzeug, um Wahrscheinlichkeiten von Würfelwürfen zu berechnen und auch grafisch zu visualisieren. Wer also man den Unterschied zwischen 1W20 und 2W10 sehen möchte, kann

output 1d20 named "1d20"
output 2d10 named "2d10"

in das graue Eingabefeld eingeben, dann "calculate" drücken und dann auf "Graph" klicken. Für "hoch ist gut"-Systeme lohnt es, dann noch mal auf "At Least" zu klicken.

Nun war ich daran interessiert, wie sich 1W20 zu dem mittleren Wert (nicht Mittelwert) von 3W20 verhält. Median heißt so etwas. AnyDice beherrscht nicht nur Würfelformeln, sondern man kann beliebige eigene Funktionen definieren. Hier ist mein erster Versuch:

function: median D:s {
A: 1@D B: 2@D C: 3@D
if A >= B {
if B >= C { result: B } else { result: C }
} else {
if A >= C { result: A } else { result: C }
}
}

Eine Funktion leite ich mit dem Schlüsselwort "function" gefolgt von einem Doppelpunkt ":" ein. Variablen dürfen offenbar nur ein Zeichen lang sein (Nachtrag: Nein, es müssen allerdings alles Großbuchstaben sein). Sie können einen von drei Typen haben: Normale Zahlen (n), zu würfelnde Würfel (d) und Sequenzen (s). Ich brauche letzteres, weil ich nicht möchte, das AnyDice mir die "3d20", die ich meiner Funktion als Argument übergeben möchte, schon ausgerechnet (d.h. aufsummiert). Eine lokale Variable definiert man implizit, indem man hinter ihrem Namen (in Großbuchstaben) und einem Doppelpunkt einen Ausdruck angibt. Der "@"-Operator liefert mit "N@S" das N. Element der Sequenz S, wobei die Adressierung 1-basiert ist. Somit zerlege ich mit der ersten Zeile meine Sequenz und weise die drei einzelnen Würfelergebnisse drei lokalen Variablen zu. Trenner zwischen den Anweisungen braucht AnyDice offenbar nicht – typisch für Programmiersprachen ist da ja sonst ";" oder "." oder auch einfach nur ein Zeilenumbruch. Dann finde ich mit einigen Vergleichen das zweigrößte Ergebnis und gebe es zurück, indem ich es der spezielle Variable "result" zuweise. Eigentlich ganz einfach, oder?

Nun kann ich mit

output [median 3d20] named "median"

die Normalverteilung sehen. Aufrufe eigener Funktionen werden (ähnlich wie in Objective-C) in eckigen Klammern geschrieben.

Aber Stefan, sagt ihr jetzt, deine Funktion ist doch viel zu kompliziert. Du kannst doch ausnutzen, dass AnyDice die Werte in einer Sequenz automatisch sortiert. Das ist richtig. Aber ich aber erst gelesen, als ich meine Funktion schon geschrieben hatte. Hier ist also die verbesserte Version:

function: median D:s {
result: 2@D
}

Der Software-Entwickler in mir möchte ja unbedingt eine Vorbedingung (assert bzw. precondition) hinschreiben, dass die Länge von "D" 3 sein muss… So etwas habe ich in der Dokumentation aber nicht entdeckt. Was die Dokumentation allerdings bereit hält, ist eine vordefinierte generische Median-Funktion. Ich kann einfach

output [middle 1 of 3d20]

schreiben und erreiche das selbe. Dann hätte ich aber nicht gelernt, wie man AnyDice um eigene Funktionen erweitert.

Ach ja, was ist denn nun mit dem Median? Die Abweichung ist bei Hoch-ist-gut relativ gering. Dafür ist ein kritischer Erfolg mit 20 extrem unwahrscheinlich geworden (0,7% statt 5%). Die Wahrscheinlich für 11+ liegt in beiden Fällen bei 55%, höhere Werte werden etwas unwahrscheinlicher. IMHO nicht der Mühe wert. Zudem finde ich's psychologisch doof, dass man seinen besten Wurf immer ignorieren muss.


[1]: http://anydice.com/

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26 niedliche Monster (und ein nicht ganz so niedliches Cover – also Klicken, es wird besser) eines stolzen Elternteils… (ich weiß nicht, ob Dusty Mann oder Frau ist)


Was übrigens Übersetzungsqualtät und angebliche Überlegenheit von Originalen angeht, möchte ich einmal über Mutant Crawl Classics lästern, welches, obwohl mit viel Zeit und Geld gekickstartet, extrem enttäuschend ist. Ich erwarte, dass sie ein überarbeitetes PDF herausbringen und hoffe, dass Goodman Games wie versprochen, den Druck der Bücher hat umstellen können, sodass sie die Zeit haben, dem Drucker eine korrigierte Vorlage zu geben.

Im GG-Forum gibt es einen Thread mit mindestens 4 Seiten, die (nach meiner Überschlagszählung) mindestens 80 Fehler listen. Das geht von Kleinigkeiten wie "it's" statt "its" und umgekehrt (wo mich wundert, wieso es da zu Fehler kommen kann) über offensichtliche Auto-Rechtschreibkorrektur-Fehler bis hin zu Dingen, wie dass Passagen aus DCC unvollständig kopiert und nicht angepasst wurden, dass man vergessen hat, die Attribute zu beschreiben (MCC soll ja ein eigenständiges Regelwerk sein), dass eine richtige Ausrüstungsliste fehlt, es mit keinem Wort Fertigkeitsproben erläutert (einige Klassen aber welche haben), die Regel, wie man nicht stirbt, an entscheidender unvollständig ist, und der ganze Aufbau so schlecht ist, dass man Stufe-0-Charaktere nicht erschaffen kann, ohne den Rest auch zu kennen und zu raten, was wohl noch dazu gehört. Ach ja, Würfel erklären sie in dem Buch (im Gegensatz zu ihrem Free RPG Schnellstarter, wo sie DCC auf 30+ Seiten gequetscht haben) auch nicht.

Keine Glanzleistung von Goodman Games und das, obwohl es eines dieser geheiligten englischsprachigen Originale ist, die immer ja so viel besser sind als alles, was deutsche Verlage produzieren.

Also, System Matters, oder wer auch immer DCC und hoffentlich auch MCC übersetzt: das ist eure Chance…

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Ich hatte versprochen, einen Vergleich zwischen iPad Pro 12,9 und iPad Pro 10,5 zu posten, was beides verdammt gute (wenn auch teure) Tablets sind, um Rollenspielbücher zu lesen.

Ich glaube, dadurch, dass ich die Helligkeit der Bildschirme hochgedreht habe, habe ich meine Kamera verwirrt und das "echte" Buch verblasst dagegen total. Es sollte eigentlich auch nur zum Größenvergleich dienen.

Wie man sieht, kann das größere Tablet das A4-Buch in nahezu Originalgröße darstellen. Das kleinere Tablet könnte das mit A5-Büchern.

Die letzten beiden Grafiken zeigen ein Dokument, das in A5 (oder dem US-Äquivalent) erzeugt wurden und da kann man zumindest auf dem großen Tablet das ganze auch doppelseitig anzeigen. Oder aber für alte Säcke™ wie mich, im Hochformat in angenehmer Lesegröße.


PhotoPhotoPhotoPhoto
06.07.17
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Da die Free RPG Day Swags nur 14 Tage exklusiv sein müssen, gibt es z.B. hier den Schnellstarter für RuneQuest Glorantha jetzt als kostenloses PDF: https://www.chaosium.com/content/FreePDFs/RuneQuest/CHA4027%20-%20RuneQuest%20Quickstart.pdf

Wer will, kann den Schnellstarter auch gedruckt kaufen: http://www.chaosium.com/runequest-roleplaying-in-glorantha-quickstart/ 

Auch das deutsche RuneQuest 6 heißt nun zukünftig Mythras. Die gute Nachricht nebenbei, die erste Auflage ist abverkauft bzw. steht nur noch in Läden rum, und die nächste Auflage kommt zur Spiel 2017.

Der Name RuneQuest ist somit für die neue Glorantha-spezifische Version frei, die will die RuneQuest Gesellschaft doch bestimmt auch herausbringen, oder, … oder?

Da Chaosium neben RuneQuest: Glorantha ja auch noch RuneQuest: Fantasy Earth veröffentlichen wird, bleibt die Lage bei den W100-basierten Regelsystemen aber unübersichtlich. Wie wäre es denn mit einem RuneQuest: Mythos für die Freunde von cthulhuidem Horror? :-)

siehe https://www.tanelorn.net/index.php/topic,103164.msg134509747.html

Mir fiel auf, dass bei Star Trek Adventures die Regeln für Extrawürfel bei Proben verändert sind. Bei Conan kostet jeder weitere Würfel einen Punkt Doom oder Momentum. Bei STA hingegen 1, 2 oder 3 Punkte.

Wo Conan 3 Punkte braucht, um mit 5W20 zu handeln, muss Kirk 6 Punkte ausgeben. Gibt Conan einen Punkt Fortune aus, kosten die anderen beiden Würfel 2 Punkte. Nach einem Punkt Determination muss Kirk noch 5 Punkte bezahlen.

Siehe https://philgamer.wordpress.com/2017/06/23/lets-study-star-trek-adventures-part-4-operations/

Im Kampf kann man man die erste Verletzung wegkaufen. Dies kostet 2 Punkte – oder mehr, wenn der Angriff intense ist. Alternativ kostet es eine Komplikation – unabhängig von intense würde ich sagen – und kann somit die bessere Wahl sein.

Danach muss man sich eine Aktion lang ausruhen und kann dann erneut eine Verleztung wegkaufen. Zudem bekommt er ggf. Stress zurück.

Übel ist nur, wenn man zwei Verletzungen gleichzeitig kassiert, weil man fünf Stress verliert und dadurch auf 0 Stress fällt.

Eine nicht weggekaufte Verletzung führt (außer man gibt Determination) aus, zum KO und wenn sie lethal war und nicht behandelt wird, zum Tod am Ende der Szene. Noch eine Verletzung führt in diesem Fall zum sofortigen Tod.

Siehe https://philgamer.wordpress.com/2017/06/27/lets-study-star-trek-adventures-part-7b-combat/

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