Profile cover photo
Profile photo
Martin Lindner
7,969 followers -
Wie Furchen in Steintreppen, verursacht durch das tägliche Schlurfen von Hausschuhen.
Wie Furchen in Steintreppen, verursacht durch das tägliche Schlurfen von Hausschuhen.

7,969 followers
About
Posts

Post has attachment
Nach langer Abwesenheit hier in der Community melde ich mich zurück.
Es ist geschafft: Das Buch "Die Bildung und das Netz" ist fertig. Die Webseite ist eingerichtet, der Publikumsverkauf ist eröffnet.

Ich habe diese Community ja mal gegründet, als ich das Buchprojekt ins Auge fasste, aber ich wollte mich dann hier erst wieder blicken lassen, wenn es endlich fertig ist. Das hat sehr lange (zu lange) gedauert. Immerhin ist es sehr dick und sehr umfassend geworden.

"Das große, ganze Bild auf 600 Seiten. Mindesthaltbarkeit: 5 Jahre.
Zugleich ein Buch über die Zeitgeschichte zwischen 1970 und 2025.

'Die Bildung und das Netz' handelt davon, wie sich unsere Lern-, Wissens- und Bildungsprozesse verändern, wenn das Netz unsere Lebenswelt prägt.

Das Buch entwirft eine Art Landkarte, die hilft, die richtigen Entscheidungen die richtigen Entscheidungen über unsere Lern- und Wissensprozesse zu treffen – für das eigene Leben, für das berufliche Umfeld, für die Organisationen, in wir eingebunden sind … und am Ende auch für das ganze Bildungssystem."
Die Bildung und das Netz
Die Bildung und das Netz
bildungundnetz.wordpress.com

Post has attachment
"Die Bildung und das Netz": Die Webseite ist eingerichtet, der Publikumsverkauf ist eröffnet.
Die Bildung und das Netz
Die Bildung und das Netz
bildungundnetz.wordpress.com
Add a comment...

Autobiography 2017 (Das Jahr in Songs)
----------------------------------------------------------

Irgendwann werde ich auch noch die Links dazu kopieren, aber hier ist das erstmal nur als Text. [Updated: Links zur YT-PLaylist ganz unten] (Ohne Absicht geschrieben, hat sich ergeben.)

JAN * Cordoba - Cale & Eno
"Wrong Way Up" von Eno & Cale war mein Album des Jahres. Als es herauskam (1993?), habe ich davon nichts mitbekommen, und ich war auch nie Eno-Fan. John Cale ist dagegen eines meiner großen Musik-Idole, das ich auch mit meiner Frau teile. Cales Stimme ruft sehr viel auf für mich. Und "Cordoba" ist einer der besten Cale-Songs überhaupt, gleichberechtigt mit dem Besten auf "Music for a New Society".

FEB * Europe is Lost - Kate Tempest
Das habe ich von meiner Tochter. Tempest ist eine ernsthafte Teenage-Lyrikerin mit Postpunk-Attitüde. Das hätte mir damals auch gefallen, und ich mag es auch noch als alter Sack. So sollte sich Jugend heutzutage anhören, finde ich. (Aber was weiß ich schon?)

MAR * Buale - Ringsgwandl
Ich war mit meinem Vater auf einem Ringsgwandl-Konzert. Ringsgwandl war sein Schüler Ende der 1960er, und er sagte öfter, dass mein Vater ihm geholfen und ihn geprägt hat. Das kann ich mir gut vorstellen, es gibt tatsächlich eine Ähnlichkeit. In gewisser Hinsicht ist mein Vater nie ganz erwachsen geworden, und er hat das noch mit 82. Ich mochte die Comedy-Phase von Ringsgwandl eigentlich nicht besonders, aber irgendwann brachte er das Album Staffabruck heraus, das nur aus bairischen Folk-Blues-Liedern über seine Kindheit besteht. Staffabruck ist ein Ort, der einen Kilometer von dem Haus entfernt ist, wo ich aufgewachsen bin, und die Platte ist insgesamt großartig. (Es sind wohl Songs, die er schon in den 1970ern geschrieben hat.) Mein Lieblingssong ist Buale, wegen des Refrains. Und er passte auch gerade zu meinem Leben.

APR * Love & Desperation - Jeffrey Lee Pierce
Passte irgendwie auch. Dieses Album von Pierce habe ich seit langem, ich glaube irgendwann mal als Billig-CD gekauft. Großartiger Song.

MAY * Been to the Mountain - Kevin Morby
Noch etwas, das ich über meine Tochter gefunden habe. Oder halt, es war umgekehrt. Ich habe Morby im Radio gehört auf Twitter empfohlen gesehen, von @instantkarmabln, und später dann ihr vorgespielt, weil ich dachte, dass ihr das gefällt, und so war es auch. Es ist auf Anhieb nicht sehr auffällig, aber irgendetwas ist darin, was ihn über die unzähligen geschmackvollen Songwriter hinaushebt, die heutzutage gut abgehangene Americana-Indie-Musik machen. Da ist irgendein Extra drin, das ich gut finde.

JUN * Lay My Love - Eno & Cale
"Wrong Way Up" ist im Kern ein Eno-Album. (Es scheint, dass Cale hinterher deswegen sauer war, obwohl er zwei große Songs darauf hat.) Enos Stücke dort sind der beste Synthi-Pop, den ich mir vorstellen kann. "Lay My Love" ist der erste Track, und er bringt mich unfehlbar in gute, energiegeladene Stimmung. Ich war eigentlich nie Eno-Fan. Jetzt im Alter steht er mir plötzlich viel näher, auch die 1970er-Platten, aber am allerbesten finde ich ihn auf diesem späteren Album. Genial.

JUL * Street Hassle - Lou Reed
Lou Reed, der Partner von John Cale bei Velvet Underground. (Und VU ist neben Dylan vielleicht das prägendste Musikerlebnis für mich gewesen, wenn ich Rock'n'Roll und schwarzen Blues ausklammere.) Ich mochte Lou Reed auch solo immer sehr, in den 1970ern und auch noch in den 1980ern, obwohl er einem natürlich nie ans Herz wächst. Er ist immer kalt bis kühl. "Street Hassle" habe ich damals nie gehört, erst via YouTube, aber es ist die Art von Minimal Music, die ich großartig finde. Passt natürlich sehr gut zu Eno & Cale.

AUG * Times When I Know You'll Be Sad - Biosphere
Das Album habe ich schon 2016 das ganze Jahr gehört, den Tipp hatte ich von Christoph Kappes. Auch Ambient habe ich früher nie gehört (so wie Eno und Techno), aber das hier ist irgendwie anders und besonders. Es hat auf Anhieb für mich funktioniert. Im August saß ich jedenfalls im Augsburger Hofgarten auf der Parkbank, mit Stöpseln in den Ohren, und schrieb endlich mein Buch fertig. Die beste Schreib-Musik ist Biosphere. Auch das ist sehr kühl, aber für mich zugleich auf merkwürdige Art seelisch heilsam. Ich werde sofort ruhig, wenn ich da nur die ersten Töne höre. Eine eigenartige Mischung aus sehr minimaler Musik und Geräusch-Collagen, zum Teil eher hörspielhaft, und dann wieder Synthi-Techno-Anklänge.

SEP * Backlash - Stil & Bense
Im September ging ich ins Emsland, nach Lingen. Durch Zufall fand ich heraus, dass Arne Bense, der in meinen weiteren Twitter-Kreis seit Jahren eine sympathische Stimme ist, in Osnabrück wohnt. Wir verabredeten uns spontan, er zeigte mir die Stadt und wir redeten viel über seine Musik: Arne produziert und macht Musik, die ich als artifiziellen Techno bezeichnen würde. Ich habe nie Techno gehört. Es gibt wohl ein paar New Wave-Vorformen in den frühen 1980ern, die die gut fand und die später irgendwo in die elektronische Club-Musik eingeflossen sind. Ich hörte mir dann Arnes Track an (auf soundcloud: Stil & Bense) und mag ihn wirklich, obwohl so etwas wie gesagt nie mein Ding war. Viele gute, minimalistische Ideen.

OCT * Horsti Schmandhoff - FJ Degenhardt
Auch 2017 war ein Jahr, in dem die rechte Nazi-Welle die Stimmung stark einfärbte. Ich habe nur noch selten mit Rechten geredet, aber lasse das immer noch (reduziert) in meiner Timeline mitlaufen, um nicht unaufmerksam zu werden. Irgendjemand erinnerte mich an Franz Josef Degenhardt. Meine Eltern hatten eine Doppel-LP im Schrank mit allen Klassikern, als ich jung war. Der leise-aggressive Hohn in seiner Stimme, mit der er die Nazi-Generation demontierte: das ist für mich immer der Sound der 1960er-Politwende. (Zusammen mit der Stimme von Dutschke.) Und jetzt kommen genau die Typen, die in dieser Tradition stehen, als Wiedergänger. Damit hatte ich bis 2015 nie ernsthaft gerechnet. Ich dachte wirklich, die seien erledigt.

NOV * I'm Walking - Fats Domino
Fats Domino ist gestorben, und das ist tatsächlich jemand, der mir viel bedeutet hat. Als 12 und 13Jähriger hatte ich zwei Fats Domino-Platten. (Ich war Rock'n'Roll Fan, was zuerst Domino und Chuck Berry hieß, Little Richard und Jerry Lee Lewis, schon auch Bill Haley und den frühen Elvis, und dann vor allem die schwarzen R&B-Leute: Bo Diddley, John Lee Hooker, Howlin Wolf.) Ich habe mir nach Jahrzehnten Fats Domino wieder angehört, und ich mochte es auf dieselbe Art wie damals als Kind. So ein leichthändig hingeschlenzter Groove.

DEC * Merry Christmas Everybody - Slade
Anfang Dezember unternahm ich eine weitere Expedition in meine Musik-Urgeschichte. (Es ist ja tatsächlich so, dass man im Alter die prägenden Sounds der Teen-Jahre unauslöschlich im Herzen trägt.) Was ich mich immer gefragt habe, ist, wie mich eigentlich Glam Rock beeinflusst hat. Meine ersten Begegnungen mit zeigenössischem Pop waren die Chart-Fernsehshow von Ilja Richter, die ganz am Anfang noch gar nicht "Disco" hieß, und "Die Großen 10 von Ö3". (Ich verachtete intuitiv immer die Bayern 3-Charts und hörte zum Beispiel niemals Thomas Gottschalk. Nur immer Ö3, später dann halt die Musicbox.) Jedenfalls: Die Musik, die dort lief und die mir gefiel, war Glam.
Ausgerechnet, denn ich war mein Leben lang immer das Gegenteil von Glam. Schüchtern als Junger, ohne jedes Gefühl für eigenen Stil und Auftreten, und zu tanzen traute ich mich auch sehr lang nicht. Aber ich erinnere mich unauslöschlich an die erste Hitparade, die ich zu Weihnachten auf einer Kassette vom Transistorradio aufnahm: Mit "Children of the Revolution" von T.Rex, mit "Schools's Out" von Alice Cooper und eben mit Slade. Ich war am ehesten Slade-Fan: Mama Weer All Crazee Now, Cum On Feel the Noize, Gudbuy to Jane. Ich habe gerade das 700-Seiten Buch von Simon Reynolds über Glam Rock gekauft und gleich Slade und Sweet nachgelesen. (Für T.Rex war ich damals noch zu jung, obwohl ich sie mochte.) Ich erkannte wohl den Rückbezug auf die frühe Rock'n'Roll-Euphorie um 1960 wieder, und seitdem habe ich eine klare innere Idee davon, wie "Pop" sein soll: Aufregend, einfach, voller Spaß und Energie, 3 Minuten und Bam! Ich vermisse das immer noch, auch bei der zeitgenössischen Chartsmusik, und freue mich immer, wenn ich ein Echo davon höre.
Später wurden sie etwas ruhiger. Merry Christmas Everybody ist ein klassischer Slade-Hit und zugleich Britpop-Gassenhauer, der im guten Sinn nach Pub klingt. (Noddy Holder, der großartige Sänger, war beeinflusst von Little Richard, den Beatles und und proletarischer Music Hall-Kultur.) Mein Lieblings-Weihnachtssong, zusammen mit zwei ebenfalls erzbritischen Christmas-Songs von Martin Newell und XTC.

Alle Songs außer Stil & Bense auf YT (Playlist):
https://www.youtube.com/playlist?list=PLpJjsTUi3Dm_ZWowaFWhZ47ejNxiQ1mDM

Stil & Bense auf Soundcloud:
https://soundcloud.com/stil-bense/backlash



Add a comment...

Post has attachment
Add a comment...

Post has attachment
quick test
Add a comment...

Post has attachment
Den Multimedia Mem-Generator Lumen5 ausprobiert, mit aktuellem Content. (OK, die Musik ist etwas schräg.)
Add a comment...

Thema: Post-digitale Modell. Ein Gedankenexperiment.
Grundlage:
https://docs.google.com/document/d/1RGOal6Vj0-_yJwt9syq_HKIu4w0MMP5EhNuCCI6YCB8/edit

+Aleks Scholz machen wir hier weiter, oder dann eben doch in den google-doc glossen?
Add a comment...

Post has attachment
Add a comment...

Post has attachment
Add a comment...

Post has attachment
Es hilft ja jetzt auch nichts mehr, aber hier meine 2 Cent zum Konflikt um den #Edchatde, aus der Sicht einer sympathisierenden Randfigur.

Aus meiner Sicht ist das leidige Edchat-Buch selbst gar nicht das Problem. Oder: Es hätte das nicht sein müssen und nicht sein dürfen.

Es war natürlich völlig klar, dass ein solches Projekt Kritik auf sich ziehen würde. Ich hätte da keinen unüberwindbaren Konflikt gesehen. Der Blogpost von +Elke Höfler
(http://fremdsprachenundwebzweinull.blogspot.de/2017/02/edchatde-gibt-es-als-buch-ein-offener.html)
wäre aus meiner Außenseiter-Sicht eine gute Basis für die notwendige Diskussion gewesen.

Dann hätte man fair und offen Argumente nebeneinander gestellt, und irgendwann hätte man sich darauf geeinigt, nicht vollkommen einig zu sein. Und dann hätte die offene Community weitermachen können.

Das eigentliche Problem war der Umgang mit der Community. Der Edchatde ist, oder war, nicht einfach ein gut organisierter Gruppenchat, sondern Zentrum in einem Ökosystem, in einer eigenen gewachsenen Netz-Kultur, an der ein paar Dutzend recht unterschiedliche und eigenwillige Personen beteiligt sind. Um diesen Kern herum lagern sich dann die neu Hinzugekommenen an.

Ich kenne diese allmählich wachsende Twitter-Lehrer-Community ja seit sicher 5 Jahren, und es war eine große Freude, das von außen wachsen zu sehen. Da herrschte eine richtig gute Atmosphäre.

Wie ich das wahrnahm, bei vielleicht 10 oder 12 Leuten in meiner Timeline, gab es wegen dem Buch gar keine besonders aggressive Stimmung. Ich würde das eher Klärungsbedarf nennen. Das Problem waren die Reaktionen danach.

Zuerst kam lange gar keine Reaktion, so als gebe es gar kein Problem. So als gebe es gar keine Community, die natürlich sich darüber verständigen will. Das war schon nicht gut.

Dann kamen zwei merkwürdige Tweets, die das alles als Neiddebatte abstempelten. Das war schädlich.

Und jetzt eben diese längst überfällige Stellungnahme (Link unten), und zu der fällt mir wirklich gar nichts mehr ein. Da spricht ein indignierter Starautor, der den Gesprächsbedarf des Fußvolks nur als Majestix-Beleidigung interpretieren kann. Da wird so getan, als handele es sich bei der Kritik, die Philippe Wampfler geäußert hat,
(https://schulesocialmedia.com/2017/02/25/edchatde-eine-replik/)
nur um einen "Rezensenten", der unverschämter Weise eine Antwort auf seine Rezension verlangt.

Das Buch war, wie gesagt, nicht das eigentliche Problem. Von der offenen Kultur des Web, die der Edchat und die darum herum entstandene Community jetzt jahrelang vorbildlich vorgelebt hat, hat da jemand gar nichts, aber wirklich überhaupt nichts verstanden.

Von außen sieht das so aus, als sei man mit der Planierraupe mitten durch ein blühendes Ökosystem gefahren. Das ist extrem schade. Ich verstehe es einfach nicht. Wie der Bayer sagt: Das war so überflüssig wie ein Kropf.
Add a comment...
Wait while more posts are being loaded