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Der geschlossene Kreis
Kurzgeschichte von Andreas Eschbach

Ich hatte die Lust am Lesen eigentlich schon verloren. Ich meine: Wer braucht das Zeug, was heute so produziert wird? Von Auftragsschreibern nach den Vorgaben von Marketinganalysten produzierte Texte, die uralte Trends totreiten? Ich nicht. Ich habe mich lange an die Klassiker gehalten, aber irgendwann sind die einem eben dann doch zu alt. Und an die zeitgenössische Literatur – die wirkliche Literatur, meine ich – ist ja kein Herankommen mehr. Also hab ich’s gelassen.

Doch dann hat mich eine gute Freundin einmal etwas aus ihrem Buchkreis lesen lassen. Nicht das ganze Buch, leider – nach den ersten zwei Kapiteln hat sie schließlich Muffensausen gekriegt. „Ich darf das nicht“, hat sie mich beschworen. „Wenn das rauskommt, bin ich ruiniert.“ Es half nichts. Ich musste ihr das Buch angelesen zurückgeben. Es war gut gewesen. Der Gedanke, dass ich nie erfahren werde, wie die Geschichte ausgeht, zerreißt mir das Herz. Aber was will man machen?

Jedenfalls hatte ich Blut geleckt. Jetzt wollte ich auch in einen Buchkreis. Das nötige Geld dafür hatte ich, also schrieb ich meine Bewerbungen.

Eine frustrierende Zeit. Unglaublich, wie viele Leute in Buchkreise drängen. Kein Wunder, dass die Autoren kaum mit dem Schreiben nachkommen. Am liebsten wäre ich ja in einen amerikanischen Kreis gegangen, aber in die kommt man als Europäer praktisch nicht rein. Und was meine alte Liebe zu skandinavischen Krimis anbelangt, hätte ich erst mal Norwegisch lernen müssen. Übersetzungen gibt es ja kaum noch. Nicht in diesen Kreisen.

Und dann, endlich, bekam ich eine Zusage, für „Der geschlossene Kreis“ von Peter Eisenhardt. Meine gute Freundin wurde vor Neid ganz blass, als ich ihr das erzählte, weil der Schwager ihrer Arbeitskollegin beim Vorläufer dabei gewesen war, dem Roman „Der offene Kreis“, und der sei echt toll gewesen. Meinte die Kollegin. Ich fragte mich, woher die das wusste. Wahrscheinlich war ihr Schwager nicht so zimperlich gewesen wie meine Bekannte.

Als der Vertrag kam, ging ich damit zu meinem Anwalt, um ihn durchzuchecken. „Das Übliche“, meinte er. „Abgesehen von den Beitrittsgebühren müssen Sie versichern, dass nur Sie das Werk lesen werden, dass Sie es niemandem zugänglich machen und mit niemandem außerhalb des Kreises darüber sprechen, niemandem etwas vom Inhalt erzählen, und so weiter. Bei Zuwiderhandlung ist eine Vertragsstrafe fällig ... hmm, die ist hier ganz schön happig. Sie müssen den Besitz eines Schließfachs nachweisen. Und eine Bankbürgschaft hinterlegen, damit garantiert ist, dass Sie diese Strafe auch zahlen können.“

Ich muss gestehen, dass mir in dem Moment etwas mulmig wurde. „Muss das denn sein?“, fragte ich, mehr an mich selbst gerichtet.

„Solange Sie sich daran halten, ist es nur eine Formalie“, erklärte er mir. „Ein variiertes Non - Disclosure - Agreement. Das ist nötig, damit die Aushändigung des Werkes an Sie nicht als Veröffentlichung gilt. Formell sind Sie erst ein Testleser. Nach den Buchstaben des Gesetzes befindet sich das Werk damit erst noch in der Entstehung.“

„Aber ich kriege doch ein gedrucktes und gebundenes Exemplar, oder?“

„Die Form, in der Sie das Manuskript erhalten, spielt rechtlich keine Rolle. Worauf es ankommt, ist, dass die Exemplare personalisiert sind. Ihr Name wird drinstehen und eine laufende Nummer.“

„Aber er wird den Roman doch nie wirklich veröffentlichen. Also – im klassischem Sinne, meine ich?“

„Nein. Natürlich nicht. Niemand kann einen Autor dazu zwingen, ein Werk zu veröffentlichen. Und er wäre ja schlecht beraten, seit das Urheberrecht auf fünf Jahre nach Veröffentlichung beschränkt ist. Fünf Jahre sind schnell vorbei, und danach wäre der Text gemeinfrei, jeder könnte damit machen, was er will ...“ Er reichte mir den Buchkreis-Beitrittsvertrag zurück. „Was ja auch passiert. All die Romane, die zu politischen Zwecken umgeschrieben wurden. All die Kürzungen, Verhunzungen, all die unübersehbaren Varianten, unter denen die Originalfassungen verlorengehen. Von den, hmm, pornographischen Varianten ganz zu schweigen. Ich bin froh, dass ich den Rat meines Vaters befolgt und Jura studiert habe. Da weiß man, was man hat.“

Ich unterschrieb natürlich. Bezahlte die Aufnahmegebühr. Und erhielt eine Einladung zu einer Lesung, in deren Rahmen ich mein Exemplar des Romans erhalten würde.

Ich war einer von etwa hundert Leuten, die an jenem Abend kamen. Man musste alle elektronischen Geräte abgeben und einen Metalldetektor passieren. Danach gab es Champagner und Häppchen. Sehr edel alles. Nun, es hatte ja auch genug Geld gekostet.

Ich kam mit einem jungen Mann ins Gespräch, der zu jung war, um die alten Zeiten noch miterlebt zu haben. Reich geerbt habe er, vertraute er mir an, mit einem Lächeln voller Genugtuung. „Nur eintausend Menschen werden dieses Buch zu sehen bekommen“, meinte er dann, nippte an seinem Glas und fügte zufrieden hinzu: „Hat etwas, diese Exklusivität.“

„Wie man’s nimmt“, meinte ich. „Als ich in Ihrem Alter war, konnte jeder jedes Buch kaufen. Einfach so. Manche hatten ganze Sammlungen davon. Bibliothek nannte man das.“

Er musterte mich skeptisch. „Jeder? Jedes Buch?“

„Ja“, sagte ich. „Egal welches. Was nicht da war, konnte bestellt werden, war am nächsten Tag da.“

Er rümpfte die Nase. „Bizarre Vorstellung“, meinte er schnippisch und suchte das Weite. Mir war es recht.

Schließlich kam der Autor. Er begrüßte uns der Reihe nach mit Handschlag, schien sich zu freuen, dass wir gekommen waren. Dann nahm er vorn am Lesepult Platz und begann zu lesen.

Und mehr darf ich nicht verraten. Sorry.


(Dieses Werk steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.)
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95 comments
 
Sehr fatalistische Vision, nicht? Aber ich könnte mit eine Kurzgeschichten-Sammung von +Andreas Eschbach unter der CC vorstellen... all das Zeug aus dem "Giftschrank", unveröffentlichtes, unvollendetes, kontroverses, unaussprechliches... sag mal hast Du Flattr oder Paypal?
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Wunderbar. Auch, wenn ich nicht deiner Meinung bin.
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...bitte weiterschreiben...wäre bestimmt auch was für "länger"...habe aber leider kein Paypal, zahle lieber bar!
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Ich verstehe die Logik nicht. Was soll das mit den 5 Jahren? Warum sollen 10, 50 oder 100 besser sein? Danach müsste Goethe schon längst aus dem Unterricht verschwunden sein, vertrieben und verdrängt von den Porno-Werthers und den Polit-Fausts. Was für ein Unsinn... kopfschüttel
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+Andreas Eschbach Interessante Geschichte!
+Michael Obenland
Es kommt doch gar nicht auf die fünf Jahre an.
Es geht nach meiner Einschätzung darum, dass in der Geschichte (einer alternativen Realität) Bücher bzw. die schriftstellerische Leistung dahinter schon fast als verbotene bzw. sehr luxuriöse Ware zählen. Und um den Schutz aufrechtzuerhalten, wird ein nondigital-rights-management (NDRM) eingesetzt.
Und das alles nur, weil der Urheberrechtsschutz zerstört wurde.

Wobei mir gerade auffällt: das Argument mit den Porno- bzw. Polit-Versionen geht nur, weil hier anscheinend die Gesamtheit des Werkes (das Geschmacksmuster) nicht mehr geschützt ist. Wäre das Werk als Ganzes vor Veränderungen geschützt, könnte keiner eine Porno- oder Polit-Version draus bauen.

und ob das direkt mit der Problematik der Urheberrechte und der Bezahlung derselben bzw. dem Kopierverbot und der Umsonst-Haltung zusammenhängt, will ich gar nicht näher austüfteln.

Ich freue mich aber am meisten darüber, dass hier ein Schöpfer (aka Autor) wie +Andreas Eschbach kreativ damit umgeht.
Die Geschichte werde ich (mit meinem Kommentar) auf jeden Fall weiter teilen.
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Nun ja, +Andreas Eschbach, ich finde, es war brillant erzählt wie sonst auch so einiges. Was mich daran stört, sind die 5 Jahre und die mitschwingende Angst der Urheber.

Ich überlege mir grad, wie eine Porno-Version vom Jesus Video aussehen würde. Würden Stephen und die israelische Forscherin am berg Golgatha der Fleischeslust frönen?

Das ist völliger Unsinn und würde nicht funktionieren. Würde denn "Rita Hayworth & Shawshank Redemption" oder "Stand by me" von Stephen King als Porno- oder Politversion funktionieren?

Was ich damit sagen will: Es geht doch nicht um eine Verkasperung von großen Werken. Also "Faust" wird immer "Faust" bleiben und nicht plötzlich "Fisting" heißen. Wenn Filmemacher Veralberungen ihrer Werke zulassen, wie "Scream" zu "Scary Movie", so ist das deren Sache. Aber an Werken, die zur Kultur gehören, wird sich wohl niemand vergreifen.

Und mal ehrlich: Es ist völlig uninteressant, wie lang das Urheberrecht gilt. Es ist nur Blödsinn, es so lang nach dem Tod des Urhebers aufrecht zu halten. Aber das ist der kleinste Kummer am Urheberrecht.

Ich habe es - glaub ich - schon mal als Kommentar irgendwo geschrieben: Wenn ein Urheber ein gescheites Werk erschafft, wird es auch gekauft und nicht auf halbseidenem Weg beschafft.

Wenn meine Lieblingsband OMD 2010 das Comeback mit dem Album "History Of Modern" vergeigt hätte, wäre die CD nicht bei mir gelandet. Aber das war ein richtig gutes Werk, warum soll ich es dann nicht kaufen? Und die illegalen Wege, da fehlt doch was. Bei mir wäre es eine Zusatz DVD und ein umfangreiches Bootleg gewesen.

Wer also ein Werk kauft, der ist von der Qualität überzeugt. Und wenn +Andreas Eschbach aus der CC 3.0-Teaser-Version einen ganzen Roman machen würde, würde der sicher gekauft werden, gerade in der jetzigen Situation. Und die ist auch in einem Jahr nicht viel anders.

Also nochmal: Wenn der Urheber ein gescheites Werk hat, zahlt man gern dafür. Weil man dann die Leistung würdigt. Wenn ich für etwas nichts zahlen will, habe ich nicht genügend Interesse dafür.

Und ich hätte keinerlei Interesse an einem solchen Club, fände es aber sehr spannend, wie der Roman (denke ich mal ;) ) weitergeht. Und das Buch würde ich kaufen.
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Ich glaube ja nicht dass viele auf ein politisch verdrehtes Buch "Der geschlossene Kreis" von Peter Wiesenweich reinfallen würden. Das Original hat einen sehr hohen ideellen Wert. Und die sozialen, internetgestützten Filter werden auch immer besser, wodurch das Original sehr einfach zu finden ist. Solche Filter sind übrigens ein weiterer Grund warum ich dem Fake Team keine große Chance einräume.

Trotzdem kann ich nachvollziehen, dass manch einem Urheber etwas mulmig wird, beim Gedanken an ein auf fünf Jahre begrenztes Recht am eigenen Werk.
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@Henning Uhle: Zitat:"Aber an Werken, die zur Kultur gehören, wird sich wohl niemand vergreifen."
Seh ich anders: Das alte Testament hat schon Mel Brooks veräppelt, das neue Testament wurde mit "Life of Brian" von Monty Python aufs Korn genommen und auch Terry Pratchett wandelt Hamlet in einem seiner Werke ab.
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Reden wir von Urheber- oder von Verwertungsrecht?
Oder gar vom Leistungsschutzrecht?
--
Die neuen Legionen der Contenthersteller im Auftrag der Verwerter bekommen durch Buy-Out Verträge nie ein Verwertungsrecht.
Damit sind Großteile der 'Kreativen' dort angekommen, wo die anderen 'Dienstleister', mit nichts als ihre Arbeitskraft, schon lange sind.
Statt irrationale Ängste zu pflegen, gäbe es die Möglichkeit die neuen Vertriebswege offensiv zu nutzen und vor allem zu erkennen, wer hier wirklich die Zecke ist...
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Schmerzlich wird es aber in der Behauptung jegliche Weiterverarbeitung eines Kunstwerkes durch das kreative Schaffen eines Dritten führe unweigerlich zur Verwässerung, ja zur "Verhunzung".
Auweia!
Bitte einmal Appropriation nachlesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Appropriation_Art

Everything is a Remix -
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+Sepp Weber Gerade Monty Python haben mit "Life of Brian" ein ganz eigenständiges Stück geschaffen, das die Erzählungen des NT aus einem völlig neuen Blickwinkel sichtbar macht - in Teilen erheblich glaubwürdig als die Vorlage. Und Pratchett hat ein ganz eigenes Buch geschaffen, das auf sehr erheiternde Weise Shakespeare zitiert.
Beides sind für sich selbst sprechende Beweise für die Absurdität des heutigen Urheberrechts.
Ansonsten fand ich die Geschichte von +Andreas Eschbach sehr erheiternd. Ich glaube allerdings, daß die Autoren, die sich so wichtig nehmen, daß sie jede Verulkung ihres Werkes als Affront betrachten, auch heute schon wenig Lesenswertes beitragen.
Glaubt wirklich jemand, das Goethe über "Die neuen Leiden des jungen W." wütend gewesen wäre?
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+Martin Wunsch "Die neuen Leiden des jungen W." ist ein völlig eigenständiges Werk, bei dem sich die Frage einer Urheberrechtsverletzung überhaupt nicht stellt. Dito für "Life of Brian" und die Sachen von Pratchett und so weiter. Auf eine derartige Weise "verarbeitet" zu werden ist natürlich eine Ehre für einen Autor.
Aber z.B. ist es bei Amazon zunehmend ein Problem, dass Leute die Texte anderer Autoren als ihre eigenen ausgeben und als Kindle-Editionen herausgeben. Heute kann man das anmahnen, und Amazon nimmt diese Ausgaben dann raus. Aber würde das Urheberrecht an einem Text tatsächlich nach 5 Jahren erlöschen, wäre das (vor allem, wenn der betreffende "Autor" noch ein bisschen was an dem Text verändert) völlig legal.
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Tatsächlich habe ich diese Idee schon länger: Wie wäre es, einen Roman zu schreiben, den nur tausend Leute zu lesen bekommen würden? Als künstlerisches Konzept. Nicht auf möglichst große Auflage abzielen, sondern auf Abgeschlossenheit des Leserkreises.
Erst durch diese Urheberrechtsdebatte, in die ich mich in den letzten Wochen verwickelt habe, ist mir der Gedanke gekommen, dass das auch eine mögliche Reaktion von Autoren sein könnte: Nicht mehr zu veröffentlichen. Die Werke, die die Gesellschaft ihnen doch nur schnellstmöglich und billigst wegnehmen will, nur einem Kreis von Unterstützern zugänglich zu machen, die gemeinsam für Schutz des Werkes und den Lebensunterhalt des Autors sorgen. Eine interessante Herausforderung auch, ob man so gut schreiben könnte, dass man genug Menschen dazu brächte, für ein Buch wesentlich mehr Geld und Aufwand aufzubringen als gewöhnlich.
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Es gibt übrigens eine Antwort auf diesen Beitrag: "Der verlorene Kreis" von +Christian Buggedei https://plus.google.com/108732314275989917518/posts/SA4sFie6C59

Ich sehe es weder so fatalistisch in der einen, noch in der anderen Hinsicht. Ich sehe auch nirgendwo die Forderung nach 5 Jahren im Raum stehen. Die Forderungen der +Piratenpartei zu einer Neugestaltung des Urheberrechts finden sich hier erklärt: http://flaschenpost.piratenpartei.de/2011/12/09/pa149-urheberrechtsreform-oder-%E2%80%9Ewas-fur-ein-eichhornchen-war-eigentlich-in-dem-sack%E2%80%9C/

+Andreas Eschbach Wie wäre es mit einem direkten Kontakt zu einem der Urheberrechtsexperten der Piraten? Ich könnte mir vorstellen, dass das für beide Seiten sehr aufschlussreich sein könnte.
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Noch ein kleiner Nachtrag: Die optische Aufmachung des Beitrags gefällt mir. So mit Bild und Überschrift geht der Beitrag auch nicht im Fluss der geteilten Beiträge unter.
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Sind das die elitären Träume eines erfolgreichen Autors oder ist es einfach nur eine Story? Picasso konnte sein Frühstücksbrötchen auf dem Papier herumschmieren. Danach hätte seine Anhängermeute ihm das Blatt lechzend aus den Händen gerissen und die Scheckbücher gezückt. So weit weg ist das alles also scheinbar nicht...
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Es war doch eher als Frage von +Pat McCraw formuliert.
Wenn ihre Kunst aber nur noch einer Geldelite zur Verfügung steht, ist in meinen Augen der Tatbestand des 'elitären Traumes' erfüllt.
In Tateinheit mit einem zweifelhaften Schaffensdrang, der in erster Linie die Anerkennung über Geld erbettelt.
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Immer das Gleiche: Ein Künstler, der in Erinnerung ruft, dass er auch von was leben muss, ist gleich degoutant.
:-(
Abgesehen davon: Man könnte den "geschlossenen Kreis" auch anders bestimmen. Man könnte sagen, "ihr müsst euch bewerben. Begründet, warum ihr dieses Buch lesen wollt. Es kostet nicht mehr als ein normales, aber der Autor sucht sich aus, wem er es zu lesen gibt."
Das Interessante daran ist die Umkehrung der Situation: Normalerweise kann sich der Leser seine Autoren aussuchen. Die Frage ist, ob es auch umgekehrt ginge?
Gut, vielleicht nicht, wenn ich das mache. Aber wenn J.K.Rowling das machte? Paulo Coelho? Dan Brown?
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+Andreas Eschbach Wieso nicht? Einfach mal als Experiment machen. Wieso nicht einmal eine Geschichte schreiben, die die ersten 1000 Leute lesen dürfen, die das meiste dafür zahlen? Es wäre ein Versuch wert.
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Jetzt wird es langsam irre.
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Als Kunstaktion ja, mit viel Presse und tamtam. Zumindest mal ein richtiger Beitrag in all den Grabenkämpfen. Alles, was zu einer vernünftigen Diskussion führt, ist sinnvoll.
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Paulo Coelho hat da einen anderen Ansatz. ;)

"Im Jahr 2000 verkaufte er auf Grund von Vertriebsproblemen nur 1.000 Bücher im Jahr. Daraufhin entschloss sich Coelho, eine Website einzurichten, über die er seinen Roman "Der Alchimist" auf Russisch kostenlos zum Download anbot. Er sehe keinen Widerspruch darin, dass seine Leser etwas umsonst bekämen und anschließend seine Bücher kaufen.
Der Erfolg habe ihm Recht gegeben: In nur einem Jahr konnte er seine Verkäufe verzehnfachen. Inzwischen werden Coelhos Romane auch in Russland millionenfach verkauft."
und weiter:
""Wir sollten Kunst und Inhalt aus einer anderen Perspektive betrachten", konstatierte der Schriftsteller und empfahl, großzügig mit den Inhalten umzugehen. Dann bekomme man auch etwas zurück."

http://www.golem.de/0801/57147.html
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+vera bunse Wieso irre? Ich finde, dass es wert ist, einfach verschiedene Modelle durchzuspielen. Interessant könnte es auch sein, ein Werk freizugeben, wenn ein bestimmter Betrag erreicht wurde.

Es ist an der Zeit, Experimente zu wagen - und danach zu sehen, was geht und was nicht geht.

Es muss eine Veränderung stattfinden. Es ist aus meiner Sicht aber keine Option, dass es kein Urheberrecht mehr gibt. Es ist aber meiner Ansicht nach auch keine Option, die bisherige Situation beizubehalten, da sie dieser Zeit nicht mehr gerecht wird.

Ich verweise hier auch auf diesen Beitrag:
http://www.blog-cj.de/blog/2012/04/06/mein-kropf-gehort-mir/

Dort hat ein Autor beschrieben, wie er sein aktuelles Buch nun mit Eigenarbeit realisiert hat, ohne einem Verlag seine Rechte abzutreten.

Ich denke, dass dank der modernen Technik immer mehr Aufgaben auch von Autoren und verlagsunabhängigen Dienstleistern übernommen werden können. Vielleicht werden wir auch das Ende der Verlage im klassischen Sinn erleben. Vielleicht werden sie irgendwann so obsolet wie heutzutage der Bleisatz. Aber dies bedeutet nicht das Ende der Literatur.
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+Michael Vogel Irre, weil durch eine Versteigerung eine ähnliche Situation wie in der Ausgangsgeschichte entstünde.

Dass wir eine Diskussion brauchen, habe ich (und haben andere hier), glaube ich, bereits gesagt?

Vor allem brauchen wir kein Urheberrecht mehr, dass alle und alles über einen Kamm schert. Das macht es ja so schwierig. Dabei gelten für einen Softwareentwickler völlig andere Voraussetzungen als für einen Autor oder Fotografen oder Musiker, etc. Dass auch die Verwerter dazu gezählt werden, ist unmöglich.

So, hab zu dem Thema aber schon mehr als reichlich geschrieben, klinke mich mal aus. Muss das Rad nicht jeden Tag drei Mal neu erfinden.
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>>Vielleicht werden wir auch das Ende der Verlage im klassischen Sinn erleben.<<
Das halte ich nicht für ausgeschlossen, würde es aber bedauern. In meinem Verständnis ist Fortschritt immer verbunden mit mehr Arbeitsteilung, nicht mit weniger. Wenn die Autoren wesentliche Dinge wieder selber machen müssten (und man glaube mir das einfach mal, dass ein Verlag durchaus Wesentliches zu Büchern beiträgt), dann empfände ich das als kulturellen Rückschritt.
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Das kommt darauf an, in welcher Liga du spielst. Jakubetz dürfte die Erfahrungen der meisten Autoren beschreiben, die eher für das Gros gelten können.
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+vera bunse Es lässt sich einkochen auf: Verlage werden dann und genau dann verschwinden, wenn sie ihren Job nicht mehr tun. Sprich, nicht die Aufgabe erfüllen, für die sie da sind.
Lässt sich schon beobachten.
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+Heinz Schomaker Das mit Coelho ist 12 Jahre her - und es war ein Marketingkonzept. Wenn das allgemeingültig wäre, sollten Sie ein aktuelleres Beispiel nennen können, nicht wahr? Überhaupt finde ich Ihren Ansatz...

"Wenn ihre Kunst aber nur noch einer Geldelite zur Verfügung steht, ist in meinen Augen der Tatbestand des 'elitären Traumes' erfüllt. In Tateinheit mit einem zweifelhaften Schaffensdrang, der in erster Linie die Anerkennung über Geld erbettelt."

...ebenso ignorant wie impertinent. Andreas Eschbach führt der Öffentlichkeit plastisch vor Augen, wohin die Anmaßung, Kultur müsse kostenlos sein, letztlich führt - zum Gegenteil, eben zu jener Elitarisierung der Kunst, die Sie geißeln. Er spielt den Advocatus diaboli, der den Trend zu Ende denkt.
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Hallo +Andreas Eschbach , die Geschichte oben habe ich z.B mit mehreren anderen via Amazon gekauft...und auch so ziemlich jedes andere Buch von Ihnen. Ich denke, es kommt wie in jeder Branche darauf an, dass man sich einen Namen macht, dann verkauft man auch und hat Einnahmen. Kann allen hier übrigens Ihr Buch "Herr aller Dinge"sehr empfehlen...
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+Ulf J. Froitzheim Im Prinzip ja, aber wir sollten die Kulturformen unterscheiden und nicht Reihenhäuser, Pralinés und Schlagbohrer vermengen.
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Ich bin dagegen, dass ein Buch nur für einen begrenzten Benutzerkreis zu lesen ist.
Für mich ist eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit nicht das Buch sondern der Buchdruck.
Ganz einfach, jetzt war es möglich, dass viele Bücher gedruckt werden konnten und nicht jedes einzelne abgeschrieben werden musste.
Der Preis viel und so waren Bücher auch für die Algemeinheit zugänglich.
Den ein geschriebenes Wort kann einen Gedanken ergeben. Ein Gedanke ein Leben verändern.

PS: Ich bin Fan von gedruckten Büchern. Mit den elektronischen kann ich nichts anfangen. Für die Schulen etc. finde ich dieses genial, wenn ich bedenke, wie schwer die Schultasche meines Sohnes ist.
Aber ich lese gern in der Badewanne (die gefahre, dass die elektrick schaden nimmt ist hoch), Ich lese gern am Strand (wenn ich ins Wasser will kann ich n Buch liegen lassen, n E Book nicht) etc.
Einen Vorteil hat eine Zeitung gegenüger dem Internet. Versuch mal mit beiden ne Fliege zu erschlagen :-D
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+Andreas Eschbach Ich habe nicht vom Ende der Verlage, sondern vom Ende der Verlage im klassischen Sinn gesprochen. Natürlich wird es Autoren geben, die sich freuen, wenn ihnen die Arbeit so weit wie möglich abgenommen wird. Aber es wird eben auch die geben, die dies aus diversen Gründen nicht möchten oder können.

Ich denke, dass sich die Verlage in Zukunft nicht mehr darauf verlassen können, dass sie sämtliche Rechte erhalten, sondern dass sie wieder zu dem werden, was sie eigentlich sein sollten: Dienstleister für den Autor. Sie haben sich um das Lektorat zu kümmern, um das Marketing, den Satz und den Druck - aber nicht mehr.

Und ich hoffe, dass es in Zukunft verstärkt unabhängige Dienstleister geben wird, die Autoren bei den einzelnen Schritten helfen. Wieso sollte der Autor nicht mit einem Lektorat seiner Wahl zusammenarbeiten? Wieso sollte ein Autor bei seinen Büchern nicht einen eigenen Satz haben? (Solange er gut gemacht ist) Und ist es nicht auch irrelevant, wo (und ob überhaupt) das Buch gedruckt wird?

Gerade durch den Digitaldruck und die Möglichkeit, Bücher auch zunächst ausschließlich elektronisch zu veröffentlichen, dürften die finanziellen Vorleistungen der Verlage für Jungautoren stark gesenkt werden können, was das finanzielle Risiko auch stark mindert. Und das wiederum sollte sich auch im Verhältnis von Autor zu Verlag ausdrücken.
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Wie alle Eschbach - Geschichten, toller Anfang, das Ende lässt einen dann alleine zurück, bzw. ist dann irgendwie lasch.
Hier passt es allerdings direkt mal :)
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Und die neuen Medien sind ja nicht nur Fluch, sondern auch Segen...wenn bei gleichem Preis ein EBook nicht mehr wie ein gedrucktes Buch weitergegeben werden kann, erhöht das die Einnahmen. Wenn EBooks zuhause ohne Verlag erstellt und z.B. via Amazon vertrieben werden können (mit 30% für Amazon), kommt beim Autor mehr an. Wenn ein Autor hier z.B. seine Fangemeinde pflegt, ist ein EBook-Verkauf nur einen Klick entfernt...und auf G+ könnte man ja auch via PayPal etc. einen kostenpflichtigen Fan-Club oder Abokanal betreiben...all das ginge...früher, zu Zeiten des Jesus-Videos, ging das noch nicht...wenn man es richtig macht, eröffnen einem diese Wege also mehr Chancen als je zuvor...ich würde Sie abonnieren, sehr geehrter +Andreas Eschbach !
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Man könnte Bücher auch in Steintafeln hauen. Dann wären sie nur noch Gabelstapler-Besitzern zugänglich... (nur Spaß)
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+Ulf J. Froitzheim Coelho habe ich angeführt da +Andreas Eschbach ihn erwähnte.
Warum aber sollte der Ansatz von Coelho heute nicht mehr gültig sein?
Zudem ist es auch nur ein Ansatz.
Justin Bieber, Lady Gaga sind z.B. aktuelle Künstler, groß geworden im Internet.
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Wer hat hier behauptet Kultur ist kostenlos?
Immerhin gibt es schon eine Zwangsabgabe auf Drucker, Kopierer, etc., durch die VG Wort eingetrieben und verteilt.
Mit den GEZ und GEMA Gebühren ist das schon eine Menge Holz, das sich die Gesellschaft an Ausgaben, quasi als Vorschuss, für Kultur leistet.
Wie sieht es aber hier mit dem Verteilungsschlüssel aus?
Was bleibt dort bei den Verwertern und den Großverdiener der Branche z.B. Dieter Bohlen, hängen?
Was erhält der Urheber?
--
Ich sehe eine große Gefahr darin Kultur/Kunst auf eine markttaugliche Form zu kastrieren, nichts anderes wird in letzter Konsequenz passieren wenn ich sie zur Ware degradiere und wohlfeil anbieten muss.
Dadurch sehe ich eher eine drohende Verarmung der Kunst/Kultur.
Das der Kulturschaffende hier einen extrem schwierigen Spagat zu leisten hat ist mir bewusst.
Das Zementieren alter Strukturen trotz Verschiebung der gesellschaftlichen Wertschätzung durch die normative Kraft des Faktischen, bringt den Künstler aber auch nicht weiter.

Ich bin nicht euer Feind ;)
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Hier wird nix zementiert. Alles ist im Fluss. Man denkt über neue Wege nach ... auch ungewöhnliche ... siehe oben ;-)
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+Heinz Schomaker Für einen bislang unbekannten Autor funktioniert der Coelho-Trick jedenfalls nicht. Ich habe meinen Roman schon seit 2010 im Netz stehen (dh. Leseprobe von 1/3 des Gesamttextes) -- das guckt sich kaum jemand auch nur an. Ich bin jemand, der es ohne Verlag versucht, aber allmählich denke ich, das geht doch nicht, Internet hin oder her.
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+Heinz Schomaker Nur mal so zum Nachrechnen das durchschnittliche jährliche Finanzaufkommen pro Bürger: ARD/ZDF/D-Radio (nicht GEZ, die ist nur ausführendes Inkassoorgan!): fast 100 Euro; GEMA: knapp 10 Euro; VG Wort: 1,50 Euro.
Von diesen 1,50 (lassen wir die überschaubaren Verwaltungs- und Prozesskosten mal weg) bekommen die Autoren weniger als einen Euro, weil es auch einen Verlagsanteil gibt.
Sich über solche Beträge zu echauffieren, ist echt daneben. Daran ändert auch militanter Kampfjargon wie "Zwangsabgabe" nichts. Das ist die Sprache der vulgärkapitalistisch-anarchischen Tea Party-Reps, die Kranken- und Sozialkassen für Teufelswerk halten, weil die ach so faulen kriminellen Schwarzen den armen reichen WASPs damit so pöhse auf der Tasche liegen. Die ARD/ZDF-Kosten enthalten übrigens auch vieles, das weder mit Kultur noch mit Journalismus zu tun hat.
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+Freimann Stiller Das ist natürlich kein Patentrezept ;) Allerdings ist ein Erfolg über Verlage wohl ebenfalls nicht garantiert.
+Ulf J. Froitzheim Ich habe mich nicht über die Abgaben echauffiert. Ich schrieb zudem von Vorschuss!
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Wenn ich einen Drucker für z.B. ausschließliche geschäftliche Korrespondenz kaufe ist er zwangsläufig mit einer Abgabe der VG Wort belegt, also einer Zwangsabgabe.
Mich wegen dieser Wortwahl in die rechte Ecke zu stellen ist schon sehr anmaßend.
Jeder blamiert sich halt so gut er kann. Ich wünsche Ihnen noch frohe Ostern.
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Ich stelle trotzdem mal fest: Die Story ist gut und regt zur Diskussion an :) Allen ein schönes Osterfest.
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Danke +Andreas Eschbach für deine kostenlose Kurzgeschichte hier in Google+. (Bitte mehr davon) Ich stimme zu, Geschichten wie diese werden sicher nicht einfach aus dem Hut gezaubert. Das war sicher Arbeit, zwar Arbeit wie andere Hobby pflegen, dennoch Arbeit.
Und ich verstehe das du Arbeit an einem Buch, das sicher lange dauert und mühsam ist, bezahlt haben willst. Ein Programmierer der ein tolles Programm geschrieben hat, möchte auch nicht leer ausgehen.
Daher ist das Kopieren deiner Werke und die deiner Schriftstellerkollegen&Innen mit Sicherheit kein Kavaliersdelikt. Und schon beginnt die Schwierigkeit. Früher mußte ein Buch das aufgelegt wurde, in Läden verkauft werden. Heutzutage laden wir es herunter.
Im Endeffekt wenn ich genau darüber nachdenke, könnte ich das eBook eines Romans von dir auch bei dir selbst (z.B auf deiner Homepage erwerben) und dir dann den Preis für deine Arbeit zahlen. Ohne Zwischenhändler, ohne Leute die sich versuchen an mir zu bereichern. Das Netz würde das anbieten. Ich zahle einfach den Betrag auf dein Konto ein, du versteuerst diesen so wie es vorgesehen ist, der Rest gehört dir. Warum nicht? Es bräuchte nur eine Software die den Direktschluß zwischen Author und den potentiellen Lesern herstellt. Warum sich mit großen Verlagen rumschlagen, ich will ja dein Buch lesen, so wie ich diese Kurzgeschichte mit Vergnügen gelesen habe (Was bin ich dir schuldig? ;) ).
Also was hindert Autoren daran, sich selbst zu vermarkten? Bequemlichkeit? Oder das Risiko den Preis für das eigene Werk selbst bestimmen zu müssen und dann womöglich keine Abnehmer mehr zu finden? Das ist provokant ich weis, aber dieses Risiko geht normalerweise jeder selbstständig Schaffende ein (z.,B: der selbstständige Programmierer mit der tollen Software). Seltsamerweise finden Kreative der Musik und Literaturszene, dass dieses Prinzip für sie nicht zu gelten hat. (Stichwort: Verwertungsgesellschaften)
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+Gerhard Kaspar Was Du ansprichst, wäre ein Thema für einen großen, eigenen Diskussionsthread. In aller Kürze nur drei Sätze: Erstens ist ein Autor auch im gegenwärtigen System ein Freiberufler, der sich natürlich auch selbst vermarktet. Zweitens "bereichern" sich Verlage nicht einfach nur, sie fügen sowohl den Büchern (z.B.. durch Lektorat) als auch dem Prozess des Buchhandels (=wie findet das richtige Buch zum richtigen Leser) Wesentliches hinzu. Drittens wäre ein Direktvertrieb nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussieht (gilt eigentlich für alle Berufe, nicht wahr? Dass vieles nicht so einfach ist, wie es sich Außenstehende vorstellen?).
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Hm. Also ist ein Buch nicht nur das Werk des Autors, sondern auch des Verlages? Interessant. Dann wird es klar, warum Verlage so vehement gegen die Urheberrechtsverletzung vorgehen. Sie sind ja selbst Urheber dieser Werke. Beim Buch wäre das verständlich, aber um das Buch geht es ja grad nicht. Sondern um das kopierbare eBook. Was außer dem Lektorat tragen die Verlage da Wesentliches bei, +Andreas Eschbach ?
Ich meine Leute die Software herstellen, brauchen ebenfalls andere Leute die ihre Programme testen. Und Programme werden genauso raubkopiert. Trotzdem hat sich dieser Zweig der Kreativität mit den neuen Gegenheiten im Netz abgefunden. Es wird raubkopiert ja. Aber seltsamerweise sind sehr viele Leute bereit einfach den Preis für eine gute Software hinzulegen. Ja klar, einen Roman liest man im Normalfall nur einmal, und daher ist die Situation eine andere. Und daher verbieten sich solche Konstrukte wie Shareware von alleine. Aber das ist eben jetzt die Herausforderung. Ein elektronisches Buch braucht neue Wege. Auch die Softwareindustrie hat mit Direktvermarktung gestartet. Direkter ging es gar nicht. Der Autor kam zum Kunden und schrieb dort sein Werk. ;)
Jetzt ist die Musik- und Literaturindustrie herausgefordert, und statt neue Wege zu suchen, stellt man den Endverbraucher unter Generalverdacht. Das scheint übrigens eine neue Mode zu werden. Auch der Staat stellt seine Bürger unter Generalverdacht. (siehe Vorratsspeicherung)
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+Gerhard Kaspar >>Dann wird es klar, warum Verlage so vehement gegen die Urheberrechtsverletzung vorgehen. Sie sind ja selbst Urheber dieser Werke.<< Nein, Urheber bleibt der Autor, dessen Name auf dem Cover steht. Aber ein Buch ist nicht einfach nur ein Gegenstand, es ist im Grunde eine Kommunikation – deswegen sind Dinge wie: welches Cover? welche Schriftart? wie gesetzt? welche Werbung dafür? alle nicht unwesentlich, weil sie die Kommunikation beeinflussen. Das Renommé eines Verlages spielt auch eine Rolle, im Grunde also dessen übriges Programm: Man liest ein Buch anders, das bei Diogenes erscheint, als eines, das z.B. bei Heyne erscheint.
Übrigens gehen Buchverlage nicht besonders vehement gegen z.B. Tauschbörsen vor: Die meisten haben dazu nicht die Kapazität, und auch wenig Lust, weil das eine Sysiphosarbeit ist. Die grade so Radau machen sind Zeitungen – und es wundert mich, warum die niemand fragt, "ja, warum stellt ihr eure Zeitung denn ins Internet? Zwingt euch doch keiner?" Machen Zeitschriften ja schließlich auch nicht und leben doch.
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+Gerhard Kaspar Was Software anbelangt, ziehe ich mittlerweile Software, die Geld kostet, sogar freier/kostenloser Software vor. Wenn ich eine Software in meine Abläufe integriere, dann will ich nicht erleben, dass deren Urheber plötzlich keine Lust mehr hat, die weiterzuentwickeln, an neue Betriebssystem anzupassen usw. – deswegen ist es mir lieber, am "anderen Ende" sitzt jemand, der mit seiner Software ein Geschäft machen will: Das ist eine klar definierte Basis der Zusammenarbeit. Derjenige, der Software nach dem Motto "das hab ich geschrieben, weil ich grade Lust dazu hatte, und nun verschenke ich sie" freigibt, entledigt sich dadurch gewissermaßen auch künftiger Verantwortung dafür.
Was aber in der Tat ein enormer Vorteil bei Software ist, ist, dass man sie meistens vorher eingehend testen kann. Ich wollte, das könnte man mit allen Dingen.
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Naja dann könnte man ja eine Geschichte Kapitelweise verkaufen. +Andreas Eschbach Das wäre dann so ähnlich wie Updates für Software. Und das nächste Kapitel bekommen nur die Leser&Innen die das erste gekauft haben. Nur noch so ne verrückte Idee;) (Ich glaube mich zu erinnern, dass so was sogar schon mal gemacht worden ist)
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Kapitelweise +Gerhard Kaspar Das ist wirklich eine verrückte Idee. Es würde vielleicht sogar in unser Serien-Zeitalter passen. Aber ich denke, dass sich die Leser mit so etwas komplett verarscht fühlen würden. Ich habe ja schon gezögert meine große Buchserie auf 200 Seiten pro Buch zu splitten
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+Pat McCraw Wieso verarscht? Ist ja auch nicht anders als die Versionsgeschichte bei Software. Ich kaufe einmal und muß dann nach und nach weitermachen, will ich neu entwickelte Funktionen nutzen. Ansonsten muß ich eben mit dem vorlieb nehmen was ich bis jetzt gekauft habe.
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Aber es geht doch hier um Belletristik, oder? Man kann den Leser doch nicht mit einer halben/viertel Story hängen lassen, die garnicht funktioniert.
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Das seh ich nicht so. Das Kapitel ist doch lesbar. Wenn der Leser weierlesen möchte (neuentwickelte Funktionen nutzen möchte) zahlt er/sie wieder. Ansonsten (vielkeicht weil ihm die Story zu langweilig war) lässt er es bleiben. Finde ich durchaus mit Software vergleichbar.
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Ach ja. Dadurch wären auch neue Formen von Romanen möglich, weil das Feedback auf ein Kapitel in das Verfassen eines der nächsten Kapitel einfliesen könnte. (Sofern der Roman nicht auf einmal geschrieben würde)
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Ok, ich lasse es mal so stehen. Ich kann dir sicherlich mehr dazu sagen, wenn meine ganze Buch-Serie draussen ist und ich das Kaufverhalten sehe. LG Pat
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Doch, das mit dem kapitelweise lesen/kaufen: Ich kann mir gut vorstellen, dass das mal sogar üblich wird. Das erste Häppchen gibt's umsonst, die übrigen kosten. Wäre auch eine interessante Rückmeldung, welche Bücher überhaupt zu Ende gelesen werden.
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Danke erst mal für die Kurzgeschichte.

Das kostenlose Anfüttern und Bezahlen für den Rest gibt es doch schon: Ich habe mir den letzten Roman erst kostenlos als Leseprobe auf meinen Kindle gezogen und war nach zwei Kapiteln dann auch bereit den Preis für den Rest von Hiroshis und Charlottes Geschichte zu zahlen.

Ich weissnicht ob Amazon den Autoren oder Verlagen zurückmeldet wie oft, bzw. wie schnell nach einer Leseprobe gekauft wird, aber interesant wäre das für die Autoren sicher. Genauso wie lange und wie oft der Roman gelesen wurde wäre für die Autoren mindestens schmeichelnd - oder eben nicht.

Die Gefahr an solchen Zahlen ist dass wahrscheinlichxdie nächsten Texte sich nur noch danach richten und die sperrigen, aber interesanten, Texte verschwinden.
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+Alexander Jung Mir hat mal jemand aus der Musikbranche erzählt, es sei vom Standpunkt einer Plattenfirma gar nicht so wichtig, wie viele Platten ein Künstler verkauft, viel wichtiger sei, zu wissen, mit welchen Absatzzahlen man sicher rechnen kann. Es gäbe "schwierige" Musiker, die aber ihren festen Kreis von Fans haben: Eine Plattenfirma bräuchte auch ohne solche Konstellationen, weil das ständige Konkurrieren um die Hitlisten anstrengend sei.
Gut, das war in den 90ern, aber ich denke, der Grundgedanke stimmt immer noch und auch für andere Branchen. Insofern glaube ich nicht, dass die sperrigen Texte verschwinden werden.
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Generell aber glaube ich, dass die Bedeutung von Leseproben noch viel zu wenig erkannt ist.
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Stimmt, +Andreas Eschbach Eine gute Möglichkeit für Leseproben (außer bei Amazon, HP, Blogs, Social Med. etc) ist Google Dokumente. Man sollte als Autor nicht knausern mit Kostproben. Siehe oben :)
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+vera bunse Hübsche Cover. Aber was soll die Seite genau? Was passiert, wenn man sich da anmeldet??
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+Andreas Eschbach Es sind nur Anreisser, bei hover wird ein kurzes Zitat eingeblendet. Damit soll man seine Lieblings-eBooks empfehlen.

Könnte im Rahmen der (uh, das Wort) Aufmerksamkeitsökonomie funktionieren, weil Menschen Augentiere sind. Kann mir vorstellen, dass so mancher sich daraufhin den Inhalt näher ansieht und das eBook kauft.
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Es gab eine Zeit, auch in DE, da durfte jeder Verlag alles verlegen. Das war ein Blütezeit von Literatur jeder Art. Da haben grosse Verlage parallel teuere und billige Ausgaben ihrer Titel herausgebracht weil sie wussten, dass es immer einen geben wird, der eine billige Ausgabe bringen würde. Das war für lange Zeit der Quell kreativem Schaffens und allgemeiner kultureller, wissenschaftlicher und gesellschaftlicger Entwicklung.

Im großartigen Königreich wurde das durch die Einführung des Verwertungsrechts gestoppt. Das leitete den Niedergang der Kultur- und Wissenschaftsentwicklung auf der Insel ein. DE gewann dadurch und überholte das Inselvolk. ... usw. ...

Dorthin zurück zu gehen kann kein Schaden sein. Es ist völlig klar dass Monopole schlecht sind. Auch Verwertungsmonopole.

Dafür gehört das Urheberrecht gestärkt und das Verwertungsrecht/-monopol abgeschafft. Das ist keine neue Idee sondern die natürliche Form des Umgangs mit Werken.

Verwertungsmonopole sind das Unnatürliche, Urheberrecht das Natürliche.

Ich bin sicher, dass das alles wieder gut wird. Nur schöner. 
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Ebenso gab es auch einmal eine Zeit, in der Adlige und Fürstbischöfe großartige Kunstwerke in Auftrag gegeben haben, die heute noch bewundert werden und den Fremdenverkehr fördern (= merkantil genutzt werden).

Mäzenatentum stirbt aber aus, Charity (uh) ist sehr à la mode. Stiftungen sind weitgehend zu Steuersparmodellen oder Geldwaschanlagen degeneriert. Und der natürliche Endpunkt der Entwicklung ist "Geiz ist geil". Tja.
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Geiz ist schon immer geil. Was hat das damit zu tun? 
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Das habe ich doch geschrieben?
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+Manfred Morgner >>Es gab eine Zeit, auch in DE, da durfte jeder Verlag alles verlegen. Das war ein Blütezeit von Literatur jeder Art.<< War das nicht die Zeit, in der Spitzweg sein Bild vom armen Poeten unterm Dach gemalt hat? Unter'm Schirm, weil's durchregnete? Ich weiß nicht, ob ich dahin zurückwill.
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+Andreas Eschbach es gibt immer arme Poeten. Wer will schon ein Bild vom reichen Poeten?

Laut Historikern war diese Zeit eine Hochzeit für Autoren und der Markt so groß wie nie. Es gab Hunderte kleine und Dutzende große Verlage. Es sollen sehr angenehme Zeiten für die Autoren gewesen sein weil der Markt ihre Werke aufsog wie ein Schwamm.

Heute sind die meisten Verlage tot. Umgebracht von den Haien der Branche zum Schaden aller, mit Hilfe des Verwertungsrechts.

Das Letzte natürlich nur meine Ansicht. 
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+Manfred Morgner >>Es sollen sehr angenehme Zeiten für die Autoren gewesen sein weil der Markt ihre Werke aufsog wie ein Schwamm.<< Das klingt eher, als habe es damals einfach relativ wenige Autoren gegeben. Hohe Nachfrage ist immer angenehm für den Anbieter. Aber das ist heute definitiv anders; es schreiben mehr Leute (prozentual wie absolut) als je zuvor.
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+Andreas Eschbach das mag so sein. Was mir in dem heutigen Bild fehlt sind die kleinen Spartenverlage, auf deren Ambitioniertheit man zählen und von denen man blind kaufen kann.

Heute ist die Branche ausgetrocknet weil die kleinen Verlage fehlen, ermordet von den großen. Es gab zu meiner Jugend noch Verlage, von denen ich Bücher auf Verdacht gekauft habe und selten enttäuscht wurde.

Heute kaufe ich nicht mehr auf Verdacht weil die verbliebenen Verlage mein Vertrauen verbraucht haben. Sie sind gesichtslos geworden.

Die wollen nichtmehr erklären worum es im angebotenen Buch geht, die Klappendeckel stammen zunehmend von Leuten, die den Inhalt nicht kennen, und die wollen auch nicht mehr beschreiben wie es erzählt ist, die sagen nur: kaufen, geil, kaufen.

Vielsagend: "... die schöne Protagonistin ...". Wenn ich sowas und andere Phrasen lese, die mir erklären wollen, dass die Handlung ein Porno ist, ist das Verlagprodukt für mich gestorben, es sei denn, ich kaufe einen Porno.

Was mir heute bleibt ist die Empfehlung durch Freunde. Die stehen aber vor dem gleichen Problem.

Das gibt mir die Zeit, in G+ über dieses Thema zu diskutieren. :-) 
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+Manfred Morgner Ich verstehe dich immer noch nicht. Früher™ war alles besser?

Früher™ war man auch, kaufte man Käse, sicher, dass es tatsächlich Käse und sonst nichts war. Tomaten schmeckten wie Tomaten und nicht wie der vierte Aggregatszustand des Wassers. Brot enthielt nichts außer Mehl, Hefe, Wasser, Salz, und der Bäcker fuhr das größte Auto nach dem des Metzgers.

Dann kamen die Supermärkte, und alle wollten immer noch billiger einkaufen. Rentner machten regelrechte Kalkulationen auf, wo denn die Butter am billigsten zu bekommen sei, rechnete man die Fahrtkosten ab.

Heute schrumpft ein Schnitzel in der Pfanne um ein Viertel seines Kaufgewichts zusammen, dennoch bezahlen wir lieber 3,99 € statt 8 € für das Kilo.

Statt zu lamentieren, ach, wie war es doch vordem mit Fachgeschäften so bequem, sollten wir uns eingestehen, dass wir es selbst verdorben haben. Und Alternativen suchen, zum Beispiel junge Unternehmen unterstützen, die mit heutigen Mitteln gute Ideen umsetzen. Vor allem, für uns selbst klären, welche Qualität wir bezahlen wollen.
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+Manfred Morgner >>Was mir in dem heutigen Bild fehlt sind die kleinen Spartenverlage, auf deren Ambitioniertheit man zählen und von denen man blind kaufen kann<<
Ja, schon. Es gab auch solche Buchhandlungen. In Stuttgart war es die Buchhandlung Wendelin Niedlich. Von der schwärmten alle, weil der so tolle Bücher im Laden hatte und Gesamtausgaben entlegener Dichter usw. usf.
Bloß hat der irgendwann ganz schnöde pleite gemacht, weil er eben nicht vom Schwärmen leben konnte, sondern Käufer gebraucht hätte. Es gab damals sogar noch große Rettungsaktionen und Aufrufe in der Zeitung und Solidaritätsbekundungen und was weiß ich ... hat alles nichts genutzt, die Leute haben es halt beim Schwärmen belassen und nachher geheult, weil nun eine "Institution" nicht mehr da sei. Meh.
Wird mit Spartenverlagen auch so sein, und das ist nicht ein Problem des Urheberrechts, sondern des Kaufverhaltens.
Wobei: Die zunehmende Gesichtslosigkeit der Verlage macht mich auch perplex. Jeder will alles verkaufen, Bücher werden so angepriesen, dass man um Himmels Willen nicht draufkommt, was an ihnen besonders sein könnte usw.
Aber auch das ist ein Trend. Früher gab's die Post, den Supermarkt, das Elektrizitätswerk. Heute verkauft der Supermarkt Briefmarken und nimmt Pakete entgegen, die Post verkauft Strom und das E-Werk verleiht Autos (oder so).
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Dazu kommt die unendlich reproduzierbare Werbemaschinerie, die bis auf die Höhe der auf Tischen liegenden Bücherstapel und die Anordnung der Titel im Regal alles regelt. Dann noch ein paar schnuckelige Sesselchen locker, aber strategisch, verteilt - schwupps, fertig ist das Lese"erlebnis". Retailing is fun. Ich will hier raus.
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Das ist ja eine schön fatalistische Vorstellung, aber diese Parallelwelt ist wirklich komplett irreal. Als Geschichte ganz nett, aber wenn du wirklich glaubst, das könnte so kommen, nur weil das Urheberrecht "abgeschafft" (in der Story: auf immer noch sehr bequeme 5 Jahre verkürzt) wurde, dann schlage ich eine Einweisung vor. Wegen Paranoia und einer stark verzerrten Realitätswahrnehmung.

Die Realität ist, dass die Vermarktungszeit von Songs in Wochen, die von Filmen und Büchern in Monaten gemessen wird - zweistellig, wenn's gut kommt. Ein Buch wird nach einem Jahr noch als billiges Taschenbuch aufgelegt, und was sich davon nicht schnell genug verkauft, wird über die Resterampe gekippt. Kein Mensch lebt von Büchern, die vor 50 Jahren erstmals veröffentlicht wurde. Also, sagen wir mal: Das sind die ganz seltenen Ausnahmen. Die Verlage schließen nicht unveröffentlichtes in den Giftschrank, sondern letztes Jahr veröffentlichtes.

Bei Amazon ist 2/3 des Durchsatzes gemeinfrei. Das sind Bücher, die laut der Vision hier schon längst durch pornographische Verunstaltungen ersetzt wurden. Nein, die Leute lesen die im Original. Sie lesen sie, weil sie zu günstigen Preisen frei verfügbar sind. Und diese Bücher machen aktuellen Autoren Konkurrenz. Denn deren Bücher sind teuer, wenn sie überhaupt verkauft werden.

Wenn das Urheberrecht abgeschafft wird, dann kannst du dein neues,  noch nicht entstandenes Werk auf Kickstarter finanzieren lassen, nicht mit so NDA-Lesezirkeln. Da wird niemand mitmachen. In der realen Welt setzen sich funktionierende Geschäftsmodelle durch.

Und noch eins ist absurd: In einer Welt, in der es so eingeschränkte Copyright-Gesetze gibt, wird man nicht mit NDA-Tricks diese umgehen können. Auch ein NDA kommt nur zustande, weil er vom Staat durch geltendes Recht geschützt ist. Wir haben solche Systeme übrigens jetzt schon, sie funktionieren komplett überhaupt nicht. Die Filmproduzenten verteilen vor dem Kinostart DVDs oder BluRays an Journalisten, damit die früh Rezensionen schreiben, und so die Zuschauer anlocken. Diese Dinger gibt's nur personalisiert unter NDA. Und, was glaubst du, wo sie's sonst noch gibt? Richtig: Auf den Tauschbörsen im Internet. Das funktioniert heute schon überhaupt nicht.

Also, komm' zurück auf den Boden der Tatsachen.
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Das Urheberrecht wird eh nicht abgeschafft. Das ist der Boden der Tatsachen.
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Im Moment ist die Diskussion sehr polarisiert, und Teile der Rechteinhaber überspannen den Bogen entschieden (Apple z.B. mit seinen Trivialpatenten, und die Musikindustrie mit ihren Massenabmahnungen - die ständigen Verschärfungen des Urheberrechts sind auch nicht gerade hilfreich). Wann immer man einen Bogen überspannt, bricht er.
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+Michael Vogel das ist in der Tat so. Aber ohne Urheberrecht, wären CC und GPL auch kaum noch nötig, oder?

'Verbieten zu verbieten' ist einer der wichtigen Punkte der GPL. Das ist erforderlich weil es ein Urheberrecht gibt, dass geschaffen wurde um eben das zu tun: zu verbieten! +Bernd Paysan hat das ja kurz zusammengefasst.

Man darf nicht vergessen, dass es die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit eben kein Urheberrecht gab und die Entwicklung lief gut ohne. Das Konzept es Urheberschutzes in einer so heissen Phase wie jetzt komplett neu zu überdenken sehe ich als erforderlich für die Lösungsfindung an.

Einer der grundlegenden gedanklichen Ansätze muss unbedingt davon ausgehen, das es abgeschafft wird. Wie sollte man anders tragfähige Konzepte entwickeln? Wie sollten neue Wege gefunden werden, wenn man sich nicht einmal wagt das objektiv Mögliche für möglich zu halten?

Ich denke, es gibt gute Gründe es wieder abzuschaffen, würde aber nicht soweit gehen, jemanden nicht ernst zu nehmen wenn er diese nicht akzeptiert. Im Gegenteil.

In der Technik geht man noch viel weiter. Da werden offensichtliche Unmöglichkeiten in Frage gestellt. Während Professoren erklären aus welchen physikalischen Gründen es nicht mehr kleiner geht, bauen Techniker die nächste Generation von Maschinen, die das Gegenteil in die Praxis umsetzen. Das treibt den Fortschritt. Ohne solche Irren hätten wir heute nicht die technischen Voraussetzungen um so problemlos zu kommunizieren.

Man muss darüber diskutieren ob und wozu das Urheberrecht eigentlich benötigt wird! Das ist der Kern der ganzen Diskussion.
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Die Welt hat wichtigere Probleme als das Urheberrecht.
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+Manfred Morgner 
Ich fasse es nicht, wie man so argumentieren kann und dann ernst genommen werden will:
"Man darf nicht vergessen, dass es die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit eben kein Urheberrecht gab und die Entwicklung lief gut ohne."
Die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit...
...hatten Frauen/Bauern/Arbeiter keine Rechte, gab es Todesstrafe, Sklaverei, keine Demokratie etc. pp. 
Das ist also kein Argument, weil dann jede moderne Errungenschaft der Zivilisation allein deshalb in den Orkus gekippt werden könnte, weil es mal Zeiten gab, in denen sie noch nicht errungen war. 
"Ich denke, es gibt gute Gründe es (das Urheberrecht) wieder abzuschaffen. ... Man muss darüber diskutieren ob und wozu das Urheberrecht eigentlich benötigt wird! Das ist der Kern der ganzen Diskussion."
Komisch: Die Piraten behaupten immer, dass "niemand" das Urheberrecht abschaffen will. Wie die sich mal wieder irren.

+Andreas Eschbach Die Welt hat Wichtigeres zu tun, als das Urheberrecht abzuschaffen. ;-)
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+Ulf J. Froitzheim Kleine Korrektur: Die komplette Abschaffung des Urheberrechts ist keine Parteimeinung. Dass es aber allgemein Leute gibt, die das Urheberrecht abschaffen möchte, das hat die Partei nie verneint.
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+Ulf J. Froitzheim 1) ich bin kein Pirat 2) ich sage nicht, dass es abgeschafft werden soll 3) wenn es um die Sklavenhaltung ginge, müsste man auch alle theoretischen Möglichkeiten in Betracht ziehen. Anderes Herangehen wäre nicht vollständig und liese zu viele Fragen unbeantwortet.

Wenn alle davon ausgehen, dass das Urheberrecht existieren muss und andere Sichten nicht gelten, weiß niemand wieso. Das wäre eine riskante Ausgangslage.

Die Beispiele, die Sie nennen sprechen für meine Argumentation. Jemand hat die Sklavenhaltung hinterfragt und abgeschafft. Die Gründe wurden auf Basis der These gefunden, dass man Sklavenhaltung abschaffen könnte. Bei Frauenrechten war es umgedreht.

Diese Themen sind keine Naturgesetze! Sie entspringen der Kultur und müssen laufend mit der gesellschaftlichen Realität abgeglichen und überprüft werden. Spätestens aber, wenn der Konsens endet, wie im Fall des Urheberrechts geschehen.
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+Manfred Morgner Sorry, so kann man einfach nicht argumentieren. Naturgesetze! Reine Polemik.
Sie postulieren einfach so, dass ein Konsens endet. Und nun? Gab es einen Konsens, dass ein Frankfurter Polizeichef einem Magnus Gäfgen (keine) Gewalt androhen darf? Gibt es einen Konsens, dass Deutschland (keine) Einwanderer braucht? Es gibt immer nur Mehrheiten, und die Mehrheit ist immer noch für das Urheberrecht. 
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+Ulf J. Froitzheim  jetzt habe ich verstanden! Tut mir leid, ich hätte vorher in Ihr Profil schauen sollen, dann hätte ich eher verstanden. Ich lass' mich einfach zu leicht von der Sache absorbieren, das ist ein alter Fehler von mir.
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