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Zwischenstand Urheberrecht

Ich habe jetzt für das zu schreibende Internetbuch ungefähr zwei Wochen lang Meinungen zum Urheberrecht durchgelesen und Argumente sortiert. Ergebnisse bisher:

1. Es gibt auf den grob zusammengefassten Seiten "Urheberrecht ist reformbedürftig" / "vorhandenes Urheberrecht ist okay, muss nur besser durchgesetzt werden" jeweils zwanzig bis dreißig unterschiedliche Argumente. Texten, die behaupten, es sei mit einer einstelligen Anzahl oder mit nur einem davon getan, ist zu misstrauen.
2. Dass es nur diese zwei Seiten gibt, ist schon eine Vereinfachung.
3. Nach zwei Wochen fühle ich mich gerade mal am untersten Rand der nötigen Herummeinekompetenz angekommen. Wer eine Meinung zu dem Thema hat und sich weniger als zwei Wochen damit befasst hat (und ich meine a) Vollzeit und b) nicht nur indirekt durch "ich bin schließlich Urheber / Verwerter / Nutzer!"), dem ist ebenfalls zu misstrauen. Beziehungsweise kann man, wenn man Lebenszeit sparen will, alle "also wenn ihr mich fragt"-Beiträge zur Debatte ignorieren, sie machen nicht klüger.
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Tobias Thobaben's profile photoMaxi Adelhardt's profile photoFrank Gilka's profile photoVolker König's profile photo
55 comments
 
Zu schade, ich bin damit als Diskussionsteilnehmer disqualifiziert, aber die Einschätzung ist korrekt, die Diskussion ist von zu wenig Kompetenz und Objektivität geprägt. Ich möchte mich da auch nicht ausschließen...
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Macht gespannt auf eine - wenn man das sagen darf - unabhängige Publikation zu diesem Thema.
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Das wiederum ist alles leider auch keine neue Erkenntnis. :)
Besonders schön/schlimm ist auch das in Dtl. in der letzten Zeit sehr populär gewordene Genre der "Beide Seiten liegen falsch. Es geht doch nur um Gerechtigkeit."-Artikel. Die kommen meistens mit einer "also wenn ihr mich fragt"-ichen Einleitung. Da hat man dann das Gefühl, klug auszusehen, ohne eine eigene Meinung oder gar Argumente präsentieren zu müssen.
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btw. wühlt sich einer von euch durch das techdirt-Archiv? Umfassender als dort wird es meines Erachtens nicht. (Ich würde mir ja sadistischerweise wünschen, dass sich Sascha da durchwühlt.)
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Nach zwei weiteren Wochen wird man vermutlich herausfinden, dass keine der Argumente sich eindeutig mit neutralen Statistiken fundieren lässt. Ist die Realität zu kompliziert für demokratische Meinungsbildung?
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Das ist ein Grundproblem populistisch verwerteter Probleme und auch das Internet ist nicht ganz unschuldig an der Verwirrung.

Aber fleissig! Freue mich schon auf die geordneten Standpunkte und Argumente.
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Bzw man findet heraus, dass alle offiziellen Statistiken anderen offiziellen Zahlen widersprechen, wenn man sie mal mit der tatsächlichen Entwicklung vergleicht.
Zum Beispiel Korrelation "Tauschbörsen ./. Einbruch CD-Verkäufe". 2001 wurde Napster endgültig als P2P-Initiator stillgelegt. Im selben Jahr endete auch das bis dahin kontinuierliche Wachstum der CD-Umsätze. Den Zusammenhang zwischen Tauschbörsenumsätz und CD-Verkaufszahlen erklärt diese Koinzidenz nicht.
Tatsächlich brachen die CD-Verkäufe ein, als ca. 2003 iTunes, MSN-Music und Yahoo-Music die Tore öffneten. Ob das eher Zufall war oder kausal kann keiner begründet sagen.
Die "Raubkopiezahlen" sind nur von "Experten" geschätzt, aber mal hochgerechnet seit 2001 müsste jeder Erdbewohner inzwischen etliche Terabyte an "Raubkopien" gespeichert haben, die den Labels 1:1 als CD-Verkäufe entgangen sind.
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Das Kuriose ist, daß keine der Seiten auch nur in der Lage ist, ihren Standort richtig zu bestimmen: Die Piraten gefallen sich darin, als "links" eingeschätzt zu werden, und bemerken nicht, daß der Angriff auf das Urheberrecht ein Angriff auf ein Staatsmonopol ist und somit im Wesen radikal liberal (an sich erfrischend, da sowas auch in der FDP schon seit langem nicht mehr existiert). Sie haben den Verteidigern, die ihnen vorwerfen, an den Fundamenten der Marktwirtschaft zu rütteln, daher leider nichts entgegenzusetzen. Dabei sind gerade jene, die Renten (also garantierte, relativ feste Einkünfte), Mindestpreise und Monopole für Produzenten u. Verwerter mit Hilfe der Staatsmacht durchsetzen möchten, im Grunde die Zerstörer der Marktwirtschaft.
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Es sollte auch Beiträgen misstraut werden, die pauschal von "das Internet" lamentieren.
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Was schlaegst du also vor? Woher soll der Laie wissen, wessen Meinung auf mehr als zwei Wochen Recherche beruht? Es bleibt keine andere Wahl, als jemandem zu vertrauen, und wem man vertraut ist anfangs keine faktenbasierte Entscheidung, weil sie dem Faktenwissen vorausgeht. So ein 'Traue-nur-dem-Experten'-Dogma ist wenig hilfreich.
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Also, wenn du mich fragst ... wenn... dann meine ich, dass es gar nicht mehr auf Argumente ankommt, sondern sich die Anbieter und Nutzer eher in einer Verhandlung befinden, nicht in einem "Wahrheitsfindungsprozess".
In einer Verhandlung bekommt man etwas, wenn man etwas gibt. Und umgekehrt. Die einen hätten das Internet gerne als funktionierenden Vertriebskanal, die anderen gerne als Share-Kanal ... muss man die Konditionen verhandeln. Wenn es zu keiner Einigung kommt, werden alle viel verlieren. Das ist auch der Grund, warum es etliche "weiche" Positionen in der Mitte gibt - das sind die, die sowohl möglichst wenig Internet-Freiheit als auch wenig Internet-Funktionalität verlieren wollen.
Von zwei konträren Positionen können durchaus beide Recht und Unrecht haben. In einer Verhandlung fragt sich nur, welche stärker ist und mehr Machtmittel zur Verfügung hat. Bei den Debatten im Internet geht es deshalb auch aus diesem Grund nicht ums Recht haben, sondern nur darum, die eigene Position zu stärken. 10 Mio. "likes" wären mehr wert als 1 schlüssiges Argument. Daher ist seit Auftreten der Piraten das Urheberrechts-Thema plötzlich tatsächlich ein Politikum größeren Kalibers, weil plötzlich eine bestimmte Seite der Position ein zusätzliches Druckmittel in der Hand zu haben scheint, was viel direkter auf die Legislative wirkt als irgendwelche Lobbyisten. Kaum hatten die Piraten die 5%-Hürde hinter sich gelassen, zeigten daher die Verwerter ihre Öffentlichen Muskeln ... Machtkampf. Unter allmählich abnehmender Argumentationsqualität.
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Ich würde das eher aus soziopsychologischer Sicht betrachten. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. Wieso will recht plötzlich eine Gruppe/Bewegung unbedingt etwas ändern? Wie erklären sie, dass sie Rechte anderer beschneiden wollen? Wie passt das mit dem Datenschutzthema zusammen? Ist es nicht egoistisch, wenn man auf seine eigenen Urheberrechte beharrt und anderen einige dieser Rechte absprechen will? Ausdruck einer hedonistischen, egoistischen Gesellschaft?
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+Andreas Eschbach Ja, das ist alles sehr gut zusammengefasst. Allerdings glaube ich nicht, dass die Diskussion auch nur in die Nähe dieser grundlegenden martwirtschaftlichen Fragen kommt.
Die aktuelle Situation ist doch, dass durch die Vermarktungsindustrie bereits ein Markt nach eigenen Regeln erzeugt wurde:
- die reproduzierbaren Werke werden künstlich verknappt bzw. durch den Starruhm der Urheber bzw. ausübenden Künstler im Preis hochgehalten.
- die Urheber werden immer weiter (um es hart zu sagen) ausgebeutet
- die Reproduktion und die damit verbundenen (technischen) Vertriebswege auch heute noch den technischen Stand des ausgehenden 20. Jahrhunderts haben , da die Geschäftsmodelle der Vermarktungsindustrie angepasst werden müssten
- die Vermarktungsindustrie durch die Bündelung von Unternehmen in Medienkonzernen nicht selber nur über eigene Lobbyisten, sondern auch über die Lobbyisten der im Konzern geführten Nachrichtenmedien politische und Öffentlichkeitsarbeit macht.
Insofern finde ich schon beachtlich, dass die Diskussion außerhalb des Netzes die Themenbereiche immerhin anreisst, wenngleich die Zeitungsverlage "das Internet" am liebsten genauso fesseln und knebeln möchten, wie die Musiklabels.
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Steile These, aber vielleicht kann man darüber nachdenken: würde heute so intensiv über das Urheberrecht debattiert, wenn kino.to und Megaupload noch online wären? Ich denke nicht.
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Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Thema Urheberrecht - nicht Vollzeit :-) - und das bedeutet für mich, dass ich erst einmal versuche, den Ist-Zustand zu ananalysieren. Das alleine ist schon eine große Aufgabe. Die beste Quelle die ich dafür gefunden habe ist das Dossier der Bundeszentrale für Politisch Bildung: http://bit.ly/J4ys2g

Die zweite Frage ist: was für ein Urheberrecht ist gerecht, sinnvoll und durchsetzbar. Also die Frage nach dem Ziel. Und da bin ich noch zu keinem für mich "richtigen" Ergebnis gekommen. Ich glaube aber, dass es wichtig ist da mindestens einen europäischen, bessern noch einen möglichst globalen Weg zu gehen. Wie es möglich sein soll, die Interessen von Urhebern, Nutzern und Rechteverwertern zu berücksichtigen ist mir noch nicht klar. Ich denke aber, dass alle Beteiligten gesprächsbereit sein sollten.

Und dann ist natürlich noch die dritte Frage nach dem Weg von "Ist" zu "Soll", aber so weit sind wir noch nicht...
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Kompetenzmangel gibt es doch überall.
Mehr Mut zur Teilkompetenz! Schwarmintelligenz ist ja auch nur summierte Teilkompetenz.
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+Giselle Karw Wenn dem nur so wäre, wie du schreibst! Leider kommt das kaum rüber, daß die Piraten einen gut begründeten Standpunkt hätten, der intellektuell weiter trägt als: Wir wollen es eben anders und ihr müßt das berücksichtigen, schließlich sind wir im Parlament.
Mag aber auch an den Medien liegen.
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Die Piraten hätten einige gute Argumente auf ihrer Seite. Leider kommt in Interviews mit denen meist nicht viel davon rüber (bis auf einige Ausnahmen, z.B. Bruno Kramm).
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Leute konnten manche Videos auf YouTube nicht abspielen, wo unsereins sagen würde, dass es dann halt so ist und daher weht der Urhheberrechtswind momentan. Das merkt man daran, dass in der ganzen Diskussion um das Urheberrecht zwar ständig "GEMA" auftaucht, aber keine andere Verwertungsgesellschaft.

Die Entwicklung über die Jahre sollte eigentlich alles sagen:

http://www.google.com/insights/search/#q=GEMA%2CVG%20Wort%2CUrhheberrecht&geo=DE&cmpt=q

http://www.google.de/trends/?q=GEMA,+VG+Wort,+Urheberrecht&ctab=0&geo=de&geor=all&date=all&sort=0

Vielleicht geht ja jetzt ein Licht auf und man erkennt, dass die Leute einfach nur bockig sind, weil YouTube momentan noch GEMA-Videos sperrt. In einer hedonistisch-egoistischen Gesellschaft darf das natürlich nicht sein, denn man hat einen Anrecht auf Medienkonsum.

Wenn sich GEMA und YouTube demnächst einigen, ist das Thema Urhheberrecht wieder komplett vom Tisch.
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+Andreas Roedl Die VG WORT und die GEMA sind da aber schlecht zu vergleichen. Die GEMA ist u.a. deshalb so in der Kritik, weil sie nach Beitritt eines Urhebers sofort alle seine Werke "schützt" und dadurch auch ein nicht-Mitglied der GEMA bei öffentlicher Aufführung seiner eigenen Werke der Gema eine komplette Tracklist vorlegen muss, um eben nicht GEMA-Gebühren für die gesamte Vorstellung zahlen zu müssen.
Ich bin Mitglied der VG WORT und muss denen alle Texte, die in irgendeiner Weise abgerechnet werden sollen, einzeln melden. Das ist eine ganz andere Vorgehensweise.
Ein Artikel von mir in einer Printzeitung wurde (total buy out halt) in einem erst nach Abdruck gegründeten Internetportal nochmal benutzt. Beim Geschäftsmodell der GEMA hätte der Verlag die Nutzung des Artikels incl. der Daten des Urhebers bei der VG melden und selber Tantiemen abführen müssen.
Beim Geschäftsmodell der VG WORT muss ich den Artikel erstmal finden (denn ich hab natürlich keine Mitteilung bekommen) und dann mit dem Verlag klären, dass ein VG WORT Zählpixel aus meiner Liste aufgenommen wird, damit ich die existierende Tantieme für Seitenabrufe meiner Artikel kassieren kann.

Ich finde das VG WORT-Model sehr viel realistischer und liberaler. Durch die faktische Beweislastumkehr der GEMA (GEMA-Vermutung) werden alle Künstler - egal ob Mitglied oder nicht - massiv benachteiligt:
- ein GEMA-Mitglied, das auf der eigenen Website eigene, selbst aufgenommene Songs als Marketingmaßnahme zum Download anbietet, muss für diese Downloads Tantiemen zahlen
- ein nicht-Mitglied, das dasselbe macht, ggf. bei Überprüfungen nachweisen, dass es sich um eigene Songs handelt, die da runtergeladen werden können.

Die GEMA lohnt sich (das hab ich von etlichen lokalen und Indie-Musikern schon gehört) nur noch, wenn man einen Nr 1-Hit hat, der im Radio hoch und runtergenudelt wird. Ansonsten blockiert sie gemessen an den zu erwartenden Tantiemen nur das Marketing und die Konzerte.
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+Volker König Die Details kenne ich natürlich. Nur diese Details sind dem einen Lager in der Diskussion vollkommen egal. Ich bin der Meinung, dass es nie wirklich um das Urheberrecht ging. Das wurde nur als Wurzel allen Übels auserkoren und die GEMA als Erfüllungsgehilfe ernannt.

Mir musst du das nicht erklären. So, wie man vielen Urhebern/Künstlern/Autoren/Musikern nicht viel erklären muss. Die waren immer ganz zufrieden, wie das bisher war. Manche können der Idee der Schutzfristverkürzung sogar etwas abgewinnen. Ich ja auch. Nur was nutzt z. B. die Halbierung der Schutzfrist den Interessen eines gewissen Lagers? Gar nichts.

Ich versuche nur zu beschreiben, was die wahre Motivation hinter diesem Urheberrechtsaktionismus, angefacht durch den derzeitigen Populismus, ist.
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+Kathrin Passig Ich denke, das "Problem" wäre nicht nur in weniger als zwei Wochen, sondern in weniger als zwei Stunden zu lösen. Es ist sehr bedauerlich, dass das Urheberrecht fast immer als das Zentrale Punkt von ACTA behandelt wird. Das ist er keinesfalls. Es ist sogar der Harmloseste Punkt dieses Abkommens, und wurde nur künstlich so aufgeblasen um von weiteren, deutlich schwerwiegenderen Punkten abzulenken.
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Übrigens:

Beziehungsweise kann man, wenn man Lebenszeit sparen will, alle "also wenn ihr mich fragt"-Beiträge zur Debatte ignorieren, sie machen nicht klüger.

Weshalb kommentieren wir hier eigentlich...
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+Andreas Roedl Ich muss da widersprechen. Die GEMA-Diskussion setzte schon letztes Jahr ein, Stichwort Musikpiraten und Martinslieder. Und schön vorletztes Jahr wurde öffentlich darüber geschimpft, dass die GEMA-Vermutung und die Gebühren für Livedarbietungen die lokale Musikszene massiv behindern - auch eine Band, die in einem zweistündigen Programm nur exakt eine Coverversion bringt und sonst nur "eigenes" musste schon immer für das gesamte Programm Tantiemen zahlen.
Durch die aktuell "vereinfachten" Gebührenstrukturen, die vielen kleinen Musikkneipen und Discos finanziell ab dem 1.1.2013 die Luft abdrücken werden, ist das Thema noch verschärft.
Innerhalb der Musikszene (und da meine ich die Mehrheit der Musiker, die nicht alleine von der Musik leben können und trotzdem verdammt geile Mucke mache) ist die GEMA schon länger als Störer bekannt.
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Also, wenn ihr mich fragt, braucht ihr diesen Kommentar von mir hier nicht zu lesen ... ;-)
Nee, nee, jetzt nicht beschweren.
Ihr wart gewarnt.
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Sorry, die finale Version ist: http://levine.sscnet.ucla.edu/general/intellectual/againstfinal.htm

"It is common to argue that intellectual property in the form of copyright and patent is necessary for the innovation and creation of ideas and inventions such as machines, drugs, computer software, books, music, literature and movies. In fact intellectual property is a government grant of a costly and dangerous private monopoly over ideas. We show through theory and example that intellectual monopoly is not necessary for innovation and as a practical matter is damaging to growth, prosperity and liberty."
 
+Ingo Wechsung Es geht den Leuten hier nicht um Pharmapatente sondern darum, dass sie gerade mal nicht sofort das letzte Video von Usher, Ke$ha und Deichkind auf YouTube sehen können. Deine Argumentation ist das beste Beispiel für die Art, wie diskutiert wird. Patente und das Urheberrecht sind eine Suppe.
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Thema Statistiken:
Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Wer sagte das noch gleich? Keine Ahnung...

Ich finde es jedenfalls gut, dass sich da jemand tiefgründiger mit beschäftigt.
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+Giselle Karw Nachfrage gibt es, ansonsten könnte YT einfach so die Videos aufführen. Der "Marktwert" sinkt, weil es leicht ist, an die selbe "Ware" zu kommen, ohne den geforderten Preis zu entrichten.

Mit "kostenlos" lässt sich eben nicht konkurrieren. Da kann eine gewisse Gruppierung noch so sehr fordern, dass "die Angebote fehlen" und dass sich doch bitte die "Content-Mafia" und Urheber neue "Vertriebsmethoden" einfallen lassen sollen.

Frag mal +Kathrin Passig oder +Julia Schramm, wie diese neuen Vertriebsstrukturen aussehen sollen!
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Da fällt mir noch ein: +Sascha Lobo s Buch Wir nennen es Arbeit habe ich in jener Zeit bestimmt zehn Leuten via Amazon zukommen lassen, weil es damals frisch war.

Mit den von gewissen Leuten geforderten Änderungen ("wieso nicht Direktvertrieb für Urheber/Autoren/Musiker?", "Urheberrecht abschaffen!", "Verwertungsgesellschaften für'n Arsch!") hätte ich ihnen wahrscheinlich einen Download-Link für ein Ebook geschickt.

Einfach mal ehrlich sein. Ist hart, ich weiss.
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+Giselle Karw

"Nein es müsste mehrere Anbieter des gleichen Songs geben, wo alle die. Rechte haben."

Ab da lese ich einfach nicht mehr weiter. Ich sehe, dass du nicht den geringsten Schimmer hast, wie das so funktioniert.

Nur so viel: du kannst den selben Song von vielen Anbietern kaufen/erwerben/konsumieren. Es gibt harten Wettbewerb zwischen diesen Anbietern.

Alter.

Edit: Das ist ja der Sinn hinter "Verwertungsgesellschaften". Meine Güte.
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+Giselle Karw >>Nein es müsste mehrere Anbieter des gleichen Songs geben, wo alle die. Rechte haben. Dann ist es kein Monopol.<<
Geht's noch? Das ist ja wohl eines der ahnungslosesten Statements zum Thema, das mir je untergekommen ist.
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+Kathrin Passig Ich sass eben vor dem "Paules Metal Eck" in Berlin mit einem der Betreiber vom "Astra Kulturhaus" zusammen und habe mich natürlich über dieses Thema unterhalten. Es ist wirklich erstaunlich, wie differenziert diese Leute das Thema sehen. Überhaupt nicht dogmatisch oder festgefahren, wie es uns die derzeit sehr lauten Konsumentenstimmen glauben lassen.

Er ist nicht nur Veranstalter, Club-Betreiber, sondern auch Musiker und letztendlich natürlich Konsument. Er beschwerte sich ein paar Minuten lang über die GEMA-Gebühren, die demnächst steigen sollen. Ein paar weitere Minuten lang redeten wir über die Tantiemen, die er von der GEMA erhält. Natürlich wäre es seiner Ansicht nach blöd, wenn sich YT und GEMA nicht einigen könnten. Er lädt sich seine Musik "so herunter", gab er zu.

http://www.astra-berlin.de/

Ich kann auf Anfrage Kontakte zu Personen herstellen, die eben nicht nur Konsumenten sind, sondern auch gleichzeitig Veranstalter, Betreiber, Künstler und Urheber. Solche, die das Thema differenzierter sehen. Vielleicht ist es das, was du suchst.
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+Giselle Karw "Ich hab auch keine Ahnung, aber ich denke konsequent."

Das ist das Problem derzeit. Exakt das.
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+Kathrin Passig +Andreas Roedl
(1) Man muss kein Experte sein um sich Meinungen bilden zu können. Man muss das Urheberrecht nicht kennen um sich eine gültige Meinung zu bilden. Man hat eine Blackbox (Gesetz), das man nicht kennt und man sieht die Effekte. Und wenn einem ein oder mehrere dieser Effekte nicht gefallen, kann man sehr wohl eine Überarbeitung der Blackbox verlangen -- auch wenn man den Inhalt der Blackbox nicht kennt.

(2) Das ist doch das schöne am Internet: Jeder, kann seine Meinung Kundtun -- selbst wenn kein Journalist denkt dass die Meinung der Person "wichtig genug" oder "richtig genug" ist.
Wer keine solche Meinungen lesen will, ist schlecht darin beraten Blogs zu lesen.

(3) Ich finde die Tendenz in Deutschland, das Denken der "Elite" komplett zu überlassen, sehr beunruhigend.

(4) Und wenn es eine "richtige Meinung" gäbe, auf die man durch "2 Wochen Vollzeitstudium" kommen könnte. Gäbe es eindeutige Argumente mit denen man endgültig Zeigen kann, dass eine Andere Meinung "falsch" ist.
Da die Diskussion immer noch stattfindet, gehe ich davon aus, dass es keine "richtige Meinung" gibt.

Nur für's Protokoll: Ich habe in diesem Eintrag in keinster Weise gesagt, das das Urheberrecht schlecht wäre. Nicht das jemand meint Sachen, die ich nie gesagt habe zwischen den Zeilen lesen zu können.
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Also wenn ihr mich fragt... sollte man ein stummes h einführen dort wo es am wenigsten weh tut. Ein h ist ja praktisch wie eine 0 und somit doch im Grunde bedeutungslos.
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Besonders Schlimm ist es, wenn man Amerikanische Quellen dazunimmt. Und unlösbar wird es wenn man eine internationale Lösung will. (ohne die es ja nicht geht)

Aber es gibt auch ein Lichtblick, wie man sehen kann scheren sich weder Konsumenten noch Produzenten um nichtfunktionierende Gesetze.
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+Giselle Karw das ist garnicht so verkehrt. Exklusive Verwertungsrechte sind mit ein Problem der Urheber und Konsumenten. Da werden schnell mal Manuskripte nicht mehr aufgelegt, total buyout Verträge gefordert die auch keine Zweitverwertung zulassen oder eben Bands daran gehindert alternative Vertriebswege zu nutzen. 
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+Andreas Roedl das mag schon sein, dass Autoren bisher ganz zufrieden waren wenn Sie Ihre Vorschüsse oder VG-Wort Schecks erhalten haben, aber wie oft haben die Autoren dann geflucht bei Recherchen ohne Inhaltssuche, bei vergriffenen Primärquellen, bei Verlagen die keine eBooks zulassen oder bei ungeklärten Verhältnissen bei Zitaten oder Quelle. Auch die Arbeit von Urhebern (von Musikern will ich garnicht reden - problemlos samplen?) könnte einfacher werden.
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Aber was wird letztlich passieren? In einer Demokratie werden Entscheidungen doch nicht aufgrund von Argumenten gefällt, die sich erst nach mehrwöchigem Studium so richtig erschliessen. Der Streit ums Urheberrecht ist die Manifestation eines Machtkampfs, ausgelöst von einer technischen Entwicklung. Zu fragen, was da die richtige Lösung ist, scheint mir ein wenig so, wie zu fragen, ob man nun eine Eisenbahn haben sollte oder nicht.
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ich stimme der Grundthese zu, dass man sich länger und insbesondere breiter mit dem Thema beschäftigen muss, um nicht in der allgegenwärtigen Spiegelfechterei der Argumente zu verbleiben. Zur Frage, wie das Vorhandensein eines Urheberrechtes eine Gesellschaft verändert gibt es ja zu Glück seit kurzem eine erste wissenschaftliche Untersuchung, in der England und Deutschland im 19. Jahrhundert verglichen werden. Dort zeigt sich dann, dass ein Urheberrecht die Kultur eher einschränkt, als sie zu befördern. Ich bin nun seit 6 Jahren mit Urheberrecht intensiv unterwegs und ertappe mich inzwischen oft genug beim Stirnrunzeln, wenn ich die vielen Beiträge der Art 'ich hab mir da mal kurz Gedanken zum Urheberrecht gemacht' lese. Auch die kuriose implizite Unterstellung, Urheber würden sich qua Tätigkeit automatisch gut mit dem Thema auskennen, bereitet mir oft Schmerzen. Ganz unbescheiden werfe ich mal meinen jüngsten Beitrag in die Diskussion http://www.zeit.de/2012/18/Piratenpartei-Streitgespraech/komplettansicht
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Logik? der Artikel ist eine vom Redakteur mit Mühe in die Zeichenbeschränkung gepresste Collage aus einem 90-minütigen Gespräch, an dessen Ende sowohl Herr Hegemann wie auch ich festgestellt haben, dass wir noch sehr viele wichtige Punkte gar nicht angespochen hatten. Vieles was logisch klingt, ist dennoch nicht die Realität, es lohnt sich hier jede der eigenen Annahmen kritisch zu hinterfragen.
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Logik: OK, wenn der Artikel so mangelhaft ist, sollte man ihn vielleicht lieber nicht in die Diskussion werfen.
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Ob die vorgetragenen Argumentationen nun logisch sind oder nicht, zeigt dieser Artikel einmal mehr auf, dass einige, die sich als Beschützer der Urheber aufführen, ein menschverachtendes Bild der Mitglieder unserer Gesellschaft haben, nämlich, dass die Menschen die Freiheiten anderer aus Prinzip nicht respektierten und mit den eigenen Freiheiten nur Schindluder treiben würden.

Wenn das wahr wäre, dann könnten wir mit unserem Kulturladen sowieso geradewegs einpacken! Nur Menschen, die frei sind und die Freiheit anderer aus Vernunft respektieren, können Kulturgut überhaupt wertschätzen.

Warum wird bei der Urheberrechtsdebatte immer der 15-jährige Knirbs herangezogen, der aus pubertärer Schadenfreude seine HardDisks mit Bullshit füllt für den er sowieso keine Zeit hat, ihne zu konsumieren?!

Davon leiten sie allerhand Grundrechtseingriffe ab und konsequenterweise sind dann Dinge wie Urheberrechtsabgaben keine Verhandlungssache, sondern müssen den niederen Bürgern aufgezwungen werden. Ist doch klar.

Ihr könnt es drehen und wenden wie ihr wollt: Der Nährboden für das Vorhaben, das Kopieren von bestimmten Werken ein für allemal zu verhindern und zu ahnden und dafür die Grundrechte mit Füssen zu treten ist derselbe wie in totalitären Staaten: Es ist das Misstrauen den Menschen gegenüber. Man unterstellt ihnen, sie könnten mit ihren Freiheiten nicht umgehen.
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Hallo Frau +Kathrin Passig,und Hallo Frau +Cora Triton,

Die Frage nach dem Ziel ist meiner Meinung nach das A und O in der Diskussion.

Ich kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen, dass eine sorgfältige Betrachtung nur des Urheberrechts im Internet einer Doktorarbeit gleichkommen müsste - und dabei wären die Patent-Themen, Leistungsschutzrechte und internationale dem Urheberrecht verwandte Themen (wie bspw. das Copyright) noch gar nicht berührt.

Und sogar das würde den Knackpunkt der Diskussion noch nicht erreichen, denn es geht nicht nur um die Auswirkungen des Internet auf Urheberrechte & Co, sondern es geht auch um die "Rück-Wirkungen" übertriebener Urheberrechts-Anwendung auf die eigentliche Internet-Infrastruktur.

Das Internet hat nun einmal den Charakter von "jeder kann für alle lesbar veröffentlichen". Das gab es so noch nie, und das ist - meiner Meinung nach - die schützenswerte Eigenschaft. Diese Eigenschaft eckt übrigens nicht nur beim Urheberrecht an, sondern genau hier ist auch einer der zentralen Konflikte mit dem Datenschutz.

Beispiel ACTA: +Igor Korolewitsch hat m.W. korrekt angemerkt, dass Urheberrecht insbesondere in der digitalen Welt nur ein kleiner Ausschnitt von ACTA ist, und obendrein ein Teil, der in Deutschland ohnehin schon weitgehend geltendes Recht ist. Allerdings verlangt die Durchsetzung dieses kleinen Teiles eine sozio-technische Infrastruktur, wie sie sonst aus Überwachungsstaaten bekannt ist.

Ich finde es völlig in Ordnung, dass Urheberrechtsbruch der wie organisierte Kriminalität betrieben wird (z.B. beim Handel mit gefälschten Pay-TV-Chipkarten) mit den entsprechenden Mitteln verfolgt wird. Ich finde es nicht in Ordnung weil nicht verhältnismässig, dass Computer-Laien mit den gleichen Mitteln bedroht und wie Schwerverbrecher behandelt werden.

Nervig ist zum Beispiel: Ich darf in Deutschland meine alte PSP nicht mit meinem Heim-WLAN verbinden. Denn die PSP ist so alt, dass sie die keine WEP2-Verschlüsselung kann. In Deutschland ist allerdings inzwischen gängige Rechtsprechung, dass der Betreiber eines nicht ausreichend (! - Details unterscheiden sich wohl von Gericht zu Gericht) verschlüsselten WLAN für alle über sein WLAN begangenen Urheberrechtsverletzungen mit haftet.

Der Haken ist: Vielleicht (und bei der momentanen Rechtsprechung wirklich nur vielleicht) bekommt ein Richter die Unterscheidung zwischen einem Schwerverbrecher und einem WLAN-Dummkopf hin. Da aber weite Teile der entsprechenden Verfahren inzwischen über Abmahnungen oder astronomische Streitwerte mit Unterlassungsangebot laufen, bekommen Richter die entsprechenden Fälle immer seltener zu Gesicht, und das Internet - das bisher kein rechtsfreier Raum war - wird auf einmal ein Raum frei von rechtsstaatlichen Verfahren, aber dafür gewürzt mit einer privaten Zensur- und Kontrollinfrastruktur vom Feinsten.

Wie gesagt: Mit Augenmaß angewandt (z.B. hinsichtlich Privatkopien und Verfallsfristen) finde ich Urheberrecht akzeptabel wie es ist. Verbesserungspotenzial gibt es überall. Doch die Begehrlichkeiten der großen Rechteinhaber und -verwerter und die daraus entstehenden Nebenwirkungen auf das Internet als Ganzes sind ein Problem.

Das wäre aus meiner Sicht das Ziel: Dem Urheberrechts-Thema wieder einen halbwegs transparenten, rechtsstaatlichen Rahmen zu geben, der das Internet als Medium von "alle können für alle veröffentlichen" schützt.

Übrigens, dieser Kommentar ist urheberrechtlich geschützt ;-)
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