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Ein Romanautor liest „Die 10 wichtigsten Punkte einer Urheberrechtsreform“ der Piratenpartei

1. Verkürzung der Schutzfristen auf 10 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Die aktuellen Schutzfristen (70 Jahre nach dem Tod des Urhebers) nutzen und dienen in erster Linie den Rechteinhabern. Das Problem der Nichtverfügbarkeit vieler Werke gründet sich nicht zuletzt auch in diesen übermäßig langen Schutzfirsten, da viele Werke oft nicht neu aufgelegt oder neu vermarktet werden und trotzdem nicht freigegeben sind.

Das mit den Schutzfristen ist ein in meinen Augen völlig überbewerteter Gesichtspunkt. Für die meisten Werke sind die Schutzfristen ohne Bedeutung, weil sie bereits lange vor dem Ableben des Urhebers irrelevant geworden sind. Als Romanautor ist man schon gut dran, wenn ein Roman 10 Jahre nach seinem Erscheinen noch lieferbar ist; ob der Roman, an dem ich gerade schreibe, im Jahre 2050 oder im Jahre 2110 gemeinfrei wird, dürfte herzlich egal sein. Doch für diejenigen Werke, die überragende Bedeutung erlangen, sind die Schutzfristen mitunter kaum lang genug: Es ist das derzeit geltende Urheberrecht, das bis auf weiteres z.B. „Pippi-Langstrumpf“-Pornos verhindert.

Zu widersprechen ist dem häufig geäußerten Argument der „Nichtverfügbarkeit“: Das klingt so, als seien Werke bis zum Ablauf der Schutzfristen in Tresoren weggeschlossen. Zumindest für Bücher ist das Gegenteil ist der Fall – praktisch alle Bücher stehen in Bibliotheken und sind sehr wohl verfügbar. Man muss sich dazu freilich vom Rechner wegbewegen, was heutzutage offenbar schon als „nicht verfügbar“ gilt. Doch wenn es wirklich darum geht, wäre es sinnvoller, über geeignete Regelungen für die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen nachzudenken.

2. Wir wollen die Rechte der Urheber gegenüber den Rechteinhabern stärken. So sollen, Rechte bei Nichtausübung der Rechteinhaber schneller auf den Urheber zurückfallen und die Vergabe ausschließlicher Nutzungsrechte auf maximal 25 Jahre beschränkt werden. Nach Ablauf der Frist fallen diese Rechte dann zurück an die Urheber.

Was Verlagsverträge betrifft, fallen Rechte bei Nichtausübung ohnehin mehr oder weniger automatisch an den Urheber zurück (manchmal muss man nachhelfen, wobei in der Regel ein entsprechend formulierter Brief genügt); zudem ist es in den letzten Jahren üblich geworden, Verlagsverträge nur über wenige (7-12) Jahre zu schließen. Es würde mich interessieren, für wen diese Änderung von Belang ist – ist es für einen Journalisten nützlich, wenn die Rechte an 25 Jahre alten Zeitungsartikeln an ihn zurückfallen?

Für den Fall, dass ein Buch unvermutet ein überragender Bestseller wird, der Vertrag aber sehr zuungunsten des Urhebers abgefasst ist (wie es z.B. bei Erstlingsverträgen gern der Fall ist), sodass dieser nicht angemessen daran beteiligt wird, käme ein automatischer Rechterückfall nach 25 Jahren – mit der Möglichkeit, anschließend neu zu verhandeln – meist zu spät, um noch von Nutzen zu sein. (Patrick Süßkinds „Das Parfum“, erschienen 1985, verfilmt 2006, hätte 2010 neu verhandelt werden können. Hmm.)

3. Im Kontext von öffentlichen Bildungseinrichtungen soll jegliche Mediennutzung von Werken frei von weiteren Urheberrechtsabgaben jenseits der regulären Anschaffung erfolgen. Außerdem sollen hier neue Geschäftsmodelle auf Basis freier Lizenzen angeregt werden.

Kommt mir vor wie eine Änderung, die Schulbuchverlage mit einem Federstrich in den Konkurs schicken würde, mitsamt der dort mitunter angesammelten pädagogischen Kompetenz. Es sei denn, man lässt zu, dass die Anschaffungskosten entsprechend steigen. Buy-Out sozusagen.

4. Die zeitgemäße Archivierung von Werken in Bibliotheken muss möglich sein, die freie Verfügbarkeit zu Bildungszwecken gewährleistet werden.

Die zeitgemäße Archivierung von Werken ist seit jeher die Kernkompetenz von Bibliotheken, insofern ist das keine Änderung. Allerdings sind Archivare auch seit jeher nie early adopter neuer Technologien gewesen, und das ist gut so: Denn so manche „Zukunft“ ist schon enttäuschend schnell Vergangenheit geworden.

Falls damit allerdings gemeint sein sollte, dass es eine Schande ist, dass man die Digitalisierung der Bestände deutscher Bibliotheken einer amerikanischen Privatfirma (Google) überlässt, weil kein europäischer Staat imstande ist, ein solches Projekt selber mit der nötigen Effizienz auf die Beine zu stellen, stimme ich zu.

5. Das Recht auf Privatkopie soll ausformuliert und festgeschrieben sowie die Erstellung von “Remixes” und “Mashups” erleichtert werden. Kopierschutzmaßnahmen und digitale Rechteverwaltung (DRM) wollen wir abschaffen.

Richtig, Privatkopien müssen erlaubt sein. Wobei „privat“ weiterhin heißen muss: „nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“. „Privat“ umfasst meines Erachtens z.B. nicht die Hunderte von Facebook-“Freunden“, die manche haben, auch nicht das sich hinter Avataren verbergende Publikum von Tauschforen: all dies ist „Netz-Öffentlichkeit“.

Die Abschaffung von Kopierschutzmaßnahmen und DRM kann man meines Erachtens getrost dem Markt überlassen. Um der Entwicklung nachzuhelfen, böte sich folgende Vorgehensweise an, die sachlich eigentlich die Zustimmung aller Parteien finden sollte: Aus Sicht des Verbraucherschutzes klafft nämlich in dem System DRM noch eine gewaltige Lücke dahingehend, dass, wenn ein Anbieter Konkurs gehen sollte, die Käufer von Leselizenzen unter Umständen mit wertlos gewordenen Dateien dastehen. Das ist so theoretisch nicht; es gab bereits den Fall GemStar/Rocketbook. Und keine Firma lebt ewig, auch Amazon nicht.

Ein Verbraucherschutzminister, der mehr von IT versteht als wie man einen Facebook-Account anlegt, hätte eigentlich initiativ werden müssen, alle in Deutschland tätigen Anbieter von DRM-geschützten Dateien gesetzlich zu verpflichten, eine gemeinsame Datenbank aufzubauen und zu unterhalten (z.B. der Deutschen Nationalbibliothek unterstellt/angegliedert), in denen alle Dateien und Schlüssel so zu hinterlegen sind, dass ein Kunde, der eine DRM-geschützte Datei erwirbt, auch nach einem eventuellen Konkurs des Anbieters Zugriff auf sein Leserecht behält, und zwar auch mit anderen Geräten, falls die in Konkurs gegangene Firma gleichzeitig Lesegeräte hergestellt hat.

Das wäre nicht nur eine legitime, sondern sogar eine längst dringend gebotene Maßnahme. Zudem wäre es eine marktgerechte Maßnahme, da die Wahlmöglichkeit des Anbieters, wie er Dateien anbieten will, erhalten bleibt. Doch ein solches Gesetz würde natürlich die Kosten/Nutzen-Rechnung beeinflussen – und man darf vermuten, zuungunsten des DRM … ;-)

6. Wir wollen mehr Mitspracherechte für Urheber gegenüber Rechteverwertern, wie etwa ein Zweitverwertungsrecht oder eine zeitliche Begrenzung von »Buy-Out«-Verträgen (Reform des Urhebervertragsrechtes).

Mir ist unklar, worauf dieser Punkt abzielt. Es scheint mir aber wenig Kenntnis dahinterzustehen von dem, was heutzutage tatsächlich in Verwertungsverträgen steht: Da gibt es ganz andere Hämmer (Verpfändung von übertragenen Urheberrechten, um Finanzgeschäfte des Verlages abzusichern, zum Beispiel, und dergleichen mehr). Aktuell sorgt der Literaturagent für angemessene Mitsprache und ausgewogene Verträge, nicht der Gesetzgeber.

7. Das private, direkte, nichtkommerzielle Filesharing und die Weitergabe von Werken soll entkriminalisiert werden. Filesharer sind die besseren Kunden und das Bedürfnis nach “try-before-buy” ist ein berechtigtes Bedürfnis.

Was ist privates, direktes, nichtkommerzielles Filesharing? Wenn damit gemeint ist, dass Kumpel A seinem Kumpel B (=privat) einen USB-Stick gibt (=direkt) und sagt, „lies das mal, das ist toll“ (=nichtkommerziell), dann sehe ich kein Problem: Das ist eine Privatkopie, die ja jetzt schon legal ist.

Alles, was darüber hinausgeht – die grundsätzliche Legalisierung von Filesharing also – ist dagegen ein absolutes No-Go. Wer Dateien in mehr oder weniger allgemein zugängliche Bereiche des Internets hochlädt, um sie für mehr oder weniger beliebige andere zum Download bereitzustellen (ist nicht das eigentlich, was man unter „Filesharing“ versteht?), veröffentlicht sie damit, und wenn er das mit Dateien tut, die Werke im Sinne des Urheberrechts sind, dann ist das verboten und muss es bleiben.

Das Argument „Filesharing gibt es und das wird auch nicht mehr verschwinden“ zieht nicht, denn auch Schwarzfahren gibt es, es wird auch nicht wieder verschwinden (es sei denn, man schafft die öffentlichen Personenbeförderung ab), trotzdem bleibt es illegal, und wer erwischt wird, wird bestraft. Genauso soll der Filesharer, wenn man ihn schon nicht an seinem Tun hindern kann, zumindest befürchten müssen, identifiziert und bestraft zu werden.

Das Bedürfnis nach „try-before-buy“ ist durchaus berechtigt, aber es ist Sache des Anbieters, es zu befriedigen, nicht des Gesetzgebers. Wie Autofirmen Probefahrten anbieten und Hersteller von Wasserbetten, einem ihre Produkte für zwei Wochen ins Haus zu liefern und aufzustellen, können Buchverlage Leseproben anbieten und tun es teilweise bereits: Für die Beurteilung, ob man ein Buch lesen mag, genügt das im Normalfall als Entscheidungsgrundlage.

Es gibt das Argument, „Sharing“ gebe es ja auch schon in Bezug auf Papierbücher; da nenne man es „Ausleihen“: Das stimmt, aber es zeigt nur, dass eBooks und gedruckte Bücher eben nicht ganz dassselbe sind. Die Dynamik des Ausleihens eines gedruckten Buches ist dergestalt, dass das Buch wieder zum Ausleiher zurückkehren muss, ehe es wieder verliehen werden kann, und dadurch die Zahl der Kontakte begrenzt bleibt. Bei einer Datei entfällt diese Bremse: eine weitergegebene (kopierte) Datei kann ohne Verlust beliebig oft an weitere nahe Kreise weitergegeben werden, was (nach dem Satz, dass man über 6 Ecken jeden Menschen auf der Welt erreicht) theoretisch dazu führen könnte, dass jeder Mensch auf Erden in ihren Besitz gelangt.

Es wird argumentiert, dass ein ausgeliehenes Buch oft Auslöser dafür ist, Interesse an den Werken des betreffenden Autors zu entwickeln. Das entspricht durchaus auch meiner Erfahrung, aber die „Werbewirksamkeit“ von Downloads wird meines Erachtens in dem Maße nachlassen, wie die digitale Form das endgültige Produkt ist. Während noch vorstellbar ist, dass man nach der Lektüre eines „gesharten“ eBooks beschließt, sich das betreffende Buch in Papierform zuzulegen, um es zu verschenken oder sich (da viele Bücher ja auch schöne Gegenstände sind) ins Regal zu stellen, wird wohl kaum jemand nach Anhören eines „gesharten“ Hörbuchs, das ohnehin nur als Download erhältlich ist (wie derzeit z.B. von Audible), sich dasselbe Hörbuch noch einmal kostenpflichtig herunterladen.

In jedem Fall ist es Sache des Urhebers, sein Werk kostenfrei zur Verfügung zu stellen, wenn er sich von einer solchen Maßnahme etwas verspricht, und nicht Aufgabe anderer.

8. Neue Geschäftsmodelle: Alle bisher funktionierenden Modelle sowie neue Möglichkeiten wie Micropayment, Crowdfunding und -Investing aber auch die Option der Pauschalabgaben, die dem Urheber zugute kommen. Pauschalabgaben müssen unseren Vorstellungen von Datenschutz und der Privatsphäre in Netzen entsprechen. Wir wollen weiterhin eine faire und angemessene Vergütung für Urheber gewährleisten. Auf gegenseitiges Vertrauen zu setzen ist hier jedoch ein ebenso wichtiger Bestandteil, wie auf funktionierende und neue Vertriebswege zu setzen.

Ist es wirklich Aufgabe der Politik, sich Geschäftsmodelle auszudenken? Meines Erachtens nicht. Aufgabe der Politik ist, die Spielregeln für jedwede Geschäftsmodelle zu definieren, und zwar so, dass niemand unangemessen begünstigt oder benachteiligt wird.

Die faire und angemessene Vergütung ist die, auf die sich Leistungserbringer und Leistungsnutzer ohne äußeren Zwang einigen, weil sich jeder der Beteiligten einen Nutzen von dem Austausch verspricht.

Das mit dem „gegenseitigen Vertrauen“ ist Kinderkram: Wenn man einander vertraut, sind Gesetze sowieso unnötig. Gesetze sind gerade für den Fall auszulegen, dass man einander nicht vertraut und sich nicht einigen kann.

9. Das bisherige Abmahnwesen für Verletzungen des Urheberrechtes durch Privatpersonen muss beendet sowie die Störerhaftung zugunsten freier WLAN-Netze abgeschafft werden.

Dazu kann ich schwer was sagen, da mir das ein rechtlich ganz anderes Gebiet zu sein scheint. Wobei auch ich in der Tat den Eindruck habe, dass das juristische Instrument der Abmahnung zunehmend missbraucht wird, ohne dass der Gesetzgeber einschreitet: Das ist auch anderen Bereichen des Lebens ein Ärgernis.

Allerdings würde ich im Sinne einer „best practice“-Strategie erst einmal erkunden, wie andere Länder das handhaben, wie gut oder schlecht das jeweils funktioniert und versuchen, darauf aufbauend konkrete Alternativen zu entwickeln.

10. Das Urheberrecht muss den Anforderungen des medienkompetenten Nutzers von heute gerecht werden und darf ihn in seiner kreativen Nutzung nicht beschränken.

Zu schwammig, als dass ich was damit anfangen könnte. Recht beschränkt grundsätzlich, da die eigene Freiheit da enden muss, wo die Freiheit des anderen beeinträchtigt wird. Aufgabe des Gesetzgebers ist, die gegenlaufenden Interessen gegeneinander abzuwägen und durch entsprechende Regeln mit dem Ziel höchstmöglicher, freilich nie erreichbarer Gerechtigkeit auszugleichen.

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Ein Punkt, der total fehlt, obwohl er für die meisten „Normal-User“ wohl der wichtigste sein dürfte: Dass das Urheberrecht nicht vorsieht, was in sozialen Netzwerken wie Facebook usw. heutzutage üblich ist, ja, was deren Kernfunktion ist: Einander auf Dinge aufmerksam machen, die man selber interessant findet. Ich kann nur vermuten, dass das „irgendwie“ mit den Punkten 5, 7 und 9 „mitgemeint“ sein soll, aber wenn ich lese, dass ein auf IT spezialisierter Anwalt vorrechnet, die Facebook-Seite eines durchschnittlichen Teenagers sei gut 14.000 € Abmahngebühren „wert“, dann meine ich, dass das zumindest einen eigenen Punkt auf so einer Liste wert sein sollte, idealerweise mit einem Lösungsvorschlag.

Wie der aussehen könnte, weiß ich als juristischer Laie auch nicht. Ich denke nur folgendes: Angenommen, niemand hätte jemals etwas widerrechtlich ins Internet hochgeladen – alle Fotos, die sich darin befinden, seien von deren Urhebern eingestellt worden, alle Musikvideos von den Plattenfirmen usw.; sprich, alle Werke im Netz wären von ihren Urhebern oder deren Beauftragten in der Absicht eingestellt worden, sie zu verbreiten –, dann gäbe es kein Problem. Was immer man dann in welcher Form auch immer in sein Blog, seine Homepage usw. übernähme, entspräche dem Willen des Urhebers und wäre damit in Ordnung. Also sind das Problem doch diejenigen, die etwas im Netz veröffentlichen, ohne die Erlaubnis des Urhebers zu haben, oder? Wäre es vielleicht ein Ansatz, die strafrechtliche Verfolgung auf den Upload zu beschränken? Wie gesagt, das ist nur der Gedankengang eines juristischem Laien.

Eine andere Idee wäre, in den Dateiformaten selbst ein Informationsfeld zu schaffen, das maschinell auslesbar ist und in dem der Urheber hinterlegen kann, was er wünscht, dass mit seinem Werk geschehen soll: Was ja sehr unterschiedlich sein kann, von „bitte so weit verbreiten wie möglich“ bis zu „darf nicht kopiert werden“ (ähnlich den CC-Lizenzen). Man könnte das die „Urheberbitte“ nennen und die Browser und sonstigen Programme so gestalten, dass sie automatisch entsprechende Warnhinweise anzeigen, falls man etwas damit tun möchte, das der Urheberbitte nicht mehr entspricht – ähnlich, wie Google+ einen warnt, wenn man ein Posting teilen will, das der Verfasser nur mit seinen Kreisen teilen wollte. Vielleicht ließe sich auf diese Weise das herstellen, was gegenwärtig wohl vor allem vermisst wird: Rechtssicherheit.

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Fazit: Die zehn Punkte sind ein ziemliches Sammelsurium und enthalten nichts, worin ich wirklich eine Verbesserung erkennen könnte, insbesondere keinen Gedanken, der mir ein „hey, coole Idee!“ entlocken würde. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hier ohne viel Fachwissen rein aus Nutzersicht gedacht worden ist, garniert mit ein paar unkonkreten Lippenbekenntnissen zugunsten der Urheber, damit’s besser klingt. Was mir im Nachgang auch erklärlich macht, wieso gleich im ersten Punkt ausgerechnet auf die Schutzfristen abgezielt wird: Der Ablauf der Schutzfrist heißt schließlich, dass ab da jeder mit dem Werk machen kann, was er will.

Und das ist das Gefühl, das zurückbleibt: Dass es im Grunde darum geht, das Urheberrecht einfach so weit zu stutzen, dass man mit allem, was man findet, machen kann, was man will.
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109 comments
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Toll, Andreas! Durchleuchtet und klar und gut kommentiert!
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In großen Teilen kann ich Dir zustimmen (auch wenn das mit Pippi Langstrumpf schlecht recherchiert ist, wie ich gerade bei der Google Bildersuche feststellen musste).

Angenommen, niemand hätte jemals etwas widerrechtlich ins Internet hochgeladen – alle Fotos, die sich darin befinden, seien von deren Urhebern eingestellt worden,[...] sprich, alle Werke im Netz wären von ihren Urhebern [...] in der Absicht eingestellt worden, sie zu verbreiten –, dann gäbe es kein Problem.

Hier kann ich Dir nicht zustimmen. Wenn ich ein Foto mache von einem sensationellen Ereignis und dies an eine Zeitung verkaufe, diese darum einen Artikel schreibt und dann ihre Werbung neben diesen Artikel setzt - dann ist es ein Problem, wenn eine andere Zeitung dieses Bild nimmt und selbst einen Artikel schreibt. Ich nehme der Zeitung 1 dann zwar nicht ihr Bild weg ("Diebstahl"), aber die Möglichkeit, ihr Investment in mein Foto zu finanzieren.
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die anekdotische beweisführung bzgl. der schutzfristen kann ich mir auch nur über das extrem abschreckende beispiel von James Joyce Erben erklären. Diese haben in extremer art und weise "den daumen" auf kommentierte versionen von ulysses gehalten. allerdings ist das ja nun nach 70 jahren auch vorbei - und gewiss ein einzelfall.

ansonsten: zustimmung. auch das fazit kann ich voll und ganz unterschreiben.

trotz soviel "manpower" kommt bei den piraten vielfach nur "ich will ich will ich will" ohne durchdachte substanz. schade eigentlich.
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Deine Bemerkungen zu DRM sehe ich in Punkt 4 der Forderungen abgedeckt. Es hilft nicht, ein DRM-verschlossenes Dokument in einem Archiv zu haben. Das kann in 30 Jahren niemand mehr lesen.

Was mir im Forderungskatalog fehlt ist der Umgang mit öffentlich finanzierten Werken. Wieso soll ich für Daten, deren Erstellung ich mit meinen Steuern, Abgaben und Gebühren bezahlt habe, Geld bezahlen, wenn ich sie nutze?
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+Jens Frank Wenn jemand mit Fördermitteln aus öffentlichen Töpfen eine Firma gründet, musst Du trotzdem für die Produkte der Firma bezahlen. Warum sollte das bei geistigen Produkten anders sein?
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+Stefanie Heidbrink
Wenn ich den Öffentlich-Rechtlichen schon pauschal etwas gezahlt habe, zahle ich für den Film, die Doku nichts mehr.

Beachtenswerte Unterschiede
Die Produktion eines Werkes kostet nur einmal. Die Produktion eines physikalischen Produktes jedes mal.
Speicherung und Verteilung von Digitalen Kopien in einem globalen Netzwerk, ist um Größenordnungen billiger die Produktion, Verteilung von physikalischen Gütern.
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+Martin Möbius genau diese argumentation kann man prima verwenden, um einem autor sein ebook einmal abzukaufen und anschliessend beliebig oft zu kopieren.

man hat ja einmal bezahlt...
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Es fehlt bei den Piratenforderungen so einiges. Was aber angesichts der Komplexität und umfassenden Geltung nicht verwundert.
Je nach Situation haben ja auch die Urheber völlig unterschiedliche Interessen, ob Musiker, ob Texter, ob freier Journalist oder Fotograf, ob Buchautor....

Dein Vorschlag zur "Uploader-Haftung" greift leider zu kurz, da ja viele Verletzungen damit zu tun haben, dass eine bestimmte Nutzung genehmigt ist, aber nicht andere. Beim reinen Filesharing mag das ja noch klappen, aber bei Fotos und Texten scheitert es. Und auch bei Musik ist es so, dass jede Wiederveröffentlichung lt. Gema zumindest Vergütungspflichtig ist. Für Youtube-Videos in denen Fans ihre Lieblingslieder nachsingen, benötigen Sie eine explizite Erlaubnis des Rechteinhabers.
Dein zweiter Vorschlag mit den Metatags ist ja z.T. in Fotos schon möglich bzw. wird praktiziert. Allerdings wird es spätestens bei Mischwerken (Videos) ziemlich kompliziert. Außerdem ignoriert es, dass in bestimmten Situationen auch gegen den Willen des Urhebers eine Nutzung rechtmäßig sein kann (oder sollte).
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+Christian Buggedei Ah, vielleicht hätte ich selber eine "Urheberbitte" anfügen sollen: Bitte nach Belieben weiterverbreiten!
:-)
Berlin ist mir aber zu weit weg.
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Dass Erben manchmal die Pest sind, liegt in der Natur des Erbens. Das ist auch in anderen Bereichen so. Wäre eine andere Diskussion, inwieweit das sinnvoll geregelt ist.
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absolut. mir gings nur darum, dass ich den verzicht auf schutzfristen für nicht vorrangig halte
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+Bruno Jennrich
Was ist deine Frage?

Der untere Teil ist keine Argumentation sondern die Faktenlage.
Speicherung und Verteilung ist aufs Byte gesehen billig.
Das Internet verursacht hohe Fixkosten und geringe Stückkosten (Byte).
Da kann ich nix für, bin nur überaus dankbar das wir das haben.

Die Frage nach der Finanzierung der Erschaffung das Werkes habe ich nicht berührt.
Um wieder Ontopic zu werden, bei, vom Steuerzahler finanzierten Werken ist für den größten Kostenblock, die Erschaffung,gezahlt worden.
Nochmal zu zahlen kann nur für den Anteil passieren, der durch den Betrieb der Plattform (Server+Personal) entsteht.
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erneut: die bits und bytes sind nicht das was du bezahlst.

und was mir an deiner argumentation nicht gefällt, ist die tatsache, dass autoren prinzipiell alle rechte an ihren werken verlieren sollen, wenn diese von GEZ und co (also von "unseren gebühren") bezahlt wurden.

erkennt doch bitte einfach mal an, dass es nicht mehr um die bits und bytes geht. es geht nicht um den datenträger, du hast bei einem buch auch nie nur das papier bezahlt. wieso ist das eine 300seiten buch teuerer als das andere?
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Zu meinem Vorschlag einer staatliche beaufsichtigten DRM-Datenbank: Das sehe ich, +Jens Frank , nicht durch Punkt 4 abgedeckt, weil die Situation eine ganz andere ist. Ich finde, wenn jemand DRM-geschützte Dateien (also quasi: Leselizenzen) verkaufen will, ist es nicht unbillig, von ihm eine gewisse Gewährleistung über die eigene Existenz hinaus zu verlangen, ähnlich, wie Betriebe Betriebshaftpflichtversicherungen abschließen müssen und dergleichen. Konkrete Situation wäre: Ein Kunde der Firma GemStar, der sich damals Buch X gekauft hat, müsste heute hingehen und sagen können: "Hier, ich hatte bei GemSTAR die und die Kundennummer, das Gerät von damals hat den Geist aufgegeben, heute habe ich, was weiß ich, einen Amazon Kindle mit der und der Nummer, bitte übertragen Sie meine Lizenzen."
Kann man einem DRM-Anbieter doch vorhalten, oder? "Sie wälzen das Risiko Ihrer künftigen Existenz auf Ihre Kunden ab, das ist nicht im Sinne des Verbraucherschutzes."
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+Andreas Eschbach Ich lese noch, aber vorab zu DRM:

Das wäre etwas, was man in das Konkursrecht einbringen könnte. Solche Unternehmen verschwinden ja nicht einfach, sondern werden abgewickelt. Die DRM-Schlüssel müssten dann bei einer Abwicklung z. B. an die Deutsche Nationalbibliothek ausgehändigt werden.
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was bei solchen datenbanken immer problematisch ist, ist die frage: was passiert bei kompromitierung des hauptschlüssels (s. DVD keys)...
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ich habe diese "Wunschliste" - Programm mag ich es nicht nennen - vor einiger Zeit in meinem FB Stream gepostet.

Mein Eindruck, wie überhaupt bei der ganzen Argumentation von Seiten der Piraten, die haben von Verlagsabläufen, Verträgen etc. überhaupt keine Ahnung. Dieser Eindruck hat sich dann bei diversen FB-Diskussionen bestätigt.

Ich habe das auch bereits detailiert ausgeführt und ein Mitglied der Piraten-Partei wollte meine Argumente in die Diskussion mit einbringen.

Als "große Lösung" wurde dann wieder einmal die Kultur-Flatrate präsentiert - obwohl ich expliziert aufgeführt hatte, warum das so nicht funktioniert.

Mein Fazit: Die Mitglieder Piraten-Partei wollen ihr Ding durchziehen, und was die Urheber sagen interessiert nicht.
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"Wenn ich den Öffentlich-Rechtlichen schon pauschal etwas gezahlt habe, zahle ich für den Film, die Doku nichts mehr. "
+Martin Möbius Da wird der Film fürs Fernsehen produziert und dafür hast du schon bezahlt. Trotzdem stehen die Film nicht zum kostenlosen Download im Internet, aber können zum Teil gegen Bezahlung als DVD erworben werden.Ich vermute, die Filme kosten bei weiterer Verwendung (zB Kinovorführung) nochmal Geld.
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+Bruno Jennrich Was gefällt Dir nicht an der Idee, dass einmal komplett bezahlte Produktionen vom Käufer (der Allgemeinheit) ohne weitere kommerzielle Interessen auf Dauer genutzt werden können? Oder anders herum gefragt: warum ist es (außer für die private Konkurrenz) gut, wenn (durchaus ordentlich) bezahlte Inhalte nach x Tagen im Gilftschrank verschwinden ("depubliziert werden")?
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+Myra Çakan Einige der Piraten sind doch auch Urheber zB von Büchern. Haben die sich dazu eigentlich mal geäußert?
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+Myra Çakan Exakt so erlebe ich das ständig. Auch hier habe ich kürzlich jemandem versucht zu erklären, wie die Musik-Branche aufgebaut ist und funktioniert.
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Frage an die Urheber: Wie ist das, wenn das Fernsehen einen, sagen wir mal, Tatort produziert. Bekommt der Drehbuchautor dann einen Pauschalbetrag, oder bekommt er bei jeder Wiederholung in irgendeinem dritten Programm noch mal einen Cheque? Oder auch der Schauspieler, Kameramann, Visagist, ...?
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+Stefanie Heidbrink ich habe mich sehr ausführlich mit einem Übersetzer ausgetauscht, der dann anfragte, ob er meine Ausführungen in Arbeitsgruppe einbringen dürfte. Nachdem ich zugestimmt hatte, kam er dann mit der "frohen" Botschaft zurück, dass die Piraten jetzt nicht mehr gegen eine Einführung der Kulturflatrate wären. Obwohl ich, wie gesagt, in epischer Breite ausgeführt hatte, warum das eine Katastrophe wäre.
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genau: der druckmaschinenenbediener und der druckerschwärzehersteller, und der kabelverlegende strassenbauer dürfen auch nicht vergessen werden....
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+Jens Frank generell lässt sich folgendes sagen: für Buy-outs gibt es mehr Geld, für andere Verträge weniger. Mit beiden Modellen kann man als Urheber gewinnen oder verlieren.
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+Bruno Jennrich
Was willst du?
Jetzt kommst du mit der Frage, was etwas Wert ist. Das hat wenig mit der Frage zu tun, was etwas kostet.
Das eine Buch ist teuerer weil der Rechteinhaber glaubt von dir den Preis bezahlt zu kriegen.

Und selbstverständlich treten Urheber ständig Verwertungs-Rechte ab. Kein komplexes Werk würde sonst erschaffen werden können. Das ist keine Argumenation, das ist aktuelle Rechtslage. Sonst gäbe es keine Mediathek, keine DLF-Podcasts.

Die Situation ist das es ein Unternehmen gibt, was du und ich finanzieren und was Werke herstellt
Glaubst du nicht das das was da produziert wird dir und mir gehört?
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+Myra Çakan Also, das das mit der Kulturflatrate von einer Mehrheit der Piratenpartei getragen wird, sehe ich noch nicht. Ich mag das Ding auf jeden Fall nicht, und kenne auch keine Piraten in meinem Umfeld, die dafür wären.
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+Martin Möbius

1.) bitte nicht in diesem ton!
2.) ich glaube, du unterliegst dem glauben, dass nur das etwas wert ist, das du "greifen" kannst.
3.) ist die erstausstrahlung umsonst - zweit/drittverwertungen sind dann eben kostenpflichtig (voll ok für mich)
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+Christian Buggedei Diese Flatrate stammt aus einer anderen Zeit. Vor drei Jahren waren die Piraten sehr wohl für ein solches Modell. Das hat sich auch erst kürzlich leicht geändert. Aus der CCC-Ecke kommt das ebenfalls unrealistische "Kulturwertmark"-Modell.
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+Stefanie Heidbrink
Doch, die Werke an denen alle Rechte gehalten werden, gibts für dich und mich zum rutnerladen auf den WEbsiten von bspw. DLF und ARD und ZDF.
Leider nur wenige Tage, Stichwort depublizieren.
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+Andreas Eschbach Du bemängelst: "Dass das Urheberrecht nicht vorsieht, was in sozialen Netzwerken wie Facebook usw. heutzutage üblich ist, ja, was deren Kernfunktion ist: Einander auf Dinge aufmerksam machen, die man selber interessant findet."

Wie macht man denn in sozialen Netzwerken auf Dinge aufmerksam? Man teilt sie. Das Video, der Song wird hochgeladen und allen zur Verfügung gestellt Was im Ergebnis bzw. technisch im Grunde nicht von Filesharing zu unterscheiden ist: Inhalte werden mit "allen" geteilt. Will man das eine erlauben, muss das andere fast zwangsläufig mit-erlaubt werden - selbst wenn man das eigentlich gar nicht will.
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+Christian Buggedei das ist in der tat ein problem. nu den intial uploader zur verantworung zu ziehen wäre auch kurzsichtig.

vielleicht eine "rücknahme-" oder löschverpflichtung nach bekanntwerden des urhg verstoßes (ohne großes abmahngeraffel).
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+Christian Buggedei Man teilt nicht den Song, sondern einen Link. Hier kannst du z. B. keinen Song hochladen, sondern musst ihn via Link teilen. Dieser Link wird fairerweise auf die Website des Künstlers oder eines "Verwerters" zeigen.

Heisst es nun Filesharing oder Linksharing? Was von den beiden Formen ist fair und welches ist unfair?
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+Andreas Eschbach Eine andere Idee wäre, in den Dateiformaten selbst ein Informationsfeld zu schaffen, das maschinell auslesbar ist und in dem der Urheber hinterlegen kann

Das gibt es heute schon in einigen Fällen und könnte ebenfalls als DRM bezeichnet werden. Nicht alles, was DRM ist, unterbindet die Kopierbarkeit.

Problem: selbst diese Felder werden von einigen Hardcore-Sharern entfernt bzw. umgeschrieben. Dieses File wird dann die weite Verbreitung finden.
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+Bruno Jennrich, +Andreas Roedl : Wenn ich +Andreas Eschbach in seinem Ausgangspost richtig verstanden habe, hält er das "auf tolle Inhalte aufmerksam machen" für eine generell akzeptable und gängige Kulturtechnik, die wir nicht mit Strafen oder Verboten belegen sollen. Idealerweise ist dieses "aufmerksam machen" natürlich ein Zeiger auf die Webseite des Künstlers - aber häufig genug ist es eben auch das selbst hochgeladene YouTube-Video, da die Seite gerade nicht da war, oder der jetzt-wirklich-tolle-Song da nicht zu finden ist.

Da will niemand dem Künstler schaden, sondern (positive) Aufmerksamkeit erregen. Und wird derzeit dafür bestraft. (siehe auch das von +Andreas Eschbach erwähnte Video mit Udo Vetter: Wie uns das Urheberrecht kriminalisiert - Fast jeder ist ein Täter | ON3)

Die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Wollen wir diese Nutzung erlauben oder nicht? Wenn wir sie erlauben, öffnen wir die Schleusen zu allgemein erlaubten Filesharing. Wenn wir sie verbieten, riskieren wir, dass immer weniger Menschen das Urheberrecht als ein sinnvolles und schützenswertes Recht ansehen. Ein wenig die Wahl zwischen Pest und Cholera.
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Die Sache mit dem Urheberrecht und den Museen/Archiven ist im Detail dann leider doch ziemlich kompliziert:

"Dr. Eric W. Steinhauer ist Bibliothekar an der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen. Als Bibliotheksjurist beschäftigt sich Steinhauer unter anderem mit den urheberrechtlichen Problemen der digitalen Langzeitarchivierung. "

http://www.irights.info/index.php?q=node/2205
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+Bruno Jennrich vielleicht eine "rücknahme-" oder löschverpflichtung nach bekanntwerden des urhg verstoßes (ohne großes abmahngeraffel).

Das ist der Sinn einer Abmahnung. Diese sind nicht selten so formuliert, dass man verpflichtet wird, das File zu entfernen, ansonsten wird man zur Kasse gebeten.
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+Andreas Roedl Allerdings wird einem dann zusätzlich bei der Abmahnung eben noch die Kosten für die Abmahnung selbst in Rechnung gestellt - was dann gerne um die 1000 Euro sind. Die vereinbarte Strafe für den Wiederholungsfall liegt dann gerne um ein bis zwei Zehnerpotenzen höher.
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+Christian Buggedei aber häufig genug ist es eben auch das selbst hochgeladene YouTube-Video, da die Seite gerade nicht da war, oder der jetzt-wirklich-tolle-Song da nicht zu finden ist.

Das sind diese fadenscheinigen Argumente...


Da will niemand dem Künstler schaden, sondern (positive) Aufmerksamkeit erregen.
Ja dann gibt es halt keine "Aufmerksamkeit", die ja auch der einzige Grund zu sein scheint, wenn jemand ein geklautes Werk auf YouTube hochlädt oder ein Ebook in eines der Foren einstellt. Man wollte dem Künstler ja nur zu "Aufmerksamkeit" verhelfen. Wie ehrenhaft.

Machen wir uns doch nichts vor!
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+Myra Çakan Guter Hinweis, das könnte funktionieren, wenn man da eine verständliche und nicht zu restriktive Lösung finden kann.
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+Christian Buggedei Abmahngebühren sind nicht Teil der Urheberrechtsdebatte! Und das muss mal langsam auch kapiert werden. Kann doch nicht so schwer sein.

Wegen hoher Abmahngebühren also am Urheberrecht drehen? Geht's noch? Das ist Sache der Gebührenordnung für Anwälte und dort passiert gerade etwas.
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+Andreas Roedl Du stellst also die These auf, dass YouTube Videos mit zB Musik in der Regel einzig und allein deswegen eingestellt werden, damit urheberrechtlich geschütztes Material kostenlos weiterverbreitet werden kann?
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+Andreas Roedl Dreh mir das Wort nicht im Mund um. Ich wollte nur Deine Ausführungen gegenüber +Bruno Jennrich präzisieren, da dort das "ansonsten" im Satz implizierte, dass eine Abmahnung im Falle des "ich mach ja was Du willst" keine Kosten verursachen würde.
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+Christian Buggedei Es hat auf YouTube niemand das Recht, urheberrechtlich geschützte Werke zu veröffentlichen, ausser der Urheber oder sein Vertreter selbst. Basta!

Und das wird auch so umgesetzt und das ist gut so.

Wenn jemand meine Musik irgendwo hochlädt - oder +Andreas Eschbach s Bücher - dann ist das unmoralisch. Er kann mich oder ihn zuerst fragen, was er sich aber bestimmt nicht trauen wird. Aus auch für ihn nachvollziehbaren Gründen.

Nein. Das ist kein heroischer Akt, fremde Werke zu veröffentlichen.
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+Andreas Roedl Von "heroisch" ist ja gar keine Rede. Eher von "so sieht es nun einmal ein guter Teil der Leute" - nämlich dass YouTube das moderne Äquivalent von "lass mich Dir mal diese Schallplatte vorspielen" ist.

Wenn Du das nicht glaubst, bzw. denen dieses verwehren willst, dann ist das Dein gutes Recht. Ist halt im meinem Beispiel die Wahl von Cholera statt Pest. Vielleicht passt sich das Rechtsbewusstsein der Menschen auch tatsächlich doch daran an, aber ich bin da eher pessimistisch.
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Dazu passend: ich habe gestern ein paar Bilder vom Polizeieinsatz in Berlin gemacht. Hier - 200 Meter entfernt - stehen gut und gerne 100 Polizeifahrzeuge.

Ich habe die Beamten jedes Mal um Erlaubnis gebeten, sie fotografieren zu dürfen, wenn ihre Gesichter erkennbar waren und sie hatten kein Problem damit.

+Christian Buggedei Das ist halt der Unterschied. Man kann vorher fragen, ob man das Musikvideo, das Ebook irgendwo veröffentlichen kann. Die Default-Antwort auf diese Frage wird durch die jeweilige Lizenz gegeben!

Das Urheberrecht erlaubt dem Urheber bestimmen zu können, was andere damit machen dürfen und was nicht. Mehr nicht.
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ich persönlich finde um-Erlaubnis-Fragen ja auch besser. (Siehe Kommentar #1).
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+Christian Buggedei Ähm. Du willst nicht verstehen, oder?

"nämlich dass YouTube das moderne Äquivalent von "lass mich Dir mal diese Schallplatte vorspielen" ist."

Wie wurde dir vorhin schon erklärt? Eine Privatkopie ist etwas vollkommen anderes als eine Veröffentlichung.

Wenn du jemandem etwas vorspielen willst, dann mach das, aber veröffentliche nicht dabei die Arbeit anderer Leute global.

Du weisst doch, dass man bei YT auch die Sichtbarkeit einschränken kann. Man kann bestimmen, wer was sehen kann. Du willst jemandem ein Video vorspielen? Dann so und nicht anders.

Ausserdem kann man beim Upload eines Videos die Lizenz bestimmen. Ginge es darum, dem Urheber "Aufmerksamkeit" zu schenken, dann würden die Leute dieses Lizenzfeld brav und korrekt ausfüllen.

Nein. Das sind fadenscheinige Argumente und du weisst das auch. Wenn nicht, dann diskutiere ich nicht weiter.
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Steht übrigens auch alles im Original-Post da oben. Aber das geht halt nicht rein...

Und wenn YT dazu dient, anderen mal was schönes vorzuspielen, dann dürfen Kino-Betreiber einfach in den nächsten Laden gehen, sich eine Blu-Ray für drei Euro ausleihen und den Film dann 300 Leuten am Abend vorspielen. Eintritt: 10 Euro / Nase.

Bringt ja - nach dieser "Logik" - "Aufmerksamkeit" für die Filmemacher.

Also manchmal...
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+Andreas Roedl Dann lass uns diesen Teil der Diskussion hier beenden - ich habe anscheinend a) ein anderes Menschenbild und b) eine daraus resultierende andere Vorstellung davon, was legitim ist. Ich kommuniziere in vielen Dingen gerne offen, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich so eine Serendipitätsmaschine (via +Kristian Köhntopp: http://blog.koehntopp.de/archives/3101-Die-Serendipitaetsmaschine.html) in Gang setzt.

Nach Möglichkeit mag ich dabei gerne auch direkt Inhalte zeigen, anstatt zu sagen "komme doch mal bei Gelegenheit bei mir vorbei, dann spiele ich Dir das vor" - das funktioniert nämlich schon rein praktisch nicht, weil nicht jeder beliebige Internetnutzer nachts um 3 bei mir zuhause anklopfen kann. Ich hätte deswegen gerne eine Möglichkeit, wie ich das legal machen kann. Meinereiner ist sensibilisiert genug, dass ich das lasse, wenn ich diese Möglichkeit nicht finde - aber es gibt anscheinend genügend Leute, die eine andere Verhaltensweise als legitim erachten, da sie es eben als Äquivalent, zum Schallplatte-Vorspielen sehen.

Aber wie gesagt, lass uns das hier beenden, wir haben da andere Vorstellungen und werden da nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
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Ethik, Fairness, Gerechtigkeit und Moral.
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Die Piraten wollen ja Tauschbörsen legalisieren. Würde ihnen folgendes Modell eigentlich ausreichen?

Eine Tauschbörse, in der man nur eigene Werke zum Download zur Verfügung stellen darf. Man muss das zuerst nachweisen und dann bekommt man für jeden Download des eigenen Werks eine - nennen wir sie - Kulturwertmark. Für diese darf man dann ein fremdes Werk herunterladen. Das sollte es doch sein und sollte ausreichen oder irre ich mich?

Die Piraten müssen sehr gute Gründe aufzeigen, warum eine solche Tauschbörse nicht ausreicht. Ein Ding der Unmöglichkeit.
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+Andreas Roedl Weil das eine Tauschbörse wäre, in der nur erfolgreiche Urheber Dinge herunterladen können, und niemand sonst.
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Funktioniert nicht scribd.com so ähnlich? Lade was von Dir hoch, dann darfst Du was von jemand anders herunterladen. Bloss laden halt viele Stephen King hoch stattdessen :-(
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Ich wollte auch nur (mal wieder) entlarven, worum es eigentlich und wirklich geht...
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+Andreas Roedl >>Das wäre etwas, was man in das Konkursrecht einbringen könnte. Solche Unternehmen verschwinden ja nicht einfach, sondern werden abgewickelt. Die DRM-Schlüssel müssten dann bei einer Abwicklung z. B. an die Deutsche Nationalbibliothek ausgehändigt werden.<<
Denk dran, dass man es hier vielfach mit US-Firmen zu tun hat. Wenn die in Konkurs gehen, dann haben die andere Sorgen, als sich um lokale Gesetze irgendwo im Rest der Welt zu kümmern. Außerdem ist mit einer Ablieferung von DRM-Schlüsseln noch nichts gewonnen; was man braucht, ist ja eine Möglichkeit, die Rechte zu übertragen. Da müssen sich Anbieter zusammensetzen und erst entwickeln, wie so etwas gehen soll. Und dass sie das tun, das zu fordern fände ich legitim. Man würde Übergangsfristen einräumen usw., aber an einem Stichtag müsste da eben etwas stehen. Ein Auffangsystem. Sozusagen der "DRM-Rettungsschirm" ;-D
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Hartes DRM ist doch schon dabei, sich zu überleben. TOR hat es z.B. gerade abgeschafft.
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Das kann ja auch eine Konsequenz sein. Dass die Anbieter sagen, "och nöö, so wichtig ist DRM jetzt auch wieder nicht".
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+Myra Çakan Wichtiger als dass TOR auf DRM verzichtet dürfte sein, dass Rowling darauf verzichtet und stattdessen auf Wasserzeichen setzt. Machst Du ja auch, hab ich gesehen. Da sehe ich eher die Zukunft.
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Der Reformbedarf besteht nicht dort, wo jemand fremde Werke auf Youtube hochlädt. Das ist verboten und gehört auch weiter verboten.

Schief geht dort etwas, wo das Video gesperrt wird, obwohl der Urheber selbst es hochgeladen hat.
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+Jens Frank Deshalb gibt es nicht gleich einen Reformbedarf. Das ist die Sache von YT und des Urhebers. Passiert übrigens sehr selten und lässt sich ja klären. Ein verschwindend kleines Risiko dafür, eine solche Plattform überhaupt erst nutzen zu können. Das mit der Klärung solcher Fälle ist übrigens stratght forward.

Keine Sache der Politik. Man tut ja so, als gäbe es ein Recht auf YouTube. Wenn Google morgen ganz YT zu macht, dann kommt bestimmt auch jemand daher und fordert ein YT-Gesetz.
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Passiert selten? Nee, ist der Regelfall bei Künstlern, die von der GEMA vertreten werden.
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Die YT-Sache ist noch schlimmer... ich werde und ich will auch nicht von der GEMA vertreten werden. Trotzdem wegen GEMA meine Videos (wo ich bei Ton und Bild Urheber bin, oder die passenden Rechte besitze) auf YT in Deutschland gesperrt. Leider finde ich nichts bei YT das ich das umgehen kann.

Bei Deutschen ist der Generalverdacht immer GEMA!
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+Jens Frank Du hast keine Ahnung, oder? Warum sind alle Videos der Ärzte verfügbar? Die, vieler, vieler anderer Künstler?

Und warum das Video nicht einfach auf seine eigene Website packen? Wieso unbedingt YouTube?

+Dirk Hasenauer Butter bei die Fische. Zeig mal die Videos...
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Und was hat das Vorzeigebeispiel Deichkind vor ein paar Wochen ein Fass aufgemacht, weil das Video "gesperrt" wurde? Das war ein reiner PR-Gag, hat aber wohl Eindruck hinterlassen.

Logisch war das Video zu sehen, weil Deichkind kurz mit der GEMA telefoniert hat (wie es alle machen) und siehe da:

Deichkind - Leider Geil (Official Video)
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+Andreas Eschbach das sehe ich auch so. Ich habe mich erst mit DRM beschäftigt, als die Thematik durch meinen "Autorenshop" auf mich zukam und habe mich dann ganz bewusst für Wasserzeichen entschieden, obwohl das für mich mit extra Kosten verbunden ist.
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kaum fährt man von der nordsee zurück ins geliebte rheinland ist hier der teufel los :-)
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Schwarzfahren hört auf, sobald man keine Fahrscheine mehr braucht.
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ja, weil der staat pleite ist zum beispiel :-) nein im ersnt, der fahrscheinlose öpnv ist das äquivalent zur kulturflatrate. ich halte beides für einen fehler (wohingegen ÖPNV frei aus steuergeldern ohne zusätzliche abgaben evtl. eine überlegung wert ist)
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+Andreas Roedl vielleicht, die bringen ja auch Geld in die Stadt, oder sie bezahlen Tourismussteuer im Hotel oder man geht bei ihnen das Risiko ein, dass sie schwarz fahren.
+Bruno Jennrich ich bin auch gegen Pauschalabgaben. Steuererhöhung ist the way to go.
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+Andreas Eschbach
Und das ist das Gefühl, das zurückbleibt: Dass es im Grunde darum geht, das Urheberrecht einfach so weit zu stutzen, dass man mit allem, was man findet, machen kann, was man will.

Du hättest auch damit belassen können. Denn genau das ist dein Problem: Du unterstellst Menschen, die Deine Ansicht nicht teilen, dass sie per se unlauter handeln.

So muss ich bspw. dem ersten Punkt klar widersprechen. Die Schutzfristen wurden ja auf Drängen der Verwertungsindustrie angehoben weil sie weiterhin die Schutzrechte an Klassikern behalten wollten. Nur weil es Dir nichts nützt, heisst noch lange nicht, dass es auch dem Kunden nichts nützt. Die Schutzfristen müssen also massiv verkützt werden. Das einfach zu ignoriren wäre sehr selbstbezogen.

Dann zum DRM: DRM ist zum scheitern verurteilt. DRM ist ein Taschenspielertrick der Informatiker. Der Beweis (im math. Sinne) dafür ist vergleichsweise einfach.

Zur Politik: Natürlich ist es nicht Aufgabe der Politik Geschäftsmodelle zu entwickeln. Aber ist es denn Aufgabe der Politik, alte, nicht zukunftstaugliche Geschäftsmodelle zu schützen?

Der absolute Witz ist aber der folgender Satz: Das mit dem „gegenseitigen Vertrauen“ ist Kinderkram. Wie bitte, aber den DRM-Zensoren, ACTA-Verhandlern, IP-Adressenfischer sollen wir dann vertrauen?
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+Stefanie Heidbrink Nur weil es Dir nichts nützt, heisst noch lange nicht, dass es auch dem Kunden nichts nützt. Die Schutzfristen müssen also massiv verkützt werden. Das einfach zu ignoriren wäre sehr selbstbezogen.

Ist etwas nicht verfügbar weil jemand eine Urheberschaft an einem Werk hat? Urheberrechtlich geschützte Werke sind ja trotzdem verfügbar.

Dann zum DRM: DRM ist zum scheitern verurteilt. DRM ist ein Taschenspielertrick der Informatiker. Der Beweis (im math. Sinne) dafür ist vergleichsweise einfach.

DRM ist auch eine verschlüsselte Festplatte.

Wie bitte, aber den DRM-Zensoren, ACTA-Verhandlern, IP-Adressenfischer sollen wir dann vertrauen?

In Deiner Welt möchte ich nicht leben.
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+Andreas Roedl Ist etwas nicht verfügbar weil jemand eine Urheberschaft an einem Werk hat? Urheberrechtlich geschützte Werke sind ja trotzdem verfügbar.

Strohmann: Ich habe ja auch nicht behauptet, sie seien prinzipiell nichtmehr verfügbar.

Natürlich ist es noch verfügbar. Aber halt zu den Konditionen eines Monopolisten. Und Monopole wollen wir in einer Marktwirtschaft nicht.

Das Urheberrecht soll schliesslich die Urheber vor unfairer Konkurrenz (die die Intialkosten nicht tragen müssen) schützen und nicht gierige Verwertungsindustrien.

DRM ist auch eine verschlüsselte Festplatte.

Ha, das hätte ich jetzt aber gerne etwas ausfürlicher.
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+Andreas Roedl Wenn man mal nicht mehr weiterweiss, zeigt man einfach den Stinkefinger. Beeindruckend, hust.

... aber eigentlich hast Du recht, es passt ja zu DRM. :)
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+Andreas Roedl Ich habe das, was du da oben zitierst, nie gesagt. Ich weiß nicht, mit wem du mich da verwechselst, aber pass bitte in Zukunft besser auf, welche Namen du nennst.
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endlich mal ein vernunftbegabter beitrag zu dem thema, sachlich und begründet geschrieben.
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Danke für den Artikel. Sehr sachlich. Das gefällt.
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Bei dieser Diskussion ist immer interessant wie man die Kehrseite denn verwirklichen soll. Das macht mir viel mehr Angst als ein paar verärgerte Urheber imho
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+Markus Wäger Das ist eigentlich nicht die Diskussion, schade das dies keiner sieht. Es werden genau die die Fachbücher schreiben die es jetzt auch schon tun, mal ganz davon ab das im Internet als freie Information schon viel mehr enthalten ist als das, was in Fachbüchern steht. Klar abgesehen von den Wissenschaftlichen publikationen in den dementsprechenden Journalen, aber das auch ne andere Baustelle.
Ich prognostiziere das sich andere Verkaufs- und Verwertungsmodelle etablieren werden sollten diese Punkte jemals exakt so umgesetzt werden, aber auch das glaub ich nicht weil das ein Parteiprogramm und keine Gesetzesvorlage ist.
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+Barry Krein Ist ja der Wahnsinn welch tolle Glaskugel all die Unbeteiligten (Nicht-Urheber/Nicht-Autoren/Nicht-Musiker) so haben. Wenn +Markus Wäger meint, er würde dann aufhören zu schreiben, dann wird das von der anderen Seite relativiert oder gar bezweifelt.
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Es wird in diesen Diskussionen sehr oft "man" gesagt und "jemand anders als ich" gemeint.
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+Markus Wäger Ich finde dieses Statement auf Ihrer Homepage sehr gut: >>Für mich bedeutet »den heutigen Bedingungen anpassen«, dass es ein Urheberrecht gibt, das nicht jeden zum potenziellen Verbrecher macht, der sich ein Bild von Mickey Mouse in sein Facebook-Profil heftet, oder skrupellosen Anwälten die Möglichkeit gibt Blogger und Aktive in Sozialen Netzwerken mit Abmahnungen abzukassieren, weil sie einen Text zitiert haben oder als Fan einer Marke ein Logo auf der privaten Website benutzen.<<
Damit treffen Sie genau den Punkt dessen, wo es heutzutage aus dem Ruder läuft. Das würde ich so unterschreiben.
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Ein Buch zu schreiben war schon immer eine Risikoinvestition. Seit wann sichert das Urheberrecht einnahmen? Hört endlich auf, so zu tun, als wäre das der Fall. Es braucht ein paar gut gesinnte Menschen an entscheidenden Stellen, damit sich ein Buch überhaupt durchsetzen kann.

Ich zitiere dazu aus Die Kunst des klaren Denkens von Rolf Dobelli: [...] Einen Moment lang fühlte ich mich als Genie, als literarische Sensation. (Die Chance, dass ein unaufgefordertes Manuskript bei Diogenes verlegt wird, liegt bei eins zu 15'000). Nachdem ich den Verlagsvertrag unterzeichnet hatte, schickte ich das Manuskript -- zum Test -- an zehn andere grosse Belletristikverlage. Von allen zehn erhielt ich Absagen. Meine "Genie-Theorie" wurde falsifiziert -- was mich wieder auf den Boden geholt hat.

Und ist umgekehrt alles, was im bestehenden System zum Bestseller wird, eine kulturelle Bereichung für das Abendland?! Wohl kaum.

Die Informationstechnologie hat unseren Alltag einschneidend verändert, so wie es die Bahn dereinst getan hat. Sie ist tiefgreifend und mit durchschlagendem Erfolg in unsere Gesellschaft eingedrungen. Was gestern klare Strukturen waren, ist heute ein Meer an Informationen, das von kulturellen und technologischen Welle getrieben wird. Und in diesem Meer treiben nun die konservativen Urheber, ohne darin schwimmen gelernt zu haben. Und ja, sie fürchten den Kontrollverlust -- und beneiden die Liberalen, weil diese schwimmen können. Es sind keine bekannten Gesichter mehr, die man persönlich kennt, die über Erfolg oder Miserfolg entscheiden, sondern eine diffuse Masse, der man mistraut.

Statt dem eigenen Unvermögen Herr zu werden, kultiviert man Feindbilder: "Kostenloskultur", "Piraten", etc.

Im Zuge dessen haben Scharlatane einen Rettungsring angeboten: DRM! "Verbietet, Überwacht, Zensiert! Im Namen des heiligen geistigen Eigentums!"

"Recherche, Recherche!" -- Ja, wo bleibt die hochgelobte Recherche im informationstechnischen Bereich? Könnte mir denn bitte einer von euch erklären, wie ein funktionierendes DRM-System aussehen sollte?

Ich habe jeden gottverschissenen Buchstaben, den ich von der deutschen Literatur kenne in papierform erworben und dafür bezahlt.

Wenn konservative Urheber ihre Texte schützen wollen, dann können sie das schon heute tun: Verschlüsselt sie und verschickt sie an ein ausgewähltes Publikum. Aber verlangt bitte nicht, dass liberale Kulturschaffende bei solchem Wahnwitz mitmachen.

Ihr werdet bald sehen, dass Kultur von Öffentlichkeit und freien Menschen lebt, die über euer Werk mit eurem Intellekt, eurer Fantasie in Kontakt treten. Und dieselbe Fähigkeit, die sie den Wert eurer Arbeit erkennen lässt, wird sie dazu antreiben, euch materiell zu entschädigen.

Dass es auch liberale Urheber gibt, die schwimmen können, zeigt u.A. der hier [1].

+Andreas Roedl Die Menschen suchten schon immer nach Wegen, sich selbst zwecks Egoismus und/oder Ängsten einer ihrer höchsten Fähigkeit, nämlich sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen, zu entziehen.

Wenn Du Deine Nase über Andersdenkende erhebst und über sie sprichst, als hättest Du die alleinige Deutungshoheit darüber, was ein Urheber zu denken hätte, dann tust Du genau das.

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Cory_Doctorow
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+Andreas Eschbach
1.) Ist Starbucks-Kaffee der günstigste Kaffee, den es gibt? Wohl kaum.

Was ich damit sagen will: Seit geraumer Zeit bekommen wir immer wieder auf's neue gezeigt, dass Konsumenten vorallem einen bequemen, einfachen und angenehmen Zugang schätzen.

Es ist unglaublich! Wenn ich ein Buch bestellen will, dann gehe ich auf Amazon.de, wähle aus, bestelle und ich habe das Buch in zwei Tagen. Dafür kann ich irgendeinen Browser, der auf irgendeinem Betriebssystem läuft, das wiederum auf irgendeiner Hardware installiert ist verwenden.

(bzw. meistens gehe ich immernoch hier in den Buchladen...)

Und wenn ich einen Film herunterladen will...?!

Ich will DRM-freie Download-Portale. Dann können wir wieder über das Filesharing-Problem diskutieren.

2.) Es ist schlicht unglaubwürdig, wenn man einerseits Kopierschutzmechanismen fordert und andererseits auf Pauschalabgaben besteht.

3.) Das Urheberrecht (und Patentrecht) wurde ursprünglich eingeführt, um Erfinder (im weitesten Sinne) vor unfairer Konkurrenz zu schützen, weil die Konkurrenz die Initialkosten der Erfindung nicht tragen müssen. Es wurde nicht erfunden oder eingeführt, um ein Teritorialrecht zu schaffen, das Verwertungsgesellschaften etliche Jahre später vor Konkurrenz schützt.

Die völlig überrissenen Schutzfristen müssen also verkürtzt werden, und zwar auf ein Bruchteil von den heutigen 70 Jahren.

4.) Die Ironie ist, dass dieses Herumreiten auf geistigen Eigentumsrechten letztlich schädlich ist für die Interessen der konservativen Urheber. Hier wird wider jeglicher Vernunft etwas propagiert, was so nie bestanden hat. Wir stehen auf Schultern von Giganten, wir leben dank Erfindungen anderer; keiner von uns bezahlt jede Erfindung, die er nutzt, jeden Gedankengang eines anderes, den er nachvollziehen kann.

Ein einfaches kleines, aber in der IT berühmtes Beispiel: Wer hat das grundlegende Konzept der heute milliardenfach genutzten grafischen Bedienoberflächen erfunden? -- Xerox. Und wer hat damit Milliarden gemacht...? Diejenigen, die die Erfindung auf einfache Weise zugänglich gemacht haben! Apple, Microsoft, etc.

Sind die Xerox-Forscher verhungert? Nein, sie sind allenfalls griesgrämerisch verrendet, unglücklich darüber, dass nicht sie diejenigen waren, die ihren Erfindungen zum Durchbruch verhalfen. Aber hätte Xerox das Zeugs patentiert -- wir würden heute noch auf schwarze Terminals starren.

Gerechtigkeit anzustreben war letzten Endes schon immer eine Leistung der menschlichen Vernunft und nicht des Rechts an sich und schon garnicht der Technologie!

Vernunft kann man nicht lehren. Allenfalls kann man es vorleben, indem man Mut demonstriert und auf seine eigene Vernunft vertraut. Man kann die Menschen "zur vernunft bringen", indem man sie erkennen lässt. Wer in einer aufgeklärten Gesellschaft würde bitte dem Urheber sein Entgeld aus Egoismus verwehren? Niemand.

Es gibt aber gewisse Dinge, die gehen halt einfach nicht. Zu diesen Dingen gehört der Kopierschutz ebenso wie das Perpetuum Mobile.

Vertrauen ist eben nicht per se Kinderkram. Kinderkram ist zu bocken, weil man halt einfach auf andere vertrauen muss und auf andere angewiesen ist.

Ich lese/höre/sehe äusserst gerne Bücher/Musik/Filme. Und ich bezahle die Urheber auch gerne für ihre geistige Leistung. Aber was mir nicht ins Haus kommt sind DRM, VDS, Warnschilder, 3Strike-Gesetze und anderer Wahnwitz.
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+Stefan Dietiker Du willst also kein DRM. Einverstanden – ich auch nicht. (Bei +beam-eBooks gibt es meine Bücher DRM-frei, anbei bemerkt.)
Ich will's allerdings auch nicht verbieten. Das ist unnötig. In meinem Eingangsposting schlage ich eine Regelung vor, die schlicht fehlt, die aber meines Erachtens dazu führen würde, dass die Anbieter von DRM-geschützten Dateien das DRM lieber fallenlassen würden. (So ähnlich wie niemals Atomkraftwerke gebaut worden wären, wenn die Kraftwerksbetreiber sich von Anfang an um die komplette Entsorgung der Brennstoffe hätten kümmern müssen.)
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Komisch, bei Filmen klappt das bei mir genau so gut.
Ich bestelle den bei amazon.de und zwei Tage später ist er auch bei mir.
Kein Problem!
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+Andreas Eschbach Gut, in Sachen DRM herrscht Einigkeit.

+Michael Köhler Nichts für ungut, aber auf diesen DVDs und Blueray-Discs, die ich da bestelle, ist kein DRM drauf...? Und ich kaufe zwar Bücher in Papierform, aber für Material, das per definitionem nur digital vorliegt sind mir separierte, physische Datenträger einfach zu (platz-)verschwenderisch.
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+Stefan Dietiker Bei manchen Scheiben ist auch eine Digital Copy dabei. Ich vermute aber, dass man die dann auch im Preis wiederfinden kann, was ja nicht im Sinne des "Erfinders" (oder doch?)
Der Vergleich zum Kauf eines physischen Buches passt aber trotzdem. Klar könnte ich mir das auch kopieren, aber wer macht das denn?
So liegen die Meinungen auseinander. Ich möchte gerne meine Filme im Regal stehen haben (auch wenn der Platz dafür immer knapper wird). Wenn ich ein Produkt (ob nun Buch, Hörbuch, Musik oder Film) nur runterlade, dann fehlt mir irgendwie etwas. Was dann aber auf einmal aufkommt, ist die Frage, welchen Nutzen ich im Vergleich zur "Raubkopie" (ich nenne es aus sagen wir mal sentimentalen Gründen so) noch habe. Das scheint aber eher ein Problem des Alters als der Technik zu sein.
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+Michael Köhler Du könntest die Filme alle herunterladen und Dein Regal mit leeren Schachteln füllen. Kommt auf's gleiche raus. :)
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+Stefan Dietiker Klar würde das auf den ersten Anschein recht ähnlich sein.
Aber die Arbeit, mir die passenden Cover und Inlets zu drucken oder gar Tincases zu basteln will ich mir auch nicht machen. Es sind halt unterschiedliche Ansichten und wir werden nie auf einen Nenner kommen.
Aber das ist auch ganz OK so.
Und jeder soll eine Lösung für sich finden, so lange dies andere nicht schädigt.
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