Shared publicly  - 
 
Interessanter Beitrag von +Christoph Deeg mit ausführlichen Kommentaren über die Zukunft der Bibliotheken: https://crocksberlin.wordpress.com/2013/01/05/lasset-die-kunden-zu-mir-kommen-wie-bibliotheken-mit-ebooks-und-dem-mobilen-internet-arbeiten-konnen-bzw-sollten/

Kurzfassung für Eilige: "Meiner Meinung nach werden Bibliotheken als Verleihstationen für Medien keine große Zukunft haben." ... "Aber Bibliotheken könnten dem Kunden nun zeigen, wo man bei Amazon kostenlose Bücher bekommt, wie man einen RSS-Reader auf dem Kindle installiert, wo man im Netz kostenlose eBooks findet und wie man diese legal in das Amazon-Format konvertieren kann. Gleiches gilt für die Nutzung von iPads und anderen Geräten." ... "Bekommt der Kunde aber in der Bibliothek diese spannenden Informationen und Hilfestellungen, wird er die Bibliothek damit als Experten für die Welt der Medien wahrnehmen. Somit ist dieser Kunde aufgrund seines geänderten Medien-Nutzungs-Verhalten nicht mehr für die Bibliothek verloren."

Allein mir fehlt der Glaube. Ob das nicht eher ein Beispiel für das ist, was +Sascha Lobo vor ein paar Tagen irgendwo (Update: wiedergefunden, steht jetzt in den Kommentaren) beschrieb: Man möchte als Berater halt, dass für die Beratenen alles irgendwie gut wird? Und selbst wenn es so funktioniert wie beschrieben: Beratung im Umgang mit elektronischem Lesestoff braucht man halt nicht jede Woche (so wie früher die Bibliothek), und man braucht dafür auch kein großes Gebäude mit zahlreichen Angestellten; genaugenommen sogar eigentlich gar nicht unbedingt ein Gebäude.

Aber vielleicht fehlt mir der Glaube auch nur aus den üblichen schäbigen Gründen: Ich weiß eigentlich recht wenig über Bibliotheken, weder aus Nutzersicht noch aus irgendeiner anderen. Kennt jemand historische Beispiele dafür, dass ein großes, im Betrieb relativ aufwändiges System sich erfolgreich auf eine vergleichbare Art umorientiert hat? 
18
11
Alexander Hartmann's profile photoIngrid Strauch's profile photoMelanie Klöß's profile photoV. Schwarz's profile photo
104 comments
 
Schwer zu vergleichen aber mir fällt da spontan die Rohrpost ein. Hat ihren Arbeitsbereich verlegt und ein neues Standbein in/neben der digitalen Welt gefunden.
Translate
 
danke für die Zusammenfassung. Die gefällt mir so gut, dass ich den ganzen Tetx sehen möchte. Hast Du Link (nicht nur auf Person)?
Translate
 
Mir ist so etwas nicht bekannt. Die Umorientierung scheint auch schwierig, wenn man systemtheoretisch denkt. Systeme sind autopietisch, reproduzieren sich also immer wieder selbst. Sie sind veränderungsfähig, können sich veränderten Umweltbedingungen anpassen, aber zu starken Irritationen können sie wohl auch nicht standhalten, denke ich. Denken wir an die Musikindustrie: Es musste jemand Externes kommen, bevor die neuen Bedingungen akzeptiert wurden und vor allem umgesetzt. Erst mit Apple gab es einen, der den Verkauf von Musik im Netz in der Breite vornahm. Die Musikindustrie selbst hat so etwas nicht geschafft, da ihre systemische Verfasstheit immer darauf ausgelegt war, auf Distributoren wie Großhändler und den physischen Markt angewiesen zu sein.
Translate
 
Bei den verwendeten DRM-Systemen der Geräte müsste eine solche Beratung zukünftig wahrscheinlich auch die Anleitung zur Umgehung von Kopierschutzsystemen beinhalten. Was den Bibliotheken bestimmt niemand erlauben wird.
Außerdem ist das eher eine Aufgabe für den Tech-Support, dafür braucht man keine Bibliothekare.

Der Verleih von offenen eBook-Readern plus Katalogisierung von Bezugsquellen und Archivierung von freien digitalen Werken könnte schon eher zukünftiges Betätigungsfeld sein.

Als historisches Beispiel für Umorientierung fällt mir zB IBM ein, oder vielleicht auch http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCv#Geschichte
Translate
Translate
 
Läuft eine Bibliothek ohne neue Werke nicht auf ein simples Archiv hinaus? Die Funktion eines Archives ist doch relativ ähnlich und auch dort benötigt man ähnlich geschultes Personal.

Ich sehe Bibliotheken nicht im eBook-Markt, wenn diese nicht einen Zugang zu beschränkten Angeboten ermöglichen. Bei Hochschulbibliotheken ist das ja bereits gängige Praxis. Diese Bibliotheken verwalten mehr oder weniger ja auch primär Wissen und machen dieses durchsuchbar. Das geht natürlich auch mit digitalen Werken. Bei der normalen Stadtbibliothek sehe ich da aber keinen ausreichenden Markt.
Translate
 
Die Bemerkung von Sascha, die ich oben meinte, war ein Kommentar hier: https://www.facebook.com/kathrinpassig/posts/10151607354273975 ("Ich behaupte (ärgerlicherweise aus eigener Erfahrung als Berater), dass operierende Berater beinahe unfähig sind, unabhängig zu argumentieren. Selbst präzisesten Analysen folgen Empfehlungen, die zumindest auch der Joberhaltung und Jobbeschaffung dienen. Noch schwieriger ist der wunschbasierte Bias, es möge akzeptable, einigermaßen verträgliche Lösungen geben für die Kunden, die einem doch ans Herz gewachsen sind. Möglichst zu deren Bedingungen.")
Translate
 
"Kennt jemand historische Beispiele dafür?": Die Unternehmen Xerox und IBM haben von Vertrieb+Produktion von Hardware auf Beratung+Dienstleistung umgestellt. Wenn der Vergleich zählt.
Translate
 
Wir müssen hier wohl unterscheiden zwischen einzelnen Unternehmen und einer ganzen Branche, die sich umgestalten müsste. Bibliotheken sind ein komplettes Modell und IBM sowie Xerox einzelne Unternehmen. Ich denke, nicht nur die Art der Umstellung wäre eine andere, sondern auch die Anzahl der umzugestaltenden Institutionen.

Eine Chance wäre, wenn eine Bibliothek damit anfangen würde.
Translate
 
+Florian Bucher interessanter Vergleich. IBM verkaufte "Hardware" und verkauft jetzt Beratung, wie man solche Hardware verwendet.
Eine Bibliothek hat soweit ich sehe, nie Hardware verkauft und mit ist auch nicht klar, wie man bezüglich der Bibliothek-Hardeware ("Bücher"?) Beratung verkaufen könnte.
Aber den Vergleich finde ich trotzdem "zählend" ;-), intuitiv
Translate
 
Bibliotheken, die seit mehreren hundert Jahren existieren, haben ihre Nutzungssysteme dauernd umgestellt.

Seit einigen Jahren erwerben sie eBook-Lizenzen und sind - nun auch online - ebenso wenig als Wissensspeicher wegzudenken wie bisher. Außerdem ist die Dienstleistung guter Bibliotheken, Informationen strukturiert und systematisch zur Verfuegung zu stellen. DEN Vorsprung, den sie an Wissensorganisationswissen haben, holen Apple und Google in den naechsten Jahren nicht auf - wer in den dortigen Stores schon einmal versucht hat, systematisch Informationen zu finden, weiß, was ich meine.

Die einzige Gefahr fuer Bibliotheken ist, dass nicht mehr gelesen wird. 
Translate
 
+Alexander Lasch Mir fällt es eigentlich leicht, mir die Bibliothek als Wissensspeicher wegzudenken, weil das Gebäude eben kein unabdingbarer Bestandteil eines solchen Speichers mehr ist. Ich kann mir zwar neue Wissensspeicher denken, die man auch Bibliothek nennen kann, aber das ist ja nicht das, von dessen Fortbestand +Christoph Deeg schreibt. Und wenn man sieht, welche Fortschritte (nämlich von null angefangen) Apple und Google auf dem Gebiet der Wissensorganisation in wenigen Jahren gemacht haben, kommt es mir zu pessimistisch vor, davon auszugehen, dass sie den Vorsprung der Bibliotheken nicht in den nächsten Jahren aufholen können* - umso mehr, als dieses Wissensorganisationswissen ja nicht geheim ist, und auch (meines Wissens) nicht in den Köpfen der einzelnen Mitarbeiter, sondern im "System" Bibliothek wohnt.

(* Falls nicht bereits geschehen, ich kann das nicht beurteilen.)
Translate
 
Vielleicht liegt das Problem in der Redeweise "Buch". Als Buch bezeichne ich eine Hardware mit vorne und hinten etwas Karton und in der Mitte ein paar bedruckte Papierseiten. Wenn ich aber ein "Buch" schreibe, denke ich nicht an ein Buch, sondern an Text in einem hinreichenden Umfang. "Biblio" auf der Theke" heisst Bücher im Gestell, zunächst mal unabhängig davon wozu und wer damit was verdient. Christof Deeg wirft alles auf einen Haufen und spricht dann auch noch von e-Buch, ohne zu sagen, was daran Buch sein soll und wie er es ins Gestell stellt.
Das IBM-Beispiel zeigt mir vor allem, dass ein Unternehmen (als autopoietisches System !!) einfach etwas ganz anderes machen kann als vorher, aber dabei immer noch dasselbe Unternehmen sein.
Bibliothek bezeichnet aber kein Unternehmen, sondern eine UnternehmensArt (die es meines Wissens gar nie erfolgreich gegeben hat).
Translate
 
Hier in Köln versucht die Stadtbibliothek mit Veranstaltungen wie Lesungen Relevanz zu beweisen.So haben sie eine Veranstaltungsreihe geeks@cologne geschaffen. 

http://geekscologne.mixxt.de/
Translate
 
+Rolf Todesco "die es meines Wissens gar nie erfolgreich gegeben hat" - bevor die Bibliotheksverteidiger jetzt zornig die Fäuste ballen müssen, sage ich es: Ist das nicht eine sehr enge Definition von "Erfolg"?
Translate
 
ouuu  ... unglücklich formuliert von mir. Ich mein(t)e, dass Bibliotheken sehr erfolgreiche Institutionen sind - in vielen Hinsichten sehr erfolgreich. Aber als kapitalistische Geschäfte (wo Erfolg Kapitalvermehrung heisst) kenne ich Bibliotheken nicht (Vergleich zur IBM).
Translate
 
+Kathrin Passig Bibliotheken als Gebäude sind kaum ersetzbar (jahrhunderte alte Bestaende muessten sonst vernichtet oder in Magazinen gestapelt werden), als Institutionen schon garnicht. Auf jede technische Veraenderung (das sieht man an Staats- und Universitaetsbibliothekrn) reagieren sie zwar verzoegert aber keinesfalls traege und ihre Konkurrenten muessen sich erst einmal in die Wissensorganisation einueben - und das duerfte dauern.

Außerdem: Wer verzichtet denn gern auf due Haptik von Buechern? 
Translate
Translate
 
Mir scheint, dass C. Deeg  - wie +Kathrin Passig schreibt, -  analog zu meiner Unterscheidung zwischen Buch und Buch auch Bibliothek und Bibliothek (als Gebäude und als Institution) zusammenwirft.
Ich bezeichne meine Textsammlung im Internet als Bibliothek, obwohl dort ja keine Kartonbücher stehen und die Texte zwar geselesen werden können, aber nicht ausgeliehen werden.
Die Analogie in meiner Redeweise ist: ein Haufen Text mit ein paar Registern sind eine "Bibliothek".
Translate
 
+Rolf Todesco Ein Unternehmen ist kein System. Und wenn wir schon begrifflich genau sein wollen, ist es absolut nicht dasselbe Unternehmen nach der Umwandlung.
Translate
 
+Kathrin Passig danke für den Hinweis auf die Leihbibliothek als Geschäft - scheint aber immer eine eher skurile Sache gewesen zu sein, die auch Buchhaldlung, secondhand-Verkauf und Verlag usw gewesen zu sein. Und man muss wohl ziemlich weit zurück schauen um ein Geschäft zu wittern
Translate
 
+Jakob 'Addliss' Dörre  ?? haben wir wohl verschiedene Systemtheorien ;-)  - für mich ist ein Unternehmen ein fast idealtypisches autopietisches System und IBM ist für mich immer noch IBM (Identität) auch wenn die keine PC mehr verkaufen.
Und eine Bibliothek sehe ich in diesem Sinn natürlich auch als System - einfach als ein ganz anderes.
Aber jenseits von Wortklaubereien: Ich sehe kein Geschäftsmodell für Bibliotheken. Ich sehe, dass sie bald verschwinden (ähh nur die Bibliotheken, die Bücher aus Karton ausleihen, natürlich)
Translate
Translate
 
+Jakob 'Addliss' Dörre Aber was meinen wir, wenn wir "dasselbe Unternehmen" oder "dieselbe Institution" sagen? Ich glaube auch, dass die heutigen Buchhändler und Bibliothekare nicht die sein werden, die da umlernen und die angekündigten neuen Funktionen übernehmen. Aber vielleicht ist das auch egal, und die Veränderungen vollziehen sich auch heute noch langsam genug, dass man einfach bis zum Rentenalter so weitermachen kann wie bisher, wenn man nicht gerade Berufsanfänger ist? Mein Verdacht war bisher, dass das nicht geht, aber eigentlich müsste man sich doch erst mal die Zahlen ansehen - ob sich dann nicht doch herausstellt, dass Aussitzen für die Mehrheit eine praktikable Strategie ist?
Translate
 
+Rolf Todesco Hm, ich war wohl etwas voreilig. Wenn ich länger drüber nachdenke, könnte man ein Unternehmen vielleicht schon als System verstehen. Dennoch tue ich mich mit dem Hauptcode schwierig, der scheint mir nicht stark genug herauszukristallisieren.

Ansonsten ist Identität nicht "dasselbe". Wenn sich die Strukturen innerhalb des Unternehmens so stark wandeln, dann ist das Wort absolut nicht mehr passend für mich.
Translate
 
+Ben Kaden  :-)  ja, Amazone habe ich gemeint -  ganz genau. Und jetzt ist noch die Frage, ob wir das Wort Bibliothek so verwenden wollen, dass wir dabei an Amazone denken
Translate
 
+Jakob 'Addliss' Dörre  hmmm ..  ist halt Sprachgebrauch. Ich sage beispielsweise ein bestimmter Frosch is DASSELBE Tier wie der Molch, der er zuerst war. Und ich unterscheide derselbe von dem Gleichen. die Identität der IBM sehe ich in deren Selbstverständnis, nicht in einer Struktur.  Apropos Theorie, ich beziehe mich mit dieser Sichtweise auf H. Maturanas Auffassung von Autopoiese. Ein Lebewesen besteht nach einer gewissen Zeit aus vollständig neuen Zellen, ist aber immer noch dasselbe (in dieser Redeweise)
Wenn also eine Bibliothek beispielsweise ein paar Namensaktien ausgeben würde und dann in hundert Jahren immer noch Dividenen darauf zahlen würde, obwohl sie dann mit Tomaten handeln würde, würde ich sagen, es ist immer noch dasselbe Geschäft, aber ich würde dann wohl nicht mehr sagen, dass es immer noch eine Bibliothek sei.
Den von C. Deeg beschriebenen Übergang sehe ich genau so
Translate
 
Was da imo passieren wird ist die Umstellung von Sharing physischer Objekte zu (wie Du schreibst, Services, die dem Bildungszweck dienen) und vor allem zu geshareten Nutzungsrechten. So etwas gibt es auch schon, muss mal den Link ausgraben gehen. Da erhält dann die Bibliothek vom Verlag das Recht, das (e)-Book x-mal zu verleihen, preisgestaffelt. Das ist wirtschaftlich so wie Zweitverwertung, (siehe bpb-Bücher) oder mengenrabatt xtreme.
Das war jetzt zwar nicht die Antwort auf die Frage, aber die Antwort auf eine andere ;-)
Translate
 
+Rolf Todesco Es ist ein schwieriges Ding und ich kann da leider gerade nicht tiefer einsteigen. Aber intuitiv ist der Begriff "dasselbe" für mich etwas mehr als nur Identität im Selbstverständnis.

Ich persönlich sehe mich beispielsweise auch nicht als mein ganzes Leben derselbe.
Translate
 
+Rolf Todesco Es führt ein Weg vom Molch zum Frosch! Jetzt habe ich auch wieder Hoffnung für die Bibliotheken.
Translate
 
;-) ich hoffe auch ein Frosch und dann noch ein Prinz zu werden
Translate
 
Ich gehe hauptsächlich in die Bibliothek, um dort auf Datenbanken zuzugreifen. 
Translate
 
Datenbanken gehören ins Internet, sollen wir sagen in eine InternetBibliothek?
Translate
 
+Rolf Todesco Im Internet gibt es die Datenbanken auch, sie verlangen aber deutlich mehr Geld zur Benutzung... Im Prinzip geh ich in das Bibliotheksgebäude um mit Bibliotheks-IP einen enormen Preisrabatt zu bekommen. 
Translate
 
+Torsten Kleinz Aber wird das auch in Zukunft in einem Gebäude geschehen? Als Zugangskontrolle und Kopierschutz ist es zwar relativ zuverlässig und einfach, aber auch sehr teuer. Ich würde da kein Geld drauf verwetten; wenn man bei der Bank nicht persönlich erscheinen muss, um Transaktionen zu tätigen, scheint es mir bei der Bibliothek auch nicht unabdingbar.
Translate
 
ahhh ... das IST das Geschäftsmodell: Die Bibliothek in einem Gebäude muss den Zugriff auf die Daten billiger anbieten als andere das im Internet tun ... super
Translate
 
+Torsten Kleinz Weil der Staat die Bibliotheken bezuschusst (so nehme ich das jedenfalls ohne weitere Kenntnisse der Geldflüsse an). Aber wird nicht der Staat eines Tages bemerken, dass es ohne das große teure Gebäude drumherum billiger wäre?
Translate
 
+Kathrin Passig Lustigerweise konnte ich vor Jahren Mal die Proxy-Configuration der Bibliotheksrechner abrufen und die Datenbanken über den Bibliotheksproxy zu Hause abrufen. 
Translate
 
+Kathrin Passig Unibibliotheken sind ja nicht nur Lager- und Sortieranstalten, sondern Arbeitsräume, Quasi-Büro für Universitätsangehörige. 
Translate
 
Bibliotheken haben zwei Ursprungsmotive: Das eine ist museal (sammeln), das andere ist sozial (gratis zur Verfügung stellen). Daher sind Bibliotheken eigentlich schon bedroht, seit jeder Kleinbürger sich seine eigene Hausbibliothek leisten konnte. Ich glaube, die Stadtbibliotheken haben ihre Blütezeit von daher schon lange hinter sich. Schon lange Zeit vor dem Internet wurde die normale Stadtbiliothek immer weniger genutzt, weil der Bedarf abnahm. Dort ging ja vor allem hin, wer lieber las als Fernsehen guckte und sich die Bücher nicht kaufen konnte (also eine Minderheit). Bücher ab 15 Euro aufwärts sind für die Mehrheit der Deutschen auch heute noch ein gewisser Luxus, wenn man Vielleser ist - der soziale Bedarf wird also bleiben. Jetzt müsste man annehmen, dass die Leute, wenn sie denn gratis lesen - d.h. das E-Book hätte dann keinen Preisvorteil - sich eher für den Screen als fürs Papier entscheiden werden. Ich würde annehmen, wenn es nichts kostet (außer den Weg), nehmen die meisten doch lieber das "richtige" Buch in die Hand. Wenn sie den Weg scheuen, müssten die Bibliotheken nur Zusatzqualität anbieten - Service, Beratung, Veranstaltungen, Lese-Communities ... da ist eigentlich viel möglich. Logisch sieht es so aus, als wären Bibliotheksgebäude in 20 Jahren nur noch historische Sammelstellen, eher Buch-Museen. Ich würde sagen, das bleibt abzuwarten. Und sind nicht Uni-Bbliotheken überall rappelvoll, manche jetzt wohl auch rund um die Uhr geöffnet? Da sind auch die Plätze an den Tischen begehrt. Nicht zuletzt wegen der heiligen Arbeitsatmosphäre. Menschen gehen durchaus gerne aus dem Haus und dahin, wo andere Menschen sind ... ich bin immer saufroh, wenn ich mal vom Schreibtisch wegkomme ;)
Translate
 
+Fritz Iversen +Torsten Kleinz Das Argument mit den Arbeitsplätzen hörte ich auch schon von Bibliotheksmitarbeitern; es sei dort voller denn je. Das hat vermutlich dieselben Ursachen wie das Aus-dem-Boden-Schießen der Coworkingspaces, die Arbeit ist transportabler geworden (Digitalisierung, leistungsfähigere transportable Hardware, Überall-Internet). Kann sein, dass es da eine dauerhafte Nachfrage gibt, denkbar wäre aber auch, dass (wie im oben verlinkten Wikipediaeintrag zu den Leihbüchereien) mit wachsender Nachfrage auch die Konkurrenz größer wird; ich zahle zum Beispiel für meinen Arbeitsplatz jetzt nur noch 50 Euro; in den 90ern war es noch das Doppelte bis Dreifache. Eine Bibliothek wäre immer noch billiger, aber auch weiter weg und mit allerhand Restriktionen versehen (Getränke, Öffnungszeiten). Aber trotzdem: plausibel. Wenn ich Geld auf irgendeine mögliche Zukunft setzen müsste, wäre es noch am ehesten diese.
Translate
 
+Kathrin Passig Universitätsbibliotheken haben eine kritische Masse an Studierenden und Dozenten und sind billiger als 50 Euro pro Monat. Sie können ein Forum zum Austausch bilden.
Translate
 
ahhh ... wenn wir noch etwas dran bleiben, (er)finden wir ein richtig gutes Bibliotheksgeschäft (C. Deeg kanns dann in seine Beratung einbauen ;-)
Jetzt gerade heisst Bibliothek: ich habe einen Arbeitsplatz da draussen, komme von meiner Isolation weg unter viele kluge Leute und ein Internet gibts dort so gut wie zuhause und meinen laptop kann ich ohnehin ....
Das Wort Bibliothek geht doch für unglaublich viele Sachen, die mit einem KartonbücherGestell (Biblio und Theke)  recht wenig zu tun haben. Wollen wir das als Bedeutungswandel in der Sprache verbuchen?
Translate
 
Mir fällt gerade ein, dass das Bibliotheksproblem mit dem Buchhändler-Problem vergleichbar ist. Wenn man sich die neueren Buchhändler-Konzepte ansieht, dann geht  es Richtung "Atmosphäre", bestehend aus dem Gefühl, in eine Art "Welt" einzutauchen, persönlicher Ansprache, Veranstaltungen und Services. Eigentlich müsste es in den Bibliotheken nur gratis Kaffee geben und die Leute müsste ihren übeerflüssigen Kuchen dort einliefern können, dann wäre die Bibliothek auch ein sozialer Ort in der Bedeutung des Zusammenkommens von Gleichgesinnten.
Translate
 
+Fritz Iversen Nicht wäre - ist. Die Bibliothek war das Facebook des 20. Jahrhunderts. :-)

BTW: Auch Buchhandlungen haben nun Kaffee...
Translate
 
+Fritz Iversen Mit einem wesentlichen Unterschied: Der Buchhändler muss jeden Monat seine Miete bezahlen. Die Bibliotheken müssen (üblicher Disclaimer: so stelle ich mir das halt vor) lediglich vermeiden, dass der Steuergeldfluss versiegt. In der Bibliothek wird er das vermutlich nicht so schnell tun, wenn die Leute weiterhin in einigermaßen mit bloßem Auge sichtbaren Zahlen dort erscheinen. In einer Buchhandlung sind die laufenden Kosten bei auch nur kleinen Umsatzrückgängen ganz schnell nicht mehr zu bezahlen, Atmosphäre hin oder her.
Translate
 
+Kathrin Passig In der Staatsbibliothek PK ist der Infoschalter schon lange vor allem mit elektronischen Services im internationalen Verbund beschäftigt. Ein Beispiel aus dem Winter 2005/6. Zwischen Xmas und Neujahr sendete die BBC 24h täglich 7 Tage das Gesamtwerk von JSBach. Eine Klavieraufnahme mit Harriet Cohen gefiel mir so gut, dass ich in der Stabi auf die Suche ging. Am Ende bestellte ich über die Bibliothekare die Kopie eines Notenbandes, den ich zwei Wochen später von der British Library erhielt.
Translate
 
+Kathrin Passig Ganz so schnell gehen Buchhandlungen in Deutschland nicht pleite. Sie mussten in jede Fußgängerzone Buchhandlungen in Größe einer Kathedrale pflanzen, bis die Nachfrage kippte. 
Translate
 
+Torsten Kleinz Ich erfinde die Zahlen, aber 90% der Buchhandlungen in Deutschland sind eben keine Kathedralen, sondern krebsen am Rande der Rentabilität dahin und reagieren empfindlich auf Umsatzrückgänge. (Ich behaupte das auf der Basis der zwei Buchhandlungen, die ich im Leben näher kannte; Einblick in die Zahlen hatte ich nur bei einer. Vielleicht war die untypisch; ich bin jetzt auch zu träge, etwas Repräsentativeres herauszufinden.) Egal, ganz anderes Thema.
Translate
 
+Kathrin Passig Ich wollte darauf hinaus: Auch Buchhandlungen haben einen staatlichen Bestandsschutz namens Buchpreisbindung. Die Mechanismen der Selbsterhaltung sieht man schön an Libreka, wo der Content ebenfalls an Gebäude gebunden werden sollte. 
Translate
 
+Torsten Kleinz Ist die Buchpreisbindung wirklich ein Bestandsschutz für Buchläden? Ich dachte immer, durch die Bindung können größere Konzerne wie Amazon mit ihren Rabatten viel größere Margen einfahren als der kleine Buchladen um die Ecke - und profitieren so viel mehr von der BPB als kleine Läden.
Translate
Translate
 
+Torsten Kleinz  Hab ich meine Zweifel. So kann Amazon jetzt offiziell den gleichen Preis wie der Buchladen anbieten aber durch andere Aktionen Rabatte gewähren (z.b. Partnernet oder Gebrauchtbücher), die ein Laden um die Ecke nicht bieten kann. Ich kauf genau aus diesem Grunde bei Amazon: Weil ich dort die Bücher 2-4% billiger kriege.
Translate
 
Die Buchpreisbindung soll dem Vorteil von Einkaufsmacht Schranken setzen und stärkt dadurch den umsatzschwachen Einzelhändler.
Korrekt wäre die Sache aber erst gewesen, wenn man auch verlangt hätte, die Einkaufsmargen egalitär zu gestalten. So erschien es sinnvoll, Palast-Ketten aufzuziehen und eine substanzielle Nachfragemacht aufzubauen. Hugenthalia hat dann noch das Verlags-Kleinvieh rausgeschmissen und immer mehr auf große Mengen gesetzt, für die sie obendrein die günstigsten Margen erzwingen konnte.
Ohne Buchpreisbindung würde die Übermacht von Amazon zur absoluten Monarchie - das Kartellamt müsste dann sowieso sofort eingreifen und ein konkurrierendes Gegengewicht zu Amazon schaffen. Es ist paradox: Aber dank Amazon bleibt die Buchpreisbindung wohl eher noch länger erhalten ... 
Translate
 
paradox finde ich, dass Du diese Verhältnisse als paradox bezeichnest, obwohl Deine Ueberlegungen dazu so normal sind, dass sie jeder ohne weiteres teilen wird - insbesondere auch ALLE Leute, die das System "Buchpreisbindung" genau so eingerichtet haben. Es ist vielmehr präzises Kalkül als auch nur im Entferntesten paradox.

Paradox ist allenfalls, dass hier die Buchpreisbindung verhandelt wird, obwohl es anfänglich um die Zukunft der Bibliothek ging, die wir - den zitierten Anfang der Leihbücherei ausgenommen - gerade nicht als kommerziell beobachtet haben. Man könnte aber auch sagen, dass diese thematische Verschiebung nicht paradox, sondern extrem normal sei. Wer interessiert sich schon für eine Bibliothek, wenn man über die bösen Gewinne von Monopolen schwätzen kann.

Die Frage, inwiefern Amanzone künftig als DIE Bibliothek der Welt (wie in der Renaissance jene Abgebrannte von Alexandira) gesehen wird, finde ich spannend. Und die ideologische Verknüpfung zum frühen Verleih, den +Kathrin Passig via Wikipedia ins Spiel gebracht hat, finde ich als PR-Gag von Amazone fast perfekt.
Amazone macht als Biliothek alles schon besser als Spiegel-Gutenberg und Google-Books zusammen und kriegt jetzt auch noch PR-Unterstützung durch eine uralte Tradition
Translate
 
+Christoph Kappes hat Recht, Bibliotheken werden immer mehr zu physischen und digitalen Orten, an denen Nutzungsrechte vor allem für Zeitschriften vorliegen, die der Einzelne nicht unbedingt hat und ob der damit verbundenen Kosten finanziell haben kann. Ich erinnere mich daran, wie ich einmal deshalb in die FU Berlin gefahren bin, damit ich dort das PDF eines Artikels herunterladen konnte, weil nur da die elektronische Variante der Zeitschrift subskribiert war... Die Frage ist, ob und wie das beim E-Book der Fall sein wird, wo solche Zugangshürden als ähnlich nervig wahrgenommen werden dürften (Open Access FTW!).

Persönlich finde ich Bibliotheken als wissenschaftliche Arbeits- und Lebensräume unverzichtbar. +Fritz Iversen hat das ja schon ins Spiel gebracht: Allüberall sind die Universitätsbibliotheken packend voll. Und es gibt eine veritable Renaissance der Bibliotheksbauten, sowohl neuer wie renovierter. Es sieht mir überhaupt nicht so aus, als würde dieser soziale Raum überflüssig werden, wie +Kathrin Passig vermutet. Schwieriger sieht es mit den Stadtbibliotheken aus, die ja ohnehin finanztechnisch immer schwer zu rudern haben.

Am 14. Februar gibt es dazu übrigens in Göttingen eine Diskussion zu Bibliotheken im Informationszeitalter (siehe http://gid.hypotheses.org/243).
Translate
 
Mich irritiert stark Frau +Kathrin Passig , dass Sie hier ständig Urteile über Bibliotheken abgeben, obwohl Sie selbst mehrfach betonen, dass Sie sich mit dem Thema gar nicht auskennen. Wie kommen Sie zu Ihren Einschätzungen, worauf beruhen Ihre Aussagen? Ich empfehle Ihnen dringend, mal eine größere Bibliothek aufzusuchen. Angebote von digitalen Angeboten und Dienstleistungen dazu sind seit Jahren Standard. Das bedeutet aber nicht, dass dann die Räumlichkeiten überflüssig werden. Ich arbeite in einer Großstadtbibliothek, unsere Besucherzahlen haben in den letzten drei  Jahren nicht ab- sondern zugenommen, und zwar um ca. 50%. Die Nutzung von Datenbanken im Remote Access und das Ausleihen von eMedien nimmt am stärksten zu. Das heißt aber nicht, dass alle anderen Medienangebote überflüssig geworden sind.
Translate
 
+Fritz Iversen Wie kommen Sie darauf, dass Stadtbibliotheken ihre Blütezeit hinter sich haben? Von welchen reden Sie? Kennen Sie überhaupt welche? Da sprechen die Statistiken aber eine deutlich andere Sprache.
Translate
 
+Stephan Stober Ich kenne relativ gut die von mir sehr schätzte Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Alleenring - sehr guter Service, riesiger historischer Bestand, schöne Arbeitsplätze - aber natürlich ein Sonderfall. Nur von außen kenne ich die Kleinstadt-Bibliothek, wo ich wohne. Die ist vor ein paar Jahren in ein ehemaliges Ladenlokal in C-Lage umgezogen, ca. 60 - 70 qm, und macht einen ziemlich leblosen Eindruck, aber auch per OPAC online durchsuchbar.
Vor vielen Jahren habe ich auch noch die Frankfurter Stadtbibliothek direkt in der Innenstadt am Ende der Einkaufsmeile genutzt, für Zeitungen in der Mittagspause und für das eine oder andere Buch, damals war nach meiner Erinnerung immer viel los, wurde auch ein bisschen als Wärmestube und von Arbeitslosen als Alternative zum Wohnzimmer genutzt.
Aber wenn Sie Zahlen haben, die einen Anstieg der Nachfrage nach den typischen Buchbeständen einer Stadtbibliothek zeigen, lasse ich mich erfreut eines Besseren belehren.
Translate
 
Ich habe keine Sorgen um Bibliotheken - nur um die Bibliothekare. Dass Bibliotheken von Städten als wesentlicher urbaner Faktor in den letzten Jahren entdeckt wurden, konnten die Vorträge von Nathalie Vallet und Knud Schulz auf der Tagung "Stadt der Ströme - Interdisziplinäre Perspektiven auf die digitale Stadt in analogen Räumen" (vgl. die Videos: http://www.stadt-der-stroeme.de/2012/vorträge-talks/ ) zeigen. Städte wie Birmingham oder Aarhus sind hierbei herausragende Beispiele für die Neuerfindung der Bibliothek als "niederschwelligstem" öffentlichen Raum in der Stadt. Hier dreht es sich schon länger nicht mehr um Bücher, sondern um jede Form von Medien- und Wissensvermittlung, bzw. den kreativen Umgang damit. Das Problem ist, dass das Image und die Betreiber dieser Institution selbst eben oft noch dem Buchsammel-Modell anhängen. Ihr eine zentrale Rolle im Bildungssystem zuzuschreiben und diese auch auszufüllen erfordert den einen oder anderen Sprung über Schatten (wie die Diskussion zeigt).
Der bereits vollzogene Wandel ist aber deutlich zu sehen bei den Hochschulbibliotheken, die tatsächlich zum einen trotz aller Virtualisierung immer mehr zum Lern- und Arbeitsort geworden sind und zum anderen dennoch die Zugänge zu Information "sammeln" und aufbereitet in "Digitalen Bibliotheken" anbieten. Beides wird zumindest mittelfristig nicht überflüssig werden und weiter viel Arbeit machen. Andererseits - und das ist auch das Argument von Christoph Deeg - haben sie sich zu Teaching Libraries, zu Vermittlern von Informationskompetenz gewandelt.
Unternehmensbibliotheken haben den Wandel der Bibliotheksfunktion noch deutlicher und schon vor dem Internet vollzogen, indem sie aus ihren Bibliothekaren und Dokumentaren Wissensmanager machten, die in die Arbeitsprozesse eingebunden sind und nicht mehr auf Bücherbergen in ihrem Magazin hocken - sie nennen sich dort nun embedded librarian.
Die "Funktion" Bibliothek bleibt sicher erhalten - es ändert sich ihr Bezug zum Ort und dem analogen oder digitalen Raum, entsprechend der neuen Potenziale der Informationstechnologie: stationär, mobil, kollaborativ, verteilt....  Als wenn Borges jetzt schon recht bekommen hätte mit seinem Traum von der unendlichen und unbegrenzten  Bibliothek.
Translate
 
+Fritz Iversen Vielen Dank für Ihre direkten Antworten auf meine Fragen!
Sie haben aber weiter oben geschrieben, "dass die Blütezeit von Stadtbibliotheken vorbei" sei. Dem habe ich widersprochen, weil (zumindest die meisten) Bibliotheken schon lange keine reine "Buchausleihstationen" mehr sind, sondern eine Medienvielfalt und andere Dienstleistungen anbieten.
Natürlich sind große prozentuale Ausleihsteigerungen bei den Printmedien nicht mehr möglich. Es gibt aber zahlreiche Bibliotheken, die selbst in diesen Bereichen noch kleinere Steigerungen aufweisen können. Große Steigerungen gibt es indes (fast durchweg) bei den Besucherzahlen und bei der Ausleihe von eMedien.
Reine "Buchausleihstationen" hätten natürlich auf Dauer keine Chance.
Translate
Translate
 
Interessant, das Bibliotheken von einigen schon zum Tode verurteilt sind. Herrn Deegs Argumentation kann ich leider gar nicht folgen.Bibliotheken sind keine reinen "Verleihstationen" von Medien. Natürlich verleihen sie diese, es werden aber weitere Zusatzservices gebracht: Beratung und Information, Aufbereitung und Erfassung des Medienbestands, Bibliotheken sind Lern- und Kulturort, tragen zur Leseförderung bei, ermöglichen auch sozial Schwachen den Zugang zu Medien, etc.
Das Zukunftsmodell von Herrn Deeg wird sicherlich nicht funktionieren. In der Ausbildung der jetzigen Bibliothekare werden keine Kompetenzen aufgebaut, die fundierte Beratung mit E-Book-Readern und Co zulassen. Zumal es sicher andere Berufsgruppen gibt, die hierfür besser geeignet sind.
Wieso glauben alle das physische Buch schon tot? Bisher funktionieren Bibliotheken doch ganz gut. Wo sonst kann ich auf tausende von Medien zugreifen für ein Minimun an Jahresbeitrag?
Translate
 
".... für ein Minimun an Jahresbeitrag?"  das passt ja schon gut zu C. Deegs Geschäftsauffassung. 
Aber die Bibliotheken, die ich kenne, sind alle enorm subventioniert und müssen überhaupt kein "Geschäft" sein ...
aber vielleicht bin ich hier der einzige, der sich für die Bibliothek und nicht für die Ware "Bibliothek" interessiert
Translate
 
Bibliotheken sind doch auch keine Geschäfte?! Natürlich sind sie subventioniert und agieren nicht im mindesten wirtschaftlich. Dafür stehen sie aber auch jedermann/frau offen.
Translate
 
hmmm ... +Dörthe Wie ja, das meinte ich doch. Wozu denn all die finanziellen Überlegungen - es ist günstiger, kostet weniger, rentiert nicht mehr usw usw. Bei C. Deeg ist das noch etwas versteckt: wenn keine Leute mehr kommen, wird die Bibliothek geschlossen ... aber hier wird sehr direkt mit Geld argumentiert.
Translate
 
Nachklapper: Ähnliche Debatte in den USA: "One of the concerns expressed about the planning initiative to create a Digital Public Library of America (DPLA) is that its very existence might threaten public libraries. While I credit this fear — no outcome to this initiative could be worse — the DPLA is designed to do precisely the opposite: to establish a platform and resources that will help libraries and other cultural heritage institutions, both public and private, to succeed in a digital era.
The DPLA, once built and at scale, can help libraries, archives, and museums in ways that we can foresee and in ways that we can’t, today. The DPLA can help bring materials to people through public, academic, and special libraries. The DPLA can also free up time for librarians to spend more time directly helping people. The DPLA can provide access to code and applications that will do extraordinary things for people through libraries. And the DPLA is already providing an open source platform on which others are developing exciting new applications that will help people in ways we can’t predict today — which is the true promise of a generative platform, much like the web itself ..."
http://blogs.law.harvard.edu/dplaalpha/?p=6588 "The DPLA can also free up time for librarians to spend more time directly helping people" würde natürlich für die Kämmerer der Städte heißen, dass sie mit einer "Öffentlichen Digital-Bliothek Deutschlands" Personal einsparen könnten ...
 
Mit "Nachklapper" meinst Du wohl, dass es wieder ums Geld geht:  "... Personal einsparen könnten ..." 
Translate
 
Nein, Geld ist sekundär. Es geht darum, wonach hier auch Kathrin Passig gefragt hat, nämlich was ist eigentlich die Logik der Entwicklung? Die Logik der Entwicklung ist wie bei dieser amerikansichen Initiative oder auch der europäischen Initiative Europeana, alles das, was heute in den vielen Bibliotheken zugänglich ist, digital mit einer einzigen kleinen Serverfarm oder auf einer Plattform zusammenzufassen, so dass jeder von überall darauf zugreifen kann. Das DPLA Projekt hat beinahe Forschungscharakter, ist aber gleichzeitig "ein konkrter Schritt": "The DPLA is taking the first concrete steps toward the realization of a large-scale digital public library that will make the cultural and scientific record available to all." Da gibt es Hürden, auch rechtliche, aber die Logik der technischen Entwicklung ist wohl, dass - um es mal so auszudrücken - die Anforderungen an die Bibliotheksräume künftig ganz andere sein könnten. Auf die digitale Nationalbibliothek müsste man doch letztlich mit jedem Gerät von überall aus zugreifen können ...
Translate
 
Ich habe die Beiträge nur überflogen und hoffe daher, nichts zu wiederholen: Die Informationsfunktion von Orten wie Bibliothek sind zweitrang, wenn auch nicht unwichtig. Gerade in der entfremdeten, virtualisierten Büro-Welt unserer Zeit sind ÖFFENTLICHE ORT Rückzugsräume der Gesellschaft vor dem VER-ICHUNG.
Translate
 
...vor DER Verichung natürlich. :-)
Translate
 
+Fritz Iversen  ok, jenseits von Personal, das eingespart werden könnte: Was schwebt Dir vor? Alle Texte der Welt auf einem Server? Auf einem Server, auf den alle Ipads zugriff haben würden? Meinst Du das als Bibliothek??
+Reimund Noll und Du? was meinst Du mit der Verichung? Einen Bibliothekraum, wo sich fleischliche Körper treffen statt "ichs"?
Wie stellt Ihr Euch denn die Bibliothek vor? Könnt Ihr das beschreiben?
Translate
 
Ich kann nur sagen, was ich selber meine. Das Fehlen eines gesellschaftlichen Zusammenhang ist speziell für die Deutschen ein traditonelles Problem, damit haben die Deutschen seit jeher ein Problem, weil es bis in das 19. Jahrhundert hinein keine Hauptstadt, überhaupt große Städte, große Treffpunkte für Menschen gab. Dieses Phänomen wie die fehlenden politischen Gestaltungsmöglichkeiten waren wesentliche Ursachen für Literaturströmungen wie den Deutschen Idealismus oder die Deutsche Romantik, auch die Deutsche Philosophie war gezwungen, sich auf das ICH zurückzuziehen. Kants Definition der Realität als subjektiv Wahrgenommenes, Fichtes Abenteuer der Wahrnehmung des eigenen Ich usw. Was ich  sagen will: Orte wie Bibliotheken wirken der Ver-Ichung, im negativen Sinne Vereinzelung entgegen. "You are not alone." Leider entfremdet das Internet uns zur Zeit wieder stärker von der Gesellschaft.
Translate
 
+Rolf Todesco Was noch fehlte: Eine Bibliothek braucht einfach nur viele Menschen, die sich dort aufhalten. Andere Menschen um einen herum.
Translate
 
Ich stelle mir lieber nichts vor. Die digitalen Großprojekte sind etwas komplizierter und langwieriger, als ich es überhaupt überblicken kann.
Generell treffen sich in einer Bibliothek seit jeher zwei Interessenssphären - die "Wissensphäre" und die "Wirtschaftssphäre". Damit eine aktuelle digitale Universalbibliothek möglich wäre, auf die jeder kostenlos bzw. sehr kostengünstig Zugriff hätte, müsste die Verlagswirtschaft/Autorenwirtschaft anders funktionieren. Das muss erst einmal ausgehandelt werden.
Übrigens ist das Internet selbst auch eine Art Biblio- und Mediathek, allerdings in einem leicht chaotischen Zustand, trotz der Aufräumbemühungen von Bibbliotheksdirektor Google.
+Reimund Noll Den Gedanken der "Rückzugsräume der Gesellschaft" finde ich toll. Kennt man ja nur andersherum, Rückzugsraum des Ichs vor der Gesellschaft. Aber so herum wie du es sagst, sieht man, dass es wenige Orte gibt, die der  Geselligkeit zur Verfügung stehen, ohne dass diese Orte wirtschaftlich geformt sind (ohne Eintrittsgelder) wie z.B. Veranstaltungshallen oder Stadien. Da gibt es nicht so viel: Bibliotheken, Parks, Kirchen, Fußballplätze der Kreisklassen ... 
Translate
 
+Fritz Iversen Geld und Wirtschaft will ich nicht leugnen oder wegreden, ich will nur nicht immer bei allem ans Geld oder an Tauschwert denken.  Mich interessiert der Gebrauchswert, also die Qualität der Sache.
Ich denke deshalb über die Bibliothek nach, nicht darüber, wer die Sache wie finanziert.
+Reimund Noll ich sage auch, was ICH meine ;-)
"Eine Bibliothek ist so wenig ein Büchergestell, wie eine Discothek ein Schallplattenständer ist. Die Bibliothek ist der Ort, wo Texte und deren Organisation diskursiv und kollaborativ entwickelt werden. Die Bibliothek ist der Ort des schriftlichen Dialoges."

Die Bibliothek also pseudowirtschaftliches Geschäft mit dem Vermieten von Büchern - was überdies noch  als Verleihen bezeichnet wird, weil man dem Geschäft ohnehin nicht traut - ist für mich eine sehr komische (eben geld-beherrschte) Vorstellung.

"Eine Bibliothek braucht einfach nur viele Menschen, die sich dort aufhalten. Andere Menschen um einen herum."  Das teile ich sehr: es geht um Menschen, nicht um Vermietungen. In der Bibliothek aber machen die Menschen etwas anderes als im Theater oder auf dem Fussballplatz. Diese Differenz kann ich benennen und sie ist im Ausdruck "biblio" ja auch angesprochen.
Translate
 
Mein "Ausgehtipp" für Berlin für alle, die sich ein paar nette Stunden machen wollen: Die Bibliothek von TU und UdK Berlin in der Fasanenstraße. Mehrere Etagen mit vielen Bücherregalen (klar) und vielen zusammengeschobenen Tischen, an denen (meist) Studenten vor PCs sitzen. Wer eine freundliche Mine sehen will, ruckelt mit dem Stuhl und entschuldigt sich bei seinem Nebenan und erntet daraufhin ein "Macht doch nichts" mit Lächeln. Im Erdgeschoss gibt es eine große lederne Sofalandschaft mit vielen Zeitungen, auf der man sich gemütlich hinfletzen kann, ebenfalls parterre die Kantine mit einem schönen Tresen, an dem es sich  mit einer Tasse und/oder etwas essend gemütlich machen kann, die vielen Studenten beobachten und von der eigenen  Studentenzeit träumen kann.
Translate
Translate
 
hmm ...  man könnte auch sagen UNpassend, weil die Diskussion hier ja gerade gegenteilige Vorstellungen von "Bibliothek" entwickelt, zb gemütlicher Treffpunkt f2f statt facebook.
Aber passen tuts natürlich schon :-)
Translate
 
Nach dieser Skizze geurteilt, wäre die Zukunft der Vergangenheit ergonomisch unterlegen. Auf diesen Hockern sitzen und auf den senkrechten Screen gucken - das ist ja Folter, wenn man da wirklich länger intensiv lesen wollte. Ich glaube, das muss noch mal zurück in die "Leserbefragung" ;)   
Translate
 
Ich habe eh den Verdacht, dass die das ist. Vielleicht ein Thema für einen neuen Threat: Steinzeit und Gegenwart. In welcher Ära wussten die Menschen mehr? Ratet mal.
Translate
 
+Reimund Noll gute Frage, braucht keinen neue Thread: man könnte schauen, wann wieviele Bibliotheken zur Verfügung standen, und vor allem wann sie WIE verwendet wurden.
Das moderne Modell der Bibliothek ist ja nicht wegen den e.books nicht ergonomisch.
Translate
 
+Rolf Todesco Braucht vielleicht doch einen neuen Threat. Anthropologen haben längst nachgewiesen, dass allein der Wortschaft von Jägern und Sammlern weit umfangreicher als der unsrige war.
Translate
 
:-) hmmmm... haben die die Wörter aller Bibliotheken gezählt ?
Translate
 
Ich glaube, die meinten weniger wissende Bücher als wissende Menschen.
Translate
 
aha -- wie wissen denn die, was ich weiss, resp. wieviele Wörter ich kenne - und vor allem, wie viele Wörterdie Sammler kannten? Aber ok ich kann damit leben, dass die Sammler mehr Wörter hatten.
Mich interessiert mehr die Bibliothek ;-)
Translate
 
Ich denke, auf die Methoden der Anthropologen kann man schon vertrauen. - Klar, die Bibliotheken bedeuten Wissen. Trotzdem lässt sich eben nicht bestreiten, dass wir Heutigen vielleicht Riesen-Wissensvorräte zur Verfügung haben, die wir nutzen können, die Damaligen aber jeder persönlich mehr von der ihn umgebenden Welt wusste und was man womit anfangen konnte. Ich will ja nicht auf der Sache rumturnen, aber ich denke, das relativiert die Vorstellung von der Wissensgesellschaft doch etwas.
Translate
 
hmmm ...rumturnen ;-) ... das wirds halt. "Gesellschaft" heisst doch die Summe der Kommunikationen und eine Spur davon ist in der Bibliothek. Was im Kopf eines Menschen ist, ist ja nicht so leicht zugänglich - gerade deshalb machen wir doch Bibliotheken (und nicht vor allem dazu, Kaffee miteinader zu trinken ;-)

"Eine Bibliothek ist so wenig ein Büchergestell, wie eine Discothek ein Schallplattenständer ist. Die Bibliothek ist der Ort, wo Texte und deren Organisation diskursiv und kollaborativ entwickelt werden. Die Bibliothek ist der Ort des schriftlichen Dialoges"
Translate
 
Und damit sind wir wieder bei meinen Zweifeln: "Die Bibliothek ist der Ort, wo Texte und deren Organisation diskursiv und kollaborativ entwickelt werden. Die Bibliothek ist der Ort des schriftlichen Dialoges" - wenn das so ist, müsste man halt begründen, warum dieser Ort immer noch die Bibliothek sein soll und nicht, naja, das Internet.
Translate
 
+Kathrin Passig Ich würde nicht sagen, dass die Bibliothek der Ort ist, wo Texte im eigentlichen Sinne entwickelt werden. Sie sind der Ort für Recherche. Geschrieben wird eher "zuhause", oder? Ein schriftlicher Dialog findet in der Biblioethek meines Erachtens auch nicht statt, es sei denn zwischen dem Bibliotheksbenutzer und dem Computer der Bibliothek. Die Bibliothek ist tatsächlich Aufbewahrungsraum für externen Wissen (das interne war in der Steinzeit größer, aber auch thematisch beschränkter, wie ich eben versucht habe zu sagen) und - das meinte ich am Anfang - Rückzugsraum des Öffentlichen. Und übrigens Arbeitsplatz für Bibliothekare. Die Internetleute wollen ja immer allen Leuten ihren Job wegnehmen. Warum eigentlich?
Translate
 
nein gerade umgekehrt - ich muss eine Vorstellung von "Bibliothek" im Kopf haben, um Bibliotheken zu erkennen. Wenn ich an ein paar  Büchergestelle in einem Haus denke, das einem Buchvermieter gehört, dann habe ich eine ganz bestimmte (meines Erachtens etwas einfältige Auffassung von Bibliothek, die ich vielleicht als Lohnarbeiter eines städtischen Buchverleihes haben MÜSSTE, weil mein Arbeitgeber das Wort so verwendet).
Wenn ich aber an eine kollaborative, selbstreferentiell auf sich verweisende Textproduktion denke, dann sehe ich anderes. Vermutlich sehe ich dann nicht das Internet, sondern Teile des WWW-Hypertextes (was aber oft als Internet bezeichnet wird).
Translate
Translate
 
ähhh ... wo die Texte geschrieben werden ist denn Texten nicht anzusehen. Denn Texten ist aber anzusehen, ob ihrer Schreiber Zugriff auf andere Texte hatten und benutzten.
Das bezeichne ich als Dialog, wenn ich schon gesagtes aufgreiffe und weiterführe.
Translate
Translate
 
+Rolf Todesco Ich hoffe doch, dass es nicht soweit kommen wird, dass der Mensch nicht auch noch aus dem öffentlichen Raum Bibliothek  verbannt wird. Ich denke aber nicht, dass irgendjemand so schnell das Geld für die Digitalisierung und die Urheberrechte der bereits geschriebenen Werke der letzten hunderte von Jahren aufbringen kann. Übrigens sollen die öffentlichen Biblioteken in den letzten Jahren doch einen wahren Run erlebt haben. Gott sei Dank.
Translate
 
+Rolf Todesco So etwas macht mir eher Angst. Wenn Wissen ein nicht redundantes Computerprogramm ist, dann können wir uns ja gleich durch Roboter ersetzen lassen. Leute, fühlt Ihr Euch denn so unwohl in Eurer Haut? Hey, Ihr solltet vorher unbedingt Eure Organe spenden:
Translate
 
+Reimund Noll  hmmm ...  meinst Du die  städtischen Buchverleiher, die massiv viel zu teure Kassenschlager a la Harry Potter fast gratis vermieten? Oder meinst Du die allerletzten halbwegs ruhigen Arbeitsplätze, die in Universitätsgebäuden noch zu finden sind? Das hat für mich mit Bibliothek gar nichts zu tun, man kanns aber euphemistisch trotzdem als Bibliothek bezeichnen.
Ich meine die Zusammenarbeit von Menschen an einem umfassenden Text.
Translate
 
+Rolf Todesco Das ist einerlei, Hauptsache Menschen arbeiten (ich rede jetzt von dem Personal) unter humanen Bedingungen und müssen nicht im Call-Center arbeiten oder Bücher einscannen. Das ist nämlich genau das, was bei der Lösung "Bibliotheken dichtmachen" herauskommt. Und uns ist es nicht einmal vergönnt, wenigstens gelegentlich mal den PC in der Stube zur Arbeit zu verlassen und uns in die Öffentlichkeit zu begeben.
Translate
 
hmmmm ... ich sehe jetzt, dass es verschiedene Aspekte gibt, die man vielleicht nicht so trennen kann, wie ich es gemacht habe.
Ich habe schon früher angemerkt, dass es immer auch um Geld geht. Jetzt geht es einerseits um Arbeitsplätze (was wieder eine Form von Geld ist) des Personals, die human sein sollten. Humane Arbeitsplätze sind wichtig, aber nicht nur in Bibliotheken. Das betrifft alle Angestellten. Das Angestelltsein ist das eigentliche Problem schlechthin.
Andrerseits geht es um die Vereinsamung oder Isolation von Menschen, die sich hinter ihren Computer und iPhones verstecken, weil die Einrichtungen für eigentliche Begegnungen zunehmend verschwinden. Die Bibliotheken gehören vielleicht zu den letzten Refugien für Begegnungen und sollten deshalb erhalten werden. 
Diese beiden Aspekte sehe ich schon - ich war wohl etwas blind auf diesem Auge, weil ich einen anderen Aspekt im Vordergrund hatte. Gut, jetzt habe ich beide Augen offen.
Translate
 
"Das Angestelltsein ist das eigentliche Problem schlechthin." Das Problem hatte ich im meinem Leben selten. :-)   -  "Die Bibliotheken gehören vielleicht zu den letzten Refugien für Begegnungen und sollten deshalb erhalten werden." Die Kneipen gibt´s auch noch (und Theater, Museen, Schulen, Volkshochschulen....). Sorry, ich wollte jetzt nicht das letzte Wort machen, aber das konnte ich mir nicht verkneifen.
Translate
 
das letzte Wort lässt sich nicht machen (na mal von Atombomben und CO2 abgesehen). Ich meine eigentlich auch, dass es noch ein paar Refugien gibt :-). Mir ging es mehr darum, dass "Bibliothek" eben für sehr vieles stehen kann (was ich gerne ausblende, und dann andere umso mehr einblenden).
Für mich ist Bibliothek eine perfekte Metapher für einen Teil des WWWs.
Und hier sind wir ja in einer Konversation via Internet und so in einem bibliotheischen Raum, oder?
Translate
 
+Arne Janning  in der Nacht dachte ich, das ist was für morgen und jetzt ises weg! Hätte mich sehr interessiert !!
Translate
Translate
 
Ich vermisse bei diesen Gedanken etwas die Differenzierung zwischen den verschiedenen Funktionen, welche Bibliotheken nachkommen. So wird doch schon mal nach Zielgruppe unterschieden in:
1. wissenschaftliche Bibliotheken, welche der Anforderung nachkommen müssen, Information in einer Qualität zu liefern, welche dem wissenschaftlichen Arbeiten genügen
2. öffentliche Bibliotheken, welche oftmals auch soziale Aufgaben abdecken, sozusagen Bibliotheken als soziale Treffpunkte

Dementsprechend sind auch die Probleme unterschiedlich gelagert, die mit der Reduzierung dass das Internet Bibliotheken im klassischen Sinne überflüssig mache, unterschiedlich gelagert. Doch ein Punkt bleibt, dass das Internet den Faktor Mensch nicht ersetzen kann und Bibliotheken in gewissem Sinne als Botschafter zwischen Zielpublikum und der Information verstanden werden können. Das Internet ist dabei nicht eine Konkurrenz oder Gefahr, sondern eine Bereicherung, welche neue Möglichkeiten und Wege bietet. Gewisse Dienstleistungen und Möglichkeiten, auf welche Bibliotheken und der klassische Buchhandel lange Zeit ein gewisses Monopol hatten, verschieben sich zunehmend ins Internet, werden freier, zugänglicher und transparenter, während in anderen Bereichen eben nach wie vor es nötig ist, dass es einen Vermittler gibt zwischen dem umfangreichen, zugänglichen Wissen und dem Nutzer, welcher auf das Wissen zugreifen will, aber nicht genau weiss, wo und wie er es bekommt. Das Internet ist hierbei auch nur insofern hilfreich, als dass man weiss, es zu nutzen und gerade je komplexer und umfangreicher es wird, desto wichtiger ist es, dass es auch eine Schnittstelle, die hierbei helfen kann. Insofern finde ich den im verlinkten Beitrag ausgeführten Gedanken nicht so verkehrt, dass Bibliotheken dem Nutzer helfen könnten im Umgang mit digitalen Medien, auch wenn er vielleicht etwas kurz greift. Das klingt zwar naheliegend, im Bereich der öffentlichen Bibliotheken ist das m.E. nicht ausreichend. Einerseits darf nicht vergessen werden, dass es unterschiedliche Typen gibt, die anders mit Medien umgehen, einige sind eher visuell, andere eher taktil und möchten etwas zum Greifen haben... in diesem Sinne sehe ich durchaus auch in Zukunft eine Nische, andererseits gibt es auch eine soziale Komponente, welche je nach dem schon heute mehr oder weniger stark mit Bibliotheken verknüpft sind: Bibliotheken ermöglichen den Zugang zu Bildung auch für ärmere und bildungsfernere Schichten und Bibliotheken haben nun mal ein gewisses Fachwissen im Bereich der Bücher und Medien.
Im wissenschaftlichen Bereich wiederum sehe ich heute das Problem, dass zwar mit den grossen wissenschaftlichen Verlagen, Google Books, Open Access Projekten usw. zwar schon einiges bewegt wurde, welche mir die Arbeit stark vereinfachen, so für manches an naturwissenschaftlichen Literatur bleibt mir aber auch in Zukunft der Weg in die Bibliothek nicht erspart und es sieht nicht so aus, als ob sich das bald ändern würde.
Translate
Add a comment...