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Kathrin Passig
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Kathrin Passig

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(Ich weiß, das lässt mich jetzt ein bisschen besessen wirken, aber wer noch nie mal schnell eine einfache Frage klären wollte und kurze Zeit später unter einem Berg Daten begraben war, der lache als Erster.)

In der Klagenfurter Stadtschreiberwohnung, die ich von
+Cornelia Travnicek netterweise für eine Woche ausgeliehen bekam, gab es die "Klagenfurter Texte"-Bände von 1980 bis 2012 komplett. Ich habe deshalb die Prokrastinationszeit (rund um die eigentliche Arbeit am "Weniger schlecht programmieren"-Buch) genutzt, um endlich ein für allemal die alte Frage zu klären, ob es günstigere und weniger günstige Leseplätze beim den Tagen der deutschsprachigen Literatur gibt. (Die kurze Antwort: Ja, der zweite Lesetag ist etwas vorteilhafter, wenn es um den Hauptpreis geht, bei den anderen Preisen ist es egal.)

Wie es immer so ist, hat sich diese einfache Frage monströs ausgewachsen, nebenbei kann man jetzt auch sehen (im Tab "Juroren"), dass Paul Jandl nicht nur insgesamt der erfolgreichste Juror ist, sondern auch drei der sechs bisher vergebenen Automatische Literaturkritik Preise auf sein Konto gehen.

Zu einigen Jahren fehlen noch Daten, aber die versuche ich dann nächstes Jahr zu finden. Wenn jemandem was einfällt, was man sonst noch aus den Daten herauswringen könnte, bitte Bescheid sagen (oder im Spreadsheet kommentieren).

Danke an +Angela Leinen, +Aleks Scholz, +Cornelia Travnicek und das Robert Musil Institut der Universität Klagenfurt / Kärntner Literaturarchiv.

https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0AtWV0EYMXOZbdERQTzFydU5BaHdIcUpyLWpVVk93NFE&usp=sharing
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Uli Seng's profile photoAngela Leinen's profile photoRoland Graffé's profile photoHans Hütt's profile photo
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Hi kathrin beauty!
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Kathrin Passig

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Da kam ihre Liebe plötzlich abhanden

2009, Naomi Alderman auf Englisch im Guardian ("Library of the future?"), http://www.guardian.co.uk/environment/2009/feb/05/ebooks-ethical-living und auf Deutsch im Freitag ("Die Schönheit des digitalen Buches"): http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/die-schonheit-des-digitalen-buches
2010, Kathrin Passig, "Das Buch als Geldbäumchen": https://docs.google.com/document/d/1KWQeayqtCMOHDDEZWwnDPSIadPTFHbnnBMvpTjpjF6E/edit?pli=1
2011, André Spiegel, "Lesen im Dunkeln": http://drmirror.net/2011/04/03/lesen-im-dunkeln/
2011, Burkhard Spinnen, "Was wird aus meiner Bibliothek?": http://derstandard.at/1304554174184/Was-wird-aus-meiner-Bibliothek
2012, Alban Nikolai Herbst, "Die Leser der Zukunft. Kleine Theorie des Literarischen Bloggens (138)": http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/75243211/
2012, Malte Herwig, "Mein letztes Buch": http://www.freitag.de/autoren/frankfurter-buchmesse-2012/mein-letztes-buch
2012, Anne Schüßler, "Ich will doch nur lesen!": http://anneschuessler.com/2012/11/06/ich-will-doch-nur-lesen/
2013, Peter Praschl, "Wie ich verlernte, die Bücher zu lieben": http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article117018708/Wie-ich-verlernte-die-Buecher-zu-lieben.html
2013, Felix Neumann, "Mein wachsendes Unbehagen an den Dingen": http://fxneumann.de/2013/06/05/mein-wachsendes-unbehagen-an-den-dingen/
2013, Rick Gekoski, "The Kindle has turned me off paper books": http://www.theguardian.com/books/booksblog/2013/aug/02/kindle-paper-books-bookseller-e-reader

Verwandtes Thema:
6.2.2014, Dom Knight "Throwing out your CDs and DVDs. Is it time?" (über den Abschied von CDs und DVDs) http://www.dailylife.com.au/life-and-love/real-life/throwing-out-your-cds-and-dvds-is-it-time-20140206-323a0.html

(wird fortgesetzt)
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Thomas Groh's profile photoOctavius Zelma's profile photoThorsten Funke's profile photoCornelia Daheim's profile photo
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Lese die Bible jetzt immer auf Kindle...
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Kathrin Passig

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Aus der aktuellen brandeins (mein erster Papierkauf seit langem, der erste in einer Bahnhofsbuchhandlung seit mehreren Jahren, Begründung: keine mir selbst nachvollziehbare):

"Schwiegermutter hat sich im Spielzeuggeschäft einen Buchladen empfehlen lassen. So steht sie nun in der Buchhandlung Christiansen am Spritzenplatz und lässt sich ausführlich beraten. Der Buchhändler greift zu einem roten Hardcover. 'Das ist ein ganz wunderbares Buch. Wirklich das beste, das ich seit Langem gelesen habe', sagt er. Schwiegermutter liest den Klappentext und kauft 'Wunder' von Raquel J. Palacio für 16,90 Euro. Dabei wollte sie ein Taschenbuch kaufen. Weder von dem Buch noch von der Autorin hat sie vorher gehört. Das Buch wird ihr geschmackvoll eingepackt. Es bestätigt, womit sich der Kleinverleger André Thiele von Amazon verabschiedet hat: 'Und im Buchhandel bekommt man noch etwas, das man bei Ihnen ganz sicher nicht bekommt: kompetente und individuelle Beratung. Diese mögen Ihre Algorithmen nachäffen, so viel sie wollen, sie können sie nicht ersetzen.'" (S. 75, Beitrag von Jacob Vicari)

"Es bestätigt" allerdings gar nichts. Die Kundin hat das Buch selbst noch nicht gelesen. Die zu Beschenkende hat das Buch erst recht noch nicht gelesen. Erst wenn sich herausstellt, dass die "kompetente und individuelle" Beratung via Stiller Post (schließlich soll das Buch ja nicht dem Buchhändler gefallen und auch nicht der Käuferin, sondern der Beschenkten) tatsächlich zu einem passenden Geschenk geführt hat, erst wenn man festgestellt hat, wie ein Algorithmus im Vergleich abschneidet (sinnvollerweise einer, der Lesezufriedenheit und nicht Kaufverhalten zugrundelegt), und erst wenn man das Ganze öfter als n=1 durchgeführt hat, bestätigt das irgendwas.
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Matthias Müller's profile photoJakob Vicari's profile photoKathrin Passig's profile photoFritz Iversen's profile photo
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Bestätigt das angeführte Beispiel nicht zumindestens, dass auch der gute Offline-Buchhändler eine Gewinnmaximierungsabsicht verfolgt? Gewollt ist Taschenbuch, verkauft wird Hardcover. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es kein ein einziges vorrätiges Taschenbuch gab, welches den selben Zweck erfüllt hätte.
Interessanterweise würde ich bei fast jedem anderen Kauf im Laden dem Verkäufer eine neutrale Position absprechen, es gilt eben dies mit einzubeziehen. Warum sollte das beim Buchkauf anders sein, und die Empfehlung ohne Geschäftsinteresse erfolgen?
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Kathrin Passig

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Ich weiß nicht, was ich daraus zitieren soll, es ist alles gut: http://www.vqronline.org/articles/2013/spring/nash-business-literature/ (via +Hans Hütt bei Twitter). Wenn man die englischsprachige Diskussion um die Zukunft des Buchs ein bisschen verfolgt, steht zwar nichts radikal Neues drin, aber die Zusammenfassung ist nützlich, und schon für die ausführlichere Darlegung des "availability heuristic"-Gedankens, den Nash hier schon mal angedeutet hat: http://redlemona.de/richard-nash/blog/avanti, lohnt es sich.
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Kathrin Passig's profile photoFritz Iversen's profile photo
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Ja, ich habe das nur nebenbei erfreut angemerkt, dass jemand mal darauf Bezug nimmt. "What is the business of literature" ist sehr guter Artikel. Da geht mal einer mit den Gedanken etwas mehr auf Distanz untersuchten Objekt. Die Glorifizierung früherer Entwicklungszustände der Kultur ist immer etwas rührend und beruht wohl einfach auf Vergesslichkeit, bzw. man pickt sich das Schöne heraus, was man erinnert ("Verfügbarkeitsheuristik" eben). Gerade den R. Reuß gelesen, da findet man auch einige dieser Denkfehler, z.B. wenn er ein Buchdruckwerk von 1906 erinnert, für das extra passende Bögen mit Wasserzeichen auf jeder Seite hergestellt wurden etc. - der Standard war damals eben auch schon eine zunehmende Industrialisierung, Übergang ins Magazin-Zeitalter, Goldschnitt-Klassiker als Wohnzimmer-Kitsch usw. Früher war nie irgendetwas wirklich besser, nur anders. Ob die Zukunft besser sein wird, weiß ich nicht. Die welthistorische Erfahrung spricht dagegen, aber schauen wir mal. Immerhin, in puncto Demokratisierung liegen wir gegenüber früheren Jahrhunderten weit vorne ;)
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Kathrin Passig

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"Thank God for confirmation bias, otherwise we’d never know when correlation is causation."
http://www.forbes.com/sites/pascalemmanuelgobry/2013/03/18/finally-economists-acknowledge-that-theyre-biased/ (via Marginal Revolution)
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Kathrin Passig

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"Whenever I see someone make a "new" 3D printer that's just a derivative of the RepRap or MakerBot - I could care less. Only new processes, great interfaces or super-low price points get my attention anymore."
http://www.nickpinkston.com/2013/01/some-thoughts-on-digital-manufacturing.html 

Gilt eigentlich auch für alles andere, zum Beispiel E-Book-Reader oder neue E-Book-Verlage.
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Frank Nestel's profile photoSiegfried Hirsch's profile photoThomas Honesz's profile photo
 
Once it is cheap enough and enough quality some industry will be replaced by home printing: First certain plastics stuff was a huge industry monopoly, now it is allready becoming smaller industries and online services, at some point it will become a home facility, industry long opted out, services live a little longer for people who avoid the invest.

The new processes will involve, actually the allready are. Various stuff can allready be downloaded for home printing. All this stuff is rough and geeky right now, but so is every tech.
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Kathrin Passig

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Please do as Fraulein Strubel tells you. Or else! (... I might have to find honest work.)
 

+Kathrin Passig s  awesome Zufallsshirts are now available almost completely in English (with the occasional Umlaut lapse). You should really buy one. Because, you know,  the shirt you are wearing is not a beautiful and unique snowflake.
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Bettina Julich's profile photo
 
Hi Kathrin, How are you? 
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Kathrin Passig

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Weil er mir gerade in der sehr guten Rede von +Wolfgang Blau (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wolfgang-blau-auch-das-schaerfste-urheberrecht-wuerde-den-verlagen-nicht-helfen/ ) wiederbegegnet ist, eine Anmerkung zu diesem häufig verwendeten Baustein der Technikkritik-Kritik:

"Das Baye­ri­sche Obermediziner-Kollegium schrieb 1838, die schnelle Bewe­gung müsse bei den Rei­sen­den unfehl­bar eine Gehirn­krank­heit erzeu­gen, wes­halb man die — erst drei Jahre zuvor eröff­nete Stre­cke von Nürn­berg nach Fürth — rasch mit einem Bret­ter­zaun ein­fas­sen müsse, um die visu­el­len Reize für Fahr­gäste zu minimieren."

In "Fortschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart" (nebenbei Leseempfehlung) geht Rolf Peter Sieferle ausführlich auf die Probleme ein:

"Die Existenz dieses Gutachtens wurde m.W. zuerst von dem Technikhistoriker Feldhaus angezweifelt (1920, 104 f.; seine Bedenken wurden in der Folge immer wieder bestätigt. 1923 regte der Präsident des Reichsgesundheitsamtes eine intensive Nachforschung an, doch gelang es der Reichsbahndirektion nicht, ein solches Gutachten aufzufinden. Auch die wiederholte Suche in verschiedenen Archiven anläßlich des hundertjährigen Jubiläums der Eisenbahnlinie Nürnberg-Fürth 1935 und auch in der Nachkriegszeit ergab keine positiven Hinweise. Alle Autoren, die sich ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt haben, stimmen darin überein, daß es aller Wahrscheinlichkeit nach nie existierte (Auskunft des Verkehrsarchivs Nürnberg; Nörrenberg 1930; Beckh 1935; Mück 1968). Abgesehen davon, daß dieses Gutachten in den Archiven nicht aufzufinden ist, spricht eine Reihe von Details dagegen, daß es je angefertigt wurde ..."

Es folgen die Details, dann viele Seiten mit interessantem Material zur Entwicklung der Meinungen zur Eisenbahn. (Brockhaus 1838: "Bei Individuen, wie bei Körperschaften, ja ganzen Nationen, sind sich die Stadien der Erkenntniß aufs äußerste rasch gefolgt; Gleichgültigkeit, Ungläubigkeit, Widerstreben, Bedenken, Zugeben, Theilnehmen, eifriges Entbrennen, endlich phantastischer Schwindel waren die Phasen der Meinung hinsichtlich der Eisenbahnen, welche im Laufe kaum zweier Jahre ein großer Theil der Bewohner des gebildeten Europas durchgegangen ist.")

Ich habe das Zitat in "Standardsituationen der Technologiekritik" zum Glück nicht verwendet, allerdings nicht wegen Sieferle, von dem ich damals noch nichts wusste, sondern nur, weil es mir zu allgemein bekannt erschien. Bei einigen der anderen Zitate, die ich verwendet habe, ist die Quellenlage allerdings auch, hust, nicht ganz ideal.

Aber selbst wenn alles wasserdicht zitiert wäre: Dass sich zu jeder Zeit irgendwo einzelne nur mäßig durchdachte Aussagen über die Einführung eines neuen Dings finden lassen, beweist leider nicht mehr als der journalistische "hier zum Beleg zwei empörende Tweets!"-Kurzschluss.
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Rolf Todesco's profile photoMartin Lindner's profile photoFritz Iversen's profile photo
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Noch mal eine Stufe zurück: "sehr genau unterscheiden, um was es dabei jeweils ging" würde ich genau unterschreiben. 
Aber bevor man sich bei den "sieben großen Baukästen" festbeißt, muss man doch feststellen, dass es eigentlich drei  Quellflüsse gibt: (1) Die geschichtsphilosophische Technikkritik in sämtlichen Facetten und historischen Schichtungen, wenn man so will, ist das die Technikritik geisteswisssenschaftlicher Provinienz. (2) die irrationale Technikphobie, die fernab von validen Argumenten stattfindet und im Rückblick immer  besonders lächerlich aussieht. (3) Das, was man heute "Technical Assessment" nenne könnte und was häufig, aber keinesfalls immer, mit Umweltschutz zu tun hat, also die wissenschaftliche Technikfolgenabschätzung, die ihre Methoden offenlegt und am ehesten abwägende Kritik formuliert.
Dieser dritte Zweig ist per se legitimiert, gesellschaftlich erwünscht, teilweise auch bei den Fortschrittsmachern längst internalisiert und vielfach schon gesetzlicher Teil des Prozesses von Forschung & Entwicklung. Die Technikfolgenabschätzung ist auch die einzige Technikkritik, die Folgen für die technische Entwicklung hatte - sie führte z.B. zum Abschalten von Atomkraftwerken, zum Verbot bestimmter Pestizide, zu Ampelanlagen im Straßenverkehr etc. Und diese Technikkritik wird dann auch gerne wiederum herangezogen von den Gruppierungen 1 und 2, um ihre jeweiligen Sentimente zu belegen.
Was die 2. Route angeht (argumentfreier Irrationalismus und sentimentale Fortschrittsfeindlichkeit), könnte man prüfen, ob der Irrationalismus heute sogar eine größere Verbreitung hat als früher und chaotischer ist als je zuvor (ich würde das vermuten, bin mir aber nicht sicher). Demgegenüber scheinen frühere Geistesheroen die intellektuell-philosophische Fortschrittskritik so umfänglich nach allen Seiten hin abgegrast zu haben, dass auf dem Feld kaum noch Neues zu formulieren ist. Das trägt vielleicht dazu bei, dass es in diesem Sektor heute relativ still ist und eher der klassische Fortschrittsoptimismus die vorherrschende Doktrin ist. Dem Faszinosum kann sich keiner mehr entziehen. Technik ist auch für Intellektuelle nicht mehr der Agent von Entfremdung und Entmenschlichung, sondern von Befreiung und Utopien. 

(Die Pointe ist vielleicht die, dass die intellektuelle Technikkritik zu Übertreibung, Einäugigkeit und Radikalisierung neigt - so wie sie früher zu kulturpessimistisch war, ist sie jetzt oft übertrieben kulturoptimistisch gefärbt. Es ist verdammt schwer, sich so etwas wie ein "glückliches Desaster" oder ein "deprimierendes Glück" vorzustellen, aber in eine Art von "verfluchtem Segen" scheint das globale Technorama hineinzusteuern.) 

(Kahneman ("Schnelles Denken, langsames Denken") berichtet übrigens von dem Alltagsfehler der falschen Repräsentativheuristik, der dazu führt, dass man etwas automatisch für nutzlos hält, wenn man es für gefährlich hält - und umgekehrt. Dieser lustigen Logik-Fehler zieht sich tatsächlich recht konsistent durch die Technik-Kritik-Debatten durch, und das betrifft dann sogar die Rubrik "Technical Assessment"). 
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Kathrin Passig

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Auf Anraten von Tyler Cowen die Autobiographie von John Stuart Mill gelesen und dann auch seine Aufsätze über Bentham und Coleridge, alles sehr erhellend. (Den Coleridge-Aufsatz hätte ich vor "Internet - Segen oder Fluch" lesen sollen.) Nebenerkenntnis oder zumindest -verdacht: Meine naive Vorstellung, man müsse einfach öfter zu den Primärquellen zurückgehen, zielte ins Leere, Mill ist einfach ein sehr kluger Erklärer und Zusammenfasser der Ideen anderer, und wer weiß, wo die sie wieder her hatten. Arbeitshypothese bis auf Weiteres: Es gibt gar keine Primärquellen. (Jetzt lacht ihr, aber man kann halt immer nur über eins nach dem anderen nachdenken. Außerdem muss ich immer so viel schlafen.)
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Gunnar Sohn's profile photoRolf Todesco's profile photoKathrin Passig's profile photoFelix Stalder's profile photo
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:-) jetzt weiss ich gerade nicht, welchen Text Du liest. Was hat Latour hier mit Tarde zu tun? Wo kommt jetzt Latour her?

Und dann noch "lesen". Ich kenne Leute, die beide Bücher von G. Bateson in einer Stunde gelesen haben. Wenn sie dann irgendwo ein Zitat finden, erinnern sie sich ohne nochmals nachzusehen, dass sie das im Original auch gelesen haben und zitieren deshalb das Original. 
Normalerweise ist mir dieses äffische Getue auch gleichgültig. Aber in speziellen Fällen, wie dem oben verlinkten beispielsweise, fällts mir auf, weils Kreise zieht.

Ich rate also nie und niemandem Originalliteratur zu lesen. Ich rate gar nichts. Aber ich ärgere mich, wenn ich feststellen muss, dass jemand seine zitierte Originalliteratur offensichtlich bestenfalls aus tertiärer Literatur kennt.
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Kathrin Passig

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Für die "nothing is obvious"-Sammlung:

"And I do not believe it could have been done, at that particular juncture, by any one else. No other person, I believe, had at that moment the necessary influence for restraining the working classes, except Mr. Gladstone and Mr. Bright, neither of whom was available: Mr. Gladstone, for obvious reasons; Mr. Bright because he was out of town."
("The Autobiography of John Stuart Mill")
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Kathrin Passig's profile photoClemens Gleich's profile photoFritz Iversen's profile photo
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+Fritz Iversen Ich gehe davon aus, dass sie nach Verständnis sucht, nicht nach einer Übersetzung. Für "ich weiß das nciht sicher, also schreib ich 'also ist das ja klar'" gibt es auch im Deutschen mehr als genügend Floskeln.
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